Stellengesuch aufgeben: Schreiben, Inhalt, Muster

Stellengesuche sind Jobanzeigen oder Inserate von Bewerbern. Heißt: Sie bewerben sich nicht aktiv auf eine offene Stelle, sondern schalten selbst eine Kleinanzeige – in einem Printmedium oder online – und bieten dabei Ihre Arbeitskraft an. Jobgesuche eignen sich vor allem für die regionale Jobsuche. Aber auch generell für alle, die Arbeit suchen. Ein Stellengesuch aufgeben – ist das nicht altmodisch und überholt? Mitnichten! Die Inserate in eigener Sache funktionieren noch immer. Tipps, wie Sie ein Stellengesuch schreiben und was Sie bei Jobgesuchen beachten sollten…

Stellengesuch aufgeben: Schreiben, Inhalt, Muster

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Was ist ein Stellengesuch?

Stellengesuche sind Kleinanzeigen und eine Form der passiven Bewerbung. Darin bieten Arbeitnehmer auf Jobsuche ihre Arbeitskraft und Kompetenzen potenziellen Arbeitgebern an.

Stellengesuche funktionieren wie eine Initiativbewerbung oder Blindbewerbung. Machen aber weniger Arbeit. Ziel und Zweck eines Stellengesuchs ist, möglichst schnell eine neue Arbeitsstelle zu finden statt zahlreiche Bewerbungen zu schreiben.

Wo kostenlos ein Stellengesuch aufgeben?

Stellengesuche werden – klassisch – als Annonce oder Inserat in Zeitungen, Regional- und Fachzeitschriften aufgegeben. Bei der regionalen Jobsuche haben Sie damit die größten Jobchancen. Die Stellenmärkte dafür werden zunehmend auch von Online-Jobbörsen angeboten. Selbst bei Google finden sich die Gesuche – teils in Form von Adwords-Anzeigen.

Die einfachste Option, ein Stellengesuch aufzugeben, ist bei der Bundesagentur für Arbeit. In der Arbeitsagentur Jobbörse finden Sie nicht nur Stellenanzeigen, sondern auch Stellengesuche. Kostenlose Stellenanzeigen bieten zudem die Metasuchmaschine Indeed sowie eBay Kleinanzeigen an.

Zum Selbstmarketing eignen sich daneben Karrierenetzwerke wie Linkedin oder Xing. Ein kostenloses Profil, das von Google gefunden wird, können sich ebenso auf About.me anlegen, um auf sich aufmerksam zu machen.

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Stellengesuch schreiben: Tipps zum Inhalt

Um ein aussagekräftiges Stellengesuch aufzugeben, sollten Sie sich Zeit nehmen. Der Text ist kurz, sollte es aber faustdick zwischen den Zeilen haben. Wer Aufmerksamkeit und Neugier wecken will, sollte in seinem Stellengesuch wichtige Schlüsselbegriffe und Schlüsselqualifikationen nennen. Danach suchen Personaler – online noch gezielter als in Printmedien.

Hilfreich für Ihr Stellengesuch sind anfangs folgende Leitfragen:

  1. Was suche ich?
  2. Wer bin ich?
  3. Was biete ich?

TIPP: Schauen Sie sich zunächst andere Stellengesuche an: Welche finden Sie besonders ansprechend? Warum? Welcher Aufbau ist gelungen? Welche Formulierungen passen auch zu Ihnen? Notieren!

Wie schreibt man ein Stellengesuch?

Beim Schreiben eines Stellengesuchs hat sich die sogenannte „2e2a-Formel“ bewährt. Sie ist ein Akronym und sagt, dass die Eigenanzeige „ehrlich und einfach“ sowie „angemessen und ansprechend“ geschrieben werden sollte.


