Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Muster und Tipps

Eine Kündigung schreiben – der finale Schritt um einen Job zu wechseln, Konsequenzen zu ziehen und das bestehende Arbeitsverhältnis zu beenden… Das ist gar nicht so leicht. Vor allem beim Kündigungsschreiben tun sich einige Arbeitnehmer schwer. Nicht ganz zu unrecht. Denn dabei gilt es einige rechtliche Spielregeln und mögliche Formfehler zu beachten, die juristisch die Kündigung unwirksam machen können. Wir zeigen Ihnen im folgenden Dossier daher genau, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihren aktuellen Job kündigen wollen und haben Tipps und Kündigungsschreiben-Muster für Arbeitnehmer als kostenlose Vorlagen zum editieren und herunterladen zusammengestellt…

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Muster und Tipps

Kündigung Definition: Was das Arbeitsrecht sagt

Kündigung Definition: Was das Arbeitsrecht sagtLaut juristischer Definition handelt es sich bei der Kündigung um ein „empfangsbedürftiges einseitiges Rechtsgeschäft, durch das die Beendigung eines regelmäßig dauerhaft laufenden Rechtsverhältnisses (Dauerschuldverhältnis – u. a. Arbeitsverhältnis), meist nach Ablauf einer Frist, herbeigeführt werden soll.“ Klingt kompliziert, meint aber, dass durch die Kündigung ein Vertrag (von beiden Seiten geschlossen) einseitig beendet wird, wobei die Kündigung fristgerecht eingereicht eigereicht werden muss beziehungsweise auch der bestehende (Arbeits-)Vertrag erst nach Ablauf einer festgelegten Frist beendet werden kann. Deshalb ist zum Beispiel auch wichtig, dass eine Kündigung immer ein Datum enthält (Wann wurde gekündigt?), besser noch zusätzlich einen Kündigungstermin (Wann endet das Vertragsverhältnis?).

Kündigungsschreiben: Tipps und Mustervorlagen

Abschied nehmen ist immer ein bisschen wie sterben. Manche Menschen hinterlassen dabei sogar ein Lücke, die sie vollständig ersetzt. Immerhin wissen dann beide Seiten: Die Entscheidung war richtig.

Trotzdem fällt es vielen Arbeitnehmern gar nicht so leicht zu kündigen. Dabei hat das meist gute Gründe. Der Entschluss ist gefasst: Sie wollen den Job wechseln und Ihren Arbeitgeber verlassen…

Wie aber schreiben Sie als Arbeitnehmer eine Kündigung? Worauf kommt es bei der Formulierung an? Und müssen Sie den Grund nennen, weshalb Sie sich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses entschieden haben?

Die letzte Frage ist am leichtesten zu beantworten: Nein, müssen Sie nicht!

Warum Sie kündigen, können Sie im Kündigungsschreiben erwähnen, müssen Sie aber nicht. Vor allem wenn das geschieht, weil Sie den Job, den Chef, die Kollegen satt haben oder endlich fair bezahlt werden, weil Ihr bisheriger Arbeitgeber dies nicht tut, sollten Sie das so nicht sagen.

Frust gehört nicht in ein Kündigungsschreiben – egal wie unglücklich und unzufrieden Sie bei diesem Arbeitgeber waren.

Ansonsten gibt es für den Aufbau und die Formulierungen des Kündigungsschreibens keine allzu strengen Vorgaben. Viel Text sollte es ohnehin nicht sein. Halten Sie das Kündigungsschreiben lieber kurz und präzise auf den Punkt gebracht – wie in den folgenden Musterbriefen beziehungsweise Beispielen.

Sie können diese – wenn Sie möchten – auch gleich hier auf der Seite im Browser editieren und für sich anpassen und das Ergebnis per copy & paste später in Word einfügen. Dazu einfach auf den Kasten klicken:


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

TT.MM.JJJJ


Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am 01.01.2001 geschlossen habe, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum 01.11.2018.

Ich bedanke mich für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich konnte viel in diesem Unternehmen lernen und bin für die stete Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt tun zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte erstellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und lassen Sie mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)

Vielleicht etwas weniger freundlich und herzlich können Sie Ihr Kündigungsschreiben auch so formulieren…


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

TT.MM.JJJJ


Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

Kündigung meines Arbeitsvertrages

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich Ihnen meinen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie das Datum wann der Arbeitsvertrag endet schriftlich.

