Arbeitszeugnis

Das „einfache Arbeitszeugnis“ dokumentiert die Dauer, Art der Beschäftigung und Tätigkeiten eines Arbeitnehmers. Beim „qualifizierten Arbeitszeugnis“ kommen noch die Beurteilung der Leistungen und Erfolge sowie eine Bewertung des Sozialverhaltens des Angestellten hinzu. Es hat daher bei Personalentscheidern den höheren Stellenwert. Ein „sehr gutes“ Arbeitszeugnis kann Ihnen einen erheblichen Vorteil bei der Bewerbung verschaffen. Allerdings verstecken sich Noten und Beurteilung oft hinter wohlklingenden Formulierungen und Geheimcodes, die das Gegenteil bedeuten.

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei Aufbau, Inhalt und Zeugnissprache achten sollten, welche Rechte und Ansprüche Sie beim Arbeitszeugnis haben, und wir klären Sie über wichtige Vorschriften und Formalia auf, die beim Zeugnis zwingend eingehalten werden müssen…

Arbeitszeugnis

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Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Sobald das Beschäftigungsverhältnis endet, steht Arbeitnehmern laut §630 BGB beziehungsweise §109 der Gewerbeordnung (GewO) ein schriftliches Arbeitszeugnis zu. Der gesetzliche Arbeitszeugnis Anspruch ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Er bedeutet auch, dass Sie alle bisherigen beruflichen Stationen theoretisch mit einem Zeugnis belegen können müssen. Viele Arbeitgeber erwarten das bei der Bewerbung. Fehlt ein Arbeitszeugnis, wirft das Zweifel an der Eignung oder Ehrlichkeit eines Kandidaten auf. Dem Arbeitszeugnis kommt daher ähnliche Bedeutung zu wie dem Lebenslauf in der Bewerbung oder dem Bewerbungsschreiben. Alle drei Dokumente zusammen bilden den Kern vollständiger Bewerbungsunterlagen.

Arbeitszeugnis Frist: Wann verjährt der Anspruch?

Wer seinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis wahrnehmen will, sollte damit nicht zu lange warten: Drei Jahre nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses verfällt dieser.

Arbeitszeugnis Wunsch: Wie bitte ich darum?

Der gesetzliche Anspruch auf ein Arbeitszeugnis besteht nur für das „einfache Zeugnis“. Für das „qualifizierte Arbeitszeugnis“ gilt hingegen eine Holschuld. Heißt: Sie müssen aktiv darum bitten. Das können (und sollten) Sie schriftlich tun. Idealerweise mit einem zeitlichem Vorlauf von drei bis vier Wochen, bevor das Arbeitsverhältnis endet. Für die Zeugnis-Anfrage reicht ein einfacher Zweizeiler. Die Formulierung dazu könnte zum Beispiel so lauten:


Sehr geehrter Herr ____________,

hiermit bitte ich höflich um Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses für meine Beschäftigung vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ.

Mit freundlichen Grüßen
UNTERSCHRIFT


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Arbeitszeugnis: Aufbau & Formalia

Zahlreiche Arbeitnehmer dürfen heute ihr selber schreiben. Ein Vertrauensbeweis, sicher. Andererseits laufen so auch viele Gefahr – aus Unwissenheit – formelle Fehler zu machen oder sich gar selbst ein schlechtes Arbeitszeugnis auszustellen. Daher sollten Sie bei Aufbau und Inhalt wichtige Regeln beachten und einhalten.

Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses

  • Überschrift („Arbeitszeugnis“)
  • Stammdaten (Vorname, Name, Beschäftigungsart & Dauer)
  • Aufgabenfelder, Tätigkeitsbeschreibung
  • Besondere Aufgaben und Erfolge
  • Leistungsbewertung
  • Beurteilung von Sozialverhalten
  • Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Austrittsgrund)
  • Schlussformel & Zukunftswünsche
  • Ort, Datum, Unterschrift

Arbeitszeugnis Länge

Insgesamt sollte das Arbeitszeugnis nicht mehr als zwei, maximal drei Seiten umfassen. Zu viel Text und Seiten wecken den Verdacht, die Lobhudelei und das Arbeitszeugnis sei selbst geschrieben.

