ABC fürs Großraumbüro
Etliche Unternehmen nutzen es, doch echte Vorteile bietet es nur wenige. Die Rede ist vom Großraumbüro, in dem zahlreiche Mitarbeiter in einem großen offenen Raum arbeiten. Die Idee dahinter war ursprünglich, dass sich so Kommunikationswege verkürzen und Kooperation vereinfachen lässt. Auch wenn es klare Vorgaben bezüglich der genauen Abmessungen gibt, zeigt die Praxis: Großraumbüros können für Mitarbeiter anstrengend und problematisch sein. Damit im Arbeitsalltag das Miteinander funktioniert, haben wir einmal die wichtigsten Regeln, Vor- und Nachteile für Sie zusammengestellt...

Großraumbüro Definition: Das Bürokonzept

Es gibt keine allgemeingültige Definition von Großraumbüro. Allerdings versteht die Arbeitsstättenregel (ASR) darunter eine...

organisatorische und räumliche Zusammenfassungen von Büro- oder Bildschirmarbeitsplätzen auf einer 400 Quadratmeter oder mehr umfassenden Grundfläche, die mit Stellwänden gegliedert sein können.

Zusätzlich gilt eine Mitarbeiterzahl von 20 Personen als typisches Kriterium eines Großraumbüros.

Die Gestaltung kann dabei sehr unterschiedlich sein; aus amerikanischen Büros kennt man vielfach würfelartig gestaltete Arbeitsplätze, weswegen im Englischen das Großraumbüro (eigentlich: plan office, open office) auch synonym als cubicle oder box bezeichnet wird.

Großraumbüro: Nur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder Oase?

ParagrafDie gesetzlichen Vorgaben für Großraumbüros sind in der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Die Arbeitsstättenregel erläutert die Anforderungen an Raumabmessungen von Arbeitsräumen und Bewegungsflächen in § 3a Absatz 1 und § 6 Absatz 1 der Arbeitsstättenverordnung im Detail.

Hier geht es um Fragen der Bewegungsfreiheit, der Höhe, der Grundfläche und des Luftraums. Die Arbeitsstättenverordnung berücksichtigt bei ihren Vorgaben für die Grundfläche die Körpermaße eines Menschen inklusive Bewegungsmöglichkeiten.

Demzufolge gelten für Büro- und Bildschirmplätze ein Flächenbedarf von acht bis zehn Quadratmetern, für Großraumbüros geht man eher von 12 bis 15 Quadratmetern aus. Die Bewegungsfläche am Arbeitsplatz muss mindestens 1,50 Meter betragen.

Assoziationen wie die von Legebatterien entstehen nicht von ungefähr: Ruft man sich solche Cubicles ins Gedächtnis, dann entstehen vor dem geistigen Auge monotone Bürowüsten, die nichts Inspirierendes an sich haben - ein Platz gleicht dem nächsten, Individualität: Fehlanzeige. Das haben offenbar auch Unternehmen wie Google oder Linkedin eingesehen.

Moderne Großraumbüros haben einen anderen Grundriss und sind in der Gestaltung deutlich individueller als früher. So hat Google in Zürich beispielsweise einen regionalen Bezug zum Unternehmen hergestellt, indem sie Gondeln als alpines Identifikationsmerkmal in die Bürolandschaft integrieren. Diese Gondeln sind Mini-Besprechungsräume oder bieten die Möglichkeit zum Rückzug für ungestörtes Arbeiten.

Auch der Münchener Ableger von Linkedin verfolgt bei seinem Großraumbüro ein Konzept, dass Rückzugsmöglichkeiten bietet. Hier beispielsweise in Form von Spiellandschaften und Pausenräumen mit Fernseher.

Großraumbüro: Wenig Vorteile, höhere Krankheitsrate

Die einst erhofften Vorteile sind in einigen wenigen Großraumbüros zwar zu beobachten, die Regel sind sie jedoch nicht. So zeigt beispielsweise eine Studie des Stress Research Institutes von Stockholm, dass Arbeitnehmer in Großraumbüros fast doppelt so häufig krank sind, wie ihre Kollegen in kleineren Büroeinheiten.

Einerseits spielt die leichtere Krankheitsübertragung im Großraumbüro ein Rolle, doch der verhältnismäßig hohe Stresspegel durch dauernden Hintergrundgeräusche und Ablenkungen ist nicht zu vernachlässigen.