Überdies bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Für die bisherige Zusammenarbeit bedanke ich mich herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)

Beide Muster und Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer haben wir für Sie hier noch einmal als Vorlage kostenlos zum Download bereitgestellt:

  • WORD DOC kostenlos herunterladen Gratis IconPDF kostenlos herunterladen Gratis IconKündigungsschreiben Muster 1

  • WORD DOC kostenlos herunterladen Gratis IconPDF kostenlos herunterladen Gratis IconKündigungsschreiben Muster 2


Kündigungsschreiben Inhalt: Was muss im Kündigungsschreiben stehen?

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer Muster Inhalt Checkliste Vorlage kostenlosDie wichtigste Regel für das Kündigungsschreiben kennen Sie vermutlich schon: Eine Kündigung muss immer schriftlich auf Papier erfolgen und eigenhändig mit vollem Namen unterschrieben werden. Kündigen per E-Mail, Fax oder gar Post-it gilt nicht…

Ebenfalls entscheidend: Die Aussage muss eindeutig sein. Lamentieren und labern sowie der Konjunktiv (zugespitzt ausgedrückt: „hiermit würde ich ganz gerne mein Arbeitsverhältnis beenden…“) sind im Kündigungsschreiben tabu. Für den bisherigen Arbeitgeber muss sofort klar sein, dass Sie kündigen – und nichts anderes.

Klingt vielleicht im ersten Moment nach Wortklauberei, doch sollte es zu Problemen oder gar Streitigkeiten kommen, sind Sie nur auf der sicheren Seite, wenn Ihre Kündigung formal korrekt ist und keine Fehler aufweist. Im schlimmsten Fall landet eine vom Arbeitgeber nicht akzeptierte Kündigung sonst vor dem Arbeitsgericht.

Ein schlichtes „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Datum“ reicht völlig.

Beachten Sie bei der Kündigung Ihres Arbeitsvertrages die Einhaltung der Kündigungsfrist. In der Regel beträgt diese laut § 622 BGB Abs. 1 vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende (sogenannte „gesetzliche Kündigungsfrist“). Werfen Sie einen Blick in Ihren Arbeitsvertrag und informieren Sie sich, bis wann Sie die Kündigung einreichen müssen, damit diese wirklich wirksam ist.

Manchmal gibt es auch einen Tarifvertrag, der Vorrang hat. In dem Fall gelten dessen vorgeschriebene Kündigungsfristen (siehe auch Kasten weiter unten).

Damit Sie alle Formvorschriften einhalten und kein Risiko eingehen, haben wir eine kurze Checkliste für Ihr Kündigungsschreiben erstellt, anhand derer Sie Ihr Schreiben überprüfen können.

Check: Haben Sie alle erforderlichen Formvorschriften eingehalten?

  1. Name, Anschrift und Briefkopf

    Ihr vollständiger Name inklusive Adresse ist genau wie Name und Anschrift Ihres Arbeitgebers ein absolutes Muss in jeder Kündigung. Orientieren Sie sich dabei einfach am obigen Muster und lesen Sie die Daten immer noch einmal Korrektur, um keinen unnötigen Tippfehler zu machen.

    Genauso wichtig ist das korrekte Datum, dass Sie in Ihrem Kündigungsschreiben angeben. Dieses kann entscheidend dafür sein, ob Sie die Kündigung fristgerecht einreichen oder es möglicherweise zu Problemen kommt.

  2. Betreff oder Überschrift

    Wie andere offizielle Dokumente und Schriften gehört auch ein Betreff zu Ihrem Kündigungsschreiben. Dieser sollte für die Klarheit und Eindeutigkeit unbedingt das Wort Kündigung enthalten. Falls vorhanden können Sie an dieser Stelle auch noch Ihre Personalnummer angeben.

    Eine weitere Möglichkeit ist an dieser Stelle die Angabe des Datums, an dem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde beziehungsweise zu welchem Datum er enden soll. Ein Beispiel: Kündigung meines Arbeitsvertrages vom 1.3.2017 zum 1.8.2018

  3. Ansprechpartner und Adressat

    Entweder richten Sie Ihre Kündigung direkt an Ihren Chef oder an die Personalabteilung. Wer in Ihrem Fall zuständig ist, sollten Sie im besten Fall vorher bereits in Erfahrung gebracht haben, um sich in Ihrem Schreiben direkt an diese Person wenden zu können.

