Eigenkündigung: Tipps und kostenlose Muster

Wenn es mit dem aktuellen Arbeitgeber einfach nicht mehr klappt oder Sie ein besseres Jobangebot bekommen haben, können Sie als Arbeitnehmer Ihren Arbeitsvertrag jederzeit kündigen. Eigenkündigung nennt man das dann und auch bei dieser müssen Sie auf einige Dinge achten, damit Sie rechtlich auf der sicheren Seite sind. Begehen Sie nämlich Formfehler oder halten Sie sich nicht an die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen, droht Ihnen Ärger – und der kann teuer werden. Auf der anderen Seite sollten Sie statt einer Eigenkündigung aber auch nicht leichtfertig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben…

Eigenkündigung: Tipps und kostenlose Muster

Eigenkündigung in der Probezeit

In der Probezeit gelten meist verkürzte Fristen für eine Kündigung – das gilt sowohl für eine Eigenkündigung als auch für eine Kündigung durch den Arbeitgeber.

Falls keine abweichenden Fristen in dem Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag geregelt sind, gilt bei der Probezeitkündigung gemäß Paragraph § 622 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) eine Frist von zwei Wochen. Und diese Frist sollten Sie unbedingt einhalten, sonst drohen Ihnen im schlimmsten Fall empfindliche Konsequenzen (dazu weiter unten mehr).

Eigenkündigung: Kostenlose Muster für die Kündigung durch den Arbeitnehmer

Ihnen ist klar, dass Sie Ihrem Arbeitgeber so schnell wie möglich eine Eigenkündigung überbringen möchten, Sie wissen nur noch nicht, wie Sie das am besten tun sollen? Dann haben wir im Folgenden nützliche Tipps für Sie. Sie finden weiter unten sowohl

  • eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
  • Musterformulierungen
  • ein kostenloses Kündigungsformular als PDF
  • und eine Musterkündigung als Word-Datei

Und noch ein wichtiger Hinweis: Gerade bei einer Eigenkündigung können Sie sich kurz fassen, sollten dabei jedoch höflich bleiben. Das gilt vor allem dann, wenn Sie das Arbeitsverhältnis kündigen, weil Sie mit Ihrem Arbeitgeber im Clinch liegen.

Ihre Eigenkündigung könnte beispielsweise so aussehen:

Kündigungsschreiben Muster 1 (ausführliche Variante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, der am TT.MM.JJJJ mit Ihnen geschlossen wurde, fristgerecht zum Ende der Kündigungsfrist am TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die kollegiale und wertschätzende Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen. Persönlich und beruflich konnte ich in den letzten Jahren viel lernen und bin für die Unterstützung, die Sie mir stets entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt gehen zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte erstellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und lassen Sie mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)


Kündigungsschreiben Muster 2 (Kurzvariante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Datum (TT.MM.JJJJ)


Kündigung

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich Ihnen meinen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung und teilen Sie mir mit, wann der Arbeitsvertrag endet.

Außerdem bitte ich darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Für die bisherige Zusammenarbeit bedanke ich mich ganz herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)

Sie können sich die Muster und Vorlagen auch herunter laden und abspeichern:

Kündigungsschreiben Muster lang (links), kurz (rechts)
Kuendigungsschreiben Muster Beispiel Muster Mitarbeiter Lang VorschauKuendigungsschreiben Muster Beispiel Muster Mitarbeiter Kurz Vorschau
PDF VorschauPDF Vorschau


Kündigungsschreiben Vorlagen: ordentlich (links), vorsorglich (rechts)
Kuendigungsschreiben Vorlage Beispiel Ordentliche Kuendigung VorschauMusterkuendigung Kuendigungsschreiben Vorlage Arbeitnehmer Vorschau
PDF VorschauPDF Vorschau


FAQs zum Thema Eigenkündigung

FAQs zum Thema EigenkündigungEinige Fragen tauchen immer wieder und besonders häufig auf, wenn es um das Thema Eigenkündigung geht. Wir haben die Antworten:

  • Was muss ich beachten, wenn ich als Arbeitnehmer kündigen möchte?

