Perfektionismus überwinden: 9 perfekt einfache Tipps

Es ist ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Manche Menschen verschwenden ihr ganzes Leben bei dem Versuch. Alle Dinge 100-prozentig und perfekt zu erledigen, ist nicht nur ineffektiv. Perfektionismus führt zum Tunnelblick: Egal, was Sie erreichen, es ist nie gut genug. Das Glück – es ist einem immer einen Schritt voraus. Perfektionsmus ist eine ewige Jagd, die nur in vermindertem Selbstvertrauen mündet. Oder sie sorgt dafür, dass wir uns an Erreichtem nicht mehr erfreuen können. Stattdessen sehen wir nur die Fehler im Detail. Wie sich dieser negative Perfektionismus überwinden lässt…

Perfektionismus überwinden: 9 perfekt einfache Tipps

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Perfektionismus Ursachen: Gute & schlechte Perfektion

Perfektionismus ist nicht immer gleich. Das hat auch die Koblenzer Wissenschaftlerin und Perfektionismus-Expertin Christine Altstötter-Gleich („Perfektionismus: Mit hohen Ansprüchen selbstbestimmt leben„) festgestellt. Er hat sowohl unterschiedliche Ursachen als auch verschiedene Ausprägungen. Es wäre also ein Fehler, den Wunsch nach hoher Qualität, Präzision und Perfektion pauschal zu verteufeln. Stattdessen braucht es einen differenzierteren Blick auf die Eigenschaft: Es gibt gute Perfektion – und schlechte.

Schlechte Perfektion

Nicht selten verbirgt sich hinter der „neurotischen Perfektionssucht“ (Altstötter-Gleich) das unerfüllte Verlangen nach Beachtung oder Beifall, der Wunsch nach mehr Kontrolle und der Versuch, sich vor Schimpf und Schande zu schützen. Das ist allerdings so zielführend wie zwei Tage Kreisverkehr. Betroffene Perfektionisten sind oft willensstarke Menschen mit harter Schale aber äußerst sensiblem Kern. Sie geben zwar stets ihr Bestes – aber aus den falschen, extrinsischen Gründen. So entsteht eine Abwärtsspirale aus Streben, Stress und Scheitern.

Gute Perfektion

Im Gegensatz zur negativen Perfektion ist diese Form eher nach innen gerichtet. Sie hat auch dort ihre Ursache: Diese Perfektionisten legen an sich selbst hohe Maßstäbe und Ansprüche und versuchen jedes Mal die Latte ein bisschen höher zu legen. Nicht für andere, sondern um selbst daran zu wachsen, daraus zu lernen, sich weiterzuentwickeln und jeden Tag aufs Neue das Idealbild von sich zu sein.

Tatsächlich zeichnen sich erfolgreiche Menschen gerade dadurch aus, dass sie mehr, nicht weniger Fehler machen – eben weil sie auch mehr machen als andere. Ein Irrtum ist für sie nichts Schlimmes, wenn er sich nicht wiederholt und man daraus lernt. Denken Sie nur an den IBM-Gründer Tom Watson: Als einer seiner Mitarbeiter einen schweren Fehler beging, kostete der das Unternehmen 600.000 Dollar. Daraufhin fragte man Watson, ob er den Mitarbeiter nicht feuern wolle, was Watson vehement verneinte. Er sagte nur: „Ich habe gerade 600.000 Dollar in seine Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes dieses Know-how gratis bekommen?“

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Perfektionismus Zwangsstörung? 2 Fehler

Perfektionismus kann seinen Ursprung in der Persönlichkeit und im angeborenen Temperament der Betroffenen haben. Er kann aber auch aus einem zwanghaften Verhalten entstehen. So kann selbst aus gutem Perfektionismus schnell Krampf werden. Zum Beispiel wenn diese Menschen spüren, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, nicht zu genügen. Dann entwickelt sich das Ganze – ob gut oder schlecht – zur Perfektionismusfalle. Entsprechend sind die beiden häufigsten Fehler der Perfektionisten diese:

