Wie kommt es zum falschen Jobwechsel?
Fehler passieren. Auch beim Jobwechsel. Eine berufliche Neuorientierung ist in den meisten Fällen eine komplexe Entscheidung. Dahinter stecken zahlreiche Hoffnungen und Erwartungen. Nicht alle müssen sich bewahrheiten oder in Erfüllung gehen. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Vorfeld den Arbeitsplatzwechsel, den neuen Arbeitgeber und Ihre Wechselmotivation genau prüfen.
Wichtige Fragen vor dem Jobwechsel
- Warum möchte ich den Job wechseln?
- Welche beruflichen Ziele verbinde ich damit?
- Was genau möchte ich verändern?
- Wohin möchte ich mich entwickeln?
- Welcher Job und Arbeitgeber passen zu mir?
- Welche Stärken kann ich dort einbringen?
- Welche Argumente sprechen für mich bei der Bewerbung?
- Was ist mir im neuen Job wichtig?
- Welche Kompromisse bin ich bereit, einzugehen?
- Was kann ich im Vorfeld über den Job und Arbeitgeber recherchieren?
- Welche Fragen muss ich im Vorstellungsgespräch stellen?
Zwar sind auch diese Fragen keine Garantie für einen erfolgreichen Jobwechsel. Sie können aber das Risiko minimieren, einen Schritt in die komplett falsche Richtung zu gehen.
Nützliche Checklisten
Nutzen Sie zur Vorbereitung unbedingt auch unsere ausführlichen Ratgeber und Checklisten, damit Sie nichts vergessen:
Gründe: Warum lande ich im falschen Job?
Wenn der Wechsel in eine absolut falsche Position führt, kann das verschiedene Ursachen haben. Erfahrungsgemäß passiert dies in den meisten Fällen aus diesen – vermeidbaren – Gründen:
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Sie wechseln aus Frust
Gelegentlicher Frust im Job ist normal. Deswegen sollten Sie niemals sofort hinschmeißen und den Job kündigen. Dadurch steigt nur die Wahrscheinlichkeit, in einem falschen Job zu landen.
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Sie wechseln nur wegen Geld
200 € mehr Gehalt im Monat sind für viele ein gutes Argument. Ist es aber der einzige Grund für den Jobwechsel, sollten Sie sich das gut überlegen: Geld ist nicht alles – erst recht, wenn Umfeld und Perspektiven nicht passen.
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Sie haben falsche Erwartungen
„Beim neuen Arbeitgeber wird alles besser!“ – Denken viele und denken falsch. Mit falschen oder unrealistischen Erwartungen zu starten, birgt das Risiko großer Enttäuschungen und neuem Frust.
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Sie sind auf falsche Versprechungen reingefallen
Manche Arbeitgeber versprechen mehr, als sie halten können. Das ist zwar nicht Ihre Schuld, aber Ihre Verantwortung, solche Angaben kritisch zu prüfen: Was sagen Ex-Mitarbeiter auf Kununu oder Glassdoor? Gibt es Erfahrungen im Internet? Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl im Bewerbungsgespräch? Ignorieren Sie das nicht aus Bequemlichkeit!
Woran erkenne ich, dass der Jobwechsel ein Fehler war?
Auch hierbei müssen Sie nur auf Ihren Bauch hören: Der hat meistens recht. Allerdings sollten Sie unterscheiden, ob es sich nur um Startschwierigkeiten handelt oder um einen chronischen Zustand, der kaum besser werden wird. Falls Sie also den Schritt zum neuen Arbeitgeber bereits seit Wochen bereuen und überzeugt sind, dass der Jobwechsel ein Fehler war, achten Sie bitte zusätzlich auf diese Anzeichen:
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Stagnation
Sie haben das starke Gefühl, dass Sie sich in diesem Job nicht wie erwartet weiterentwickeln können. Ihr Fortkommen oder Ihre Stärken werden überhaupt nicht gefördert.
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Konflikte
Diese nehmen seit Wochen zu – mit Kollegen oder Vorgesetzten. Erwartungen und Werte passen partout nicht zueinander, und Sie leiden zunehmend stärker darunter.
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Über- oder Unterforderung
Mit Blick auf Ihre Aufgaben und die Verantwortung übersteigt das Pensum inzwischen Ihre Kräfte – oder Sie leiden unter wachsender Langeweile.
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Abneigung
Sie quälen sich morgens zur Arbeit und hoffen auf den Feierabend. Selbst das Wochenende wird schon vom drohenden Montag überschattet.
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Vergleich
Wenn Sie an Ihren alten Arbeitgeber denken, finden Sie im direkten Vergleich: Dort war es insgesamt besser!
