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Zum Meeting zu spät gekommen, den Kaffee über den Konferenztisch geschüttet, ein Senffleck auf der Krawatte - im Job geraten Sie schnell in peinliche und unangenehme Situationen. Mit hochrotem Kopf drucksen die meisten in solchen Momenten hilflos herum. Erst Stunden später fällt ihnen dann eine passende Antwort ein. Dumm gelaufen. Muss aber nicht so bleiben: Denn Schlagfertigkeit lässt sich lernen...

Was ist Schlagfertigkeit

Schlagfertigkeit Bedeutung Schlagfertigkeit Sprüche Schlagfertigkeit Beispiele schlagfertig englischSchlagfertigkeit ist die Kunst, in einer unangenehmen Situation spontan und wendig zu kontern. Wer schlagfertig ist, auf Englisch: quick-witted, der stoppt Verbalattacken und nimmt dem Angreifer den Wind aus den Segeln. Dieser steht in einem schlechten Licht da, während Sie souverän und selbstsicher daher kommen. Drei Dinge sind wichtig, um schlagfertig zu sein:

  1. Die Fähigkeit zur Gegenwehr. Haben Sie den Mut auch mal frech zu sein und brechen Sie mit dem Wunsch, es allen recht machen zu wollen. Es ist gar nicht so wichtig, was Sie sagen, entscheidend ist, dass Sie etwas sagen.
  2. Argumentationsfähigkeit. Wenn Sie es schaffen, auch in Stresssituationen Ihre Meinung zu vertreten und Argumente zu finden, wird Ihnen eine hohe persönliche Integrität zugesprochen.
  3. Humor. Statt den Angriff persönlich zu nehmen, machen Sie sich darüber lustig. Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, lässt Sie gelassen wirken.

Schlagfertigkeit Sprüche

Was Ihnen Schlagfertigkeit bringt

Es lohnt sich an der eigenen Schlagfertigkeit zu arbeiten. Was sich dadurch für Sie verbessert:

  • Sie verschaffen sich Respekt unter den Kollegen.
  • Sie machen einen souveränen Eindruck.
  • Sie steigern Ihr Selbstwertgefühl.

Schlagfähigkeit beginnt mit der Körpersprache

Schlagfertigkeit Körpersprache schlagfertig antwortenNeben den richtigen Worten, braucht es für eine schlagfertige Reaktion auch die richtige Körpersprache. Machen Sie sich nicht klein und schauen verschämt zu Boden. Stehen Sie auf und schauen Ihrem Gegenüber direkt in die Augen. Eine aufrechte Körperhaltung und direkter Blickkontakt signalisieren Ihrem Gegenüber, dass Sie keine Angst empfinden und sich nicht einschüchtern lassen.

Weitere wissenswerte Informationen zur Körpersprache finden Sie HIER.

Schlagfertig antworten: So lernen Sie Schlagfertigkeit

Schlagfertigkeit lernen kann jeder. Ein großer, aktiver Sprachschatz ist dazu allerdings Voraussetzung. Denn natürlich lebt jeder Konter auch vom cleveren Sprachspiel, vom scharfen Wortwitz - von der Spitze eben. Ohne dieses Sprachgefühl gelingt allenfalls der Aufstieg zum stumpfen Dampfplauderer. Lesen Sie also viel, reden Sie viel und üben, üben, üben Sie mit Worten zu spielen.

Schlagfertigkeit trainieren können Sie zum Beispiel, indem Sie eine Assoziationkette machen: Mit mehreren Freunden macht dies am meisten Spaß. Einer sagt ein Wort und nun wird auf dieses Wort assoziiert, dann auf das nächste und alle müssen solange auf das vorhergehende Wort assoziieren, bis es ins Stocken gerät.

Dann wird das nächste Wort in die Menge gerufen. Sie können dieses Spiel natürlich auch mit sich allein üben, indem Sie mit geschlossenen Augen auf ein Wort in der Zeitung tippen und dann eine Minute lang überlegen, welche anderen Begriffe Ihnen dazu einfallen.