  • Perfektionisten setzen ihre Leistungen und Erfolge mit ihrem Selbstwert gleich und betreiben deshalb permanente Selbstoptimierung. Im Extrem aber kann das zu einer Art narzisstischen Selbstverwirklichung mutieren.
  • Perfektionisten denken in Schwarz-Weiß-Kategorien. Wer nicht perfekt ist, nicht alles richtig macht, wird automatisch zum Verlierer. Bei dieser Sicht erhalten menschliche Fehler aber ein zu großes Gewicht. Mit solchen Menschen im Job zusammenzuarbeiten, kann die Hölle sein. Schließlich gehen sie nicht nur mit sich selbst so hart ins Gericht.

Dass es auch anders funktionieren kann, zeigt ein Blick gen Osten: In Japan zum Beispiel weiß man die Segnungen des „Wabi-Sabi“ und „Kintsugi“ zu schätzen – der Kunst, Schwächen zu akzeptieren und die Schönheit im Unvollkommenen zu finden.

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Diese Probleme kennen nur Perfektionisten

Das Streben nach Perfektion kann freilich auch ein subtiler Weg sein, Geschäftigkeit und Gewissenhaftigkeit vorzugeben und in Wahrheit riskante oder lästige Aufgaben aufzuschieben (siehe: Prokrastination). Lieber doktern wir an ein paar unwichtigen Macken herum, statt einfach zu machen. Für Außenstehende ist es schwer nachvollziehbar, wie Perfektionisten denken und warum sich diese selbst mit guten Ergebnissen nicht abfinden können. Es sind Probleme, die nur Perfektionisten verstehen…

  • Perfektionisten empfinden sich selbst als faul.
    Viele Perfektionisten sind Arbeitstiere. Sie finden immer etwas zu tun. Das Wort „Pause“ kommt in ihrem Wortschatz nicht vor. Trotzdem haben sie ein schlechtes Bild von sich und ihrer Arbeitsleistung. Viele unterstellen sich Faulheit. Vor allem dann, wenn Aufgaben länger dauern als geplant.
  • Perfektionisten neigen zur Selbstausbeutung.
    Überstunden machen – und danach noch die restliche Arbeit mit nach Hause nehmen, um dort weiterzuarbeiten? Sowas passiert bei Perfektionisten regelmäßig. Diese Menschen scheuen nicht davor zurück, über ihre Belastungsgrenzen zu gehen, um Projekte abzuschließen oder kleinere Mängel zu vermeiden. Wird das chronisch, sind negative Folgen für die Gesundheit programmiert.
  • Perfektionisten tun sich schwer mit Kritik.
    Der größte Kritiker eines Perfektionisten, ist er selbst. Betroffene hinterfragen alles, was sie tun und verbessern sich ständig. Dadurch fällt es ihnen aber auch schwer, Kritik anzunehmen. Schließlich scheint es unmöglich, dass jemand einen Fehler entdeckt, der ihnen entgangen sein soll.
  • Perfektionisten nehmen alles persönlich.
    Sachliche Kritik an einer Aufgabe oder ein nett gemeinter Scherz – das gibt es für Perfektionisten nicht. Ihre latente Unsicherheit führt dazu, dass jeder Kommentar auf die eigene Person bezogen und ins Negative gedreht wird. Als Abwehrreaktion sehen sich viele Perfektionisten in ihrem Streben bestätigt und gehen künftig noch akribischer vor, um weitere Kritik zu vermeiden.
  • Perfektionisten können sich nur schwer in Teams einfügen.
    Bei der Teamarbeit müssen alle an einem Strang ziehen und Kompromisse eingehen. Einem Perfektionisten fällt das schwer, Abstriche zu machen. An der Arbeit der Kollegen hat er immer etwas auszusetzen und verlangt von ihnen die gleiche Detailverliebtheit und Sorgfalt wie von sich. Am liebsten würde er oder sie das Projekt ganz alleine in die Hand nehmen.
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Perfektionismus Test: Wie perfektionistisch sind Sie?

