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Kinder im Lebenslauf: Erwähnen oder nicht?

Sollte ich meine Kinder im Lebenslauf erwähnen oder nicht? Vor der Frage stehen Bewerber immer wieder. Denn sie klingt harmloser als sie ist. Zunächst: Grundsätzlich ist es erlaubt, im Rahmen der persönlichen Angaben im Lebenslauf auch die Kinder, deren Anzahl oder Alter zu nennen. Diese Angaben sind absolut freiwillig: Sie können – müssen aber nicht. Die wichtigere Frage ist allerdings: SOLLTEN Sie die Kinder im Lebenslauf und in der Bewerbung angeben? Das wiederum hängt von ein paar Faktoren und Interpretationen der Personaler und Arbeitgeber ab…

Kinder im Lebenslauf: Erwähnen oder nicht?

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Kinder im Lebenslauf: Muss ich sie angeben?

Rein formal gehören Kinder – ebenso wie der Familienstand – zu den freiwilligen Angaben im Lebenslauf. Als Teil der persönlichen Daten im Kopf Ihrer Vita können Sie die Anzahl und das Alter Ihrer Kinder nennen – Sie müssen es aber nicht.

Arbeitsrechtlicher Hintergrund ist das AGG – das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Es verbietet, dass Bewerber aus Gründen der Rasse, ihrer ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, Weltanschauung, des Alters oder sexuellen Identität benachteiligt werden. Kinder oder der Familienstand werden hierin zwar nicht explizit erwähnt. Da sie aber ebenfalls zu einer Diskriminierung führen können, gehören sie nicht zu den Pflichtangaben.

Was gehört in die persönlichen Daten?

Die persönlichen Angaben bilden zusammen mit der Lebenslauf-Überschrift die sogenannte Kopfzeile des Lebenslaufs. Dem Abschnitt selbst können Sie unterschiedliche Überschriften geben. Zur Auswahl stehen: „Persönliche Angaben“, „Personaldaten“, „Persönliches“, „Personalien“, „Angaben zur Person“, „Über mich“ – oder Sie betiteln den Abschnitt ganz einfach mit „Persönliche Daten“. Aufgebaut werden Sie in der Regel nach diesem Muster:

Persönliche Daten im Lebenslauf: Beispiel

Name: Max Muster
Adresse: Beispielweg 1, 12345 Musterstadt
Telefon: 01234 / 56 78 90
Mobil: 0987 / 65 43 21
E-Mail: max@muster.de
(Ab hier freiwillig)
Geburtsdatum: TT.MM.JJJJ
Geburtsort: Köln
Staatsangehörigkeit: deutsch
Familienstand: ledig

Das obige Beispiel zeigt eine Variante ohne Angabe von Kindern. Es kann allerdings vorkommen, dass Arbeitgeber in der Stellenanzeige konkret nach dem Familienstand oder Kindern fragen. Dann bleibt die Erwähnung immer noch freiwillig, kann aber Pluspunkte bringen. Zum Beispiel bei religiösen Arbeitgebern oder Unternehmen, die sich Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben haben.

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Wie gebe ich Kinder im Lebenslauf an?

Falls Sie sich dafür entscheiden, Ihren Familienstand und die Kinder im Lebenslauf zu erwähnen, haben Sie wieder mehrere Optionen. Beginnen wir mit dem Familienstand. Folgende Formulierungen sind dabei üblich:

  • ledig
  • verlobt
  • verheiratet
  • geschieden
  • verwitwet

Kinder erwähnen: Beispiele für den Familienstand

Wollen Sie zusätzlich Ihre Kinder angeben, erfolgt dies direkt im Anschluss und mit der jeweiligen Altersangabe (die eine wichtige Rolle spielen kann, dazu unten mehr). Hier ein paar Formulierungsbeispiele:

  • Familienstand: ledig, keine Kinder
  • Familienstand: geschieden, 1 Kind (12 Jahre)
  • Familienstand: verheiratet, 2 Kinder (2 und 4 Jahre)
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Kinder im Lebenslauf: Wie Personaler das lesen

Freiwillige Angaben sind zwar schön, machen die Entscheidung aber nicht unbedingt leichter. Gerade bei der Frage, ob Sie Ihre Kinder im Lebenslauf nennen sollten oder nicht, spielt weniger Ihre Intention eine Rolle – sondern vielmehr die möglichen Interpretationen im Subtext.

Bedeutet: Personaler ziehen aus den Angaben zu den Kindern im Lebenslauf regelmäßig unterschiedliche Schlüsse. Diese sind meist Klischee beladen und nicht immer von Vorteil. Hier ein paar typische Beispiele, was manche Personaler aus den Angaben zu den Kindern lesen…

  • Verheiratet, keine Kinder
    Oder besser gesagt: NOCH keine Kinder! Diese Angabe weckt Fragen zur Familienplanung. Je nach Alter könnte sich hier bald Nachwuchs einstellen. Insbesondere bei Arbeitnehmerinnen rechnen Arbeitgeber (noch immer mehrheitlich) hier mit einer Elternzeit und Ausfallzeit. Bei kleinen Unternehmen, die solche Auszeiten schlecht ausgleichen können, kann die Angabe daher – inoffiziell – zur Absage führen.
  • Ledig, Kind (4 Jahre)
    Also ein alleinerziehender Vater oder eine alleinerziehende Mutter mit einem kleinen Kind. Das bedeutet: wenig Flexibilität bei den Arbeitszeiten, eventuell auch Ausfälle, wenn die KITA mal wieder bestreikt wird oder das Kind krank ist.
  • Geschieden, keine Kinder
    Zumindest privat ist diese Person schon einmal gescheitert. Vielleicht strebt sie aber eine neue Partnerschaft an. Damit wird der Kinderwunsch womöglich wieder akut. Immerhin ein Risiko.
  • Ledig, keine Kinder
    Diese Angabe signalisiert größte Mobilität und Flexibilität. Hier steht vermutlich der Job im Lebensmittelpunkt. Aktuell jedenfalls.
  • Verheiratet
    Dieser Familienstand steht noch immer für private Stabilität. Weniger verklausuliert bedeutet es: So jemand zieht so schnell nicht für ein (besseres) Angebot weg, weil dessen Partner vermutlich auch einen Job hat und dann beide einen neuen Job suchen (oder eine Fernbeziehung führen) müssten. Noch positiver wirkt die Angabe in Kombination mit schulpflichtigen Kindern. Der Personaler kann hierbei mit einem langfristigen Engagement und hoher Loyalität rechnen.

