Wechselmotivation: 16 Jobwechsel Gründe – gute und schlechte

Gelegentliche Jobwechsel sind heute völlig normal. Sie brauchen bei der Bewerbung jedoch eine kluge Erklärung und Begründung. Personaler sprechen in dem Zusammenhang auch von der Wechselmotivation.

Sonst bleibt Interpretationsspielraum. Und mit ihm der Verdacht, der Kandidat kommt mit dem Jobwechsel einer Kündigung zuvor oder ist auf der Flucht. Beides nicht gut.

Damit es gar nicht erst zu einem solchen Störgefühl kommt, brauchen Sie für den Jobwechsel Gründe – gute vor allem. Welche das sind und welche Sie als Wechselmotivation besser nicht nennen, zeigen wir Ihnen hier…

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Wechselmotivation: 16 Jobwechsel Gründe - gute und schlechte

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Die 2 Richtungen der Wechselmotivation

Zuerst sollten Sie sich über Ihren persönlichen Wechselwunsch im Klaren sein – unabhängig davon, was Sie später in der Bewerbung schreiben oder im Vorstellungsgespräch sagen.

Jobwechsel Gründe hin oder her: Ohne eine bewusste Wechselmotivation wissen Sie gar nicht, wonach Sie im neuen Job suchen. Stellen Sie sich daher – ehrlich – die folgenden Fragen:

  • Was reizt ich an der neuen Stelle?
  • Was erwarte ich von einem perfekten Arbeitgeber?
  • Kann der neue Job das realistisch bieten?
  • Welche Veränderungen erhoffe ich mir?
  • Warum verlasse ich das aktuelle Unternehmen?



Diese individuelle Wechselmotivation dient zunächst der grundlegenden Orientierung. Sie wollen schließlich nicht irgendeinen neuen Job und alles nochmal durchmachen. Sie wollen Ihren Traumjob finden. Dazu müssen einem aber zunächst die Suchkriterien klar sein. Für alles andere ist der Arbeitsmarkt zu unübersichtlich.

Ob eine berufliche Veränderung erfolgreich ist, hängt entscheidend davon ab, aus welchem Antrieb heraus wir handeln.

Dafür interessieren sich auch Personaler. Die Wechselmotivation lässt Schlüsse zu über:

  • Ihre Vorbereitung.
  • Ihre Zielstrebigkeit.
  • Ihre bewusste (!) Auswahl.
  • Ihre Stetigkeit.
  • Ihre Loyalität.

„Motivation“ bedeutet Bewegung. Entsprechend gibt es auch bei der Wechselmotivation zwei grundlegende Richtungen:

MotivationsrichtungDas steckt dahinter
Weg-von-MotivationBei der Weg-von-Motivation wollen wir „weg von etwas“, weg von einem unerwünschten Zustand, einem miesen Job oder miesen Chef. Dahinter steckt jedoch meist ein Fluchtreflex. Das Reißaus nehmen kann auch ein bequemes Ausweichen und unstrategisches Vorgehen sein. Hauptsache: weg!
Hin-zu-MotivationWer sich dagegen irgendwo „hin“ orientiert, verfolgt meist einen Plan oder eine Strategie – und sieht prompt auch noch zielstrebig aus. Bei der Hin-zu Motivation wollen wir etwas erreichen, uns zu einem gesteckten Ziel hin entwickeln und haben klar vor Augen, wohin der Weg Sie führen soll.



Für den Erfolg einer beruflichen Neuorientierung ist es – langfristig – erforderlich, dass Sie selbst genau wissen, wohin die Reise gehen soll.

Dauerhaft motiviert bleibt und überzeugend argumentiert indes nur, wer sich zu etwas „hin“ verändert und dabei ein übergeordnetes Ziel verfolgt (siehe Video).



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Wechselmotivation: 8 gute Jobwechsel Gründe

Im Kern geht es also darum, dass Sie als Jobwechsel Gründe immer eine Hin-zu-Motivation erkennen lassen.

Davon gibt es jedoch verschiedene Varianten. Die Wechselmotive können und dürfen durchaus unterschiedlich sein. Allerdings sollten Sie nicht alle davon offen nennen. Nicht jeder Grund ist akzeptiert oder sendet positive Signale im Subtext.


ACHTUNG:
Begründen Sie Ihren Jobwechsel, erklären Sie die Gründe. Aber rechtfertigen Sie sich nie! Das klingt verdächtig nach schlechtem Gewissen und einer frisierten Begründung.

