Erster Lebenslauf: So schreiben Sie ihn

Mit dem Fortschreiten der beruflichen Laufbahn entwickelt sich irgendwann eine Routine beim Verfassen von Lebensläufen. Man weiß, welche Stationen man unbedingt erwähnen sollte, kennt die Erfolge, mit denen man bei Personalern punkten kann und hat bereits persönliche Vorlieben für Design und Formulierungen entwickelt. Anders sieht es beim ersten Lebenslauf aus: Wer zum ersten Mal auf Jobsuche ist und einen Lebenslauf benötigt, weiß noch nicht genau, was ihn dabei erwartet und mit welchen Argumenten er seine Chancen auf die Stelle erhöht. Wir haben einige Tipps, worauf Sie beim Schreiben des ersten Lebenslaufes achten sollten…

Erster Lebenslauf: So schreiben Sie ihn

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Erster Lebenslauf: Warum er besonders wichtig ist

Als Kernstück der Bewerbung hat jeder Lebenslauf große Relevanz – das gilt für Berufsanfänger genauso wie für alte Hasen, die bereits seit 20 Jahren im Geschäft sind. Wer hier seine Qualifikation und Eignung nicht transportieren kann, landet in Windeseile auf dem Ablagestapel. Trotzdem kann gerade der erste Lebenslauf für die Karriere besonders wichtig sein.

Jeder kennt das Phänomen, das gleichzeitig auch ein Problem darstellt: Firmen sind auf der Suche nach jungen, motivierten Mitarbeitern, die aber bitte bereits mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Am Anfang eine große Herausforderung, schließlich möchte man diese Erfahrung gerade durch den Job sammeln, auf den man sich bewirbt. Und so finden sich viele Bewerber in einer endlosen Schleife wieder. Ohne Berufserfahrung kein Job, ohne Job keine Berufserfahrung. Der große Frust lässt dabei nicht lange auf sich warten.

Entscheidende Aufgabe des ersten Lebenslaufs ist es deshalb, Personaler davon zu überzeugen, dass Sie trotzdem der richtige Kandidat für die Stelle sind.

Checkliste: Das gehört in den Lebenslauf

  • Name und Kontaktdaten
  • Bewerbungsfoto (optional)
  • Geburtstag, Geburtsort (Biografische Daten)
  • Beruflicher Werdegang/bisherige Stationen (lückenlos)
  • Dabei erzielte Ergebnisse/Erfolge
  • Schulbildung, Ausbildung, Hochschule
  • Praktika
  • Zertifizierte Fortbildungen
  • Sprach- und EDV-Kenntnisse
  • Interessen, Ehrenamt, Hobbys (optional)

Tabus im Lebenslauf

Auch wenn sich die Gerüchte teilweise hartnäckig halten: Einige Punkte haben im Lebenslauf von Arbeitnehmern und Absolventen nichts zu suchen. Dazu gehören:

  • Angaben zur Familie
  • Beruf der Eltern
  • Gehaltsvorstellungen (wenn überhaupt haben diesem im Anschreiben ihren Platz)
  • Rechtfertigungen für Kündigungen (sind ohnehin tabu, Erklärung gehören ins Anschreiben)
  • Die Formulierung „arbeitslos“ („arbeitssuchend“ klingt aktiver)

Extra-Tipps:

  • Verwenden Sie auf Ihrem Anschreiben eine Kopfzeile, sollte sich diese genauso auf dem Lebenslauf wiederfinden.
  • Wollen Sie Ihr Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf anbringen, wird dieses rechts oben angebracht.

Tipps für den ersten Lebenslauf

Die große Bedeutung und die Unerfahrenheit sorgen dafür, dass der erste Lebenslauf für viele mit großer Unsicherheit verbunden ist. Gute Hinweise finden sich durch die Lebensläufe von Freunden oder der Familie, die ein genaueres Bild vermitteln können. Ansonsten hilft vor allem das Ausprobieren.

Erstellen Sie mehrere Lebensläufe und sprechen Sie mit anderen darüber, um Vor- und Nachteile besser zu erkennen. So können Sie üben, ohne gleich den ersten Lebenslauf an ein Unternehmen zu schicken. Ist es dann doch soweit, dass der erste wahre Praxistest ansteht, können die folgenden Tipps Ihnen helfen, den ersten Lebenslauf zu schreiben:

  1. Recherchieren Sie die Branche

    Ist bereits eine Menge Berufserfahrung vorhanden, weiß man oft sehr genau, worauf es im Beruf und der gesamten Branche ankommt. Steht man vor der Aufgabe, seinen ersten Lebenslauf zu schreiben, sollte man sich dieses Wissen durch eine entsprechende Recherche aneignen. Die entscheidende Frage, die Sie dabei beantworten müssen, lautet: Wonach suchen die Personaler?