Formelle Anforderungen an das Arbeitszeugnis

Auch formal muss das Zeugnis einigen rechtlichen Ansprüchen genügen. Auf die folgenden Punkte haben Arbeitnehmer ein Recht und dürfen diese auch einfordern:

  • Ausdruck
    Das Arbeitszeugnis muss schriftlich und ausgedruckt auf Papier ausgestellt werden. Es darf also nicht per E-Mail versendet, mit Bleistift oder mit der Hand geschrieben werden. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen sauberen Ausdruck auf Firmenpapier. Flecken oder verknittertes Papier muss keiner hinnehmen.
  • Individualität
    Als Arbeitnehmer haben Sie ein Recht darauf, ein individuelles Zeugnis zu erhalten. Können Sie nachweisen, dass das Zeugnis von einer Standard-Vorlage abgeschrieben wurde, können Sie ein neues verlangen.
  • Personalien
    Das Arbeitszeugnis muss korrekte Personenangaben (Vorname, Name, Geburtsdatum), den genauen Tätigkeitszeitraum sowie die Art und Dauer der Beschäftigung sowie alle ausgeführten Tätigkeiten enthalten. Urlaub und krankheitsbedingte Fehlzeiten werden dagegen nicht erwähnt. Bei Führungskräften kommt noch die sogenannte „Positions- und Aufgabenbeschreibung“ hinzu. Ebenso sollte eine Leistungssteigerung erkennbar sein. Das muss keine Beförderung sein. Eine faktisch nachprüfbare Verbesserung des Unternehmenserfolgs ist oft wichtiger.
  • Kündigungsgrund
    Der Grund für das Ausscheiden des Mitarbeiters (also zum Beispiel dessen Kündigung) darf nur mit dessen ausdrücklicher Zustimmung im Arbeitszeugnis stehen. Dasselbe gilt für krankheitsbedingte Fehltage: Auch die dürfen nicht angegeben werden.
  • Schlusssatz
    Dieser ist optional. Der Arbeitgeber kann dem Mitarbeiter darin zum Abschied „danken“, dessen Ausscheiden „bedauern“ und ihm Erfolg „wünschen“ – er muss es aber nicht. Das Fehlen der sogenannten Schlussformel wird aber häufig negativ ausgelegt.
  • Unterschrift
    Das Arbeitszeugnis muss vom bisherigen Personalverantwortlichen unterschrieben werden. Bei Vorständen vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates; bei Geschäftsführern vom Gesellschafter oder dessen Vertreter; bei Mitarbeitern von deren Vorgesetzten oder dem Personalchef.
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Arbeitszeugnis Inhalt: Geheimcodes & Noten

Jedes Arbeitszeugnis muss zwei Bedingungen zwingend erfüllen: Es muss „wahr“ sein („Wahrheitspflicht“). Und es muss „wohlwollend“ formuliert werden („Wohlwollenspflicht“). Laut § 109 Absatz 2 GewO muss das Arbeitszeugnis „klar und verständlich“ formuliert sein. Formulierungen, die den Zweck haben, eine andere Aussage als die aus dem Wortlaut ersichtliche zu treffen, ebenso offene Kritik durch den Chef sind danach unzulässig. Theoretisch. Tatsächlich hat dieser gesetzliche Anspruch unlängst dazu geführt, dass sich in Arbeitszeugnissen sogenannte Geheimcodes etabliert haben. Effekt: Die Rüge wird nun hinter einem schönen Wortkleid versteckt.

Solche Geheimcodes in der Zeugnissprache sind nicht gleichbedeutend mit einer Note. Sie beschreiben vielmehr (negative) Arbeits- oder Verhaltensweisen des Arbeitnehmers. Damit Sie wissen, was man Ihnen nachsagt, haben wir einen umfassenden Code-Knacker zusammen- und als Download für Sie bereitgestellt.

Arbeitszeugnis Formulierungen: 200 Codes entschlüsselt

Arbeitszeugnis Formulierungen: 200 Codes entschlüsseltDie wichtigsten negativen Botschaften und Geheimcodes im Arbeitszeugnis – und was sie wirklich bedeuten. Hier kostenlos herunterladen:

➠ Leistungsbeurteilung
➠ Verhaltensbeurteilung
➠ Schlussformel

Download Geheimcodes im Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis Noten: Sehr gut oder mangelhaft?

Neben solchen Geheimcodes haben sich in der Zeugnissprache auch andere Chiffre durchgesetzt. Vor allem die Bewertung der Arbeitsleistung wird fast durchweg in speziellen Formeln und Formulierungen verschlüsselt. Die folgenden Formulierungen entsprechen klassischen Schulnoten:

Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben…

  • …stets zur vollsten Zufriedenheit. – Sehr gut (1)
  • …zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit. – Gut (2)
  • …zur vollen Zufriedenheit. – Befriedigend (3)
  • …zur Zufriedenheit. – Ausreichend (4)
  • …im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit. – Mangelhaft (5)
  • Er/Sie hat sich bemüht. – Ungenügend (6)

Über solche Formulierungen und Noten wird regelmäßig vor dem Arbeitsgericht gestritten. Leider ist das oft der einzige Weg, wenn Sie mit dem Arbeitszeugnis nicht einverstanden sind und der Chef kein besseres ausstellen will.

Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten

Die Leistungsbeurteilung und Bewertung des Sozialverhaltens sind der wesentliche Unterschied zwischen dem einfachen und qualifizierten Arbeitszeugnis. Sie haben üblicherweise folgende Inhalte:

  • Arbeitsbefähigung (Fachwissen)
  • Arbeitsbereitschaft (Engagement)
  • Arbeitsweise
  • Arbeitserfolg
  • Sozialverhalten
  • Führungsleistung

Hier ein paar Beispiele für konkrete Formulierungen im Arbeitszeugnis:

Arbeitsbefähigung (Fachwissen)

  • Er/Sie meisterte neue Arbeitsaufgaben stets souverän und konnte dank seines/ihres profunden Fachwissens jederzeit voll überzeugen. (sehr gut)
  • Neue Arbeitssituationen bewältigte er/sie stets zur vollen Zufriedenheit. (gut)
  • Seine/Ihre Arbeitsaufgaben bewältigte er/sie erfolgreich und konnte durch Fachkenntnisse überzeugen (befriedigend)
  • Dank seiner/ihrer Fachkenntnisse konnte sich Herr/Frau __________ neuen Arbeitssituationen jederzeit anpassen. (ausreichend)
  • Neuen Arbeitssituationen konnte er/sie sich größtenteils problemlos anpassen und entsprach damit den Anforderungen der Position. (mangelhaft)

Arbeitsbereitschaft (Engagement)

  • Er/Sie war in höchstem Maße motiviert und zeigte stets außerordentliche Eigeninitiative und großes Engagement. (sehr gut)
  • Er/Sie bewies stets großes Interesse und Eigeninitiative sowie eine vorbildliche Arbeitseinstellung und Motivation. (gut)
  • Er/Sie zeigte große Initiative und viel Engagement bei der Arbeit. (befriedigend)
  • Er/Sie erledigte seine/ihre Aufgaben motiviert, gewissenhaft und mit viel Fleiß. (ausreichend)
  • Er/Sie war ingesamt motiviert bei der Arbeit und zeigte nach Anleitung Fleiß. (mangelhaft)

Arbeitsweise

  • Die Aufgaben wurden von ihm/ihr selbständig und stets mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit umgesetzt. (sehr gut)
  • Herr/Frau __________ überzeugte durch hohe Sorgfalt, Selbstständigkeit und große Präzision. (gut)
  • Er/Sie erledigte seine Aufgaben stets sorgfältig und zufriedenstellend. (befriedigend)
  • Er/Sie erledigte seine Arbeit mit Sorgfalt und Genauigkeit. (ausreichend)
  • Bei der Erledigung seiner/ihrer angetragenen Aufgaben war Herr/Frau __________ stets um Sorgfalt und Genauigkeit bemüht. (mangelhaft)

Arbeitserfolg

  • Er/Sie zeigte stets herausragende Arbeitsergebnisse und überzeugte durch bemerkenswerte Motivation sowie überdurchschnittliche Zielerreichung. (sehr gut)
  • Herr/Frau __________ erzielte bei der Arbeit stets beste Ergebnisse und gute Qualität. (gut)
  • Seine/Ihre Arbeitsergebnisse und Qualität lagen über dem Durchschnitt. (befriedigend)
  • Die erreichten Ergebnisse und die Arbeitsqualität entsprachen den kommunizierten Erwartungen. (ausreichend)
  • Im Großen und Ganzen entsprachen die Arbeitsergebnisse unseren Erwartungen und waren angemessen. (mangelhaft)

Sozialverhalten

  • Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war Herr/Frau __________ jederzeit vorbildlich, freundlich und überzeugte durch sein professionelles Auftreten. (sehr gut)
  • Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich und freundlich. (gut)
  • Der Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war professionell. (befriedigend)
  • Sein/Ihr Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten war stets freundlich. (ausreichend)
  • Sein/Ihr Verhalten gegenüber Kollegen war insgesamt angemessen. (mangelhaft)

TIPP: Achten Sie bei der Bewertung des Sozialverhaltens auf die richtige Reihenfolge. Hierbei wird in der Regel der Umgang mit drei Personengruppen erwähnt:

  • Vorgesetzte (intern)
  • Kollegen (intern)
  • Kunden & Geschäftspartner (extern)

Das ist auch die korrekte Reihenfolge der Erwähnung. Wird das Sozialverhalten gegenüber Vorgesetzten erst an zweiter Stelle erwähnt (oder wird ganz weggelassen), gilt das als versteckter Hinweis für Insubordination.

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Arbeitszeugnis Vorlage: Muster für ein sehr gutes Zeugnis

Falls Sie Ihr Arbeitszeugnis selber schreiben sollen (was nicht selten vorkommt) oder Ihr Zeugnis mit einem anderen vergleichen wollen: Im Folgenden finden Sie ein Musterzeugnis (im doppelten Wortsinn), das durchweg der Note „sehr gut“ entspricht. Nur bei den Soft Skills gab es eine 2. Aber das macht es vielleicht glaubwürdiger. Sie können die Arbeitszeugnis-Vorlage – wenn Sie möchten – auch direkt hier online im Browser editieren, umformulieren und anschließend kopieren, um sie zum Beispiel auszudrucken. Dazu einfach auf den blauen Kasten klicken.

