Arbeitsagentur Jobbörse: Arbeitnehmer Jobsuche-Tipps

Für viele Arbeitssuchende führt der erste Weg zur Arbeitsagentur – nicht nur für einen Termin mit einem Berater, sondern auch, um die Jobbörse der Arbeitsagentur zu nutzen.

Neben den großen und bekannten Namen der viel beworbenen Jobbörsen im Internet sollte das Angebot der Arbeitsagentur auf keinen Fall übersehen oder unterschätzt werden. In der Arbeitsagentur Jobbörse warten derzeit über 1,1 Millionen freie Stellen darauf, besetzt zu werden.

Wir zeigen Ihnen, was das Stellenportal der Agentur für Arbeit zu bieten hat, wie Sie dort Jobs für sich finden und wie Sie die Jobbörse der Arbeitsagentur bestmöglich für sich nutzen…

Arbeitsagentur Jobbörse: Arbeitnehmer Jobsuche-Tipps

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Für wen ist die Arbeitsagentur-Jobbörse?

Die erste Assoziation mit der Arbeitsagentur ist Arbeitslosigkeit, vielleicht sogar eine langfristige. So verbinden zunächst nicht wenige mit der Arbeitsagentur-Jobbörse ein Portal, das sich an Arbeitslose richtet, die vom Arbeitsamt vermittelt werden müssen, um eine Stelle zu bekommen.

Diese Einordnung greift aber zu kurz. Die Arbeitsagentur-Jobbörse richtet sich an:


➠ Arbeitslose
➠ Selbständige
➠ Künstler
➠ Arbeitnehmer

Die Nutzung steht jedem offen, der nach einer Stelle schaut oder sich beruflich neu orientieren möchte – egal ob arbeitslos, aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus oder Schulabgänger.

Selbst Künstler und Freelancer auf der Suche nach Auftraggebern werden hier fündig.


Jobbörse bei Arbeitslosigkeit

Wer arbeitslos oder akut von Arbeitslosigkeit bedroht ist, muss sich bei der Arbeitsagentur ohnehin rechtzeitig melden, um einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen zu können. Nach einer Terminabsprache per Mail oder telefonisch werden Sie ein persönliches Beratungsgespräch mit Ihrem Sachbearbeiter haben.

Im Rahmen dieses Gesprächs werden Ihre Personalien sowie ein ein Berufsprofil erstellt. Das hilft potenziellen Arbeitgebern dabei, Ihre Fähigkeiten besser einzuordnen. Meist ergibt eine Kurzrecherche des Sachbearbeiters in der Arbeitsagentur-Jobbörse bereits ein oder zwei Stellenangebote für Ihre ersten Bewerbungsbemühungen.

Diese sollten unbedingt beachtet werden, auch wenn sie nicht immer reizvoll erscheinen – anderenfalls kann das Arbeitsamt eine Sperre verhängen.



Tatsächlich ist die Arbeitsagentur-Jobbörse das größte Online-Stellenportal. Wer das ignoriert, schadet sich am Ende nur selbst. Die Anzahl freier Stellen sowie die Bandbreite an Branchen und Jobs ist enorm.

Zur Illustration: Aktuell wirbt die Arbeitsagentur Jobbörse mit 2.309.335 Bewerberprofilen, 1.144.751 offenen Stellen und weiteren 316.425 Ausbildungsstellen. Man sollte meinen, dass Arbeitssuchende dort fündig werden – gerade in der derzeitigen Corona-Pandemie sollte diese Option nicht ausgeblendet werden.

Dabei werden neue Angebote in die Jobbörse der Arbeitsagentur sowohl von deren Mitarbeitern als auch von Unternehmen eingestellt, die aktuell eine freie Position zu besetzen haben und auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten sind.

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Arbeitsagentur Jobbörse: So funktioniert sie

Die Arbeitsagentur-Jobbörse funktioniert erst einmal wie jede andere Online-Jobbörse: Sie können einen Suchbegriff festlegen und bekommen entsprechend gefilterte Ergebnisse und Stellenanzeigen angezeigt.

Wenn Sie beispielsweise eine Stelle als Industriekauffrau suchen, können Sie direkt „Industriekauffrau“ im Suchfeld eingeben und in der daraufhin erscheinenden Dropdown-Liste den zutreffenden Begriff auswählen. Genauso gut können Sie weiter darunter nach Arbeitsplätzen in Branchen suchen, in diesem Fall „Büro, Wirtschaft, Verwaltung“.

