Eigenschaften im Vorstellungsgespräch: Damit punkten Sie!

Was ein Unternehmen im Bewerber sucht, ist nicht immer zu 100 Prozent klar. Bestimmte Eigenschaften im Vorstellungsgespräch sind förderlich, andere weniger. Dass Sie es soweit geschafft haben, ist ein Indiz dafür, dass Sie über diese Eigenschaften verfügen. Sie wollen die Stelle, also gilt es zu identifizieren, worauf es dem Personaler beziehungsweise dem Unternehmen ankommt. Einige Kompetenzen stehen jedem Bewerber gut zu Gesicht. Welche das sind…

Eigenschaften im Vorstellungsgespräch: Damit punkten Sie!

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Welche Eigenschaften im Vorstellungsgespräch helfen?

Die nachfolgende Liste von Eigenschaften helfen nicht nur im Vorstellungsgespräch. Auch ist sie keineswegs abschließend gemeint. Im Gegenteil: Je nach Arbeitsort und Tätigkeit kann sie um andere Eigenschaften erweitert werden, können manche Eigenschaften besonders wichtig, andere weniger bedeutend sein.

  • Fachkompetenz

    Zu den wichtigsten Eigenschaften im Vorstellungsgespräch gehört zweifellos die Fachkompetenz – ohne die wären Sie nicht eingeladen worden. Aber Papier ist geduldig: Nun gilt es, die eigene Expertise verbal zu untermauern. Dafür bitte nicht einfach nur die Stationen im Lebenslauf herunterbeten, sondern eigene Erfolge detailliert darlegen. Die sollten einen Zusammenhang mit der anvisierten Stelle aufweisen, damit Ihrem Gegenüber direkt ersichtlich ist, dass Sie von Nutzen für das Unternehmen sind.

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  • Neugier

    Mitunter wird bei Neugier nur die negative Seite gesehen. Neugierige Menschen stecken ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Aber Neugier hat auch noch eine andere, positive Seite, die Sie beruflich weiterbringt: Wer neugierig ist, ist wissbegierig, geht den Dingen auf den Grund. Diese Eigenschaft geht Hand in Hand mit der eigenen Expertise, die dadurch weiter ausgebaut wird. Die Lust und Motivation, neue Dinge zu lernen und in die eigene Weiterentwicklung zu investieren, wird im Vorstellungsgespräch positiv auffallen.

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  • Verantwortungsbewusstsein

    Verantwortung innezuhaben, erscheint vielen reizvoll. Eine Führungsposition sollte aber nicht nur Entscheidungsbefugnis beinhalten, sondern auch die Fähigkeit, selbständig und eigenverantwortlich zu handeln. Diese Eigenschaft wird nicht nur von Führungskräften erwartet. Auch von Fachkräften erwartet man, dass jemand zuverlässig und vorausschauend handelt und für eigene Fehler die Verantwortung übernimmt. Die zuzugeben, ist keine Schande – entscheidend ist, was Sie daraus gelernt haben.

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  • Zielstrebigkeit

    Wünsche und Ideen zu entwickeln, Pläne zu schmieden, wie diese erreicht werden können und diese dann zu verfolgen – das alles fällt unter Zielstrebigkeit. Sie lassen sich nicht davon abbringen, auch wenn es hin und wieder Rückschläge gibt. Verwechselt werden sollte diese Eigenschaft jedoch nicht mit Rücksichtslosigkeit.

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  • Teamfähigkeit

    Teamfähigkeit gehört zu den Eigenschaften im Vorstellungsgespräch, die regelmäßig abgefragt werden. Ein Arbeitgeber möchte sich keinen nervigen Egozentriker, aber ebenso wenig einen Eigenbrötler ins Team holen. Beide Persönlichkeitstypen wirken sich negativ auf das Betriebsklima aus. Für Sie ist daher wichtig, dass sie überzeugend darlegen können, dass Sie die guten Seiten beider in sich vereinen und sowohl auf Teamgeist achten, aber auch eigenverantwortlich Ihre Aufgaben erledigen.

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  • Sorgfalt

    Sorgfalt gehört zu den gern gesehenen Eigenschaften im Vorstellungsgespräch, sofern Sie den Eindruck eines griesgrämigen Pedanten vermeiden. Wichtig ist, an den entscheidenden Stellen die notwendige Sorgfalt walten zu lassen. Einen Punkt in einer Mail an einen Kollegen zu vergessen, dürfte nicht weiter tragisch sein. Den Namen eines wichtigen Kunden falsch zu schreiben, sich um eine Kommastelle in einer Rechnung zu vertun, hat hingegen andere Auswirkungen.

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  • Kompromissfähigkeit

    Oft zeigt sich bereits im Assessment Center, ob jemand tatsächlich ein Teamplayer ist oder nur auswendig gelernte Soft Skills als Eigenschaften im Vorstellungsgespräch angibt. Denn entscheidend für eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen ist Kompromissfähigkeit. Die erfordert Reflexion der eigenen Sichtweise und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Nur wer anderen Argumenten und Sichtweisen gegenüber aufgeschlossen ist, kann Verbesserungsvorschläge annehmen.

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  • Überzeugungskraft

    Kompromisse schließen zu können ist eine Sache. Es sollte sich dabei aber nie um faule Kompromisse handeln. Sind Sie von einer Sache wirklich überzeugt, brauchen Sie die Fähigkeit, andere davon zu überzeugen. Das gelingt, indem Sie auf Ihren Gesprächspartner eingehen. Offenheit und Aufmerksamkeit signalisieren, eine offene Körperhaltung und Blickkontakt demonstrieren. So wird der andere gleich aufnahmebereiter für Ihre Argumente.