Ansonsten können Sie sich das Arbeitszeugnis-Muster – wie gewohnt – auch HIER kostenlos als PDF herunterladen.

Arbeitszeugnis

Herr _______________, geboren am TT.MM.JJJJ in Köln, ist vom 1. April JJJJ bis zum 30. Mai JJJJ in unserem Unternehmen als _______________ tätig gewesen.

Herr _______________ verfügt über ein äußerst profundes Fachwissen, welches er stets effektiv und erfolgreich in der Praxis einsetzte. Dieses Fachwissen konnte er ohne Einschränkungen an seine Mitarbeiter weitergeben.

Gerne bestätigen wir ihm eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Sachkompetenz. Durch sein herausragendes unternehmerisches und strategisches Denken und Handeln erwarb er sich den höchsten Respekt der Geschäftsführung und seiner Mitarbeiter. Zum Nutzen des Unternehmens erweiterte und aktualisierte er immer mit großem Gewinn seine umfassenden Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungen. Aufgrund seiner präzisen Analysefähigkeiten und seiner sehr schnellen Auffassungsgabe fand er hervorragende Lösungen, die er konsequent und erfolgreich in die Praxis umsetzte.

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer präzise Urteilsfähigkeit.

Herr _______________ ist eine überdurchschnittlich engagierte Führungskraft, die ihre Aufgaben jederzeit mit voller Einsatzbereitschaft erfolgreich erfüllte. Auch in Stresssituationen erzielte er sehr gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war auch stärkstem Arbeitsanfall immer gewachsen. Stets arbeitete Herr Mustermann äußerst umsichtig, sehr gewissenhaft und genau.

Vertrauenswürdigkeit und absolute Zuverlässigkeit zeichneten seinen Arbeitsstil jederzeit aus. Selbst für schwierigste Problemstellungen fand und realisierte er sehr effektive Lösungen und kam immer zu ausgezeichneten Arbeitsergebnissen. Im Laufe seiner Unternehmenszugehörigkeit hat er unter anderem viele wichtige Projekte mit sehr großem Erfolg geleitet.

Durch sein überaus systematisches Vorgehen und seinen sehr kooperativen Führungsstil konnte er seine Projekte stets mit äußerster Zuverlässigkeit sowie zeitplan- und budgetgerecht abschließen. Seine Mitarbeiter motivierte und überzeugte er durch einen kooperativen Führungsstil.

Herr _______________ war als Vorgesetzter jederzeit voll anerkannt, wobei sein Team unsere hohen Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern oftmals sogar übertraf. Als Führungskraft bewies uns Herr _______________ stets seine gute Integrationsfähigkeit. Er verstand es jederzeit, alle Mitarbeiter seines Teams entsprechend ihrer Persönlichkeit und Kompetenz bei der Entscheidungsfindung einzubeziehen und konnte so ein sehr gutes Arbeitsklima in seinem Team schaffen.

Herr _______________ hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Mit allen Ansprechpartnern kam Herr _______________ sehr gut zurecht und begegnete ihnen immer mit seiner freundlichen, offenen und zuvorkommenden Art. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Externen war jederzeit vorbildlich.

Wir bedanken uns für die stets sehr gute langjährige Mitarbeit und bedauern Herrn _______________ Ausscheiden sehr. Wir wünschen diesem vorbildlichen Kollegen beruflich und persönlich alles Gute, viel Erfolg.

Ort, Datum
UNTERSCHRIFT


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Schlechtes Arbeitszeugnis: Wie kann ich mich wehren?

Falls Ihr Arbeitszeugnis die oben genannten Kriterien nicht erfüllt, können Arbeitnehmer umgehend Nachbesserung oder Austausch verlangen. Konkret: Ist Ihr Zeugnis unvollständig oder fehlerhaft, können Sie das Testat zurückweisen und ein neues Exemplar verlangen. Missverständliche oder widersprüchliche Formulierungen sowie Rechtschreibfehler müssen Sie im Zeugnis nicht akzeptieren. All das können Sie anfechten. Damit sollten Sie allerdings nicht lange warten: Der Anspruch auf Korrekturen am Arbeitszeugnis verfällt nach maximal 15 Monaten.