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Stellengesuch Aufbau: Tipps zum Anzeigentext

Ein Stellengesuch besteht im Wesentlichen aus drei Elementen:

Überschrift

Vergleichbar mit dem Betreff im Anschreiben vermitteln Sie in der Überschrift auf den ersten Blick, worum es geht. Sie muss kurz, prägnant und originell sein, nicht zu reißerisch. Keine Superlative! Beispiele:

  • „Leidenschaftlicher Texter sucht“
  • „Informatiker – Schwerpunkt PHP“
  • „Engagierte Rechtsanwaltsfachangestellte“
  • „Chaosbändigerin, 39J. sucht“

Anzeigentext

Hier geht es ins Detail: Schreiben Sie, was Sie suchen, welchen beruflichen Hintergrund Sie haben und welche relevanten Qualifikationen Sie bieten. Punkten können Sie auch mit Zusatzqualifikationen. Tabu sind alle Formulierungen, die verzweifelt wirken: „Dringend gesucht, kann jederzeit anfangen…“ Solche Formulierungen locken nur Firmen, die Ihre Notlage ausnutzen. Beispiele:

  • „Langjährige Erfahrungen im Bereich…“
  • „Biete fundierte Kenntnisse in…“
  • „zuverlässig, praxisorientiert und ortsungebunden“

Kontaktdaten

Am Ende stehen Ihre Kontaktdaten: eine Handynummer oder eMail-Adresse. Wer anonym bleiben will, gibt ein Chiffre-Stellengesuch auf. Das reduziert allerdings die Jobchancen und könnte unseriös aussehen. Beispiele:

  • „Tel.: 01234 – 567890“
  • „Zuschriften unter ABC0815 an diese Zeitung“
  • „Zuschriften an Chiffre C9876 an den Verlag“

TIPP: Vermeiden Sie im Stellengesuch Selbstverständlichkeiten. Dass Sie „pünktlich, engagiert, ehrlich, belastbar und zuverlässig“ sind, darf jeder erwarten. Nutzen Sie den kurzen Platz lieber für konkrete Interessen: „Freue mich auf interessante Aufgaben in…“ Das ist sogar etwas emotional. Geben Sie der Kleinanzeige überdies Struktur mit gezielten Fettungen und Absätzen. Das kostet zum Teil mehr, fällt aber auch mehr auf.

Stellengesuch Muster und Beispiele

Stellengesuch Muster Beispiel Vorlage Verkauferin

Stellengesuch Muster Beispiel Vorlage Projektmanager

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Kosten für ein Stellengesuch

Die Preise in Printmedien richten sich in der Regel nach der Größe der Kleinanzeige. Die wiederum sollte der angestrebten Position und Stelle entsprechen. Bei einem Stellengesuch als Aushilfe oder für einen Minijob kommen Sie meist mit wenigen Zeilen und ohne Extras aus. Wer dagegen eine gehobene Position als Fach- oder Führungskraft anstrebt, sollte mit 300 bis 800 Euro kalkulieren. Als Faustformel empfiehlt sich ein Preis zwischen 10 und 20 Prozent des monatlichen Bruttogehalts.

Überregionale Zeitungen und Fachmagazine verkaufen Anzeigen zu anderen Preisen als lokale Anzeigenblätter. Bei einer großen rheinischen Tageszeitung können Sie beispielsweise bei zwei Spalten (91,5 Millimeter Breite, 50 Millimeter Höhe) bereits für rund 108 Euro inklusive Chiffregebühr ein Stellengesuch in schwarz-weiß aufgeben.

Stellengesuch aufgeben: Wie Medien auswählen?

Nachdem Sie Ihren perfekten und professionellen Anzeigentext fertig haben, müssen Sie noch das passende Medium wählen. Hierbei sollten Sie sich in erster Linie an Ihrer Zielgruppe und Zielbranche orientieren. Das beste Stellengesuch nutzt nichts, wenn es den Adressaten nicht erreicht.