    Auch wenn Sie mit dem Gedanken einer Eigenkündigung spielen, müssen Sie gewisse formale Vorschriften einhalten. Dazu gehören:

    • Die Schriftform: Jede Kündigung muss schriftlich erfolgen. Nur so können Sie zu einem späteren Zeitpunkt – falls etwas strittig sein sollte – auch nachweisen, dass Sie gekündigt haben. Damit ist sowohl eine mündliche Kündigung, aber auch eine Eigenkündigung per SMS oder WhatsApp unwirksam.
    • Die Unterschrift: Auch eine Unterschrift von Ihnen höchstpersönlich gehört unter die Kündigung. Achtung: Sie müssen mit Ihrem vollständigen Namen unterschreiben. Abkürzungen, auch wenn Sie diese bei Ihrem Arbeitgeber häufig verwendet haben, sind nicht zulässig.
    • Der Zugang: Daneben müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Arbeitgeber die Kündigung auch erhält. Dabei ist es auch wichtig, dass Sie dem richtigen Empfänger zugeht. Bei einer Eigenkündigung kann das die Personalabteilung oder auch der Inhaber selbst sein.


      Wenn Sie die Kündigung selbst überbringen, lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Ihr Arbeitgeber das Kündigungsschreiben erhalten hat. Sollten Sie den postalischen Weg wählen, empfiehlt sich ein Einwurf Einschreiben, um den Zugang beweisen zu können.
  • Ich habe einen neuen Job und kann die Kündigungsfrist nicht einhalten. Was nun?

    Grundsätzlich müssen Sie auch mit einem neuen Arbeitsvertrag in der Tasche so lange bei Ihrem alten Arbeitgeber erscheinen, bis die Kündigungsfrist zu einem Ende gekommen ist.

    Unter Umständen könnte sich Ihr Arbeitgeber aber auch darauf einlassen, das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden – das müssen Sie aber mit ihm absprechen. Erklärt er sich damit einverstanden, können Sie einen sogenannten Aufhebungsvertrag schließen. Damit ist das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet.

    Achten Sie aber darauf, dass Ihnen durch den Aufhebungsvertrag keine Nachteile entstehen. Unter Umständen kann der Vertrag nämlich eine Klausel enthalten, dass Sie auf alle Ansprüche verzichten. Damit könnte auch der Resturlaub verfallen, den Sie sich damit nicht mehr auszahlen lassen können.

    Sie denken darüber nach, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben? Dann beachten Sie unbedingt auch unsere Checkliste:

    Checkliste Aufhebungsvertrag Aufloesung Regeln Arbeitslosengeld

  • Kann ich fristlos kündigen?

    Den Arbeitsvertrag können Sie auch durch eine Eigenkündigung nur mit einem sogenannten wichtigen Grund fristlos kündigen. Nur bei dem Vorliegen eines wichtigen Grunds sehen es Arbeitsgerichte als gerechtfertigt an, wenn Sie nicht bis zum Ende der Kündigungsfrist bei Ihrem Arbeitgeber bleiben.

    Ein wichtiger Grund kann zum Beispiel sein:

    • Ihre Sicherheit ist gefährdet (der Arbeitgeber missachtet Ihre Sicherheit am Arbeitsplatz)
    • Der Arbeitgeber beachtet das Arbeitszeitgesetz nicht
    • Der Arbeitgeber zahlt Ihnen nicht den vereinbarten Lohn
    • Sie werden beleidigt (darunter fällt sowohl Mobbing als auch Bossing)
    • Sie werden körperlich bedroht
    • Der Arbeitgeber zeigt strafbares Verhalten

    Übrigens: Wenn Sie das Arbeitsverhältnis aus einem wichtigen Grund durch eine Eigenkündigung beenden, könnte Ihnen sogar eine Abfindung zustehen. Einige Arbeitsgerichte sehen es als gerechtfertigt an, dass Arbeitnehmer bei grobem Fehlverhalten Ihres Arbeitgebers einen Anspruch auf Schadensersatz haben.