Das Ganze sieht dann so aus:

Arbeitsagentur Jobboerse Arbeitnehmer 1

Zunächst grenzen Sie ein, was Sie suchen. Die Mehrheit der Arbeitnehmer wird ein Normalarbeitsverhältnis anstreben.

Aber auch, wenn Sie nur eine geringfügige Beschäftigung suchen, eine Ausbildung oder einen Praktikumsplatz, werden Sie hier fündig. Wir wählen „Arbeit“ für eine Vollzeitstelle. Als nächstes geben wir unter „Suchbegriff(e)“ den Beruf der Industriekauffrau ein.

Arbeitsagentur Jobboerse Arbeitnehmer 2

Bei diesem Beruf wird nicht weiter spezifiziert, es werden aber ähnliche Ergebnisse angezeigt. Anders, wenn Sie beispielsweise nach einer Stelle als Verkäuferin suchen. Hier zeigt Ihnen die Dropdown-Liste die diversen Fachbereiche (Kosmetik, Elektro…) an.

Eine Suche mit Booleschen Operatoren (PDF) ist leider nicht möglich, also beispielsweise Verkäuferin AND/UND Mode bringt keine anderen Ergebnisse, als wenn Sie den Operator weglassen.

Andersherum: Wenn Sie beispielsweise in Münster UND Köln eine Stelle suchen möchten, werden Sie umgehend darauf hingewiesen, dass diese Suche nicht möglich ist. Ebenso gut könnten Sie im grauen Feld über die Klicksuche nach Branchen, etwa „Büro, Wirtschaft, Verwaltung“ gucken und sich von dort weiter zur angestrebten Stelle hervortasten.

Da in der Voreinstellung Deutschland angegeben ist, sollten Sie zuvor Ihre Suche nach dem Wunschort eingrenzen, denn anderenfalls werden sämtliche deutschlandweit verfügbaren Stellen angezeigt.

Wir entscheiden uns für die erweiterte Suche, wählen als Tätigkeit Industriekauffrau und Dortmund als Stadt, alle Treffer der letzten sieben Tage.

Der Vorteil bei der erweiterten Suche in der Jobbörse der Arbeitsagentur ist, dass Sie sich ausschließlich Treffer anzeigen lassen können, die absolut passen. Außerdem können Sie unten im Menü entscheiden, wie alt Ihre Jobangebote maximal sein sollen:

Arbeitsagentur Jobboerse Arbeitnehmer 3

Älter als sieben Tage sollte Ihre Auswahl nicht sein. Wählen Sie keinen Zeitraum aus, bekommen Sie mitunter jahrealte Treffer angezeigt.

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Anhand des nächsten Bildes ist erkennbar, dass sowohl absolute Treffer (bis zu fünf dunkelgrüne Balken) angezeigt werden als auch solche, die eine hohe Übereinstimmung aufweisen, aber vielleicht nicht absolut passend sind (nur vier dunkelgrüne Balken).

Arbeitsagentur Jobboerse Arbeitnehmer 4

Die Jobbörse wählt zunächst nach Relevanz aus, daher sind die obersten Stellen in diesem Fall solche, auf die die Tätigkeitsbeschreibung möglichst genau zutrifft. Im genannten Beispiel existieren derzeit Jobangebote in Dortmund.

Sie können die Anzeige der Suchergebnisse auch anpassen, indem Sie anhand eines kleinen Menüpfeils die gewünschte Reihenfolge für die Sortierung wählen. Dabei stehen mehrere Optionen zur Auswahl:


➠ Übereinstimmung
➠ Datum der Veröffentlichung
➠ Arbeitsort
➠ Entfernung zum Arbeitsort
➠ Beginn

So können Sie sich die freien Stellen beispielsweise nach dem Einstiegsdatum filtern lassen, um einen Job zu finden, bei dem Sie möglichst zeitnah anfangen können. Spannend und wichtig ist natürlich der Arbeitsort, um Jobs in der Nähe zu finden.

Wenn Sie an einer größeren Auswahl an Stellen interessiert und örtlich weniger gebunden sind, empfiehlt sich die Regionensuche, die Sie mit einem Klick auf das Feld über den Suchergebnissen aktivieren können. Auf diese Weise erweitern Sie den Suchradius und bekommen entsprechend mehr Treffer angezeigt.

