Kündigungsschreiben: Gratis-Muster, Form, Inhalt, Tipps

Mit der Kündigung endet das Arbeitsverhältnis. Diese kann sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber ausgesprochen werden. Doch gerade beim Kündigungsschreiben lauern zahlreiche Formfehler und rechtliche Risiken.

Aufbau, Inhalt, Kündigungsfristen und Formalitäten – werden hier Fehler gemacht, kann die Kündigung juristisch unwirksam werden. Wir zeigen Ihnen in diesem Ratgeber, wie Sie eine korrekte Kündigung schreiben und auf welche Vorschriften Sie im Kündigungsschreiben achten müssen.

Ziehen sie die richtigen Konsequenzen! Egal, ob Sie Ihren Job, eine Versicherung, das Fitnessstudio, den Handyvertrag oder eine Wohnung kündigen wollen: Wir haben für Sie die passenden Vorlagen samt Mustertext als Download. Kostenlos, ganz einfach editierbar online oder als Word-Datei…

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Kündigungsschreiben: Gratis-Muster, Form, Inhalt, Tipps

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Was gehört in eine Kündigung?

Tatsächlich ist eine Kündigung zu schreiben, nicht kompliziert. Die obigen Zeilen reichen dazu schon. Entscheidend ist, dass Sie dabei allerdings die Grundregeln beachten. Die bekommen Sie hier im Schnellüberblick (ausführlicher im weiteren Artikel):

Die Grundregeln der Kündigung

  • Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche oder elektronische Kündigungen sind in der Regel unwirksam.
  • Ein rechtskräftiges Kündigungsschreiben benötigt zwingend ein aktuelles Datum und Ihre eigenhändige Unterschrift.
  • Der Briefkopf muss zwei Adressen enthalten: Ihre Anschrift und die des Unternehmens, dessen Vertrag gekündigt werden soll. Achtung: Beide Namen und Anschriften müssen korrekt geschrieben sein!
  • Bei einer regulären Kündigung müssen Sie keinen Kündigungsgrund nennen. Der wird erst bei einer fristlosen Kündigung Pflicht.
  • Die Kündigung muss „eindeutig“ sein (Betreff: „Kündigung“) und kann nicht zurückgenommen werden.
  • Bei Arbeitsverträgen ist die gesetzliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB Abs. 1) zu beachten. Es sei denn der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag regeln etwas anderes.

Sind alle Voraussetzungen und Vorschriften für eine Kündigung erfüllt, benötigen Sie für ein Kündigungsschreiben nicht mehr als einen Zweizeiler:


Sehr geehrter Herr BEISPIEL,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum TT.MM.JJJJ.

Mit freundlichen Grüßen
UNTERSCHRIFT


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Kündigungsschreiben Vorlagen

Falls es Ihnen dennoch schwer fällt, eine Kündigung zu schreiben oder Sie noch Probleme mit einzelnen Formulierungen haben – kein Problem. Im Folgenden finden Sie mehrere Kündigungsschreiben Vorlagen samt Mustertexten. Diese können Sie sich gerne als kostenloses Kündigungsformular herunterladen.

Oder Sie editieren die Musterkündigung gleich hier online im Browser. Dazu einfach auf den blauen Kasten klicken, den Text umschreiben. Anschließend markieren und in eine Textverarbeitung kopieren beziehungsweise ausdrucken.

Kündigungsschreiben Arbeitsvertrag (Muster)


Max Mustermann
Phantasiestraße 1
12345 Beispielstadt


Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen
Datum (TT.MM.JJJJ)



Kündigung meines Arbeitsvertrages
Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich ordentlich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossen habe, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich konnte viel in diesem Unternehmen lernen. Ich bin für die stete Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt tun zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Kündigungsschreibens sowie das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet.

Zudem bitte ich Sie darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen und mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Das Kündigungsschreiben – ebenso wie eine Kurzfassung – können Sie sich als Musterkündigung beziehungsweise Vorlage für Arbeitnehmer hier kostenlos als WORD-Datei herunterladen:

Kündigungsschreiben Vorlage (Download Muster lang)
Kündigungsschreiben Vorlage (Download Kurzversion)

4 weitere Muster für Versicherung, Fitnessstudio, etc.

Sie möchten noch andere Verträge kündigen – für eine Mietwohnung, Ihr Fitnesstudio, den Handyvertrag oder eine Versicherung? Kein Problem: Wir haben die passenden Kündigungsschreiben Vorlagen dazu. Völlig Kostenlos als MS WORD-Datei:

Kündigungsschreiben Versicherung (.docx)
Kündigungsschreiben Fitnessstudio (.docx)
Kündigungsschreiben Handyvertrag (.docx)
Kündigungsschreiben Wohnung (.docx)

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Formvorschriften für das Kündigungsschreiben

Damit Ihr Schreiben rechtswirksam ist, müssen Sie ein paar Formvorschriften und gesetzliche Regeln beachten. Werden diese juristischen Vorschriften nicht eingehalten, kann das im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Arbeitgeber die Kündigung nicht akzeptiert und Sie vor das Arbeitsgericht ziehen müssen.

