Vorstellungsgespräch Fragen: Die 100 häufigsten

Keine Frage, beim Vorstellungsgespräch geht es in erster Linie darum, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Mit den Vorstellungsgespräch Fragen will der Personalentscheider herausfinden, ob sein (schriftlicher) Eindruck vom Kandidaten stimmt; der Bewerber wiederum kann und sollte prüfen, ob die Stelle und die Unternehmenskultur zu ihm passen. Damit aus dem Treffen ein echtes Gespräch und kein Vorstellungsverhör wird, kommt es also darauf an, dass sich beide gut vorbereiten, sich gegenseitig zuhören – und dass auch der Bewerber ein paar Rückfragen stellt. Sie geben Personalern nicht nur Aufschluss über die Motivation und den Anspruch eines Kandidaten, sondern auch darauf, wie intensiv der sich mit dem Job, dem Unternehmen und der jeweiligen Branche auseinander gesetzt hat. Damit Sie sich optimal vorbereiten können, haben wir die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch für Sie hier zusammengestellt…

Vorstellungsgespräch Fragen: Die 100 häufigsten

Vorstellungsgespräch Fragen: Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Sicher ist, dass in jedem Vorstellungsgespräch Fragen gestellt werden. Der Personaler will Sie kennenlernen und herausfinden, ob Sie für die freie Stelle geeignet sind und ins Team passen. Das gelingt natürlich am besten mithilfe von Fragen.

Für Sie bedeutet das: Zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie nicht nur Informationen rund um das Unternehmen und Ihren möglichen Arbeitsplatz sammeln, sondern sich auch auf mögliche Fragen einstellen, die Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt werden.

Natürlich weiß niemand, mit welchen Fragen Sie im Vorstellungsgespräch rechnen müssen. Es gibt aber viele typische Fragen, die immer wieder gestellt werden. Und um diese geht es hier.

Zu wissen, was ungefähr auf Sie zukommen kann, gibt Ihnen eine größere Sicherheit und kann dafür sorgen, dass Sie im Gespräch besser reagieren und gute Antworten geben, die Ihren Gesprächspartner überzeugen. Machen Sie aber bitte nicht den Fehler, komplette Antworten auswendig zu lernen und diese nur noch abzuspulen, wenn die jeweilige Frage gestellt wird. Das wirkt im Gespräch hölzern, mechanisch und teils auch unglaubwürdig.

Besser ist es, die Vorstellungsgespräch Fragen zu kennen und darauf eingestellt zu sein, aber keine ganzen Sätze oder vorgefertigte Phrasen herunterzubeten. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie sich im Vorfeld mit den verschiedenen Fragen beschäftigen, darüber nachdenken und sich bewusst sind, auf welche Arten von Fragen Sie reagieren müssen.

Vorstellungsgespräch Checklisten: Fragen & Tipps zum Download

Um sich optimal auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, haben wir zusätzlich einige umfangreiche Checklisten für Sie vorbereitet – die Sie sich hier gleich (wie gewohnt) kostenlos herunterladen können:

  • 111 Tipps zum Vorstellungsgespräch

    111 Tipps zum VorstellungsgesprächInsgesamt 111 der besten und wichtigsten Tipps zum Vorstellungsgespräch haben wir in dieser Checkliste noch einmal für Sie zusammengefasst. Das PDF können Sie sich HIER gratis herunterladen. So sind Sie optimal für das Jobinterview vorbereitet. Naturgemäß sind bei der großen Zahl auch ein paar Punkte dabei, die für Sie selbstverständlich oder längst bekannt sind. Es schadet aber nicht, sich diese Grundlagen hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen


  • 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

    100 Fragen im VorstellungsgesprächHier finden Sie die Liste mit 100 typischen Fragen im Vorstellungsgespräch, die Sie sich ebenfalls kostenlos als PDF herunterladen, ausdrucken und offline nutzen können, um sich auf das Interview optimal vorzubereiten. Vielleicht haben Sie auch Freunde und Bekannte, die gerade nach einem Job suchen: Dann stellen Sie sich die Fragen doch gegenseitig und geben Sie sich jeweils ehrliches Feedback, wie die Antworten auf Sie wirken. Diese Übung hilft zudem dabei, im Bewerbungsgespräch lockerer und souveräner zu werden.