    Ihr Kündigungsschreiben sollte daher nicht mit Sehr geehrte Damen und Herren… beginnen.

  4. Klare Kündigung

    Der Text selbst muss nicht besonders lang oder ausführlich sein. Es muss jedoch klar und eindeutig herauskommen, dass Sie kündigen. Lassen Sie in Ihren Formulierungen also keinen Zweifel daran.

    Auch müssen Sie deutlich machen, dass Sie die Kündigungsfrist einhalten und somit fristgerecht Ihren Arbeitsvertrag beenden. Hierzu empfiehlt es sich, dass genaue Datum anzugeben, wann das Arbeitsverhältnis endet. Eine andere Option ist die Formulierung zum nächstmöglichen Termin.

  5. Handschriftliche Unterschrift

    Den Abschluss des Kündigungsschreibens bildet in jedem Fall Ihre handschriftliche Unterschrift. Es reicht also nicht aus, wenn Sie nur am Computer Ihren Namen unter das Dokument tippen.

    Die Kündigung muss mit Ihrer Orignalunterschrift an den Arbeitgeber übermittelt werden. Vergessen Sie also bitte nicht, die Kündigung von Hand zu unterschreiben.

Sonderfall: Kündigung innerhalb der Probezeit

Kündigung Arbeitgeber Arbeitsvertrag Frist Vorlage WordDie Probezeit zu Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses dient dem gegenseitigen Kennenlernen. In dieser Orientierungsphase zeigt sich, ob der neue Mitarbeiter nicht nur zum Team beziehungsweise zum Unternehmen passt, sondern ob die Arbeitsinhalte verstanden und bewältigt werden können.

Die Probezeit kann zwischen einem und sechs Monaten betragen, in dieser Zeit gilt eine verkürzte Kündigungsfrist. Das bedeutet, dass beide Seiten, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, innerhalb von zwei Wochen das Arbeitsverhältnis beenden können. Die letzte Gelegenheit dazu besteht am letzten Tag der Probezeit, danach gilt der gesetzliche Kündigungsschutz.

Ebenso wie bei einer ordentlichen Kündigung müssen Sie in diesem Fall keinen Grund für Ihre Kündigung angeben. Für weitere Informationen rund um die Kündigung in der Probezeit lesen Sie auch diesen Artikel:

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Keine Angst vor Veränderungen

Kaum ein Kündigungsschreiben geht dem Verfasser leicht von der Hand. Selbst wenn der Schritt bereits seit langer Zeit geplant wurde oder es viele gute Gründe gibt, die dafür sprechen, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen, bleibt bei den meisten ein ungutes Gefühl, wenn sie sich ans Schreiben einer Kündigung machen.

Zunächst einmal sei deshalb gesagt: Vor einer Kündigung brauchen Sie als Arbeitnehmer grundsätzlich keine Angst zu haben. Sind Sie nach reiflicher Überlegung zu der Entscheidung gekommen, dass Ihr momentanes Arbeitsverhältnis nicht mehr dem entspricht, was Sie sich vorstellen, können Sie jederzeit eine Kündigung schreiben und einreichen.

Klingt so einfach, ist es in der Praxis aber meist nicht. Es gilt schließlich auch die eigene Unsicherheit zu überwinden.

Einen Job zu verlieren, ist für viele Arbeitnehmer die wahrscheinlich schlimmste berufliche Entwicklung. Diesen Schritt auch noch selbst herbeizuführen, kostet deshalb eine gehörige Portion Mut.

Gleichzeitig sollten Sie sich von der Angst nicht lähmen lassen. Veränderungen bringen immer gewisse Unsicherheiten mit, die sich vorher nicht vollkommen auflösen lassen, doch sind sie unausweichlich und gerade berufliche Veränderungen sind in einigen Situationen der einzig richtige Weg.

