Wechselmotivation: Gründe für den neuen Job

Hinter jedem Jobwechsel sollte eine gute Wechselmotivation stehen. Aus einer spontanen Laune heraus die Kündigung einzureichen und sich nach einem neuen Job umzusehen, macht langfristig weder glücklich noch erfolgreich. Das große Aber: Nicht jede Wechselmotivation ist gut, wenn Sie in der Bewerbung Ihren Jobwechsel begründen wollen. Personaler haben großes Interesses, aus welcher Motivation ein Kandidat handelt – und eine falsche Wechselmotivation kann Jobchancen zunichte machen. Wir erklären Ihnen, warum die Wechselmotivation so wichtig ist und welche guten Gründe hinter Ihrem Wechselwunsch stehen sollten…

Wechselmotivation: Gründe für den neuen Job

Wechselmotivation: Ohne geht es nicht

Ihre Wechselmotivation ist für die Karriere ein entscheidender Faktor – das gilt sowohl für Sie selbst als auch für Personaler und das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben.

Aus Ihrer persönlichen Sicht geht es zunächst einmal darum, sich aus den richtigen Gründen für einen neuen Job zu entscheiden. Haben Sie sich keine Gedanken über Ihre Wechselmotivation gemacht oder handeln impulsiv und unüberlegt, geht die Entwicklung in die falsche Richtung.

Oder anders formuliert: Ohne eine gute Wechselmotivation wissen Sie gar nicht, wonach Sie suchen.

  • Was erwarten Sie vom neuen Arbeitgeber?
  • Welche Veränderungen zum Ist-Zustand erhoffen Sie sich?
  • Was muss der neue Job unbedingt mitbringen?
  • Aus welchen Gründen verlassen Sie das aktuelle Unternehmen überhaupt?

Das Ergebnis: Sie bewerben sich und nehmen irgendeinen anderen Job an, der vielleicht kein Stück besser ist. Vom Regen in die Traufe. Statt eine Verbesserung sind Sie dort, wo Sie angefangen haben. Nur in einem anderen Betrieb.

Ihre individuelle Wechselmotivation ist eine grundlegende Orientierungshilfe auf dem Arbeitsmarkt. Zu erkennen, was Ihnen wichtig ist – und auf der anderen Seite auch, was Sie nicht wollen und was sich auf jeden Fall ändern muss – kann das Fundament Ihrer Jobsuche sein und hilft, den richtigen Arbeitgeber auszuwählen.

Gleichzeitig interessieren sich Personaler dafür, warum Sie den neuen Job antreten wollen. Die Wechselmotivation lässt einige Schlüsse zu: Nicht nur auf das Verhältnis zum bisherigen Arbeitgeber, sondern vor allem auf die Zukunftsperspektiven. Zugespitzt formuliert: Eine gute Wechselmotivation spricht für einen guten Mitarbeiter. Informationen über Leistungsbereitschaft und Loyalität werden bereits daraus abgeleitet, wie ein Jobwechsel begründet wird.

Art der Wechselmotivation: Hin-zu statt Weg-von

Wechselmotivation
An der Frage nach Ihrer Wechselmotivation werden Sie im Bewerbungsprozess nicht vorbei kommen. Wenn Sie eine Antwort darauf vorbereiten, sollten Sie jedoch einen Punkt unbedingt vermeiden, der leider immer noch viel zu häufig von Bewerbern genannt wird, die sich damit selbst ein Bein stellen und Ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsvertrag reduzieren.

Die goldene Regel für die Wechselmotivation, die Sie einem neuen Unternehmen nennen, lautet: Reden Sie niemals schlecht über den letzten Arbeitgeber! Selbst wenn Sie den letzten Chef für einen Idioten halten, der keine Ahnung von seinem Job hatte und auch wenn die Arbeit eine Qual war, die Sie nicht mehr länger ertragen konnten – in der Wechselmotivation hat all das nichts zu suchen.

Konzentrieren Sie sich lieber darauf, was Sie beim neuen Arbeitgeber suchen und zu schätzen wissen. Es sollte immer darum gehen, was Sie nun anstreben und verfolgen, nicht was Sie hinter sich lassen.

