Burnout: Ursachen, Symptome, Test, Behandlung

Der Burnout (auch Burn-Out oder Burnout-Syndrom) steht weit oben auf der Rangliste der psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge sind in Deutschland bis zu 13 Millionen Berufstätige von einem Burnout betroffen. Jeder fünfte Arbeitnehmer erlebt in seinem Berufsleben einen Burnout oder zumindest Phasen, die dem Ausbrennen ähnlich sind. Also fast schon eine Volkskrankheit. Durch Aufklärung, Informationen und Beratung kann Betroffenen oft schon geholfen werden – und sei es nur, um ein Burnout-Syndrom frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig reagieren zu können. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Burn-Out und zeigen welche ersten Anzeichen und Symptome es gibt, welche Ursachen dahinter stecken und wie Sie mit entsprechender Behandlung und Therapie einen Burnout überwinden…

Burnout: Ursachen, Symptome, Test, Behandlung

Definition: Was ist ein Burnout?

Der Begriff Burnout stammt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie ausbrennen.

Der Begriff selbst tauchte Mitte der Siebzigerjahre zum ersten Mal auf. Erwähnt wurde er von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger. Der arbeitete über einen längeren Zeitraum so hart, dass er irgendwann an einen Punkt gelangte, an dem es kein Weiterkommen mehr gab. Ihm fehlte die Energie und Kraft dazu. Kurz: Er litt an einem Burnout und gab dem Ausbrennen durch sein eigenes Leid seinen heutigen Namen.

Mit der genauen Definition des Begriffs Burnout-Syndrom tun sich Ärzte und Experten allerdings bis heute schwer. Manche sprechen dabei auch von einem Infarkt der Seele. Eine andere Definition lautet:

Ein Burnout ist die totale körperliche und emotionale Erschöpfung aufgrund beruflicher und/oder privater Überlastung. Wer einen Burnout erleidet, ist weder körperlich noch emotional in der Lage, seinen Alltag zu bewältigen.

Die Diagnose „Burn-Out“ ist aber auch deshalb so umstritten, weil der Begriff heute inflationär verwendet wird. Nicht selten kritisieren Ärzte und Psychologen, dass sich dahinter in Wahrheit eine veritable Depression verbirgt. Nur klinge „Burnout“ später im Lebenslauf besser als eine psychische Erkrankung: Wer ausgebrannt ist, der hat sich offensichtlich für den Job richtig reingehängt und aufgeopfert. Ist also psychisch und physisch belastbar.

Wenn Sie mehr über die Kritik am Burnout erfahren wollen, können Sie das hier in unserem kostenlosen PDF nachlesen, das wir für Sie zusammengestellt haben.

Ursachen: Wie entsteht ein Burnout?

Warum aber kommt es überhaupt soweit? Was löst einen Burn-Out aus? Was sind dessen Ursachen?

Die moderne Arbeitswelt hat sicher einiges zum Anstieg der Burnout-Fälle beigetragen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen (Stichwort: Work-Life-Blending). Permapräsenz und ständige Erreichbarkeit sowie die zunehmende Arbeitsverdichtung, Überstunden und Jobunsicherheiten erhöhen den Druck.

Der Stress – er nimmt für viele Beschäftigte stetig zu. Mindestens gefühlt. Wer den Erwartungen nicht gerecht werden kann, muss Angst vor der Konkurrenz haben und bangt um seinen Job, was den Stress noch weiter erhöht.

Vielleicht feuert er sich zuerst sogar noch zu besseren Leistungen an, und legt sich noch mehr ins Zeug. Aber das nagt an der der Gesundheit. Erst unbemerkt. Doch irgendwann sagt der Körper: Schluss! Aus! Ich kann nicht mehr!.

