Arbeitszeugnis: Vorlage, Beispiele, Noten & Anspruch

Das Arbeitszeugnis hat bei der Bewerbung einen hohen Stellenwert. Es dokumentiert Dauer und Art bisheriger Beschäftigungen und bewertet Leistungen, Erfolge sowie Sozialverhalten des Arbeitnehmers. Ein „sehr gutes“ Arbeitszeugnis bringt bei der Jobsuche enorme Vorteile. Allerdings verstecken sich hinter wohlklingenden Formulierungen oft schlechte Noten und negative Geheimcodes. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei Aufbau, Inhalt und Zeugnissprache achten sollten und welche Rechte und Ansprüche Sie beim Arbeitszeugnis haben…

Arbeitszeugnis: Vorlage, Beispiele, Noten & Anspruch

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Übersicht: Die 10 wichtigsten Fragen zum Arbeitszeugnis

Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Sobald das Beschäftigungsverhältnis endet, haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis (§630 BGB, §109 GewO). Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, ein Zeugnis auszustellen. Der Arbeitszeugnis Anspruch verjährt allerdings drei Jahre nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Das Abschlusszeugnis muss klar und verständlich sowie „wahr“ und „wohlwollend“ formuliert sein. Während das Beschäftigungsverhältnis besteht, können Arbeitnehmer um ein Zwischenzeugnis bitten. Darauf gibt es aber keinen gesetzlichen Anspruch. Der Arbeitgeber kann sich sogar weigern, ein Zwischenzeugnis auszustellen.

Wann kann ich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen?

Arbeitnehmer haben bereits nach 6 Wochen Beschäftigungsdauer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Das hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden. Das qualifizierte Arbeitszeugnis enthält neben den sachlichen Fakten (Tätigkeitsbeschreibung, Aufgaben) zusätzlich eine Beurteilung der Leistungen und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers. Arbeitnehmer sollten im Falle einer Kündigung immer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen. Es muss aber aktiv beantragt werden. Ansonsten müssen Arbeitgeber nur ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen.

Was muss ich beim Zwischenzeugnis beachten?

Das Zwischenzeugnis wird immer im Präsens formuliert, weil das Beschäftigungsverhältnis noch besteht. Zur Motivation werden die Leistungen darin oft besser bewertet als im Abschlusszeugnis. Gut so! Das Zwischenzeugnis besitzt Bindungswirkung. Wechselt danach der Chef oder der Mitarbeiter die Abteilung, können neue Vorgesetzte nicht so leicht von der ersten Bewertung abweichen. Dafür benötigen sie triftige Gründe. Andernfalls können Arbeitnehmer die neue Beurteilung anfechten. Arbeitnehmer sollten alle zwei Jahre um ein Zwischenzeugnis bitten, unbedingt bevor sie in Elternzeit gehen oder ein Sabbatical nehmen.

Wann bekommt man das Zeugnis nach Kündigung?

Der Arbeitgeber muss das schriftliche Zeugnis bis spätestens zum Ablauf der Kündigungsfrist ausstellen. Es ist empfehlenswert, zusammen mit der Eigenkündigung ein qualifiziertes Zeugnis zu verlangen und dabei eine Frist von 3 Wochen zu setzen. Wird die Frist nicht eingehalten, sollten Arbeitnehmer schriftlich und mit Frist von 2 Wochen neu dazu auffordern. Passiert auch danach nichts, sollten sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten und per Zeugnisklage ihre Ansprüche geltend zu machen. Unter Umständen können Arbeitnehmer sogar auf Schadenersatz klagen, wenn sie wegen fehlendem Zeugnis keinen Job bekommen haben.

Welche formalen Anforderungen muss das Zeugnis erfüllen?

Arbeitnehmer haben das Recht auf ein individuelles Zeugnis. Können Sie nachweisen, dass das Zeugnis von einer Vorlage stammt, können Sie ein neues verlangen. Das Arbeitszeugnis muss zudem schriftlich ausgestellt werden. Arbeitnehmer haben Anspruch auf fehlerfreien, knitterfreien, sauberen Ausdruck auf Firmenpapier. Außerdem muss das Zeugnis vom bisherigen Personalverantwortlichen unterschrieben werden. Bei Managern und Vorständen vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates; bei Geschäftsführern vom Gesellschafter oder dessen Vertreter; bei Mitarbeitern von deren Vorgesetzten oder dem Personalchef.