Kommen Ihnen die obigen Beschreibungen bekannt vor? Eigener Perfektionismus kann offensichtlich sein. Viele Perfektionisten sind allerdings auch Meister darin, sich etwas vorzumachen – und erkennen nicht, wie perfektionistisch Sie wirklich sind. Um diese Selbstwahrnehmung zu schärfen, finden Sie im Folgenden einen einfachen Perfektionismus Test. Der erhebt zwar keinen wissenschaftlichen Anspruch, hilft aber, das Selbstbild zu verbessern. Zählen Sie bitte zusammen: Wie vielen der Aussagen können Sie zustimmen?

  • Ich bin sehr auf Details fixiert und versuche immer jede Eventualität zu beachten.
  • Wenn mir ein Fehler auffällt, muss ich diesen sofort beheben.
  • Ich weise Kollegen oder Freude immer darauf hin, wenn ihnen ein Fehler unterläuft.
  • Es kommt immer wieder zu Überstunden, weil ich meine Aufgaben nicht rechtzeitig fertig hatte.
  • Ich erwarte von mir selbst zu jeder Zeit Bestleistungen.
  • Ich kann nicht verstehen, wie sich jemand mit weniger zufrieden geben kann.
  • Von meinen Kollegen erwarte ich ein ebenso hohes Maß an Einsatz.
  • Ich habe immer das Gefühl, noch etwas besser machen zu können, egal wie lange ich an etwas gearbeitet habe.
  • Bevor ich anfange, brauche ich einen genauen Plan.
  • Ich habe oft das Gefühl, Anforderungen nicht gerecht werden zu können.
  • Der Druck macht mir immer wieder zu schaffen und ich fühle mich erschöpft.
  • Mein Selbstwertgefühl ist von meinen Leistungen abhängig.
  • Ich vergleiche mich selbst ständig mit anderen.
  • Mit negativer Kritik kann ich nur schlecht umgehen und nehmen sie sehr persönlich.
  • Ich habe Angst, Fehler zu machen.

Perfektionismus Test: Die Auswertung

  • 0 bis 5 Zustimmungen: Perfektionismus ist für Sie kein Problem. Sie haben erkannt, dass Perfektion nicht immer erstrebenswert ist und auch negative Effekte haben kann. Diese Erkenntnis erspart Ihnen viel Stress. Sie sollten nur nicht auf der anderen Seite vom Pferd fallen und schlampig werden: Ein gewisser Perfektionismus bei wichtigen Aufgaben hat seinen Nutzen.
  • 6 bis 11 Zustimmungen: Perfekt! – Sie haben ein ausgeglichenes Verhältnis zum Perfektionismus. In den richtigen Situationen sind Sie bereit, 100 Prozent zu liefern oder einzufordern. Auf der anderen Seite wissen Sie, dass nicht jedes Ergebnis perfekt sein kann oder muss. So können Sie sich auch mit guten Ergebnissen zufrieden geben.
  • 12 bis 15 Zustimmungen. Bei Ihnen hat der Perfektionismus einen Punkt erreicht, an dem es Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen. Sie machen Ihr Glück und Wohlbefinden von Ihren Leistungen abhängig und setzen sich dabei zu stark unter Druck. Gehen Sie mit sich selbst nicht so hart ins Gericht, versuchen Sie zu akzeptieren, dass Fehler dazugehören und Fragen Sie andere um Hilfe. Dies ist kein Zeichen der Schwäche, sondern zeigt wahre Größe.

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Perfektionismus Gefahren: Gefangen im Hamsterrad

Ganz oft soll der dokumentierte Wunsch, alles perfekt machen zu wollen, mancher Karriere den entscheidenden Kick geben. Solche Menschen gelten als engagiert, leistungshungrig und verlässlich. Eigenschaften, die jeder Vorgesetzte schätzt. Höher, weiter, schneller – das Streben nach Superlativen ist allerdings nur Tarnung dafür, dass man freiwillig ins Hamsterrad steigt und dort versucht, sich und anderen etwas zu beweisen. Nur was eigentlich? Und wem?