Arbeitsrecht: Was Gerichte entschieden haben

Vor Gericht wird regelmäßig über den Inhalt und die Form von Arbeitszeugnissen gestritten. Dazu gibt es inzwischen einige einschlägige Urteile, die Sie kennen sollten:

  • Arbeitszeugnisse müssen mindestens „befriedigend“ sein.
    Schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen, die Beweislast für ein „gutes“ beziehungsweise „sehr gutes“ Zeugnis liegt indes beim Arbeitnehmer (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Hintergrund war ein Rechtsstreit beim Arbeitsgericht Berlin, wonach mittlerweile 86,6 Prozent der erteilten Zeugnisse „gut“ oder besser seien. Die Arbeitnehmerin verlangte daraufhin ein mindestens gutes Zeugnis – im Revisionsverfahren jedoch ohne Erfolg.
  • Selbstverständliches gehört nicht ins Arbeitszeugnis.
    Zeugnisse müssen wohlwollend sein. Wer aber Selbstverständlichkeiten betont (zum Beispiel den sicheren Umgang mit Word im Sekretariat), sorgt subtil für einen schlechten Eindruck, Motto: „Mehr war nicht.“ Auch andere Formulierung kassierten die Richter des Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 9 Ta 325/10): „Die Zusammenarbeit mit Mandanten und Vorgesetzten war einwandfrei“. Die besonders positive Betonung des Umgangs mit Mandanten und Vorgesetzten erwecke den Eindruck mangelnder Teamfähigkeit.
  • Negativ-Auskünfte sind unzulässig.
    Im konkreten Fall stand im Arbeitszeugnis: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Das aber sieht so aus, als sei der Arbeitnehmer schlechter gewesen als im Arbeitszeugnis steht. Das Arbeitsgericht Herford ließ die Formulierung streichen (Az.: 2 Ca 1502/08).
  • Die Elternzeit darf im Arbeitszeugnis erwähnt werden.
    Das urteilte das LAG Köln (Az.: 4 Sa 114/12). Darin liege keine Benachteiligung, da erhebliche Ausfallzeiten eines Arbeitnehmers im Zeugnis dokumentiert werden dürfen. Handelt es sich um eine schnelle und dynamische Branche (zum Beispiel die IT-Branche), ist das Interesse eines potenziellen Arbeitgebers an bisherigen Fehlzeiten groß. Er muss wissen, ob die Berufserfahrung und das Wissen des Bewerbers auf dem neuesten Stand sind.

Arbeitszeugnis Recht: Wie setze ich den Anspruch auf Korrektur durch?

Wer mit seinem Arbeitszeugnis nicht einverstanden ist, hat drei Optionen:

  • Direkte Ansprache
    Den Chef direkt anzusprechen, ist der beste Weg. Gerade Arbeitgeber von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind nicht unbedingt geübt in den Formulierungen. Ein schlechtes Zeugnis muss nicht mutwillig negativ ausfallen. Die Bitte um Korrektur kann oft das Problem beseitigen.
  • Schriftlicher Widerspruch
    Lässt die Korrektur auf sich warten oder zeigt sich ein Arbeitgeber uneinsichtig, sollten Sie einen schriftlichen Widerspruch formulieren. Darin führen Sie exakt die Passagen des Arbeitszeugnisses auf, die Sie beanstanden und schlagen idealerweise Alternativformulierungen vor.
  • Gerichtliche Klage
    Erfolgt trotz der schriftlichen Aufforderung keine Korrektur, haben Sie das Recht, drei Wochen nach Erhalt des Arbeitszeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einzureichen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen, solange das Zeugnis nicht schlechter als Durchschnittsnote 3 ausfällt.

Arbeitszeugnis schreiben: Bitte nie aufbessern!

Das Arbeitszeugnis ist eine Urkunde. Wer sie manipuliert oder frisiert, begeht Urkundenfälschung und die rechtfertigt auch Jahre nach der Einstellung nicht nur eine fristlose Kündigung, sondern auch eine Anzeige.


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Arbeitszeugnis für Manager: Die wichtigsten Unterschiede

Zeugnisse für Manager unterscheiden sich von denen einfacher Angestellter teils enorm. Viele Worte, viel Lobhudelei und viele Arbeitszeugnis-Seiten deuten beispielsweise auf ein eher negatives Zeugnis hin. In das Arbeitszeugnis von Geschäftsführern oder hochrangigen Führungskräften gehören vor allem drei Komponenten:

  1. Die Einschätzung der strategischen und unternehmerischen Kompetenz. Fehlt sie, legt das den Verdacht nahe, der Manager war weder ein wichtiger Impulsgeber noch sonderlich innovativ.
  2. Die Beschreibung seines Führungsverhaltens. Vor allem substanzielle Aussagen zum Verhältnis zu den Kollegen im Vorstand und den Mitarbeitern sollten im Zeugnis enthalten sein. Andernfalls kann das auf eingeschränkte Sozialkompetenz und Führungskompetenzen hindeuten.
  3. Eine nachvollziehbare Begründung für die berufliche Veränderung. Das kann ein Wechsel der Eigentümerstrukturen sein oder ein freiwilliges Ausscheiden wegen neuer Herausforderungen. Auch geteilte Ansichten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens sind okay. Alles ohne Begründung aber klingt nach: „Wir mussten die Lusche leider feuern.“

Wie solche (positiven) Formulierungen in Manager-Zeugnissen klingen können? Zum Beispiel so:

