Mitarbeitersuche: So finden Unternehmen neue Mitarbeiter

Die Mitarbeitersuche wird für Unternehmen immer schwieriger. Gerade in den sogenannten MINT-Fächern und naturwissenschaftlich-technischen Berufen finden sich kaum noch genügend Bewerber. Eine innovative Mitarbeitersuche, die nicht nach Schema F funktioniert, ist angesagt. Auf der anderen Seite sagt die Art und Weise der Suche dem Bewerber etwas über das Unternehmen aus und kann ihm dabei helfen, schon vor der Bewerbung etwas über seinen potentiellen Arbeitgeber zu erfahren…

Mitarbeitersuche: So finden Unternehmen neue Mitarbeiter

Mit diesen Methoden suchen Unternehmen neue Mitarbeiter

Wie Unternehmen auf Mitarbeitersuche gehen, verrät etwas über ihre Unternehmensphilosophie. Firmen, die ausschließlich Stellenanzeigen in Zeitungen schalten, werden auch sonst nicht viel mit der Digitalisierung am Hut haben. Umkehrt darf man davon ausgehen, dass bei einer Stellenanzeige in den Sozialen Medien die Firma eher Internet affin ist.

Mit anderen Worten: Wo Sie als Mitarbeiter nach ihrem neuen Arbeitgeber suchen, ist eine wichtige Entscheidung. Wer als Mitarbeiter weiß, wie und vor allem auch wo Unternehmen nach neuen Angestellten suchen, kann sich dementsprechend positionieren. Unsere Übersicht:

Die klassischen Wege der Mitarbeitersuche

Einige Wege sind schon seit vielen Jahren erfolgsvorsprechend, wenn Unternehmen auf Mitarbeitersuche sind. Daher werden sie von Firmen immer noch gerne eingesetzt. Einige beschränken sich allein auf die Klassiker, andere nutzen sie als Ergänzung zu neueren Methoden.

  • Stellenanzeige in Zeitungen

    In Zeitungen kann ein ganz bestimmtes Klientel erreicht werden. Wer gezielt nach Fachkräften sucht, wird in den entsprechenden Branchenzeitungen inserieren.

    Für Bewerber bedeutet das, sich auch bei überregionalen Fachzeitschriften über neue Angebote zu informieren.

  • Agentur für Arbeit

    Auch mit der Hilfe des Arbeitsamtes suchen Unternehmen nach neuen Mitarbeitern. Bewerber sollten daher auch hier einen Lebenslauf hinterlegen und das Profil pflegen.

    Mitarbeiter, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben, müssen sich ohnehin drei Monate vor dem Endtermin beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden. Mitarbeiter in ungekündigter Stellung können das Jobportal des Arbeitsamtes als kostenlose Werbung für sich nutzen.

  • Zeitarbeitsunternehmen

    Auch der Weg über einen Personaldienstleister kann zu einem neuen Unternehmen führen. Im Bereich der einfach qualifizierten Arbeitskräfte nutzen Unternehmen häufig die Vorteile, die ihnen die Zeitarbeit bietet.

    Der Mitarbeiter wird zwar in ihrem Unternehmen eingesetzt, bleibt aber Mitarbeiter des Personaldienstleisters. So können sie sich ganz unverbindlich einen Eindruck von der Arbeitsweise und davon machen, ob er oder sie ins Unternehmen und zur restlichen Belegschaft passen könnte.

    Sollte das so sein, kann der Mitarbeiter bei den meisten Zeitarbeitsunternehmen in den Betrieb übernommen werden. In der Regel wird dabei eine Art Ablösesumme fällig.

    Für einige Arbeitskräfte kann so die Mitarbeitersuche über einen Personaldienstleister erfolgsvorsprechend sein.

  • Headhunter oder Personalvermittler

    Auch bei dieser Art der Mitarbeitersuche nutzen die Unternehmen einen externen Dienstleister. In der Regel suchen Headhunter und Personalvermittler oder -berater auf Aufforderung. Das bedeutet, dass der suchende Arbeitgeber einen Auftrag zur Suche vergeben muss.