    Der ergibt sich daraus, dass Sie gezwungen waren, das Arbeitsverhältnis aufzulösen und so nicht mehr das Einkommen haben, mit dem Sie jeden Monat gerechnet haben. Juristen nennen diesen Sachverhalt den Verlust des sozialen Besitzstandes. Ansprüche für Sie als Arbeitnehmer können sich unter anderem aus dem Paragraphen § 628 Abs. 2 BGB ergeben. Sie sollten Ihren individuellen Fall aber unbedingt mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht durchsprechen, um sicherzugehen, welche Ansprüche Sie tatsächlich haben.

    Aber auch Ihr Arbeitgeber hat Rechte. Sollten Sie nämlich ohne wichtigen Grund eine fristlose Eigenkündigung aussprechen, kann auch er Schadenersatzansprüche gegen Sie geltend machen. Beispielsweise dann, weil er durch den unverhofften Verlust Ihrer Arbeitskraft einen Auftrag verloren hat oder weil er erneut Geld und Zeit investieren musste, um einen neuen Arbeitnehmer einzuarbeiten. Auch Überstunden für die anderen Mitarbeiter oder gar der notwendige Einsatz von Leiharbeitern kann dazu zählen.

    Darüberhinaus ist in einigen Arbeitsverträgen auch eine Vertragsstrafe geregelt, für den Fall, dass Arbeitnehmer ohne wichtigen Grund fristlos kündigen. Meist liegt die Höhe bei einem Monatsgehalt. Keine Vertragsstrafe wird dagegen fällig, wenn Arbeitnehmer in der Probezeit von ihrem Recht auf Eigenkündigung Gebrauch machen oder ganz regulär ordentlich kündigen und die Kündigungsfrist dabei beachten.

  • Brauche ich einen bestimmten Grund für meine Eigenkündigung

    Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihrem Arbeitgeber gegenüber eine Eigenkündigung aussprechen möchten, sind Sie in einer komfortablen Situation. Im Gegensatz zu Ihrem Arbeitgeber brauchen Sie nämlich keinen Grund für die Kündigung.

    Sie können das Arbeitsverhältnis jederzeit beenden, ohne dafür Rechenschaft über Ihre Gründe ablegen zu müssen. Natürlich müssen Sie dabei die jeweiligen Fristen einhalten. Sonst drohen Ihnen Konsequenzen, wie wir sie oben bereits geschildert haben.

  • Kann ich Probleme bei einer Eigenkündigung bekommen?

    Wenn Sie ordentlich und fristgerecht kündigen und sofort im Anschluss einen neuen Job antreten, gibt es in der Regel keine Probleme.

    Etwas anderes ist es, wenn Sie selbst kündigen, aber noch keinen neuen Job haben. In diesem Fall könnte die Arbeitsagentur die Zahlung der Leistungen für einen gewissen Zeitraum verweigern. In der Regel liegt die Arbeitsamt Sperre bei einer Eigenkündigung bei 12 Wochen. Bei einer Eigenkündigung sollten Sie daher auch immer daran denken, wie Sie Ihre laufenden Kosten bestreiten können.

    Ein Aufhebungsvertrag statt einer Eigenkündigung ist übrigens auch keine Option, denn dieser wird von der Arbeitsagentur ebenso behandelt wie eine Kündigung durch Sie als Arbeitnehmer. Heißt, auch in diesem Fall müssen Sie mit einer Sperrfrist rechnen.

  • Ich bin Führungskraft. Worauf muss ich bei einer Eigenkündigung achten?

    Vor allem als Führungskraft bekommt man häufig Zahlungen, Boni oder andere Vergünstigungen, die über das eigentliche Gehalt hinausgehen.

    Bei einer Eigenkündigung sollten Sie daher unbedingt darauf achten, dass Ihnen kein Nachteil in Bezug auf diese Gehaltsbestandteile entsteht. Unter Umständen könnte zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge durch eine verführte Eigenkündigung verfallen.

    Am besten, Sie führen alle variablen Gehaltsbestandteile vor Ihrer Kündigung auf und einigen sich mit Ihrem Arbeitgeber auf ein verbindliches Vorgehen. Im Idealfall halten Sie das schriftlich fest.

Weitere Ratgeber zur Kündigung

[Bildnachweis: Dmytro Zinkevych by Shutterstock.com]
18. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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