Ganz oft versuchen wir Menschen zu gefallen, die uns eigentlich sein sollten. Schlimmer noch: Wir wollen Menschen etwas beweisen, die eigentlich nicht mehr Einfluss auf unser Leben haben sollten als eine Scheibe Toast. Natürlich geht es nicht darum, künftig nur noch halbe Sachen zu machen. Wer in ein Flugzeug steigt erwartet – zu Recht -, dass der Pilot sein Bestes gibt und der Techniker zuvor die Maschine perfekt gewartet hat. Das eigene Leben hängt davon ab. Aber an vielen anderen Stellen im Alltag ist dieses 110-Prozent-Denken fehl am Platz.

Mängel können den Horizont sogar erweitern: Ohne (Navigations-)Fehler hätte Christoph Kolumbus nie Amerika entdeckt. Viele Entdecker und Erfinder zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie Fehler machten, experimentierten und improvisierten. Die Strategie dazu: anlegen, schießen, zielen! Die Reihenfolge ist kein Zufall: Sicher, bei einem Schützenwettbewerb wäre dies keine empfehlenswerte Strategie. In allen anderen Fällen kann sie zielführend sein:

  • Zuerst definieren Sie Ihre Ziele.
  • Danach gehen Sie die Sache direkt an.
  • Und justieren bei der Arbeit nach.

Das Ergebnis muss nicht schlechter sein – Sie erreichen es aber womöglich viel früher.

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Perfektionismus überwinden: 9 einfache Tipps

Ein wichtiger Schritt aus der Perfektionismusfalle ist, zu erkennen, dass die Erwartungen (an sich oder andere) unrealistisch hoch oder unzumutbar sind. Perfektionisten, die versuchen vorrangig Pannen zu vermeiden, werden zunehmend risikoaverser und kontrollsüchtiger – bis sie nur noch auf der Stelle treten. Fünfe auch mal gerade sein zu lassen, zeugt von mehr Souveränität und bringt auch weiter. Die britische Sängerin Mel C („Spice Girls“) sagte mal von sich:

Ich war nie mit mir zufrieden, nichts erschien mir gut genug. Ich wollte immer perfekt sein. Am Schluss blieb mir nur der Gang zum Therapeuten.

So weit kann es kommen, muss es aber nicht. Keine Angst also: Etwas Imperfektion spart Kraft, Zeit – und in diesem Fall sogar Geld. Damit Sie nie nicht denselben Fehler machen…

