Arbeitssuchend: Der Weg zum neuen Job

Wer einen Job verliert, muss sich arbeitssuchend melden. Dies ist wichtig, um einen möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erhalten und finanzielle Nachteile zu vermeiden. Dabei gibt es einen Unterschied, ob Sie arbeitssuchend oder arbeitslos sind – denn beides erfordert eine Meldung beim Arbeitsamt. Wir erklären, was es bedeutet, arbeitssuchend zu sein und zeigen, wie Sie sich arbeitssuchend melden. Zusätzlich haben wir Informationen, was es beim Lebenslauf zu beachten gilt, wenn Sie arbeitssuchend sind und wie Sie die Phase der Arbeitssuche als Orientierung nutzen können…

Arbeitssuchend: Der Weg zum neuen Job

Arbeitssuchend oder arbeitslos: Der Unterschied

Auf den ersten Blick scheint alles klar. Die gängige Annahme beim Begriff arbeitssuchend ist, dass eine Person derzeit keinen Job ausübt, sonst würde sie keine Arbeit suchen. Arbeitssuchend wird somit synonym zu arbeitslos verwendet. Tatsächlich sind arbeitssuchend und arbeitslos nicht dasselbe:

  • Arbeitslos

    Um die Konfusion komplett zu machen: Selbst der Begriff arbeitslos ist ungenau. Denn eigentlich ist damit in den allermeisten Fällen erwerbslos gemeint: Wenn hier von Erwerbsarbeit die Rede ist, haben die meisten überwiegend sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Sinn.

    Viele Menschen gehen neben der Erwerbsarbeit, also der bezahlten Arbeitstätigkeit, noch anderen Arbeiten nach, beispielsweise:

    • Sie üben ein Ehrenamt aus.
    • Sie haben Hausarbeit zu erledigen.
    • Sie sind mit der Pflege eines Familienangehörigen beschäftigt.
    • Sie widmen sich der Versorgung von Kindern.

    Allein diese vier Möglichkeiten zeigen, dass das Vorurteil vom arbeitslosen Arbeitnehmer, der den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt und Fernsehen guckt, oftmals ein Klischee ist.

    Von Arbeitslosigkeit wird gesprochen, wenn ein Arbeitnehmer keiner bezahlten Arbeit nachgeht. In der Regel ist er dann auch arbeitssuchend, denn die meisten Leute möchten den Zustand der Arbeitslosigkeit beenden und sind darüber hinaus durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter zu Bewerbungen verpflichtet.

  • Arbeitssuchend

    Arbeitssuchend hingegen bedeutet, dass Sie eine Arbeit suchen. Sie müssen dafür allerdings nicht erst arbeitslos sein. Im Gegenteil: Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie nach einer Arbeit suchen, obwohl Sie noch in einem Arbeitsverhältnis stehen.

    Nach § 38 Sozialgesetzbuch III (SGB) gilt dies auch für Arbeitnehmer, die derzeitig noch eine Ausbildung machen.

    Sofern kein Übernahmegespräch stattgefunden hat und sie absehen können, dass sie innerhalb der nächsten drei Monate arbeitslos werden, müssen sich Auszubildende ebenso arbeitssuchend melden.

Arbeitssuchend oder arbeitsuchend: Die richtige Schreibweise

arbeitssuchend oder arbeitsuchend Groß- oder Kleinschreibung im Lebenslauf Bewerbung Arbeitsamt arbeitslosBei der Rechtschreibung gibt es einige Unsicherheiten: Ist nun arbeitssuchend – mit doppeltem s in der Mitte – oder arbeitsuchend – mit einem s die korrekte Schreibweise? Die Antwort darauf macht es zum Glück sehr einfach, kann aber auch ein wenig unbefriedigend sein: Tatsächlich können Sie sich aussuchen, welche Schreibweise Sie verwenden wollen.

Nach der Rechtschreibreform sind beide Varianten korrekt – und theoretisch gibt es sogar noch eine weitere:

  • Arbeit suchend: Arbeit als Substantiv groß, suchend als Partizip klein
  • arbeitssuchend: Schreibweise mit Fugen-S
  • arbeitsuchend: die bis heutige gültige Schreibweise von früher

Durchgesetzt hat sich jedoch vor allem die Schreibweise mit doppeltem s, also arbeitssuchend. Trotzdem ist es kein Fehler, wenn Sie arbeitsuchend schreiben.