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Worauf Sie am Arbeitsplatz achten sollten

Sollte Sie Ihr Boss später nach einer Begründung für die Kündigung fragen – bleiben Sie bitte stets höflich und durchweg positiv. Selbst wenn er Sie um Hinweise bittet, was er denn falsch gemacht habe… Achtung Falle! Ihn interessiert gar nicht Ihre Meinung, sondern das, was Sie womöglich weitererzählen könnten.

Ihre Antwort im Kündigungsgespräch lautet daher sinngemäß stets: Alles lief bestens, ich konnte viel lernen, bin darüber sehr dankbar – nur der andere Job bietet gerade sehr reizvolle Herausforderungen und ich möchte mich weiterentwickeln…

Akzeptieren Sie auch kein besseres Gegenangebot.

  • Erstens, weil Sie so unentschlossen wirken.
  • Zweitens, weil Sie bereits als illoyal gelten und die generelle Wechselbereitschaft dokumentiert haben. Sollten irgendwann Stellen doch mal gestrichen werden, steht Ihr Name jetzt eher auf der Liste.

Bevor Sie diesen finalen Schritt der Eigenkündigung einleiten, treffen Sie bitte noch ein paar Vorbereitungen: Säubern Sie aber bitte unbedingt Ihr Büro: Persönliche Dinge sowie Ihr Privateigentum sollten Sie rechtzeitig und vor allem diskret nach Hause schaffen. Das gilt besonders für private Daten auf dem Rechner, Browserverläufe, Passwörter, gespeicherte Texte oder Bilder, die man gegen Sie verwenden könnte.

Das wirkt vielleicht sehr hart, doch wenn ein Arbeitgeber es darauf anlegt, Ihnen das Leben schwer zu machen, empfiehlt es sich, auf der sicheren Seite zu sein, auch wenn dies natürlich eine Ausnahme ist und dafür spricht, dass das Arbeitsverhältnis bereits seit längerer Zeit nicht mehr funktioniert.

Legen Sie sich auch rechtzeitig einen Giftordner an, in dem Sie Ausdrucke oder Kopien von E-Mails und anderen Schriftsätzen sammeln, die Ihre Verhandlungsposition bei einem möglichen Arbeitsrechtsstreit stärken. Dazu gehören: Drohungen, Unverschämtheiten, Nötigung oder gar Anstiftung zu Straftaten wie etwa Bilanztricksereien. Dieser Ordner gehört logischerweise ebenfalls frühzeitig nach Hause geschafft.

Umgekehrt: Nehmen Sie nichts mit, das Ihnen nicht gehört, nicht einmal Büroklammern. Das ist Diebstahl und kann Sie im Streitfall Ihre Abfindung kosten.

Das betrifft übrigens auch den virtuellen Eigentum, also etwa den Fall, dass Sie Zugang zu sensiblen Informationen oder Geschäftsgeheimnissen haben. Distanzieren Sie sich deutlich davon und dokumentieren Sie so gut es geht, dass Sie diese Informationen nicht verwenden können und werden. Schon im eigenen Interesse sollten Sie sich so schnell und so strikt wie möglich von diesen Informationszuflüssen distanzieren. Dann kann man daraus nichts gegen Sie konstruieren.

Das ist keine Paranoia – Rosenkriege gibt’s auch im Berufsleben. Und die richtige Art abzutreten, ist prägend für den Ruf.

Ab jetzt arbeiten Sie nicht mehr für Ihren Chef, sondern für Ihre Reputation.

Und so gilt denn bei der Kündigung des Arbeitnehmers auch noch eine andere, nicht juristische Regel: Bleiben Sie zu jedem Zeitpunkt Profi. Egal, wie schäbig sich Ihr Arbeitgeber, Ihr Chef, Ihre Kollegen bisher verhalten haben – Sie bleiben durchweg souverän und professionell.

Das schließt unbedingt ein, beim Abschied keine offenen Rechnungen zu begleichen. Bitte keine Schmähungen, keine Werturteile, keine Beleidigungen. Das ist peinlich und macht Sie klein.

Viel besser: Beweisen Sie guten Stil selbst in der Kündigung und sprechen Sie einen Dank für die gute Zusammenarbeit aus und überreichen Sie das Kündigungsschreiben am besten persönlich. So jemand zeigt Schneid. Bitte nicht per Post oder E-Mail: Ein böswilliger Boss könnte am Ende noch behaupten, das Schreiben nie bekommen zu haben.