Was muss in einem guten Arbeitszeugnis stehen?

Ein formal korrektes Arbeitszeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten (einfaches Zeugnis). Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer verlangen, dass im Zeugnis die Leistungen und sein Sozialverhalten bewertet werden (qualifiziertes Zeugnis). Freiwillig ist dagegen die sogenannte Schlussformel. Sie enthält den Trennungsgrund, Dank und Bedauern über das Ausscheiden sowie positive Zukunftswünsche. Fehlt die Schlussformel gilt das als Negativ-Zeichen. Auch sollte das Arbeitszeugnis nicht mehr als zwei, maximal drei DIN A4 Seiten umfassen. Zu viele Seiten wecken den Verdacht, das Zeugnis sei pure Lobhudelei und selbst geschrieben.

Woran erkenne ich ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Viele Formulierungen im Arbeitszeugnis klingen besser, als sie gemeint sind. Anzeichen für ein schlechtes Zeugnis sind zweideutige Ausdrücke, Betonung von Selbstverständlichkeiten oder das Weglassen von wichtigen Beurteilungen oder Tätigkeiten. Die Zeugnissprache enthält überdies codierte Schulnoten: Note 1: jederzeit, immer, stets zur vollsten Zufriedenheit. Note 2: zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit. Note 3: zur vollen Zufriedenheit. Note 4: zur Zufriedenheit. Note 5: im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit. Note 6: Er/Sie hat sich bemüht. Ein Arbeitszeugnis muss mindestens „befriedigend“ sein. Schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen (BAG, 9 AZR 584/13).

Was darf nicht im Zeugnis stehen?

Generell verboten sind im Arbeitszeugnis Aussagen über Krankheiten, Schwangerschaft, Elternzeit, Gehalt, Nebentätigkeiten (außer bei Verstoß) oder Straftaten (ohne Arbeitsbezug). Auch (versteckte) Hinweise auf Gewerkschaftstätigkeit, Betriebsratsmitgliedschaft oder Parteizugehörigkeit sind im Arbeitszeugnis verboten. Der Kündigungs- oder Trennungsgrund darf ebenfalls nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Arbeitnehmers im Arbeitszeugnis stehen. Das gilt auch für Angaben zu nicht bestandenen Prüfungen (z.B. beim Ausbildungszeugnis).

Was kann ich bei einem schlechten Arbeitszeugnis tun?

Wer mit seinem Arbeitszeugnis unzufrieden ist, sollte zunächst das direkte Gespräch mit dem Chef suchen und um Korrektur bitten. Zeigt sich der Arbeitgeber uneinsichtig, sollten Sie einen schriftlichen Widerspruch formulieren. Darin führen Sie alle Passagen auf, die Sie beanstanden und schlagen Alternativformulierungen vor. Erfolgt dennoch keine Korrektur, können Sie innerhalb von drei Wochen nach Erhalt des Zeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einreichen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen, solange das Zeugnis nicht schlechter als Durchschnittsnote 3 ausfällt. Der Anspruch auf Korrekturen am Arbeitszeugnis verfällt nach maximal 15 Monaten.

Was bringt ein Arbeitszeugnis?

Als Referenz in der Bewerbung genießt das Arbeitszeugnis bei Personalern hohen Stellenwert. Es gilt als „objektive“ Bewertung der bisherigen Leistungen, Erfolge sowie Sozialverhalten des Arbeitnehmers durch einen Dritten. Das qualifizierte Feedback ist nicht zuletzt Ausdruck der persönlichen Wertschätzung des ehemaligen Arbeitgebers. Überdies dokumentiert es die Dauer und Art bisheriger Beschäftigungen. Damit bestätigt es die Angaben im Lebenslauf. Ein „sehr gutes“ Arbeitszeugnis hat bei der Jobsuche enorme Vorteile.

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Arbeitszeugnis: Aufbau und Inhalt

Obwohl es eine Rechtsgrundlage und Arbeitszeugnis Pflicht gibt, dürfen viele Arbeitnehmer ihr Arbeitszeugnis selber schreiben. Ein Vertrauensbeweis, sicher. Andererseits laufen dadurch viele Gefahr – aus Unwissenheit – formelle Fehler zu machen oder sich selbst ein schlechtes Arbeitszeugnis auszustellen. Daher sollten Sie bei Aufbau und Inhalt wichtige formale Regeln beachten.

Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses

  1. Briefkopf Arbeitgeber (oder Firmenpapier)
  2. Überschrift („Arbeitszeugnis“)
  3. Stammdaten Arbeitnehmer (Name, Geburt, Beschäftigungsart & -dauer)
  4. Tätigkeitsbeschreibung (Aufgaben, Erfolge)
  5. Leistungsbewertung (Einsatz, Kompetenz, Arbeitsweise)
  6. Sozialverhalten (Vorgesetzte, Kollegen, Kunden)
  7. Austrittsgrund
  8. Schlussformel & Zukunftswünsche
  9. Ort, Datum & Unterschrift

Ein optimales Arbeitszeugnis sollte nicht mehr als zwei, maximal drei DIN A4 Seiten umfassen. Zu viel Text und Seiten wecken den Verdacht, das Zeugnis sei pure Lobhudelei und selbst geschrieben.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis oder einfaches Arbeitszeugnis?

Das einfache Arbeitszeugnis ist kürzer als das qualifizierte. Hier fehlen die Bewertungen von Leistung und Sozialverhalten. Das einfache Arbeitszeugnis ist nur dann ratsam, wenn Sie kein gutes Zeugnis erhalten. In dem Fall kaschiert der knappe Inhalt die unbefriedigenden Leistungen.

Grundsätzlich sollten Arbeitnehmer IMMER ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen. Es ist aussagekräftiger und wird von Personalern bei der Bewerbung erwartet.

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Arbeitszeugnis Vorlage „sehr gut“: Muster

Falls Sie Ihr Arbeitszeugnis selber schreiben oder es mit anderen vergleichen wollen: Hier finden Sie ein Arbeitszeugnis Muster mit der Note „sehr gut“. Nur bei den Soft Skills gab es die Note 2 („gut“). Das macht das Zeugnis glaubwürdiger.

Sie können das Arbeitszeugnis Beispiel gleich hier online im Browser editieren, anschließend kopieren und auszudrucken. Dazu einfach auf den Kasten klicken. Oder Sie laden sich das Arbeitszeugnis Muster HIER kostenlos als PDF herunter.

Arbeitszeugnis

Herr _____, geboren am TT.MM.JJJJ in Köln, ist vom 1. April JJJJ bis zum 30. Mai JJJJ in unserem Unternehmen als _____ tätig gewesen.

Herr _____ verfügt über ein äußerst profundes Fachwissen, welches er stets effektiv und erfolgreich in der Praxis einsetzte. Dieses Fachwissen konnte er ohne Einschränkungen an seine Mitarbeiter weitergeben.

Gerne bestätigen wir ihm eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Sachkompetenz. Durch sein herausragendes unternehmerisches und strategisches Denken und Handeln erwarb er sich den höchsten Respekt der Geschäftsführung und seiner Mitarbeiter. Zum Nutzen des Unternehmens erweiterte und aktualisierte er immer mit großem Gewinn seine umfassenden Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungen. Aufgrund seiner präzisen Analysefähigkeiten und seiner sehr schnellen Auffassungsgabe fand er hervorragende Lösungen, die er konsequent und erfolgreich in die Praxis umsetzte.

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer präzise Urteilsfähigkeit.

Herr _____ ist eine überdurchschnittlich engagierte Führungskraft, die ihre Aufgaben jederzeit mit voller Einsatzbereitschaft erfolgreich erfüllte. Auch in Stresssituationen erzielte er sehr gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war auch stärkstem Arbeitsanfall immer gewachsen. Stets arbeitete Herr Mustermann äußerst umsichtig, sehr gewissenhaft und genau.

Vertrauenswürdigkeit und absolute Zuverlässigkeit zeichneten seinen Arbeitsstil jederzeit aus. Selbst für schwierigste Problemstellungen fand und realisierte er sehr effektive Lösungen und kam immer zu ausgezeichneten Arbeitsergebnissen. Im Laufe seiner Unternehmenszugehörigkeit hat er unter anderem viele wichtige Projekte mit sehr großem Erfolg geleitet.

Durch sein überaus systematisches Vorgehen und seinen sehr kooperativen Führungsstil konnte er seine Projekte stets mit äußerster Zuverlässigkeit sowie zeitplan- und budgetgerecht abschließen. Seine Mitarbeiter motivierte und überzeugte er durch einen kooperativen Führungsstil.

