Mitarbeitersuche: Wie Arbeitgeber (online) Talente jagen

Gar nicht so leicht, die Mitarbeitersuche. Insbesondere in Branchen, in denen akuter Fachkräftemangel herrscht oder saisonal wenig Mitarbeiter zu finden sind – in der Gastronomie etwa. Oder im Handwerk. Vor allem Arbeitgeber im Mittelstand und sogenannte Hidden Champions tun sich mit der Mitarbeitersuche schwer und finden kaum genügend Bewerber. Was tun? Wir zeigen zahlreiche Wege und moderne Methoden der Mitarbeitersuche – und was sie über die Kultur eines Arbeitgebers verraten…

Mitarbeitersuche: Wie Arbeitgeber (online) Talente jagen

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Wie komme ich an neue Mitarbeiter?

Ob Unternehmen im Mittelstand, Hidden Champion oder beliebtester Arbeitgeber Deutschlands: Die Mehrheit sucht neue Mitarbeiter nach wie vor in Online-Jobbörsen. Jeden Tag suchen dort 100.000de Talente nach offenen Stellen. Für die Mitarbeitersuche sind das nicht die schlechtesten Chancen.

Mitarbeitersuche Jobs + Stellenangebote

Natürlich ist das nicht der einzige Weg, relevante Kandidaten zu finden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Gerade die Digitalisierung hat Arbeitgebern viele neue Kanäle eröffnet, passende und vor allem mehr Bewerber zu bekommen.

Mitarbeitersuche Text: Beispiel Gastronomie

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Lesetipp: Stellenanzeige schreiben: Tipps für Ihre Stellenausschreibung

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Mitarbeitersuche klassisch: Wie bekomme ich Bewerber?

Zunächst eine Übersicht der klassischen Wege und Kanäle für die Mitarbeitersuche. Hier werden Arbeitgeber nach wie vor fündig:

1. Stellenanzeigen

Sowohl in Jobbörsen im Internet als auch in Zeitungen finden Arbeitgeber potenzielle Bewerber. Vor allem die überregionalen Zeitungen enthalten am Wochenende einen großen Stellenmarkt. Aber auch Fachzeitschriften und lokale Anzeigenblätter informieren über freie Stellen und Jobangebote. Wer Mitarbeiter sucht, sollt ebenso die Stellengesuche dort lesen!

2. Arbeitsamt

Die Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise die Jobcenter sind einer der größten Arbeitsvermittler in Deutschland. Die Arbeitsagentur betreibt zudem eine eigene Jobbörse. Für Arbeitgeber ist vor allem die Bewerberdatenbank der Arbeitsagentur interessant. Wer arbeitssuchend ist, kann dort seinen Lebenslauf hinterlegen und über das Profil gefunden werden.

3. Zeitarbeitsfirmen

Auch Zeitarbeitsfirmen helfen bei der (kurzfristigen) Vermittlung von Arbeitnehmern. Zeitarbeit ist nicht nur eine Chance für Jobsuchende, in verschiedene Jobs und Branchen hinein zu schnuppern. Es gibt auch den sogenannten Klebeeffekt: Wer sich bewährt, wird übernommen. Damit wird Zeitarbeit für Arbeitgeber zum Recruitinginstrument – mit unverbindlicher Probezeit und Probearbeit. Sie kaufen danach nicht die Katze im Sack.

4. Personalvermittler

Ob Personalberatung oder Headhunter – die professionellen Dienstleister und Personalvermittler unterstützen Arbeitgeber traditionell bei der Mitarbeitersuche. Ihr Vorteil liegt vor allem in der Branchenspezialisierung und der zielgenauen Suche. Bei klassischen Stellenanzeigen bekommen Arbeitgeber oft viele unpassende Bewerber. Der Personaldienstleister hat ein klares Anforderungsprofil und sucht entsprechend genau nach passenden Fach- und Führungskräften und trifft eine Erstauswahl.

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Mitarbeitersuche modern: Online zu mehr Bewerbern

Zu den Klassikern gesellen sich jüngst viele neue und moderne Methoden der Mitarbeitersuche. Vor allem wenn Sie akut unter Fachkräftemangel leiden, sollten Sie ein paar davon ausprobieren.

