Lebenslauf Checklisten: International bewerben

Lebenslauf ist nicht gleich Lebenslauf. Insbesondere, wer sich international bewirbt, sollte die jeweiligen Besonderheiten des Auslandes kennen und berücksichtigen. Ob Sie in Paris, London, Madrid, New York oder Montréal arbeiten wollen, die verlangte Lebenslauf-Form variiert teils erheblich und weicht auch von den deutschen Normen ab. Worauf Sie im jeweiligen Zielland achten müssen, zeigen Ihnen die folgenden Checklisten, Tipps und Infos

Lebenslauf Checklisten: International bewerben

Checkliste: Lebenslauf in Deutschland

Als Grundlage und Basis beginnen wir allerdings mit dem typisch deutschen Lebenslauf. Für den sind vor allem die folgenden Punkte wichtig:

Lebenslauf-Deutschland-Checkliste-Bewerbung

Konkret könnte das Ergebnis dann zum Beispiel so aussehen:

Lebenslaufaufbau-Grafik

Die Formalia

  • Aufbau.

    Die tabellarische Form ist heute Standard und erfüllt diese Anforderungen perfekt: links Zeitangaben, rechts Fakten. Bitte keinen optischen Firlefanz! Ein Lebenslauf ist in Deutschland eine reine Faktensammlung, keine Prosa. Sein schöpferische Talent an der Stelle beweisen zu wollen, eignet sich allenfalls für Kreativberufe oder bei einer Initiativbewerbung, der sich Personalverantwortliche ausgiebiger widmen können. Ansonsten reichen Stichworte zu den einzelnen Lebensabschnitten.

  • Inhalt.

    Persönliche Kommentare zu einzelnenen Punkten sind im Lebenslauf tabu. Genauso eine Anrede eingangs oder Grußformel zum Schluss. Was in die Vita dagegen unbedingt rein muss, sind:

    • Persönliche Daten: Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit
    • Werdegang und Berufserfahrung: Mutige können noch diesen Tipp befolgen: unter die persönlichen Angaben, gleich eine Zeile mit der angestrebten Position einfügen. Das betont den Anspruch auf die ausgeschriebene Stelle. Dann aber sollte sofort das stärkste Argument dafür folgen: Bei Absolventen sind es die Ausbildung und Studienschwerpunkte die darauf hinführen, bei Jobwechslern die aktuelle Position, bei Arbeitsuchenden ihre besonderen Qualifikationen.
    • Besondere Qualifikationen: Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen
    • Ausbildung: dazu gehört auch evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

    Alles zeitlich exakt eingeordnet und vor allem lückenlos aneinander gereiht. Sonst wecken Sie den Verdacht, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das aber dann zur Sprache.

  • Zeitangaben.

    Monatsangaben reichen in der Regel, also zum Beispiel:
    06/2003 – 06/2006 Ausbildung zum Bankkaufmann in der Kreissparkasse Köln.

  • Tabus.

    Die folgenden Punkte gehören dagegen keinesfalls in einen Lebenslauf: Informationen, die für den angestrebten Job nicht relevant sind (unnötiger Leseballast!), Familieninformationen (Mutter: Hausfrau, Vater: Studienrat), Gehaltsvorstellungen (gehören – falls sie gefordert waren – ins Anschreiben oder sind Thema im Vorstellungsgespräch) sowie religiöse und politische Ansichten.

  • Schluss.

    Formal sollte der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Obacht: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie dabei also besonders sorgfältig – auch für den Fall, dass man später nach einem billigen Kündigungsgrund sucht, falls Sie in Ungnade gefallen sind.

Ob Sie auch an alles gedacht haben, können Sie anhand unserer CHECKLISTE überprüfen.

Checkliste: Lebenslauf in Frankreich

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Ganz anders in Frankreich: Hier sollte der Lebenslauf eine Seite nicht übersteigen. Ausnahmen werden höchstens für Managerpositionen mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung geduldet. Das Foto müssen Sie nicht anfügen. Eingeschickt wird lediglich ein Résumé zusammen mit einem Anschreiben, genannt lettre de motivation.