Auf der sicheren Seite sind Sie leider nur, wenn Ihre Kündigung formal korrekt ist. Dazu gehört:

Schriftlichkeit

Die wichtigste Regel für das Kündigungsschreiben lautet nach § 623 BGB:

Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.

Tatsächlich werden schon hierbei oft Fehler gemacht. „Eine mündliche Kündigung sowie eine Kündigung per E-Mail oder Whatsapp ist unwirksam und führt nicht zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses“, sagt etwa Arnd Potratz, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Köln. Oft führe schon die äußere Form dazu, also wie gekündigt wird, dass das Kündigungsschreiben unwirksam ist.

Eindeutigkeit

Die zweite formale Regel für die Kündigung lautet:

Die Kündigungsaussage muss eindeutig sein.

Lamentieren und labern sowie der Konjunktiv (zugespitzt: „hiermit würde ich ganz gerne mein Arbeitsverhältnis beenden…“) sind im Kündigungsschreiben tabu. Für den Empfänger (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber) muss sofort klar sein, dass jemand kündigen will – und nichts anderes.

Ein schlichter Einzeiler vom Typ „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Datum“ reicht dazu aus.

Unterschrift

Das Kündigungsschreiben muss zudem eigenhändig und mit vollem Namen unterschrieben werden. Elektronisch (eingescannte Unterschrift) unterzeichnen, ist tabu. Ohne Unterschrift bleibt die Kündigung ungültig.

Zustellung und Zugang

Für die Rechtswirksamkeit der Kündigung erforderlich ist auch deren Zugang.

Wird die Kündigung persönlich übergeben (idealerweise vor Zeugen), ist das unproblematisch. Kündigt der Arbeitnehmer, gilt dies, sobald die Kündigung etwa in der Personalabteilung abgegeben wird.

Wird die Kündigung per Post verschickt, gilt sie als „empfangen“, sobald sie im Machtbereich des zu Kündigenden ist. Dazu reicht der Briefkasten oder die Poststelle des Arbeitgebers meist aus.

Das gilt übrigens auch im umgekehrten Fall – wenn Ihnen gekündigt wird und Sie gerade im Urlaub sind. Auch wenn Sie die Kündigung deshalb erst nach der Rückkehr entdecken und lesen, hat die Widerspruchsfrist von drei Wochen bereits begonnen, sobald die Kündigung formal zugestellt wurde.

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Aufbau und Inhalt: Wie schreibe ich eine Kündigung?

Auch wenn das Kündigungsschreiben nur wenige Zeilen und Text benötigt: Hier stecken die Tücken im Detail. Wenn Sie eine Kündigung schreiben, müssen Sie bei Aufbau und Inhalt folgende Grundregeln beachten:

Briefkopf

Jedes Kündigungsschreiben beginnt mit dem Briefkopf und den persönlichen Daten. Also Ihrem vollständigen Namen und der aktuellen Anschrift.

Auch der vollständige (Firmen-)Name und die Anschrift des Arbeitgebers muss dort stehen. Bei größeren Unternehmen ist es sinnvoll, zusätzlich die Personalnummer und ein Geburtsdatum zu nennen, um eine Verwechslungsgefahr mit etwaigen Namenszwillingen auszuschließen. Lesen Sie die Angaben bitte immer noch einmal Korrektur, um Tippfehler auszuschließen.

Beispiel für den Briefkopf:


Max Mustermann ✉ Beispielstr. 1, 98765 Musterstadt
Personalnummer: MM987654-123


Datum

Im Kündigungsschreiben müssen Sie gleich zwei Datumsangaben machen: Das Datum des Schreibens oben rechts. Dieses ist entscheidend dafür, ob Sie die Kündigung fristgerecht eingereicht haben oder zu spät. Und das Datum wann das Beschäftigungsverhältnis endet – also den letzten offiziellen Arbeitstag. Wie oben erwähnt, achten Sie bitte darauf, die geltende Kündigungsfrist einzuhalten.

Beispiel für das Datum:


…kündige ich hiermit fristgerecht zum TT.MM.JJJJ


Betreff

Wie jedes offizielle Dokument benötigt auch das Kündigungsschreiben einen Betreff. Aus Gründen der Klarheit und Eindeutigkeit sollte hier das Wort „Kündigung“ stehen. Das reicht als Überschrift völlig. Falls vorhanden, können Sie auch an dieser Stelle Ihre Personalnummer angeben.