Ebenfalls tabu: Niemals schlecht bisherige Arbeitgeber reden. Ihre Wechselmotivation ist allein ein positiver Blick in die Zukunft.



Die folgenden Jobwechsel Gründe dürfen Sie jedoch offen und im Klartext nennen. Sie sind durchweg positiv besetzt und bei Personalern als veritable Wechselmotivation akzeptiert:

  1. Sie möchten sich beruflich weiterentwickeln.

    Der Klassiker schlechthin. Wie schon erwähnt sollten Sie erklären, WOHIN Sie sich weiterentwickeln wollen. Völlig unkritisch ist, wenn jemand seit mehr als drei bis fünf Jahren dieselbe Position innehat und nun zum Beispiel mehr Verantwortung übernehmen oder sein Know-how erweitern will, um das nächst größere Rad zu drehen.

    Sich weiterzuentwickeln, kann auch bedeuten, Neues zu lernen oder vorhandene Fertigkeiten auszubauen.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Mein aktueller Arbeitgeber ist zwar Marktführer, aber in dem recht kleinen Segment __________. Die Aufstiegschancen sind hier strukturell bedingt begrenzt. Ich möchte mich daher künftig mehr auf den Bereich __________ fokussieren und dort spezialisieren. Die Möglichkeiten dazu sind im derzeitigen Unternehmen leider begrenzt. Ihre ausgeschriebene Stelle bietet diesbezüglich deutlich bessere Perspektiven…

  2. Sie suchen neue Herausforderungen.

    Das steht zwar gefühlt in jeder zweiten Bewerbung und hat daher hohes Floskel-Potenzial. Es bleibt aber trotzdem ein legitimes Wechselmotiv.

    Allerdings nur, wenn Sie diese Herausforderungen auch konkret benennen können: Größere Projekte stemmen, größere Teams managen, Menschen führen, einen neuen Markt erschließen, ein Produkt revolutionieren, … Sagen sie genau, was Sie an der neuen Stelle reizt und herausfordert.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    In den vergangenen Jahren konnte ich Projekte mit einem Budget von ______ Euro erfolgreich umsetzen und so zum Erfolg meines aktuellen Arbeitgebers entscheidend beitragen. Er ist heute Marktführer. Die Entwicklungsperspektiven sind dadurch allerdings mittelfristig begrenzt. Daher suche ich eine neue Herausforderung und möchte meine Leidenschaft und mein Know-how nun bei Ihnen einbringen, um einen vergleichbaren Erfolg zu realisieren – zum Beispiel zehn Prozent mehr Umsatz im kommenden Jahr.

  3. Sie wollen Ihr Kompetenzfeld erweitern.

    Ihren aktuellen Job beherrschen Sie aus dem Eff-Eff. Ihre Fähigkeiten sind hochspezialisiert. Als Fachkraft zählen Sie zu den Besten Ihres Gebiets. Doch nun wird es Zeit, Ihr Kompetenz-Spektrum zu erweitern. Zum Beispiel indem Sie Führungsaufgaben übernehmen.

    Ein hierarchischer Aufstieg gehört ebenfalls zu den klassischen Wechselmotivationen. Insbesondere wenn dieser innerhalb des bisherigen Unternehmens nicht möglich ist, bleibt der externe Wechsel eine gut nachvollziehbare und strategisch sinnvolle Option.

    Um diesen Jobwechsel begründen zu können, müssen Sie allerdings weniger auf Ihre fachlichen Qualifikationen, dafür umso mehr auf die sozialen Kompetenzen und bisherigen Management-Erfahrungen abzielen.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Der Wechsel in diese Position und in Ihr Unternehmen bietet mir die Chance, mich persönlich weiterzuentwickeln und meine Erfahrungen für Sie gewinnbringend einzusetzen. Ich der Vergangenheit habe ich mehrere Projekte mit bis zu 20-köpfigen Teams geleitet und erfolgreich abgeschlossen. Die Kollegen bescheinigen mir ein starkes Führungstalent, wie Sie meinen Referenzen entnehmen können. Die Perspektiven der ausgeschriebenen Stelle passen perfekt zu meinen Ambitionen und bieten beste Entwicklungschancen, die meinen Fähigkeiten entsprechen.