Arbeitssuchend melden: So geht es

Es gibt verschiedene Umstände, die zu einem Jobverlust führen können. Manchmal ist das Ende langfristig absehbar, wenn Sie beispielsweise von vornherein einen befristeten Arbeitsvertrag hatten, der nicht verlängert oder entfristet wird.

Auch bei einer Kündigung, bei der eine längere Kündigungsfrist einzuhalten ist, wissen Arbeitnehmer bereits über einen längeren Zeitraum, dass die Anstellung bald endet.

Unabhängig von den individuellen Umständen hat die Bundesagentur für Arbeit klare Vorgaben, an die sich jeder Arbeitnehmer halten muss, um eine Arbeitsamt Sperre zu vermeiden und eine Sperrfrist zu umgehen. Konkret heißt das: Sie müssen sich arbeitsuchend melden, um Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld zu behalten.

Wir haben Tipps und Schritte, die Ihnen helfen, wenn Sie sich arbeitssuchend melden wollen:

  • Handeln Sie so früh wie möglich

    In jedem Fall gilt: Lassen Sie sich nicht lange Zeit, sondern handeln Sie so früh wie möglich, um sich arbeitssuchend zu melden. Läuft ein Arbeitsvertrag aus, sollten Sie sich spätestens drei Monate vor Ablauf bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend melden. Gleiches gilt, wenn Sie eine Kündigung erhalten haben und die Kündigungfrist länger als diese Zeitspanne ist.

    Sollten Sie kurzfristig Ihren Job verlieren, dann müssen Sie sich ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe innerhalb von drei Tagen arbeitsuchend melden.

  • Melden Sie sich arbeitssuchend

    Um sich arbeitssuchend zu melden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Der klassische Weg ist ein persönlicher Termin bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit. Hier können Sie sich gemeinsam mit einem Sachbearbeiter arbeitssuchend melden. Sie können sich auch telefonisch arbeitssuchend melden, dafür hat die Bundesagentur für Arbeit die kostenlose Telefonnummer 0800 4 555500 eingerichtet.

    Die dritte Option, um sich arbeitssuchend zu melden, ist online. Über die eServices der Bundesagentur für Arbeit können Sie sich online arbeitssuchend melden und müssen dies dann nicht mehr telefonisch oder persönlich tun.

  • Haben Sie die nötigen Unterlagen bereit

    Wollen Sie sich arbeitssuchend melden, benötigen Sie dafür einige Unterlagen. Diese sollten Sie idealerweise bereits im Vorfeld zusammentragen, um den Ablauf zu erleichtern. Sie benötigen:

    • Personalausweis
    • Sozialversicherungsausweis
    • Kündigungsschreiben beziehungsweise den auslaufenden Arbeitsvertrag
    • Einen Lebenslauf für die weitere Jobsuche und passende Angebote
  • Beginnen Sie mit der Jobsuche

    Natürlich sollen Sie sich nicht nur arbeitssuchend melden, sondern gleichzeitig auch aktiv einen neuen Job suchen. Schauen Sie sich in Jobbörsen um, durchstöbern Sie Zeitschriften oder fragen Sie in Ihrem Umfeld nach freien Stellen. Auch die Agentur für Arbeit unterstützt Sie bei der Jobsuche und informiert Sie über passende Positionen, auf die Sie sich bewerben können.

  • Melden Sie sich persönlich arbeitslos

    Wenn die Zusammenarbeit tatsächlich geendet hat, müssen Sie sich ab dem ersten Tag persönlich arbeitslos melden. Gemeint ist damit der erste Tag, an dem Sie keiner Beschäftigung mehr nachgehen. Endet Ihr Arbeitsvertrag beispielsweise an einem Mittwoch dem 31. Mai, so müssen Sie am Donnerstag dem 1. Juni beim Arbeitsamt vorstellig werden, um sich persönlich arbeitslos zu melden.

  • Beantragen Sie Arbeitslosengeld

    Entweder erhalten Sie ein Formular direkt vor Ort und können dies ausfüllen, oder Sie können einen Antrag auf Arbeitslosengeld online über das Portal der Bundesagentur für Arbeit anfordern.

  • Finden Sie eine neue Anstellung

    Nun haben Sie alle Schritte durchlaufen, das weiterführende Ziel ist es also, dass Sie einen geeigneten Job finden. Auf dem Weg werden Sie von der Bundesagentur für Arbeit nicht nur mit Jobangeboten unterstützt, sondern haben auch die Möglichkeit, an Weiterbildungen teilzunehmen.

