Innere Ruhe finden: So gelingt es Ihnen

Es gibt Situationen im Leben, die Menschen umtreiben und nervös machen. Dieses unangenehme Gefühl mag keiner, daher lautet die Frage meist recht schnell: Wie kann ich innere Ruhe finden? Die Unruhe ist je nach Persönlichkeit unterschiedlich stark ausgeprägt, so wie die Dinge, die dazu führen, unterschiedlicher Natur sein können. Schon allein deshalb lässt sich nicht automatisch sagen, was für wen funktioniert. Wir sind der Frage nachgegangen, wie Nervosität und Anspannung entstehen und welche Tipps für innere Ruhe es gibt…

Innere Ruhe finden: So gelingt es Ihnen

Innere Ruhe Definition: Was ist darunter zu verstehen?

Innere Ruhe finden Tipps Tee englisch Homöopathie Definition SprücheWas bedeutet es, innere Ruhe zu besitzen? Gemeint ist damit ein Zustand der Gelassenheit. Er setzt die Fähigkeit voraus, in herausfordernden Situationen die Ruhe, die Fassung zu bewahren. Das kann mehrere Dinge bedeuten:

Sie können ein Beispiel für gelungene Selbstbeherrschung sein, weil Sie Ihrem Ärger nicht sofort nachgeben, auch wenn der Kollege Sie innerlich zur Weißglut treibt.

So betrachtet beinhaltet innere Ruhe (englisch = inner peace, peace of mind) den Aspekt der Impulskontrolle. Häufig wird innere Ruhe aber auch ex negativo definiert: Die Abwesenheit von Unruhe, also Stress, Aufregung und Nervosität.

Innere Ruhe heißt, durch Vorkommnisse nicht völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren, sondern sich auf das Innere zurückziehen und dort die notwendige Ruhe finden zu können. Was so etwas esoterisch daherkommt, ist letztlich nichts anderes als dies: Körper und Seele im Einklang.

Innere Ruhe: Deshalb ist sie wichtig

Viele Dinge können Unruhe auslösen. Prüfungssituationen sind ein klassisches Beispiel dafür und wohl jeder kennt sie: Wir befinden uns unmittelbar vor den Abiturklausuren oder Examensprüfungen. Oder Sie müssen ein Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Im Job gibt es immer wieder Situationen, die Nervosität und Lampenfieber verursachen können – Präsentationen, Feedbackgespräche oder wichtige Verhandlungen mit Kunden.

Auch wenn im Leben aktuell Chaos herrscht, weil beispielsweise ein unschönes Ereignis eingetreten ist – der Verlust einer Freundschaft, Arbeitslosigkeit oder finanzielle Sorgen, dann ist es wichtig, innere Ruhe zu finden.

Das Gegenteil nämlich, Unruhe und Anspannung, kann schlimmstenfalls in Angst und Kopflosigkeit umschlagen: Wir besitzen nicht mehr die Kontrolle über unser Leben. Stattdessen wird man von Angst getrieben und begeht Fehler, die bei ruhiger Betrachtung hätten vermieden werden können.

Von diesem Punkt ist es für manche Menschen nur noch ein kleiner Schritt, sich in die Opferrolle zu begeben.

Damit geben Sie allerdings nicht nur die Kontrolle über Ihr Leben, sondern auch die Verantwortung ab. Und wer sollte für Ihr eigenes Leben verantwortlich sein, wenn nicht Sie selbst?

Innere Ruhe: Sprüche und Zitate

  • Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen. Oscar Wilde
  • Ein Feld, das geruht hat, trägt prächtige Ernte. Ovid
  • Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles. Theodor Fontane
  • Wenn es dir gelingt, die innere Ruhe zu erobern, so hast du mehr getan als derjenige, der Städte und ganze Reiche erobert hat. Michel de Montaigne
  • Früher brachte der Lärm die Menschen aus der Ruhe. Heutzutage ist es die Stille. Ernst Ferstl
  • Wenn dein Leben schwer geworden ist, denk nur einen Tag in Ruhe über dich nach. Das wird dir mehr einbringen als ein ganzes Jahr einfach nur weiterzumachen. Arthur Schopenhauer

Innere Ruhe finden: Tipps für mehr Gelassenheit

Es ist manchmal schon wirklich ärgerlich. Einige Leute reagieren verständnislos, wenn sie mitbekommen, dass bestimmte Situationen vielleicht angstauslösend sind oder zumindest nervöses Kribbeln verursachen. Sie sind die Ruhe selbst und scheinen in jeder Situation Herr oder Herrin der Lage.

Das ist schön für diese Menschen, aber nicht besonders hilfreich, wenn man selbst eher zur anderen Sorte gehört. Es ist vor allem eine Form der Ignoranz und mangelnden Empathie, auf andere Menschen mit dem Finger zu zeigen, die weniger gelassen in bestimmten Situationen sind.

Glücklicherweise müssen Sie nicht mit allen Menschen gut auskommen. Solche, die Ihnen nicht guttun, toxische Menschen, sollten Sie nach Möglichkeit meiden. Dennoch ist es wichtig, sich über bestimmte Dinge im Klaren zu sein: So wie Sie sich zu einem gewissen Grad Menschen in Ihrer Umgebung aussuchen können, können Sie aktiv mit Ängsten und Eigenschaften umgehen, die Sie eher behindern.

Denn innere Ruhe ist ein erstrebenswertes Gut, das Ihnen Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität bringt. Folgende Tipps können dabei behilflich sein:

  • Erkennen Sie Ihre Stressauslöser.