Auch andere Studien zeigen den negativen Einfluss von Reizüberflutung und Lärm. So wird bereits ein mittlerer Geräuschpegel von 55 Dezibel von den meisten Menschen als stressig empfunden und führt zum Ansteigen des Adrenalinspiegels.

Man kann sich daher ausrechnen, um wie viel stressiger wohl Großraumbüros empfunden werden müssen, wenn dort im Durchschnitt 70 Dezibel herrschen - das entspricht übrigens dem Lärm eines Rasenmähers, der konstant den Arbeitsplatz durchpflügt.

Großraumbüro unter der Lupe: Vor- oder Nachteil?

Noch sind Großraumbüros in der Minderheit - aber die Zielvorgaben vieler Unternehmen fordern eine wirtschaftliche Optimierung der Büroflächen. Das bedeutet, dass trotz aller Erkenntnisse die Anzahl an Großraumbüros zukünftig eher steigen als abnehmen wird.

Da kann man einmal nach den Gründen fragen - gelten doch Großraumbüros im Allgemeinen als wenig attraktiv. Wir haben einmal genauer hingesehen und zeigen hier die Vor- und Nachteile dieses Bürokonzeptes:

    Daumenhoch_t

    Pro

  • Der Arbeitsplatz lässt sich besonders flexibel gestalten, da es häufig nur ein paar mobile Gegenstände wie Trennwände, Rollcontainer, Tische und Stühle braucht.
  • Neue Mitarbeiter können so unkompliziert einen Platz zugewiesen bekommen und lassen sich mit wenig Aufwand in diese Struktur einbinden.
  • Die Kommunikation wird vereinfacht; häufig kann man direkt zum Nachbarkollegen herüberrufen.
  • Durch die Zusammenarbeit werden informelle Gespräche und somit auch der Gemeinschaftssinn gefördert.
  • Die Raumnutzung ist deutlich effizienter, da so ungewollter Leerstand vermieden wird. Das zahlt sich beispielsweise aus, wenn Mitarbeiter krank oder auf Dienstreisen sind.
    Daumenrunter_t

    Contra

  • Ein ständiger Lärmpegel erschwert konzentriertes Arbeiten. Nicht nur die Kollegen selbst, sondern auch Kopierer im Raum oder Türen, die ständig geöffnet werden, tragen dazu bei.
  • Aufgrund der Menschenmenge kommt es auch zu einer Konzentration von Bakterien und Viren und damit gehäuft zur Ansteckung.
  • Mitarbeiter im Rauminneren haben wenig bis gar kein Tageslicht.
  • Vergleichsweise lange Wege zu Gerätschaften wie Kopierer oder anderen Büroutensilien.
  • Verschiedenste Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen auf engstem Raum bieten ein gewisses Konfliktpotenzial.
  • Ein hohes Maß an sozialer Kontrolle: Nicht nur der Chef sieht, ob man arbeitet, auch Kollegen können jeden Schritt und jedes Telefonat verfolgen.
  • Umgebungsfaktoren wie Klima und Beleuchtung sind nicht individuell regulierbar. Als Mitarbeiter hat man häufig die Wahl zwischen den beiden Extremen Mief oder Zugluft.
  • Der Aufwand für die künstliche Klimatisierung ist hoch.
  • Es herrscht nicht nur eine akustische, sondern auch eine visuelle Unruhe. Das erschwert besonders das Arbeiten für HSPler.

Großraumbüro: Regeln für ein nervenschonendes Miteinander

Für alle, die trotzdem im Großraumbüro arbeiten müssen, haben wir einen Überlebensratgeber:

Mitarbeiterseite:

  • Nehmen Sie Rücksicht und achten Sie die Grenzen der anderen.
  • Senken Sie wenn nötig die Geräuschkulisse mit Ohrstöpseln.
  • Stellen Sie ein Hinweisschild mit "Bitte nicht stören" auf den Tisch.
  • Greifen Sie zur Berieselung durch beruhigende Instrumentalmusik.