  4. Sie möchten sich aus familiären Gründen verändern.

    Völlig nachvollziehbar: Ihr Partner hat ebenfalls gerade den Job gewechselt und die ganze Familie zieht deshalb um. Folglich brauchen auch Sie eine neue Arbeitsstelle.

    Dasselbe gilt, falls Sie sich getrennt haben und deshalb den Standort wechseln oder weil Sie Nachwuchs bekommen haben und nun in Teilzeit arbeiten wollen oder flexibler…

    Theoretisch geht das den neuen Arbeitgeber zwar überhaupt nichts an. Sie müssen es auch nicht sagen. Aber es hilft bei der Überzeugungsarbeit und Jobwechsel-Begründung doch sehr.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Aufgrund einer Veränderung im familiären Umfeld möchte ich mich beruflich und räumlich verändern. Eine Anstellung in Teilzeit wäre dazu ideal…

  5. Sie möchten die Branche oder den Beruf wechseln.

    Hier handelt es sich genau genommen nicht mehr um einen einfachen Jobwechsel, sondern um einen kompletten Berufswechsel und Neustart. Um diesen Jobwechsel begründen zu können, sollten Sie sich vor allem auf relevante Stärken und Kenntnisse für den neuen Bereich fokussieren.

    Hierbei müssen Sie begründen, welche Kompetenzen übertragbar sind, besser noch großen Nutzen stiften können, weil der Branche dieses Know-how eher fehlt.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Nach jahrelanger Tätigkeit im Bereich __________ konnte ich in meiner Branche schon diese und jene Erfolge erzielen. Dieses Wissen würde ich nun gerne in einer ganz anderen Branche anwenden und meinen beruflichen Schwerpunkt hierher verlagern. Ich glaube, dass darin großes Potenzial und Mehrwert für Sie steckt. Ihre Stelle bietet genau die Gelegenheit dazu.

  6. Sie möchten internationaler arbeiten.

    Auch das ist ein gern gesehener Jobwechsel Grund – natürlich nur bei entsprechend international ausgeschriebenen Stellen.

    Wenn der bisherige Arbeitgeber diese Option nicht bieten kann oder nur sehr eingeschränkt (weil es viele interne Bewerber, aber nur wenige Stellen gibt), dann ist der externe Wechsel die naheliegende Option. Die Wechselmotivation („Ich möchte im Ausland arbeiten.“) ist damit auch schon erklärt.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Ich arbeite seit ___ Jahren im Bereich __________. In dieser Zeit konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln und meine Kenntnisse auf den nationalen Märkten vertiefen. Ein paar Auslandserfahrungen haben meinen Wunsch bestärkt, meine Tätigkeit in Zukunft internationaler auszurichten. Das gelingt auf dieser Position besonders gut. So könnte ich mir vorstellen…

  7. Sie suchen eine andere Arbeitsumgebung.

    Oft wird diese Wechselmotivation genannt, wenn Menschen von einem Konzern in den Mittelstand wechseln (oder umgekehrt). Oder wenn sie in ein Startup-Unternehmen wechseln. Die Organisationsstrukturen und Entscheidungswege, nicht zuletzt die Geschwindigkeiten sind hier komplett unterschiedlich.

    Hier liegt aber auch eine Gefahr: Insbesondere, wenn Sie als Jobwechsel-Grund eine Struktur beschreiben, die der neue Arbeitgeber gar nicht bieten kann. Das wirkt dann latent naiv. Daher: Wenn Sie so diese Wechselmotivation nennen, bitte unbedingt vorher recherchieren, ob der Arbeitgeber in spe Ihre Wünsche erfüllen kann.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Nach langjähriger Tätigkeit in einem internationalen Konzern und einer hochspezialisierten Organisation, möchte ich künftig wieder in einem agilen Startup arbeiten. Die schnellen Entscheidungswege und die vielfältigen Aufgaben reizen mich enorm. Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Erfahrungen im Bereich ___________ für Sie von großem Nutzen sind und wir gemeinsam etwas bewegen können.

  8. Sie müssen gesundheitlich kürzer treten.

    Wenn der Job krank macht, ist das einer der besten Jobwechsel Gründe überhaupt. Nur müssen Sie bei der Begründung und Wechselmotivation darauf achten, dass sich Ihre Prognose durch den Wechsel verbessert.