  • Typische Stressfragen im Vorstellungsgespräch

    Stressfragen Beispiele VorstellungsgesprächVon sogenannten Stressfragen gibt es unzählige Variationen. Die meisten lassen sich jedoch in fünf Arten unterteilen: Analogie-Fragen, Fangfragen, Provokationen (die keine Fragen sind), Brainteaser und Trichterfragen. Eine vollständige Checkliste dieser Fragenarten im Vorstellungsgespräch samt einiger Beispiele können Sie sich ebenfalls hier gerne gratis als PDF herunterladen. Bei einer optimalen Vorbereitung kann das nicht schaden.


  • 100 Rückfragen fürs Vorstellungsgespräch

    100 Rückfragen fürs VorstellungsgesprächWeil es so wichtig ist, im Vorstellungsgespräch nicht nur zu antworten, sondern auch selbst Rückfragen zu stellen, haben wir hier eine Liste mit 100 cleveren Rückfragen an Personalentscheider erstellt. Auch diese können Sie sich gerne gratis herunterladen, später ausdrucken und sich als Merk- oder Spickzettel zum Vorstellungstermin mitnehmen. Nur bitte nie den Zettel zücken und ablesen – das sieht nicht wirklich vorbereitet aus. Und stellen Sie bitte auch nicht alle Fragen davon. Unser Tipp: Picken Sie sich fünf bis zehn davon heraus und lernen Sie diese kurz vorher auswendig.


  • Vorstellungsgespräch Checkliste

    Checkliste VorstellungsgesprächHaben Sie wirklich an alles gedacht? Diese Checkliste fürs Vorstellungsgespräch dient weniger zur Vorbereitung, dafür umso mehr zur Kontrolle und als Ergänzung. Weil am Tag des Vorstellungsgesprächs oft die Anspannung und der Adrenalinspiegel hoch sind, werden manche Details schlicht vergessen. Damit Ihr Jobinterview ein voller Erfolg wird und Sie trotzdem an alles denken, haben wir die folgende Checkliste erstellt. Selbstverständlich können Sie diese auch kostenlos als PDF downloaden, ausdrucken und abhaken.


100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Die folgende Auswahl listet ganze 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch auf, die so natürlich nie alle auf einmal gestellt werden und die Sie auch nicht akribisch samt dazugehöriger Antwort auswendiglernen sollten. Das wäre übertrieben (Deshalb gibt es auch keine Antworten dazu. Personaler erkennen auswendig gelernte Standardantworten sofort und hassen sie.).

Sich darauf vorzubereiten und zumindest darüber nachzudenken, was Sie auf häufig gestellte Fragen antworten könnten, sollten Sie aber trotzdem tun. Viele der Vorstellungsgespräch Fragen liefern gute Denkanstöße – nicht nur, um sich auf das Bewerbungsgespräch einzustimmen, sondern um im Vorfeld zu prüfen, warum Sie den Job überhaupt wollen oder ob Ihre beruflichen und persönlichen Qualifikationen zur angestrebten Position passen…

    Fragen-Katalog: Gern genutzte Gesprächsöffner im Vorstellungsgespräch

  • Erzählen Sie etwas über sich.
  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?
  • Warum möchten Sie diesen Job?
  • Warum kommen Sie zu spät? (pure Provokation)
  • Fragen zur Bewerbungsmotivation

  • Welche Ziel verfolgen Sie mit diesem neuen Job?
  • Warum haben Sie noch keine neue Stelle gefunden?
  • Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job aufgeben?
  • Was haben Sie an Ihrem vergangenen Job überhaupt nicht gemocht?
  • Was werden Sie an Ihrem jetzigen/letzten Job am meisten vermissen?
  • Was denken Sie über Ihren letzten Chef?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was haben Sie vorher verdient?
  • Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
  • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?
  • Wären Sie bereit, umzuziehen?
  • Haben Sie auch Fragen an mich?
  • Wenn Sie jemanden für diese Stelle interviewen müssten, auf was würden Sie achten?
  • Fragen zur Persönlichkeit und zum Stärken-Schwächen-Profil