Eine zweite Option ist die Angabe des Datums, an dem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde beziehungsweise zu welchem Datum er enden soll. Ebenso können Sie direkt im Betreff erwähnen, dass es sich um eine „Kündigung in der Probezeit“ handelt.

Beispiel für die Betreffzeile:


Kündigung meines Arbeitsvertrages vom TT.MM.JJJJ zum TT.MM.JJJJ
Meine Personalnummer: MM987654-123


Empfänger

Die Kündigung muss sich in der Anrede an die zuständige Person richten, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Entweder richten Arbeitnehmer Ihre Kündigung persönlich an Ihren Chef oder an die Personalabteilung. Wer in Ihrem Fall zuständig ist, sollten Sie vorher in Erfahrung bringen und sich in Ihrem Schreiben direkt an diese Person wenden.

Beispiel für die Anrede:


Sehr geehrte Frau _________,
Sehr geehrte Herr _________,


Kündigungserklärung

Grundlegender Inhalt Ihres Kündigungsschreibens ist die eindeutige Kündigungserklärung. Also die unmissverständliche Aussage, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden.

Diese befindet sich zwingend direkt im Einleitungssatz nach der Anrede. Hierbei reicht ein knapper Satz, der mit den Worten „hiermit kündige ich…“ beginnt.

Formulierungen für die Erklärung:


Hiermit kündige ich mein meinen Arbeitsvertrag zum TT.MM.JJJJ.

Hiermit kündige ich fristgerecht und ordnungsgemäß meinen bestehenden Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Termin.

Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.


Begründung (optional)

Eine ordentliche Kündigung muss keine Begründung enthalten. Diese ist freiwillig und rein optional. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber dennoch einen Hinweis geben wollen, warum Sie kündigen, sollten Sie dabei aber sachlich bleiben. Eine verbale Abrechnung verbietet sich.

Formulierungen für die Erklärung:


Ich habe mich aus beruflichen Gründen dazu entschieden, das bestehende Arbeitsverhältnis nicht fortzusetzen.

Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, meine Berufstätigkeit fortzusetzen.

Wie ich Ihnen im persönlichen Gespräch schon mitgeteilt habe, liegen die Gründe meines Ausscheidens vor allem in den fehlenden Perspektiven.


Danksagung

Je nachdem wie die Zeit der Beschäftigung verlaufen ist und erst recht wenn Sie im Guten gehen, sollten Sie sich im Kündigungsschreiben noch kurz für die Zusammenarbeit bedanken. Das ist nicht nur höflich. Es zeugt auch von Größe und Respekt. Letztlich nimmt man ja doch immer etwas Positives mit – Lehrreiches, Erfahrungen, Know-how.

Ausschweifende Lobhudeleien will hier übrigens keiner lesen. Ein, zwei kurze Sätze zur Zeit im Unternehmen reichen.

Beispielformulierungen für die Danksagung:


An dieser Stelle möchte ich mich für die bisherige, gute Zusammenarbeit bedanken. Ich konnte viel für meinen beruflichen Werdegang lernen. Ich wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin alles Gute.

Vielen Dank für das gezeigte Vertrauen und die bislang positive Zusammenarbeit. Ich durfte in den vergangenen Jahren hier viel lernen und konnte mich persönlich wie beruflich entwickeln. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.

Haben Sie herzlichen Dank für die kollegiale Zusammenarbeit. Ich konnte mich hier auf fachlicher und persönlicher Ebene weiterentwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar.


Zusätzliche Bitten

Den wichtigsten Inhalt haben Sie mit Kündigungserklärung und -frist abgedeckt. Zum Ende des Schreibens sollten Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten, Ihnen das Kündigungsschreiben sowie den genannten Termin schriftlich zu bestätigen.

Den Empfang des Kündigungsschreibens muss der Arbeitgeber allerdings NICHT bestätigen. Ein Recht darauf gibt es nicht. Dennoch ist die Bitte dazu ratsam: Falls der Chef dieser nachkommt, haben Sie einen schriftlichen Beweis in der Hand. Wer ganz sicher gehen will, kann die Kündigung vor Zeugen (Kollegen, Betriebsrat) überreichen oder als Einschreiben mit Rückschein per Post senden.

Zusätzlich sollten Sie schon im Kündigungsschreiben um das Erstellen eines Arbeitszeugnisses bitten. Erstens haben Sie als Arbeitnehmer bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zeugnis. Zweitens spart Ihnen der Satz Zeit. Beim Ausstellen lassen sich manche Arbeitgeber Zeit – und das Arbeitszeugnis benötigen Sie schon wieder in der folgenden Bewerbung.

Formulierungen für abschließende Bitten:


Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Erhalt der Kündigung und das Aufhebungsdatum. Zusätzlich bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Bestätigen Sie mir bitte kurz den Empfang der Kündigung in schriftlicher Form. Ferner möchte ich Sie bitten, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen, das Sie an oben genannte Adresse schicken können.