Unternehmensseite:

  • Chefs und Führungskräfte bringen sich aktiv ein, gestalten die Arbeit mit und sind Teil des Teams.
  • Die Raumplanung wird aktiv vorgenommen und die Bedürfnisse der Teams dabei berücksichtigt.
  • Schallschutzvorrichtungen wie Teppich und bespannte Trennwände müssen eingeplant werden.
  • Es gibt - zumindest zeitweise - Alternativen zum Großraumbüro.
  • Es wird die Möglichkeit zur Gleitzeit eingeräumt: Sie reduziert den Lärmpegel durch unterschiedliche Arbeitszeiten enorm.
  • Der Arbeitgeber stellt klare Regeln für das Miteinander auf.

Anders formuliert: Wird ein Großraumbüro durchdacht und bewusst gestaltet, kann es durchaus funktionieren. Ob es die individuell beste Lösung ist, sollte jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Das ABC fürs Großraumbüro: Das Ziel heißt überleben

Nach so viel Theorie jetzt noch ein paar praktische Tipps fürs Großraumbüro - in Form eines ABCs...

Arbeitsplatz

Die Form des Großraumbüros macht die Arbeit für Mitarbeiter nicht unbedingt leichter. Daher sollte zumindest sichergestellt sein, dass der individuelle Arbeitsplatz nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet werden kann. So kann nicht nur die Produktivität, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesteigert werden.

Bürohund

Egal ob Bürohund, Bürokatze oder Büroleguan: Ob und wann Tiere dabei sein können, sollte nicht nur der Arbeitgeber, sondern das gesamte Team entscheiden. Abgesehen von Allergien können auch Ängste oder Abneigungen gegen bestimmte Tiere eine Rolle spielen. Es sollte selbstverständlich sein, dass auf solche Dinge Rücksicht genommen wird.

Calls

In vielen Berufen gehören Skype- oder Konferenz-Calls zum Arbeitsalltag. So praktisch diese auch sind, so nervig und anstrengend können Sie im Großraumbüro auch werden. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass es gesonderte Räume dafür gibt, damit die Kollegen nicht von langen Calls gestört werden.

Düfte

Düfte können sich sehr positiv auf das Wohlbefinden und die Arbeitsatmosphäre auswirken. Sie können jedoch auch zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Wie bei allen anderen Gestaltungsfragen gilt auch hier: Das gesamte Team sollte entscheiden. Lässt sich keine einvernehmliche Lösung finden, sollte im Zweifel auf spezielle Düfte verzichtet werden.

Essen

Im Großraumbüro ist es so ähnlich wie in der Bahn: Kleine Snacks zwischendurch stören vermutlich niemanden, lautstarkes Kauen oder geruchsintensive Speisen sind jedoch tabu. Wer sich einen Döner, Zaziki oder andere stark riechende Mahlzeiten einverleibt, darf sich über böse Blicke und Kommentare nicht wundern.

Forderungen

Produktives Arbeiten ist im Großraumbüro meist nur möglich, wenn die Arbeitsatmosphäre und das Verhältnis der Kollegen untereinander stimmen. Stark individuell geprägte Forderungen, die noch dazu gegen die Interessen anderer laufen, sind hier nicht förderlich. Wer mit seinen Kollegen dauerhaft gut zusammenarbeiten will, muss die eigenen Bedürfnisse zeitweise ein wenig zurücknehmen.

Geräuschkulisse

Selbst wenn alle Mitarbeiter schweigend vor sich hin arbeiten, ist die Geräuschkulisse in Großraumbüros in der Regel enorm. Dazu kommt, dass der Geräuschpegel meist den ganzen Arbeitstag anhält. Durch die dauerhafte Belastung kann die Großraumgeräuschkulisse zu einem echten gesundheitlichen Problem werden und nicht nur die Konzentration stören. Arbeitnehmer können hier mit Kopfhörern Abhilfe schaffen. Der Arbeitgeber sollte deren Einsatz natürlich erlauben.

Hilfsbereitschaft

Einer der großen Vorteile des Großraumbüros sind kurze Kommunikations- und Abstimmungswege. So können Fragen schnell und unkompliziert geregelt werden. Auch Unterstützung lässt sich schnell organisieren - wenn Hilfsbereitschaft unter den Kollegen vorhanden ist. Diese Eigenschaft sollten alle Mitarbeiter innerhalb eines Großraumbüros entwickeln. Jeder kann irgendwann auf Unterstützung angewiesen sein und sollte diese daher auch seinen Kollegen entgegenbringen.