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihr ehemaliger Chef über Sie sagen würde.
  • Und was würde er negatives über Sie sagen?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.
  • Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?
  • Wenn ich Ihren ehemaligen Vorgesetzten fragen würde, welche Weiterbildung für Sie noch wichtig wäre – was würde er antworten?
  • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Nennen Sie mir jeweils ein Beispiel, wann Sie überdurchschnittliches und unterdurchschnittliches geleistet haben.
  • Können Sie beschreiben, wie das war, als Sie für Ihre Arbeit kritisiert wurden?
  • Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  • Sagen Sie mir etwas über Sie, das ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.
  • Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?
  • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?
  • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
  • Was sind Ihre großen Lebensträume?
  • Fragen zur Arbeitsweise

  • Wie motivieren Sie sich?
  • Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
  • Was war das letzte Projekt, an dem Sie gearbeitet haben und was war das Ergebnis?
  • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen können?
  • Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem neuen Team unter Beweis?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein „Nein“ als Antwort erhalten?
  • Erzählen Sie mir davon, wie Sie einen Kollegen kritisieren mussten. Wie haben Sie das gemacht?
  • Haben Sie jemals in einem Team gearbeitet, in dem einer oder mehrere sich auf der Arbeit anderer ausgeruht haben. Wie sind Sie damit umgegangen?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?
  • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?
  • Kulturfragen / Fitting

  • Für was waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?
  • Was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?
  • Wie sieht das ideale Unternehmen für Sie aus?
  • Was wäre für Sie eine ideale Arbeitssituation?
  • Wann waren Sie in Ihrem Job am meisten zufrieden?
  • Welche Kultur reizt Sie mehr – strukturiert oder unternehmerisch?
  • Was trifft mehr auf Sie zu: Sie sind Detail orientiert – Sie sind visionär?
  • Was ist besser: Sollte ein Chef geliebt oder gefürchtet werden?
  • Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?
  • Und einer schlechten?
  • Was ist der Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich?
  • Welche Konflikte haben Sie in Ihren bisherigen Jobs schon erlebt?
  • Wenn ich Ihr Chef wäre und würde etwas von Ihnen verlangen, von dem Sie nicht überzeugt sind – was würden Sie tun?
  • Fangfragen zu Social Media (beispielhaft)

  • Wir haben ein Video im Netz gefunden, dass Sie bei einem Hallenturnier zeigt. Dabei foulen Sie einen Mitspieler, was der Schiedsrichter jedoch nicht mitbekommen hat. Würden Sie sich auch heute über Regeln hinwegsetzen, wenn es Ihnen nutzt?
  • Auf Twitter schreiben Sie häufig, dass Sie gerade keine Lust haben zu arbeiten. Sind Sie jemand, der stark motiviert werden muss?
  • Sie schreiben in Ihrer Bewerbung, dass Sie gute Kontakte in Ihrer Branche besitzen. In Xing sind Sie aber mit den einschlägigen Leuten und auch mit vielen Ihrer Kollegen gar nicht vernetzt. Wie erklären Sie sich das?
  • Auf Facebook gehören Sie einer Gruppe von Frauen an, die sich dazu bekennt, meistens keine Unterwäsche zu tragen. Glauben Sie das könnte den Betriebsfrieden stören, falls das unsere Kunden erfahren?
  • Haben Sie schon mal einen persönlich beleidigenden Kommentar in einem Blog gepostet? Wir hatten da neulich etwas gefunden bei… Wie hieß das Blog doch gleich…?
  • Bei unseren Recherchen haben wir festgestellt, dass Sie bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber während der Arbeitszeit viel online waren und auf anderen Webseiten Kommentare gepostet haben. War das in Ihrem bisherigen Job erlaubt oder waren Sie dort nicht ausgelastet?
  • In Ihrem Lebenslauf steht, dass Sie sich zwischen März und Juli weitergebildet haben. In Ihrem Facebook-Profil findet man aus dieser Zeit aber fast ausschließlich Strandfotos aus Thailand. Worin genau bestand die Weiterbildung?
  • In Ihrem Blog beschreiben Sie, dass Sie es hassen mit Kollegen zusammen zu arbeiten, die nicht einmal Ihre Muttersprache richtig sprechen. Wie schätzen Sie Ihre interkulturelle Kompetenz ein?
  • Im Profil eines Ihrer besten Freunde auf Facebook ist ein Foto von Ihnen verlinkt, dass Sie in ziemlich desolatem Zustand auf einer Party zeigt. In den Profilen Ihrer anderen Freunde haben wir ähnliche Bilder gesehen. Könnte das die Note 3 in Ihrem Bachelor-Abschluss erklären?
  • Auf Instagram gilt Ihr Interesse fast ausschließlich Pornodarstellerinnen. Kennen Sie die eventuell aus einem früheren Job?

