Regeneration: Darum sind Ruhephasen so wichtig

Regeneration wird häufig mit Sport, Fußball und Muskeln in Verbindung gebracht. Aber der Körper braucht nicht nur die physische, sondern auch die psychische Regeneration. Der Gesetzgeber hat das erkannt, daher regelt das Arbeitszeitgesetz neben der Arbeitszeit auch die Ruhepausen. Damit ist es allerdings nicht getan, denn zum einen schreibt das Gesetz niemandem vor, wie diese Ruhepausen verbracht werden sollten. Zum anderen ist das Stressempfinden eines jeden subjektiv, der eine braucht mehr Erholung, der andere weniger. Damit Sie sich nach der Arbeit möglichst gut regenerieren, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengetragen…

Regeneration: Darum sind Ruhephasen so wichtig

Regeneration Definition: Was bedeutet das?

Regeneration Definition Erholung Stressabbau TippsAus sportlicher Sicht wird laut Wikipedia unter Regeneration die Wiederherstellung eines physiologischen Gleichgewichtszustandes verstanden. Auch wenn es hier weniger um den sportlichen Aspekt gehen soll, beschreibt diese Definition Regeneration ganz gut.

Jeder kennt das: Am Ende einer Arbeitswoche sind wir längst nicht mehr so fit wie noch zu Beginn. Infolge einer Belastung entsteht ein Mangel, der durch eine Phase der Erholung wieder ausgeglichen werden kann. Einer Phase der Anstrengung, vielleicht auch des Stresses, folgt die Ermüdung.

Durch Schlaf und Ruhepausen tanken wir wieder auf, dennoch braucht es von Zeit zu Zeit etwas mehr als den Feierabend. Auch wenn der Freitag bei vielen das Wochenende einläutet, so fühlt sich der Samstag häufig anders an, denn es konnten bereits neue Kräfte gesammelt werden, vielleicht wurde endlich einmal so richtig ausgeschlafen.

Und am Montag geht dann für viele die neue Arbeitswoche wieder los, ein neuer Zyklus beginnt. Was Regeneration im Sinne von Erholung bedeutet, wird unterschiedlich definiert. Abhängig ist das vom individuellen Erholungsbedürfnis der Person und das ist oftmals verknüpft mit der beruflichen Tätigkeit.

Wird die Arbeit als Unterforderung und langweilige Routine angesehen, braucht es vermutlich einen deutlich aktiveren Ausgleich, um die empfundene Belastung wieder abzuschütteln. Wer hingegen seinen Arbeitsalltag als hektisch und laut erachtet, findet in Ruhe und Entspannung den benötigten Gegenpol.

Warum müssen Menschen regenerieren?

Wer nach einer anstrengenden Arbeitswoche nur noch mit halber Leistung fährt, ist nicht einfach faul, sondern die Reserven sind erschöpft, womöglich ist er sogar überarbeitet. Die menschliche Leistungsfähigkeit wird dann gerne mit einer Batterie verglichen. Da ist von Aufladen und Auftanken die Rede. Das Bild macht deutlich, dass die Energie nicht unendlich ist.

Was vom Sport bekannt ist, gilt im übertragenen Sinne auch für die Arbeit. Bei ersterem führt andauernde Anstrengung durch Training und Belastung zu kleinen Rissen im Muskelgewebe. Das ist nicht weiter tragisch, solange die notwendige Regeneration gewährleistet ist. In dieser Phase verheilen die Risse wieder.

Soweit bekannt, entstehen durch ein anhaltend hohes Arbeitspensum zwar keine Risse im Hirn. Aber es zeigen sich diverse mentale als auch körperliche Symptome, die unter Umständen in Burnout münden können:

  • Antriebslosigkeit
  • Angstzustände
  • Erschöpfung
  • Herzrasen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Magenbeschwerden
  • Müdigkeit
  • Trostlosigkeit

Das alles schlägt sich nicht nur auf die Laune, sondern auch die Produktivität des Menschen nieder. Regeneration wurde als menschliches Grundbedürfnis erkannt. Bereits die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 enthält mit Artikel 24 einen Passus, der auf die Notwendigkeit zur Regeneration hinweist:

Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Wer darauf achtet, sich regelmäßige Erholungspausen zuzugestehen und seine Ressourcen wieder aufzufüllen, trägt dazu bei, sich seinen Optimismus, Motivation und Kommunikationsfähigkeit zu bewahren. Und das kommt Ihnen nicht nur im Privatleben zugute, sondern erhält auch die Leistungsfähigkeit im Beruf.

Teilzeit bietet maximale Erholung

Regeneration Definition Erholung Tipps am WochenendeEine australische Studie um den Forscher Colin McKenzie kommt gar zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmern ab 40 Jahren eine Dreitagewoche ganz gut täte. Ausgewertet wurden die Daten von über 7500 Männern und Frauen über 40 aus einer Untersuchung zu Haushalt, Einkommen und Arbeitsverhältnissen (HILDA).

Ihren Untersuchungen zufolge sind Arbeitnehmer mit einer Arbeitszeit von 25 bis 30 Stunden wöchentlich am erholtesten. Bei Arbeitszeiten von 50 bis 60 Stunden leiden die kognitiven Fähigkeiten, die Regeneration braucht offenbar deutlich länger.