Wechselmotivation: Gute Gründe für einen neuen Job

Bevor Sie nun glauben, dass es gar keine gute Wechselmotivation gibt: Doch, die gibt es durchaus und sogar in verschiedenen Varianten. Sie sollten jedoch intensiv darüber nachdenken und reflektieren, ob Ihre Motivation für einen Jobwechsel stimmt.

Um Ihnen ein besseres Bild davon zu geben, welche Wechselmotivation hinter einem Jobwechsel stehen sollte, haben wir verschiedene Gründe aufgelistet:

  • Sie benötigen ein anderes Betriebsklima

    Schlechtes Betriebsklima ist oftmals ein Grund für Wechselwünsche von Mitarbeitern. Unstimmigkeiten unter den Kollegen, schlechte Führungsarbeit oder vielleicht auch ein Festhängen in veralteten Denkweisen kann eine Wechselmotivation sein. Im schlimmsten Fall leidet sogar Ihre Gesundheit unter dieser Situation. Spätestens dann wird es Zeit, sich nach etwas anderem umzusehen.

    Bei der Kommunikation Ihrer Wechselmotivation sollten Sie jedoch nicht auf das schlechte Betriebsklima am alten Arbeitsplatz verweisen. Nennen Sie die konkreten Gründe, die Sie zum neuen Unternehmen treiben. Eine innovative Idee, ein junges und dynamisches Team oder größere Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung.

  • Sie wollen eine berufliche Entwicklung

    Nicht jeder Job bietet die Möglichkeit, auf der Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. In manchen Positionen bei Unternehmen können Sie über viele Jahre auf der Stelle treten. Vielleicht gibt es eine gelegentliche Gehaltserhöhung, doch eine wirkliche berufliche Entwicklung bleibt aus. Haben Sie größere Ambitionen und wollen in Ihrer Laufbahn mehr erreichen, steckt darin eine gute und nachvollziehbare Wechselmotivation.

    Für Personaler ist diese besonders interessant, da berufliche Ziele verdeutlicht werden. Hier zeigt schon die Wechselmotivation, dass jemand es im Unternehmen weit bringen will.

  • Sie wollen Ihr Aufgabenfeld verändern

    Stellen Sie mit der Zeit fest, dass Sie Ihre tägliche Arbeitszeit nicht mit dem verbringen, was Sie eigentlich tun wollen, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Arbeitsbereiche und Tätigkeiten verändern sich – nicht immer in eine Richtung, die zu Ihnen passt. Hinterfragen Sie regelmäßig den Sinn Ihrer Arbeit, kann die Lösung in einem Wechsel des Aufgabenfeldes liegen. Ist das bei Ihrem Arbeitgeber nicht möglich, bieten andere Unternehmen die Möglichkeit.

    Dies gilt auch für Führungskräfte, die sich lieber anderen Aufgaben widmen würden. Nicht jeder ist zum Vorgesetzten geboren. Wünschen Sie sich weniger Führungsaufgaben und -verantwortung, um direkter an Projekten mitzuarbeiten, kann dies einen Jobwechsel begründen.

  • Sie wollen Ihre Kompetenzen erweitern

    Sie haben das Know How für Ihren aktuellen Job, aber können Sie dort auch noch etwas Neues lernen? Lautet die Antwort Nein, kann dies einen Wechselwunsch begründen. Einige Arbeitgeber legen großen Wert darauf, dass Mitarbeiter immer mehr lernen, neue Wissensgebiete erkunden und Fähigkeiten ausbauen – andere begnügen sich damit, die vorhandenen Kompetenzen zu nutzen.

    Das Angebot von gezielten Fort- und Weiterbildungen für Mitarbeiter ist eine gute Wechselmotivation. In der Bewerbung können Sie gleich darauf eingehen, welches Know How Sie gerne erwerben oder vertiefen würden. So können Sie dem Personaler gleich zeigen, wo Ihre Schwerpunkte liegen und was von Ihnen im Job zu erwarten ist.

  • Sie zieht es in eine andere Branche

    Eine gute Wechselmotivation ist auch der Wunsch nach einem Branchenwechsel. Für Personaler wird Ihr beruflicher Schritt nachvollziehbar und Sie können gleichzeitig mit Argumenten punkten, weshalb es Sie genau in diese angestrebte Branche zieht.

    Am besten verkauft sich diese Wechselmotivation als Kombination aus Branche und Unternehmen: Warum soll es genau diese Branche sein – und weshalb haben Sie sich genau diesen Arbeitgeber ausgesucht?