  • Dossier über Fangfragen

    Speziell zu Fangfragen im Vorstellungsgespräch haben wie hier noch einen ausführlichen Ratgeber für Sie:

    Der beste Ausweg aus einer solch fiesen Fangfrage ist übrigens, diese nicht zu beantworten, sondern der Wechsel in die Metaebene: „Das klingt für mich wie eine Fangfrage. Ich würde mich mit Ihnen lieber noch über den Job unterhalten…“

    Spontanitäts- und Stressfragen

  • Wozu ist der Filz auf einem Tennisball?
  • Wie oft am Tag überlappen sich die Zeiger einer Uhr?
  • Wie würden Sie ein Flugzeug vermessen – ohne Maßstab?
  • Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welche Superkraft würden Sie wählen?
  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie?
  • Wenn Sie wählen können, jetzt an irgendeinem Ort dieser Erde zu sein, wo wären Sie?
  • Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen?
  • Verkaufen Sie mir diesen Bleistift!
  • Nennen Sie mir 10 Dinge, wozu man einen Stift noch benutzen kann!
  • Was machen Sie, wenn Sie Spass haben wollen?
  • Wie mache ich mich in Ihren Augen als Interviewer?
  • Die letzte Frage ist natürlich besonders perfide. Denn hier geht es in der Regel nicht um ein Feedback – oder zumindest nur vordergründig. Vielmehr ist es eine Art Rückgrat-Test oder Selbstbewusstseinsfrage. Denn wer jetzt sofort undifferenziert los lobt, outet sich als potenzieller Schleimer, der womöglich alles für diesen Job tun würde.


    Dossier über Stressfragen

    Zu Stressfragen und Stressinterviews finden Sie hier noch weitere Tipps:

    Charakterfragen / Wertetest

  • Nennen Sie fünf Begriffe, die Ihren Charakter beschreiben.
  • Welche drei Charaktereigenschaften würden Ihre Freunde Ihnen nachsagen, um Sie zu beschreiben?
  • Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Was war die wichtigste Lektion, die Sie in der Schule gelernt haben?
  • Was war die wichtigste Lektion Ihres Studiums?
  • Wer hat Sie in Ihrem Leben entscheidend geprägt? Wie?
  • Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der Sie verändert hat?
  • Welcher Manager ist für Sie ein Vorbild und warum?
  • Mit welchen Persönlichkeiten kommen Sie am besten zurecht und warum?
  • Was war die schwerste Entscheidung, die Sie in den vergangenen zwei Jahren treffen mussten?
  • Wann haben Sie etwas falsch gemacht. Wie sind Sie damit zurecht gekommen?
  • Was bedauern Sie am meisten? Warum?
  • Mittagessen: Sie ordern ein Steak, englisch. Der Kellner bringt es durchgebraten. Was tun Sie?
  • Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie für jemanden arbeiten müssten, der weniger weiß als Sie?
  • Angenommen Sie finden heraus, dass Ihr Arbeitgeber etwas Verbotenes tut – wie gehen Sie damit um?
  • Was für ein Auto fahren Sie?

