Jobangebote beurteilen: Worauf Sie achten sollten
Ein Jobangebot ist das Happy End zu jeder Bewerbungsphase und Jobsuche. Die Strapazen und der Stress gehören der Vergangenheit an und was bleibt ist die Freude, einen Personaler und das Unternehmen überzeugt zu haben. Vor lauter Entzücken sollte jedoch nicht vergessen werden, das Jobangebot zu beurteilen. Ihre gute Laune und positive Stimmung in allen Ehren, aber ein Jobangebot hat schon so manchen dazu verleitet, unüberlegt zu handeln. Spätestens nach einigen Monaten kommt dann die Erkenntnis wie ein Schlag ins Gesicht und ehe man sich versieht hat sich die Zufriedenheit in Luft aufgelöst. Warum Jobangebote zu selten reflektiert werden und worauf Sie achten sollten, wenn Sie das Angebot eines Arbeitgebers beurteilen...

Jobangebote beurteilen: Keine blinden Zusagen machen

Flattert ein Jobangebot ins Haus - egal ob schriftlich oder telefonisch - können es viele Bewerber gar nicht abwarten und sagen sofort zu. Sie wähnen sich am Ziel und wollen so schnell wie möglich den Arbeitsvertrag unterschreiben, um endgültige (Job-)Sicherheit zu schaffen.

Aber ist das auch eine gute Entscheidung?

Kann sein, muss aber nicht. Tatsächlich sollten Sie auch im vermeintlichen Erfolgsfall einer Bewerbung nie vorschnell handeln. Das Jobangebot führt sonst zu einer blinden Zusage, die Sie vielleicht später bereuen könnten. In der Regel geben hierbei zwei Gründe den Auslöser:

  • Die Erleichterung

    Bewerber sehen sich oft einem enormen Druck ausgesetzt - sowohl vom Umfeld, als auch vor sich selbst. Kommt dann die erlösende Nachricht in Form einer Jobzusage, wird oft überstürzt gehandelt.

  • Der Zeitdruck

    Wer aus der Beschäftigung heraus in die Arbeitslosigkeit gerät, kann auch finanziell in Schwierigkeiten geraten. Um dies zu verhindern, sehen sich viele Arbeitsuchende gedrängt, so schnell wie möglich den nächstbesten Job anzunehmen.

Ein Jobangebot ist aber eben nur das - ein Angebot, das man prüfen sollte wie jedes andere auch.

Vielleicht sogar noch intensiver, schließlich werden Sie im besten Fall die nächsten Jahre bei diesem Arbeitgeber verbringen, viel Zeit und Energie investieren und mit Ihrer Arbeit und Leistung zum Erfolg beitragen.

Soll heißen: Ein Jobangebot ist erst dann eine Chance und ein Karriereschritt, wenn die Rahmenbedingungen zu Ihren Plänen passen.

Jobangebot beurteilen: Diese Dinge sollten Sie beachten

Das Recht auf eine Beurteilung der Zusammenarbeit ist eben nicht einseitig. Unternehmen überlegen sich genau, welche Kandidaten eingeladen werden, wer eine Chance auf die Stelle verdient und wer diese am Ende wirklich erhält.

Arbeitnehmer und Bewerber sind in diesem Zusammenhang aber keine Bittsteller. Arbeitgeber dürfen ebenso auf dem Prüfstand gestellt werden. Wenn Sie also ein Jobangebot erhalten, sollten Sie sich zunächst einige Fragen stellen, bevor Sie zusagen:

  1. Ist das wirklich der Job, den Sie sich wünschen?

    Je länger die Jobsuche dauert, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass man den Radius der Suche erweitert und sich auch auf Stellen bewirbt, die nicht mehr zu 100 Prozent den eigenen Vorstellungen entsprechen. Getrieben vom Wunsch, endlich eine Anstellung zu finden, werden Kompromisse eingegangen und die Anforderungen heruntergeschraubt. Fragen Sie sich deshalb ehrlich, ob das Jobangebot überhaupt noch jene Aussichten und Positionen bietet, die Sie in den nächsten Jahren weiterbringen. Oder ist es am Ende eine gefährliche Sackgasse?

  2. Was sagt Ihnen Ihr Gefühl über die Stelle?

    Manchmal hat man einfach so ein ungutes Bauchgefühl, dass einen zur Vorsicht mahnt. Nicht selten gehen wir leichtfertig darüber hinweg, tun es als Aufregung ab oder blenden es aus, weil es das Leben gerade kompliziert macht. Hören Sie trotzdem darauf! Ihr Bauch hat öfter Recht, als Sie glauben. Selbst wenn Vieles für den Job spricht, hat Ihr Unterbewusstsein vielleicht etwas bemerkt, das Ihnen bisher entgangen ist. Horchen Sie deshalb genau in sich hinein und finden Sie heraus, was das ungute Gefühl auslöst.

  3. Welche Faktoren spielen eine Rolle?

    Die Entscheidung für oder gegen einen Job hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Schließlich ist es ein großer Schritt, der gut überlegt werden will. Neben dem Gehalt, das durchaus wesentlich ist, spielen auch das Betriebsklima, die Aufstiegschancen oder der Chef eine Rolle. Aber nicht nur der Job selbst, sondern auch die persönliche Situation sollte bedacht werden: Ist für den Job ein Umzug in eine andere Stadt erforderlich? Ist das Leben dort womöglich teurer, sodass das Realeinkommen de facto sinkt? Bewerten Sie den Job ebenso langfristig: Welche Optionen schafft Ihnen die Position in fünf Jahren, in zehn Jahren...?

Das Gehalt ist eben nur ein Faktor von vielen. Viel wichtiger ist oft die Bewertung der Stelle aufgrund der eigenen Entwicklungsperspektiven. Manchem hilft dabei schon die sogenannte 10-10-10-Analyse:

10-10-10-Analyse

[Bildnachweis: Ditty_about_summer by Shutterstock.com]

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