Das Wichtigste auf einen Blick
- Definition: Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern.
- Arten: Eine grundlegende Unterscheidung ist die zwischen verbaler, nonverbaler und paraverbaler Kommunikation.
- Verbal: Verbale Kommunikation nutzt Sprache – gesprochen oder geschrieben.
- Nonverbal: Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung und Verhalten können ebenfalls Botschaften vermitteln.
- Paraverbal: Tonfall, Lautstärke, Betonung und Sprechtempo beeinflussen, wie gesprochene Worte wirken.
- Erfolgreich kommunizieren: Entscheidend ist nicht nur, was Sie sagen, sondern auch, was Ihr Gegenüber versteht.
Definition: Was ist Kommunikation?
Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen Menschen. Ein Sender übermittelt eine Botschaft über einen bestimmten Kommunikationskanal an einen oder mehrere Empfänger. Der Begriff stammt vom lateinischen „communicare“ und bedeutet unter anderem „teilen“, „mitteilen“ oder „gemeinschaftlich machen“. Kommunikation ist die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. Wir kommunizieren ständig, um Informationen weiterzugeben, Beziehungen zu pflegen, Bedürfnisse auszudrücken, Fragen zu stellen, Entscheidungen zu treffen oder andere Menschen von etwas zu überzeugen.
Dabei kommunizieren Menschen bewusst und unbewusst. Neben den eigentlichen Worten vermitteln Stimme, Mimik, Gestik, Körperhaltung und Verhalten zusätzliche Informationen. Diese Signale können die sprachliche Aussage unterstützen, abschwächen oder ihr sogar widersprechen. Kommunikation ist daher mehr als bloße Informationsübertragung: Entscheidend ist, welche Bedeutung eine Botschaft für Sender und Empfänger besitzt – und ob beide sie ähnlich verstehen.
Wie funktioniert Kommunikation?
Vereinfacht beginnt Kommunikation mit einem Gedanken oder einer Absicht. Der Sender übersetzt diese in eine Botschaft und übermittelt sie beispielsweise durch Sprache, Schrift, Stimme oder Körpersprache. Der Empfänger nimmt die Botschaft wahr und interpretiert sie aufgrund seines Wissens, seiner Erfahrungen und der jeweiligen Situation. Das Gesagte ist deshalb nicht automatisch das Verstandene! Schon eine scheinbar eindeutige Aussage kann beim Gegenüber anders ankommen als beabsichtigt.
Ein einfaches Beispiel: Die Führungskraft sagt zu einem Mitarbeiter: „Der Bericht ist aber ziemlich kurz.“ Gemeint sein könnte eine neutrale Feststellung. Der Mitarbeiter versteht die Aussage vielleicht als Kritik oder als Aufforderung, den Bericht ausführlicher zu schreiben. Erst die Reaktion des Empfängers zeigt, was tatsächlich angekommen ist. Durch Rückfragen und Feedback entsteht deshalb eine Kommunikationsschleife. Dieses Grundprinzip beschreibt unter anderem das Sender-Empfänger-Modell.
Welche Arten der Kommunikation gibt es?
Kommunikation lässt sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Eine grundlegende Unterscheidung betrifft die Art, wie eine Botschaft vermittelt wird: verbal, nonverbal oder paraverbal:
Kommunikationsart |
Bedeutung + Beispiele |
| Verbale Kommunikation | Kommunikation mit Sprache und Wörtern – zum Beispiel Gespräch, Telefonat, Brief, E-Mail oder Textnachricht. |
| Nonverbale Kommunikation | Kommunikation ohne Worte – zum Beispiel durch Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung und Auftreten. |
| Paraverbale Kommunikation | Art des Sprechens – zum Beispiel Tonfall, Lautstärke, Sprechtempo, Betonung, Stimmlage oder Pausen. |

Diese drei Ebenen wirken in persönlichen Gesprächen häufig gleichzeitig. Wie stark sie die Botschaft beeinflussen, hängt von Situation, Inhalt und Kommunikationskanal ab. Entscheidend ist hauptsächlich, ob Worte, Stimme und Körpersprache zueinanderpassen. Daneben gibt es weitere Kommunikationsarten – zum Beispiel direkte und indirekte, synchrone und asynchrone sowie persönliche und digitale Kommunikation:
Kommunikationsarten im Überblick
Was ist verbale Kommunikation?