Fragen Beispiele: Bewerberfragen von namhaften Unternehmen

Fragen Beispiele: Vorstellungsgespräch Fragen von namhaften UnternehmenImmer wieder werden Bewerber im Jobinterview mit außergewöhnlichen Fragen ihrer Wunscharbeitgeber konfrontiert. Dabei geht es weniger um richtige oder falsche Antworten. Vielmehr sind hier Kreativität, Selbstreflexion und assoziatives Denken gefragt.

Auch wenn Sie sich aktuell nicht auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, kann es sich lohnen, sich solchen Fragen zu stellen und ein paar Antworten für sich zu formulieren. Das dient nicht zuletzt der Selbstreflexion und Standortbestimmung.

Apropos: Was hätten Sie auf diese cleveren Fragen im Vorstellungsgespräch geantwortet?

  • Was war der beste Tag Ihres Lebens in den vergangenen vier Jahren? (Apple)
  • Wie würden Sie versuchen, in einer Menschenmenge herauszuragen? (Microsoft)
  • Wenn Sie einen Song wählen könnten, der gespielt wird, sobald Sie einen Raum betreten – welcher wäre es? (Google)
  • Welche Führungskraft verehren Sie am meisten? (Boston Consulting Group)
  • Wie viel Honorar würden Sie verlangen, um alle Fenster in Seattle zu putzen? (Facebook)
  • Wie würden Sie ein Facebook für blinde Menschen entwickeln? (Facebook)
  • Wie würden Sie den Wert einer Kuh berechnen? (Bain)
  • Wenn Sie mit nur einem Satz in Erinnerung bleiben könnten – wie würde dieser lauten? (Google)
  • An diesem Punkt in Ihrem Leben: Würden Sie lieber lernen oder Geld verdienen? (Google)
  • Wann wollen Sie in den Ruhestand gehen? (Adobe)

Stephanie Luftensteiner, Chefrecruiterin bei Adidas, erzählte wiederum im Interview, welche ihre persönliche Lieblingsfrage im Vorstellungsgespräch sei: „Was müsste passieren, damit Sie den Schritt zu Adidas bereuen?“

Die Antwort auf diese Frage verrate „so viel über die Motivation des Bewerbers“, sagte Luftensteiner. Denn es gäbe darauf kein Richtig oder Falsch. Wer aber beispielsweise antworte, dass er unzufrieden wäre, wenn er oder sie sich mit dem Team nicht versteht, dann deute das etwa „auf einen teamorientierten Bewerber“ hin. Wer dagegen sagt, er würde den den Schritt bereuen, weil er oder sie nicht befördert wurde, dann wüsste die Personalerin, der Bewerber ist eher karriereorientiert. So oder so, man gibt mit jeder Antwort viel über seine Motivation preis.

Vorstellungsgespräch Rückfragen: Punkten mit cleveren Detailfragen

Wie schon gesagt, geht es im Vorstellungsgespräch aber nicht um ein bloßes Abfragen oder Verhör. In jedem strukturierten Bewerbungsgespräch kommt daher irgendwann die Phase, in der der Bewerber am Zug ist – oft eingeleitet mit: „Haben Sie noch Fragen?“

Haben Sie bitte immer! Vergessen Sie nie solche Rückfragen zu stellen. Denn das ist ein Test. Zum Einen ist das eine Chance, mehr über den künftigen Chef, den Arbeitsplatz, oder dessen Anforderungen zu erfahren. Zum Anderen sagen kluge Rückfragen aber auch viel über die Vorbereitung, die Tiefgründigkeit und das Interesse eines Bewerbers aus.

Vorstellungsgespräch Rückfragen: Punkten mit cleveren Detailfragen

Machen Sie sich während des Vorstellungsgesprächs also ruhig ein paar Notizen stellen Sie bei dieser Gelegenheit clevere Detailfragen zu Ihrem künftigen Einsatzgebiet.