Neben steigendem Druck gibt es noch andere Auslöser und Ursachen, die auf Dauer und im Zusammenspiel zu einem Burnout führen können. Dazu zählen regelmäßig:

  • Zu hohe Erwartungen – von außen wie auch an sich selbst.
  • Fehlende Möglichkeiten Einfluss zu nehmen – und das daraus resultierende Gefühl der Ohnmacht sowie keine Kontrolle (über sein Leben) zu haben.
  • Kein Ausgleich zur Anspannung – auch nach Feierabend nicht.
  • Ungenaue Vorgaben im Job – verbunden mit Angst, etwas falsch zu machen.
  • Lange und wechselnde Arbeitszeiten – wie sie etwa im Schichtdienst zu finden sind.
  • Schlechtes Betriebsklima – wenige Kontakte zu Kollegen bis hin zu Mobbing.
  • Angst vor der Zukunft – sowohl um den eigenen Arbeitsplatz als auch auf der persönlichen (Beziehungs-)Ebene.

Neben diesen Einflüssen spielt die eigene Persönlichkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle:

  • So gehen Experten davon aus, dass zum Beispiel Perfektionismus und selbst auferlegter Erfolgsdruck einen Burnout begünstigen können.
  • Auch ein schwaches Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sowie ein starkes Harmoniebedürfnis können zum Problem werden: Wer es immer allen recht machen will, um ja nirgendwo anzuecken, verleugnet sich nicht nur selbst, sondern sorgt für anhaltende Überforderung.

Zusammengefasst: Ursachen für einen Burnout kommen nicht allein von außen, wie ein mieser Job oder schlechter Chef. Oft ist es das Zusammenspiel aus einem belastenden Arbeitsumfeld, eigener Erwartungshaltung und der Passivität, daran etwas zu ändern.

Überdies gibt es Risikogruppen, die häufiger als andere von einem Burnout betroffen sind. Statistisch trifft der Burnout zum Beispiel Frauen häufiger als Männer.

Auch hierzu haben wir ein kostenloses PDF mit Risikogruppen zusammengestellt, das Sie sich gerne herunterladen können.

Vorbeugung: Das können Sie tun, um den Burnout zu verhindern

Burnout Vorbeugung Was tun Definition Behandlung SymptomeDamit es erst gar nicht soweit kommt und ein Burnout sich mit voller Wirkung entfaltet, können Betroffene selbst schon einiges vorbeugend unternehmen. Insbesondere wenn es sich bei dem Burnout noch um eine frühe Vorstufe oder um eine noch vergleichsweise leichte Ausprägung handelt, können und sollten Sie gegensteuern. Zum Beispiel so:

Kämpfen Sie gegen Ursachen, nicht gegen Symptome.

Gegen Müdigkeit hilft nicht mehr Kaffee, sondern regelmäßige Pausen, regelmäßiger Schlaf, gesundes Essen und Ausgleichssport. Planen Sie mehr Auszeiten ein und zelebrieren Sie einen festen Ruhetag – buchstäblich.

Der Sonntag ist nicht nur im christlichen Sinne heilig, Sie brauchen die Entspannung, um neue Energie für die Woche zu sammeln. Treffen Sie sich lieber wieder mal mit guten Freunden auf einen Plausch – aber reden Sie nicht über die Arbeit.

Setzen Sie Prioritäten.

Jeder Mensch hat gleich viel Zeit – man muss sie nur richtig einteilen. Was müssen Sie erledigen? Was sind die Zeitfresser? Wie können Sie die Zeit besser einteilen? Manche Aufgabe lässt sich delegieren – wenn man denn will.

Gehen Sie Konflikte offensiv an.

Ungeklärtes runterzuschlucken oder in sich hineinzufressen, zermürbt und zehrt an der Leistungskraft. Entweder Sie bleiben Teil des Problems oder werden Teil der Lösung.

Klären Sie Ihre Aufgaben.

Überforderung entsteht, wenn berufliche Kompetenzen und Erfolgskriterien nicht klar definiert sind. Schaffen Sie sich emotionalen Halt durch Gewissheit.

Üben Sie das Nein-Sagen.