  • Sie wünschen sich ein internationales Unternehmen

    Raus aus dem kleinen Betrieb, rein in einen globalen Konzern. Ein internationales Arbeitsumfeld kann einen großen Reiz ausüben und als Wechselmotivation dienen. Ein großes und renommiertes Unternehmen ist zusätzlich ein Pluspunkt im Lebenslauf, sollten Sie sich in Zukunft noch einmal neu bewerben.

    Natürlich gilt dieser Punkt auch anders herum: Wer raus aus dem Großkonzern will und in einen kleineren Betrieb wechseln möchte, kann diese Wechselmotivation ebenfalls nutzen. Gute Gründe können hier beispielsweise das persönlichere Umfeld oder die lokale Verbundenheit sein.

  • Sie haben private Gründe

    Das Privatleben kann verschiedene gute Gründe liefern, die eine Wechselmotivation für einen neuen Job mitbringen. Bekommt Ihr Partner beispielsweise ein Jobangebot in einer anderen Stadt, kann dies für Sie ein Grund sein, sich dort ebenfalls zu bewerben. Auch die Familienplanung und Nachwuchs sind natürlich gute Gründe, die eigene berufliche Situation neu zu überdenken.

  • Sie verändern Ihre Work-Life-Balance

    Verbunden mit den privaten Gründen ist der Fokus auf die Work-Life-Balance. Ihre Prioritäten haben sich verändert und Sie wollen den Job nicht mehr ständig an die erste Stelle setzen? Hat der aktuelle Arbeitgeber dafür kein Verständnis oder ist nicht bereit, dies zu akzeptieren und Möglichkeiten zu schaffen, steht die Suche nach einem neuen Unternehmen an.

    Es ist völlig legitim, hier mit offenen Karten zu spielen und Ihre Wechselmotivation zu nennen. Einige potenzielle Arbeitgeber fallen durch diese Einstellung und Ehrlichkeit sicherlich weg, doch hätten diese ohnehin nicht zu Ihren Vorstellungen gepasst.


Vorsicht: Das sollte NICHT Ihre Wechselmotivation sein

Wechselmotivation Jobwechsel begründen Formulierung Stellenwechsel Bewerbung Vorstellungsgespräch Erklärung GründeEin Stellenwechsel geschieht nicht vollkommen aus dem Blauen heraus. Sie wachen nicht eines Tages auf und entscheiden: So, ich werde kündigen und mich beruflich neu aufstellen. Dahinter stehen immer Wechselgründe und Auslöser. Allerdings ist längst nicht jede Wechselmotivation auch ein guter Grund, sich wirklich nach einem neuen Job umzusehen.

Häufige Wechselmotivation ist mehr Geld. Ein verständlicher Wunsch, wenn Kosten steigen und Rechnungen bezahlt werden müssen. Geben Sie dies jedoch als Hauptgrund in Bewerbungen an, sammeln Sie beim Personaler keine Punkte. Implizit zeigen Sie, dass es Ihnen weder um den Arbeitgeber oder die Tätigkeit geht, sondern nur um die Bezahlung. Und damit auch: Kommt ein besseres Angebot, werden Sie wieder wechseln.

Schlechte Wechselmotivationen sind ebenfalls kurzfristiger Stress oder Frust im Job. Anstrengende und ärgerliche Zeiten gibt es überall. Ein Jobwechsel ändert an diesem Umstand leider auch nichts, jeder Job bietet Höhen und Tiefen. Wird die Unzufriedenheit und Belastung jedoch zum Dauerzustand, kann daraus ein veritabler Wechselwunsch entstehen.

Auch wenn Ihr Chef Sie kritisiert und mit Ihrer Arbeitsweise oder den Leistungen der letzten Zeit nicht zufrieden ist, sollten Sie dies nicht gleich als Anlass nehmen, um alles hinzuschmeißen und sich woanders zu bewerben. Nutzen Sie die Chance lieber, um sich zu verbessern und an sich zu arbeiten. Schon deshalb, weil Sie diese Wechselmotivation in Bewerbungen nie positiv nutzen können.

Welchen Personaler wollen Sie mit dem Argument „Mein Chef fand meine Leistungen schlecht, deshalb möchte ich jetzt zu Ihnen“ überzeugen?

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

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27. Mai 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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