Schlagfertigkeit Beispiele

Schlagfertigkeit Sprüche schlagfertig antworten Schlagfertigkeit Beispiele Schlagfertigkeit PöhmSie sollten sich eine kleine Sammlung an Schlagfertigkeitssprüchen anlegen, die Sie zur Not parat haben. Zwar ist es weitaus spontaner, aus der Situation heraus handeln zu können, aber das bedarf eines gewissen Trainings.

Für den Anfang kann es hilfreich sein, einige Sprüche zu kennen, um in der jeweiligen Situation reagieren und somit das Selbstvertrauen aufbauen zu können: ich bin nicht hilflos. Das hier sind gewissermaßen Klassiker, mit denen Sie schlagfertig antworten können und die häufig passen - unabhängig von der Bemerkung. Der Kommunikationsexperte und "Schlagfertigkeitscoach" Matthias Pöhm nennt Sie Triggersätze:

  • "Das sehen Sie richtig."
  • "Das überlege ich mir noch."
  • "Das ist Ihre Meinung."
  • "Ich habe das leider nicht verstanden. Was wollten Sie mir damit sagen?"
  • "Daran werden Sie sich gewöhnen müssen."
  • "Sie sprechen hörbar aber nicht verstehbar."
  • "Das ist allein Ihr Problem."
  • "Das haben Sie gut beobachtet."
  • "Behaupten kann das jeder."
  • "Das sind klassische Einbildungen."

Lernen Sie dazu. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man in der jeweiligen Situation nicht entsprechend parieren kann. Aber schlagfertig wird man nicht von heute auf morgen. Es schadet aber auch nichts, sich bestimmte Situationen ins Gedächtnis zu holen und mögliche Antworten in Gedanken durchzuspielen. Merken Sie sich, was Ihnen dazu einfällt, dann können Sie in einer vergleichbaren Situation eine Gegenwehr leichter abrufen.

Abschließend ein Bonmot von Kurt Tucholsky, mit dem sich gehässige Bemerkungen gut parieren lassen:

Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Vor allem aber üben Sie, offensiver zu werden. Wer Angst hat, etwas Falsches zu sagen, wird nie schlagfertig. Der Journalist John Wilkes ist ein gutes Vorbild dafür. Als Lord Sandwich, Namenspatron des gleichnamigen Klappbrots, zu ihm sagte: "Sie werden eines Tages entweder an der Syphilis sterben oder am Galgen", meinte Wilkes nur: "Das kommt darauf an, ob ich die Mätresse oder die Lebensprinzipien Eurer Lordschaft übernehme." Rrrrumms.

Tempo entscheidet bei der Schlagfertigkeit freilich ebenfalls. Der Konter lebt von der Überraschung. Davon, dass er den anderen trifft, wo es weh tut. Wer unter Beschuss gerät, den treibt jedoch oft die Schrecksekunde in die Defensive. Diese Starre zu überwinden - das ist die schwerste Lektion. Sie gelingt allein durch eine Art Immunsystem:

Sehen Sie verbale Balgereien als Kommunikations-Pingpong. Oder als Kompliment: Immerhin widmet Ihnen da einer so viel Aufmerksamkeit, dass er Sie als Zielscheibe ausgewählt hat. Und wer steckt sich schon kleine Ziele? Eben.

Taktiken für mehr Schlagfertigkeit

Bevor wir auf einige Taktiken, wie Sie eine schlagfertige Antwort finden, eingehen, schildern wir das Problem: In der Regel werden Sie von fiesen Sprüchen unerwartet getroffen. Im ersten Moment sind Sie verletzt und fühlen sich gedemütigt. Sie befinden sich in einer Stresssituation. Ihr erster Reflex ist die Flucht. Genau dieser Reflex hindert Sie daran spontan zu regieren. Setzen Sie sich nicht unter Druck und die Antwort kommt von selbst.

  • Die Rückfrage-Taktik

    Diese Taktik lässt sich eigentlich immer anwenden. Sie spielen den Ball direkt zurück an Ihr Gegenüber.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Kollege: "Im Urlaub haben Sie aber zugelegt."