  • Regional oder überregional?
    Überlegen Sie sich vorab, welche Medien oder Plattformen Entscheider, Geschäftsführer und Personalverantwortliche in Ihren Wunschunternehmen lesen und nutzen. Wer beispielsweise eine Stelle im näheren Umfeld sucht, sollte den Schwerpunkt auf lokale und regionale Tageszeitungen legen.
  • Online oder offline?
    Printanzeigen muten mitunter verstaubt an. Sie werden aber nach wie vor gerne gelesen. Und die kostenlosen Anzeigenblättchen kommen in JEDEN Haushalt! Online wiederum haben Sie oft ein breiteres Publikum, dafür ein selten passgenaues. Wenn es Ihr Budget zulässt, können Sie das Stellengesuch sowohl im Printmedium wie online aufgeben.

Printmedien für Stellengesuche

Der Stellenmarkt in Tages- und Wochenzeitungen spielt immer noch eine große Rolle. Viele Lokalzeitungen haben mittwochs und samstags einen Zeitungsteil mit Stellenanzeigen beziehungsweise Stellengesuchen, wobei der Stellenmarkt am Wochenende deutlich größer ausfällt. Im Folgenden finden Sie zwei Listen mit geeigneten Printmedien – für die regionale oder überregionale Jobsuche.

Regionale Zeitungen für Stellengesuche

  • Berliner Morgenpost
  • Die Welt
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Freie Presse
  • Hannoversche Allgemeine
  • Kölner Stadtanzeiger
  • Rheinische Post
  • Stuttgarter Nachrichten
  • Süddeutsche Zeitung
  • Thüringer Allgemeine
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung
  • Westfälische Nachrichten

Überregional Zeitschriften für Stellengesuche

  • Bankmagazin (Banker, Wirtschaftswissenschaftler)
  • Die Zeit (Mediziner, Geisteswissenschaftler)
  • VDI-Nachrichten (Volkswirte, Betriebswirte)
  • Neue Juristische Wochenschrif, Juve Magazin (Juristen)
  • Der Handel (Handelsvertreter, Vertriebsprofis)
  • Werben und Verkaufen (Werbefachleute)
  • Textilwirtschaft (Mode- und Textilfachleute)

Online-Stellengesuch: Bewerberdatenbanken im Internet

In einer Bewerberdatenbank oder „Lebenslaufdatenbank“ (auch „Gesuchsdatenbank“) registrieren sich Jobsuchende, legen ein aussagekräftiges Bewerberprofil an oder laden Ihren Lebenslauf hoch. Arbeitgeber und Recruiter, die nach neuen Mitarbeitern suchen, loggen sich ein, bedienen sich aus diesem Pool und können passende Kandidaten direkt ansprechen (siehe: Active Sourcing). Bewerberdatenbanken sind damit eine moderne Alternative zum Stellengesuch.

Online-Gesuche punkten vor allem in Branchen und Berufen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht. Überdies erhalten Kandidaten darüber Zugang zum „verdeckten Stellenmarkt„. Der ist nahezu doppelt so groß wie der offizielle Arbeitsmarkt und umfasst rund 66% der zu besetzenden Positionen. Das Registrieren und Nutzen der Bewerberdatenbank ist für Kandidaten meistens kostenlos. Anbieter sind Jobbörsen wie Stepstone oder Monster sowie Jobsuchmaschinen wie Indeed.

Jobgesuche: Ergänzung, kein Ersatz!

Richtig, regional platziert verbessern Jobgesuche Ihre Chancen, einen Job zu finden. Sie sind aber nur eine Ergänzung in Ihrer Bewerbungsstrategie – kein Ersatz für klassische Bewerbungsunterlagen. Bei der Jobsuche sollten Sie auch weiterhin auf Jobbörsen und eine professionelle Bewerbung setzen. Je breiter Sie Ihre Jobsuche angehen, vielleicht auch mithilfe von Stellengesuchen, desto größer die Chancen.

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