Unsitten im Büro: 10 No-Gos + Regeln der Büro-Etikette

Manche Unsitten im Büro sind nur nervig, andere stören die Konzentration oder belasten das Betriebsklima: laute Videocalls, dreckiges Geschirr, ständige Unterbrechungen oder Kollegen, die krank zur Arbeit kommen. Was früher der laute Drucker war, sind heute Teams-Calls und digitale Dauerbeschallung. Wir zeigen die 10 größten Unsitten im Büro – und die wichtigsten Regeln der modernen Büro-Etikette für ein respektvolles Miteinander…

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Was sind Unsitten im Büro?

Unsitten im Büro sind störende oder rücksichtslose Verhaltensweisen, die gegen ungeschriebene Regeln der Zusammenarbeit und Büro-Etikette verstoßen. Dazu gehören etwa unnötiger Lärm, Unpünktlichkeit, mangelnde Hygiene, ständige Unterbrechungen oder respektloses Verhalten. Was als Unsitte empfunden wird, hängt zwar vom Arbeitsumfeld ab – entscheidend ist aber immer die gegenseitige Rücksichtnahme.

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Die 10 größten Unsitten im Büro

Was nervt Kollegen heute besonders? Viele klassische Büro-Unsitten gibt es weiterhin, durch hybride Arbeit und digitale Kommunikation sind jedoch neue hinzugekommen. Zu den größten No-Gos im Büro gehören heute:

Unsitte

Warum sie nervt

Laute Telefonate Laute Gespräche und Videocalls reißen Kollegen aus der Konzentration und beschallen schnell das gesamte Büro.
Calls ohne Kopfhörer Wer Videokonferenzen über Lautsprecher führt, zwingt alle Kollegen unfreiwillig zur Teilnahme.
Ständige Unterbrechungen Jedes spontane „Haben Sie kurz?“ unterbricht den Arbeitsfluss und kostet zusätzliche Konzentration.
Krank zur Arbeit kommen Wer offensichtlich krank ins Büro kommt, gefährdet die Gesundheit der Kollegen und riskiert weitere Ausfälle.
Unordnung hinterlassen Dreckiges Geschirr, Essensreste oder chaotische Gemeinschaftsräume sorgen regelmäßig für Ärger.
Sinnlose Meetings Fehlende Agenda, mangelnde Vorbereitung und unnötige Teilnehmer verschwenden wertvolle Arbeitszeit.
Digitale Rücksichtslosigkeit Unangekündigte Calls, unnötige CC-Mails oder Nachrichten trotz „Bitte nicht stören“ missachten den Fokus anderer.
Ständige Unpünktlichkeit Wer andere regelmäßig warten lässt, verschwendet deren Zeit und signalisiert mangelnde Wertschätzung.
Tratsch und Lästern Gerüchte und abwertende Gespräche über Kollegen zerstören Vertrauen und vergiften das Betriebsklima.
Verantwortung abschieben Eigene Fehler anderen anzulasten oder Aufgaben einfach liegen zu lassen, belastet Kollegen und die Zusammenarbeit.

Büro-Etikette: Welche Regeln sollte ich beachten?

Eine gute Büro-Etikette bedeutet vor allem: Nehmen Sie Rücksicht und behandeln Sie Kollegen so, wie Sie selbst behandelt werden möchten! Viele Regeln sind selbstverständlich – werden im Arbeitsalltag aber trotzdem regelmäßig vergessen. Diese 10 Büroregeln sorgen für ein respektvolles und professionelles Miteinander:

1. Nehmen Sie Rücksicht auf andere

Telefonieren Sie in angemessener Lautstärke, vermeiden Sie intensive Essens- oder Parfümgerüche und halten Sie Ihren Arbeitsplatz so, dass andere dadurch nicht beeinträchtigt werden. Im Großraumbüro endet die persönliche Freiheit dort, wo sie Kollegen dauerhaft stört.

2. Respektieren Sie konzentriertes Arbeiten

Unterbrechen Sie Kollegen nicht wegen jeder Kleinigkeit. Achten Sie auf Kopfhörer, geschlossene Türen und den digitalen Status als mögliche Signale für konzentriertes Arbeiten. Fragen Sie im Zweifel kurz, ob Ihr Gegenüber gerade Zeit hat.

3. Kommunizieren Sie professionell

Bleiben Sie freundlich, direkt und respektvoll – persönlich ebenso wie digital. Vermeiden Sie unnötige CC-Verteiler und Nachrichtenketten ohne Mehrwert. Wählen Sie zudem den passenden Kanal: Nicht jede Kleinigkeit braucht ein Meeting und nicht jedes sensible Thema gehört in den Gruppenchat.

4. Halten Sie Meetings effizient

Starten und beenden Sie Meetings pünktlich, verschicken Sie bei Bedarf vorab eine Agenda und laden Sie nur Personen ein, die tatsächlich gebraucht werden. Kommen Sie vorbereitet und sorgen Sie dafür, dass am Ende Entscheidungen, Aufgaben oder nächste Schritte feststehen.