  • „Es ist mir ein besonderes Anliegen, Frau ___________ für ihr umsichtiges und zielorientiertes Handeln Dank und Anerkennung auszusprechen. Die ARBEIT AG verliert mit der Beendigung ihrer Tätigkeit eine Persönlichkeit, die sich stets durch Kompetenz, Dynamik und einen sicheren Sinn für das Machbare auszeichnete. Ihre fachliche und seine soziale Kompetenz waren bei der Entwicklung des neuen Geschäftsbereichs ___________ ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Als Führungskraft war sie stets vorbildlich. Selbst nach den durchgeführten Personalreduzierungen…“
  • „…haben seine Leistungen jederzeit und in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden. Herr ___________ förderte aktiv die Zusammenarbeit, sein Verhalten gegenüber Kollegen und Mitarbeitern war stets motivieren und vorbildlich. Herr ___________ verstand die Mitarbeiter zu überzeugen, zu motivieren und zu Höchstleistungen zu führen. Er informierte die Mitarbeiter vollständig und zeitgerecht, förderte deren Weiterbildung und delegierte Aufgaben und Verantwortung effektiv und ergebnisorientiert. Er befähigte sein Team, optimale Lösungen selbstständig nach klarer, durchdachter Planung sehr erfolgreich zu erreichen.“
  • „Frau ___________ ist eine dynamische Fach- und Führungspersönlichkeit mit Unternehmergeist, die ihre Aufgaben mit großem persönlichem Einsatz ziel- und ergebnisgerecht leitet und durch vielfältige Initiativen weiterentwickelt. Frau ___________ hat die mit ihrer jeweiligen Position verbundenen Gestaltungsräume zu unserem Besten kreativ und verantwortungsbewusst genutzt. Sie versteht es, Impulse zu geben und neue Wege zu gehen. Frau ___________ verfügt über die Fähigkeit, aufgeschlossen, kontaktfreudig und situationsgerecht schnell Zugang zu finden. Besonders zu erwähnen ist, dass Frau ___________ eine vorbildliche Führungskraft mit Verantwortungsbewusstsein und steter Einsatzbereitschaft ist. Sie setzt sich durch, kann die Mitarbeiter für ihre Ziele begeistern und zu stets optimalen Ergebnissen führen.“

Verräterisches Zeugnis: Was steht NICHT drin?

Gerade bei Führungskräften, Top-Managern und Geschäftsführern gilt: Das, was im Zeugnis fehlt, ist oft bedeutsamer und im Zweifel schädlicher als das, was drinsteht. So richten Headhunter ihr Augenmerk gerne auf scheinbare Nebensächlichkeiten wie die Frage, ob das Arbeitszeugnis auf dem offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde oder etwa auf dem privaten Briefpapier des Aufsichtsratsvorsitzenden. Letzteres ist ein gutes Indiz für ein besonders glaubwürdiges Zeugnis.

Dasselbe gilt für die dargestellten Leistungen: Finden sich im Zeugnis ausschließlich nüchterne, neutrale Floskeln oder bemüht sich der Aussteller um ein paar persönliche Worte, in denen er die Zusammenarbeit ausdrücklich wertschätzt, sich für Referenzanfragen zur Verfügung stellt? Dann ist das gut. Fehlen sie, ist das ein Indiz für eine schlechte Beurteilung. Generell gilt: Je weniger Persönliches im Arbeitszeugnis steht, desto schlechter wirkt es (siehe Video).

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Zeugnisarten: Einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Tatsächlich gibt es nicht nur EIN Arbeitszeugnis, sondern drei. Arbeitsrechtler und Personaler unterscheiden zwischen diesen Arbeitszeugnisformen:

Einfaches Arbeitszeugnis

Das einfache Arbeitszeugnis ist die einfachste Form des Arbeitszeugnisses. Wie eingangs erwähnt, enthält es ausschließlich sachliche und objektiv nachprüfbare Fakten: Was hat der Arbeitnehmer von wann bis wann gemacht? Wurde die Aufgabe erfüllt? Welche Aufgaben übernahm er noch? Das einfache Arbeitszeugnis ist selten länger als eine DIN A4 Seite und hat unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Vorteile

+ Leistungsbeurteilung fehlt
+ Arbeitgeberkonflikte bleiben unsichtbar
+ Für Aushilfsjobs geeignet

Nachteile

– Wenig Aussagekraft
– Geringer Stellenwert bei Bewerbung
– Weckt Misstrauen bei längerer Beschäftigung

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Im Gegensatz zum „einfachen“ enthält das qualifizierte Arbeitszeugnis die schon ausführlich geschilderte Bewertung und Beurteilung der Leistungen und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers. Dazu zählen neben wichtigen Soft Skills auch das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden. In der Reihenfolge. Wegen seiner hohen Aussagekraft bildet es neben Anschreiben und Lebenslauf eine wesentliche Eintrittskarte zum neuen Job. Es kann zwischen einer und zwei DIN A4 Seiten umfassen.

