Drohende Kündigung? Das müssen Sie jetzt tun

Es ist ein Gefühl, auf das Arbeitnehmer gut und gerne verzichten können: Eine drohende Kündigung. Die Ergebnisse in der letzten Zeit waren allesamt schlechter, als erwartet, Kunden sind unzufrieden und dem Chef scheint langsam der Geduldsfaden zu reißen. Der Druck wird immer größer, die Nervosität steigt. Angst um den eigenen Job mischt sich mit Frust und Wut über die missliche Lage und es fällt zunehmend schwerer, mit der Situation am Arbeitsplatz umzugehen. Nun könnten Sie aufgeben, das mögliche Schicksal akzeptieren und einfach auf sich zukommen lassen, was passiert. Oder Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand, lassen sich von einer drohenden Kündigung nicht unterkriegen und machen das Beste aus der Situation…

Drohende Kündigung? Das müssen Sie jetzt tun

Schreckgespenst für viele Arbeitnehmer: Drohende Kündigung

Wenngleich die Zeiten für Arbeitnehmer so gut wie seit Jahren nicht mehr sind, ist Arbeitslosigkeit das Horrorszenario vieler. Kein Wunder, damit sind einige unschöne Effekte verbunden. Zum einen ist Arbeit für viele etwas, womit sie sich identifizieren, es steigert ungemein das Selbstwertgefühl, etwas zu tun, das man gerne tut.

Zum anderen wäre da der Statusverlust. Arbeitslose werden häufig stigmatisiert, erst recht, wenn sie nicht mehr in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur fallen, sondern Hartz IV vom Jobcenter beziehen. Wenden sich noch ehemalige Kollegen und Freunde ab, ist das für viele schwer zu verkraften.

Und schließlich wären da noch die finanziellen Einbußen: Wer arbeitslos ist, bekommt als Alleinstehender ohne Kinder üblicherweise nur noch 60 Prozent seines Gehalts. Alles in Allem gibt es also gute Gründe, eine drohende Kündigung früh zu erkennen und nach Möglichkeit abzuwenden.

Anzeichen für eine drohende Kündigung frühzeitig erkennen

Bevor Sie auf eine drohende Kündigung reagieren können, müssen Sie zunächst einmal die entsprechenden Anzeichen erkennen. Sonst liegt plötzlich die Kündigung auf dem Tisch und Sie fallen aus allen Wolken, weil Sie nicht bemerkt haben, dass sich eine solche Entwicklung anbahnt.

Meist lässt sich an einigen Anzeichen erkennen, dass die eigene Position nicht mehr so gefestigt ist, wie man es sich wünschen würde und dass der Chef möglicherweise daran denkt, eine Kündigung auszusprechen.

  • Das Unternehmen befindet sich in Schwierigkeiten.

    Eine wirtschaftliche Schieflage ist das wohl eindeutigste Anzeichen dafür, dass sich auf Dauer etwas ändern könnte. Besonders riskant wirkt sich das für Arbeitnehmern in Kleinbetrieben aus. Die Mitarbeiter von Großkonzernen und Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern stehen unter dem gesetzlichen Kündigungsschutz, weshalb betriebsbedingte Kündigungen an verschiedene Vorgaben geknüpft sind und nicht ohne Weiteres durchgesetzt werden können.

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  • Ihre Aufgaben gehen an Kollegen.

    Kunden, die Sie bisher betreut haben, werden plötzlich an einen Kollegen gegeben und Ihre Aufgaben zunehmend delegiert? Das kann ein Zeichen sein, dass Ihr Chef mit dem Gedanken einer Kündigung spielt und das Team langsam darauf vorbereitet, Ihre Projekte zu übernehmen. Auch ist dieses Vorgehen typisch, wenn beim jeweiligen Mitarbeiter das Gefühl entstehen soll, dass er zu nichts taugt und sich überflüssig fühlt, was letztlich in einer Depression münden kann.

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  • Sie arbeiten Ihren Nachfolger ein.

    Es wird eine Person eingestellt, die ziemlich genau Ihrem Stellenprofil entspricht. Möglicherweise sind Sie selbst sogar für die Einarbeitung zuständig und es entsteht der Eindruck, dass es sich hierbei um Ihren Nachfolger handeln könnte. Aber: Dieses Anzeichen ist nicht so eindeutig, wie es scheint, es kommt auf die Rahmenbedingungen an. Ist Ihr Arbeitspensum in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen? Geht es dem Betrieb wirtschaftlich gut? Dann kann es sein, dass Sie nicht Ihren eigenen Nachfolger einarbeiten, sondern lediglich entlastet werden, da Ihr Fachbereich expandiert.

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  • Sie werden mit Arbeit überhäuft.