Indem Sie nun auf eine für Sie interessante Anzeige klicken, können Sie sich weitere Details und Informationen anzeigen lassen. Hier finden Sie eine genauere Beschreibung der Position und natürlich die Erwartungen, die ein Unternehmen an Bewerber stellt. Außerdem können Sie sich direkt bewerben (wenn Sie über Ihr Benutzerkonto eingeloggt sind) oder erhalten die Kontaktdaten des Arbeitgebers und können über diese Ihre Unterlagen einreichen.


Übrigens schauen Sie doch auch in unsere Jobbörse Karrieresprung hinein: Zahlreiche offene Stellen warten dort auf Sie. Neben detaillierten Jobbeschreibungen können Sie Ihren Lebenslauf hochladen und viele Bewerbungstipps nachlesen.

Zur Jobbörse


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Benutzerkonto erstellen

Um ein wenig nach Stellen zu stöbern und sich einen ersten Eindruck über die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen, benötigen Sie nicht zwangsläufig ein eigenes Benutzerkonto für die Jobbörse der Arbeitsagentur.

Auch ohne Login erhalten Sie vollumfänglichen Zugang zur Suchfunktion und allen in der Jobbörse hinterlegten Stellenanzeigen.

Wollen Sie neben der oben beschriebenen Stellensuche auch die Möglichkeit haben, durch Ihr Benutzerkonto für potenzielle Arbeitgeber sichtbar zu werden, kommen Sie um die Registrierung eines Kundenkonto nicht herum. Es gibt hier grundsätzlich zwei Wege, die von Ihrer persönlichen Situation abhängen:

  • Sie sind zurzeit arbeitslos und somit bereits Kunde bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter. In diesem Fall legt ein Mitarbeiter der jeweiligen Behörde ein Kundenkonto für Sie an und händigt Ihnen die persönlichen Daten aus beziehungsweise veranlasst, dass Ihnen die Zugangsdaten zugeschickt werden. Unter „Meine Jobbörse“ können Sie sich dann anmelden.
  • Die andere Variante ist, dass Sie zwar kein Kunde sind, aber sich selbst registrieren: Dazu legen Sie mit dem Button „Jetzt registrieren“ ein Nutzerkonto an. Sie sollten auch die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung aufmerksam durchlesen; wahlweise können Sie diese als PDF-Dokument herunterladen.

Bei der Registrierung können Sie der Arbeitsagentur die Zustimmung zur Datenübernahme erteilen, sofern Sie einen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion haben sollten. Das soll die Kommunikation zwecks Terminabstimmung erleichtern.

Allerdings ist unklar, wie intensiv dieser Kommunikationskanal genutzt wird, daher sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie mit Telefon und E-Mail in Kontakt mit Ihrem Berater bleiben.

Sollten Sie mit der Arbeitsagentur Jobbörse Probleme haben – ob nun bei der Anmeldung oder bei der Nutzung – gibt es außerdem die Möglichkeit, einen anonymen Chat zu starten, um Hilfe zu bekommen. Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Kontaktmöglichkeiten. So können Sie sich per E-Mail Anfrage an die Arbeitsagentur Jobbörse wenden oder telefonisch den technischen Support erreichen.


Registrierung für Unternehmen

Auch Unternehmen können sich in der Jobbörse der Arbeitsagentur registrieren und dort Stellenangebote für Vakanzen inserieren. Das Angebot für Arbeitgeber: Sie können in Zusammenhang mit dem Arbeitgeber-Service gezielt nach Arbeitskräften suchen.

Gemeinsam mit einem Berater werden Strategien für die Personalsuche erarbeitet. Besonders reizvoll ist aus Arbeitgebersicht, dass der Service kostenfrei ist. Darüber hinaus gibt es auch finanzielle Förderung und Unterstützung bei Personalplanung- und entwicklung.

So können Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen einen Eingliederungszuschuss erhalten, wenn sie Kunden der Arbeitsagentur eine Stelle bieten.

Für Arbeitnehmer wichtig zu wissen: Um den Schutz ihrer Kunden und eine gewisse Nachhaltigkeit zu gewährleisten, untersagt die Arbeitsagentur Unternehmen, bestimmte Jobs in die Arbeitsagentur-Jobbörse einzustellen. Dazu gehören:
  • Tätigkeiten, die gegen die guten Sitten verstoßen (kein Mindestlohn, Verstöße gegen Diskriminierungsverbote)
  • Tätigkeiten, die gegen die Menschenwürde verstoßen (zum Beispiel Prostitution oder Telefonerotik)
  • Tätigkeiten, die nach dem Schneeballprinzip funktionieren (Scheinangebote oder solche, die nur der Partnergewinnung dienen)

Außerdem unzulässig sind solche Angebote, bei denen sich Interessenten erst über kostenpflichtige Hotlines oder kostenpflichtige Registrierungen im Internet informieren können.