5. Hinterlassen Sie Gemeinschaftsräume sauber

Küche, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Toilette und Meetingräume gehören allen. Räumen Sie benutztes Geschirr weg, entsorgen Sie alte Lebensmittel und hinterlassen Sie Räume so, wie Sie diese selbst vorfinden möchten. Ihre Kollegen sind nicht für Ihren Dreck zuständig!

6. Seien Sie zuverlässig und pünktlich

Halten Sie Termine, Deadlines und Zusagen ein. Falls etwas dazwischenkommt, informieren Sie die Betroffenen frühzeitig. Zuverlässigkeit zeigt Respekt vor der Zeit und Arbeit anderer.

7. Bleiben Sie bei Krankheit zuhause

Wer ansteckend ist, beweist keinen besonderen Einsatz, wenn er trotzdem ins Büro kommt. Im Gegenteil: Präsentismus gefährdet Kollegen und kann weitere Ausfälle verursachen. Nutzen Sie – soweit möglich und erlaubt – Homeoffice oder kurieren Sie sich zu Hause aus.

8. Respektieren Sie persönliche Grenzen

Nicht jeder Kollege möchte über sein Privatleben sprechen, umarmt werden oder persönliche Fragen beantworten. Respektieren Sie Distanzzonen und Privatsphäre. Benutzen Sie außerdem keine fremden Arbeitsmittel oder persönlichen Gegenstände, ohne vorher zu fragen.

9. Verzichten Sie auf Lästern und Büroklatsch

Über Kollegen zu reden ist leichter, als mit ihnen zu reden – aber selten konstruktiv. Haben Sie ein Problem mit dem Verhalten einer Person, sprechen Sie diese möglichst direkt und respektvoll darauf an. Dauerhaftes Lästern zerstört Vertrauen und ist ein Karrierekiller.

10. Übernehmen Sie Verantwortung

Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen und Fehlern. Schieben Sie die Schuld nicht auf Kollegen und lassen Sie vereinbarte Aufgaben nicht einfach liegen. Wer einen Fehler macht, sollte ihn ansprechen, nach einer Lösung suchen und daraus lernen.

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Büro-Knigge: Was gilt bei hybrider Arbeit?

Auch im hybriden Büro gelten Rücksicht und Respekt – nur eben digital. Beachten Sie den Status Ihrer Kollegen in Teams, Slack & Co., statt jederzeit sofortige Antworten zu erwarten. Kündigen Sie längere Calls möglichst an und nutzen Sie bei Videokonferenzen im Büro Kopfhörer. Im Homeoffice bedeutet Erreichbarkeit nicht, permanent verfügbar sein zu müssen. Vereinbaren Sie deshalb im Team klare Regeln zu Kernzeiten, Reaktionszeiten und Kommunikationskanälen. Besonders wichtig: Behandeln Sie Kollegen im Homeoffice und vor Ort gleichwertig und sorgen Sie bei hybriden Meetings dafür, dass auch remote zugeschaltete Teilnehmer gehört und einbezogen werden.

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Was tun, wenn Kollegen mit ihren Unsitten nerven?

Nicht jede nervige Angewohnheit müssen Sie zum Konflikt machen. Stört das Verhalten jedoch regelmäßig Ihre Arbeit oder das Miteinander, sollten Sie es ansprechen. Unsere fünf Empfehlungen:

  1. Wägen Sie ab

    Fragen Sie sich zunächst, ob das Verhalten wirklich störend ist oder Sie sich nur über eine einmalige Kleinigkeit ärgern. Manchmal ist Gelassenheit die beste Reaktion.

  2. Sprechen Sie den Kollegen direkt an

    Beschweren Sie sich nicht zuerst bei anderen. Ein freundliches Gespräch unter vier Augen gibt Ihrem Kollegen die Chance, sein Verhalten zu ändern.

  3. Nutzen Sie Ich-Botschaften

    Sagen Sie beispielsweise: „Ich kann mich bei den lauten Telefonaten schlecht konzentrieren.“ Eine solche Ich-Botschaft wirkt weniger anklagend als: „Sie telefonieren ständig viel zu laut!“

  4. Benennen Sie konkretes Verhalten

    Vermeiden Sie pauschale Vorwürfe wie „Sie sind rücksichtslos“. Beschreiben Sie stattdessen möglichst konkret, welches Verhalten Sie stört und welche Veränderung Sie sich wünschen.

  5. Holen Sie sich Unterstützung

    Ändert sich trotz mehrfacher Gespräche nichts oder überschreitet das Verhalten klare Grenzen, können Sie Ihre Führungskraft einschalten. Bleiben Sie auch dabei sachlich und schildern Sie konkrete Vorfälle statt persönliche Abneigungen.

Die meisten Unsitten im Büro lassen sich schon mit etwas Rücksichtnahme und Respekt vermeiden. Gute Büro-Etikette bedeutet dabei nicht steife Benimmregeln, sondern ein professionelles Miteinander, bei dem jeder die Grenzen und Bedürfnisse anderer respektiert. Wer selbst mit gutem Beispiel und guten Manieren vorangeht, trägt entscheidend zu einem angenehmen Arbeitsklima bei.


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