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  • Zuverlässigkeit

    Zuverlässigkeit ist die Basis für Vertrauen. Es ist mehr als nur jeden Tag pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Vielmehr heißt es, dass Sie beispielsweise Ihre Deadlines einhalten und die erforderlichen Ergebnisse liefern. Ihre Zuverlässigkeit spiegelt sich außerdem in der gleichbleibenden Qualität, das heißt, Sie erfüllen die in Sie gesetzten Erwartungen.

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  • Flexibilität

    Flexibilität ist zum Oberbegriff geworden, den Sie zu den erforderlichen Eigenschaften im Vorstellungsgespräch rechnen sollten. Gemeint ist damit einerseits die Fähigkeit, sich auf veränderte Umstände und Anforderungen im Job anpassen zu können. Gleichzeitig ist Flexibilität auch eine Forderung vieler Arbeitnehmer an das Unternehmen, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten. Unterstreichen können Sie diese Eigenschaft im Vorstellungsgespräch dadurch, dass Sie auf einen möglichen Ortswechsel für den Beruf hinweisen oder Ihre Bereitschaft zu Dienstreisen unterstreichen.

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Welche Eigenschaften im Vorstellungsgespräch bremsen?

Ganz allgemein formuliert: Sollten Eigenschaften im Vorstellungsgespräch auftauchen, die für die ausgeschriebene Stelle nicht relevant, beim Bewerber aber stark ausgeprägt sind, hat das eher negative Konsequenzen.

Das können sogar Eigenschaften sein, die in anderen Zusammenhängen vorteilhaft sind. Ein Beispiel: Ein Bewerber zeichnet sich durch große Kreativität und Spontaneität aus. Bewirbt er sich jedoch auf eine Stelle in einer Behörde, in der es darum geht, bestimmte Vorgaben abzuarbeiten, könnte sich so eine Person eher eingeengt fühlen.

Oder etwa Einfühlungsvermögen: Bis zu einem gewissen Grad ist es überall erforderlich, aber in unterschiedlicher Ausprägung. In sozialen Berufen, als Krankenschwester etwa, ist es sehr wichtig. Ein KFZ-Mechatroniker braucht für seine tägliche Arbeit deutlich weniger davon.

Geht es darum, solche Eigenschaften zu identifizieren, die als Schwächen im Vorstellungsgespräch wahrgenommen werden können, hilft anfangs bereits die eigene Vorstellungskraft:

Welche Eigenschaften nerven Sie an Ihren Mitmenschen, mit welcher Sorte Kollegen könnten Sie nur schwer zusammenarbeiten? Oft ergeben sich wenig wünschenswerte Eigenschaften bereits aus dem Gegenteil der oben aufgeführten. Mangelnde Zuverlässigkeit würde negativ auffallen. Ebenso Menschen, die…

  • pedantisch bis aufs I-Tüpfelchen sind,
  • ihre Arbeit schlampig ausführen, so dass andere nacharbeiten dürfen,
  • ständig andere Menschen kritisieren, selbst aber überempfindlich auf Kritik reagieren,
  • wenig Hilfsbereitschaft an den Tag legen und
  • immer auf den eigenen Vorteil bedacht sind.
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So finden Sie Ihre Eigenschaften heraus

Ein Gespür für die Eigenschaften zu entwickeln, die einen selbst ausmachen, ist für viele anfangs ungewohnt. Man selbst neigt dazu, sich als Maß aller Dinge zu sehen. Dass andere einen aber unter Umständen ganz anders wahrnehmen, zeigt sich, wenn man Rückmeldung bekommt.

Selbstbild und Fremdbild stimmen nämlich selten überein. Was die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht, darüber streiten Forscher und Gelehrte schon lange. Ein Modell, dass der Erklärung dient und dabei helfen kann, die eigenen Eigenschaften besser zu verstehen, ist das sogenannte Big Five.

Es geht davon aus, dass fünf zentrale Eigenschaften in jedem Menschen angelegt sind – allerdings in unterschiedlicher Ausprägung:

  • Offenheit (Openess) – stark ausgeprägt ist jemand neugierig, gering ausgeprägt eher konservativ.
  • Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness) – stark ausgeprägt ist jemand ordentlich, gering ausgeprägt eher unvorsichtig.
  • Extraversion (Extraversion) – stark ausgeprägt ist jemand gesellig, gering ausgeprägt eher zurückhaltend.
  • Verträglichkeit (Agreeableness) – stark ausgeprägt ist jemand kooperativ, gering ausgeprägt eher egozentrisch.
  • Neurotizismus (Neuroticism) – stark ausgeprägt ist jemand ängstlich, gering ausgeprägt eher selbstsicher.

Obige Merkmale kommen in ihrer extremen Ausprägung selten vor und schon gar nicht alle fünf Merkmale gleichzeitig. Manche Eigenschaften können Sie auch als sympathische Schwächen im Vorstellungsgespräch umwandeln. Dann etwa, wenn Sie zu erkennen geben, dass Sie sich dieser Eigenschaft bewusst sind, aber damit umgehen können oder sie durch einen anderen Vorteil ausgleichen.

Beispielsweise, dass Sie eher zurückhaltend sind, sich dadurch aber immer gut konzentrieren können. Oder aber Ihre Schüchternheit durch einen Rhetorikkurs reduzieren konnten.

In welcher Konzentration welche Eigenschaften bei Ihnen vorhanden sind, können Sie mit unseren Tests herausfinden:

Oder Sie möchten lieber etwas über Ihre Kompetenzen erfahren? Dann versuchen Sie diesen Test:

Weitere kostenlose Selbstanalysen finden Sie hier:

[Bildnachweis: aurielaki by Shutterstock.com]
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26. Mai 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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