Jobwechsel im Lebenslauf: Wie viele sind ok?

Für häufige Jobwechsel im Lebenslauf gibt es viele Gründe: Unzufriedenheit, die Möglichkeit aufzusteigen oder im schlimmsten Fall eine Kündigung. Doch zu häufiges Jobhopping verträgt der CV nur schlecht. Denn das wirkt unstet und Personalern drängt sich die Frage auf: Lohnt es sich, die Person kennenzulernen? Ist sie zuverlässig genug? Um einen solchen Imageschaden zu vermeiden, sollte jeder Stellenwechsel gut abgewogen sein…

Jobwechsel im Lebenslauf: Wie viele sind ok?

Jobwechsel im Lebenslauf: Gibt es dafür eine Faustregel?

Mindestens drei Jahre sollte es ein Arbeitnehmer in einem Unternehmen aushalten – so jedenfalls legt es eine gängige Faustregel nahe, die in Bewerberforen, Ratgebern und Blogs kursiert. Und es stimmt auch: In der Regel benötigt man ein Jahr, um sich einzuarbeiten, ein Jahr um eigene Projekte anzustoßen und ein weiteres Jahr um es auch zu nachhaltigem Erfolg zu führen und Spuren im Unternehmen zu hinterlassen.

Doch keine Regel ohne Ausnahme. Und so ist auch die vermeintliche Weisheit, dass – umgekehrt – ein Wechsel nach Jahr Nummer drei wie ein Turbo für den Aufstieg wirkt, mit Vorsicht zu genießen. Der Blick auf die Lebensläufe der Dax-Vorstände zeigt: Beständigkeit ist alles andere als ein Karrierehindernis. Etwa die Hälfte der Unternehmenslenker hat eine klassische Hauskarriere gemacht und blieb ein Leben lang dem gleichen Konzern treu.

Häufige Jobwechsel alle drei bis fünf Jahre verraten also weder den Aufsteiger, noch machen sie die Betroffenen dazu. Generell lässt sich sagen, ein Jobwechsel alle fünf bis 10 Jahre schadet aber niemandem.

Eher ist es anders herum: So sehen sich eher jene Kandidaten kritischen Fragen gegenüber, die ihre Karriereplanung allzu sprunghaft vorantreiben. Sie müssen Antworten finden auf Bemerkungen wie: Warum denn schon wieder? Warum so oft?

Berufsanfänger genießen eine Schonfrist

Besonders Berufseinsteiger genießen in den ersten Jahren ihrer Karriere allerdings eine gewisse Schonfrist: Der eine oder andere Wechsel des Arbeitgebers nach dem Hochschul- oder Ausbildungsabschluss ist durchaus üblich und gehört zur Berufsorientierung dazu. Dennoch sollte der Bewerber die Entscheidung im Lebenslauf in jedem Fall plausibel begründen können.

So zum Beispiel:

  • Der Kandidat hat durch den Wechsel seine inhaltliche Ausrichtung korrigiert. Im Lebenslauf könnte das durch das Stichwort Schwerpunktwechsel markiert werden.
  • Der Hochschulabsolvent hat nacheinander mehrere befristete Stellen angenommen. Dann sollte im CV auch das Wort Befristung auftauchen.

Schwieriger wird eine Erklärung erst, wenn ein erfahrener Arbeitnehmer zum wiederholten Male nach kurzer Zeit den Arbeitgeber gewechselt hat. Hier kommt schnell der Verdacht auf, dass der Bewerber ein reichlich unzuverlässiger Zeitgenosse ist. Dagegen müssen die Betroffenen aktiv anschreiben und im Jobinterview argumentieren.

Jobwechsel lassen sich manchmal nicht vermeiden

Ollyy/shuitterstock.comManchmal sind kurzfristige Jobwechsel jedoch unvermeidbar und unverschuldet. Denn gerade in wirtschaftlich instabilen Zeiten kann es in den betroffenen Branchen innerhalb kurzer Zeit zu mehren Kündigungen kommen – aus betriebsbedingten Gründen.

Auch in diesem Fall haben Kandidaten nicht viel zu befürchten. Schließlich wissen auch Personaler um die aktuelle Konjunkturlage in der jeweiligen Branche.

Und meist gibt es ja dann auch positive Indizien in den Bewerbungsunterlagen: Wenn zum Beispiel die Abschlusszeugnisse ein konsistentes Bild von dem Kandidaten zeichnen und er das Unternehmen mit einer guten Bewertung verlassen hat, ist alles gut. Wichtig sind dann auch Formulierungen, dass der Kandidat aus betrieblichen Gründen ausscheidet und das Unternehmen den Weggang bedauert und ihm für die Zukunft weiterhin alles Gute wünscht.

Auch wenn der Anlass wenig erfreulich ist, eines sollten Sie nie tun: schmutzige Wäsche über den bisherigen Chef waschen. Das fällt immer auf den Bewerber zurück und rückt ihn in ein zweifelhaftes Licht.

Zeichnen Sie stattdessen ein möglichst positives Bild von sich und dem Jobwechsel:

  • In Bewerbungsgesprächen sollte der Wunsch nach einem anderen Job daher als Vorteil für die eigene Situation und Karriere verkauft werden.
  • Es sollte deutlich werden, dass sich der Kandidat gezielt und aus guten Gründen auf die Stelle beworben hat. Zum Beispiel: Der neue Arbeitgeber bietet genau die Möglichkeiten, Arbeitsmittel und -methoden, die bislang fehlten.
  • Zudem sollten Bewerber ihren mitgebrachten Mehrwerte herausarbeiten: Wie und durch welche Erfahrungen kann das neue Unternehmen von Ihnen profitieren? Wichtig hierfür ist, sich vorab gründlich über den neuen Arbeitgeber und die Position zu informieren und mit dem entsprechenden Wissen zu punkten.
[Bildnachweis: joingate, Ollyy by Shutterstock.com]
15. Juni 2015 Autor: Sonja Dietz

Sonja Dietz arbeitet als freiberufliche Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich HR-Management. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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