Ich möchte Sie bitten, mir den Erhalt der Kündigung und das Kündigungsdatum des Arbeitsverhältnisses schriftlich zu bestätigen. Bitte stellen Sie mir außerdem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.


Grußformel & Unterschrift

Den Abschluss des Kündigungsschreibens bildet Ihre eigene, handschriftliche Unterschrift. Kein eingefügtes Bild der Unterschrift, auch nicht der getippte Name!

Die Kündigung MÜSSEN Sie immer mit Ihrer Orignalunterschrift an den Arbeitgeber übermitteln, sonst ist sie womöglich unwirksam.

Beispiel für die Unterschrift:


Mit freundlichen Grüßen
UNTERSCHRIFT

Mit besten Grüßen
UNTERSCHRIFT



ACHTUNG: Eine Kündigung ist endgültig. Die mündliche Aussage in Rage „Ich kündige“ ist zwar nicht rechtsbindend. Sobald Sie aber formal korrekt und schriftlich gekündigt haben, lässt sich das nicht mehr zurücknehmen. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es nicht.

Kündigungsschreiben bei einem befristeten Vertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag sieht für gewöhnlich keine spezielle Kündigung oder Kündigungsfrist vor, da er von vornherein auf eine bestimmte Dauer begrenzt ist. Üblicherweise endet das Arbeitsverhältnis mit dem Ablauf des Vertrages automatisch.

Eine vorzeitige Kündigung ist für Arbeitnehmer daher nur möglich, wenn eine entsprechende Kündigungsklausel dies im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag festlegt. Im § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) heißt es dazu:

(3) Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.

(4) Ist das Arbeitsverhältnis für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf Jahre eingegangen, so kann es von dem Arbeitnehmer nach Ablauf von fünf Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Eine weitere Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse vorzeitig zu beenden, ist die oben schon erwähnte außerordentliche, fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Also bei einer schweren Pflichtverletzung des Arbeitgebers.

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Kündigung Vorbereitung

Laut Definition ist eine Kündigung eine „einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung“. Damit sie rechtsgültig wird, muss die andere Vertragsseite nicht zustimmen. Aber sie muss die Kündigung „erhalten“. Und diese bedarf einer fest vorgeschriebenen Form.

Arbeitsrechtler unterscheiden nochmal zwei Formen:

  • Eigenkündigung (Der Arbeitnehmer reicht seine Kündigung ein.)
  • Fremdkündigung (Der Chef kündigt dem Arbeitnehmer.).

Neben den zahlreichen Regeln, Tipps und Formulierungshilfen für das Erstellen eines Kündigungsschreibens sollten Sie die Vorbereitung der Kündigung nicht außer Acht lassen. Sie kann maßgeblich zum Erfolg beitragen:

  • Beginnen Sie noch vor Abgabe des Kündigungsschreibens mit der Jobsuche und Bewerbung. Sie sparen so wertvolle Zeit. Außerdem ist es stets leichter, sich aus eine ungekündigten Position zu bewerben als aus der Arbeitslosigkeit.
  • Wenn Sie selbst den Job kündigen, droht Ihnen bei Arbeitsagentur eine 3-monatige Sperre für das ALG 1. Melden Sie sich dennoch dort frühzeitig als arbeitssuchend, um weitere Auszahlungsverzögerungen zu vermeiden.
  • Bereiten Sie sich (mental) auf ein sogenanntes Kündigungsgespräch vor. Entweder, weil der Chef mit Ihnen über die Kündigungsgründe sprechen will – oder weil Sie der Kündigung widersprechen wollen.
  • Reden Sie mit der Familie oder Freunden über Ihre Kündigung. Emotionaler Rückhalt ist in solchen Situationen extrem wichtig.
  • Sobald das Kündigungsschreiben überreicht wurde, arbeiten Sie nicht mehr (wirklich) für Ihren Ex-Arbeitgeber in spe, sondern für Ihren guten Ruf. Bleiben Sie bis zum endgültigen Ausscheiden also stets professionell, freundlich, engagiert und lassen Sie sich nichts zu Schulden kommen.

Auch wenn Sie diese nicht angeben müssen: Eine Kündigung ist nichts, was man spontan einreichen sollte. Sie sollten dafür schon gute Gründe haben. Welche das sein können, finden Sie in diesem kostenlosen PDF.

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Kündigungsfristen

Das Arbeitsrecht legt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterschiedliche Kündigungsfristen fest:

  • Kündigungsfrist für Arbeitnehmer
    Bei den gesetzlichen Kündigungsfristen beträgt die sogenannte Grundkündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Diese Frist bleibt für Arbeitnehmer immer gleich lang – solange nicht explizit eine längere Frist vereinbart wurde. Geregelt ist das in § 622 BGB Abs. 1.