Verbale Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen mithilfe von Sprache und Wörtern. Dazu gehören sowohl das gesprochene als auch das geschriebene Wort. Verbale Kommunikation ist nicht gleichbedeutend mit mündlicher Kommunikation: „Verbal“ bezieht sich auf die Verwendung von Sprache. Wird dieselbe Aussage aufgeschrieben, bleibt sie eine sprachliche und damit verbale Botschaft. Über Sprache können wir Fakten vermitteln, Gedanken erklären, Fragen stellen, Wünsche äußern, argumentieren, kritisieren oder Gefühle beschreiben. Wie verständlich eine Botschaft ist, hängt dabei wesentlich von der Wortwahl und Formulierung ab.
Verbale Kommunikation: Beispiele
- Persönliche Gespräche und Diskussionen
- Telefonate und Videokonferenzen
- Vorträge und Präsentationen
- E-Mails und Geschäftsbriefe
- Messenger- und Chatnachrichten
- Berichte und schriftliche Anweisungen
Auch Schweigen kann in einem Gespräch eine Bedeutung haben. Die eigentliche Information entsteht dabei jedoch nicht durch Worte, sondern durch deren Abwesenheit, also durch ein bestimmtes Verhalten.
Wie funktioniert gute verbale Kommunikation?
Gute verbale Kommunikation ist primär klar, verständlich und auf das Gegenüber abgestimmt. Fachbegriffe können unter Experten sinnvoll sein, bei Außenstehenden aber für Verwirrung sorgen. Ebenso erhöhen ungenaue Aussagen wie „Machen Sie das möglichst bald“ das Risiko von Missverständnissen. Formulieren Sie deshalb konkret: Was möchten Sie sagen? Welche Information braucht Ihr Gegenüber? Und welche Reaktion erwarten Sie? Aus „Bitte kümmern Sie sich zeitnah darum“ wird beispielsweise: „Bitte schicken Sie mir die überarbeitete Präsentation bis Donnerstag um 14 Uhr.“
Zur guten verbalen Kommunikation gehört gleichzeitig das Zuhören. Wer nur darauf wartet, selbst wieder sprechen zu können, führt keinen echten Dialog. Aktives Zuhören und Rückfragen verbessern die Verständigung.
Was ist nonverbale Kommunikation?
Nonverbale Kommunikation umfasst Botschaften, die ohne Worte vermittelt werden. Dazu zählen insbesondere Blickkontakt, Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegungen, räumliche Distanz und das gesamte Auftreten. Ein Beispiel: Ihr Kollege sagt „Alles in Ordnung“, vermeidet dabei aber den Blickkontakt, runzelt die Stirn und verschränkt die Arme. Die sprachliche Aussage und die wahrgenommenen körperlichen Signale wirken widersprüchlich.
Nonverbale Signale liefern wichtige zusätzliche Informationen, sind aber nicht immer eindeutig. Verschränkte Arme können Ablehnung bedeuten – oder schlicht eine bequeme Haltung sein. Körpersprache sollte deshalb nie isoliert, sondern im Zusammenhang mit Situation, Person und weiteren Signalen interpretiert werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Fachartikel:
Nonverbale Kommunikation richtig deuten
Was ist paraverbale Kommunikation?
Paraverbale Kommunikation beschreibt, wie eine gesprochene Botschaft vermittelt wird. Dazu gehören Tonfall, Lautstärke, Stimmlage, Sprechtempo, Sprachmelodie, Betonung, Artikulation und Pausen. Schon der Satz „Das ist ja großartig!“ kann – je nach Betonung – echte Begeisterung, Überraschung oder genauso Ironie ausdrücken. Die Wörter bleiben identisch – ihre Wirkung verändert sich aber durch die Stimme.
Paraverbale Kommunikation existiert vorrangig bei gesprochener Sprache. In schriftlicher Kommunikation fehlen diese akustischen Signale weitgehend. Emojis, Satzzeichen oder typografische Hervorhebungen können zwar versuchen, einen Teil dieser fehlenden Bedeutung zu ersetzen, sind jedoch auch nicht immer eindeutig. Mehr darüber lesen Sie hier:
Paraverbale Kommunikation einfach erklärt
Was ist digitale und moderne Kommunikation?
