Arbeitssuchend: Der Weg zum neuen Job

Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand arbeitssuchend ist. In jedem Fall ist er mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden und möchte etwas ändern. Wer einen Job sucht, ist meistens an etwas Langfristigem interessiert, das im Idealfall Spaß macht und perspektivisch Entwicklungsmöglichkeiten zeigt. Eine Arbeitsstelle, bei der Sie direkt am ersten Tag schon denken, dass Sie auf keinen Fall die nächsten drei Jahre geschweige denn bis zur Rente aushalten, ist eher unbefriedigend. Glücklicherweise ist der Arbeitsmarkt in Deutschland gegenwärtig recht entspannt und die Möglichkeiten, einen passenden Job zu finden, sind so gut wie lange nicht. Welche Möglichkeiten Sie haben…

Arbeitssuchend: Der Weg zum neuen Job

Arbeitssuchend oder arbeitslos: Der Unterschied

Auf den ersten Blick scheint alles klar. Die gängige Annahme beim Begriff arbeitssuchend ist, dass eine Person derzeit keinen Job ausübt, sonst würde sie keine Arbeit suchen. Arbeitssuchend wird somit synonym zu arbeitslos verwendet. Tatsächlich sind arbeitssuchend und arbeitslos nicht dasselbe:

  • Arbeitslos

    Um die Konfusion komplett zu machen: Selbst der Begriff arbeitslos ist ungenau. Denn eigentlich ist damit in den allermeisten Fällen erwerbslos gemeint: Wenn hier von Erwerbsarbeit die Rede ist, haben die meisten überwiegend sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Sinn.

    Viele Menschen gehen neben der Erwerbsarbeit, also der bezahlten Arbeitstätigkeit, noch anderen Arbeiten nach, beispielsweise:

    • Sie üben ein Ehrenamt aus.
    • Sie haben Hausarbeit zu erledigen.
    • Sie sind mit der Pflege eines Familienangehörigen beschäftigt.
    • Sie widmen sich der Versorgung von Kindern.

    Allein diese vier Möglichkeiten zeigen, dass das Vorurteil vom arbeitslosen Arbeitnehmer, der den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt und Fernsehen guckt, oftmals ein Klischee ist.

    Von Arbeitslosigkeit wird gesprochen, wenn ein Arbeitnehmer keiner bezahlten Arbeit nachgeht. In der Regel ist er dann auch arbeitssuchend, denn die meisten Leute möchten den Zustand der Arbeitslosigkeit beenden und sind darüber hinaus durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter zu Bewerbungen verpflichtet.


  • Arbeitssuchend

    Arbeitssuchend hingegen bedeutet, dass Sie eine Arbeit suchen. Sie müssen dafür allerdings nicht erst arbeitslos sein. Im Gegenteil: Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie nach einer Arbeit suchen, obwohl Sie noch in einem Arbeitsverhältnis stehen.

    Nach § 38 Sozialgesetzbuch III (SGB) gilt dies auch für Arbeitnehmer, die derzeitig noch eine Ausbildung machen.

    Sofern kein Übernahmegespräch stattgefunden hat und sie absehen können, dass sie innerhalb der nächsten drei Monate arbeitslos werden, müssen sich Auszubildende ebenso arbeitssuchend melden.

Arbeitssuchend oder arbeitsuchend: Die richtige Schreibweise

arbeitssuchend oder arbeitsuchend Groß- oder Kleinschreibung im Lebenslauf Bewerbung Arbeitsamt arbeitslosFür den einen oder anderen mag das unbefriedigend, für andere wiederum praktisch sein: Sie können es sich aussuchen, wie Sie schreiben wollen. Wahlweise seit der Rechtschreibreform von 2004 im Angebot:

  • Arbeit suchend: Arbeit als Substantiv groß, suchend als Partizip klein
  • arbeitssuchend: Schreibweise mit Fugen-S
  • arbeitsuchend: die bis heutige gültige Schreibweise von früher

Arbeitssuchend im Lebenslauf: Bewerbungen ohne Lücke

Abseits von sprachlichen Finessen und behördlichen Bestimmungen, plagt die meisten Arbeitnehmer vor allem eine Sorge: Der Lebenslauf soll lückenlos sein. In dem Moment, in dem der Arbeitnehmer vom Status des Arbeitssuchenden zum Arbeitslosen wechselt, läuft die Zeit.

Ein, maximal zwei Monate Arbeitslosigkeit lassen sich noch erklären. Diese Zeit wird Bewerbern nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses zur Orientierung zugestanden.

Wer darüber hinaus jedoch arbeitssuchend und arbeitslos ist, braucht gute Gründe, ansonsten hat er eine Lücke im Lebenslauf.

Das muss nichts per se Schlimmes sein – wer beispielsweise eine Familienzeit einlegt, um sich ganz der Erziehung seiner Kinder widmen zu können, hat automatisch eine Lücke, sofern er nicht noch in Teilzeit arbeiten geht.

Wie auch immer Ihre Auszeit zustande kommt: Sie sollten in jedem Fall in dieser Zeit etwas tun, mit der Sie die Lücke zwischen einem sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis zum nächsten erklären können. Idealerweise nutzen Sie die Zeit für eine Weiterbildung.

Das kann ein Sprachkurs sein, das können dringend benötigte Softwarekenntnisse sein – Hauptsache, der potenzielle Arbeitgeber bekommt nicht den Eindruck, dass Sie untätig zuhause sitzen. Bewerber, die dieses Gefühl vermitteln, haben schlechte Karten.

