Einen Job kündigen, den man mag? 7 gute Gründe

Den Job kündigen? Manchmal hat man gute Lust dazu. Aber einen Job kündigen, den man mag? Das klingt nach Karrierekamikaze. Nach Kurzschluss und einer ziemlich verrückten Idee. Doch so verrückt ist der Gedanke gar nicht. Tatsächlich gibt einige gute Gründe dafür, ein Unternehmen und einen Arbeitgeber zu verlassen, bei dem man sich aktuell eigentlich noch ganz wohl fühlt…

Einen Job kündigen, den man mag? 7 gute Gründe

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Wer seinen Job mag, sieht über Probleme hinweg

Keine Sorge: Wir wollen Sie nicht zum Jobhopping verführen. Sollten Sie in einem Job arbeiten, den Sie wirklich mögen, der Sie glücklich macht und erfüllt, dann bleiben Sie dabei! Damit geht es Ihnen besser als den meisten Arbeitnehmern, die – Umfragen zufolge – gerade so gar nicht zufrieden mit ihrem Job oder Beruf sind. Seit Jahren steigt die Unzufriedenheit unter den Beschäftigten an. Viele schieben deshalb nur noch Dienst nach Vorschrift oder haben zumindest innerlich gekündigt.

Aktueller Zufriedenheit oder gar Erfolg können aber auch blind machen. Wenn es gerade gut läuft, übersehen oder ignorieren nicht wenige die nahenden Probleme oder Karriereentwicklungen. Das ist ein bisschen wie bei der rosaroten Brille von frisch Verliebten. Auch sie leiden an einer Art Betriebsblindheit. Und die kann gefährlich werden.

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Einen Job kündigen, den man mag: Warum?

„Warum sollte ich meinen Job kündigen – läuft doch?“ – fragen Sie sich jetzt vielleicht. Aber stimmt das wirklich? Wir wollen Sie ein bisschen herausfordern, aus der Komfortzone locken, provozieren – aber im positiven Sinne: Noch läuft es gut, aber wie sehen Ihre Perspektiven aus?

Natürlich sollte niemand die Entscheidung für eine Kündigung impulsiv treffen. Dafür hat sie zuviel Gewicht und zu weitreichende Folgen. Aber Karriere oder Persönlichkeitsentwicklung passieren auch nicht einfach so en passant: Sie werden gemacht. Und zwar idealerweise bevor es unbequem wird.

Daher ist der beste Zeitpunkt, über einen Jobwechsel nachzudenken, dann, wenn es gerade gut läuft. Wenn Sie den Job (noch) mögen – und sich deswegen aus einer Position der Stärke heraus neu für den aktuellen Job entscheiden – oder für eine berufliche Neuorientierung. Schließlich gibt es für beide Seiten durchaus gute Gründe…

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7 gute Gründe seinen Job zu kündigen

Sie haben ein besseres Angebot erhalten

Es ist ein tolles Szenario: Sie haben sich durch Ihre Leistungen und Ihre Fähigkeiten über die Grenzen Ihres Arbeitgebers hinaus einen Namen gemacht und stehen nun vor der Möglichkeit, zwischen Ihrem aktuellen Job und einem vielleicht noch besseren Angebot eines anderen Unternehmens zu wählen. Das bedeutet zwar nicht, dass Sie zwangsläufig wechseln müssen, doch wenn die Konditionen stimmen, kann dies ein guter Grund sein. Hier gilt es in erster Linie abzuwägen, was Ihnen wichtiger ist und in welcher Position Sie Ihre Ziele eher erreichen können. Dabei spielt Geld natürlich eine Rolle, aber eben nicht die einzige. Die Frage lautet, ob Sie den Schritt wagen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie den neuen Job ständig mit dem alten vergleichen. Lesen Sie dazu auch: Jobangebote: Zwischen 2 Jobs entscheiden

Sie befinden sich in einer beruflichen Sackgasse

Sie können Ihren Job von Herzen gerne tun und auch mit Ihrem Arbeitgeber gut zurecht kommen, wenn Sie aber feststellen, dass Sie sich in einer Sackgasse befinden und in der aktuellen Situation keine Möglichkeit zu einer weiteren Entwicklung besteht, sollten Sie sich ernsthaft mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob Sie auf lange Sicht mit einer Veränderung nicht besser fahren würden. Gerade wenn Ihre Aufgaben sich über einen langen Zeitraum nahezu nicht verändern und auch sonst keine Aussicht auf mehr Verantwortung oder gar eine Beförderung in Sicht ist, spricht vieles dafür, dass die Sackgasse sich auch in naher Zukunft nicht auflösen wird. Ein neues Unternehmen kann hingegen mehr Perspektiven bieten. Lesen Sie dazu auch: Karriere-Sackgasse? 7 Warnzeichen für Fleißige

