Kündigungsschreiben: Vorlagen, Muster, Tipps für Arbeitnehmer

Beim schriftlichen Kündigungsschreiben müssen Arbeitnehmer auf mindestens 8 wichtige Details achten. Kommt es bei Aufbau, Inhalt oder Kündigungsfristen zu Formfehlern, kann die Kündigung juristisch unwirksam sein.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine korrekte Kündigung schreiben sowie auf welche Vorschriften und formalen Regeln Sie im Kündigungsschreiben unbedingt achten müssen. Dazu erhalten Sie ein kostenloses Kündigungsschreiben Muster, das Sie direkt online im Browser editieren und später als PDF speichern und zur Kündigung nutzen können…

Kündigungsschreiben: Vorlagen, Muster, Tipps für Arbeitnehmer

Anzeige

Kündigungsschreiben Muster: Gleich im Browser editieren

So sieht ein formal korrektes Kündigungsschreiben aus: Den folgenden Musterbrief können Sie nutzen, um Ihre Kündigung beim Arbeitgeber einzureichen. Zum Editieren des Kündigungsschreibens für Arbeitnehmer einfach auf den Kasten klicken und den Mustertext umschreiben. Anschließend per Copy & Paste in eine Textverarbeitung (z.B. MS Word) kopieren und ausdrucken.

Kündigungsschreiben Vorlage: Kündigung Arbeitsvertrag für Arbeitnehmer


Max Mustermann
Phantasiestraße 1
12345 Beispielstadt


Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Muster
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen
Datum (TT.MM.JJJJ)



Kündigung meines Arbeitsvertrages
Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Muster,

hiermit kündige ich ordentlich und fristgerecht meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung und unter Einhaltung der Kündigungsfrist der TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die bisher gute und kollegiale Zusammenarbeit. Ich konnte viel lernen und bin für die Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt des Kündigungsschreibens sowie das genannte Datum, an dem der Arbeitsvertrag endet. Zudem bitte ich darum, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen und mir dies zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zu schicken.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel

Download: Kündigungsschreiben Vorlagen

Das Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer – ebenso eine Kurzfassung – können Sie sich hier kostenlos als Word-Datei herunterladen:

Anzeige

Kündigungsschreiben Vorlagen für Wohnung, Versicherung, etc.

Falls es Ihnen schwer fällt, eine Kündigung zu schreiben – kein Problem. Im Folgenden finden Sie weitere Muster für ein Kündigungsschreiben. Diese können Sie sich als Word-Vorlage kostenlos herunterladen, bearbeiten und ausdrucken.

Download: 4 kostenlose Kündigungsmuster

Sie möchten noch andere Verträge kündigen – für eine Mietwohnung, Ihr Fitnessstudio, den Handyvertrag oder eine Versicherung? Wir haben die passenden Kündigungsschreiben und Vorlagen dazu:

Anzeige

Vorschriften: Was gehört in ein Kündigungsschreiben?

Eine Kündigung zu schreiben, ist unkompliziert. Für ein Kündigungsschreiben benötigen Sie nicht mehr als diese Formulierung: „hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum TT.MM.JJJJ.“ Das reicht. Damit das Kündigungsschreiben rechtsgültig ist, müssen allerdings ein paar Regeln und Vorschriften eingehalten werden. Hier die Übersicht der wichtigsten formalen Grundregeln:

