Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Das steht Ihnen zu

Der klassische Bürojob geht von Montag bis Freitag, Woche um Woche. Damit Sie sich nicht nur am Wochenende davon erholen können, besteht ein gesetzlicher Urlaubsanspruch. Der garantiert Ihnen eine Bezahlung, während Sie sich von den Strapazen Ihres Arbeitsalltags erholen und neue Energie tanken. Wie viel Urlaub steht Ihnen zu? Worauf müssen Sie im Krankheitsfalle achten? Wie wirkt sich Teilzeit bei der Berechnung aus? Gibt es einen gesetzlichen Urlaubsanspruch nach Alter? Diese Fragen klären wir hier…

Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Das steht Ihnen zu

Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Was ist das und für wen gilt er?

Die Basis des gesetzlichen Urlaubsanspruchs in Deutschland ist das Mindesturlaubsgesetz, auch Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) genannt. Darin heißt es direkt in § 1 unmissverständlich:

Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

Damit gilt das Gesetz unterschiedslos für:

  • Angestellte
  • Arbeiter
  • Auszubildende
  • Heimarbeiter
  • Praktikanten (bei freiwilligem Praktikum)
  • Teilzeitbeschäftigte
  • Trainees
  • Volontäre
  • arbeitnehmerähnliche Personen (wie Selbständige und freie Mitarbeiter, sofern sie von dem Unternehmen wirtschaftlich abhängig sind)

Wie sich der gesetzliche Urlaubsanspruch im Einzelnen gestaltet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Das BUrlG regelt nämlich lediglich den Mindestanspruch. Demnach haben Sie einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen bei einer sechstägigen Arbeitswoche.

Werktage heißt alle Tage außer Sonn- und Feiertagen. Das Gesetz trat am 1. Januar 1963 in Kraft, damals ging man von sechs Werktagen aus. Später wurde anteilig umgerechnet, da die meisten Arbeitnehmer die Arbeit nun auf fünf Werktage verteilt haben. Der gesetzliche Urlaubsanspruch bei einer fünftägigen Arbeitswoche beträgt entsprechend 20 Urlaubstage.

Wenn Ihr Arbeitsvertrag allerdings anderes vorsieht, ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen wurde, kann Ihr Urlaubsanspruch davon abweichen und höher liegen.

Zusätzliche Regelungen für Behinderte und Ausnahmefälle

gesetzlicher Urlaubsanspruch Sonderregelung behinderte Arbeitnehmer SonderurlaubNeben den Bestimmungen im BUrlG gibt es diverse Sonderregelungen, die in anderen Gesetzbüchern festgehalten sind.

Eine Sonderregelung sieht Zusatzurlaub in Form von fünf zusätzliche Urlaubstagen für behinderte Arbeitnehmer vor, hier ist der gesetzliche Urlaubsanspruch nach dem Sozialgesetzbuch IX (§ 125) geregelt.

Für Schwerbehinderte in Teilzeitarbeit heißt dies dementsprechend mehr Tage – bei einer 3-Tage-Woche also der normale Urlaubsanspruch plus weiteren drei Tagen, bei mehreren Arbeitstagen pro Woche mehr.

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Dieser ist vom Sonderurlaub abzugrenzen, der einem Arbeitnehmer zusteht, wenn außerordentliche Ereignisse eine Abwesenheit von der Arbeit rechtfertigen. Dazu gehören beispielsweise die eigene Hochzeit, der eigene Umzug oder ein Todesfall im engsten Familienkreis.

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Urlaubsanspruch für Teilzeit berechnen

Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob Sie in Vollzeit oder Teilzeit arbeiten, denn der Urlaub bezieht sich nicht auf die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, sondern ausschließlich auf die Arbeitstage.

Sie können also 15, 20 oder 25 Stunden die Woche arbeiten und haben immer noch denselben Anspruch wie jemand mit einer 40-Stunden-Woche. Voraussetzung ist, dass diese Stunden auf entsprechend viele Arbeitstage verteilt sind.