Moderne Kommunikation findet zunehmend über digitale Kanäle statt: per E-Mail, Messenger, Videokonferenz, sozialen Netzwerken oder Kollaborationsplattformen. Dadurch können Menschen unabhängig von Ort und teilweise auch Zeit miteinander kommunizieren. Digitale Kommunikation kann synchron erfolgen – beispielsweise in einer Teams-Sitzung oder einem Chat in Echtzeit. Oder asynchron: Eine E-Mail wird geschrieben und erst Stunden später beantwortet.
Der Kommunikationskanal beeinflusst hierbei die Botschaft: In einer E-Mail fehlen beispielsweise Stimme und Körpersprache. Dadurch kann eine knappe Formulierung sachlich gemeint sein, beim Empfänger aber schnell unfreundlich und barsch wirken. Moderne Kommunikation verlangt deshalb nicht nur klare Formulierungen, sondern auch die bewusste Wahl des passenden Kanals. Lesen Sie hierzu unseren Fachartikel:
Digitale Kommunikation: Formen + Regeln
Welche Kommunikationsmodelle gibt es?
Kommunikation ist komplex. Verschiedene Kommunikationsmodelle versuchen deshalb zu erklären, was beim Austausch zwischen Menschen passiert und warum dieselbe Botschaft unterschiedlich verstanden werden kann. Die wichtigsten Ansätze betrachten Kommunikation jeweils aus einer anderen Perspektive:
Kommunikationsmodell |
Kernaussage |
| Sender-Empfänger-Modell | Botschaften werden vom Sender kodiert und vom Empfänger interpretiert – dabei können Störungen entstehen. |
| 4-Ohren-Modell | Jede Nachricht enthält Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. |
| Eisbergmodell | Neben sichtbaren Sachinformationen beeinflussen Gefühle, Beziehungen und Erwartungen die Verständigung. |
| Transaktionsanalyse | Kommunikation wird durch unterschiedliche Ich-Zustände und Beziehungsmuster geprägt. |
| Carl-Rogers-Modell | Empathie, Wertschätzung und Echtheit bilden Grundlagen einer konstruktiven Gesprächsführung. |
| Organon-Modell | Sprache erfüllt drei Funktionen: Darstellung, Ausdruck und Appell. |
| 5 Axiome nach Watzlawick | Grundannahmen erklären unter anderem Inhalts- und Beziehungsebene sowie die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren. |
Die Modelle widersprechen sich nicht zwingend, sondern betrachten unterschiedliche Aspekte desselben Prozesses. Welcher Ansatz hilfreich ist, hängt deshalb von der jeweiligen Gesprächssituation und Fragestellung ab. Eine Übersicht mit ausführlichen Erklärungen finden Sie hier:
7 Kommunikationsmodelle einfach erklärt
Was ist ein Kommunikationsstil?
Menschen unterscheiden sich nicht nur darin, was sie sagen, sondern auch darin, wie sie Beziehungen im Gespräch gestalten. Manche kommunizieren beispielsweise besonders hilfsbereit, andere bestimmend, distanziert oder ausgesprochen mitteilungsfreudig. Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun beschreibt acht idealtypische Kommunikationsstile. Diese sind keine starren Persönlichkeitstypen. Menschen können unterschiedliche Stilanteile besitzen und ihr Verhalten je nach Situation und Gesprächspartner verändern:
8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun
Warum scheitert Kommunikation?
Dass eine Botschaft gesendet wurde, bedeutet noch lange nicht, dass sie auch genauso verstanden wird. Kommunikationsprobleme entstehen beispielsweise durch unklare Aussagen, unterschiedliche Interpretationen, fehlendes Zuhören, Vorannahmen, Emotionen oder widersprüchliche verbale und nonverbale Signale. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die eigene Botschaft sei eindeutig. Was für den Sender selbstverständlich klingt, kann der Empfänger aufgrund vorheriger (negativer) Erfahrungen vollkommen anders interpretieren.
Auch die Beziehung zwischen den Beteiligten spielt eine Rolle: Besteht bereits ein Beziehungskonflikt, kann selbst eine sachlich gemeinte Rückfrage als Angriff verstanden werden. Umgekehrt können intakte Beziehungen kleinere Ungenauigkeiten in der Kommunikation leichter auffangen. Die beste Gegenmaßnahme ist Rückkopplung: Fragen Sie nach, was angekommen ist, und klären Sie Unklarheiten frühzeitig, bevor daraus Missverständnisse oder Konflikte entstehen. Mehr dazu:
Kommunikationsstörungen: Ursachen + Lösungen
Wie kann ich besser kommunizieren?