Zum Beispiel diese:

  • Wie groß ist das Team?
  • Welche Erwartungen haben Sie an mich im kommenden Jahr?
  • Was sieht die Einarbeitung in Ihrem Unternehmen aus? Wer übernimmt diese?
  • Wo liegen die speziellen Herausforderungen der Position?
  • Mit welchen Programmen arbeiten Sie im täglichen Geschäft?
  • Wo werde ich überall eingesetzt?
  • An wen muss ich berichten? Wer berichtet mir?
  • Durch welche Leistungen kann ich mir eine größere Verantwortung erarbeiten?
  • Welche Chancen und Möglichkeiten auf Fort- und Weiterbildungen gibt es?
  • Ist noch Zeit, sich den Arbeitsplatz vielleicht gerade anzusehen?

Haben Sie bitte keinerlei Skrupel nachzubohren, falls der Personaler an einigen Stellen ungenau geblieben ist. Chuzpe ist nie verkehrt, übertreiben Sie es aber auch nicht.

Heißt: Drehen Sie den Spieß nicht einfach herum und stellen Sie dem Personaler dieselben Fragen mit vertauschten Rollen („Warum sollte ich mich denn für Ihr Unternehmen entscheiden?“). Einzig erlaubt: der Wechsel auf die persönliche Ebene („Warum haben Sie sich damals für dieses Unternehmen entschieden?“).

Weitere gute Rückfragen können sein:

Vorstellungsgespräch Fragen Rückfragen

Solche Vorstellungsgespräch Fragen sind allerdings die Kür. Ihnen voran geht meist Pflichtprogramm der typischen Fragen, die in einem Vorstellungsgespräch fallen können.

Vorstellungsgespräch Rückfragen: Es gibt auch dumme Fragen!

Auch wenn Sie schon viel über Vorstellungsgespräch Fragen und Rückfragen gelesen haben – täuschen Sie sich bitte nicht: Es gibt auch dumme Fragen.

  • Dämlich wäre es zum Beispiel, Fragen zu stellen, die man mit einem Klick auf der Unternehmens-Website leicht beantworten kann.
  • Genauso fatal: Fragen, die der Interviewer sowieso nur auf eine Art beantworten kann, also etwa: Ist das Betriebsklima bei Ihnen gut? Ist mein künftiger Chef nett? Habe ich gute Aufstiegschancen? – „Äh, nein…“

Wer solche Fragen stellt, outet sich als entweder naiv oder unvorbereitet und katapultiert sich subito ins Aus.

Unklug sind auch Fragen zu Arbeits- oder Urlaubszeiten, zu Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder einer baldigen Gehaltserhöhung. Solche Vorstellungsgespräch-Fragen stellen Ihre Motivation gewaltig infrage.

Natürlich sind solche Fragen berechtigt – sie haben aber Zeit für eine zweite Gesprächsrunde oder die konkreten Verhandlungen zum Arbeitsvertrag (siehe Checkliste zum Arbeitsvertrag)).

Ebenso wenig sollten Sie – per Frage – übermäßige Unsicherheit im Jobinterview durchblicken lassen. Klar, Sie sind nervös. Das ist jeder. Fragen Sie aber bitte nie danach, ob Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben oder wie Ihre Chancen stehen.

Die Grundhaltung muss sein: Das Unternehmen hat hier gerade eine Superchance, Sie einzustellen. Auch wenn Sie das bitte so nie verbalisieren oder den Fehler begehen, in Arroganz zu verfallen. Es ist nur eine Grundhaltung, eine Attitüde um Ihr Selbstbewusstsein zu untermauern und als geeigneter Kandidat und Top-Talent zu erscheinen.

3 Dinge, die man über Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch lernt

    Bewerbungsgespräch Fragen Katalog Tipps

  • Transparenz

    Schon der Auswahlprozess selbst und ob man Sie über alle Stufen dabei aktiv informiert, offenbart, wie professionell der Arbeitgeber, vor allem aber die Personalabteilung in spe arbeitet. Ebenso: Verrät man Ihnen auch, wo die Problemfelder des neuen Jobs liegen – oder versucht man Ihnen nur eine Arbeit zu verkaufen?