    Bedeutet: Egal, ob Sie seit einem Jahr oder seit 15 Jahren in der Firma beschäftigt sind, wenn Sie kündigen wollen, müssen Sie in der Regel vier Wochen vorher das Kündigungsschreiben einreichen.

    Kuendigungsfrist Arbeitnehmer Uebersicht

    Die gesetzliche Kündigungsfrist gilt für jeden Arbeitnehmer. Es sei denn, der Tarifvertrag regelt sie anders. Ausnahme: Kleinbetriebe, die regelmäßig nicht mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigen. Hier kann der Arbeitsvertrag festlegen, dass die vierwöchige Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer nicht nur zum 1. und 15. eines Monats, sondern ohne festen Kündigungstermin geschehen kann.

    Eine weitere Ausnahmeregelung bei der Kündigungsfrist gibt es für Aushilfstätigkeiten, die einen Zeitraum von drei Monaten nicht überschreiten. In diesem Fall kann im jeweiligen Vertrag auch eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart werden.


  • Kündigungsfrist für Arbeitgeber
    Anders sieht es bei Kündigung durch den Arbeitgeber aus. Hier verlängert sich die Kündigungsfrist mit längerer Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Geregelt ist das in § 622 BGB Abs. 2. Danach gelten die folgenden Fristen:

    Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

    Der Zeitpunkt der Kündigung hat damit großen Einfluss auf die tatsächliche Dauer der Kündigungsfrist.

Während der Probezeit gilt übrigens für beide Parteien eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen. Was Sie zur Kündigung in der Probezeit beachten müssen, zeigen wie Ihnen HIER.

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Kündigungsarten

In Deutschland gibt es fünf Kündigungsformen, die immer wieder zur Anwendung kommen:

1. Ordentliche Kündigung

Fristgemäße Kündigung, die die gesetzlichen Kündigungsfristen einhält.

– Betriebsbedingte Kündigung
– Personenbedingte Kündigung
– Krankheitsbedingte Kündigung
– Verhaltensbedingte Kündigung

2. Außerordentliche Kündigung

Übergeht und verkürzt geltende Kündigungsfristen aus triftigem Grund.

– Fristlose Kündigung

Alle Kündigungsarten sind an jeweils unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft und haben teils unterschiedliche Konsequenzen (auch für den Lebenslauf).

Welche das sind – und wie Sie der jeweiligen Kündigung wirksam widersprechen können, erfahren Sie in unserem kostenlosen Ratgeber (samt Checklisten) zu den einzelnen Kündigungsformen, den Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen können.

Eine Übersicht der Kündigungsarten im Arbeitsrecht mit weiterführenden Links finden Sie hier:

Die verhaltensbedingte Kündigung

Dauerhaftes Zuspätkommen, Blaumachen (ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), Beleidigung von Vorgesetzten, sexuelle Belästigung, Alkoholkonsum trotz Alkoholverbots, Rauchen trotz Rauchverbots, eine unzulässige Nebentätigkeit oder ein anderes vertragswidriges Verhalten können zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen.

Eine solche Kündigung muss aber „verhältnismäßig“ sein. Das bedeutet: Es darf für den Arbeitgeber kein milderes Mittel geben, mit dem er die Störung des Arbeitsverhältnisses beseitigen kann – etwa eine Ermahnung, Abmahnung oder Versetzung. Eine verhaltensbedingte Kündigung ist also nur vertretbar, wenn das Interesse das Arbeitgebers an einer Kündigung das Interesse des Arbeitnehmers an einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses überwiegt.

Achtung: Nach der verhaltensbedingten Kündigung kann die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit von zwölf Wochen verhängen. Folge: Der Anspruch auf Arbeitslosengeld verringert sich.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:
Verhaltensbedingte Kündigung: Das müssen Sie wissen

Die personenbedingte Kündigung

Viele denken irrtümlich, die personenbedingte Kündigung sei mit (schlechten) Leistungen des Arbeitnehmers verbunden. Richtig ist: Eine solche Kündigung kann nur ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner Eigenschaften oder Fähigkeiten, nicht mehr in der Lage ist, die Aufgaben des Arbeitsvertrags zu erfüllen (aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines schweren Unfalls).

In dem Fall muss die Genesungs-Prognose durch einen Arzt negativ sein. Heißt: Ist kurzfristige Besserung zu erwarten, darf KEINE personenbedingte Kündigung ausgesprochen werden. Zudem müssen vorab mildere Mittel geprüft werden: Also zum Beispiel eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder eine Umschulung, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:
Personenbedingte Kündigung: Definition und Gründe

Die betriebsbedingte Kündigung

Aufträge bleiben aus, eine Standort muss geschlossen werden oder der Arbeitgeber muss die Insolvenz anmelden. Diese und weitere Ursachen können mögliche Kündigungsgründe für eine betriebsbedingte Kündigung sein, mit der der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beendet.