Ich will einen Job, der zu mir passt!
Unglücklich im Job und ohne klares Ziel? Dann nutzen Sie unser bewährtes Coaching zum erfolgreichen Jobwechsel: Wir begleiten Sie auf dem einfachen Weg zum Wunschjob, der perfekt zu Ihnen passt:
Gibt es einen Weg zurück?
Ein Kündigungsschreiben ist schnell formuliert, die Kündigung leicht eingereicht. Und wenn alles formal korrekt war, ist die Eigenkündigung auch wirksam. Endgültig. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es im Arbeitsrecht nicht. Eine wirksame Kündigung zu widerrufen ist daher nur in wenigen Ausnahmen möglich.
Hinzu kommt, dass die meisten Arbeitgeber frei werdende Stellen entweder sofort neu besetzen – oder aus Kostengründen streichen. Auch wenn Sie im Guten gehen und keine Brücken hinter sich verbrennen, gibt es dann keinen Weg zurück und eine Wiedereinstellung ist unwahrscheinlich. Die einzigen Chancen bestehen darin, dass eine andere vergleichbare Position frei ist, auf die Sie sich neu bewerben können. Oder Sie versuchen es mit Vitamin B – sprechen mit ehemaligen Vorgesetzten, bedauern Ihren Fehler und bitten um eine zweite Chance.
Ist der Weg zurück überhaupt eine gute Idee?
Manchmal ist eine zeitnahe Rückkehr zum Ex-Arbeitgeber tatsächlich möglich. Sie haben Glück, Ihre alte Stelle ist noch frei und Ihr Chef weiterhin gut auf Sie zu sprechen. Aber ist der Weg zurück auch eine gute Idee? Entscheidend sind die Gründe, aus denen Sie gegangen sind. War es eine unüberlegte Kurzschlussreaktion – dann sind Sie im alten Job vielleicht wieder gut aufgehoben. Haben Sie aber aus tiefer Unzufriedenheit oder aufgrund umfangreicher Probleme gekündigt, werden diese sich nicht plötzlich in Luft auflösen. Soll heißen: Sie kehren zwar zurück, stehen aber nach kurzer Zeit wieder an demselben Punkt und wollen eigentlich nur wieder weg. Auch wenn der Weg theoretisch offen ist, müssen Sie genau überlegen, ob Sie ihn wirklich gehen wollen.
Kein Weg zurück: Und jetzt?
Wenn Sie sich in einem neuen Job wiederfinden, der Sie (zunächst) alles andere als glücklich macht, haben Sie grundsätzlich zwei Optionen:
1. Geben Sie dem Job eine Chance
Vielleicht sind Sie einfach mit dem falschen Bein eingestiegen. Berufliche Veränderungen sind nie leicht. Sie müssen sich neu beweisen, ihre Rolle in der Gruppe neu finden. Und es kann sein, dass Ihnen die Kollegen genau das nicht leicht machen. Sei es, weil die sich durch Sie in ihrem Status bedroht fühlen oder erst einmal zurückhaltend sind. So oder so sollten Sie nicht gleich das Handtuch werfen. Häufig können Sie die Situation schon verbessern, indem Sie Ihr eigenes Mindset ändern. Sie können auch den Chef direkt ansprechen und mit ihm gemeinsam nach einer Lösung suchen.
2. Sie suchen sich einen neuen Job
Oder Sie stellen alles wieder auf Anfang. Befreien Sie sich von der Sorge, Sie wären gescheitert. Manchmal passt es einfach nicht. Dann ist die erneute Jobsuche und Bewerbung definitiv ein hilfreicher und ein legitimer Karriereschritt. Vorteil: Sie bewerben sich (noch) aus ungekündigter Position. Das sieht immer besser aus und stärkt Ihre Verhandlungsposition, als wenn Sie den Schritt erst nach einer Kündigung gehen.
Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Das Wichtigste ist, dass Sie sich nicht in einer Art Opferrolle ergeben, sondern aktiv werden und die weitere berufliche Entwicklung aktiv und strategisch vorantreiben.
3. Suchen sich einen Coach
Wenn der Jobwechsel ein Fehler war, kann ebenso ein professionelles Coaching helfen. Durch den neutralen Blick von außen, gewinnen Sie nicht nur Klarheit über eigene Stärken, sondern auch über berufliche Ziele und Möglichkeiten am Arbeitsmarkt. Sie entdecken mit dem Jobcoach zusammen womöglich noch Potenziale und Optionen, an die Sie bisher nicht gedacht haben. Der wichtigste Schritt ist immer eine gründliche Selbstreflexion – auch damit Sie den nächsten Jobwechsel nicht bereuen.
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