Nette, hilfsbereite Kollegen mag jeder, denn sie machen das Leben leichter – das eigene vor allem. Wer anderen aber seine Hilfe stets allzu bereitwillig zukommen lässt, zahlt dafür einen hohen Preis: Nicht nur, dass man sich danach fühlt wie ein Teebeutel nach dem dritten Aufguss, Hilfsbereite stehen immer auch in der Gefahr, ausgenutzt zu werden. Lernen Sie also Nein zu sagen – auch gegenüber Chefs.

Reduzieren Sie Ihre Erreichbarkeit.

Auch Smartphones haben einen Ausschalter. Benutzen Sie ihn! Setzen Sie sich eine Uhrzeit, nach der Sie nicht mehr geschäftlich erreichbar sind oder schalten Sie zumindest die Datendienste aus.

Nehmen Sie sich Zeit zur Muße.

Müßiggang ist aller Laster Anfang. Heißt es zwar. Vergessen wird dabei aber, dass er genauso oft Ursprung guter Gedanken und großartiger Ideen ist. Statt unseren Gedanken ab und an genussvoll beim Verklären zuzuschauen, schuften wir den ganzen Tag im Büro und sind auch noch stolz darauf, im Hamsterrad die Bodenhaftung trotz zunehmenden Tempos zu behalten. Wie dumm!

Statt uns über optimiertes Zeitmanagement und mehr Work-Life-Balance den Kopf zu zerbrechen und darüber, möglichst rund um die Uhr beschäftigt zu sein, sollten wir uns hin und wieder der Muße hingeben – mit famosen Effekten.




Symptome: Wie lässt sich der Burnout frühzeitig erkennen?

Das Risiko für einen Burnout steigt durch dessen Heimtücke. Das Ausbrennen geschieht langsam und in der Regel zunächst unbemerkt. Das Burnout-Syndrom schleicht sich regelrecht an.

Gestresst, gereizt, lustlos, müde, erschöpft – all diese Symptome sind noch kein Burnout oder Ausgebranntsein. Stress gibt es immer wiedermal auf der Arbeit. Bis es ab einem bestimmten Punkt dann doch chronisch und zu viel wird.

Erste Anzeichen und Indikatoren, die auf einen entstehenden (!) Burnout hindeuten, gibt es einige. Diese Liste ist lang und vielschichtig. Denn der Körper sucht sich zunächst unterschiedliche Ventile. Die einzelnen Symptome werden daher leicht als unwichtig abgetan und leichtsinnig ignoriert. Auch hierzu haben wir für Sie ein kostenloses PDF zum Nachlesen und Vertiefen bereitgestellt.

Machen Sie das also bitte nicht. Ein paar dieser Anzeichen sind noch kein Drama. Treten sie aber gehäuft und regelmäßig auf, vielleicht sogar mit zunehmender Intensität, ist das ein Warnzeichen, das Sie ernstnehmen sollten:

Das 12-Stufen-Modell: Der typische Verlauf eines Burnouts

Die beiden Psychologen Herbert Freudenberger und Gail North entwickelten vor Jahren das sogenannte 12-Stufen-Modell. Danach durchlaufen Betroffene im Verlauf eines Burnout-Syndroms zwölf typische Phasen:

Wie äußert sich Burnout erste Anzeichen Symptome Was tun Ursachen

Das Modell soll Betroffenen helfen, die eigene Situation besser einzuschätzen und die Symptome eines Burnouts zu erkennen und als solche zu verstehen. Es funktioniert daher auch wie ein erster Burnout-Test: Erkennen Sie sich womöglich auf einer der Stufen wieder?

1. Burnout-Phase: Gesteigerter Ehrgeiz

Es fängt vielversprechend an. Mit Leidenschaft, Eifer und Ehrgeiz für den Beruf. Wir brennen sprichwörtlich für den Job und eine große Karriere. Diese Begeisterungsfähigkeit führt allerdings oft auch zu überhöhten Erwartungen an uns selbst. Eigene Limits werden ignoriert, eigene Bedürfnisse zurückgestellt. Es ist die erste Stufe auf dem Weg zum Burnout: Der Zwang, sich beweisen zu müssen.