    Das bedeutet aber nicht, dass wechselwillige oder arbeitssuchende Arbeitnehmer sich nicht initiativ bei einem Headhunter bewerben könnten. Die meisten Personalberater sind sehr glücklich, wenn sich gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte bei ihnen melden, die sie in ihren Bewerberpool aufnehmen können.

    Meldet sich ein Unternehmen mit einem konkreten Bedarf, hat der Headhunter das Profil schon parat. Kontakt zu Headhuntern oder einem Personalberater können Sie über die professionellen Netzwerke wie Xing oder Linkedin oder direkt über die Personalberatung aufnehmen.

Die neueren Wege der Mitarbeitersuche

Neben den Klassikern probieren Unternehmen verstärkt neue Wege der Mitarbeitersuche, um dem Fachkräftemangel etwas entgegen zu setzen. Zu den neuen Wegen, die Unternehmen dabei gehen, gehören:

  • Mitarbeiter werben Mitarbeiter

    Der Weg über das klassische Vitamin B. Arbeitnehmer, die bei einem bestimmten Unternehmen arbeiten möchten, sollten ihre Kontakte genau durchstöbern. Vielleicht findet sich jemand, der bei dem gewünschten Arbeitgeber beschäftigt ist?

    Es muss übrigens auch kein direkter Kontakt sein. Glaubt man dem Kleine-Welt-Phänomen, das auch als Jeder-kennt-jeden-Gesetz bekannt ist, ist jeder Mensch über sechs Ecken (also Kontakte) mit jedem anderen auf dem Erdball bekannt.

    Für Menschen auf Jobsuche gilt daher: Die persönlichen und professionellen Netzwerke pflegen.

  • Homepage

    Zugegeben, eine eigene Homepage haben mittlerweile schon ziemlich viele Betriebe. Trotzdem gibt es immer noch einige, die sich hartnäckig dagegen wehren. Für alle übrigen Unternehmen gehört es zur Mitarbeitersuche ganz selbstverständlich dazu, dass die Stellenanzeigen auch auf der eigenen Webseite geschaltet wird.

    Wie viele Mitarbeiter dadurch erreicht werden, ist ganz unterschiedlich. Große Konzerne und beliebte Arbeitgeber haben Job-Seiten, die sehr gut frequentiert sind. Kleinere und eher unbekannte Firmen dagegen werden mit ihrer Anzeige keinen großen Leserkreis erreichen.

    Das muss aber nicht schlecht sein: Mitarbeiter, die gezielt auf der Seite eines eher unbekannten Arbeitgebers nach einem Job suchen, bekunden dadurch großes Interesse an der Firma als Arbeitgeber – und genau das können die Bewerber im Anschreiben oder Vorstellungsgespräch für sich nutzen.

    Wer schlüssig darlegen kann, dass die Suche auf der Firmenhomepage eben kein Zufall, sondern volle Absicht war, zeigt dem Arbeitgeber dadurch seine Motivation für seine Firma arbeiten zu wollen.

  • Online-Portale

    Online-Portale und Jobbörsen sind das, was früher einmal die Stellenanzeige in einer großen Tageszeitung war. Damit erreicht der Arbeitgeber einen großen Leserkreis.

    Bewerber profitieren bei dieser Art der Mitarbeitersuche von dem meist einfachen Bewerbungsprozess. In der Regel können die Bewerbungsunterlagen online eingereicht werden. Wer sich eine gute Vorlage gemacht hat, muss nur noch das Anschreiben auf den jeweiligen Arbeitgeber anpassen. Das spart Zeit und Geld und eröffnet die Möglichkeit, viele potentielle Arbeitgeber mit den eigenen Unterlagen zu versorgen.

