Lehrer: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Das Berufsbild Lehrer ist mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Doch Fakt ist, dass der Bildungssektor und insbesondere die Schule maßgeblich dazu beitragen, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen soll. Engagierte Lehrer können Schüler zu sozialen und mündigen Bürgern erziehen, die in der Lage sind, sich eigene Meinungen zu bilden und diese zu vertreten. Doch nicht nur aus diesem Grund sind junge und gute Lehrer mehr denn je gefragt…

Lehrer: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Studium: Wie wird man Lehrer?

Wer als Lehrer arbeiten möchte, muss zwingend ein Studium absolvieren. Die meisten tun dies an pädagogischen Hochschulen, um später bis zur zehnten Klassenstufe unterrichten zu können. Sie legen zum Abschluss des Studiums das erste (nach dem theoretischen Teil) und das zweite (nach dem praktischen Teil) Staatsexamen ab, das sie zum schulischen Einsatz befähigt. Wer sich auf die Fächer Musik, Sport oder Kunst spezialisiert hat, muss zudem eine gesonderte Aufnahmeprüfung ablegen.

Wer am Gymnasium unterrichten möchte, muss zuvor an der Universität studiert haben, da hierfür detaillierte Fachkenntnisse erforderlich sind. Sie beenden ihr Studium mit dem Masterabschluss.

An Berufsschulen werden zudem inzwischen auch immer häufiger Fachleute aus der Praxis eingesetzt, die eine entsprechende pädagogische Zusatzausbildung absolvieren müssen.

Die Dauer der Studiengänge variiert daher je nach Einsatzmöglichkeiten an der Schule: an den pädagogischen Hochschulen beträgt sie in der Regel mindestens sieben Semester, an den Universitäten mindestens acht Semester. Dazu kommt noch eine Praxisphase, das sogenannte Referendariat, das je nach Bundesland zwischen 18 und 24 Monaten andauert.

Neben den inhaltlichen Fachkenntnissen der entsprechenden Schulfächer (meist sind es zwei), auf die sich die Studenten spezialisiert haben, gibt es weitere Schwerpunkte des Studiums:

  • Didaktik
  • Erziehungswissenschaft
  • Psychologie
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Berufsbild: Was macht ein Lehrer?

Es ist schwer, einen gemeinsamen Nennen für alle Lehrer zu finden, außer dass sie Schülern auf unterschiedlichste Art etwas beibringen – unterscheidet sich der Alltag doch stark danach, welches Fachgebiet, welche Schülergruppe, in welcher Schulform und in welchem Bundesland unterrichtet wird. Da Bildung im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor Sache der einzelnen Länder ist, zeigen sich insbesondere im letzten Punkt sehr deutliche Unterschiede, auch bezüglich der angebotenen Schulformen.

Grob kann man jedoch festhalten, dass Lehrer an folgenden Bildungseinrichtungen tätig sind:

  • Grundschulen
  • Hauptschulen
  • Realschulen
  • Werkrealschulen
  • Mittelschulen
  • Gymnasien
  • Berufsschulen
  • Berufskollegs
  • Sonder- und Förderschulen
  • Privatschulen

An den allgemeinbildenden Schulen werden vorrangig die Grundlagen aus den Bereichen Sprachen, Naturwissenschaft und Gesellschaft gelegt und entsprechend vertieft, wohingegen an Berufsschulen eher die praktischen Kenntnisse des jeweiligen Berufes im Vordergrund stehen.

Sämtliche Inhalte sind in den Lehrplänen, die von den Kultusministerien der Länder erstellt werden, genau festgehalten. In der methodischen und didaktischen Gestaltung dieser Inhalte sind die Lehrer allerdings frei.

Wer als Lehrer an einer Förderschule tätig ist, hat es meist mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die in ihrer emotionalen beziehungsweise geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind, was die psychischen und die pädagogischen Anforderungen noch einmal zunehmend steigert.