5. Karriereseiten

Viele Arbeitgeber betreiben inzwischen auf der eigenen Homepage oder in Sozialen Netzwerken eine eigene Karriereseite. Die muss nicht mal auffällig sein. Auch einfache Karriereseiten funktionieren, wenn sie wichtige Informationen für Bewerber enthalten: Anforderungen und Ablauf des Bewerbungsprozesses, Beschreibung der Firmenkultur, Karriereperspektiven – und natürlich eine aktuelle Jobbörse. Wer dazu noch ein Blog mit Kommentarfunktion packt, kann zusätzlich Bewerberfragen beantworten und auf sich aufmerksam machen (siehe: Employer Branding).

6. Active Sourcing

Beim Active Sourcing suchen Unternehmen gezielt nach neuen Mitarbeitern und warten nicht darauf, dass die sich bei ihnen bewerben. Die aktive Suche funktioniert meist über die Karrierenetzwerke Linkedin und Xing. Die bieten hierfür auch spezielle Recruiting-Tools. Zur Mitarbeitersuche sollten sie aber ebenso Twitter, Instagram oder Youtube nutzen. Auch hier lassen sich Fachkräfte oder –experten identifizieren (siehe auch: Social Recruiting).

7. Reverse Recruiting

Nutzen Sie zur Mitarbeitersuche verstärkt Bewerberdatenbanken (z.B. auf Indeed). Beim sogenannten Reverse Recruiting hinterlegen Wechselwillige ihr Profil plus Informationen zu ihnen und ihren Karrierewünschen. Arbeitgeber wiederum können die Profile durchsuchen und die vielversprechendsten Kandidaten für den Job auswählen. Der Clou: Hier bewerben sich Arbeitgeber bei den Arbeitnehmern in spe.

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Guerilla Mitarbeitersuche: Ungewöhnliche Wege zu gutem Personal

8. Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Persönliche Netzwerke und Vitamin B sind immer noch der beste Weg zum Job. Zumal der verdeckte Stellenmarkt gut doppelt so groß ist wie der offizielle. Fragen Sie also Ihre eigenen Mitarbeiter, ob die jemanden kennen, der jemanden kennt… Zahlreiche Arbeitgeber zahlen für die Mitarbeiterempfehlungen Prämien. Oft ein starker Anreiz, Freunde anzuwerben.

9. Jobmessen + Barcamps

Sie heißen Firmenkontaktmesse, Recruitingmesse oder simpel: Jobmesse. Hier können sich Arbeitgeber vorstellen und ihre Jobangebote präsentieren. Wie auf einem Marktplatz – nur für Jobs. Teils sind die Bewerbermessen auf Branchen oder Zielgruppen fokussiert. Etwa auf Hochschulabsolventen oder Ingenieure. Alternativen dazu sind Barcamps oder Hackathons. Weil diese Konferenzen immer ein Oberthema haben, finden Sie dort oft richtig gute Spezialisten.

10. Campus-Recruiting

Kandidaten ansprechen, bevor sie vom Markt sind. Das ist das Ziel von Campus-Recruiting und Hochschulmarketing. Dabei werben Arbeitgeber für sich direkt an der Uni – mit Plakaten, Flyern, Magazinen oder Vorstellungsevents und -seminaren. Bei Studenten sind die Infoabende beliebt. Dabei kommt es zwar selten zu einer Einstellung. Aber die Studenten haben das Unternehmen schon mal auf dem Radar oder bewerben sich später als Werkstudent.

11. Anzeigen an ungewöhnlichen Orten

Bei dieser Art der Mitarbeitersuche ist Fantasie gefragt. Die Personalabteilung sollte sich genau überlegen, wo sich ihre Zielgruppe gerne und häufig aufhält. In Bussen, an Haltestellen, in bestimmten Clubs oder auf Konzerten. Dort können sie nicht nur mit Plakaten für sich werben. Oft direkter und nachhaltiger wirkt ein geschultes Recruiter-Team mit einheitlichen T-Shirts, das Fragen beantwortet oder kleine Geschenke (z.B. USB-Sticks mit Infos) verteilt.

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