Herr _____ war als Vorgesetzter jederzeit voll anerkannt, wobei sein Team unsere hohen Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern oftmals sogar übertraf. Als Führungskraft bewies uns Herr _____ stets seine gute Integrationsfähigkeit. Er verstand es jederzeit, alle Mitarbeiter seines Teams entsprechend ihrer Persönlichkeit und Kompetenz bei der Entscheidungsfindung einzubeziehen und konnte so ein sehr gutes Arbeitsklima in seinem Team schaffen.

Herr _____ hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Mit allen Ansprechpartnern kam Herr _____ sehr gut zurecht und begegnete ihnen immer mit seiner freundlichen, offenen und zuvorkommenden Art. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit vorbildlich und tadellos.

Herr _____ verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedanken uns für die stets sehr gute, langjährige Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen diesem vorbildlichen Kollegen beruflich und persönlich weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Ort, Datum
UNTERSCHRIFT


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Arbeitszeugnis anfordern: Wie bitte ich darum?

Der Arbeitszeugnis Anspruch besteht nur für das „einfache Zeugnis“. Bedeutet: Für das „qualifizierte Arbeitszeugnis“ gilt eine Holschuld. Sie müssen aktiv darum bitten. Das können (und sollten) Sie schriftlich tun. Idealerweise mit einem Vorlauf von drei bis vier Wochen, bevor das Arbeitsverhältnis endet. Für die Anfrage reicht ein einfacher Zweizeiler. Beispiel Formulierung:

Sehr geehrter Herr _____, hiermit bitte ich höflich um Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses für meine Beschäftigung vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ.

Mit freundlichen Grüßen
Max Muster

Arbeitszeugnis Geheimcode und Formulierungen

Jedes Arbeitszeugnis muss zwei Bedingungen erfüllen: Es muss „wahr“ sein („Wahrheitspflicht“). Und es muss „wohlwollend“ formuliert werden („Wohlwollenspflicht“). Laut § 109 Absatz 2 GewO ist offene Kritik unzulässig. Effekt: Personaler verschleiern Ihre Bewertung in sogenannten Zeugniscodes. Einer Art Geheimsprache. Die Geheimcodes sind NICHT gleichbedeutend mit einer Note. Sie beschreiben vielmehr (negative) Arbeits- oder Verhaltensweisen des Arbeitnehmers.

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Beurteilung von Leistung und Sozialverhalten

Die subjektive Leistungsbeurteilung und Bewertung des Sozialverhaltens sind wesentlich für den Gesamteindruck des qualifizierten Arbeitszeugnisses. Achten Sie darauf, dass diese Angaben vollständig sind. Das Fehlen wichtiger Inhalte gilt als verstecktes Signal für eine sonst mangelhafte Beurteilung. Aufgebaut wird die Leistungsbewertung in der Regel nach diesem Muster:

  • Arbeitsbereitschaft (Wollen)
  • Arbeitsbefähigung (Können)
  • Bewertung der Fachkompetenz
  • Beurteilung der Arbeitsweise
  • Nennung spezieller Fähigkeiten und Kenntnisse
  • Bewertung der Führungsleistung

Je individueller die Arbeitszeugnis Formulierungen in diesem Abschnitt, desto besser die Bewertung. Typische Phrasen sollten Sie nicht akzeptieren. Hier ein paar Beispiele für unterschiedliche Formulierungen im Arbeitszeugnis.

Arbeitsbefähigung (Fachwissen)

  • Sehr gut
    „Er/Sie meisterte neue Arbeitsaufgaben stets souverän und konnte dank seines/ihres profunden Fachwissens jederzeit voll überzeugen.“
  • Gut
    „Neue Arbeitssituationen bewältigte er/sie stets zur vollen Zufriedenheit.“
  • Befriedigend
    „Seine/Ihre Arbeitsaufgaben bewältigte er/sie erfolgreich und konnte durch Fachkenntnisse überzeugen.“
  • Ausreichend
    „Dank seiner/ihrer Fachkenntnisse konnte sich Herr/Frau _____ neuen Arbeitssituationen jederzeit anpassen.“
  • Mangelhaft
    „Neuen Arbeitssituationen konnte er/sie sich größtenteils problemlos anpassen und entsprach damit den Anforderungen der Position.“