Erfolgreiche Kommunikation lässt sich lernen und trainieren. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel oder besonders eloquent zu reden. Gute Kommunikationsfähigkeit zeigt sich vor allem darin, dass Sie sich verständlich ausdrücken, aufmerksam zuhören und Ihr Verhalten an Situation und Gesprächspartner anpassen. Diese sieben Regeln helfen:
1. Formulieren Sie klar und konkret
Vermeiden Sie unnötig komplizierte Formulierungen und ungenaue Erwartungen. Je wichtiger eine Information ist, desto eindeutiger sollte sie formuliert werden. Statt „Wir sollten uns bald zusammensetzen“ ist „Lassen Sie uns morgen um 10 Uhr darüber sprechen“ wesentlich klarer.
2. Hören Sie aktiv zu
Gute Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden, konzentrieren Sie sich auf dessen Aussage und stellen Sie Rückfragen. Wer wirklich zuhört, versteht nicht nur mehr, sondern signalisiert gleichzeitig Interesse und Respekt.
3. Fragen Sie bei Unklarheiten nach
Verlassen Sie sich nicht auf Vermutungen. Fragen Sie lieber: „Wie genau meinen Sie das?“ oder „Habe ich Sie richtig verstanden, dass…?“ Damit lassen sich viele Missverständnisse verhindern, bevor daraus ein Konflikt entsteht.
4. Berücksichtigen Sie andere Perspektiven
Menschen verfügen über unterschiedliche Erfahrungen, Kenntnisse und Erwartungen. Holen Sie Ihr Gegenüber auf dessen Wissensstand ab und erklären Sie notwendige Zusammenhänge, statt gemeinsames Vorwissen vorauszusetzen.
5. Achten Sie auf Stimme und Körpersprache
Worte, Tonfall und Körpersprache sollten möglichst zusammenpassen. Wer Zustimmung formuliert und gleichzeitig genervt die Augen verdreht, sendet widersprüchliche Signale. Achten Sie deshalb nicht nur darauf, was Sie sagen, sondern auch darauf, wie Ihre Botschaft wirkt.
6. Wählen Sie Kanal und Zeitpunkt bewusst
Nicht jede Botschaft gehört in eine E-Mail oder Chatnachricht. Komplexe, persönliche oder konfliktbeladene Themen sollten Sie besser im direkten Gespräch klären. Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt: Unter großem Zeitdruck oder zwischen Tür und Angel entstehen leichter Missverständnisse.
7. Holen Sie Feedback ein
Fragen Sie insbesondere bei wichtigen Absprachen nach, ob Ihre Botschaft verständlich war. Feedback zeigt, was tatsächlich angekommen ist – und hilft Ihnen zugleich, den eigenen Kommunikationsstil weiterzuentwickeln.
FAQ zur Kommunikation
Was sind die 5 Elemente der Kommunikation?
In einem einfachen Kommunikationsprozess lassen sich fünf zentrale Elemente unterscheiden: Sender, Botschaft, Kommunikationskanal, Empfänger und Feedback. Der Sender formuliert eine Botschaft und übermittelt sie über einen Kanal. Der Empfänger interpretiert die Information und reagiert darauf.
Was ist der Unterschied zwischen Kommunikation und Information?
Information bezeichnet einen Inhalt beziehungsweise eine Nachricht. Kommunikation beschreibt dagegen den Prozess, bei dem Informationen zwischen Menschen oder Systemen ausgetauscht und interpretiert werden. Eine Information kann deshalb Bestandteil einer Kommunikation sein.
Ist Schweigen auch Kommunikation?
Ja, Schweigen kann von anderen als Botschaft interpretiert werden – beispielsweise als Zustimmung, Ablehnung, Unsicherheit oder Desinteresse. Welche Bedeutung es besitzt, hängt vom Kontext ab. Bekannt ist hierzu Paul Watzlawicks Grundsatz: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“
Kann Kommunikation einseitig sein?
Ja. Kommunikation muss nicht immer ein unmittelbarer Dialog sein. Bei einem Vortrag, einer Präsentation oder einer schriftlichen Mitteilung sendet zunächst überwiegend eine Seite Informationen. Sobald Empfänger darauf reagieren – verbal, nonverbal oder zeitversetzt –, entsteht wiederum ein wechselseitiger Kommunikationsprozess.
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