    Heißt: Wenn Sie beispielsweise den bisherigen Job wegen starker Rückenschmerzen aufgeben müssen, sollte der neue Job eine rückenschonende Tätigkeit beinhalten. Dasselbe gilt auch, wenn Sie aus gesundheitlichen oder Altersgründen die Arbeitszeit reduzieren und künftig in Teilzeit arbeiten wollen. Die Jobwechsel Gründe müssen immer glaubhaft versichern, dass Sie die neuen Aufgaben problemlos bewältigen können oder wegen Krankheit ständig auszufallen.



    Beispiel-Formulierung für eine gute Begründung:

    Ich kann meinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr ausüben. Mein Arzt hat mir empfohlen, auf einen Bürojob in Teilzeit umzusatteln. Gerne würde ich meinen Erfahrungsschatz und die erworbenen Soft Skills mit den Aufgaben der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle verbinden. Als Quereinsteiger bringe ich zudem eine schnelle Auffassungsgabe, Neugier und Ausdauer mit, weitere Schlüsselkompetenzen aufzubauen.

Jobwechsel Gründe: Diese 5 sollten Sie nicht nennen

Neben guten Begründungen gibt es allerdings auch ein paar ziemlich kritische. Zu den schlechten Gründen beim Jobwechsel gehören:


❌ Sie möchten mehr Geld verdienen.
Das ist zwar eines der häufigsten Motive für einen Jobwechsel – nur sagen dürfen Sie das bitte nie. Es wirkt schrecklich opportun und offenbart obendrein wenig Liebe für den neuen Job (was Personaler aber eigentlich hören wollen).

So jemand verrät im Subtext: Mir geht es vor allem ums Geld – und damit um mein persönliches Wohl. Der Job kommt erst an zweiter Stelle. Und so jemand geht im Zweifel auch sofort wieder, wenn ein anderer Arbeitgeber mehr Geld bietet. Sie merken schon: Loyalität klingt anders.


❌ Sie möchten mehr Zeit für Ihre Familie haben.
Menschlich nachvollziehbar. Aber aus Sicht des Personalers nicht die Idealbesetzung. Auch hier gibt der Subtext in der Wechselmotivation den entscheidenden Negativausschlag.

So jemand sagt de facto: Der Job hat nicht die höchste Priorität. Ich möchte weniger arbeiten. Beides Aussagen, die darauf hindeuten, dass dieser Kandidat sich eher selten zusätzlich reinhängen wird, freiwillig Überstunden macht oder zum echten Leistungsträger heranwächst.

Kann der Personaler wählen, entscheidet er sich sicher für den anderen Bewerber.


❌ Ihr bisheriger Job hat Sie gelangweilt.
Das klingt latent nach „Sie suchen eine neue Herausforderung“ – ist aber etwas anderes. Langeweile ist kein Schicksal. Zwar gibt es in jedem Job gute und schlechte Tage. Von einem wahren Leistungsträger aber erwartet man, dass er den Leerlauf konstruktiv nutzt.

Wer sagt, dass er sich bisher gelangweilt hat, sagt damit indirekt, dass er oder sie dabei passiv geblieben ist und nichts daraus gemacht hat. Keine clevere Wechselmotivation.

Die zweite Botschaft wirkt noch schlimmer: Was, wenn im neuen Job wieder Langeweile aufkommnt? Wenn Sie dann auch gleich wieder unzufrieden und werfen das Handtuch? Einen Kandidaten, der darauf wartet, dass ihm die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, stellt niemand ein.


❌ Sie möchten für eine attraktive Marke arbeiten.
Warum? Damit Sie im Freundeskreis damit prahlen können? Zugegeben, die Frage ist provokant. Aber genau das steckt meist hinter diesem Wechselmotiv: die Suche nach Status und Anerkennung.

Der Schuss geht fast immer nach hinten los: Einmal, weil der Bewerber damit ein geringes Selbstwertgefühl offenbart (hat er oder sie es nötig, sich damit aufzuwerten?).

Zum Zweiten stellt es das Image über die Inhalte des Jobs. Wahre Talente fokussieren auf die Stellenbeschreibung, die Herausforderungen (siehe oben), die Chancen – nicht die Marke. Davon abgesehen wissen solche Arbeitgeber, dass Sie attraktiv sind. Das müssen Bewerber nicht noch bestätigen. Sagen Sie lieber, warum SIE für das Unternehmen attraktiv sind.


❌ Sie möchten Verantwortung abgeben.
Eigentlich ist das sogenannte Downshifting eine veritable Wechselmotivation. Bei vielen Personalentscheidern sorgt der geplante Rückschritt dennoch für hochgezogene Augenbrauen. Downshifter passen nicht so recht ins gängige Karrieremuster.