2. Burnout-Phase: Hyperaktivität

Nur wer ständig hinzulernt, neue Aufgaben und Herausforderungen sucht, kommt weiter. Harte Arbeit ist dazu unerlässlich – und zahlt sich aus. So die Hoffnung. Muss sie aber nicht. Vor allem wenn sie zu freiwilliger Selbstausbeutung, zu Wochenendarbeit und fehlendem Ausgleich führt. Wie bei Workaholics fällt es Ihnen schwer, Verantwortung zu teilen und Aufgaben abzugeben. Entweder, weil sie fürchten, die Kontrolle darüber zu verlieren. Oder, weil sie glauben, das Ergebnis wäre nur halb so gut. Häufige Burnout-Anzeichen in dieser Phase sind: Hörsturz, Schwindelanfälle, Magen-Darmbeschwerden.

3. Burnout-Phase: Vernachlässigen eigener Bedürfnisse

Wer sich derart reinhängt, vergisst meist die eigenen Bedrüfnisse. Unser Körper hält viel aus. Die Seele kann Durststrecken überwinden. Erst recht, wenn wir diese mit steigendem Kaffeekonsum, mit Zigarretten zur Entspannung oder Aufputschmitteln gegen fehlenden Schlaf betäuben. Gelegentlich treten zwar Schlafstörungen auf. Aber die werden ignoriert – wie die abnehmenden sozialen Kontakte und Freundschaften.

4. Burnout-Phase: Zunehmende Überforderung

Das hohe Pensum und die Arbeitsverdichtung fordert ihren Tribut. Sie vergessen Termine, halten Zusagen nicht ein, brechen Versprechen und Abmachungen. Ihre Genauigkeit leidet, machen öfter Fehler und fühlen sich zunehmend kraft- und energielos. Die daraus resultierenden Konflikte (mit Chef, Kunden, Kollegen) werden aber verdrängt oder schöngeredet. Häufige Burnout-Anzeichen in dieser Phase sind auch: Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit.

5. Burnout-Phase: Leugnen von Problemen

Ein Gefühl der Ohnmacht breitet sich aus. Orientierungslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Aggressionen wachsen. Gleichzeitig lässt die Leistungsfähigkeit spürbar nach. Sie arbeiten ungenau, treffen schlechte Entscheidungen – oder sind unfähig, überhaupt noch welche zu treffen. Statt sich das einzugestehen und gegenzusteuern, treten Ersatzbefriedigungen auf den Plan: Essen, Trinken (Alkohol), Drogen, Sex… Der Körper reagiert jetzt deutlich: Das Gewicht steigt, der Blutdruck ebenfalls. Das Herz tut manchmal weh. Der Körper antwortet auf die Seele, die schon lange leidet.

6. Burnout-Phase: Umdeuten von Werten

Die Einstellung zur Arbeit wird immer negativer. Der Spaß ist längst vorbei. Trotz der immer noch immensen Leistung fühlen Sie sich nicht genug wertgeschätzt, nicht anerkannt. Das hat eine Art Desillusionierung zur Folge. Der innere Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen, wächst. Sie sprechen zwar auch weiterhin nur über den Job – nun aber fast nur noch negativ.

7. Burnout-Phase: Erhöhte Reizbarkeit

Das soziale Umfeld bröckelt. Sie kapseln sich ab, meiden Kontakt mit Kollegen, Freunden und Bekannten, die Sie als belastend empfinden – vielleicht auch, weil diese Sie auf die negative Entwicklung hinweisen und dafür kritisieren. Auch zuhause werden Probleme sichtbar, in der Partnerschaft kommt es zum Beziehungs-Burnout. Doch wehe, das wird angesprochen: Dann explodieren Sie.