Arbeitssuchend im Lebenslauf: Bewerbungen ohne Lücke

Arbeitssuchend melden online Tipps Lebenslauf Unterlagen arbeitslosIm Lebenslauf wird eine Phase ohne Job gerne mit dem Begriff arbeitssuchend beschrieben. Das ist zutreffend und macht einen besseren Eindruck als arbeitslos. Es klingt aktiver, dynamischer und zeigt Eigeninitiative. Abseits von sprachlichen Finessen und behördlichen Bestimmungen, plagt die meisten Arbeitnehmer vor allem eine Sorge: Der Lebenslauf soll lückenlos sein. In dem Moment, in dem der Arbeitnehmer vom Status des Arbeitssuchenden zum Arbeitslosen wechselt, läuft die Zeit.

Ein, maximal zwei Monate Arbeitslosigkeit lassen sich noch erklären. Diese Zeit wird Bewerbern nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses zur Orientierung zugestanden.

Wer darüber hinaus jedoch arbeitsuchend und arbeitslos ist, braucht gute Gründe, ansonsten hat er eine veritable Lücke im Lebenslauf.

Das muss nichts per se Schlimmes sein – wer beispielsweise eine Familienzeit einlegt, um sich ganz der Erziehung seiner Kinder widmen zu können, hat automatisch eine Lücke, sofern er nicht noch in Teilzeit arbeiten geht.

Wie auch immer Ihre Auszeit zustande kommt: Sie sollten in jedem Fall in dieser Zeit etwas tun, mit der Sie die Lücke zwischen einem sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis zum nächsten erklären können. Idealerweise nutzen Sie die Zeit für eine Weiterbildung.

Das kann ein Sprachkurs sein, das können dringend benötigte Softwarekenntnisse sein – Hauptsache, der potenzielle Arbeitgeber bekommt nicht den Eindruck, dass Sie untätig zuhause sitzen. Bewerber, die dieses Gefühl vermitteln, haben schlechte Karten. Schließlich will kein Arbeitgeber befürchten müssen, dass es in seinem Unternehmen mit einer ähnlichen Arbeitsmoral so weitergeht.

Eine lange Phase, in der Sie arbeitssuchend sind, kann zu dem den Eindruck erwecken, all Ihre bisherigen Bemühungen wären gescheitert und Sie hätten zahlreiche Absagen kassiert. Personaler könnten dann denken: Warum sollen wir jemanden einstellen, den kein anderer wollte?

Arbeitssuchend: Eine Chance zur Neuorientierung

Wer sich arbeitssuchend melden muss, sieht meist nur die negativen Seiten. Der Job ist weg, es drohen finanzielle Schwierigkeiten und vielleicht ist noch kein neuer Arbeitgeber in Sicht. Das ist verständlich und die Situation durchaus schwierig – sie kann aber auch eine Chance sein.

Vielleicht ist es die Gelegenheit, die eigene berufliche Laufbahn noch einmal genauer zu hinterfragen. Längst nicht jeder arbeitet in seinem persönlichen Traumjob, es fehlt aber der Mut, etwas daran zu ändern. Warum also nicht jetzt eine Neuorientierung wagen, wo Sie ohnehin arbeitssuchend sind?

Die Gründe für diesen Wunsch können unterschiedlich sein. Ihre Lebensumstände haben sich verändert und Sie wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Oder Ihr bisheriges Berufsbild und die damit verbundenen Tätigkeiten haben sich in den letzten Jahren gravierend geändert. Auch gesundheitliche Gründe können eine Rolle spielen.

Mit all diesen Faktoren im Hinterkopf können Sie die Phase, in der Sie arbeitssuchend sind, nutzen, um einen optimalen Job zu finden. Dabei können die folgenden Fragen helfen:

  • Wie flexibel und mobil bin ich?
  • Bin ich arbeitsfähig, das heißt, körperlich und geistig absolut fit?
  • Bringe ich die nötigen Fachkenntnisse auch für zukünftige Entwicklungen mit?
  • Wie wird sich der anvisierte Job entwickeln, ist er zukunftssicher?
  • Kann ich mir vorstellen, diesen Job auch in den nächsten zehn Jahren oder gar bis zur Rente zu machen?
  • Welche Stärken und Schwächen – fachlich, methodisch und persönlich – bringe ich mit?
  • Wie sieht meine Ausgangslage aus, wie kann ich meinen Marktwert steigern?

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11. Mai 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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