Da man wie oben erwähnt in den sechziger Jahren noch von einer sechstägigen Arbeitswoche ausging, liegen sämtliche Berechnungen dem zugrunde. Die Anzahl der Tage beim gesetzlichen Urlaubsanspruch können Sie ganz leicht anhand der Formel ausrechnen:

Vier Wochen gesetzlicher Mindesturlaub multipliziert mit der Anzahl Ihrer wöchentlichen Arbeitstage ergibt den gesetzlichen Urlaubsanspruch bei Teilzeit.

Beispiele

  • Urlaubsanspruch bei einer 4-Tage-Woche: 4 Wo­chen * 4 Ar­beits­ta­ge = 16 Ur­laubs­ta­ge.
  • Urlaubsanspruch bei einer 3-Tage-Woche: 4 Wo­chen * 3 Ar­beits­ta­ge = 12 Ur­laubs­ta­ge.

Eine andere Formel zur Errechnung Ihres Urlaubsanspruchs bei Teilzeit sieht folgendermaßen aus:

20 Urlaubstage (pro Jahr) geteilt durch fünf Werktage, multipliziert mit der Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage, ergibt den gesetzlichen Urlaubsanspruch bei Teilzeit.

Beispiele

  • Urlaubsanspruch bei einer 4-Tage-Woche: 20 : 5 * 4 = 16 Urlaubstage
  • Urlaubsanspruch bei einer 3-Tage-Woche: 20 : 5 * 3 = 12 Urlaubstage

Die Anzahl der Urlaubstage variiert zwar – nämlich abhängig davon, wie viele Tage Sie arbeiten -, nicht jedoch die Urlaubshöhe insgesamt: In allen Fällen steht Ihnen vier Wochen Erholungsurlaub zu.

Anzahl der Tage abhängig vom Arbeitsvertrag

Urlaubsanspruch Teilzeit berechnen Urlaubsanspruch RechnerViele Arbeitsverträge sehen abweichend vom gesetzlichen Urlaubsanspruch eine höhere Anzahl an Urlaubstagen für die Arbeitnehmer vor. Eine allgemeine Formel für Ihren persönlichen Urlaubsanspruch bei Teilzeit sieht dann folgendermaßen aus:

Vereinbarte Urlaubstage (pro Jahr) geteilt durch die Anzahl der Werktage Ihres Unternehmens, multipliziert mit Ihren Arbeitstagen, ergibt Ihren individuellen Urlaubsanspruch.

Beispiele

Ein Arbeitnehmer, dem beispielsweise 25 Tage Urlaub laut Arbeitsvertrag zustehen, rechnet folgendermaßen:

  • Urlaubsanspruch bei einer 4-Tage-Woche: 25 : 5 * 4 = 20 Urlaubstage
  • Urlaubsanspruch bei einer 3-Tage-Woche: 25 : 5 * 3 = 15 Urlaubstage

In manchen Fällen können sich Bruchteile in der Berechnung der Urlaubstage ergeben. Für diesen Fall hält das BUrlG in § 5 Absatz 2 fest, dass auf einen vollen Urlaubstag aufzurunden ist, wenn die Bruchteile mindestens einen halben Tag ergeben.

Beispiele

Ein Arbeitnehmer, dem beispielsweise 26 Tage Urlaub laut Arbeitsvertrag zustehen und der in Teilzeit arbeitet, rechnet folgendermaßen:

  • Urlaubsanspruch bei einer 4-Tage-Woche: 26 : 5 * 4 = 20,8 = 21 Urlaubstage
  • Urlaubsanspruch bei einer 3-Tage-Woche: 26 : 5 * 3 = 15,6 = 16 Urlaubstage

Berechnung von Urlaubsanspruch bei unregelmäßiger Teilzeit

Etwas anders funktioniert die Berechnung, wenn ein Teilzeitbeschäftigter keine festen Arbeitstage hat. Betroffen sind häufig Servicekräfte in der Gastronomie, wer einen Minijob ausübt oder als Werkstudent arbeitet. Kommt er nicht jede Woche an gleich vielen Arbeitstagen, muss der Urlaubsanspruch bei Teilzeit anders berechnet werden.