Vorteile

+ Hoher Stellenwert bei Personalern
+ Umfangreiche Bewertung
+ Kann Bewerbungschancen steigern

Nachteile

– Enthält Geheimcodes
– Was fehlt, ist oft wichtiger
– Muss aktiv beantragt werden

Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis wird nicht am Ende, sondern noch während des Beschäftigungsverhältnisses ausgestellt. Häufige Gründe dafür: interner Jobwechsel oder Beförderung, der Wechsel des Vorgesetzten, eine Betriebsübernahme oder weil Sie ein wichtiges Projekt abgeschlossen haben. Es existiert als einfaches oder qualifiziertes Zwischenzeugnis und kann bis zu zwei DIN A4 Seiten umfassen. Es wird immer im Präsens verfasst (weil das Beschäftigungsverhältnis noch andauert). Leistung und Verhalten werden darin zudem oft besser bewertet, um den Mitarbeiter zu motivieren und die Zusammenarbeit zu fördern. Doppelter Vorteil: Spätere Zeugnisse dürfen dann nur noch aus triftigen Gründen von der Beurteilung im Zwischenzeugnis abweichen (sogenannte „Bindungswirkung“).

Vorteile

+ Bindungswirkung der Benotung
+ Kann Mitarbeiter motivieren
+ Ermöglicht diskrete Bewerbung

Nachteile

– Kein rechtlicher Anspruch
– Muss beantragt werden
– Weckt Misstrauen für Jobwechsel

Alternativen zum Arbeitszeugnis

Die Kritik am Arbeitszeugnis nimmt seit Jahren zu. Hauptpunkte sind, dass kaum noch individuelle Arbeitszeugnisse erstellt würden. Stattdessen erhielten Arbeitnehmer meist dasselbe Standard-Arbeitszeugnis, bei dem lediglich der Name und die Dauer der Beschäftigung angepasst werden. Zudem würden die immer gleichen Floskeln und Geheimcodes verwendet. Viele Arbeitszeugnisse bestünden aus Schablonentexten, denen der relevante und aussagekräftige Inhalt fehlt. Deshalb gibt es zum klassischen Arbeitszeugnis immer mehr Alternativen. Diese müssen zudem weniger gesetzliche Auflagen erfüllen und können daher mehr Aussagekraft besitzen. Allerdings sind nicht davon bei Personalern gleichermaßen anerkannt. Das sind die wichtigsten Alternativen zum Arbeitszeugnis:

Tätigkeitsbeschreibung

Um aus der Masse der immer gleichen Textbausteine hervorzustechen, kann es hilfreich sein, den Schwerpunkt auf die individuelle Tätigkeit zu legen. Lassen Sie sich eine sogenannte ausführliche Arbeits- und Tätigkeitsbeschreibung erstellen, die auf Ihre persönlichen Schwerpunkte ausgerichtet ist. Im Vergleich zu den Standardtexten im Arbeitszeugnis ist die Tätigkeitsbeschreibung viel aussagekräftiger. Sie gibt nicht nur einen Einblick in Ihre Aufgabenbereiche, sondern schärft Ihr Profil, indem sie verdeutlicht, wo Ihre Stärken liegen. Für eine überzeugende Tätigkeitsbeschreibung sollte der Fokus auf den von Ihnen durchgeführten oder betreuten Projekten liegen. So kann ein zukünftiger Arbeitgeber sehen, welche Leistungen und Erfolge Sie bereits erbracht und realisiert haben und wie Sie bei Ihrer Arbeit vorgehen.

Mitarbeiterbeurteilung

Insbesondere Führungskräfte können eine Mitarbeiterbeurteilung als Zeugnisersatz mit ins Vorstellungsgespräch nehmen oder als Anhang von Bewerbungen verschicken. Sie erbringen so den Nachweis, dass das Führungsverhalten in der Befragung zum Beispiel weit überdurchschnittlich ausfiel. Ein ähnliches Resultat können andere Bewertungen oder Rückmeldungen aus Assessment Centern oder 360-Grad-Feedbacks erzielen. Auch ohne Führungsverantwortung können Sie für Ihre Bewerbung eine Mitarbeiterbeurteilung nutzen, sofern Sie damit zufrieden sind. Vorsicht jedoch, wenn einige Unterlagen Firmengeheimnisse beinhalten oder der Geheimhaltung unterliegen. Im Zweifel sollten Sie beim Arbeitgeber nachfragen.