  • Schriftlichkeit: Die wichtigste Regel für das Kündigungsschreiben lautet nach § 623 BGB: Sie muss schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung sowie eine Kündigung per E-Mail, SMS, Fax oder Whatsapp ist unwirksam.
  • Eindeutigkeit: Die Kündigungsaussage selbst muss „eindeutig“ sein. Für den Empfänger (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber) muss sofort klar sein, dass jemand kündigen will. Dazu reichen im Betreff das Wort „Kündigung“ oder direkt im ersten Satz die Formulierung: „Hiermit kündige ich…“
  • Briefkopf: Der Briefkopf muss zwei Adressen enthalten – Ihre Anschrift und die des Unternehmens, dessen Vertrag gekündigt werden soll. Achtung: Beide Namen und Anschriften müssen korrekt geschrieben sein!
  • Datum: Ein rechtskräftiges Kündigungsschreiben benötigt zwingend zwei Datumsangaben: Das aktuelle Datum des Kündigungsschreibens sowie das Datum zu welchem Termin das Vertragsverhältnis beendet werden soll. Bei Arbeitsverträgen ist zudem die gesetzliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB Abs. 1) zu beachten. Es sei denn der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag regeln etwas anderes.
  • Unterschrift: Das Kündigungsschreiben muss immer eigenhändig und mit vollem Namen unterschrieben werden. Elektronische oder eingescannte Unterschriften gelten nicht. Ohne Unterschrift bleibt die Kündigung ungültig.
  • Kündigungsgrund: Bei einer regulären („ordentlichen“) Kündigung müssen Sie KEINEN Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben nennen. Der wird erst bei einer fristlosen Kündigung Pflicht.
  • Zugang: Der sogenannte „Zugang“ entscheidet darüber, WANN die Kündigung rechtswirksam wird. Wird das Kündigungsschreiben persönlich übergeben (idealerweise vor Zeugen), gilt es sofort. Ebenso wenn der Arbeitnehmer die Kündigung in der Personalabteilung abgibt. Wird die Kündigung per Post verschickt, gilt sie erst als „empfangen“, sobald sie im Machtbereich des zu Kündigenden ist. Dazu reicht der Briefkasten oder die Poststelle meist aus. Achtung: Das gilt auch umgekehrt – beispielsweise wenn Sie noch im Urlaub sind und die Kündigung erst nach der Rückkehr entdecken. Die Widerspruchsfrist von drei Wochen beginnt, sobald die Kündigung formal zugestellt wurde.
Anzeige

Kündigungsschreiben verfassen: Tipps zu Aufbau & Inhalt

Auch wenn das Kündigungsschreiben nur wenige Zeilen und Text benötigt: Hier stecken die Tücken im Detail. Wenn Sie eine Kündigung schreiben, müssen Sie bei Aufbau und Inhalt auf diese Punkte bitte immer achten:

Briefkopf (Pflicht)

Jedes Kündigungsschreiben beginnt mit den persönlichen Daten – Ihrem vollständigen Namen und der aktuellen Anschrift. Dazu kommt der vollständige (Firmen-)Name und die Anschrift des Arbeitgebers. Bei größeren Unternehmen ist es sinnvoll, zusätzlich die Personalnummer und ein Geburtsdatum zu nennen, um eine Verwechslungsgefahr auszuschließen. Lesen Sie alle Angaben im Kündigungsschreiben immer Korrektur! Beispiel für den Briefkopf:


Max Mustermann ✉ Beispielstr. 1, 98765 Musterstadt
Personalnummer: MM987654-123

Datum (Pflicht)

Im Kündigungsschreiben müssen Sie zwei Datumsangaben machen: Das Datum des Schreibens oben rechts – es dient nicht zuletzt als Nachweis der fristgerechten Zustellung. Und das Datum wann das Beschäftigungsverhältnis enden soll – also den letzten offiziellen Arbeitstag. Geltende Kündigungsfristen sind natürlich einzuhalten.

Betreff (Pflicht)

Wie jedes offizielle Dokument benötigt das Kündigungsschreiben einen Betreff. Aus Gründen der Eindeutigkeit sollte hier „Kündigung“ stehen. Dazu können Sie entweder Ihre Personalnummer angeben. Oder das Datum, an dem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde oder enden soll. Beispiel für die Betreffzeile:


Kündigung meines Arbeitsvertrages vom TT.MM.JJJJ zum TT.MM.JJJJ
Meine Personalnummer: MM987654-123

Anrede (Pflicht)

Die Kündigung muss sich an eine zuständige Person richten, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“. Entweder richten Arbeitnehmer Ihre Kündigung persönlich an den Chef oder an die Personalabteilung. Wer zuständig ist, sollten Sie vorher in Erfahrung bringen.

Kündigungserklärung (Pflicht)

Grundlegender Inhalt im Kündigungsschreiben ist die sogenannte Kündigungserklärung – die unmissverständliche Aussage, dass Sie das Arbeitsverhältnis beenden wollen. Diese befindet sich zwingend im Einleitungssatz. Hierzu reicht ein knapper Satz, der mit den Worten „hiermit kündige ich…“ beginnt. Beispiel-Formulierungen:


Hiermit kündige ich mein meinen Arbeitsvertrag zum TT.MM.JJJJ.