  • Der französische Lebenslauf beginnt zudem in der Regel mit „Objectif“ oder „Compétences“, also einer kurzen Zusammenfassung der persönlichen Stärken und Karriereziele. Die sind hierzulande enorm wichtig.
  • Trotzdem erwartet der französische Personaler eine vollständige Auflistung aller vorherigen Positionen, anders als etwa im englischsprachigen Raum, wo irrelevante Positionen ausgespart werden können.
  • Wichtig ist, beim Lebenslauf kurz und sachlich zu bleiben: Sie können eine Position leicht in zwei bis drei Zeilen abhandeln. Wer mehr ins Detail gehen will, tut das im Anschreiben und hebt dort die Kompetenzen hervor, die für die angestrebte Stelle wichtig sind. Einige Beispiele französischer CVs zur Inspiration finden Sie unter anderem hier.

Weiterführender Artikel dazu:

Checkliste: Lebenslauf in Spanien

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Der Lebenslauf in Spanien sollte – wie auch das Anschreiben – möglichst kurz bleiben. Die Faustregel dazu: nicht mehr als eine DIN-A4-Seite schreiben – und darin nur die wichtigsten Stationen und Erfahrungen auflisten.

Der Lebenslauf wird in Spanien chronologisch aufgebaut, also nicht mit der aktuellen Position zuerst. Entscheidend ist, dass er zudem alle folgenden Daten enthält:

  • Persönlichen Daten (Datos personales), dazu gehören auch:
    • Vorname, Name
    • Adresse
    • Telefonnummer
    • Geburtsdatum, Geburtsort
    • Familienstand (und Kinderzahl)
    • Ausweisnummer und DNI (nationale und steuerliche Identifikationsnummer)
  • Berufsziel
  • Beruflichen Erfahrungen (Experienca)
  • Ausbildung (Estudios – oder Formación)
  • Praktische Erfahrungen (Experiencia laboral)
  • Sprachkenntnisse (Idiomas)
  • Computerkenntnisse (Informática)

Die letzten beiden (Sprach- und Computerkenntnisse) sollten unbedingt genannt werden, ebenso das entsprechende Niveau (sehr gut (muy bien), gut (bien) oder mittelmäßig (regular)). Auf die Angabe von Hobbys kann dagegen verzichtet werden.

Die absolvierten Ausbildungsschritte spielen in Spanien keine große Rolle, die praktischen Erfahrungen sind hier wesentlich wichtiger, sodass die Ausbildung auf das Wesentliche reduziert werden sollte.

Ob der Lebenslauf anschließend unterschrieben wird, ist eher eine Frage des beruflichen Werdegangs. Das wird unterschiedlich gehandhabt, Berufseinsteiger können sich im Gegensatz zu Fachkräften die Unterschrift in der Regel aber sparen. Das Bewerbungsfoto ist nicht zwingend, aber willkommen.

Übrigens: Der Eingang von Bewerbungsunterlagen wird in Spanien nur selten bestätigt. Auf Antworten müssen Kandidaten mitunter lange warten und sollten daher viel Geduld mitbringen.

Weiterführender Artikel dazu:

Checkliste: Lebenslauf in Großbritannien

Lebenslauf-England-Checkliste-Bewerbung-Tipps

In England heißt der Lebenslauf Curriculum Vitae – und ein Bewerbungsfoto ist dabei untypisch bis unerwünscht. Dafür legen die britischen Personaler viel mehr Wert auf die Erfahrungen der Kandidaten. Mehr noch als auf die Noten.

Bewerber sollten zudem keine Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder zur Religion machen. Darauf wird verzichtet, um eine mögliche Diskriminierung zu verhindern.

Dafür sollten sie unbedingt Referenzen angeben – mindestens zwei. Diese spielen bei der Bewerbung eine wichtige Rolle. Die Referenzgeber sollten starke Fürsprecher für Sie sein, die aussagekräftig Ihre Eignung belegen können. Vergessen Sie also nicht, vollständige Angaben zum Referenzgeber zu machen, damit dieser auch kontaktiert werden kann.