Arbeitsbereitschaft (Engagement)

  • Sehr gut
    „Er/Sie war in höchstem Maße motiviert und zeigte stets außerordentliche Eigeninitiative und großes Engagement.“
  • Gut
    „Er/Sie bewies stets großes Interesse und Eigeninitiative sowie eine vorbildliche Arbeitseinstellung und Motivation.“
  • Befriedigend
    „Er/Sie zeigte große Initiative und viel Engagement bei der Arbeit.“
  • Ausreichend
    „Er/Sie erledigte seine/ihre Aufgaben motiviert, gewissenhaft und mit viel Fleiß.“
  • Mangelhaft
    „Er/Sie war ingesamt motiviert bei der Arbeit und zeigte nach Anleitung Fleiß.“

Arbeitsweise

  • Sehr gut
    „Die Aufgaben wurden von ihm/ihr selbständig und stets mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit umgesetzt.“
  • Gut
    „Herr/Frau _____ überzeugte durch hohe Sorgfalt, Selbstständigkeit und große Präzision.“
  • Befriedigend
    „Er/Sie erledigte seine Aufgaben stets sorgfältig und zufriedenstellend.“
  • Ausreichend
    „Er/Sie erledigte seine Arbeit mit Sorgfalt und Genauigkeit.“
  • Mangelhaft
    „Bei der Erledigung seiner/ihrer angetragenen Aufgaben war Herr/Frau _____ stets um Sorgfalt und Genauigkeit bemüht.“

Arbeitserfolg

  • Sehr gut
    „Er/Sie zeigte stets herausragende Arbeitsergebnisse und überzeugte durch bemerkenswerte Motivation sowie überdurchschnittliche Zielerreichung.“
  • Gut
    „Herr/Frau _____ erzielte bei der Arbeit stets beste Ergebnisse und gute Qualität.“
  • Befriedigend
    „Seine/Ihre Arbeitsergebnisse und Qualität lagen über dem Durchschnitt.“
  • Ausreichend
    „Die erreichten Ergebnisse und die Arbeitsqualität entsprachen den kommunizierten Erwartungen.“
  • Mangelhaft
    „Im Großen und Ganzen entsprachen die Arbeitsergebnisse unseren Erwartungen und waren angemessen.“

Sozialverhalten

  • Sehr gut
    „Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war Herr/Frau _____ jederzeit vorbildlich, freundlich und überzeugte durch sein professionelles Auftreten.“
  • Gut
    „Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich und freundlich.“
  • Befriedigend
    „Der Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war professionell.“
  • Ausreichend
    „Sein/Ihr Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten war stets freundlich.“
  • Mangelhaft
    „Sein/Ihr Verhalten gegenüber Kollegen war insgesamt angemessen.“

TIPP: Achten Sie bei der Bewertung des Sozialverhaltens auf die richtige Reihenfolge im Umgang mit Vorgesetzten (intern), Kollegen (intern) sowie Kunden & Geschäftspartnern (extern). Das ist auch die korrekte Reihenfolge. Wird das Sozialverhalten gegenüber Vorgesetzten erst an zweiter Stelle erwähnt (oder fehlt ganz), gilt das als versteckter Hinweis für Insubordination.

Arbeitszeugnis Noten: Sehr gut oder mangelhaft?

Neben den Geheimcodes in den Formulierungen haben sich in der Zeugnissprache auch verschlüsselte Noten durchgesetzt. Diese klassischen Schulnoten lassen sich an einem typischen Aufbau-Schema erkennen. Achten Sie dabei vor allem auf Begriffe, wie „sehr, stets, vollsten“.

Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben…

  • Note 1 (sehr gut):
    „…stets zur vollsten Zufriedenheit.“
  • Note 2 (gut):
    „…zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit.“
  • Note 2-3 (voll-befriedigend):
    „…zur vollen Zufriedenheit.“
  • Note 3 (befriedigend):
    „…stets zur Zufriedenheit.“
  • Note 4 (ausreichend):
    „…zur Zufriedenheit.“
  • Note 5 (mangelhaft):
    „…im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.“
  • Note 6 (ungenügend):
    „…Er/Sie hat sich bemüht.“

Verräterisches Zeugnis: Was steht NICHT drin?