Hiermit kündige ich fristgerecht und ordnungsgemäß meinen bestehenden Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Termin.

Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Begründung (Optional)

Eine ordentliche Kündigung braucht keine Begründung. Diese ist im Kündigungsschreiben freiwillig. Wenn Sie dem Arbeitgeber dennoch einen Hinweis geben wollen, warum Sie kündigen, sollten Sie sachlich bleiben. Verbale Abrechnungen sind tabu. Beispiel-Formulierungen:


Ich habe mich aus beruflichen Gründen dazu entschieden, das bestehende Arbeitsverhältnis nicht fortzusetzen.

Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, meine Berufstätigkeit fortzusetzen.

Wie ich Ihnen im persönlichen Gespräch schon mitgeteilt habe, liegen die Gründe meines Ausscheidens vor allem in den fehlenden Perspektiven.

Danksagung (Optional)

Wenn Sie im Guten gehen, sollten Sie sich im Kündigungsschreiben kurz für die Zusammenarbeit bedanken. Das zeugt von Größe und Respekt. Irgendwas Positives, Lehrreiches, Erfahrungen, Know-how nimmt man immer mit. Ein, zwei kurze Sätze reichen. Formulierungen für die Danksagung können lauten:


An dieser Stelle möchte ich mich für die bisherige, gute Zusammenarbeit bedanken. Ich konnte viel für meinen beruflichen Werdegang lernen. Ich wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin alles Gute.

Vielen Dank für das gezeigte Vertrauen und die bislang positive Zusammenarbeit. Ich durfte in den vergangenen Jahren hier viel lernen und konnte mich persönlich wie beruflich entwickeln. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben.

Ich bedanke mich für die lehrreiche und angenehme Zeit in Ihrem Unternehmen. Ich konnte mich hier fachlich wie persönlich weiterentwickeln und zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen gewinnen. Dafür bedanke ich mich herzlich.

Haben Sie herzlichen Dank für die kollegiale Zusammenarbeit. Ich konnte mich hier auf fachlicher und persönlicher Ebene weiterentwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar.

Bitte um qualifiziertes Arbeitszeugnis (Empfohlen)

Im Kündigungsschreiben sollten Sie den Arbeitgeber ebenfalls darum bitten, den Beendigungstermin schriftlich zu bestätigen. Den Empfang des Kündigungsschreibens muss der Arbeitgeber indes NICHT bestätigen, ein Recht darauf gibt es nicht. Dennoch ist die Bitte ratsam: Falls der Chef dieser nachkommt, haben Sie einen schriftlichen Beweis.

Zusätzlich sollten Sie im Kündigungsschreiben um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis bitten. Erstens haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf. Zweitens benötigen Sie das Arbeitszeugnis für die Bewerbung und als Nachweis der Beschäftigung im Lebenslauf. Formulierungen für abschließende Bitten können lauten:


Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Erhalt der Kündigung und das Aufhebungsdatum. Zusätzlich bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

Bestätigen Sie mir bitte kurz den Empfang der Kündigung in schriftlicher Form. Ferner möchte ich Sie bitten, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen, das Sie an oben genannte Adresse schicken können.

Ich möchte Sie bitten, mir den Erhalt der Kündigung und das Kündigungsdatum des Arbeitsverhältnisses schriftlich zu bestätigen. Bitte stellen Sie mir außerdem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus.

Grußformel & Unterschrift (Pflicht)

Das Kündigungsschreiben MUSS eigenhändig unterschrieben werden, sonst ist sie womöglich unwirksam. Kein eingefügtes Bild der Unterschrift, auch nicht der getippte Name! ACHTUNG: Eine Kündigung ist endgültig. Die mündliche Aussage in Rage „Ich kündige“ ist zwar nicht rechtsbindend. Sobald Sie aber formal korrekt und schriftlich gekündigt haben, lässt sich das nicht mehr zurücknehmen. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es nicht.

Anzeige

Kündigungsschreiben bei befristetem Vertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag sieht keine Kündigung oder Kündigungsfrist vor, da er von vornherein auf eine bestimmte Dauer begrenzt ist. Das Arbeitsverhältnis endet mit dem Ablauf des Vertrages automatisch. Eine vorzeitige Kündigung ist laut § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) für Arbeitnehmer nur möglich, wenn das eine entsprechende Kündigungsklausel im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festlegt. Eine weitere Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse vorzeitig zu beenden, ist die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Die ist aber nur bei einer schweren Pflichtverletzung des Arbeitgebers möglich.

