Stellenwechsel Beweggründe: Kluge Erklärungen im Bewerbungsgespräch

Wenn Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben oder selbst die Kündigung bei Ihrem letzten Arbeitgeber eingereicht haben, können Sie mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Personaler Sie nach Ihren Beweggründen für den Stellenwechsel fragen werden. Schließlich möchte ein neues Unternehmen Ihre Motivation für den Wechsel kennen und sich ein Bild davon machen können, ob Sie an neuer Wirkungsstätte wirklich Ihr Bestes geben und vollends hinter der Entscheidung zum Stellenwechsel stehen. Allerdings sollten Sie sich genau überlegen, welche Beweggründe Sie für Ihren Stellenwechsel nennen. Kluge und nachvollziehbare Erklärungen können ein Pluspunkt sein, Sie können sich im Bewerbungsgespräch aber auch selbst schaden, wenn Sie das falsche sagen…

Stellenwechsel Beweggründe: Kluge Erklärungen im Bewerbungsgespräch

Stellenwechsel Beweggründe: Darum sind sie so wichtig

Man könnte meinen, dass es einem neuen Arbeitgeber ziemlich egal sein könnte, warum Sie den Job wechseln. Sie haben die Entscheidung für sich getroffen und im Grunde geht es den Personaler und einen möglichen neuen Chef ja auch gar nichts an, welche Beweggründe hinter Ihrem Stellenwechsel stehen. Das mag zwar grundsätzlich stimmen und natürlich sind Sie auch nicht verpflichtet, darauf einzugehen, doch Ihre Chancen auf den neuen Job könnten darunter leiden.

Fast jeder Personaler wird Sie fragen, warum Sie sich zu einem Stellenwechsel entschieden haben – und natürlich auch, warum Sie sich genau bei diesem Arbeitgeber bewerben. Dahinter steht ein simpler Grund: Bei der Personalauswahl wird nicht nur nach einem qualifizierten Mitarbeiter gesucht, der die nötigen Fähigkeiten mitbringt. Auch die Motivation spielt eine große Rolle.

Personaler wollen einen neuen Angestellten finden, der sich wirklich einbringt, der mit Leidenschaft und Engagement bei der Arbeit ist und vor allem langfristig zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Und genau dafür sind die Beweggründe Ihres Stellenwechsels ein wichtiger Faktor.

Dabei geht es um die sogenannte Hin-zu-Motivation im Gegensatz zur Weg-von-Motivation. Ihre Beweggründe sollten also sein, dass Sie zu Ihrem neuen Arbeitgeber hinwollen – und nicht dass Sie einfach nur um jeden Preis die alte Arbeitsstätte verlassen wollen.

Wer aus den falschen Beweggründen einen Stellenwechsel anstrebt, ist im Anschluss oft weniger loyal, sucht sich vielleicht schon nach kurzer Zeit wieder einen neuen Arbeitgeber und bringt auch nicht so anhaltend gute Leistungen. Das wissen auch Personaler und haben daher ein gesteigertes Interesse daran, die Motive hinter Ihrem Stellenwechsel genauer zu verstehen.

Stellenwechsel Beweggründe: So bitte nicht!

Stellenwechsel Beweggründe begründen Jobwechsel Gründe Bewerbungsgespräch MotivationIn Bewerbungsgesprächen bekommen Personalverantwortliche die unterschiedlichsten Beweggründe serviert, die den Stellenwechsel eines Kandidaten rechtfertigen und erklären sollen. Leider längst nicht immer zum Vorteil des Bewerbers, denn so mancher verpasst seinen Chancen auf die Stelle damit einen gehörigen Dämpfer.

Der häufigste aber gleichzeitig auch größte Fehler ist es, seinen Frust über den ehemaligen Arbeitgeber als Beweggrund zu nennen und sich dabei negativ über das vergangene Arbeitsverhältnis zu äußern. Dabei ist es egal, ob Sie einen guten Grund haben, sich über den Ex-Chef oder die Kollegen im alten Job aufzuregen. Mit Ihren Beweggründen für den Stellenwechsel, die Sie im Bewerbungsgespräch kommunizieren, sollte dies nichts zu tun haben.