  • Betriebsklima

    Stellt man Ihnen zum Vorstellungsgespräch ein Glas Wasser hin? Oder vielleicht sogar Kaffee oder Kekse? Allein diese simple Geste sagt viel darüber aus, ob man Mitarbeiter hier als Kapital oder als Kostenstelle begreift. Genauso: Wie herzlich und respektvoll werden Sie begrüßt? Ist der Dialog eher ein Gespräch oder ein Stressinterview?

  • Verlässlichkeit

    Wenn der Personaler verspricht, sich am Montag zu melden und tut das nicht, zeugt das weder von einem manierlichen Umgang, noch von einem gut organisierten Auswahlprozess. Ihr Alarmsystem sollte aufschrillen, wenn Sie zudem ein Verfahren nach dem anderen durchlaufen sollen. Irgendwann muss man sich entscheiden können!

Ein ausführliches Dossier hierzu finden Sie hier:

Tabuthemen im Vorstellungsgespräch

Neben all den Fragethemen, die man im Vorstellungsgespräch erwähnen, diskutieren oder besprechen kann (und sollte), gibt es allerdings auch Themen, die Sie besser aussparen. Diese:

  1. Privatleben

    Solange der Personaler Sie nicht gezielt danach fragt, sollten Sie Ihre Freizeitaktivitäten unerwähnt lassen.

    Erstens, weil es Ihren Arbeitgeber schlicht nichts angeht, was Sie in Ihrer Freizeit machen.

    Zweitens, weil Sie dabei in der Regel kaum punkten können. Über Hobbys zu sprechen, hat wirklich nur Sinn, wenn Sie damit Fähigkeiten dokumentieren, die auch im Job gefragt sind. Und in dem Fall wäre es noch besser, Sie weisen diese durch berufliche Erfolge nach.

  2. Kündigung

    Der Klassiker: Wenn Sie im vergangenen Job gefeuert wurden, ist das nicht unbedingt eine Sache, die Sie ansprechen sollten. Allerdings fragen manche Personaler ganz gezielt danach. Dann dürfen Sie zwar nicht lügen.

    Aber Sie können die Sache versuchen zu relativieren: Vielleicht wurden Sie Opfer von Sparmaßnahmen und betriebsbedingten Kündigungen. Oder Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Kündigung seinerseits wegen des Arbeitslosengeldes geeinigt – tatsächlich aber schön länger festgestellt, dass der Job nicht der richtige war. So was eben.

    Und falls Sie gefeuert wurden, weil Sie einen schweren Fehler begangen haben, zeigen Sie zumindest, was und dass Sie daraus gelernt haben und diesen Fehler nicht zweimal begehen.

  3. Bezahlung

    Es kommt zwar vor, dass man im Jobinterview über Gehaltsvorstellungen spricht.

    Falls der neue Arbeitgeber dabei jedoch deutlich unter Ihren Vorstellungen bleibt, sollten Sie das nicht weiter kommentieren – nur denken. Sie schlagen sonst eine Tür zu, durch die Sie vielleicht doch noch gehen möchten. Bringen Sie Ihren Unmut darüber deutlich vor, weiß Ihr künftiger Arbeitgeber, dass dies für Sie nur eine Notlösung ist und Sie vermutlich beim erstbesten besseren Angebot kündigen. Das Unternehmen sucht aber vermutlich keine Notstopfen, sondern hochmotivierte Mitarbeiter.

    Mit Ihrer Offenbarung schießen Sie sich eher wieder von der Liste – strategisch also unklug. Sollte Ihnen das Angebot zu gering ausfallen, fragen Sie lieber nach anderen Beigaben, wie Boni oder Dienstwagen. Abwägen können Sie daheim dann immer noch.

  4. Misserfolge

    Im Grunde erklärt sich der Punkt von alleine. Es gibt allerdings auch ein artverwandtes Thema: schlechte Erfahrungen. Etwa mit Kollegen, mit dem Chef, mit Kunden. Das fällt dann unter die Rubrik Klatsch und Tratsch – oder gar üble Nachrede.