Anzeige

Kündigungsschreiben Vorbereitung

Eine Kündigung ist nichts, was man spontan entscheidet. Die meisten Arbeitnehmer stehen danach kurzfristig ohne Job da. Damit keine „Lücke“ im Lebenslauf entsteht, sollten Sie gute Gründe dafür haben. Welche? Tipps dazu finden Sie in diesem kostenlosen PDF. Darüberhinaus empfehlen wir:

  • Beginnen Sie noch vor Abgabe des Kündigungsschreibens mit der Jobsuche und Bewerbung. Sie sparen so wertvolle Zeit. Außerdem ist es leichter, sich aus eine ungekündigten Position zu bewerben als aus der Arbeitslosigkeit.
  • Bereiten Sie sich auf ein Kündigungsgespräch vor. Entweder, weil der Chef mit Ihnen über die Kündigungsgründe sprechen will – oder weil Sie der Kündigung widersprechen wollen.
  • Reden Sie mit Familie oder Freunden über Ihre Kündigung. Emotionaler Rückhalt ist wichtig.
  • Sobald das Kündigungsschreiben überreicht wurde, arbeiten Sie für Ihren guten Ruf. Bleiben Sie bis zum Ausscheiden professionell, freundlich, engagiert und lassen Sie sich nichts zu Schulden kommen. Alles andere kann einer Bewerbung schaden.
Anzeige

Kündigungsfristen im Kündigungsschreiben beachten

Das Arbeitsrecht legt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterschiedliche Kündigungsfristen fest. Entscheidend ist, wer die Kündigung ausgesprochen hat.

Gesetzliche Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Kündigt der Arbeitnehmer, beträgt die „Grundkündigungsfrist“ vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Diese Frist bleibt für Arbeitnehmer immer gleich lang – solange keine längere Frist vereinbart wurde. Egal, ob Sie seit einem Jahr oder seit 15 Jahren beschäftigt sind, müssen Sie lediglich vier Wochen vor dem geplanten Ausscheiden die Kündigung einreichen (siehe Grafik).

Kündigungsfrist Arbeitnehmer Übersicht

Bitte beachten Sie: Wer kündigt, hat den Arbeitsplatzverlust selbst herbeigeführt. Daher droht Ihnen in den meisten Fällen eine Sperre beim Arbeitsamt von bis zu zwölf Wochen für das Arbeitslosengeld (ALG 1).

Gesetzliche Kündigungsfristen für Arbeitgeber

Bei der Kündigung durch den Arbeitgeber verlängert sich die Kündigungsfrist mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Hier gelten folgende gesetzliche Fristen:

Kündigungsfristen Arbeitgeber Übersicht

Zwar können beide Vertragsparteien eine längere Kündigungsfrist vereinbaren. Diese muss aber IMMER im Interesse des Arbeitnehmers sein. Mehrere Jahre an ein Unternehmen gekettet zu sein, erfüllt diese Vorschrift nicht. Deshalb liegt nach herrschender Rechtsprechung die maximale Kündigungsfrist bei sieben Monaten. Zu lange Kündigungsfristen würden einen Jobwechsel erschweren und die Berufsfreiheit einschränken. Diese ist durch Art. 12 Grund­ge­setz (GG) geschützt. Was Sie zur Kündigung in der Probezeit beachten müssen, zeigen wie Ihnen HIER.

Kündigungsarten

Zunächst ist eine Kündigung eine „einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung“. Damit sie rechtskräftig wird, muss die andere Vertragsseite erstens nicht zustimmen („einseitig“) – sie muss das Kündigungsschreiben lediglich erhalten („empfangsbedürftig“). Im Gegensatz zu einem Aufhebungsvertrag, den beide Parteien einvernehmlich schließen, beendet die Kündigung ein Vertragsverhältnis oder Arbeitsverhältnis – unabhängig davon, ob die andere Seite damit einverstanden ist oder nicht. Entsprechend wird im Arbeitsrecht zwischen zwei „Formen der Kündigung“ unterschieden:

  • Eigenkündigung: Der Arbeitnehmer kündigt seinen Job.
  • Fremdkündigung: Der Chef kündigt dem Arbeitnehmer.