Jobbörse als App

Auch die Arbeitsagentur Jobbörse geht mit der Zeit: Wer von unterwegs Zugriff auf offene Stellenangebote des Arbeitsamts haben möchte, kann sich die Jobbörse auch als App im Google Play Store herunterladen. Neben der Stellensuche nach Berufen und Stichworten gibt es etliche weitere Funktionen wie…

  • die Übernahme von Terminen in den Smartphone-Kalender,
  • das Teilen von Stellenangeboten via E-Mail oder
  • die Nutzung von Ortungsdiensten.

Darüber hinaus können Sie sich in einer Schnellansicht die neuesten veröffentlichten Stellenangebote anzeigen lassen und die Ergebnisse Ihrer letzten Suche speichern, so dass Sie jederzeit schnell darauf zugreifen können.


Passive Jobsuche mit Benutzerkonto

Der wahrscheinlich größte Vorteil eines Benutzerkontos ist die Erweiterung Ihrer Jobsuche – statt nur selbst aktiv zu suchen und Bewerbungen zu schreiben, erhalten Sie durch Ihr Profil die Möglichkeit zur passiven Jobsuche, bei der Arbeitgeber durch Ihre Qualifikationen auf Sie aufmerksam werden können.

Ein vollständig ausgefülltes Bewerbungsprofil in der Arbeitsagentur Jobbörse besteht dabei aus vier Bausteinen:


➠ Meine persönlichen Daten
➠ Mein Lebenslauf
➠ Meine Fähigkeiten
➠ Meine Stellengesuche

Der erste Baustein ist durch Ihre Registrierung bereits ausgefüllt (erkennbar an einem grünen Haken), kann allerdings jederzeit aktualisiert werden.

Außerdem können Sie dieses Profil in der Arbeitsagentur-Jobbörse veröffentlichen und zur gezielten Suche nach passenden Stellenangeboten nutzen. Gleichzeitig wird die aktive Bewerbung erleichtert, da Sie sich auf Stellenanzeigen direkt bewerben können, wenn Sie eingeloggt sind und Ihr Profil ausgefüllt haben.

Noch leichter macht es die Funktion, Stellenangebote direkt per Mail zu erhalten. So können Sie sich über interessante und zu Ihnen passende freie Positionen jederzeit informieren lassen – und gleich die Bewerbung abschicken, um schnellstmöglich in den neuen Job einzusteigen.

Ein weiterer Vorteil eines eigenen Kontos ist, dass Sie sich online arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend melden können. Um einen Termin mit einem Berater kommen Sie aber in der Regel dennoch nicht herum.

Allgemein ist es für Arbeitnehmer deshalb empfehlenswert, den gesamten Funktionsumfang zu nutzen, den die Jobbörse der Bundesagentur anbietet.

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Arbeitsagentur-Jobbörse: Vorteile und Nachteile

Verschiedene Suchoptionen
Sie werden sowohl bei Eingabe eines Stichwortes als auch über die Branchensuche fündig. Letzteres gibt Ihnen die Möglichkeit, auf interessante Jobangebote zu stoßen, die Ihnen entgangen wären, wenn Sie das „falsche“ Stichwort gewählt hätten.

Kostenloses Angebot
Für Arbeitssuchende, die bereits Kunde bei der Arbeitsagentur sind, macht es sicherlich einen guten Eindruck, wenn die Jobbörse aktiv in die Stellensuche miteinbezogen wird. Dadurch, dass das Angebot kostenlos und mit vielen Beratungsangeboten der Arbeitsagentur verbunden ist, ist es für Arbeitgeber eine günstige Alternative zu anderen Jobbörsen.

Passgenaue Ergebnisse
Anhand der Legende können Sie leicht erkennen, ob Ihre Suche die maximale Übereinstimmung oder lediglich eine recht hohe aufweist. Sie können selbst nach erfolgter Suche über das untere Menü nach bestimmten Branchengruppen auswählen.