    Um Stress zu vermeiden und innere Ruhe zu begünstigen, ist es wichtig, die Stressauslöser zu kennen. Manche Menschen können mit Druck nicht gut umgehen, andere sind besonders geräuschempfindlich. Auch das Gefühl, völlig allein gegen eine Übermacht an Aufgaben ankämpfen zu müssen, kann zu argen Verspannungen führen. Wer seine Stressoren kennt, hat die Möglichkeit, frühzeitig dagegen vorzugehen. Dazu gehört unter anderem nein zu sagen, wenn Sie bereits viele Aufgaben erledigen müssen und der Vorgesetzte mit zusätzlicher Arbeit kommt.

  • Machen Sie Entspannungsübungen.

    Es gibt eine Reihe von Entspannungsübungen, die Ihnen guttun werden. Einige davon funktionieren vielleicht sofort, andere bedürfen der längeren Anwendung. Wichtig ist, dass Sie sich darauf einlassen. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Atemübungen, Autogenes Training, Meditation und Yoga sind eine Reihe von Maßnahmen, die vielen Menschen helfen. Allen Methoden gemeinsam ist eine Form der Entschleunigung und Achtsamkeit. Die Anwendung trägt dazu bei, dass Sie sich Ihre Ziele, Werte und Konflikte klarer erkennen. Gleichzeitig wird wieder ein Kontakt zum Körpergefühl hergestellt und die Wahrnehmung auf körperliche Reaktionen geschärft.

  • Vermeiden Sie ständige Vergleiche.

    Innere Ruhe zu besitzen heißt zufrieden zu sein. Diese Zufriedenheit ist allerdings gefährdet, wenn Sie sich ständig mit anderen vergleichen. Besonders ungünstig: Viele Menschen neiden dazu, sich völlig unrealistisch mit Menschen zu vergleichen, die völlig andere Bedingungen haben. Natürlich können Sie neidisch auf Ihren Kommilitonen sein, der als Millionärssöhnchen ein riesiges Haus besitzt und einen schnittigen Sportwagen fährt. Aber bringt es Sie weiter? In den wenigsten Fällen ist so eine Betrachtungsweise konstruktiv. Wenn überhaupt, sollten Sie sich mit Menschen vergleichen, denen es nicht so gut geht. Echte Dankbarkeit ist ein Garant für ein glückliches Leben.

  • Trinken Sie Tee.

    Es gibt verschiedene Mittelchen, die dabei helfen, Nervosität abzubauen und sich wieder zu beruhigen. Bevor Sie jetzt allerdings zu irgendwelchen Baldrian- oder Johanniskrautpräparaten greifen, sollten Sie es erst einmal mit ganz gewöhnlichen Tees versuchen. Wärme an sich hat etwas Beruhigendes und kann eine gute Ergänzung zum Vollbad (vor allem, wenn Sie nur eine Dusche haben) und/oder zur Wärmflasche sein. Zusätzlich können Sie auf Kräutertees zurückgreifen, denen eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird. Ähnlich wie in der Homöopathie werden Zutaten verwendet, die bestenfalls helfen, aber kaum Gefahren von Nebenwirkungen beinhalten. Bestandteile sind häufig Hopfen, Lavendel und Melisse.

  • Entwickeln Sie mehr Selbstbewusstsein.

    Wer von Lampenfieber und Nervosität geplagt ist, ist vor allem unsicher und weiß nicht um seine individuellen Stärken. Stattdessen sind häufig die Schwächen überpräsent. Trainieren Sie Ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, indem Sie sich Ihre bisherigen Leistungen und Stärken bewusst machen.

  • Bereiten Sie sich gründlich vor.

    Entziehen Sie möglichen Versagensängsten den Boden, indem Sie sich gründlich vorbereiten. Dazu gehört, für eine Prüfung oder Präsentation früh genug zu beginnen, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen und einen Zeitplan zu entwickeln, was Sie in welcher Zeit bearbeitet haben wollen. Innere Ruhe werden Sie durch positive Erlebnisse erlangen, die alte, negative Erfahrungen ablösen.

  • Vermeiden Sie Perfektionismus.

    Gründliche Vorbereitung muss immer auch realistisch sein. Niemand kann alles wissen und selten wird alles verlangt. Oftmals ist eine Begrenzung sinnvoll oder sogar vorgegeben: Das kann eine zeitliche Vorgabe sein, das kann ebenso eine inhaltliche Vorgabe sein, indem etwa ein bestimmter Aspekt, eine bestimmte Epoche oder eine bestimmte Region besonders genau betrachtet wird.

  • Suchen Sie den Ausgleich.

    Es gibt viele Wege, einen Ausgleich zu stressigen Situationen zu finden und meist ist nicht nur einer wichtig, sondern mehrere. Innere Ruhe gelingt durch Stressabbau. Dazu brauchen Sie einerseits auch tatsächlich äußere Ruhe, beispielsweise in Form von Spaziergängen, Auszeit, Urlaub. Aber auch das Gegenteil ist sinnvoll: ist der Körper voller Adrenalin, kommen wir nicht zur Ruhe. Dagegen empfiehlt sich Sport, denn überschüssiges Adrenalin und das Stresshormon Kortisol werden so abgebaut. Wunder wirken können auch Gespräche mit Freunden. Viele Menschen verarbeiten so Probleme und Ausnahmesituationen. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, durch das Feedback eines Freundes eine andere Sichtweise zu erfahren.

[Bildnachweis: kenary820 by Shutterstock.com]
22. Mai 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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