Dazu kommen zwei „Kündigungsarten“. Sie sind an jeweils unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft. Unterschieden werden:

Die ordentliche Kündigung

Dabei handelt es sich um eine fristgemäße Kündigung, die die gesetzlichen Kündigungsfristen einhält. Hierzu zählen:

  • Die verhaltensbedingte Kündigung: Dauerhaftes Zuspätkommen, Blaumachen (ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), Beleidigung von Vorgesetzten, sexuelle Belästigung, eine unzulässige Nebentätigkeit können zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen.
  • Die personenbedingte Kündigung: Diese Kündigung kann nur ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines schweren Unfalls nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. In dem Fall muss die Genesungsprognose durch einen Arzt negativ sein.
  • Die krankheitsbedingte Kündigung: Sie ist mit der personenbedingten verwandt. Auch hier müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Eine negative Gesundheitsprognose. Zudem müssen die Betriebsabläufe durch die Krankheit massiv Schaden nehmen („Interesssenbeeinträchtigung“). Und der Arbeitgeber muss nachweisen, dass es ihm nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten und es keine andere Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt („Interessenabwägung“).
  • Die betriebsbedingte Kündigung: Aufträge bleiben aus, ein Standort muss geschlossen werden, eine Insolvenz – das können Kündigungsgründe für eine betriebsbedingte Kündigung sein. Eine allgemeine wirtschaftliche Schieflage oder kurzfristige Umsatzeinbrüche reichen aber nicht.

Die außerordentliche Kündigung

Sie übergeht und verkürzt geltende Kündigungsfristen aus triftigem Grund. Hierzu zählen:

  • Die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber: Zu den Gründen der fristlosen Kündigung gehören eine Straftat (Diebstahl, Betrug, etc.) oder ein erheblicher Pflichtverstoß (Betriebsspionage, Rufschädigung, etc.), der die weitere Zusammenarbeit unmöglich macht. In den meisten Fällen muss der Chef zuvor eine Abmahnung aussprechen.
  • Die fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer: Arbeitnehmer dürfen fristlos kündigen, wenn das Gehalt über längere Zeit nicht gezahlt wird; wenn der Mitarbeiter durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt oder schikaniert (Mobbing?) wird; wenn der Arbeitgeber Straftaten begeht oder von den Mitarbeitern kriminelles Handeln verlangt.

Eine ausführliche Übersicht zu den Kündigungsarten und Voraussetzungen können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen.

Häufige Fragen zum Kündigungsschreiben

Beim Kündigungsschreiben wollen Sie verständlicherweise alles richtig machen. Niemand möchte durch Fehler bei der Kündigung einen möglichen Übergang zum neuen Arbeitgeber gefährden. Da es im Arbeitsrecht eine Menge zu beachten gilt, ist die Unsicherheit groß. Wir haben deshalb die häufigsten Fragen zum Kündigungsschreiben in einer FAQ-Liste zusammengefasst und beantwortet…

Wie muss eine schriftliche Kündigung aussehen?

Das Wichtigste an und in der schriftlichen Kündigung sind Kündigungsdatum, eindeutige Kündigungsaussage und handschriftliche Unterschrift im Kündigungsschreiben. Ansonsten sollten Sie sich kurz fassen, eine Kündigung braucht nicht viele Worte. Der Konjunktiv ist tabu. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich die Kündigung und den Kündigungstermin bestätigen lassen. Ein Pflicht dazu gibt es aber nicht.

Zu welchem Datum muss ich kündigen: Zum 31. oder zum 1.?

In der Regel wird die Kündigung zum Monatsende ausgesprochen. Also zum 31.12. Sie kündigen richtig zum letzten Arbeitstag.

Wie werden die 4 Wochen Kündigungsfrist berechnet?

Die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer von „vier Wochen zum Monatsende“ bedeutet: Ab dem Zeitpunkt der Kündigung warten Sie bis zum Monatsende, dann beginnt die 4-Wochen-Frist. Will der Arbeitnehmer am 1. Mai aus dem Job raus sein, muss der Arbeitgeber die Kündigung spätestens am 31. März empfangen.

Wie schreibe ich ein fristgerechtes Kündigungsschreiben?