Achten Sie nicht nur auf die Noten und Geheimsprache in den Arbeitszeugnis Formulierungen. Ebenso wichtig ist, was NICHT im Zeugnis steht. Das gilt besonders für Führungskräfte und Geschäftsführer. Werden etwa nur Nebensächlichkeiten betont, zeigt das an, dass die Arbeitsleistung in der Hauptsache schlecht war.

Vor allem das Fehlen der Schlussformel hat großen Einfluss auf die Gesamtwirkung. Denn die Schlussformel ist freiwillig. Einen gesetzlichen Anspruch darauf haben Arbeitnehmer nicht. Das macht die Formulierungen darin aber enorm aussagekräftig und wertvoll.

Arbeitszeugnis Schlussformel: Worauf achten?

Der Aufbau der Abschlussformel gliedert sich in vier Teile. Achten Sie darauf, dass alle enthalten sind und Sie positiv bewerten:

  1. Trennungsgrund
    Wer hat die Kündigung oder das Ende des Arbeitsverhältnisses veranlasst? „Auf eigenen Wunsch“ bedeutet Eigenkündigung. „Im gegenseitigem Einverständnis“ – Kündigung.
  2. Dank
    Das Unternehmen sollte sich für die Zusammenarbeit und Leistungen bedanken. Fehlt der Dank, wird das negativ ausgelegt.
  3. Bedauern
    Einen guten Arbeitnehmer lassen Unternehmen nur ungern gehen und sagen das in der Abschlussformel. Fehlt das Bedauern, scheint der Mitarbeiter nicht überzeugt zu haben.
  4. Zukunftswünsche
    Zum Schluss wird dem Mitarbeiter meist alles Gute gewünscht. Vorsicht: Wünscht man Ihnen „Gesundheit und Erfolg“ bedeutet das, dass Sie beides nicht hatten.

Arbeitszeugnis für Manager: Wichtige Unterschiede

Zeugnisse für Manager unterscheiden sich von denen einfacher Angestellter teils enorm. In das Arbeitszeugnis von Geschäftsführern oder hochrangigen Führungskräften gehören vor allem drei Komponenten:

  1. Die Einschätzung der strategischen und unternehmerischen Kompetenz. Fehlt sie, legt das den Verdacht nahe, der Manager war weder ein wichtiger Impulsgeber noch sonderlich innovativ.
  2. Die Beschreibung seines Führungsverhaltens. Vor allem substanzielle Aussagen zum Verhältnis zu den Kollegen im Vorstand und den Mitarbeitern sollten im Zeugnis enthalten sein. Andernfalls kann das auf eingeschränkte Sozialkompetenz und Führungskompetenzen hindeuten.
  3. Eine nachvollziehbare Begründung für die berufliche Veränderung. Das kann ein Wechsel der Eigentümerstrukturen sein oder ein freiwilliges Ausscheiden wegen neuer Herausforderungen. Auch geteilte Ansichten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens sind okay. Alles ohne Begründung aber klingt nach: „Wir mussten die Lusche leider feuern.“

Schlechtes Arbeitszeugnis: Wie kann ich mich wehren?

Falls das Arbeitszeugnis schlecht ausfällt oder (formale) Fehler enthält, können Arbeitnehmer umgehend Nachbesserung oder Austausch verlangen. Missverständliche oder widersprüchliche Formulierungen sowie Rechtschreibfehler müssen Sie im Zeugnis nicht akzeptieren. All das können Sie anfechten. Damit sollten Sie allerdings nicht zu lange warten: Der Anspruch auf Korrekturen am Arbeitszeugnis verfällt nach maximal 15 Monaten.

Arbeitszeugnis prüfen lassen: Wie setze eine Korrektur durch?

Wer mit seinem Arbeitszeugnis nicht einverstanden ist, hat drei Optionen:

  1. Direkte Ansprache
    Den Chef direkt anzusprechen, ist der beste Weg. Ein schlechtes Zeugnis muss nicht mutwillig negativ sein. Die Bitte um Korrektur kann oft schon das Problem beseitigen.
  2. Schriftlicher Widerspruch
    Lässt die Korrektur auf sich warten oder zeigt sich der Arbeitgeber uneinsichtig, sollten Sie einen schriftlichen Widerspruch formulieren. Darin führen Sie alle Passagen auf, die Sie beanstanden und schlagen Alternativformulierungen vor.
  3. Gerichtliche Klage
    Erfolgt trotz der schriftlichen Aufforderung keine Korrektur, haben Sie das Recht, drei Wochen nach Erhalt des Arbeitszeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einzureichen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen, solange das Zeugnis nicht schlechter als Durchschnittsnote 3 ausfällt.