    Sie: Ja, das kann sein. Wie war Ihr Urlaub denn so? Scheinbar war das Essen ja nicht so gut.

  • Die Umkehr-Taktik

    Mithilfe dieser Taktik drehen Sie den Spieß um und stellen Ihr Gegenüber bloß. In der Regel hat diese Reaktion einen großen Unterhaltungswert für alle anderen. Doch Vorsicht: Damit machen Sie sich schnell Feinde und sollten mit eine Retourkutsche rechnen.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Winston Churchill war für seine Schlagfertigkeit berühmt. Bei einer Abendgesellschaft soll eine gewisse Lady Astor zu ihm gesagt haben: Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee mischen. Darauf entgegnete Churchill:

    Und wenn ich Ihr Mann wäre, dann würde ich ihn trinken.

  • Die Zustimmungs-Taktik

    Statt sich zu verteidigen, geben Sie Ihrem Angreifer einfach recht. Vorwürfe und Provokationen laufen auf diese Weise ins Leere.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Der SPD Vorsitzende Sigmar Gabriel wurde bei der Bundespressekonferenz nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags darauf angesprochen, wie er es finde, dass er und Alexander Dobrindt nun Teil eines Kabinetts seien. Dobrindt habe Gabriel als "übergewichtig und unfähig" bezeichnet. Gabriel antwortete gelassen:

    Zumindest zu der einen Hälfte hat er ja recht. Zu welcher, hängt von der Gewichtsklasse des Betrachters ab.

  • Die Kompliment-Taktik

    Diese Taktik beruht darauf, den Kollegen mit einem ironischen Lob außer Gefecht zu setzen.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Während einer Präsentation werden Ihre Ausführungen als überflüssig bezeichnet. Sie kontern:

    Ein toller Einwurf. Darf ich ihn aufschreiben?
    Ich bin schwer beeindruckt.
    Kompliment! Diese gewitzte Bemerkung hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.
    Vielen Dank für die Lebenshilfe.
    Schön gesagt. Könnten Sie dies bitte wiederholen?

  • Die Übersetzungs-Taktik

    Mit dieser Taktik "übersetzen" Sie die Worte Ihres Gegenübers. Damit drehen Sie die Aussage zu Ihrem Vorteil.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Ihr Kollege unterstellt Ihnen. "Sie sind doch nur eine Marionette des Chefs!" Darauf antworten Sie:

    Sie meinen damit, dass es viel Fingerspitzengefühl braucht, um mich zu führen?

  • Die Ausweich-Taktik

    Bei dieser Taktik gehen Sie überhaupt nicht auf den Inhalt des Vorwurfs ein, sondern machen es zum Thema, wie aktuell miteinander geredet wird. Bringen Sie die unsachliche Art der Kommunikation zur Sprache. Isolieren Sie Ihr Gegenüber mit seiner Aussage.

    Schlagfertigkeit Beispiel

    Sie werden in einem Meeting von Ihrem Kollegen dafür kritisiert, nur schwachsinnige Ideen zu haben. Ihre Antwort darauf:

    Unsachliche Bemerkungen wie diese bringen uns nicht weiter. Wir alle sind daran interessiert, möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Ich bitte Sie, sich auf die richtigen Umgangsformen zu besinnen.

Schlagfertigkeit Spruch Bahn Verspätung

Schlagfertigkeit im Job kann auch gefährlich sein

ABER... Und das ist ein großes ABER: Im Job und im Büro gelten andere Regeln als bei einer hitzigen Debatte. Bei Letzterer muss die kernige Replik schnell, präzise und schmerzhaft sein, damit sie ihre Wirkung voll entfaltet. Im Job ist das risikoreich: Frechheit bringt hier häufig nur einen Pyrrhussieg. Wer versucht, andere mundtot zu machen, provoziert eher Rachegelüste.

Oder schlimmer: Der ursprüngliche Vorwurf setzt sich dank der Pointe erst recht in den Köpfen der Anwesenden fest. Büro-Rhetorik ist deshalb niemals Kampfrhetorik, vielmehr soll sie die eigene Souveränität demonstrieren und ein unangenehmes Thema beenden.