Idealerweise recherchieren Sie vorab Ihre gesetzliche Kündigungsfrist beziehungsweise die aus Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag und kündigen zum nächstmöglichen Termin. Sollten Sie unsicher sein, hilft bei einer ordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses zur Not auch die folgende Formulierung im Kündigungsschreiben: „Sollte eine Kündigung zum TT.MM.JJJJ nicht möglich sein, kündige ich vorsorglich und hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ich bitte um kurze Bestätigung der Kündigung.“

Was muss alles im Kündigungsschreiben drinstehen?

Das Kündigungsschreiben muss zwingend folgende Angaben enthalten: Vollständigen Namen und Anschrift des Absenders (eventuell Personalnummer), vollständigen Namen und Anschrift des Empfängers, Datum, Betreff („Kündigung“), Anrede, Kündigungsaussage, eigenhändige Unterschrift. Freiwillig sind dagegen der Dank für die Zusammenarbeit sowie etwaige Bitten – zum Beispiel um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Was darf NICHT in der Kündigung stehen?

Ein Verbot von Angaben im Kündigungsschreiben gibt es nicht. Laut § 623 BGB müssen bei einer ordentlichen und fristgerechten Kündigung aber keine Kündigungsgründe genannt werden. Bedeutet: Eine Kündigung ohne Angabe von Kündigungsgründen ist wirksam.

Wie soll ich mich bei einer Kündigung verhalten?

Bleiben Sie bitte immer gefasst und professionell. Nehmen Sie die Kündigung ruhig entgegen und unterschreiben Sie nichts. Prüfen Sie stattdessen das Kündigungsschreiben auf formale Fehler und Wirksamkeit – im Zweifel mithilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht. Sollte die Kündigung korrekt und wirksam sein, melden Sie sich umgehend bei der Arbeitsagentur als „arbeitssuchend“ und beginnen Sie mit der Jobsuche und Bewerbung.

Wie verhält man sich bei drohender Kündigung?

In dem Fall fragen Sie sich zuerst, ob es sich zu kämpfen lohnt. Ist es vielleicht ein Wink des Schicksals einer möglichen Karrieresackgasse zu entkommen? Bitten Sie andere um deren Einschätzung. Ansonsten: Suchen Sie das Gespräch mit dem Chef. Zeigen Sie mehr Engagement und versuchen Sie, wieder positiv aufzufallen. Etwa durch die Übernahme neuer (wichtiger) Projekte. In jedem Fall sollten Sie jetzt Ihre Finanzen checken und Kosten reduzieren sowie Polster aufbauen.

Ab wann muss ich die Kündigung aussprechen?

Ein Arbeitnehmer kann jederzeit kündigen. Entscheidend ist, wann Sie aus dem Vertrag heraus wollen. Sofern vertraglich nichts anderes geregelt ist, haben Sie als Arbeitnehmer eine 4-monatige Kündigungsfrist. Spätestens vier Wochen vor dem gewünschten letzten Arbeitstag sollte Ihrem Arbeitgeber das Kündigungsschreiben vorliegen. Wenn die Kündigung beschlossene Sache ist, lässt sich aber jederzeit und früher mit dem Chef darüber reden. Es ist sogar fair, ihn rechtzeitig einzuweihen und zu informieren.

Kann das Kündigungsschreiben früher eingereicht werden?

Sie haben die Entscheidung getroffen, den Job zu wechseln, und die Jobsuche war schon erfolgreich? In dem Fall müssen Sie keine Wochen warten, bevor Sie Ihr Kündigungsschreiben einreichen. Bei der Kündigungsfrist handelt es sich um eine Mindestangabe. Solange Sie im Kündigungsschreiben zweifelsfrei schreiben, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam werden soll, können Sie das Schreiben auch vorher einreichen. Mit einer 4-wöchigen Kündigungsfrist könnten Sie auch im September schon das Arbeitsverhältnis zum 31. Dezember beenden.

Ich möchte früher aus dem Arbeitsvertrag. Was kann ich tun?

Die Verlockung ist groß, eine vorzeitige Kündigung zu provozieren. Wer extra zu spät zur Arbeit kommt, weniger leistet oder krankfeiert, begründet eine verhaltensbedingte bis fristlose Kündigung (etwa wegen Arbeitsverweigerung). Das kann aber im Arbeitszeugnis stehen – und läuft einem dann ein Arbeitsleben lang bei jeder Bewerbung nach. Keine gute Idee! Klüger ist, eine gütliche Einigung per Verhandlung zu finden. Zur Not mithilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht. Der findet im Arbeitsvertrag vielleicht eine Klausel, um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen.