Grundlage der neuen Berechnung ist die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im jährlichen Durchschnitt. Die Formel bei unregelmäßiger Teilzeitarbeit lautet:

Vereinbarte Urlaubstage geteilt durch die Jahreswerktage des Unternehmens, multipliziert mit der Anzahl Ihrer Arbeitstage im Jahr, ergibt den Urlaubsanspruch.

Ergeben sich Bruchteile bei der Berechnung, gilt auch hier: Alles, was mehr als einen haben Tag ergibt, muss zu einem ganzen Urlaubstag aufgerundet werden.

Sonderfall: Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit

gesetzlicher Urlaubsanspruch Teilzeit 25 20 15 Stunden RechnerWas passiert nun mit dem Urlaubsanspruch, wenn ein Arbeitnehmer mitten im Jahr von einer Vollzeitstelle in die Teilzeit wechseln möchte? Bis vor wenigen Jahren bedeutete das, dass der Urlaubsanspruch des Jahres an die nun reduzierte Anzahl der Arbeitstage angeglichen wurde.

Wer also beispielsweise zuvor bei einer 5-Tage-Woche einen Urlaubsanspruch von 20 Tagen hatte und ab der Jahresmitte nur noch an vier Tagen 20 Stunden in Teilzeit arbeitete, hatte fortan nur noch 16 Tage insgesamt. Allerdings wertete der Europäische Gerichtshof (EuGH) diese nachträgliche Kürzung als Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot.

Demnach darf der zur Zeit der Vollzeitbeschäftigung erworbene Urlaubsanspruch nicht reduziert werden (EuGH, Beschluss v. 13.06.2013, Az.: C 415/12). Vielmehr wird der Urlaub der Vollzeittätigkeit unabhängig von der Zeit der Teilzeittätigkeit berechnet.

Das heißt, es wird gesondert der erworbene Urlaubsanspruch in der Zeit während der Vollzeittätigkeit betrachtet und mit dem erworbenen Urlaubsanspruch aus der Teilzeit addiert. Dieser Beschluss hat nicht nur Konsequenzen für die Anzahl der freien Tage, sondern wirkt sich auch positiv auf das Urlaubsentgelt aus.

Denn das richtet sich für die Tage aus Ihrer Vollzeittätigkeit nach dem entsprechenden Bruttogehalt. Wer also bereits in Teilzeit arbeitet, aber noch Urlaubstage aus der Vollzeitarbeit hat, bekommt den Urlaub auch der Vollzeitarbeit gemäß vergütet.

Das Verbot, die Urlaubstage zu kürzen gilt auch, wenn der Arbeitnehmer bis zum Wechsel in die Teilzeit seine Urlaubstage nicht mehr vollständig in Anspruch nehmen kann.

Existiert ein anderer gesetzlicher Urlaubsanspruch nach Alter?

An sich sind alle Arbeitnehmer gleich gestellt, aber es gibt Ausnahmen. So greift für Jugendliche das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArschG). Demnach existiert für Jugendliche unter 18 Jahren je nach Alter entsprechend ein gesetzlicher Urlaubsanspruch von:

Für beschäftigte Jugendliche bis 16 Jahre: mindestens 30 Werktage
Für beschäftigte Jugendliche bis 17 Jahre: mindestens 27 Werktage
Für beschäftigte Jugendliche bis 18 Jahre: mindestens 25 Werktage

Maßstab ist hier das Alter zu Beginn des Kalenderjahres. Auch hier gibt es einen Zusatzurlaub – beispielsweise wenn die Azubis unter Tage im Bergbau schuften: Dann stehen den Jugendlichen aller Altersgruppen drei zusätzliche Tage zu.