Die Alternativ-Techniken zur Schlagfertigkeit:

  • Nehmen Sie solche Angriffe nicht persönlich

    Versuchen Sie die Situation wie einen sportlichen Wettkampf vorzustellen. Okay, der andere spielt unfair. Aber es ist nur ein Fight. Wenn Sie die ganze Zeit daran denken, wie Sie dabei auf andere wirken oder welche Konsequenzen das für Ihr Image in der Firma haben könnte, gewinnen Sie nicht genug inneren Abstand, um sachlich zu antworten. Sie lassen sich provozieren.

  • Machen Sie eine kurze Pause

    Es ist ein Trick solcher Aggressoren, dass diese Sie zu einer schneller Reaktion verleiten wollen – die sie insgeheim vielleicht schon erwarten und darauf auch sofort wieder kontern können. Das endet dann wie beim Hase und Igel: Der andere ist immer schon da. Steigen Sie aus dieser Spirale aus. Übernehmen Sie die Kontrolle. Stellen Sie beispielsweise eine Rückfrage oder bedanken Sie sich dafür, dass der andere seinen Standpunkt so leidenschaftlich klar gemacht hat. Und schon führen Sie die Diskussion und geben jetzt das Tempo vor.

  • Ein gelungener Konter braucht Humor

    Der lockert auf und sorgt dafür, dass Ihre Retourkutsche taktvoll bleibt. Gewürzt mit einer Prise Charme und Selbstironie entkräftet man so nahezu jeden giftigen Spruch. Als der französische Staatspräsident François Mitterrand einst bei einer Rede von einem Kritiker immer wieder mit "Aufhören!" unterbrochen wurde, erwiderte er lakonisch: "Ich würde uns beiden den Gefallen ja gerne tun, aber wir sollten in dieser Situation nicht nur an uns denken."

  • Übertreiben Sie maßlos

    Stellen Sie dem Vorwurf ein noch schlimmeres Szenario gegenüber: "Klar bin ich noch nicht fertig. Oder soll ich etwa einen Schnellschuss abliefern?"

  • Weisen Sie die Verbalattacke kategorisch zurück

    Zum Beispiel mit den Worten: "Das ist Ihre Version. Tatsache aber ist, dass..." Die Masche ist zwar nicht besonders originell, dafür zwingt sie das Gespräch zurück auf die Sachebene.

  • Schweigen Sie

    "In Ihrem Alter war ich aber nicht so naiv." "Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!" "Wissen Sie, gutes Aussehen allein reicht in diesem Job nicht..." Frechheit! Stimmt. Aber wie reagieren Sie im Meeting auf solche unverschämten Angriffe? Womöglich stammt die verbale Attacke aber auch vom Chef.

    Den anschließend in seine Schranken zu weisen, ist zwar richtig, ihn zu düpieren jedoch unklug. Es gibt jedoch noch eine weitere, viel elegantere Form der Zurechtweisung: Schweigen. Sie sagen nichts, schauen dem Aggressor nur intensiv in die Augen und legen eine Schweigeminute ein. Die nun eintretende erwartungsvolle Stille wirkt zu Ihren Gunsten: Denn während die Unverschämtheit noch durch den Raum hallt, mutiert sie zur peinlichen Niedertracht.

    Sie aber bleiben souverän, zeigen Größe darüber zu stehen und sich völlig unter Kontrolle zu halten. Danach machen Sie weiter als sei nichts gewesen. Auch diese Geste signalisiert: Es perlt an Ihnen ab. Und auf so ein Niveau begeben Sie sich auf keinen Fall. Der Sprecher hingegen hat sich mit seinem Schuss unter die Gürtellinie selbst disqualifiziert.