8. Burnout-Phase: Sichtbare Verhaltensänderung

Die Verhaltensänderungen werden nun auch für andere deutlich sichtbar. Sie vernachlässigen zunehmend private Aufgaben: Daheim türmen sich Schmutzwäsche und Geschirr in der Spüle. Der Partner moniert längst überfällige Reparaturen. All das sind Anzeichen, dass sich die Prioritäten ungleich verschoben haben. Sie verfallen in Selbstmitleid, reagieren gereizt auf gute Ratschläge. Ein Gefühl von Gleichgültigkeit und Sinnlosigkeit macht sich breit.

9. Burnout-Phase: Zunehmende Vereinsamung

Sie funktionieren wie ein Automat. Im Büro machen Sie nur noch Dienst nach Vorschrift, privat ziehen Sie sich immer mehr zurück. Für andere Menschen zeigen Sie keine Anteilnahme mehr, wenngleich sich die Bindung zu Einzelnen ins Exzessive steigern kann. Psychosomatische Reaktionen nehmen stetig zu. Von hier an geht es sehr schnell abwärts.

10. Burnout-Phase: Antriebsschwäche, innere Leere

Sie fühlen sich nur noch leer. Gleichzeitig erleben Sie ein stetiges Gefühlschaos: Sie haben Phobien und Panikattacken. Auch sonst wechseln die Emotionen von einem (negativen) Extrem ins andere. Ihre Einstellung zum Leben wird immer negativer. Dagegen ankämpfen? Dazu fehlt die Kraft.


11. Burnout-Phase: Depression, Angst

Sie sind maximal erschöpft, wollen einfach nur noch schlafen – am liebsten den ganzen Tag lang. Zur Verzweiflung gesellen sich Existenzängste, manchmal auch Suizidgedanken. Das Immunsystem funktioniert kaum noch, Sie sind immer häufiger krank.

12. Burnout-Phase: Völlige Erschöpfung

Die totale Erschöpfung ist erreicht – geistig, körperlich, emotional. Im schlimmsten Fall ist dieser Zustand lebensgefährlich. Ohne ärztliche Hilfe geht an diesem Punkt nichts mehr.



Wer das finale Stadium erreicht, muss mit massiveren Konsequenzen rechnen: Durch den Dauerstress werden zahlreiche körperliche Funktionen in Mitleidenschaft gezogen, die bis hin zur Berufsunfähigkeit führen können. Dagegen anzukämpfen, beschleunigt den Energieverfall oft noch.

Hier angelangt, ist eine medizinische und psychologische Behandlung unumgänglich.

Burnout Test: Wie gefährdet sind Sie?

Burnout Test Selbsttest Anzeichen erkennenFalls Ihnen das 12-Stufen-Modell noch zu wenig individuell war, können Sie hier auch einen Burnout Schnelltest absolvieren, um Ihr persönliches Burnout-Risiko besser einzuschätzen.

Natürlich kann und soll der Burnout Test eine eingehende medizinische Diagnose nicht ersetzen. Er kann Ihnen aber erste Hinweise liefern, ob Sie bereits auf einen Burnout zusteuern. Dazu müssen Sie sich lediglich merken, wie viele der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen. Klicken Sie sich hierzu bitte durch die einzelnen Seiten. Am Ende erhalten Sie eine entsprechende Auswertung

    Psychische Symptome

  • Meine Arbeit macht mir immer weniger Spaß.
  • Mir werden meine täglichen Aufgaben allmählich zu viel.
  • Ich habe das Gefühl, nichts zu bewirken und nur ein Rad im Getriebe zu sein.
  • Ich mache mir viele Sorgen, manche davon sind regelrecht Ängste.
  • Ich traue mir weniger zu als früher.
  • Mir fällt es zunehmend schwer, mich zu konzentrieren.
  • Ich habe kaum noch neue Ideen, fühle mich unkreativ.
  • Ich kann mich aber auch kaum zu Neuem aufraffen.
  • Ich kann mich kaum noch entspannen – auch nicht in den Pausen.
  • Ich fühle mich leer und ausgelaugt.
  • Ich spüre eine wachsende Traurigkeit über meinem Leben.