Schließlich will kein Arbeitgeber befürchten müssen, dass es in seinem Unternehmen mit einer ähnlichen Arbeitsmoral so weitergeht.

Arbeitssuchend: Berufliche Neuorientierung

Wie bereits angesprochen, können befristete Arbeitsverhältnisse eine Ursache dafür sein, dass ein Arbeitnehmer arbeitssuchend ist. Eine andere Möglichkeit ist die Erkenntnis, dass der seit Jahren ausgeübte Job nicht mehr zu den eigenen Vorstellungen passt.

Manchmal sind es die eigenen Lebensumstände, die sich verändern. Beispielsweise wenn eine Familiengründung den Großteil der Freizeit frisst und sich Beruf und Familie nicht gut miteinander vereinbaren lassen.

In anderen Fällen ändert sich das Berufsbild und die damit verbundenen Tätigkeiten. Vieles wird automatisiert, mancher Arbeitnehmer findet sich nicht mehr in dem wieder, was er derzeit ausübt. Schließlich können gesundheitliche Gründe einen Jobwechsel notwendig machen.

Wer arbeitssuchend ist, sollte sich für den neuen Job einige Fragen stellen:

  • Wie flexibel und mobil bin ich?
  • Bin ich arbeitsfähig, das heißt, körperlich und geistig absolut fit?
  • Bringe ich die nötigen Fachkenntnisse auch für zukünftige Entwicklungen mit?
  • Wie wird sich der anvisierte Job entwickeln, ist er zukunftssicher?
  • Kann ich mir vorstellen, diesen Job auch in den nächsten zehn Jahren oder gar bis zur Rente zu machen?
  • Welche Stärken und Schwächen – fachlich, methodisch und persönlich – bringe ich mit?
  • Wie sieht meine Ausgangslage aus, wie kann ich meinen Marktwert steigern?

Je besser Sie sich noch vor Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses mit einem Jobwechsel auseinandersetzen, desto besser sind Ihre Chancen, möglichst nahtlos in die nächste Beschäftigung zu gelangen.

Viele Arbeitnehmer verbinden einen nahtlosen Jobwechsel mit dem Resturlaub bei ihrem alten Arbeitgeber, so dass nach zwei Wochen Erholungsurlaub am neuen Arbeitsplatz durchgestartet werden kann. Wer also in der Phase der Orientierung noch arbeitet, muss sich beim Arbeitsamt nicht arbeitssuchend melden.

Eine Kontaktaufnahme ist dennoch nicht verkehrt, wenn es darum geht, sich einen Überblick über Weiterbildungsmöglichkeiten oder eventuell sogar einen Existenzgründerzuschuss zu verschaffen.

Arbeitssuchend Arbeitsamt: Schritte aus der Arbeitslosigkeit

Manchmal kann der Arbeitnehmer es absehen, wann sein Arbeitsverhältnis endet. Wer beispielsweise im Rahmen eines Projekts einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag erhalten hat, kann abschätzen, wann er arbeitssuchend sein wird.

Die Arbeitsagentur hat klare Vorgaben, an die sich jeder Arbeitnehmer zu halten hat, sofern er eine Arbeitsamt Sperre vermeiden will. Daran ist den meisten Arbeitnehmern gelegen, denn eine Sperre heißt, dass Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht.

Darüber hinaus sind Sie zwar weiterhin krankenversichert, jedoch nicht mehr bei der Rentenversicherung gemeldet. In jedem Fall tun die finanziellen Einbußen weh und sind vermeidbar, wenn Sie sich rechtzeitig arbeitssuchend melden.

Demnach gestaltet sich der Prozess folgendermaßen:

  • Melden

    Spätestens drei Monate vor Ablauf Ihres Vertrages sollten Sie sich beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden. Nicht immer ist ein Arbeitsverhältnis befristet und manchmal erwischt es einen Arbeitnehmer eiskalt, auch wenn zuvor vielleicht diverse Gerüchte kursierten. Dann gilt es, ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe innerhalb von drei Tagen sich arbeitssuchend zu melden.

  • Suchen

    Zeitgleich sollten Sie bereits Ihre Suche nach einem neuen Arbeitsplatz starten. Idealerweise haben Sie damit bereits angefangen, bevor die Kündigung kam. Nutzen Sie dafür sämtliche Kanäle: Aktivieren Sie alte Kontakte, nutzen Sie die sozialen Medien inklusive Berufsnetzwerken wie Xing und Linkedin. Des Weiteren erhalten Sie natürlich Job- und Unterstützungsangebote bei der Arbeitsagentur.

  • Beantragen

    Spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung sollten Sie sich persönlich arbeitslos melden. Daran anschließend können Sie den Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. Sie können das ebenfalls persönlich vor Ort tun oder auf elektronischem Wege unter der Rubrik Arbeitslosengeld beziehungsweise Arbeitslosengeld II.

  • Finden

    Jetzt geht es darum, einen geeigneten Job zu finden. Bei der Arbeitsagentur wird man Ihnen mit Jobangeboten, Weiterbildungsmöglichkeiten und diversen Anregungen zur Seite stehen. Dazu können Sie auf das Angebot diverser Online-Trainings und die Jobbörse der Arbeitsagentur zurückgreifen. Für den Lernbereich müssen Sie allerdings bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet und registriert sein. Weitere interessante Jobangebote finden Sie auch auf unserer Stellenbörse Karrieresprung.

[Bildnachweis: Matthias G. Ziegler by Shutterstock.com]

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20. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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