Leider wird in der Studie nicht nach Berufsgruppen unterschieden, so dass unklar bleibt, inwiefern die jeweilige Arbeit sich auf das Erholungsbedürfnis auswirkt. Und ungeachtet dessen bleiben zwei entscheidende Aspekte: Mit 40 Jahren stehen vor allem akademische Arbeitnehmer gerade mal in der Hälfte ihres Arbeitslebens, die Rente ist noch in weiter Ferne.

Außerdem ist der Wunsch nach Teilzeitarbeit oftmals nur mit Einbußen zu realisieren. Unzählige Arbeitnehmerinnen können ein Lied davon singen, dass nach ihrer Elternzeit mitnichten die alte Stelle auf sie wartete. Und ein Job muss schon sehr lukrativ sein, damit finanziell das Überleben nach wie vor gewährleistet ist – von den geringeren Einzahlungen in die Rentenversicherung ganz zu schweigen.

Tipps: Was trägt zur Regeneration bei?

Regeneration – das ist so ein bisschen wie Urlaub und dementsprechend scheiden sich oftmals die Geister daran, was denn wohl erholsam sei und was nicht. Die einen lieben die Berge, die anderen den Strand und die nächsten das pulsierende Leben der Großstadt.

Wobei Sie persönlich sich am besten regenerieren, müssen Sie selbst herausfinden. Wir haben hier allerdings eine kleine Auswahl an Tipps für den Stressabbau, die Ihre Regeneration unterstützen:

  • Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Hobby.

    Wer das tut, was er am liebsten macht, geht darin auf. Die Zeit um einen herum vergeht wie im Fluge, Emotionen wie Angst oder Anspannung haben dann keinen Platz mehr. So ein Hobby können völlig unterschiedliche Dinge sein – ob Sie gerne ein aufregendes Buch lesen, ein Instrument spielen, eine Sprache lernen, nähen oder Sport treiben.

  • Erledigen Sie den Haushalt.

    Wie bitte? Von einer Arbeit zur nächsten? werden nun sicherlich einige denken. Tatsächlich ist es aber gerade für Menschen, die im Beruf einer überwiegend geistigen Tätigkeit nachgehen, sehr erholsam, zur Abwechslung etwas mit den Händen zu machen. Also Staub wischen, bügeln, spülen und dergleichen mehr. Das sind langweilige (und deshalb oft ungeliebte) Routinetätigkeiten, für die Sie Ihr Gehirn getrost ausknipsen können. Und genau darin liegt der Charme – und nebenbei bekommen Sie Ihre Wohnung auf Vordermann.

  • Treffen Sie Freunde.

    Fast schon naheliegend: Wer in den vergangenen Wochen eher in Arbeit versunken ist, muss an anderer Stelle einsparen. Häufig trifft es dann die sozialen Kontakte, die vernachlässigt werden. Dabei sind die so wichtig, denn mit ihnen werden oftmals Aktivitäten unternommen, die Zerstreuung bieten. Gemeinsames Lachen über Begebenheiten bringt uns auf andere Gedanken und der Netzwerkcharakter ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

  • Machen Sie Entspannungsübungen.

    Es gibt eine Reihe von Entspannungsübungen, die dabei helfen abzuschalten. Denn der Stress auf der Arbeit manifestiert sich oftmals im Körper; Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen sind die typische Folge. Gleichzeitig verstärken sich die Beschwerden durch Fehlhaltung. Des Rätsels Lösung sind also kleine sportliche Einheiten, die Verspannungen vorbeugen und mentale Blockaden ebenfalls lösen.

  • Gehen Sie in den Garten.

    Natur ist Balsam für die Seele. Das zeigen Studien mit Teilnehmern, die wandern geschickt wurden im Vergleich zu Probanden, die sich in urbanen Lebensräumen aufhielten. Das Grün der Natur beugt psychische Erkrankungen wie Depressionen vor. Und selbst das Unkrautjäten, Umtopfen von Pflanzen oder Laub wegfegen hat kontemplativen Charakter.

  • Machen Sie Urlaub.

    Manchmal reicht das Wochenende nicht, denn zum vollen Schreibtisch gesellt sich noch ein voller Terminkalender im Privaten. Brückentage werden von vielen Arbeitnehmern gern genommen, da sich so mit wenigen Urlaubstagen bereits ein Kurzurlaub planen lässt. Im Übrigen haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass die Regeneration nicht mit der Länge des Urlaubs steigt. Sie können sich also den vierwöchigen Luxusurlaub im wahrsten Sinne des Wortes sparen. Experten raten, einmal im Jahr für anderthalb Wochen am Stück in den Urlaub zu fahren und ansonsten mehrere Kurztrips zu machen.

  • Durchbrechen Sie die Alltagsroutine.

    Sie haben keinen Urlaub mehr? Macht nichts. Dann sollten Sie in Ihre Freizeit Erlebnisse einbauen, die von Ihrem sonstigen Alltag abweichen. Das kann ein Ausflug in einen Abenteuerpark sein, ein Konzert, ein Krimidinner oder sonstige Erfahrungen, zu denen Sie sonst selten kommen.

  • Gönnen Sie sich Ruhe.

    Wer tagein, tagaus im Großraumbüro arbeitet, kann möglicherweise mit Musizieren und Aktivitäten, die Menschenmassen einschließen, nicht so viel anfangen. Das ist völlig legitim und sollte entsprechend berücksichtigt werden. Ganz wichtig dabei: Achten Sie auf ausreichend Schlaf. Den können Sie in Ihrer Freizeit sogar noch mit einem Powernap unterstützen.

[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]
2. November 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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