    Hierbei handelt es sich um das Gegenteil von Straining. Ihr Chef legt es darauf an, Sie an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit zu führen. Viele Arbeitnehmer, die bisher ihr Arbeitspensum gut bewältigen konnten, zweifeln plötzlich an ihrer Leistungsfähigkeit. Dabei sind die vielen Zusatzaufgaben gar nicht zu schaffen. Sinn und Zweck ist, dass der Vorgesetzte sich Ihrer entledigen will.

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  • Ihre Meinung ist nicht mehr relevant.

    Ein Zeichen für eine drohende Kündigung kann sein, wenn der Chef Sie bisher immer respektiert und Sie nach Ihrer Meinung gefragt hat. Sie sollten aufmerksam werden, wenn sich dieses Verhalten ändert. Möglicherweise ist er in jüngster Vergangenheit nicht mehr von Ihnen überzeugt.

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  • Fehler und negatives Feedback häufen sich.

    Fehler gehören zum Arbeitsleben dazu und sind in der Regel kein Grund einer Kündigung. Scheinen Sie hingegen von einem Fehler in den nächsten zu stolpern und vom Chef regelmäßig darauf angesprochen werden, sollten Sie in Betracht ziehen, dass Ihnen über kurz oder lang eine Kündigung drohen könnte.

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  • Sie werden gegängelt.

    Früher waren Sie noch selbständig in Ihren Entscheidungen, plötzlich müssen Sie kleinste Details absegnen lassen. Ungeachtet tatsächlicher Fehler in der Vergangenheit kann es auch vorkommen, dass Chefs so vorgehen, um missliebigen Mitarbeitern das Leben schwer zu machen. Aus Unternehmenssicht verläuft es ideal, wenn sich ein Grund für eine Kündigung finden lässt oder der Mitarbeiter sogar selbst kündigt.

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  • Sie erhalten eine Abmahnung.

    Eine Ermahnung, noch mehr eine Abmahnung, kann einen ernsten Warnschuss vor den Bug bedeuten. Eine gute Fehlerkultur im Unternehmen wäre zwar konstruktiv an der Verbesserung des Mitarbeiters zu arbeiten. Es soll aber auch vorkommen, dass Arbeitgeber Fehler als willkommene Chance ergreifen, den Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Greift der Kündigungsschutz (erst nach der Wartezeit und in Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern), muss der ordentlichen Kündigung mindestens eine Abmahnung vorausgehen.

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Drohende Kündigung: 11 Tipps, um mit der Situation umzugehen

Sie haben die Vermutung, dass Ihnen eine Kündigung droht? Dann sitzt der erste Schock vermutlich tief. Die berufliche Sicherheit ist für die meisten Arbeitnehmer enorm wichtig und bereits der kleinste Gedanke an eine Kündigung reicht, um ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend zu erzeugen.

Die gute Nachricht lautet jedoch, dass – selbst wenn Sie mit Ihrer Vermutung recht behalten – noch viele Möglichkeiten bestehen, um das Beste aus der Situation zu machen, Ihren aktuellen Job zu retten oder einen guten Start in eine neue Position vorzubereiten. Diese elf Tipps können Ihnen bei einer drohenden Kündigung helfen:

  1. Fragen Sie sich, ob es sich zu kämpfen lohnt

    Es ist eine harte Tatsache, die schmerzen kann, doch nicht immer ist eine drohende Kündigung die schlechteste Alternative. Vielleicht ist es erst zu dieser Situation gekommen, weil Sie in Ihrem Job unzufrieden sind und auch die Leistungen darunter gelitten haben. In diesem Fall sollten Sie zunächst für sich selbst entscheiden, ob Sie überhaupt etwas dafür tun möchten, um der drohenden Kündigung entgegenzuwirken – oder ob Sie Ihre Energie nur darauf verwenden, um nach einer Stelle zu suchen, die eher Ihren Vorstellungen entspricht.

  2. Bitten Sie andere um ihre Einschätzung

    Liegt Ihnen etwas an dem Job, sollten Sie Ihre Wahrnehmung überprüfen. Als Betroffene (und je nachdem, wie emotional beteiligt Sie sind) können wir oft nicht objektiv einschätzen, ob eine drohende Kündigung ein realistisches Szenario oder die Sorge womöglich völlig übertrieben ist. Fragen Sie andere Personen nach ihrer Einschätzung, indem Sie die Ihnen bekannten Fakten präsentieren. Aber Vorsicht: Schauen Sie genau, wem Sie trauen können. Freunde mögen interne Vorgänge nicht gut beurteilen können, sind Ihnen aber wohlgesonnen. Bei Kollegen könnten Rivalitäten Einfluss auf den Rat nehmen, wenn jemand Ihre Sorge ausnutzt.