Man spricht hierbei auch davon, dass „dringende betriebliche Erfordernisse“ vorliegen, die eine Weiterbeschäftigung unmöglich machen. Eine allgemeine wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens oder jüngste Umsatzeinbrüche reichen als Begründung allerdings nicht aus. Der Arbeitgeber muss hierfür konkrete (und langfristige) Gründe und Zahlen präsentieren. Die Hürde für eine betriebsbedingte Kündigung liegt also hoch. Der besondere Kündigungsschutz beispielsweise für Betriebsrat, Schwangere oder Menschen mit einer Behinderung besteht zudem weiter.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:
Betriebsbedingte Kündigung: Gründe und Reaktion

Die krankheitsbedingte Kündigung

Wer krank ist, kann aus diesem Grund nicht gekündigt werden. – Diese Meinung ist weit verbreitet – und falsch. Die krankheitsbedingte Kündigung kann unter bestimmten Umständen auch Arbeitsverhältnisse beenden, die unter den Kündigungsschutz fallen.

Die krankheitsbedingte Kündigung ist mit der personenbedingten eng verwandt. Entsprechend müssen auch hier drei Voraussetzungen erfüllt sein: Eine negative Gesundheitsprognose. Heißt: Der Arbeitgeber kann belegen, dass der Mitarbeiter künftig seine Arbeitsleistung krankheitsbedingt nicht (mehr) erfüllen kann. Zudem müssen die Betriebsabläufe durch die Krankheit massiv Schaden nehmen (sog. „Interesssenbeeinträchtigung“). Und schließlich muss der Arbeitgeber nachweisen, dass es ihm nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten und es keine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt (sog. „Interessenabwägung“).

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:
Krankheitsbedingte Kündigung: Schlechte Aussichten

Die fristlose Kündigung

Hierbei handelt es sich juristisch nicht mehr um eine „ordentliche“, sondern um eine „außerordentliche“ Kündigung. Die fristlose Entlassung ist zugleich die wohl drastischste Form der Kündigung. Sie kann daher nur in besonders schweren Fällen ausgesprochen werden.

Zu den Gründen für eine fristlose Kündigung gehören beispielsweise eine Straftat (Diebstahl, Bestechung, Betrug, Unterschlagung, …) oder ein erheblicher Pflichtverstoß (Betriebsspionage, Rufschädigung, …), der die weitere Zusammenarbeit für den Arbeitgeber unmöglich macht. In den meisten Fällen muss der Chef aber zuvor eine Abmahnung aussprechen, die den Arbeitnehmer auf sein Fehlverhalten hinweist und ihm klarmacht, dass weitere Verstöße Konsequenzen haben. Betriebsspionage, schwerer Diebstahl und schwere Beleidigungen („Sie Arschloch!“) können mitunter aber zur sofortigen Entlassung führen.

Das ausführliche Dossier dazu finden Sie hier:
Fristlose Kündigung: Wann ist sie erlaubt?

Fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

Die fristlose Kündigung gilt im Arbeitsrecht als außerordentliche Kündigung. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie nicht nur vom Chef, sondern auch vom Arbeitnehmer selbst ausgesprochen werden.

Möglich wird sie, wenn dem Arbeitnehmer aus einem „wichtigen Grund“ nicht länger zumutbar ist, für das aktuelle Unternehmen zu arbeiten.

So darf der Arbeitnehmer zum Beispiel eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn die im Arbeitsvertrag vereinbarte Entlohnung über längere Zeit ausbleibt; wenn der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt, schikaniert (Mobbing?) oder gar tätlich angegriffen oder sexuell belästigt wird; wenn der Arbeitgeber nachweisliche Straftaten begeht oder von seinen Mitarbeitern kriminelles Vorgehen (etwa Betrug oder Bestechung) verlangt.

Allerdings: Auch wenn diese Fälle einen triftigen Grund für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer darstellen – Sie müssen in jedem Fall Fristen beachten (siehe nächster Abschnitt). Nach § 626 Absatz 2 BGB ist der Kündigende verpflichtet, innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Auslösers (also dem „wichtigen Grund“) zu reagieren.

Zudem müssen Sie – auf Verlangen – dem Arbeitgeber den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen. Erst dann gilt auch die außerordentliche Kündigung.

Häufige Fragen zum Kündigungsschreiben

Beim Kündigungsschreiben wollen Sie verständlicherweise alles richtig machen. Niemand möchte durch Fehler bei der Kündigung einen möglichen Übergang zum neuen Arbeitgeber gefährden. Da es im Arbeitsrecht eine Menge zu beachten gilt, ist die Unsicherheit groß.