Alternative Aufhebungsvertrag

Alternative AufhebungsvertragAls Alternative zur Kündigung bietet der Aufhebungsvertrag einige Vorteile für Arbeitnehmer und Azubis. Allerdings lauern hierbei auch einige Fallen, die Sie unbedingt beachten und vermeiden sollten… Hier geht’s zu unserem Dossier dazu.

Kündigung schreiben: Welche Gründe sprechen für eine Kündigung

Ihrem Chef oder dem Arbeitgeber sind Sie bei einer Kündigung keine Rechenschaft schuldig. Der dahinterstehende Grund geht auch die Personalabteilung nichts an. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie nicht trotzdem einen guten Grund haben sollten.

In jedem Job gibt es gute Tage und schlechte Tage. Das gehört zum Arbeitsleben dazu. Das heißt aber nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss – erst recht, wenn man ein Leistungsträger ist. Irgendwann reicht es einfach – und der Wunsch nach einem Jobwechsel wächst, wächst, wächst.

Dennoch sollten Sie eine solche Entscheidung nicht überstürzt treffen. Sind Sie sich noch nicht sicher, ob Sie Ihren aktuellen Job wirklich kündigen sollten, liefert Ihnen unser Selbsttest vielleicht ein wenig mehr Klarheit.

Den Arbeitsvertrag kündigen – das geht ganz einfach. So ein Schreiben ist schnell formuliert, unterschrieben und abgegeben. Die Konsequenzen können aber weitreichender sein als manche Laune.

Daher haben wir eine kompakte Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten gegenübergestellt. Die können eine gründliche (Selbst-)Analyse freilich nicht ersetzen, aber wichtige Anhaltspunkte liefern:

Gute Gründe für eine Kündigung

    Gute Gründe für ein Kündigungsschreiben

  • Gesundheit

    Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger.

  • Sicherheit

    Eine Spur gefährlicher ist es, wenn tatsächlich gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden. Sei es, dass Sie konstant Lärmquellen ausgesetzt sind, Schutzvorrichtungen an scharfkantigen Fließbändern fehlen oder Sie mit gefährlichen Substanzen hantieren müssen, ohne ausreichend unterrichtet zu sein: Der Arbeitsschutz sollte immer ernst genommen werden. Kommt ein Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nach, sollten Sie ihn darauf hinweisen. Ändert sich nichts, sollten Sie entsprechende Konsequenzen daraus ziehen.

  • Langeweile

    Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn aber der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln – intern oder extern.

  • Arbeitszeit

    Zu viele Überstunden sind einer der Hauptgründe für Kündigungen, vor allem bei der Generation Y. Die schätzen ihre Freizeit mindestens so hoch ein wie die Arbeitszeit und sind um einen Ausgleich bemüht. Ebenfalls ein Manko für viele: Wenn keine flexiblen Arbeitszeiten möglich sind.

  • Stillstand

    Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Und der Laden entwickelt sich auch nicht weiter. Gut, Sie haben einen Job. Aber wie lange noch? Und wo bleibt da der Anreiz und Spaß?

  • Unsicherheit

    Zugegeben, kein Job ist heute noch sicher. Dafür verändern sich Märkte und Branchen zu schnell. Aber wenn Sie in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz oder Zukunft leben, ist das nur noch kräftezehrend – und macht auf Dauer krank (siehe oben.)

  • Neuorientierung

    Manche Arbeitnehmer haben sich über die Jahre fast schon unbemerkt von ihren eignen Interessen und Stärken entfernt und registrieren irgendwann, dass der gegenwärtige Job nicht mehr für das steht, was ihnen einst wichtig war. Eine berufliche Neuorientierung hilft dabei, den täglichen Frust und die Unzufriedenheit über die gegenwärtige Situation abzuschaffen

  • Vetternwirtschaft

    Sie racken sich jeden Tag und hören nicht mal ein Danke. Geringschätzung wäre schon so ein Kündigungsgrund. Aber wenn das dann noch mit Vetternwirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.

Schlechte Gründe für eine Kündigung

    Schlechte Gründe für ein Kündigungsschreiben

  • Frust

    Wir haben alle mal einen schlechten Tag im Job. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.