Eristik als Selbstverteidigung

Falls Sie in diesen Techniken fortgeschritten sind und es mal mit einem ganz fiesen Hund zu tun bekommen, können Sie sich gerne noch in der Kunst der Eristik üben. Das ist die böse Stiefschwester der Rhetorik, bei der es nicht mehr nur darum geht, einen Angriff zu parieren oder das beste Argument in den Vordergrund zu stellen, sondern einen Streit mit allen fiesen Mitteln zu gewinnen. Ziel ist, den Gegner auszutricksen, lächerlich zu machen, zu diskreditieren - obwohl dieser möglicherweise sogar recht oder die besseren Argumente hat.

Das allerdings gehört nun wirklich nicht ins Büro und dient allenfalls als letzter Schritt zur Selbstverteidigung. Deren Techniken zu kennen, ist dennoch ratsam - und sei es nur, um richtig gemeine Attacken zu parieren.

  • Den Gegner wütend machen.

    Wer vor Wut schäumt, kann keinen klaren Gedanken mehr formulieren. Bewährtes Mittel: Schikane, Unterstellung, Unverschämtheiten und dem Gegner wiederholt Unrecht tun. Übrigens: Gerät der Gegner bei einem Streitpunkt unerwartet in Rage, ist das ein gutes Indiz für einen wunden Punkt. Erfahrungsgemäß sind seine Argumente hier besonders schwach und emotional. Sofort nachbohren!

  • Die Aussagen des Gegners falsch zusammenfassen.

    Unverschämt, aber nicht minder wirkungsvoll ist, mehrere Antworten, die nicht der gewünschten Meinung entsprechen, mit einer falschen Schlussfolgerung (der eigenen These) zusammen zu fassen: "Sie sagen also, dass..." Sagt er natürlich nicht, bringt ihn aber in Rage.

  • Die These des Gegners überhöhen.

    Und sie möglichst allgemein darstellen, die eigene dagegen sehr konkret und in knappen Worten. So wird die gegnerische These wesentlich angreifbarer, sie bietet mehr Fläche.

  • Den Gegner ins Kreuzverhör nehmen.

    Identifizieren Sie Argumente, die mit etwas in Widerspruch stehen, was der Gegner angeblich früher schon einmal gesagt hat. Genauso wirken Argumente, die mit etwas in Widerspruch stehen, das der Gegner früher gelobt hat. Das Ziel hierbei: Die Glaubwürdigkeit des Zeugen wird untergraben.

  • Den Gegner mit einem Trommelfeuer aus Fragen belegen.

    Bei dieser Technik verliert er den Überblick und das Motiv dahinter aus den Augen. Am Ende werden alle bestätigten Punkte rasch zusammengefasst.

  • Das eigentliche Ziel zerteilen.

    Sie verschleiern etwa die Bestätigung für einen heiklen Punkt, indem Sie ihn in einzelne Prämissen zerlegen. Diese lässt man sich dann im Laufe der Debatte und in wilder Reihenfolge einzeln bestätigen. Am Ende ist es leicht, den Sack zuzumachen: "Sie haben ja schon zugegeben, dass ... und dass ... und dass ..., daraus kann nur eines folgen: Es ist so wie ich sage!"

  • Dem Gegner zum Schein zustimmen.

    Anschließend seine Thesen und Argumente überhöhen und übertreiben, dabei seine Zustimmung suggestiv provozieren (Kopfnicken reicht) und anschließend die Übertreibung genüsslich widerlegen: "Aber das ist natürlich Quatsch!" Das schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Gegner steht da wie ein Depp und sein Pulver ist verschossen.

  • Die These des Gegners bestätigen.

    Ähnlich wie der Punkt zuvor, aber nun bewerten Sie sie nicht, sondern bezweifeln, dass sie praxistauglich ist: "Auf dem Papier sieht das ja hübsch aus. Aber wie soll das jemals funktionieren?"

  • Den Gegner mit einem Wortschwall überraschen.

    Ein plötzlicher und heftiger Wortschwall verblüfft manche Gegner so sehr, dass sie aus dem Konzept kommen. Die antiken Sophisten empfahlen sogar, statt zu antworten, plötzlich loszulachen, um den Gegner zu verunsichern. Hauptsache danach kommt ein Knaller.

[Bildnachweis: Sergei Domashenko by Shutterstock.com]

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