Drohende Kündigung? Das müssen Sie jetzt tun

Es ist ein Gefühl, auf der Arbeitnehmer gut und gerne verzichten können: Eine drohende Kündigung. Die Ergebnisse in der letzten Zeit waren allesamt schlechter, als erwartet, Kunden sind unzufrieden und dem Chef scheint langsam der Geduldsfaden zu reißen. Der Druck wird immer größer, die Nervosität steigt, Angst um den eigenen Job mischt sich mit Frust und Wut über die missliche Lage und es fällt zunehmend schwerer, mit der Situation am Arbeitsplatz umzugehen. Nun könnten Sie aufgeben, das mögliche Schicksal akzeptieren und einfach auf sich zukommen lassen, was passiert. Oder Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand, lassen sich von einer drohenden Kündigung nicht unterkriegen und machen das Beste aus der Situation…

Drohende Kündigung? Das müssen Sie jetzt tun

Woran Sie eine drohende Kündigung frühzeitig erkennen

Bevor Sie auf eine drohende Kündigung reagieren können, müssen Sie zunächst einmal die entsprechenden Anzeichen erkennen. Sonst liegt plötzlich die Kündigung auf dem Tisch und Sie fallen aus allen Wolken, weil Sie nicht bemerkt haben, dass sich eine solche Entwicklung anbahnt.

Meist lässt sich aber an einigen Anzeichen erkennen, dass die eigene Position nicht mehr so gefestigt ist, wie man es sich wünschen würde und dass der Chef möglicherweise daran denkt, eine Kündigung auszusprechen.

  • Ihre Aufgaben gehen an Kollegen. Kunden, die Sie bisher betreut haben, werden plötzlich an einen Kollegen gegeben und Ihre Aufgaben zunehmend delegiert? Das kann ein Zeichen sein, dass Ihr Chef mit dem Gedanken einer Kündigung spielt und das Team langsam darauf vorbereitet, Ihre Projekte zu übernehmen.
  • Ihre Meinung ist nicht mehr relevant. Wenn der Chef Sie bisher immer respektiert und Sie nach Ihrer Meinung gefragt hat, sollten Sie aufmerksam werden, wenn sich dieses Verhalten ändert. Möglicherweise ist er in der Vergangenheit nicht mehr von Ihnen überzeugt.
  • Fehler und negatives Feedback häufen sich. Fehler gehören zum Arbeitsleben dazu und sind in der Regel kein Grund einer Kündigung. Scheinen Sie hingegen von einem Fehler in den nächsten zu stolpern und vom Chef regelmäßig darauf angesprochen werden, sollten Sie in Betracht ziehen, dass Ihnen über kurz oder lang eine Kündigung drohen könnte.

Drohende Kündigung: 6 Tipps, um mit der Situation umzugehen

Sie haben die Vermutung, dass Ihnen eine Kündigung droht? Dann sitzt der erste Schock vermutlich tief. Die berufliche Sicherheit ist für die meisten Arbeitnehmer enorm wichtig und bereits der kleinste Gedanke an eine Kündigung reicht, um ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend zu erzeugen. Die gute Nachricht lautet jedoch, dass – selbst wenn Sie mit Ihrer Vermutung recht behalten – noch viele Möglichkeiten bestehen, um das beste aus der Situation zu machen, Ihren aktuellen Job zu retten oder einen guten Start in eine neue Position vorzubereiten. Diese sechs Tipps können Ihnen bei einer drohenden Kündigung helfen:

  1. Fragen Sie sich, ob es sich zu kämpfen lohnt

    Es ist eine harte Tatsache, die schmerzen kann, doch nicht immer ist eine drohende Kündigung die schlechteste Alternative. Vielleicht ist es erst zu dieser Situation gekommen, weil Sie in Ihrem Job unzufrieden sind und auch die Leistungen darunter gelitten haben. In diesem Fall sollten Sie zunächst für sich selbst entscheiden, ob Sie überhaupt etwas dafür tun möchten, um der drohenden Kündigung entgegenzuwirken – oder ob Sie Ihre Energie nur darauf verwenden, um nach einer Stelle zu suchen, die eher Ihren Vorstellungen entspricht.

  2. Lassen Sie sich nicht unterkriegen

    Das Gefühl, dass man eventuell vor einer Kündigung steht, ist für Mitarbeiter eine große Belastung. Der meist ohnehin enorme Stress am Arbeitsplatz wird durch die Unsicherheit der eigenen Arbeitsstelle noch verstärkt. Plötzlich macht man sich Sorgen um die Zukunft und die finanzielle Absicherung. Versuchen Sie, sich nicht von der Angst unterkriegen zu lassen. Noch liegen keine klaren Fakten vor, vielleicht ist Ihre Sorge unbegründet oder sie können die Kündigung noch abwenden.

  3. Fallen Sie positiv auf

    Wer im Hinterkopf hat, dass er möglicherweise auf der Abschussliste steht, folgt meist instinktiv seinem Fluchtinstinkt. Man versucht im Hintergrund zu bleiben, möglichst keine Aufmerksamkeit des Chefs zu erregen und sich so noch einmal aus der Affäre zu ziehen. Leider ist dies oft die falsche Strategie. Statt sich zu verkriechen, sollten Sie mit Ihren besten Leistungen auffallen, um den Chef zu überzeugen, dass er Sie in seinem Team haben will.

  4. Entwickeln Sie sich weiter

    Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, sich weiterzubilden und die eigenen Fähigkeiten auszubauen. Dies gilt bei einer drohenden Kündigung jedoch umso mehr: Sie können Ihrem Chef zeigen, dass Sie den Willen und die Motivation haben, sich zu verbessern und weiterhin zum Erfolg beizutragen – und selbst wenn es nicht klappen sollte, werden die neuen Qualifikationen und Kompetenzen Ihnen auf dem Arbeitsmarkt helfen, einen neuen Job zu finden und sich dabei vielleicht sogar noch zu verbessern.

  5. Überarbeiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen

    Ja, Sie sollten positiv bleiben und alles dafür tun, um Ihren Job zu halten. Naivität ist hingegen nicht angebracht und Sie sollten immer die Möglichkeit bedenken, dass Ihre Bemühungen ohne Erfolg bleiben. Für diesen Fall sollten Ihre Bewerbungsunterlagen auf dem aktuellen Stand sein, damit Sie schnell in die Jobsuche einsteigen können.

  6. Suchen Sie das Gespräch mit dem Chef

    Ein schwerer, aber trotzdem wichtiger Schritt, ist das Gespräch mit Ihrem Chef. Hat er seine Unzufriedenheit mit Ihren Leistungen geäußert, können Sie so erfahren, was er von Ihnen erwartet und was Sie tun können, um die drohende Kündigung abzuwenden, bevor es zu spät ist. Den Kontakt können Sie auch nutzen, um Ihren Vorgesetzten über Ihre letzten Leistungen zu informieren. Allerdings ist ein wenig Vorsicht angebracht, denn auch wenn der Chef positiv und optimistisch klingt, ist dies keine Garantie.

[Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]
29. Juni 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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