Wir haben deshalb die häufigsten Fragen unserer Leser zum Kündigungsschreiben hier noch einmal in einer FAQ-Liste zusammengefasst und beantwortet…

Auf welches Datum muss ich kündigen: Zum 31. oder zum 1.?

In der Regel wird die Kündigung zum Monatsende ausgesprochen. Also zum Beispiel zum 31.12. oder zum 30.6. Sie kündigen richtig zum letzten Arbeitstag. Die einschlägige Formulierung hierfür lautet etwa: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der [Beendigungsdatum/Monatsende].“ Oder: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht. Dieses endet mit Ablauf des 31.MM.JJJJ.“

Die Kündigungsfrist beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, an dem die Kündigung beim Arbeitgeber eingeht.

Droht mir eine Zahlungssperre beim Arbeitslosengeld?

Wer selbst kündigt, unterliegt einer dreimonatigen Sperre des Arbeitslosengeldes I (ALG 1).

Ausnahmen sind Fälle, in denen Sie gemobbt wurden, einer Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz ausgesetzt waren und deshalb aus Selbstschutz kündigen mussten. Allerdings müssen Sie diese Fälle (ärztlich) nachweisen können. Eine Garantie auf einen Wegfall der Sperre gibt es allerdings auch nicht.

Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen müssen. Sei es, weil zum Beispiel Ihr Partner an einem anderen Ort arbeitet. Oder weil Sie einen Angehörigen pflegen müssen.

Kann ich mit dem Kündigungsschreiben auch einen Job kündigen, den ich noch gar nicht angetreten habe?

Gemeint ist eine sogenannte „Kündigung vor Arbeitsantritt“. So etwas ist heikel, da man es sich mit diesem Arbeitgeber für die Zukunft definitiv verscherzt und man nicht weiß wie gut der Arbeitgeber mit anderen vernetzt ist.

Ob es rechtlich möglich ist, hängt von entsprechenden Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten. In der Probezeit beträgt diese zwei Wochen.

Alternativ ist eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber sinnvoll.

Soll ich das Kündigungsschreiben per Post schicken oder persönlich übergeben?

Mehr Stil und Größe hat es, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen und so die Kündigung auszusprechen. Das gilt vor allem, wenn Sie sich im Guten trennen und keine Probleme mit dem Vorgesetzten bestehen.

Natürlich können Sie auch per Post kündigen. Ob in der Probezeit oder nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit: Sie wirken immer souveräner, wenn Sie das Schreiben persönlich überreichen.

Kann ich wegen Krankheit während der Probezeit gekündigt werden?

Eine Krankheit schützt Sie nicht vor einer Kündigung. Sie können zwar nicht gekündigt werden, nur weil Sie während der Probezeit krank werden. In der Probezeit gilt aber kein Kündigungsschutz. Heißt: Man muss Ihnen gar keinen (korrekten) Grund nennen, sondern kann Sie einfach so feuern – mit einer Frist von zwei Wochen.

Unter bestimmten Voraussetzung kommt allerdings auch eine fristlose Kündigung in Betracht: Zum Beispiel, wenn man Sie beim Blaumachen erwischt und Sie die Krankheit nur vorgetäuscht haben.

Außerhalb der Probezeit gilt allerdings wieder der gesetzliche Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber braucht dann einen triftigen Grund, um Ihnen (krankheitsbedingt) zu kündigen. Das wäre der Fall, wenn das Ende der Erkrankung nicht absehbar ist („negative Gesundheitsprognose“) und es dem Arbeitgeber deshalb wirtschaftlich nicht zuzumuten wäre, Sie weiter zu beschäftigen.

Kann ich die Kündigung rückgängig machen?

Ist eine Kündigung schriftlich und formell korrekt erfolgt, gilt sie. Ein Versehen oder Rückzug gibt es dabei nicht. Einzige Ausnahme: Arbeitnehmer UND Arbeitgeber stimmen der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu. Dann kann die Kündigung als unwirksam betrachtet werden.

Wurde die Kündigung dagegen nur mündlich ausgesprochen – zum Beispiel im Affekt und aus Wut – ist sie höchstwahrscheinlich unwirksam. Das könnten Sie zurücknehmen und und sich dafür entschuldigen.

Ich habe das Kündigungsschreiben schon eingereicht. Was passiert mit meinem Resturlaub?

Ihr Urlaubsanspruch bleibt nach der Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzlich zugesicherte Resturlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben.

War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub laut Arbeitsrecht nur anteilig gewährt werden.

Muss ich den Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben nennen?