Zwar haben Lehrer in den Schulferien grundsätzlich unterrichtsfrei, sie sind jedoch angehalten, sich regelmäßig weiterzubilden und dem weiteren Verlauf des Schuljahres entsprechend vorzubereiten. Da zu den Schulstunden auch noch das Korrigieren von Haus- und Klassenarbeiten beziehungsweise Leistungstests hinzukommen, hat ein engagierter Lehrer weitaus weniger Freizeit, als das Vorurteil es besagt. Dennoch bleiben vielen Lehrern noch genügend zeitliche Möglichkeiten, sich über den Beruf hinaus anderweitig zu betätigen.

Der Arbeitsmarkt für Lehrer sieht zur Zeit gut aus. In vielen Bundesländern und in vielen Bereichen herrscht großer Lehrermangel – auch dadurch hervorgerufen, dass sich etliche Lehrer in den Ruhestand verabschieden. Daher sind etliche Stellen momentan nicht besetzt.

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Gehalt: Was verdient ein Lehrer?

Falls ein Lehrer nicht an einer Privatschule angestellt ist, ist sein Gehalt tariflich festgelegt. Dabei hat jedes Bundesland seinen eigenen Tarifvertrag. Außerdem ergeben sich je nach Berufsstatus weitere Unterschiede. So hat ein Lehrer als Beamter netto mehr von seinem Bruttogehalt übrig als sein angestellter Kollege.

Daher ist es schwer, eine pauschale Aussage über den Verdienst eines Lehrers zu treffen. Es lassen sich jedoch gewisse Spannen bezüglich des Bruttojahresgehaltes festhalten:

  • Grundschullehrer verdienen im Jahr zwischen 36.000 und 52.000 Euro brutto
  • Realschullehrer kommen auf 42.000 bis 58.000 Euro brutto pro Jahr
  • Gymnasiallehrer erhalten zwischen 45.000 und 65.000 Euro als Jahresbrutto
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Karriere: Chancen und Aussichten als Lehrer?

Wer als Lehrer tätig sein möchte, hat gute Chancen, einen Job zu bekommen – wenn auch nicht unbedingt direkt an seinem Heimatort. In vielen Bundesländern herrscht ein Mangel an Lehrern, insbesondere in ländlichen Regionen. Häufig ist es jedoch so, dass sich ein Lehrer seinen Einsatzort nicht aussuchen kann. Zentrale Schulbehörden der Länder erfassen freie Stellen und teilen freie Lehrer innerhalb des Bundeslandes nach sozialen Gesichtspunkten zu. Diese Zuteilung ist oftmals recht kompliziert und daher für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Dies macht auch Schulwechsel nicht so einfach wie auf einem freien Arbeitsmarkt.

Lehrer können aber auch bei Schulämtern oder anderen Bildungsbehörden selbst im Verwaltungsbereich oder in der Fortbildung arbeiten. Zudem bieten sich an Schulen für erfahrene Lehrer folgende Funktionsstellen:

  • Fachbetreuer
  • Fachberater
  • Abteilungsleiter
  • Stellvertretender Schulleiter
  • Schulleiter

Bewerbung als Lehrer: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Angehende Lehrer sollten eine Reihe von Fähigkeiten und Talenten mitbringen, denn die Arbeit mit Schülern ist nicht immer einfach. Daher sollte sich jeder, der Lehrer werden möchte, bereits vor dem Studium nach folgenden Eigenschaften hinterfragen:

  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Interesse an Kindern und Jugendlichen
  • Neugier
  • Gute Ausdrucksweise
  • Kreativität
  • Geduld
  • Analytische Fähigkeiten
  • Breites Allgemeinwissen
  • Kritikfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Stressresistenz
  • Teamfähigkeit
  • Zeitmanagement

Bewerbung-Lehrer-Anschreiben-Muster-Vorlage-Beispiel-PDF-WordUm sich für das Berufsbild Lehrer bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Bereits während meiner Referendariatszeit habe ich bemerkt, wie eine methodisch und didaktisch vielseitige Arbeit bei den Schülern zu unmittelbaren Lernerfolgen führt. Daher bin ich motiviert, jede Unterrichtsstunde aufs neue individuell und maßgeschneidert vorzubereiten.

Bei der Unterrichtsgestaltung hilft mir meine große Kreativität, die mich schon seit jeher ausgezeichnet hat. Auch mein Gespür für die Bedürfnisse der Schüler und meine Empathiefähigkeit sind für mich in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

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1. Dezember 2020 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.

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