  3. Suchen Sie das Gespräch mit dem Chef

    Ein schwerer, dennoch wichtiger Schritt, ist das Gespräch mit Ihrem Chef. Hat er seine Unzufriedenheit mit Ihren Leistungen geäußert, können Sie so erfahren, was er von Ihnen erwartet und was Sie tun können, um die drohende Kündigung abzuwenden, bevor es zu spät ist. Den Kontakt können Sie auch nutzen, um Ihren Vorgesetzten über Ihre letzten Leistungen zu informieren. Allerdings ist ein wenig Vorsicht angebracht, denn auch wenn der Chef positiv und optimistisch klingt, ist dies keine Garantie.

  4. Zeigen Sie Engagement

    Gerade wenn Ihr Chef in einem Vier-Augen-Gespräch Kritikpunkte angebracht haben sollte oder Sie selbstkritisch feststellen, dass Sie in letzter Zeit nicht auf der Höhe waren, ist Ihr Einsatz gefragt. Zeigen Sie, dass Ihnen etwas an Ihrem Job liegt, dass Sie verstanden haben, worum es Ihrem Chef geht.

  5. Lassen Sie sich nicht unterkriegen

    Das Gefühl, dass man eventuell vor einer Kündigung steht, ist für Mitarbeiter eine große Belastung. Der meist ohnehin enorme Stress am Arbeitsplatz wird durch die Unsicherheit der eigenen Arbeitsstelle noch verstärkt. Plötzlich macht man sich Sorgen um die Zukunft und die finanzielle Absicherung. Versuchen Sie, sich nicht verrückt zu machen. Noch liegen keine klaren Fakten vor, vielleicht ist Ihre Sorge unbegründet oder Sie können die Kündigung noch abwenden.

  6. Fallen Sie positiv auf

    Wer im Hinterkopf hat, dass er möglicherweise auf der Abschussliste steht, folgt meist instinktiv seinem Fluchtinstinkt. Man versucht im Hintergrund zu bleiben, möglichst keine Aufmerksamkeit des Chefs zu erregen und sich so noch einmal aus der Affäre zu ziehen. Leider ist dies oft die falsche Strategie. Statt sich zu verkriechen, sollten Sie mit Ihren besten Leistungen auffallen, um den Chef zu überzeugen, dass er Sie in seinem Team haben will.

  7. Kontrollieren Sie Ihre Finanzen

    Sie planen größere Anschaffungen? Vielleicht sollten Sie die doch noch ein wenig zurückstellen, bis sich die Lage beruhigt hat und Sie wissen, ob eine Kündigung droht oder Ihre Stelle sicher ist. Stellen Sie eine Liste mit Ihren Fixkosten auf und überprüfen Sie, welche Ausgaben sinnvoll sind (Altersvorsorge) und welche sich schnell kündigen lassen oder sogar überflüssig sind (etwaige Abos). Ein Überblick über Ihre finanzielle Lage zu haben ist nie verkehrt, selbst wenn sich die Angst vor einer drohenden Kündigung als unbegründet erweisen sollte.

  8. Entwickeln Sie sich weiter

    Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, sich weiterzubilden und die eigenen Fähigkeiten auszubauen. Dies gilt bei einer drohenden Kündigung jedoch umso mehr: Sie können Ihrem Chef zeigen, dass Sie den Willen und die Motivation haben, sich zu verbessern und weiterhin zum Erfolg beizutragen – und selbst wenn es nicht klappen sollte, werden die neuen Qualifikationen und Kompetenzen Ihnen auf dem Arbeitsmarkt helfen, einen neuen Job zu finden und sich dabei vielleicht sogar noch zu verbessern.

  9. Überarbeiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen

    Ja, Sie sollten positiv bleiben und alles dafür tun, um Ihren Job zu halten. Naivität ist hingegen nicht angebracht und Sie sollten immer die Möglichkeit bedenken, dass Ihre Bemühungen ohne Erfolg bleiben. Für diesen Fall sollten Ihre Bewerbungsunterlagen auf dem aktuellen Stand sein, damit Sie schnell in die Jobsuche einsteigen können.

  10. Reaktivieren Sie Ihre Kontakte

    Im Idealfall haben Sie Ihre Kontakte nie vernachlässigt. Denn manch einer reagiert empfindlich, wenn er das Gefühl vermittelt bekommt, aus rein opportunistischen Gründen kontaktiert worden zu sein. Personen, die Sie im Laufe Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums, durch Jobs oder andere Netzwerke kennengelernt haben, können Ihnen wertvolle Hinweise für den Fall einer drohenden Kündigung geben.

  11. Prüfen Sie Ihre rechtlichen Möglichkeiten

    Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung oder besteht die Möglichkeit, im Falle einer drohenden Kündigung einen Anwalt zu konsultieren? Viele Kündigungen haben vor einem Arbeitsgericht keinen Bestand, weil sie fehlerhaft sind und/oder Vorgaben (zum Beispiel Sozialauswahl) nicht beachtet wurden. Selbst wenn also eine Kündigung real greifbar wird, muss das noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten.

[Bildnachweis: g-stockstudio by Shutterstock.com]
29. Juni 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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