Personenbedingte Kündigung: Voraussetzungen, Gründe + Vorlage

Für die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses braucht der Arbeitgeber oftmals gute Gründe. Die personenbedingte Kündigung ist eine Möglichkeit, um einen Mitarbeiter zu entlassen, der unter den Kündigungsschutz fällt. In diesem Fall liegt der Grund für die Kündigung in der Person des Mitarbeiters. Dies ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Wir erklären, was eine personenbedingte Kündigung ist und wann diese ausgesprochen werden kann. Zusätzlich haben wir eine Vorlage, die zeigt, wie eine personenbedingte Kündigung in der Praxis aussehen kann…

Personenbedingte Kündigung: Voraussetzungen, Gründe + Vorlage

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Was ist eine personenbedingte Kündigung?

Die personenbedingte Kündigung ist ein gesetzlicher Kündigungsgrund, der dem Arbeitgeber ermöglicht, trotz geltendem Kündigungsschutz ein Arbeitsverhältnis wirksam zu beenden. Das Unternehmen muss dabei nachweisen, dass ein triftiger Grund in der Person des Arbeitnehmers vorliegt, der zur Folge hat, dass dieser seinen Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag zukünftig nicht mehr nachkommen kann. In diesem Fall kann eine personenbedingte Kündigung ausgesprochen werden und die Zusammenarbeit endet ordentlich nach Ablauf der Kündigungsfrist.

Häufigste Form der personenbedingte Kündigung ist eine sogenannte krankheitsbedingte Kündigung, wenn ein Mitarbeiter durch eine Erkrankung seine Pflichten nicht mehr erfüllen kann. Neben der verhaltensbedingten Kündigung und der betriebsbedingten Kündigung ist die personenbedingte Kündigung der dritte rechtlich wirksame Kündigungsgrund.

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Voraussetzungen und Schema für eine personenbedingte Kündigung

An eine personenbedingte Kündigung sind für die wirksame Beendigung der Zusammenarbeit einige Anforderungen geknüpft. Zunächst einmal muss tatsächlich ein Kündigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers bestehen. Dies gilt, wenn dieser aufgrund seiner Fähigkeiten oder Eigenschaften nicht mehr in der Lage ist, die vereinbarte Leistung aus seinem Arbeitsvertrag zu erbringen.

Zusätzlich müssen für eine wirksame personenbedingte Kündigung gleichzeitig vier Voraussetzungen erfüllt sein. Liegt eine nicht vor oder kann nicht glaubwürdig gemacht werden, kann vor dem Arbeitsgericht die Kündigung zurückgenommen werden.

Negative Prognose

Will ein Arbeitgeber personenbedingt kündigen, muss eine sogenannte Negativprognose gegeben sein. Das bedeutet, dass in Zukunft keine Besserung der Situation zu erwarten ist. Ein Mitarbeiter wird also voraussichtlich auch weiterhin nicht die Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen, seinen Pflichten nachzukommen.

Interessenbeeinträchtigung

Die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers müssen durch die fehlende Leistungen des Mitarbeiters tatsächlich beeinträchtigt werden. Eine solche Interessenbeeinträchtigung kann beispielsweise gegeben sein, wenn der Betriebsablauf erheblich gestört wird, weil die mangelnde Leistung nicht ausgeglichen werden kann. Aber auch wenn dem Unternehmen finanzielle Belastungen entstehen, kann dies die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen.

Keine milderen Mittel

Wie bei anderen Kündigungen sieht die Gesetzgebung auch die personenbedingte Kündigung als letzten Weg vor. Zunächst müssen vom Unternehmen also mildere Mittel geprüft werden. Gemeint ist damit vor allem die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung an einem anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder auch eine Umschulung, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Erst wenn wirklich keine Weiterbeschäftigung möglich ist, kann eine personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein.