  • Active Sourcing

    Beim Active Sourcing suchen Unternehmen ganz gezielt nach Mitarbeitern und warten nicht darauf, dass sie sich bei ihnen bewerben. Die Suche funktioniert häufig zunächst über die Business Netzwerke Xing und Linkedin.

    Daher gilt auch für das Active Sourcing unter Tipp, dass die Profile in den Sozialen Medien gepflegt und ständig auf dem neusten Stand gehalten werden sollten. Ein Post hin und wieder in den entsprechenden Gruppen schadet sicherlich auch nicht, um Personaler auf sich aufmerksam zu machen.

  • Soziale Netzwerke

    Soziale Netzwerke werden auch anders herum genutzt: Entweder Arbeitgeber verkaufen sich dort in bestimmten Gruppen und machen so auf sich aufmerksam, oder sie schalten direkt Stellenanzeigen.

    Dazu gehören auch die Sozialen Medien, die sich nicht nur auf berufliche Kontakte beschränken. Bei Facebook findet man mittlerweile in entsprechenden Gruppen Stelleninserate von Unternehmen. All diejenigen, die ihre Stellensuche nicht so offensichtlich machen wollen oder die aktuell nicht auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind, nutzen die Chance, ihr Unternehmen zu präsentieren.

  • Messen und Hackathons

    Diese Art der Mitarbeitersuche ist etwas für Unternehmen, die junge Bewerber und Hochschulabsolventen einstellen möchten.

    Auf einer Messe können sie ihre Firma mit einem Stand präsentieren. Interessenten können hier direkt den Kontakt zum Arbeitgeber knüpfen und wichtige Informationen bekommen:

    Welche Mitarbeiter werden in Zukunft gesucht? Worauf sollen sie achten und welche Art der Bewerbung ist den Personalern am liebsten?

    Können einige der Fragen sein, die sie dort stellen können.

    Bei Hackathons finden sich eher Programmierer und andere Menschen, die sich für Software-Entwicklung interessieren. Was früher lediglich ein internes Event für die Szene war, ist mittlerweile zu einer Art Schaulaufen für Bewerber geworden. Denn die Unternehmen haben die Hackathons für sich entdeckt.

    IT-affine Bewerber sollten daher bei einem derartigen Event auf einen Recruiter gefasst sein und sich vorbereiten. Eine Visitenkarte ist Pflicht, wenn Sie die Jobsuche mit einem Hackathon verbinden möchten.

  • Campus-Recruiting

    Campus-Recruiting und Hochschulmarketing sind beliebte Möglichkeiten, Studenten auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Unternehmen wählen dabei verschiedene Methoden: Flyer, Plakate oder auch spezielle Magazine sollen das Interesse der jungen Studenten wecken.

    Daneben sind Jobmessen oder Social Media beliebte Kanäle. Für Studenten bedeutet das, stets die Augen offen zu halten, ob sich während des Studiums ein interessanter Arbeitgeber findet. Es spricht nichts dagegen, frühzeitig den Kontakt zu knüpfen und sich für eine spätere Einstellung zu empfehlen.

  • Anzeigen an ungewöhnlichen Orten

    Bei dieser Art der Mitarbeitersuche ist der Fantasie der Personalabteilung in den Unternehmen keine Grenzen gesetzt. Denkbar sind zum Beispiel Aufdrucke auf T-Shirts oder Anzeigen auf Bussen oder in der Gastronomie.

  • Reverse Recruiting

    Nicht mehr der Bewerber bewirbt sich beim Unternehmen, sondern umgekehrt: Das Unternehmen preist sich und seine Vorteile an.

    Auf speziellen Reverse Recruiting Portalen können Wechselwillige ihr Profil hinterlegen und weitere Informationen zu ihnen und ihren Karrierewünschen hinterlassen.

    Die Unternehmen klicken sich durch die Profile und suchen sich die vielversprechendsten Kandidaten für den Job ist. Der Clou: Sie melden sich dann bei dem Bewerber.

[Bildnachweis: Elnur by Shutterstock.com]
19. Januar 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.


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