Überarbeitungswürdige Nutzerfreundlichkeit
Zwar stehen Kunden mit Benutzerkonto etliche Möglichkeiten offen, allerdings gestalten die sich offenbar derart umständlich, dass dafür ein langes PDF-Dokument notwendig ist. Oder anders ausgedrückt: In ihrer Bedienung ist die Arbeitsagentur Jobbörse etwas umständlicher als andere Jobbörsen, so dass zum Teil recht verwunderliche Ergebnisse zustande kommen. Was als Optionen der Auswahl für den Arbeitssuchenden gedacht ist, wird durch Filter und Algorithmen durcheinander gewirbelt, so dass die Ergebnisse selbst bei Rückkehr zur vorherigen Einstellung nicht unbedingt identisch sind. Davon sollten Sie sich allerdings nicht entmutigen lassen. Sollten angezeigte Ergebnisse nicht zu Ihrer Suche passen, laden Sie die Seite am besten noch einmal und starten Sie die Suche neu.

Wenig Zusatzmaterial
Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist schlicht gehalten und konzentriert sich auf das Wesentliche: die Suche und Anzeige von Stellenangeboten verschiedener Arbeitgeber. Berufsbilder, Bewerbungsvorlagen oder Bewerbungstipps sucht man vergebens. Informationen finden sich wiederum sehr aufwendig an anderer Stelle – beispielsweise im Berufenet oder in der Lernbörse.

Viele Zeitarbeitsfirmen
Viele Arbeitnehmer haben Vorbehalte gegenüber Zeitarbeit. In der Jobbörse der Arbeitsagentur finden sich diverse Angebote von Zeitarbeitsfirmen. Auch werden von einigen Nutzern unseriöse Stellenangebote beklagt (dazu im nächsten Absatz).

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Arbeitsagentur-Jobbörse: Datenschutz?

Das Thema Datenschutz wird immer wieder stark diskutiert. Auch die Jobbörse der Arbeitsagentur wurde verschiedentlich damit in Verbindung gebracht. Die Masche mancher Betrüger:

Es werden gefälschte Stellenangebote erstellt, auf die Jobsuchende sich bewerben – natürlich unter Angabe aller persönlichen Informationen. Schon verfügt jemand über all Ihre Daten und kann damit theoretisch machen, was immer er will.

Zwar wird versucht, dieses Problem im Datenschutz zu bekämpfen, doch werden nicht alle veröffentlichten Stellenangebote überprüft. So kann es immer wieder vorkommen, dass es schwarze Schafe bis in die Suchergebnisse von Bewerbern schaffen.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich deshalb auch außerhalb der Jobbörse der Arbeitsagentur über potenzielle Arbeitgeber informieren, um herauszufinden, ob es sich um eine seriöse Stellenanzeige handelt.

Weitere Informationen zu unseriösen Webseiten erhalten Sie HIER.



Was ist ein Vermittlungsgutschein der Arbeitsagentur?

Wenn Sie die Arbeitsagentur Jobbörse für Ihre Suche nach einer neuen beruflichen Station nutzen, kommen Sie möglicherweise mit einem sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) in Kontakt.

Dabei handelt es sich um ein Mittel, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit verringern soll, indem Personalvermittlern ein monetärer Anreiz geliefert wird, um Jobsuchenden eine feste Anstellung zu vermitteln.

Arbeitssuchende können einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein beantragen oder haben unter bestimmten Umständen direkten Anspruch darauf. Ist die Jobsuche durch einen Personalvermittler erfolgreich, kann dieser den Vermittlungsgutschein einlösen und erhält dafür eine Prämie, die allerdings mit der Umsatzsteuer besteuert wird.

Für Sie ist dieser Service hingegen mit keinen Kosten verbunden. Er soll nur dazu dienen, Ihre Suche nach einem neuen Job zu beschleunigen.

Interview mit der Bundesagentur für Arbeit

Was leistet die Arbeitsagentur Jobbörse? Wer kann sich bei der Arbeitagentur wie beraten oder fördern lassen? Was wird bezahlt und welche Fehler gilt es zu vermeiden? Wir haben dazu mit Johannes Klapper, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Köln ein exklusives Interview geführt.

Herr Klapper, wie unterscheidet sich die Jobbörse der Arbeitsagentur von anderen Stellenportalen?