Droht mir eine Zahlungssperre beim Arbeitslosengeld?

Wenn Sie den Job kündigen, droht Ihnen bei Arbeitsagentur eine 3-monatige Sperre für das ALG 1. Das gilt auch, falls Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Ausnahmen sind Fälle, in denen Sie gemobbt wurden oder einer Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt waren und aus Selbstschutz kündigen mussten. Allerdings müssen Sie diese Fälle (ärztlich) nachweisen. Eine Garantie auf einen Wegfall der Sperre gibt es aber nicht. Eine weitere Ausnahme: Wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen müssen. Melden Sie sich in jedem Fall frühzeitig beim Arbeitsamt als „arbeitssuchend“, um Auszahlungsverzögerungen zu vermeiden.

Kann ich einen Job kündigen, den ich noch gar nicht angetreten habe?

Gemeint ist eine „Kündigung vor Arbeitsantritt“. Heikel! Da man es sich mit diesem Arbeitgeber definitiv verscherzt. Schlimmstenfalls ist Arbeitgeber mit anderen gut vernetzt. Ob es rechtlich möglich ist, hängt von Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten. In der Probezeit beträgt diese zwei Wochen. Alternativ zum Kündigungsschreiben ist eine gütliche Einigung denkbar.

Kündigungsschreiben per Post schicken oder persönlich übergeben?

Mehr Stil und Größe hat es, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen. Erst recht, wenn Sie sich im Guten trennen. Sie können aber auch per Post kündigen.

Kann ich wegen Krankheit in der Probezeit gekündigt werden?

Eine Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Sie können zwar nicht gekündigt werden, weil Sie während der Probezeit krank werden. In der Probezeit gilt aber kein Kündigungsschutz. Es braucht also keinen Grund, um Sie feuern zu können. Der muss auch nicht genannt werden. Unter bestimmten Voraussetzung kommt sogar eine fristlose Kündigung in Betracht: Zum Beispiel, wenn Sie beim Blaumachen erwischt werden. Außerhalb der Probezeit gilt wieder der gesetzliche Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber braucht dann einen triftigen Grund, um Ihnen (krankheitsbedingt) zu kündigen.

Nach dem Kündigungsschreiben: Was passiert mit meinem Resturlaub?

Ihr Urlaubsanspruch bleibt nach der Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzliche Resturlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben. War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub laut Arbeitsrecht nur anteilig gewährt werden.

Spricht etwas gegen ein Kündigungsschreiben in Du-Form?

Da sich mit der Kündigung die Arbeitsbeziehung grundsätzlich ändert und es ein formelles Schreiben ist, empfehlen wir die neutrale SIE-Form im Kündigungsschreiben. Das „Du“ macht den Schlussstrich nicht sympathischer. Kündigung bleibt Kündigung.

Aus welchen Gründen kündigen die meisten Arbeitnehmer?

Die häufigsten Kündigungsgründe von Arbeitnehmern sind (oft in der Reihenfolge genannt):

➠ Fehlende Wertschätzung (durch den Chef)
➠ Schlechte Bezahlung
➠ Nervige Kollegen, mieses Arbeitsklima
➠ Keine Perspektiven, Entwicklungschancen
➠ Karriereschritt durch Jobwechsel
➠ Langeweile, fehlende Herausforderungen
➠ Kein Ausgleich für Überstunden
➠ Allgemeine Unzufriedenheit
➠ Zu hoher Leistungsdruck
➠ Mobbing / sexuelle Belästigung
➠ Keine flexiblen Arbeitsmodelle
➠ Unternehmenskrise / Pleite
➠ Familiäre Gründe
➠ Gesundheitliche Gründe

Wie begründe ich die Kündigung in der Bewerbung?

Egal, ob Sie gekündigt wurden oder das Kündigungsschreiben selbst eingereicht haben: Bei der Bewerbung ist eine sogenannte Hin-Zu-Motivation entscheidend. Also, warum Sie sich „hin zum neuen Arbeitgeber“ bewerben und nicht etwa „weg von“ dem bisherigen. Wie das genau funktioniert, erklären wir in diesem Video-Tipp:



Vertiefende Artikel zur Kündigung

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

5. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

Weiter zur Startseite