Individualität

Viele Großraumbüros wirken wie anonyme Arbeitsfarmen, in denen die Mitarbeiter an identischen Arbeitsplätzen stupiden Tätigkeiten nachgehen. Das ist zwar etwas überspitzt, zeigt jedoch, dass Individualität auch im Großraumbüro wichtig ist. Bieten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern auch m Großraumbüro Gestaltungsfreiheit, profitiert davon die Arbeitsatmosphäre und schlussendlich auch die Produktivität.

Jahresplanung

Egal ob Urlaub, umfangreiche Projekte oder Mitarbeitergespräche: Arbeitet ein Team im Großraumbüro zusammen, ist eine gemeinsame Jahresplanung noch wichtiger als sonst. Da die Mitarbeiter jeden Tag mehr oder weniger aufeinander sitzen, sollten Konflikte möglichst schon im Vorfeld vermieden werden. Eine saubere, gemeinsame Jahresplanung ist dafür enorm wichtig.

Kommunikation

Die bereits angesprochenen kurzen Kommunikationswege sind zwar ein klarer Vorteil von Großraumbüros, doch das bedeutet nicht, dass Fragen und Informationen immer in Gesprächen ausgetauscht werden sollten. Der Plausch an der Kaffeemaschine ist zwar wichtig - auch für den Teamzusammenhalt - doch im Alltag bieten Messenger und Chats wie Yammer, Hip Chat, Slack, Skype oder Hangouts die besserer Alternative für schnelle Kommunikation.

Licht

Licht kann am Arbeitsplatz den Unterschied zwischen Produktivität und Antriebslosigkeit ausmachen. Das gilt noch stärker für Großraumbüros, in denen die ausreichende Beleuchtung jedes Arbeitsplatzes eine echte Herausforderung darstellen kann. Unternehmen sollten bereits bei Planung und Konstruktion von Großraumbüros darauf achten, genug Licht in den Raum zu bringen. Reicht Tageslicht - beispielsweise in den dunklen Wintermonaten - nicht aus, können Tageslichtlampen helfen.

Meetings

Ähnlich wie Calls sollten auch Meetings nicht im Großraumbüro, sondern in eigenen Meeting- oder Konferenzräumen stattfinden. Wichtig ist, dass sich diese Räume leicht buchen lassen und die Belegung für alle Mitarbeiter einsehbar ist. Dann werden die Meetingräume erfahrungsgemäß auch aktiv genutzt und entlasten das Großraumbüro erheblich.

Nähe

Man sollte weder ein Problem mit klaustrophobischen Zuständen, noch mit einprasselnden Eindrücken haben: In Großraumbüros ist es schwierig, eine gewisse Nähe zu vermeiden. Teilweise kommt es zur Überbelegung und dann fehlt sowohl die räumliche, als auch die soziale Distanz. Das kann besonders bei Mitarbeitern aus unterschiedlichen Kulturen eine Herausforderung sein.

Organisation

So manches Unternehmen verwechselt die Arbeit im Großraumbüro mit völlig selbstorganisierter Arbeit und überlässt die Organisation komplett den Mitarbeitern. Doch dadurch werden Unternehmen ihrer Verantwortung nicht gerecht. So müssen Arbeitgeber beispielsweise schon bei der Raumplanung die Bedürfnisse und Anforderungen von Teams berücksichtigen und das Großraumbüro entsprechend planen. Und auch im Arbeitsalltag sind Vorgesetzte gefordert und müssen sich um die Organisation der Arbeit kümmern.

Privatsphäre

Das Großraumbüro ist naturgemäß ein sehr öffentlicher Raum. Da ist es umso wichtiger, dass Mitarbeiter auf Rückzugsräume zurückgreifen und ihre Privatsphäre, im Rahmen der Möglichkeiten, wahren können. Auch das gehört zum notwendigen Gestaltungsspielraum für Arbeitnehmer im Großraumbüro.

Quälgeister

Es gibt sie in jedem Unternehmen: Kollegen, die allen anderen einfach nur auf die Nerven gehen. Bevor Sie jetzt grinsend an Kollege A oder B denken, erlauben wir uns einen Hinweis: Vielleicht sind auch Sie selbst manchmal dieser Kollege. Kleine Ticks wie das Klopfen auf den Schreibtisch, das Wippen mit dem Fuß oder leises vor sich hin summen können Ihre Kollegen ebenfalls nerven. Im Großraumbüro sollten Sie sich das verkneifen - und Kollegen freundlich auf entsprechende Ticks hinweisen.