Referenzen und Empfehlungsschreiben

Referenzen sind gerade im englischsprachigen Ausland Standard. Referenzen können Sie sich auch in Deutschland geben lassen – zusätzlich zum offiziellen Zeugnis. Besonders große Aussagekraft haben sie von jemandem, der Sie wirklich beurteilen kann. Das kann Ihr direkter Vorgesetzte oder ein langjähriger Kunde sein, der von Ihnen betreut wurde. Es kann aber beispielsweise auch ein Mentor oder ein Kollege sein. Überlegen Sie sich, wessen Empfehlung einen zukünftigen Arbeitgeber beeindrucken und überzeugen könnte. Außerdem sollte das Empfehlungsschreiben eine Kontaktmöglichkeit enthalten, damit der Personaler sich notfalls selbst von der Referenz überzeugen kann.

Testimonials

Der Begriff „Testimonial“ kommt aus der Werbersprache und bezeichnet ursprünglich die Zustimmung oder das Lob für ein Produkt. Bekannt sind Testimonials zum Beispiel in Form von lobenden Zitaten auf Buchrücken oder als zufriedene Kundenstimmen auf Webseiten. Sie selbst können solche Testimonials ebenso als Arbeitszeugnis-Alternative nutzen. Geeignet sind diese Kundenstimmen vor allem für Selbstständige oder Freelancer, die wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis wechseln wollen und daher kein Arbeitszeugnis aus der bisherigen Tätigkeit besitzen. In dem Fall können Sie sich von Ihren bisherigen Kunden und Klienten die Qualifikationen glaubwürdig bestätigen lassen. Positive Zitate mit vollem Namen (!) wirken wie eine Referenz. Mehr noch, wenn sie von einem wichtigen Namen der Branche stammen.

Überdies gibt es noch weitere Zeugnisarten, zu denen Sie jeweils weiterführende Informationen in den verlinkten Artikeln finden:

Häufig gestellte Fragen zum Arbeitszeugnis

Was darf nicht im Zeugnis stehen?

Wegen der Wahrheits- und Vollständigkeitspflicht dürfen keine wichtigen Tätigkeiten ausgelassen oder falsch dargestellt werden. Zudem darf das Arbeitszeugnis keine Krankheitsauskünfte erteilen oder nicht bestandene Prüfungen erwähnen. Auch der Kündigungsgrund beziehungsweise Beendigungsgrund der Beschäftigung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Arbeitnehmers im Arbeitszeugnis stehen. Informationen (auch unterschwellige) über Parteimitgliedschaft oder Gewerkschafts-Engagement sind im Arbeitszeugnis generell unzulässig.

Wer muss das Arbeitszeugnis unterschreiben?

Auch wenn Sie Ihr Arbeitszeugnis selber schreiben – die Unterschrift muss immer noch von einem dazu berechtigten stammen. Dies ist entweder der bisherige Vorgesetzte, der Personalleiter oder Geschäftsführer beziehungsweise Vorstand oder Aufsichtsrat. Erstellt werden kann es hingegen von der Personalabteilung, von einem Dienstleister oder vom Mitarbeiter selbst. Erst Unterschrift und Firmenstempel machen daraus eine Urkunde.

Wie lange muss ich auf das Arbeitszeugnis warten?

Leider existiert keine rechtliche Regelung darüber, wie schnell das Arbeitszeugnis ausgestellt werden muss. Arbeitsrechtler sprechen nur von einer „angemessenen“ Ausstellungszeit. Wenn Sie also schon aus dem Unternehmen ausgeschieden sind und noch immer kein Zeugnis bekommen haben, dürfen Sie Druck machen. Bitte immer schriftlich, um dies später nachweisen zu können.

Muss ich das Arbeitszeugnis persönlich abholen?

Im Zweifel, ja. Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, das Arbeitszeugnis per Post zu schicken. Nur wenn die Reisekosten für das Abholen des Zeugnisses für den Empfänger unzumutbar wären, muss es verschickt werden. Ansonsten kann man Sie auffordern, das Arbeitszeugnis persönlich abzuholen.

Kann ich das Arbeitszeugnis in der Bewerbung weglassen?

Manche Bewerber kommen auf die Idee kommen, ein schlechtes Arbeitszeugnis bei der Bewerbung einfach wegzulassen. Keine gute Idee! Ein fehlendes Zeugnis deuten Personaler regelmäßig als Indiz dafür, dass der Kandidat etwas verbergen will – und fragen spätestens im Vorstellungsgespräch danach. Der Bluff fliegt also nur später auf. Besser ist, mögliche Differenzen und vergangene Fehler proaktiv und konstruktiv anzusprechen, Motto: Was ist daraus gelernt habe; was ich heute besser mache… Sie beweisen so Lernwillen und Lernfähigkeit – eine gute Voraussetzung für persönliches Wachstum.

Unterschätzen Sie nie die Bedeutung eines solchen Dokuments. Ein sehr gutes, „qualifiziertes“ Arbeitszeugnis bildet – zusammen mit einem aussagekräftigen Lebenslauf und einem clever formulierten Anschreiben – die Basis einer erfolgreichen Jobsuche und erhöht die Bewerbungschancen deutlich.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

16. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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