    Lassen Sie das! Sprechen Sie nie negativ über Ihren alten Job oder Arbeitgeber. Das hinterlässt immer einen schalen Nachgeschmack. Zumal Ihr künftiger Arbeitgeber auch mal Ihr Ex-Arbeitgeber sein könnte. Und der will auch nicht, dass Sie später so über ihn sprechen.

    Zeigen Sie lieber Dankbarkeit für viele Gelegenheiten, in denen Sie lernen konnten. Das ist zweideutig, klingt aber besser.

  5. Chefs

    Das eben Gesagte gilt umso mehr für ehemalige Vorgesetzte. Auch wenn die Quälgeister, Menschenschinder, Hundertsassas waren – sprechen Sie möglichst nicht über deren Schwächen (wirkt respektlos) und schon gar nicht über ausgefochtene Konflikte (sieht renitent aus).

    Betonen Sie lieber deren Stärken und Vorbild, an dem Sie sich bis heute ein Beispiel nehmen. Und mal ehrlich: Auch dem schlimmsten Tyrannen kann man noch irgendwo eine positive Seite abgewinnen. Der Rest ist Schweigen.

Außerdem sollten Sie im Vorstellungsgespräch unbedingt Fragen vermeiden, die einen negativen Beigeschmack haben oder den Eindruck erwecken könnten, dass Sie möglicherweise etwas anderes als Bestleistungen erbringen könnten. Auf ein Ist es bei Ihnen in Ordnung, auch mal früher Feierabend zu machen? sollten Sie daher verzichten. Der Personaler soll schließlich nicht denken, dass Sie im Job faul sind und sich vor der Arbeit drücken wollen.

Bonus-Video: Wie reagieren auf die Frage nach den Schwächen?

„Was sind Ihre Schwächen?“ – die typische Frage im Vorstellungsgespräch wird von Bewerbern ebenso gehasst wie gefürchtet. Natürlich kann man versuchen, die Frage nach den Schwächen so zu beantworten, indem man sie nicht beantwortet – durch ausweichen, drumherum oder schönreden. Sollten Sie aber nicht!

Studien zeigen: Wer auf die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wahrheitsgemäß antwortet und nicht bloß positiv (also ein, zwei echte Schwächen zugibt), steigert seine Chancen auf den Job um das Fünffache. Drei Studien mit insgesamt rund 2000 Probanden waren diesem Ergebnis vorausgegangen. Dabei zeigte sich: Wer sich allzu perfekt präsentierte, schnitt weniger gut ab als jene, die einen ungeschminkten Eindruck von sich selbst vermittelten.

Wie Sie das tun, erklären wir in diesem Video…

[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

Weitere Tipps zum Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch Ablauf

Vorstellungsgespräch Tipps
5 typische Gesprächsphasen
Vorstellungsgespräch vorbereiten
Vorstellungsgespräch Checkliste
Dresscode
Begrüßungstipps
Selbstpräsentation
Soft Skills
Authentisch sein
Gesprächsführung
Vorstellungsgespräch beenden

Interview Arten

Assessment Center
Stressinterview
Vorstellungsgespräch auf Englisch
Strukturiertes Interview
Bewerbungsgespräch per Video
Telefoninterview Tipps
Zweites Vorstellungsgespräch
Anruf vom Headhunter
Outplacement Beratung

Typische Fragen

100 Fragen an Bewerber
25 Fangfragen
Stressfragen
Wie hoch war Ihr letztes Gehalt?
Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Warum haben Sie gekündigt?
Haben Sie sich woanders beworben?
Was wären Sie für ein Tier?
Warum sollten wir Sie einstellen?
Wie stehen Sie zu Überstunden?
Was sind Ihre Schwächen?
Unzulässige Fragen
Rückfragen an Personaler

Tipps & Tricks

Bewerbungsgespräch Tipps
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Organisation

Gesprächstermin verschieben
Vorstellungsgespräch absagen
Vorstellungsgespräch abbrechen
Reisekosten: Wer zahlt?
Vorstellungsgespräch gut gelaufen?
Nachfassen
Vorstellungsgespräch Nachbereitung
Achten Sie aufs Umfeld

PS: Nutzen Sie zur Jobsuche unsere Jobbörse!


5. Februar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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