  • Kritik

    Okay, der Chef war mit Ihrer Leistung so gar nicht zufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art, sicher. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion, wo Sie sich verbessern können. Erst wenn die Kritik haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Wechsel.

  • Fehler

    Und zwar ein richtig schwerwiegender. Sie haben es so richtig vermasselt, das kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Die Scham ist groß, und es kann sein, dass man Sie dafür feuert. Klüger aber wäre die Haltung von IBM-Gründer Tom Watson: Die Firma hat gerade mehrere Hunderttausend Euro in Ihre Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes diese Erfahrung gratis bekommen? Also übernehmen Sie Verantwortung und lernen Sie daraus.

  • Chef

    Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt – zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind perfekt, wie wir auch. Auch auch Manager lassen sich managen – nur subtiler.

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Kündigung schreiben: Außerordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer

Die oben genannten Beispiele beziehen sich mehrheitlich auf die ordentliche Kündigung. Daneben gibt es aber auch die außerordentliche, fristlose Kündigung.

Sie ist immer dann möglich, wenn es aus einem wichtigen Grund dem Arbeitnehmer nicht zumutbar ist, in dem Unternehmen weiter zu arbeiten beziehungsweise, wenn es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten ist, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen.

Der Arbeitgeber darf bekanntermaßen fristlos kündigen, wenn der Arbeitnehmer ihn beispielsweise bestiehlt oder durch Mobbing, sexuelle Belästigung oder Beleidigung auffällt.

Gleiches gilt allerdings auch umgekehrt für den Arbeitnehmer, er darf ebenso eine fristlose Kündigung aussprechen. Die häufigsten Gründe sind hier:

  • Die im Arbeitsvertrag vereinbarte Entlohnung bleibt länger aus.
  • Der Arbeitnehmer wird durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt oder gar tätlich angegriffen.
  • Der Arbeitgeber begeht nachweisliche Straftaten oder verlangt kriminelles Vorgehen von seinen Mitarbeitern.

Auch wenn solche Fälle einen trifftigen Grund für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer darstellen: Er muss auch hier die gesetzliche Frist einhalten und die Kündigung in Schriftform aussprechen. Nach Ansicht des Gesetzgebers wäre es mehr als widersprüchlich, wenn der Arbeitnehmer sich nachdem er von dem Kündigungsgrund erfahren hat, noch lange Zeit ließe.

Nach § 626 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist der Kündigende verpflichtet, innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Auslösers zu reagieren.

Wichtig: In diesem Fall muss (auf Wunsch) der Kündigungsgrund dem Arbeitgeber mitgeteilt werden:

Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.

Kündigungsschreiben durch den Arbeitnehmer bei einem befristeten

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer Arbeitgeber befristeter VertragEin befristeter Arbeitsvertrag sieht für gewöhnlich keine spezielle Kündigung vor, da er von vornherein bereits auf eine bestimmte Dauer ausgelegt ist. Üblicherweise endet also das Arbeitsverhältnis, wenn das Ziel – beispielsweise das Projektende – erreicht wurde.

Eine vorzeitige ordentliche Kündigung ist daher nur möglich, wenn im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine entsprechende Kündigungsklausel dies festlegt – so geregelt im § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG):

(3) Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.
(4) Ist das Arbeitsverhältnis für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf Jahre eingegangen, so kann es von dem Arbeitnehmer nach Ablauf von fünf Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Eine weitere Ausnahme bei befristeten Arbeitsverhältnissen ist natürlich wie in den oben angesprochenen Fällen die außerordentliche, fristlose Kündigung, wenn der Arbeitgeber schwere Pflichtverletzungen begeht.

Vor dem Kündigungsschreiben: Wie Sie den Abschied vorbereiten

Sind Sie sicher, dass die Kündigung der richtige Schritt für Sie ist, sollten Sie diesen gründlich vorbereiten. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen:

  • Informieren Sie sich über die Kündigungsfrist

    Lesen Sie sich Ihren Arbeitsvertrag noch einmal durch, damit Sie genau wissen, bis wann Sie eine schriftliche Kündigung einzureichen haben.

  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Chef vor

    Nachdem Sie die Kündigung eingereicht haben, wird Ihr Chef das Gespräch suchen. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie in diesem Gespräch eventuell nach Gründen gefragt oder mit Vorwürfen konfrontiert werden. Lassen Sie sich jedoch auf keinen Fall provozieren. Waren Sie in Ihrem Job unglücklich und unzufrieden, sollten Sie Ihrem Vorgesetzten das nicht auf die Nase binden.