Auch regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz, dass der Urlaub während der Berufsschulferien gewährt werden soll. Anderenfalls ist für jeden Berufsschultag, an dem die Berufsschule während des Urlaubs besucht werden muss, ein weiterer Urlaubstag zu gewähren.

Wer nun aber denkt, dass es keine weiteren Unterschiede gibt, irrt: Theoretisch gibt es keinen nach Alter gestaffelten gesetzlichen Urlaubsanspruch, denn das würde gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen.

Aber es gibt tatsächlich einen Ermessensspielraum: So entschied vor einigen Jahren das Bundesarbeitsgericht zugunsten eines Arbeitgebers, der seinen älteren Arbeitnehmern ab 58 Jahren aus Sorge um ihre Belastbarkeit zwei zusätzliche Urlaubstage zukommen ließ (Urteil vom 21. Oktober 2014, Aktenzeichen 9 AZR 956/12).

Wartezeit: Ab wann können Sie Urlaub nehmen?

gesetzlicher Urlaubsanspruch Teilzeit nach Alter WartezeitFür gewöhnlich wird kein Arbeitnehmer direkt am zweiten Arbeitstag Urlaub nehmen wollen, aber selbst wenn er wollte, ginge es nicht, da es eine gesetzlich verankerte Wartezeit gibt. Nach § 4 des BUrlG erwirbt der Arbeitnehmer erst nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses seinen vollen Urlaubsanspruch.

Generell erwerben Sie aber von Anfang an einen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Wer nun also erst vier Monate in einem Betrieb beschäftigt ist und dennoch gerne Urlaub nehmen möchte, dem steht gemäß § 5 Absatz 1a BUrlG Teil­ur­laub in Höhe eines Zwölftels des Jahresurlaubs pro vollem Monat zu.

Die Rechnung dazu sieht folgendermaßen aus: 20 : 12 = 1,66 Tage.

Sie erwerben also bei einer Betriebszugehörigkeit von vier Monaten 6,64 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch. Nun lassen sich 0,64 Tage Urlaub schlecht nehmen. Allerdings besagt eine weitere Regelung, dass Bruchteile, die mindestens einen halben Tag ergeben, aufzurunden sind.

Sie erwerben also somit einen Urlaubsanspruch von sieben Tagen.

Arbeitgeber befreit von der Arbeitspflicht

Wann können Sie nun Ihren Urlaub nehmen? Das hängt abgesehen vom Arbeitsaufkommen im Betrieb auch von Ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Zwar besagt § 7 Absatz 1 des Bundesurlaubgesetzes, dass die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen sind.

Es heißt aber auch: Wenn diese Wünsche betrieblichen Belangen nicht entgegenstehen. Wenn also in der Weihnachtszeit das Hauptgeschäft Ihres Unternehmens liegt und Ihr Arbeitgeber Sie nicht entbehren kann, kann eine Urlaubssperre möglich sein.

Ebenso ist es möglich, dass Ihnen in der Sommerzeit kein Urlaub gewährt wird, weil beispielsweise grundsätzlich Arbeitnehmer mit Familie, das heißt vor allem: mit Kindern unter 14 Jahren, Vorrang haben. Von diesen sozialen Gesichtspunkten abgesehen kann Ihnen der Arbeitgeber jedoch nicht einfach den Urlaub versagen.

Das bedeutet auch, dass der Arbeitgeber Ihnen den Urlaub nicht ausschließlich stückweise gewähren darf, also hier zwei Tage, dort zwei Tage. Sie als Arbeitnehmer haben ein Recht darauf, mindestens 12 Tage am Stück nehmen zu können.

Genauso gut hat der Betriebsrat in Urlaubsfragen ein Mitspracherecht; wer sich also zu Unrecht bei der Urlaubsplanung übergangen fühlt, sollte mit dem Betriebsrat Rücksprache halten.