Mit diesem Fehler schaden Sie sich gleich mehrfach selbst. Zum einen zeigen Sie die oben bereits angesprochene Weg-von-Motivation. Der Personaler glaubt also nicht, dass Sie wirklich an der neuen Stelle interessiert sind, sondern nur irgendeinen Job annehmen wollen. Außerdem muss befürchtet werden, dass Sie auch über diesen Arbeitgeber schlecht reden, wenn sich die beruflichen Wege einmal trennen sollten, was dem Arbeitgeber-Image schaden könnte und deshalb von vornherein vermieden wird.

Vorsichtig sollten Sie außerdem sein, wenn Sie finanzielle Beweggründe für einen Stellenwechsel haben. Zwar spielt eine bessere Bezahlung oftmals eine Rolle, doch spricht es nicht gerade für Ihre Motivation, wenn Sie nur wegen eines höheren Gehalts den Job wechseln. Vielmehr bleibt die Sorge, dass Sie gleich wieder kündigen, wenn woanders mehr Geld zu verdienen ist.

Gute Beweggründe für einen Stellenwechsel im Bewerbungsgespräch

Keine Antwort ist keine wirkliche Option, ebenso ist Vorsicht geboten, um nicht die falschen Beweggründe zu nennen und sich damit selbst ins Aus zu schießen. Eine knifflige Situation, doch welche Gründe für einen Stellenwechsel sind plausibel und zeigen, dass Sie die richtige Motivation für den neuen Job mitbringen?

Als Antwort auf die schwierige Frage nach Ihren Wechselgründen haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Eine bei vielen Bewerbern beliebte Variante sind erprobte Beweggründe, die schon ausreichend getestet wurden und gezeigt haben, dass sie Personaler überzeugen können. Der bekannteste Klassiker ist dabei wahrscheinlich der Beweggrund Ich suche neue Herausforderungen und möchte mich weiterentwickeln…

Ein denkbarer Nachteil solch bekannter Beweggründe ist jedoch, dass sie von Personalern als ausgelutschte Phrasen betrachtet werden können. Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen solchen zu nutzen, müssen Sie diesen daher unbedingt auf Ihre Situation beziehen. Nur so können Sie glaubhaft vermitteln, dass dies wirklich der Grund für Ihren Stellenwechsel ist und Sie nicht nur mit Worthülsen um sich schmeißen, die keinen Inhalt haben.

Um in jedem Fall glaubwürdig zu sein, sollten Sie sich möglichst nah an den tatsächlichen Beweggründen orientieren – auch wenn Sie diese nicht immer offen sagen können. Schauen Sie sich dafür an, wo die größten Unterschiede zwischen altem Job und neuem Arbeitgeber liegen. Oder anders formuliert: Was wird beim neuen Unternehmen besser gemacht, weshalb Sie dort arbeiten wollen?

Konzentrieren Sie sich darauf, diese Beweggründe für den Stellenwechsel zu nennen. Ein Beispiel: Wenn Sie einen neuen Job suchen, weil Ihr alter Arbeitgeber nur auf der Stelle getreten ist, während die Konkurrenz mit neuen Ideen und innovativen Konzepten vorbeigezogen ist, können Sie dies als Motiv für Ihren Wechsel anführen. Gehen Sie auf die Neuerungen ein, die das angestrebte Unternehmen entwickelt hat und betonen Sie, dass Sie gerne Teil eines solch innovativen Teams sein wollen.

Der Schlüssel, um Ihre Beweggründe für einen Stellenwechsel im Bewerbungsgespräch erfolgreich zu präsentieren, liegt darin, diese auf die Zukunft und den neuen Arbeitgeber zu beziehen. So formulieren Sie automatisch eine Hin-zu-Motivation (siehe Kasten).

Hin-zu- und Weg-von-Begründungen

Hin-zu- und Weg-von-BegründungenDer wichtigste Punkt bei jeder Begründung ist allerdings: Formulieren Sie diese stets als sogenannte Hin-zu-Motivation – nie als Weg-von-Motivation.

Heißt: Sie möchten sich im Kern bitte immer hin zu… dem neuen Arbeitgeber, den neuen Herausforderungen verändern – nie weg von dem bisherigen Arbeitgeber. Letzteres klingt immer nach Flucht, nach bequemem Ausweichen und unstrategischem Vorgehen. Der neue Arbeitgeber und die angestrebte Position spielen dabei einfach nicht die Hauptrolle. Hauptsache: weg!

Wer sich dagegen irgendwo hin orientiert, verfolgt meist einen Plan oder eine Strategie – und sieht prompt auch noch zielstrebig aus.

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[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]
11. April 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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