Um zu begründen, dass der Abschied vom Aufstieg auch ein Schritt nach vorn sein kann, sollten Sie besser darauf abzielen, warum der Schritt für SIE persönlich der richtige ist. Hat sich Ihr berufliches Ziel aufgrund neuer Lebensumstände verändert? Dann erläutern Sie das kurz in einer Weise, die für Ihren Gesprächspartner nachvollziehbar ist.

Vielleicht wollen Sie auch stärker an der Basis und der praktischen Umsetzung von Projekten arbeiten, statt in deren Administration? Dann sagen sie das besser so.

Problemfälle beim Jobwechsel: Ehrliche Wechselmotivation nennen?

Bei machen Menschen ähnelt der Werdegang eher einem Zick-Zack-Kurs. Es gibt Lücken im Lebenslauf, häufige Jobwechsel und vielleicht sogar die ein oder andere Entlassung. Das sieht nicht unbedingt optimal aus, ist aber auch kein Beinbruch. Solange Sie auch hierfür eine gute Begründung parat haben.

Hier eine Übersicht der klassischen Problemfälle beim Jobwechsel – samt potenzieller Begründungsstrategie und zu nennender Wechselmotivation:

ProblemWie lässt sich das begründen?
Jobwechsel wegen KündigungGekündigt? Das kommt leider vor. Im Falle einer Arbeitgeberkündigung raten Experten dazu die Karten offen auf den Tisch zu legen – nur ohne große Rechtfertigungen. War die Kündigung betriebsbedingt, war es ohnehin nicht Ihr Fehler. War es Ihre Schuld (zum Beispiel mangelhafte Leistungen), sagen und zeigen Sie – konstruktiv -, was Sie daraus gelernt haben und künftig besser machen. Auch ehrlich: Dass die Chemie nicht gestimmt hat, kann passieren. Auch bei einem Chefwechsel. Stehen Sie dazu und schildern Sie Ihre Gegenmaßnahmen.
Zu viele Jobwechsel in FolgeNie länger als ein paar Monate in einem Job? Drei Jobwechsel in den letzten zwei Jahren? Allzu sprunghafte Bewerber wirken orientierungslos. Der neue Arbeitgeber muss befürchten, dass auch er nur ein Intermezzo bleibt. Berufseinsteigern wird zwar in den ersten beiden Jahren noch eine Orientierungsphase zugestanden. Mit steigender Berufserfahrung sollten Sie nur noch maximal alle drei Jahre den Job wechseln. Wer Jobhopping begründen will, muss daher Zweifel zerschlagen und zeigen, dass er oder sie beruflich angekommen ist. Begründen Sie die Bewerbung mit einem langfristigen Ziel bei diesem Arbeitgeber.
EigenkündigungDie Frage, die sich hier stellt: Warum bewerben Sie sich nicht aus ungekündigter Position und suchen sich nicht vorher den neuen Job? Entweder, das war eine Kurzschlusshandlung – oder Sie sind – einvernehmlich – einer drohenden Kündigung zuvor gekommen. Auch hierbei gilt: Nie negativ über den alten Arbeitgeber sprechen! Auch Schuldzuweisungen sind tabu. Gehen Sie nicht auf Details ein, sondern richten Sie den Blick auch hierbei in die Zukunft: Sie verfolgen jetzt ein (neues) berufliches Ziel. Punkt.



Die Grundregel bei all diesen Jobwechsel-Fällen lautet: Ehrlich währt am längsten. Auch wenn die eine oder andere Station peinlich ist, wenn Sie Fehler gemacht haben oder gefeuert wurden: Gehen Sie damit selbstbewusst und konstruktiv um. Betrachten Sie Missgeschicke als Entwicklungsschancen – und begründen Sie diese auch so.

Mehr Tipps zum Jobwechsel

Bevor Sie sich für einen Jobwechsel entscheiden – oder diesen konkret angehen – stehen in der Regel zahlreiche Fragen und die gründliche Vorbereitungen an. Um Ihnen nicht nur die Entscheidung, sondern auch die Vorbereitung des Jobwechsels zu erleichtern, finden Sie in den folgenden Artikeln bewährte Tipps, Strategien und Methoden:

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]

Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

Berufe Rubrik: In der Übersicht der wichtigste Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen mit Beispieltexten.


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15. Juni 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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