Zunächst einmal ist die Jobbörse für Arbeitgeber kostenlos. Das heißt: Arbeitgeber können uns Ihre Stellen entweder online melden oder wir nehmen die Stellen für sie auf. Arbeitssuchende können sich wiederum kostenlos registrieren, ihre Bewerbungen von ihrem Account aus managen und direkt Kontakt zu Arbeitgebern oder Ihrem Arbeitsvermittler aufnehmen. Zudem können Sie die wichtigsten Funktionen in sechs Fremdsprachen aufrufen. Aktuell bieten wir über 1,7 Millionen Stellen sowie über 300.000 Ausbildungsplätze.

Das ist eine Menge. Allerdings bemängeln Leser regelmäßig, dass die Jobangebote selten aktuell seien.

Wir arbeiten ständig daran, unsere Datenqualität zu verbessern. Wenn uns Arbeitgeber aber nicht rechtzeitig zurückmelden, dass die Stelle inzwischen besetzt ist, erfolgt unsere Rückfrage bei der Menge an Angeboten vielleicht zu spät. Dadurch, dass Arbeitgeber die Stellen selbstständig eingeben können, wird die Abmeldung schon mal vergessen.

Vermittelt die Agentur für Arbeit auch Stellenangebote im Ausland?

Ja. Dazu haben wir die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung. Die ZAV mit Ihrem Hauptsitz in Bonn hat sich auf die Fragen rund um die Arbeitsmärkte weltweit mit Schwerpunkt Europa spezialisiert. Dazu sind wir Teil des Europäischen Netzwerkes EURES mit spezialisierten Beratern in allen europäischen Ländern. Über EURES stehen knapp drei Millionen offene Stellen in Europa zur Verfügung.

Welche Karriereberatung kann ich beim Arbeitsamt bekommen?

Unsere Beratung begleitet einen – theoretisch – durch das ganze Berufsleben. Egal, ob beschäftigt oder arbeitslos. Wir haben zum Beispiel gerade ein neues Beratungscenter in Köln eingerichtet, in dem auch die Kammern mit uns gemeinsam zu den Themen Karriere und Weiterbildung beraten. Für Arbeitgeber bieten wir unsere Qualifizierungsberatung an. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das eine gute Möglichkeit, Mitarbeiter selber zur Fachkraft zu qualifizieren. Hier können wir gegebenenfalls sogar neben der Beratung finanziell unterstützen.

Dann mal konkret: Welche Maßnahmen bezahlen Sie?

Voraussetzung für eine Förderung durch die Agentur für Arbeit ist, dass der Kunde oder die Kundin arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Unser Ziel ist immer, die Beschäftigungsfähigkeit des Einzelnen zu erhalten oder herzustellen. Das Qualifikationsziel muss also zu der jeweiligen Person passen, zum anderen müssen wir die Bedarfslage auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigen. Konkret: Ein LKW-Fahrer braucht wahrscheinlich keinen Computerkurs, aber vielleicht einen Gefahrgutführerschein, den wir fördern können, damit er seine Arbeitsstelle behalten kann.

Und was ist mit Freiberuflern, die wieder ins Angestelltenverhältnis wechseln wollen?

Das geht auch. Wir können immer dann fördern, wenn sich jemand dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt. Bei dem, der sich arbeitslos meldet, schauen unsere Beraterinnen und Berater wie groß seine Chancen mit den vorhandenen Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt sind und ob es eine Maßnahme braucht, damit sich der- oder diejenige schnell und dauerhaft im Arbeitsmarkt integriert.

Das gelingt aber trotzdem nicht jedem. Welche Fehler sollten Jobsuchende vermeiden?

Sie sollten nicht unvorbereitet in das Beratungsgespräch kommen. Es ist wichtig, dass sich der Jobsuchende Gedanken machen und Vorstellungen entwickeln, wie es weitergehen kann. Wer noch keine Ausbildung oder Qualifikationen hat, sollte wissen, welche Talente er besitzt und was ihm Freude macht. Zusammen mit unseren Spezialisten lassen sich dann Wege finden, die sich daran orientieren, was der Arbeitsmarkt gerade bietet.

Wie findet man aus Ihrer Erfahrung am schnellsten in die Arbeitswelt zurück?

Indem man frühzeitig mit der Suche beginnt und bloß nicht abwartet, dass etwas passiert. Oft vergeht die Zeit wie im Fluge und die kleine Auszeit, die man sich gönnen wollte, wird zum Bumerang. Je schneller und klarer man weiß, was man will und braucht, desto größer sind die Chancen, den Anschluss zu bekommen.

Herr Klapper, Danke für das Gespräch.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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25. Juli 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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