Interessenabwägung

Zu guter Letzt muss, wenn alle drei anderen Voraussetzungen erfüllt sind, noch eine sogenannte Interessenabwägung durchgeführt werden. Dabei müssen sowohl die Interessen des Arbeitgebers als auch die des Mitarbeiters betrachtet und verglichen werden. Insbesondere muss dabei auf die Beschäftigungsdauer und auch der Verlauf des Arbeitsverhältnisses betrachtet und berücksichtigt werden. Nur wenn eine gründliche Abwägung zeigt, dass die Interessen des Arbeitgebers überwiegen, kann eine personenbedingte Kündigung erfolgen.

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Was sind personenbedingte Gründe?

Ohne weiteres können Sie also nicht von einer personenbedingten Kündigung getroffen werden und sie müssen in der Regel auch nicht befürchten, dass diese Sie überraschend und unvorbereitet trifft. Meist gibt es bereits eine längere Vorgeschichte, die erst im Endergebnis zu einer Kündigung führt.

Dennoch kommt es in der Praxis immer wieder zu Situationen, die eine personenbedingten Kündigungen nach sich ziehen. Wir haben die häufigsten Beispiele und Gründe, die hinter einer personenbedingten Kündigung stehen können, aufgelistet:

  • Längere oder wiederholte Krankheit des Mitarbeiters
  • Verlust der Berufsausübungserlaubnis – etwa der Approbation
  • Haftstrafe im Gefängnis
  • Keine Arbeitserlaubnis
  • Keine persönliche oder fachliche Eignung

Personenbedingte Kündigung wegen Schlechtleistung?

Oft wird angenommen, dass anhaltende Schlechtleistungen ein häufiger Grund für personenbedingte Kündigungen seien. Das ist jedoch ein Irrtum. Die Leistung des Mitarbeiters ist nicht an die Voraussetzungen geknüpft. Vielmehr geht es um die Eignung und Fähigkeit, den Verpflichtungen nachzukommen.

Lang anhaltende Schlechtleistungen eines Mitarbeiters, die weit unter dem Durchschnitt der anderen Kollegen liegen, wollen Arbeitgeber nicht akzeptieren. Selbst bei langfristigen Low Performern können sie aber nicht einfach personenbedingt kündigen. Hier scheitert es an der Voraussetzung der milderen Mittel.

Versetzungen auf eine andere Position, Weiterbildungen oder Umschulungen des Mitarbeiters sind weitere Möglichkeiten. Auch eine vorherige Abmahnung kann notwendig sein. Im letzten Schritt, wenn nichts geholfen hat, kann es dann auf eine personenbedingte Kündigung aufgrund von Schlechtleistungen hinaus laufen.

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Vorlage einer personenbedingten Kündigung

Neben den Voraussetzungen für eine personenbedingte Kündigung muss auch deren schriftliche Formulierung stimmen, damit diese am Ende wirksam ist. Als Mitarbeiter haben Sie übrigens drei Wochen Zeit, um Kündigungsschutzklage einzureichen und sich gegen die Kündigung zu wehren. Im Verlauf dieser Klage entscheidet ein Arbeitsgericht, ob die personenbedingte Kündigung wirksam und rechtskräftig ist.

Wie eine personenbedingte Kündigung aussehen kann, zeigt die folgende Vorlage:


Kündigung

Fantasie GmbH
Hauptstraße 1
12345 Neustadt

Max Mustermann
Bahnhofstraße 5
12345 Neustadt

Neustadt, 01.01.2021

Sehr geehrter Herr Mustermann,

hiermit kündigen wir den mit Ihnen am 01.12.2017 geschlossenen Arbeitsvertrag fristgerecht zum 31.01.2011 aus personenbedingten Gründen. Leider ist auch für die Zukunft keine Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Situation zu erwarten, durch die aktuelle Störungen im Betriebsablauf reduziert werden könnten.

Den Betriebsrat haben wir über diese Entscheidung bereits informiert und die Zustimmung erhalten.

Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute, bedanken uns für die bisherige Zusammenarbeit und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Unterschrift



Diese Vorlage für eine personenbedingte Kündigung können Sie hier kostenlos als PDF-Dokument oder Word-Datei herunterladen.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

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22. Oktober 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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