TIPP: Falls Sie ein Zwischenzeugnis haben, hilft das bei der Begründung und Beweisführung für eine bessere Note. Wegen seiner sogenannten „Bindungswirkung“ dürfen spätere Endzeugnisse nur aus triftigen Gründen von der Beurteilung im Zwischenzeugnis abweichen.

Kosten einer Zeugnisklage: In erster Instanz vor dem Arbeits­gericht tragen beide Parteien die Anwalts­kosten selbst. Diese richten sich nach dem Streit­wert – meist ein Brutto­monats­lohn. Für die Klage­vertretung kann sich ein Fachanwalt für Arbeitsrecht lohnen. Der prüft vor dem Rechts­streit das Zeugnis auf inhaltliche und formale Fehler und kann Änderungs­wünsche oft besser durch­zusetzen. Wer vorhat zu kündigen, sollte vorher über eine Rechts­schutz­versicherung nachdenken. Fehlen die Mittel dafür, können Sie bei Gericht Beratungs- oder Prozess­kosten­hilfe beantragen.

Weitere Fragen und Antworten zum Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis Frist: Wann verjährt der Anspruch?

Wer seinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis wahrnehmen will, sollte damit nicht zu lange warten: Drei Jahre nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses verfällt dieser. Der Anspruch ist aber ein zweischneidiges Schwert. Personaler erwarten das Zeugnis bei der Bewerbung. Es besitzt einen ähnlichen Stellenwert wie der Lebenslauf oder das Bewerbungsschreiben. Alle drei Dokumente zusammen bilden den Kern vollständiger Bewerbungsunterlagen. Fehlt das Arbeitszeugnis, wirft das Zweifel an der Eignung oder Ehrlichkeit eines Kandidaten auf.

Muss ich das Arbeitszeugnis persönlich abholen?

Im Zweifel, ja. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis per Post zu schicken (Landes­arbeits­gericht Berlin-Brandenburg, Az. 10 TA 31/13). Nur wenn die Reisekosten für das Abholen unzumutbar wären, muss es verschickt werden. Ansonsten kann man Arbeitnehmer auffordern, das Arbeitszeugnis persönlich abzuholen.

Kann ich das Arbeitszeugnis in der Bewerbung weglassen?

Können Sie – sollten Sie aber nicht. Ein fehlendes Zeugnis in den Anlagen deuten Personaler regelmäßig als Indiz dafür, dass der Bewerber etwas verbergen will. Spätestens im Vorstellungsgespräch fragen sie nach. Der Bluff fliegt also nur später auf. Besser ist, mögliche Differenzen und Fehler proaktiv und konstruktiv anzusprechen. Motto: „Was ich heute besser mache…“ Sie beweisen so Lernwillen und Lernfähigkeit. Das erhöht die Bewerbungschancen.

Darf das Arbeitszeugnis verändert werden?

Bloß nicht! Unterschrift und Firmenstempel machen daraus eine Urkunde. Achtung: Wer diese Urkunde manipuliert oder frisiert, begeht Urkundenfälschung. Die rechtfertigt auch Jahre nach der Einstellung eine fristlose Kündigung und eine zivilrechtliche Anzeige. Urkundenfälschung kann mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer saftigen Geldstrafe bestraft werden. Und falls Sie den Job nur wegen des gefälschten Zeug­nisses bekommen haben, kann der Arbeitgeber sogar verlangen, bisherigen Arbeits­lohn zurück­zahlen (Landes­arbeits­gericht Köln, Az. 11 Sa 1511/99).

3 weitere Zeugnisarten und 4 Alternativen

Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis wird während des Beschäftigungsverhältnisses ausgestellt. Häufige Gründe: interne Jobwechsel, Beförderung, Wechsel des Vorgesetzten oder Betriebsübernahme. Im Gegensatz zum Arbeitszeugnis besteht aber kein Anspruch auf ein Zwischenzeugnis.