    Körperliche Symptome

  • Ich komme morgens schwerer aus dem Bett.
  • Ich leide neuerdings unter Schlafstörungen.
  • Ich wache morgens kaputt und matt auf.
  • Ich bin tagsüber häufiger und schneller müde.
  • Ich trinke abends schon mal mehr Alkohol, um zu entspannen.
  • Ich habe seit kurzem Magen-Darm-Probleme.
  • Ich habe seit kurzem Rückenschmerzen.
  • Ich habe seit kurzem Herz-Kreislauf-Probleme.
  • Ich leide öfter unter Kopfschmerzen.
  • Ich nehme Tabletten, um die körperlichen Symptome zu unterdrücken.
  • Ich nehme Drogen, um mein Pensum zu schaffen.

    Soziale Symptome

  • Ich fühle mich häufig angespannt und gereizt.
  • Ich fühle mich im Job zunehmend isoliert und alleine gelassen.
  • Ich werde neuerdings schnell aggressiv.
  • Meine Familie findet, ich habe mich verändert.
  • Die Lust am Sex hat bei mir deutlich nachgelassen.
  • Ich treffe mich seltener mit meinen Freunden.
  • Meine Hobbys pflege ich kaum noch.

Burnout Test: Auswertung der Selbstaussagen

Burnout Test AuswertungDen Burnout-Test können Sie sich übrigens auch als kostenloses PDF herunterladen, ausdrucken und bequem mit dem Stift ausfüllen, wenn Ihnen das lieber ist.

Andernfalls: Zählen Sie bitte zusammen, wie oft Sie den vorherigen Aussagen zugestimmt haben und klicken Sie weiter, um zu den jeweiligen Test-Auswertungen zu gelangen…


Burnout Test Auswertung 01

Burnout Test Auswertung 02

Burnout Test Auswertung 03



Burnout Diagnose: Was tun?

Vorbeugen kann helfen, klappt aber leider nicht immer. Falls Sie merken, dass Sie geradewegs auf einen Burnout zusteuern, ist es vielleicht noch nicht zu spät.

Wie so oft ist Selbsterkenntnis der erste und wichtigste Schritt zur Besserung.

Was also ist zu tun, wenn Sie den Verdacht haben, allmählich auszubrennen?

Die oben genannten Symptome, das 12-Phasen-Modell, der Test – all das kann Ihnen erste Hinweise liefern, wo Sie gerade stehen. Um wirklich sicherzugehen, ob es sich tatsächlich um ein nahenden Burnout oder eher um eine Depression handelt, sollten Sie einen Arzt, am besten einen Spezialisten, Psychiater oder Psychologen zu Rate ziehen.

Viele Betroffene schämen sich oder versuchen die eigene Situation zu verdrängen. Tun Sie das bitte nicht!

Auch wenn wir Ihnen ein guter Ratgeber sein wollen: Ein Internet-Artikel kann und sollte eine medizinische Überprüfung nie ersetzen. Erst ein medizinisches Fachgespräch gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen echten Burnout handelt.

Ein guter Arzt sollte zudem zunächst alle körperliche Ursachen überprüfen und diese gegebenenfalls ausschließen. So kann zum Beispiel auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse für Erschöpfung und Müdigkeit sorgen (was in diesem Fall nichts mit einem Burnout zu tun hätte).

Wenn die Diagnose feststeht, beginnt die eigentliche Behandlung und Therapie.

Entscheidend hierfür ist die richtige Einstellung: Schuldzuweisungen sind der falsche Weg. Wer nur sagt: „Der Job hat mich krank gemacht“ oder „Mein Chef ist schuld“, denkt zu kurz. Sie müssen sich bei einem Burnout immer auch an die eigene Nase fassen, da die Ursachen – wie erwähnt – zum Teil auch bei Ihnen selbst liegen.