9 Wege aus der Perfektionismusfalle

  1. Behalten Sie das Große Ganze im Auge.
    Viele Perfektionisten verzetteln sich in Details. Effekt: Das Projekt dauert länger als es sollte und die Sache wächst ihnen schließlich über den Kopf. Detailliebe führt nur zu einem Tunnelblick.
  2. Seien Sie gnädig mit sich selbst.
    Hören Sie auf, sich selbst zu zerfleischen, wenn etwas mal nicht geklappt hat wie geplant. Laborieren Sie nicht an dem, was Sie eh nicht können, sondern stärken Sie lieber Ihre Stärken. Chronische Selbstzweifel ziehen nur runter und machen Sie mit jedem Mal unsicherer. Minderwertigkeitskomplexe beginnen so.
  3. Hören Sie auf, sich mit anderen zu vergleichen.
    Jeder kann etwas – und manche eben etwas besser als andere. Talente sind nunmal ungleich verteilt. Ihre Aufgabe ist aber nicht, für Gerechtigkeit zu sorgen, sondern das Beste aus Ihren eigenen Begabungen zu machen. Das reicht doch auch schon, oder?!
  4. Setzen Sie realistische Erwartungen.
    Kein Mensch wird von Ihnen Wunder erwarten. Warum also Sie? Es reicht, dass Sie versuchen, Ihre Sache gut zu machen. Oft reichen bereits 80 Prozent vom Optimum völlig aus, um sein Ziel zu erreichen. Die Gefahr ist sonst, wichtige Entscheidungen immer wieder aufschieben, bis alles so ist, wie man es gern hätte. Und das passiert nie oder der Zug ist längst abgefahren.
  5. Rechnen Sie damit, Fehler zu machen.
    Nullfehlertoleranz können sich allenfalls Götter leisten. Deutsche Ingenieure vielleicht auch noch. Aber der Rest von uns muss damit leben, Fehler zu machen. Mehr noch: Aus Fehlern lernen wir oft mehr als aus Erfolgen. Sehen Sie sie also nicht als Feind, sondern als Chance.
  6. Lernen Sie, mit Kritik umzugehen.
    Es ist ein Irrglaube, dass Perfektion vor Kritik schützt. Es allen recht machen zu wollen, wirkt wie Nervengift: erst vernebelt es, dann lähmt es. Wer es versucht, wird sich zwangsläufig verzetteln, verliert sein Ziel aus den Augen und opfert obendrein sein Rückgrat. Wer sich jedem Widerstand beugt, besitzt weder Standfestigkeit noch Durchsetzungskraft. So jemand wird andere nie anleiten: Er wird bereits geführt – von allen!
  7. Bitten Sie um Hilfe.
    Keiner kann alles alleine schaffen. Es ist sogar ein Zeichen von Größe, seine eigenen Schwächen einzugestehen und an jenen Punkten um Hilfe zu bitten.
  8. Analysieren Sie weniger.
    Man kann Probleme auch überanalysieren. Auch das ist eine Form von Detailversessenheit. Oder eine Form von Aufschieberitis: Aus Angst loslegen zu müssen und dann womöglich Fehler zu machen, wird einfach weiter analysiert. Nichts gegen gute Planung. Aber betrügen Sie sich dabei nicht selbst!
  9. Machen Sie es einfach.
    Den Satz dürfen Sie in seiner doppelten Bedeutung wörtlich nehmen: Legen Sie endlich los – und verkomplizieren Sie die Dinge nicht unnötig.
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Perfektionismus begünstigt Workaholismus

Leidenschaft und Engagement für und in dem Beruf, den man ausübt, sind essenziell für den Erfolg. Ebenso der Ehrgeiz, Großes zu bewegen und zu erreichen. Wie immer kann man es mit diesen guten Eigenschaften übertreiben – und schwups wird etwas Negatives daraus: Workaholismus. Zu deutsch: „Arbeitswut“.

Workaholismus sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Menschen, die daran leiden, arbeiten nicht einfach nur besonders viel oder besonders hart. Sie sind schlichtweg nicht in der Lage, ihre Arbeit zu beenden – weder physisch noch mental. Heißt: Einen echten Feierabend kennen sie nicht. Kurz: Die Arbeit ist nicht Teil ihres Lebens, sie IST ihr Leben.

Die Folgen sind offensichtlich: Wer immer nur arbeitet, arbeitet, arbeitet ohne sich je zu erholen oder den Kopf frei zu bekommen, erleidet früher oder später einen Burnout. Erst bleiben die guten Ideen weg, dann der Spaß und schließlich leidet die Gesundheit. Forscher um Joachim Stoeber von der Universität von Kent haben einmal untersucht, welche Faktoren Workaholismus fördern und haben dabei zwei Übeltäter ausgemacht:

  • Perfektionismus
  • Hohe Motivation

Vor allem die sogenannten „selbstorientierten Perfektionisten“, also jene, die an sich selbst und ihre Arbeit höchste Maßstäbe setzen, zeigte die maximale Gefährdung. Wohlgemerkt, hier geht es nicht um einen Appell zu mehr Work-Life-Balance. Vielmehr gilt es, bei aller Leidenschaft und allem Ehrgeiz für den Beruf eines nicht zu vergessen: Es gibt noch ein Leben neben der Karriere!

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[Bildnachweis: Altrendo Images by Shutterstock.com]
24. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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