    Möglichst viele Fähigkeiten im Lebenslauf unterzubringen mag zwar verlockend erscheinen, sind diese für die Position jedoch nicht relevant, bleibt der erhoffte positive Effekt aus. Viele Informationen lassen sich bereits aus den Stellenanzeigen und den genannten Anforderungen an Bewerber ziehen.

  2. Ausführliche Erklärungen zu diesem Thema und wie Sie die Informationen entschlüsseln, die in einer Stellenanzeige versteckt sind, finden Sie in diesem Artikel: Stellenanzeigen richtig lesen: Alle Tricks

  3. Achten Sie auf die Vollständigkeit

    Um überhaupt für die Position in Betracht gezogen zu werden, muss der Lebenslauf unbedingt vollständig sein und alle wichtigen Informationen über Sie und Ihre Fähigkeiten enthalten. Dazu zählen insbesondere Ihre persönlichen Daten, Ihr bisheriger Werdegang und falls vorhanden zusätzliche Qualifikationen durch Weiterbildungen oder ähnliches.

    Wie in der Checkliste schon erwähnt gehören nicht in den Lebenslauf Informationen über die Berufe der Eltern oder anderer Familienangehöriger. Auch auf alles, was mit dem konkreten Job nichts zu tun hat, können Sie verzichten, da es die Entscheidung des Personalers nicht beeinflussen wird, sondern nur unnötiges Füllmaterial darstellt.

    Umgesetzt kann das Ganze dann beispielsweise so aussehen:

    Lebenslaufaufbau-Grafik

  4. Erstellen Sie ein Design

    Ein passendes Design für den Lebenslauf kann die Aufmerksamkeit des Personalers wecken und möglicherweise sogar einige Pluspunkte bringen, wenn es beispielsweise in der Gestaltung auf das Unternehmen abgestimmt wurde. Allerdings sollte man es dabei nicht übertreiben, im Vordergrund steht weiterhin der Inhalt.

    Tipp: Versuchen Sie beim Layout durch Schriften oder Farben das Corporate Design des jeweiligen Wunscharbeitgebers nachzuempfinden. So suggerieren Sie bereits subtil, dass Sie schon irgendwie dazu gehören und die Sympathiewerte steigen. Hier ein Beispiel für ein etwas anderes Lebenslauf-Design:

    Tabellarischer-Lebenslauf-Muster-Vorlage-Beispiel-Design-02

  5. Fassen Sie sich kurz

    Gerade beim ersten Lebenslauf wird oft der Fehler gemacht, zu ausführlich zu werden. Das ist zwar gut gemeint, weil man möglichst viele Informationen vermitteln möchte, doch darum geht es im Lebenslauf nicht. Er stellt eine kompakte Übersicht dar, für die Stichpunkte meist ausreichen. Auch wenn es hart klingt: hier geht es um die Fakten, die präzise vermittelt werden sollen.

    Erfolge und Erfahrungen lassen sich beispielsweise in einem tabellarischen Lebenslauf kompakt so darstellen:

    01/2012 bis 12/2012Beispiel GmbH, Berlin
    – Sales & Account Manager im Bereich XY
    – Betreuung wichtiger Schlüsselkunden
    – Neukundenakquise

    Ergebnisse:
    – Eigenständige Erschließung neuer Kundensegmente
    – Erfolgreiche Markteinführung neuer Produkte
    – Umsatzsteigerung um 35 Prozent


  6. Stellen Sie das Unternehmen in den Vordergrund

    In der Bewerbung wollen Sie sich selbst als besten Kandidaten präsentieren, doch damit das gelingt, sollten Sie den Fokus auf den Arbeitgeber richten. Konzentrieren Sie sich nicht nur darauf, was Sie können, sondern darauf, wie Sie Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten einsetzen, um das Unternehmen voran zu bringen. Das ist es letztlich auch, was Personaler überzeugt. Eine genauere Beschreibung davon liefert Ihr Anschreiben. Doch auch im Lebenslauf sollte klar werden, welchen Nutzen Sie für das Team und die Aufgaben bringen werden.

    Das gelingt zum Teil bereits durch die Auswahl der Fähigkeiten, auf die Sie im Lebenslauf eingehen. Diese sollten auf das künftige Aufgabenfeld ausgerichtet sein und zeigen damit sofort, warum Sie der geeignete Bewerber für die freie Stelle sind. Versuchen Sie hierbei möglichst aus der Perspektive des Personalers zu denken. Wonach würden Sie in einem Kandidaten suchen? Geht das aus Ihrem Lebenslauf hervor, haben Sie alle wichtigen Fähigkeiten und Leistungen erwähnt.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]

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25. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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