Es existiert als einfaches oder qualifiziertes Zwischenzeugnis und kann bis zu zwei DIN A4 Seiten umfassen. Es wird immer im Präsens verfasst, weil das Beschäftigungsverhältnis noch andauert. Leistung und Verhalten werden darin oft besser bewertet, um den Mitarbeiter zu motivieren und die Zusammenarbeit zu fördern.

Praktikumszeugnis

Praktikanten sind Arbeitnehmer. Entsprechend haben auch sie Anspruch auf ein Praktikumszeugnis. Wie beim Arbeitszeugnis gibt es auch hier eine einfache und qualifizierte Variante. Beide unterscheiden sich nicht in Aufbau und Inhalt vom klassischen Zeugnis. Da das Praktikumszeugnis gerade Berufseinsteigern bei der Bewerbung hilft, sollten sie immer eines verlangen.

Als Alternative dient die sogenannte Praktikumsbescheinigung. Sie beinhaltet Angaben zu Art und Dauer des Praktikums, aber keine Informationen über die Aufgaben und Leistungen des Praktikanten.

Ausbildungszeugnis

Bei Ende der Ausbildung erhalten Azubis ein Ausbildungszeugnis. Aufbau und Inhalt unterscheiden sich nicht von dem eines Arbeitszeugnisses. Zudem besteht nach §16 BBiG ebenfalls ein Anspruch darauf. Das Ausbildungszeugnis enthält neben allen wichtigen Stammdaten, Aufgaben und Tätigkeiten eine Leistungsbeurteilung sowie den „Prüfungsvermerk“ mit der Note der Abschlussprüfung. Oft vermerkt der auszubildende Betrieb darin, ob der Auszubildende übernommen wurde – oder den Beendigungsgrund.

Arbeitszeugnis Alternativen

Die Kritik am Arbeitszeugnis nimmt seit Jahren zu. Deshalb gibt es zum Arbeitszeugnis Alternativen. Diese müssen oft weniger gesetzliche Auflagen erfüllen, werden von Personalern aber nicht gleichermaßen anerkannt.

  1. Tätigkeitsbeschreibung
    Die sogenannte ausführliche Arbeits- und Tätigkeitsbeschreibung ist häufig aussagekräftiger als ein Arbeitszeugnis. Sie gibt einen Einblick in alle Aufgabenbereiche und Projekte, schärft das Profil und nennt persönliche Stärken. So kann ein zukünftiger Arbeitgeber sehen, welche Leistungen und Erfolge Sie realisiert haben und wie Sie bei Ihrer Arbeit vorgehen.
  2. Referenzen und Empfehlungsschreiben
    Wer im Guten geht, kann ehemalige Vorgesetzte oder Mentoren um Referenzen oder ein Empfehlungsschreiben bitten. Überlegen Sie, was einen zukünftigen Arbeitgeber überzeugen könnte. Das Empfehlungsschreiben sollte überdies Kontaktmöglichkeiten enthalten, damit der Personaler sich von der Referenz überzeugen kann.
  3. Mitarbeiterbeurteilung
    Führungskräfte können eine Mitarbeiterbeurteilung als Zeugnisersatz ins Vorstellungsgespräch mitnehmen oder als Anlage zur Bewerbungen verschicken. Es dient als Nachweis eines tadellosen Führungsverhaltens. Alternativ funktionieren auch Bewertungen aus Assessment Centern oder 360-Grad-Feedbacks.
  4. Testimonials
    Selbstständige oder Freelancer, die zurück in die Festanstellung wechseln, besitzen kein Arbeitszeugnis aus bisheriger Tätigkeit. Sie können branchenrelevante Kunden und Klienten um ein Testimonial bitten. Das sind lobenden Zitate zu Arbeitsweise oder Qualifikationen. Alternativ können Sie auch auf die Bewertungen und Referenzen auf Linkedin verweisen.

Ihre Bewerbungsunterlagen sollten maximal 10 DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Mehr will kein Personaler beim Erstkontakt lesen. Wählen Sie daher nur die aktuellsten und für den Job relevantesten Arbeitszeugnisse aus. Weitere Dokumente können Sie nachreichen. Achten Sie umso auf Rechtschreibfehler. Schlampigkeiten und Fehler im Zeugnis wirken genauso negativ wie im Anschreiben oder Lebenslauf.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Bewertung: 4,96/5 - 7147 Bewertungen.

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