Das Unternehmen steuert auf eine Krise zu

Wer seinen Job mag, versucht mit seinen Leistungen eine mögliche Krise abzuwenden und das Ruder doch noch herumzureißen. Allerdings ist das nicht immer möglich und es steht nicht in der Macht einzelner Mitarbeiter, das Schicksal eines Unternehmens eigenmächtig zu ändern, wenn der Rest nicht mitzieht. Ihre Loyalität in allen Ehren, wenn abzusehen ist, dass in Kürze Stellen gestrichen werden müssen, sollten Sie die Zeichen der Zeit frühzeitig erkennen. Am Ende geht es um Ihre Existenz und da kann es besser sein, bereits einen neuen Job in Aussicht zu haben, bevor die große Kündigungswelle kommt. Das fällt bei einem Job, den man mag, verständlicherweise nicht ganz leicht, doch müssen Sie auch ein wenig an sich selbst denken. Lesen Sie dazu auch: Job in Gefahr? 11 Warnzeichen

Sie arbeiten viel zu viel

Macht man seinen Job gerne, sind auch ein paar Überstunden nicht so schlimm und wenn ein Kollege einen Arzttermin hat, springt man auch ein, ohne mit der Wimper zu zucken. Das birgt allerdings auch die Gefahr, dass man sich immer weiter in seiner Arbeit verliert, überhaupt kein Ausgleich mehr stattfindet, Freunde und Familie nahezu nicht mehr sieht und Freizeit zum Fremdwort wird. Es mag Ihnen noch nicht so erscheinen, doch Sie schaden sich damit selbst. Nicht nur Ihre Beziehungen leiden unter der Situation, auf lange Sicht geraten Sie immer weiter unter Druck, bis schließlich die Gesundheit leidet. Wird der Job zum einzigen Lebensinhalt, kann dies ein guter Grund sein, sich nach etwas anderem umzusehen. Lesen Sie dazu auch: Workaholic: Wo liegt die Grenze zur Arbeitssucht?

Ihre persönliche Situation hat sich verändert

Eine neue Partnerschaft oder auch einfach veränderte Ansichten und Prioritäten können dazu führen, dass ein Job, den man mag, plötzlich nicht mehr der richtige ist. Beispielsweise haben Sie für sich entschieden, dass es an der Zeit ist, eine Familie zu gründen – da passt die 6-Tage-Woche mit regelmäßigen Dienstreisen nicht mehr in Ihre Lebensplanung. Vielleicht wollen Sie auch Ihre Lebensmittelpunkt verlagern und es zieht Sie in eine andere Stadt. Nur wenige Jobs bieten solche Freiheiten, also kann auch hier die Kündigung der einzig richtige Schritt sein. Lesen Sie dazu auch: Prioritäten setzen: Der wichtigste Zeitmanagement-Tipp

Ihre Leistungen werden vom Unternehmen nicht gewürdigt

Wenn Sie Ihren Job mögen, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Sie auch gut darin sind. Sie bringen sich voll ein, liefern gute Ergebnisse und sorgen für Erfolge. Darauf dürfen Sie ruhig stolz sein, ärgerlich ist es nur, wenn im Unternehmen scheinbar niemand Notiz von Ihren Leistungen nimmt. Das vermittelt den Eindruck, Sie würden sich umsonst anstrengen und Ihre gute Arbeit wäre vollkommen selbstverständlich. Noch schlimmer: Es steht Ihrer Karriere im Weg. Die beste Visitenkarte bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen sind immer noch langfristig gute Leistungen – die dafür aber auch mit Ihnen in Verbindung gebracht werden müssen. Lesen Sie dazu auch: Wertschätzung: Mehr als Belohnung und Lob

Die Führungsetage hat gewechselt

Jeder weiß, wie maßgeblich der Einfluss des Chefs auf die tägliche Arbeit ist. Wo eine gute Führungskraft motiviert, weiterbringt und für eine bestmögliche Atmosphäre im Team sorgt, kann ein schlechter Chef in Windeseile jede Motivation und Spaß am Job zunichte machen. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn der tolle Chef befördert wurde oder den Arbeitgeber wechselt und von seinem genauen Gegenteil ersetzt wird. Haben Sie es mit einem neuen Chef zu tun, sollten Sie diesem natürlich eine faire Chance geben. Nur weil Sie einen wirklich guten Draht zum ehemaligen Vorgesetzten hatten, sollte der Nachfolger nicht gleich als Nichtsnutz abgestempelt werden. Gibt es aber ständig Probleme mit dem neuen Chef, ist dies ein guter Grund, zu kündigen, auch wenn Sie den Job mögen. Lesen Sie dazu auch: Chefwechsel: Neuer Chef – und jetzt?

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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9. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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