Warum Sie kündigen, können Sie im Kündigungsschreiben erwähnen – müssen Sie aber nicht. Ob Sie den Kündigungsgrund nennen, hängt eher davon ab, ob Sie sich im Guten oder Schlechten trennen. Frust gehört NIE in ein Kündigungsschreiben – egal wie unglücklich und unzufrieden Sie bei diesem Arbeitgeber waren.

Und wer noch ein gutes Arbeitszeugnis bekommen will, sollte ohnehin nicht erwähnen, er oder sie den Job, den Chef, die Kollegen satt hatte oder endlich fair bezahlt werden will. Sprechen Sie – wenn überhaupt – nur von den reizvollen Herausforderungen des neuen Jobs oder der Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Ab wann muss ich die Kündigung aussprechen?

Ein Arbeitnehmer kann jederzeit kündigen. Erst ab diesem Datum läuft die Kündigungsfrist. Diese ist in der Regel im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festgelegt. Entscheidend ist, wann Sie aus dem Vertrag heraus wollen. Sofern vertraglich nichts anderes geregelt ist, haben Sie als Arbeitnehmer in der Regel eine 4-monatige Kündigungsfrist. Spätestens vier Wochen vor dem gewünschten letzten Arbeitstag sollte Ihrem Arbeitgeber das Kündigungsschreiben vorliegen. Wenn die Kündigung beschlossene Sache ist, lässt sich aber jederzeit und eher mit dem Chef darüber reden. Es ist sogar nur fair, ihn rechtzeitig einzuweihen und zu informieren.

Kann das Kündigungsschreiben auch frühzeitig eingereicht werden und sich auf einen späteren Austrittstermin beziehen?

Sie haben die Entscheidung getroffen, den Job zu wechseln, und die Jobsuche war schon erfolgreich? In dem Fall müssen Sie keine Wochen warten, bevor Sie Ihr Kündigungsschreiben einreichen. Bei der Kündigungsfrist handelt es sich lediglich um eine Mindestangabe.

Solange Sie in Ihrem Kündigungsschreiben klar und zweifelsfrei deutlich machen, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam werden soll, können Sie das Schreiben auch vorher einreichen. So können Sie mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist beispielsweise auch schon im September das Kündigungsschreiben an das Unternehmen übermitteln und das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31. Dezember beenden. Das Arbeitsrecht lässt Ihnen da freie Hand.

Spricht etwas formal dagegen, die Kündigung in der Du-Form zu schreiben?

Da sich mit der Kündigung die (Arbeits-)Beziehung grundsätzlich ändert und es ein formelles Schreiben ist, empfehlen wir immer die neutrale SIE-Form. Das „Du“ macht den Schlussstrich nicht sympathischer. Kündigung bleibt Kündigung.

Ich möchte eher aus dem Arbeitsvertrag. Was kann ich tun, wenn man mir einen Aufhebungsvertrag verweigert?

Die Verlockung ist groß eine vorzeitige Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu provozieren. Wer extra zu spät zur Arbeit kommt, weniger leistet oder krankfeiert, begründet eine verhaltensbedingte bis fristlose Kündigung (etwa wegen Arbeitsverweigerung). Das kann sogar später im Arbeitszeugnis stehen – und läuft einem dann ein Arbeitsleben lang nach. Also keine gute Idee.

Wesentlich klüger ist es, hierbei eine gütliche Einigung per Verhandlung zu finden. Zur Not mithilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht. Der findet im Arbeitsvertrag vielleicht eine hilfreiche Klausel um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen.

Aus welchen Gründen kündigen die meisten Arbeitnehmer?

Die häufigsten Kündigungsgründe von Arbeitnehmern sind (oft in der Reihenfolge genannt):

➠ Fehlende Wertschätzung (durch den Chef)
➠ Schlechte Bezahlung
➠ Nervige Kollegen, mieses Arbeitsklima
➠ Keine Perspektiven, Entwicklungschancen
➠ Karriereschritt durch Jobwechsel
➠ Langeweile, fehlende Herausforderungen
➠ Kein Ausgleich für Überstunden
➠ Allgemeine Unzufriedenheit
➠ Zu hoher Leistungsdruck
➠ Mobbing / sexuelle Belästigung
➠ Keine flexiblen Arbeitsmodelle
➠ Unternehmenskrise / Pleite
➠ Familiäre Gründe
➠ Gesundheitliche Gründe

Wie begründe ich die Kündigung in der Bewerbung?

Egal, ob Sie gekündigt wurden oder das Kündigungsschreiben selbst eingereicht haben: Bei der Bewerbung ist eine sogenannte Hin-Zu-Motivation entscheidend. Also, warum Sie sich „hin zu diesem Arbeitgeber“ bewerben und nicht etwa „weg von“ dem bisherigen Unternehmen wollen. Wie das genau funktioniert, erklären wir Ihnen in diesem Video:



Vertiefende Artikel zur Kündigung

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

10. Juli 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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