Rücksicht

Alle bisher gegebenen und noch kommenden Tipps verbindet eines: Rücksicht. Gerade im Großraumbüro sollten alle Mitarbeiter aufeinander Rücksicht nehmen. Hier kann der altbekannte Spruch: "Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu" als Leitsatz dienen. In den meisten Fällen reichen gesunder Menschenverstand und Empathie aus, in den restlichen Fällen sind Guidelines sinnvoll.

Sicherheit

Vertrauen ist gut, doch Kontrolle muss manchmal einfach sein. So lässt sich die Situation in vielen Großraumbüros zusammenfassen. In den meisten Unternehmen kennen sich längst nicht alle Mitarbeiter persönlich. Daher ist es notwendig, dass Arbeitgeber die Möglichkeit bieten, Wertsachen und persönliche Gegenstände sicher aufzubewahren. Diebstahl oder zufällig verschwundene Gegenstände können die Arbeitsatmosphäre nachhaltig beeinträchtigen.

Team

Es ist durchaus möglich, dass in einem Großraumbüro mehr als ein Team untergebracht ist. Daher ist es wichtig, bereits durch die Raumplanung und Tischanordnung dafür zu sorgen, dass Teams in unmittelbarer Nähe positioniert sind und gut zusammenarbeiten können. Verteilt sich ein Team über den ganzen Raum, kann das die Produktivität ausbremsen.

Unterbrechungen

Unterbrechungen gehören zwar an jedem Arbeitsplatz dazu, können im Großraumbüro jedoch besonders lästig und häufig sein. Um sie auf ein Minimum zu reduzieren kann es sinnvoll sein, interne Regeln aufzustellen. Ganz grundlegend sollte hier jedoch die bereits erwähnte Rücksichtnahme zum Einsatz kommen. Wer beispielsweise Kopfhörer trägt, signalisiert damit, dass er nicht gestört werden will.

Vorgesetzter

Wir haben es bereits angesprochen: Ein Großraumbüro kann für Vorgesetzte und Führungskräfte durchaus zusätzliche Arbeit mit sich bringen. Nicht nur die Organisation der Arbeit, sondern auch die Unterstützung des Teams kann hier deutlich anspruchsvoller sein als in kleineren Büroeinheiten. Gerade deshalb ist es jedoch notwendig, dass sich Vorgesetzte aktiv einbringen und den Kontakt zu ihrem Team pflegen.

Wissenstransfer

Neben den kurzen Kommunikationswegen kann eine weiterer Vorteil des Großraumbüros der einfache Wissenstransfer zwischen verschiedenen Teams und Mitarbeitern sein. Damit dieser funktioniert ohne andere Kollegen zu stören, sind Meeting- oder Gesprächsräume und interne Kommunikationstools unerlässlich. Idealerweise gibt es einen zentralen Ort, an dem Wissen ausgetauscht und dokumentiert werden kann. Zumindest der Austausch findet oft in der Kaffeeküche statt.

Xenophobie

Xenophobie oder Fremdenfeindlichkeit hat am Arbeitsplatz grundsätzlich nichts zu suchen. In einem Großraumbüro mit einem multikulturell oder international aufgestellten Team wird sie jedoch zu einem echten Problem. Hier sind Führungskräfte gefragt, die schnell das Gespräch suchen, klare Grenzen ziehen und Lösungen anstreben.

YouTube

YouTube, Vimeo und andere Portale bieten Mitarbeitern eine angenehme Abwechslung und können die oft nötige Pause deutlich entspannter gestalten. Viele Videos bieten richtig gute Unterhaltung. Im Großraumbüro sollten Mitarbeiter diese jedoch mit Kopfhörern genießen und sich zu laute Lachanfälle oder andere Gefühlsäußerungen verkneifen.

Zeiteinteilung

Im Großraumbüro kann auch die Zeiteinteilung der verschiedenen Mitarbeiter eine Rolle spielen. Gehen beispielsweise alle zu verschiedenen Zeiten in die Pause, kann durch das ständige Kommen und Gehen eine enorme Unruhe entstehen, die konzentriertes Arbeiten fast unmöglich macht. Idealerweise stimmen sich die Mitarbeiter daher untereinander ab.

[Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]

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