Das sind natürlich nur Interpretationen (und auch nicht immer unsere). Aber Sie merken daran, was so eine simple Angabe zum Familienstand oder den Kindern im Lebenslauf alles auslösen kann.

Kinder angeben: Das gilt nicht nur für Frauen!

Bitte täuschen Sie sich nicht: Die obigen Angaben und Beispiele beziehungsweise Interpretationen und Einschätzungen gelten nicht nur für Frauen beziehungsweise Mütter. Auch Männer und Väter sind davon betroffen. Bei ihnen werden die gleichen oder ähnliche Schlussfolgerungen gezogen. Die Frage, ob sie Kinder im Lebenslauf angegeben sollen oder nicht, ist für Männer daher ebenso relevant.

Unsere Tipps und Ratschläge richten sich daher auch an Männer, die sich darüber zwar in der Regel weniger Gedanken machen, aber ebenso von den Auswirkungen betroffen sein können. Wenn Personaler befürchten, dass viele Fehlzeiten zu erwarten sind, kann dies die Bewerbungschancen für beide Geschlechter negativ beeinflussen. Auch wenn das offiziell eigentlich nicht sein dürfte. Es passiert – leider!

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Kinder im Lebenslauf erwähnen: Ja oder Nein?

Die Antwort auf diese häufige (und berechtigte) Frage ist leider nicht eindeutig: „Es kommt darauf an…“ – Darauf, wie ihr Familienstand ist, welches Alter und Geschlecht Sie haben und ob damit Vor- oder Nachteile beim künftigen Arbeitgeber verbunden werden oder nicht.

Spätestens im Vorstellungsgespräch, wenn Sie der Personaler danach fragt, sollten Sie nicht lügen. Nach der Einstellung kommt es sowieso heraus, und fühlt sich der Arbeitgeber hierbei massiv getäuscht, bleibt ihm die Kündigung in der Probezeit – binnen zwei Wochen, ohne Angabe von Gründen.

In der schriftlichen Bewerbung und im tabellarischen Lebenslauf sollten Sie die Angaben wiederum strategisch nutzen:

Kinder erwähnen? Dafür spricht

Gerade wenn Sie verheiratet und die Kinder schon älter als 12 Jahre sind, sollten Sie diese Angaben machen. Sie stehen für private Stabilität und Belastbarkeit. Mit dem Gröbsten sind Sie auch schon durch. Gleiches gilt, wenn Sie Single und kinderlos sind. So jemand hat wenig Verpflichtungen, ist flexibler, mobiler. Allerdings auch nicht unbedingt loyaler: Ein Jobwechsel ist hier kein Problem. Daher ist in dem Fall wichtig, seine Motivation für diesen Arbeitgeber besonders im Bewerbungsschreiben zu betonen.

Kinder erwähnen? Dagegen spricht

Alleinerziehende mit Kindern unter 12 Jahren, ebenso junge Verheiratete ohne Kinder sollten auf die Angaben freiwillig verzichten. Zu groß ist die Gefahr, dass sie deshalb abgelehnt werden (auch wenn das keiner zugeben wird). Sie können dem Klischeedenken mit einer mutigen Formulierung natürlich auch entgegen treten: „Familienstand: verlobt, kein Kinderwunsch“. So signalisieren Sie dem Personaler die volle Leistungsbereitschaft und nehmen ihm subtil die Angst vor Ausfallzeiten. Falls Kinder vorhanden sind, sollten Sie zudem glaubhaft vermitteln, dass für die Kinder ausreichend gesorgt ist – zum Beispiel durch einen KITA-Platz oder Oma und Opa.

Kinder im Lebenslauf angeben: Ehrlichkeit gewinnt

Es gibt allerdings noch ein weiteres Argument, über das es sich nachzudenken lohnt: schonungslose Ehrlichkeit gegenüber dem Arbeitgeber in spe. Letztlich beginnen Sie hier ein neues und in der Regel längeres Arbeitsverhältnis, das Bestand haben soll. Gegenseitiges Vertrauen und gegenseitiger Respekt sind hierfür wichtige Voraussetzungen. Warum also mit frisierten Angaben starten? Oder bei einem Arbeitgeber anheuern, der mich nur als Arbeitsmaschine möchte, nicht aber als Mensch (der sich eben auch Nachwuchs wünscht)?

Es kann sein, dass Sie den Job nicht bekommen, weil Sie Ihre Kinder angegeben haben. Das ist rechtlich nicht zulässig und auch moralisch zu bemängeln. Andererseits: Würden Sie wirklich für ein so kinderfeindliches Unternehmen arbeiten wollen? Manchmal ist Ehrlichkeit der bessere Weg. Sie verbaut vielleicht manche Chance, ja. Aber sie führt so auch zur besseren Wahl und damit zu einem „echten“ Traumjob.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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