Der Lebenslauf wird im Gegensatz zu Deutschland nicht unterschrieben, auch ein Datum fehlt. Und er sollte eine DIN-A4 Seite nicht überschreiten.

Checkliste: Lebenslauf in den USA

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Der Lebenslauf in den USA wird Resume oder auch Personal Resume genannt. Er ist dem britischen Lebenslauf sehr ähnlich. Aufbau und Struktur orientieren sich an diesem Muster:

  • Personal Details

    Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, mehr müssen Sie bei diesen Punkt nicht angeben. Achten Sie bitte darauf, Ihren Namen in der ersten Zeile und die restlichen Daten darunter einzutragen und alle Umlaute auszuschreiben.

  • Summary/Personal Profile

    Dieser Punkt ist nicht zwingend notwendig, kommt jedoch gut an. Hier beschreiben Sie sich und Ihre Persönlichkeit in zwei bis drei knappen Sätzen. Schreiben Sie auf keinen Fall einen Roman, das gesamte Resume darf nur eine Seite lang sein.

  • Objective

    Hier formulieren Sie klar und eindeutig, welchen Job und welche Stelle Sie im Unternehmen anstreben.

  • Professional/Work experience

    Im Deutschen heißt dieser Punkt Werdegang. Hier geben Sie alle Stationen Ihres Arbeitslebens in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an. Firmenname, Zeitraum der Anstellung und die genau Position im Unternehmen sollten Sie hier auf jeden Fall erwähnen. Auf Erfolge sollten Sie hier ebenfalls – mit sogenannten action words – hinweisen.

  • Education

    Hier folgt Ihr Bildungsweg, ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Fort- und Weiterbildungen sollten hier – bitte mit der jeweiligen Qualifikation – ebenfalls genannt werden.

  • Skills

    Dieser Punkt umfasst in der Regel Ihre Sprachkenntnisse und Ihre Fähigkeiten im IT-Bereich. Wenn Sie über weitere Fähigkeiten und Qualifikationen verfügen, die für den Job wichtig sind, können Sie diese hier in Ausnahmefällen ebenfalls eintragen.

  • Activities/Engagement

    Wie im Deutschen Lebenslauf gilt auch hier: Erwähnen Sie nur die Interessen, Ehrenämter und Hobbys, die zumindest ansatzweise für den Job relevant sein könnten.

  • References

    Einer der größten Unterschiede zum deutschen Lebenslauf: Die References setzen sich in der Regel aus zwei Personen zusammen, die über Sie und Ihren Werdegang Auskunft geben können. Gehen Sie bitte davon aus, dass diese Personen auch wirklich kontaktiert werden. Daher sollten Sie neben dem Namen auch deren Kontaktdaten – also Telefonnummer und E-Mail-Adresse – angeben. Alternative ist hier auch der Vermerk „available on request“ möglich, dieser ist jedoch nicht unbedingt vorteilhaft.

Checkliste: Lebenslauf in Kanada

Lebenslauf-Kanada-Checkliste-Bewerbung

In Kanada darf der Lebenslauf etwas länger werden, denn auch der französischsprachige Teil ist stark von den Trends im anglophonen Raum beeinflusst. Heißt: Sie können Ihre Kompetenzen im Lebenslauf mehr hervorheben.

Beliebt sind auch konkrete Zahlen und Resultate. Dies können sowohl (gute) Noten in der Ausbildung sein wie Verkaufszahlen, eine prozentuale Verbesserung der Effizienz einer Abteilung unter Ihrer Ägide und Ähnliches.

Zudem können Sie mit sogenannten Aktionsverben (zum Beispiel erhöhen, organisieren, umsetzen…) Ihren Lebenslauf hervorheben – dazu gibt es online nützliche Tools.

Wichtig ist auch, dass in vielen Ländern im Gegensatz zu Deutschland wenige persönliche Angaben gemacht werden – auch aus Sorge vor Diskriminierung.

Weiterführender Artikel dazu:

[Bildnachweis: Neomaster by Shutterstock.com]

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4. Juni 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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