Was tun bei Krankheit im Urlaub?

gesetzlicher Urlaubsanspruch Krankheit ResturlaubSie sind im Urlaub und wollen sich erholen, werden aber krank – was nun? Das Prozedere ist nicht wesentlich anders als außerhalb des Urlaubs auch: Auf der sicheren Seite sind Sie immer, wenn Sie sich sofort krankmelden, am besten mit Attest.

Das ist umso wichtiger, als dass Sie damit Ihren Urlaub aufsparen. Denn wer im Urlaub krank wird, erholt sich nicht – und das ist der primäre Zweck von Urlaub. Ihnen steht also für die Dauer des nachgewiesenen krankheitsbedingten Ausfalls der gesamte Urlaub zu.

Ein Sonderfall ist gegeben, wenn Sie während Ihres Urlaubs im Ausland erkranken: Dann sind Sie verpflichtet, schnellstmöglich Ihren Arbeitgeber davon zu unterrichten, dass Sie erkrankt sind und wie lange Sie voraussichtlich ausfallen werden.

Aber auch wenn Sie Ihren Urlaub nicht wie gewünscht genießen konnten: Sie dürfen keinesfalls die attestierten Krankheitstage einfach an den Urlaub „dranhängen“: Das wäre das gleiche Prinzip wie die Selbstbeurlaubung und führt im schlimmsten Falle zur fristlosen Kündigung.

Übertragung von Urlaubstagen ins neue Jahr

Eigentlich sieht das BUrlG in § 7 Absatz 3 vor, dass der gesamte Urlaub im selben Kalenderjahr zu nehmen ist. Wird er nicht genommen, verfällt er am 31. Dezember des Jahres, sofern Sie von Ihrem Arbeitgeber .

Allerdings kann es Umstände geben, die es erschweren, den Urlaub im gleichen Jahr zu nehmen, dazu gehören persönliche Gründe wie Krankheit oder betriebliche Gründe wie krankheitsbedingte personelle Engpässe oder eine vorübergehende Auftragsspitze.

Grundsätzlich wird der gesetzliche Urlaubsanspruch durch Krankheit nicht gemindert. Fällt ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt vier Wochen aus, und hat sich krankschreiben lassen, stehen im unvermindert vier Wochen Urlaub zu.

Kann der Arbeitnehmer dadurch den vollständigen Urlaub nicht im selben Kalenderjahr nehmen, muss der Resturlaub aufs nächste Jahr übertragen werden. Für gewöhnlich gilt dann der 31. März des Folgejahres als Stichtag, bis zu dem der Resturlaub genommen werden kann.

Ist eine Auszahlung statt des Urlaubes möglich?

Eine Auszahlung des Urlaubs in Geld ist nicht vorgesehen, denn es würde dem Bestimmungszweck der Erholung zuwiderlaufen. Es gibt allerdings Ausnahmen. Üblicherweise beziehen die sich aufs Ausscheiden aus dem Unternehmen:

  • Kündigung

    Eine Kündigung bedeutet nicht, dass ein ehemaliger Mitarbeiter seinen Anspruch auf einen möglichen Resturlaub aufgibt. Kann er seinen Resturlaub nicht mehr nehmen, muss der Arbeitgeber ihn als Urlaubsentgelt auszahlen. Der Verdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs erhalten hat, dient hier als Berechnungsgrundlage.

  • Tod

    Noch bis 2018 verfielen die restlichen Urlaubstage eines Arbeitnehmers im Falle seines Ablebens. Im November 2018 entschied der EuGH, dass diese Praktik nicht rechtens sei. Familienangehörige können nun die restlichen Urlaubstage in Form einer Auszahlung erben.

  • Vereinbarung

    Strenggenommen gilt die Regelung, dass Urlaubstage nicht ausgezahlt werden dürfen nur für den gesetzlichen Urlaubsanspruch, also den Mindesturlaub von 20 Tagen bei einer 5-Tage-Woche. Wer einen Arbeitsvertrag über mehr Urlaubstage hat, kann für die übrigen Urlaubstage etwas anderes vereinbaren.

[Bildnachweis: EpicStockMedia by Shutterstock.com]
22. März 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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