Wichtige Fragen, die zu klären sind, lauten:

  • Wie kann ich den Dauerstress eindämmen?
  • Kann ich die Probleme im Team lösen oder liegt es an mir selbst?
  • Wie gewinne ich mehr Gelassenheit?
  • Wie erkenne ich meine Limits und Ressourcen?
  • Kann ich die Probleme selbst lösen, oder brauche ich professionelle Hilfe?

Lassen Sie sich hierfür ausreichend Zeit, sonst entsteht gleich wieder neuer Stress. Überdies haben wir hier noch einige Tipps, die bei der Behandlung eines Burn-Outs helfen können:

  • Gönnen Sie sich mehr Pausen

    Sie müssen nicht von früh bis spät durchschuften. Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie zwischendurch eine wohlverdiente Pause machen. Sie glauben vielleicht, einen besonders guten Eindruck zu machen, wenn Sie auf Ruhezeiten verzichten. Oder Sie werden so den Erwartungen gerecht. Falsch! Das Gegenteil wird passieren. Machen Sie also mehr Pausen und lassen Sie sich nicht davon abhalten. Vieles kann warten.

  • Senken Sie die Erwartungen

    Ambitionen und Ziele sind wichtig. Aber diese müssen auch realistisch bleiben. Wenn Sie Unmenschliches von sich verlangen, können Sie den eigenen Erwartungen nie gerecht werden. Fangen Sie lieber klein an und setzen Sie sich Ziele, die in kurzer Zeit umzusetzen sind. Das baut Druck ab und schafft erste Erfolgserlebnisse.

  • Wenden Sie sich an Freunde und Familie

    Viele Betroffene schotten sich vollkommen ab und isolieren sich von ihrem Umfeld. Fatal! Der Rückhalt von Freunden und Familie ist ein wichtiger Faktor, um einen Burnout zu überwinden. Vertrauen Sie sich Ihren Liebsten an und bauen Sie darauf, dass diese Sie unterstützen.

  • Haben Sie keine Angst vor Veränderungen

    Wer unter einem Burnout leidet, kann nicht so weitermachen wie bisher. Das fällt aber vielen schwer. Veränderungen können zusätzliche Angst verursachen. Zudem glauben Betroffene keine Kraft zu haben, um solche Veränderungen zu bewirken. Ein Irrglaube. So zu leben, wie bisher, hat Sie hierher – in den Burnout – gebracht. Nichts zu verändern, wird auch den Burnout nicht behandeln können. Sie MÜSSEN sich also verändern, um gesund zu werden. Auch hier kann das Umfeld helfen, um aus der beruflichen Situation herauszukommen und gesündere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Noch mehr über die Möglichkeiten, einen Burnout zu überwinden und wieder in den Alltag und Job zurückzufinden, können Sie in einem Experten-Interview mit Carola Kleinschmidt nachlesen, das wir wieder als kostenloses PDF zum Download bereitgestellt haben.

Therapie: Wie wird ein Burnout behandelt?

Behandlung und Therapie: Wie wird ein Burnout behandelt?Sollten die genannten Tipps und Sofortmaßnahmen ohne Erfolg bleiben, hilft oft nur noch eine Burnout-Therapie. Wie genau die Therapie und Behandlung bei einem akuten oder kurz bevorstehenden Burnout aussieht, lässt sich allgemein nicht sagen. Eine solche Behandlung muss immer individuell angepasst werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

Besonders erfolgreich und vielversprechend ist aber die Psychotherapie, die vielen Betroffenen helfen kann. Das Ziel dabei ist, dem Betroffenen ein neues und gestärktes Selbstbewusstsein zu vermitteln. Er oder sie soll lernen, die negativen Gedanken frühzeitig zu unterbinden oder richtig damit umzugehen.

Die Burnout Therapie hilft zudem, mit dem alltäglichen Stress besser umzugehen – wofür allerdings oft die schon angesprochene Änderung der eigenen Gewohnheiten nötig ist. Das eigene Verhalten wird also hinterfragt, reflektiert und im besten Fall verändert, um in zukünftigen Situationen anders zu reagieren.


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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
19. August 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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