  • Suchen Sie parallel nach anderen Jobangeboten

    Optimalerweise kündigen Sie Ihren bestehenden Job erst, wenn Sie eine Alternative haben, das heißt, wenn Ihnen bereits ein anderes Jobangebot vorliegt. Kündigen Sie schon bevor Ihnen eine andere Stelle sicher ist, sollten Sie zeitgleich Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren und nach möglichen Stellen suchen.

  • Sichern Sie sich den Rückhalt im privaten Umfeld

    Klären Sie vor Ihrer Kündigung mit den Ihnen nahestehenden Menschen, ob diese den Schritt und die damit verbundenen Konsequenzen mittragen und hinter Ihnen stehen. Im Idealfall werden Sie den moralischen und organisatorischen Rückhalt nie brauchen, in der Praxis vermutlich schon. Ohne die Unterstützung Ihres Umfelds, wird eine Kündigung unnötig schwer.

  • Dokumentieren Sie all Ihre Schritte

    Um auf mögliche Arbeitsrechtstreitigkeiten vorbereitet zu sein, legen Sie einen Ordner an, in dem Sie alle Unterlagen, die für Ihre Kündigung relevant sind, sammeln. Das Kündigungsschreiben, den Schriftverkehr mit Ihrem Vorgesetzten, aber auch Drohungen oder Unverschämtheiten von Kunden, Kollegen oder sogar Ihrem Chef gehören dazu.

Kündigung schreiben: Richtig kündigen – ohne Brücken abzureißen

Überhaupt, wenn Sie als Mitarbeiter kündigen sollten Sie das immer so tun, dass Sie sich auch danach noch in die Augen sehen können. Zum Beispiel so:

  1. Oben beginnen.

    Selbst wenn die Kollegen schon lange ahnen, dass da was im Busch ist: Wenn Sie kündigen, sagen Sie es dem Chef zuerst. Oder wenigstens der Person, die Sie damals eingestellt hat. Denn dieser Kollege hat auch damit begonnen, Vertrauen in Sie zu investieren. Geben Sie dieses Vertrauen zurück – und beweisen Sie so Respekt gegenüber Ihrem Ex-Vorgesetzten in spe. Er sollte nie der Letzte in der Informationskette sein.

  2. Planvoll ausscheiden.

    Zu einem guten Ausstieg gehört zuende zu bringen, was man begonnen hat oder zumindest seinen Nachfolger einzuarbeiten und Projekte in Bestzustand zu übergeben. Zwei Wochen vor dem Ausscheiden können Sie bisherige Kunden und Geschäftspartner über den Jobwechsel informieren – idealerweise aber mit Einverständnis des Ex-Chefs in spe. Sonst nach dem Ausscheiden per privater Mail.

  3. Kurz nachhaken.

    Drei bis vier Monate nachdem Sie Ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen haben, sollten Sie die Ex-Kollegen (oder Ihren Nachfolger) noch einmal kurz besuchen oder anrufen und sich erkundigen, ob alles gut läuft. Nicht, weil Sie so wichtig und unersetzbar wären, sondern weil Sie Ihren Job genauso sorgfältig beenden, wie Sie ihn ausgeübt haben. Und weil man Sie als Profi in Erinnerung behalten soll.

Rechtlicher Hintergrund bei einem Kündigungsschreiben

Kündigungsschreiben Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsvertrag WohnungDrei Aspekte in Bezug auf die Kündigung interessieren viele Arbeitnehmer besonders, deswegen gehen wir hier kurz darauf ein.

  1. Das Arbeitslosengeld.

    Üblicherweise gilt: Wer selbst kündigt, unterliegt einer dreimonatigen Sperre des Arbeitslosengeldes I. Ausnahmen sind auch hier Fälle, in denen Sie gemobbt werden oder anderweitigen Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sind. Allerdings müssen Sie diese ärztlich nachweisen können.

    Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen müssen, sei es weil Ihr Partner beispielsweise an einem anderen Ort arbeitet.

  2. Die Kündigung vor Arbeitsantritt.

    Auch das kann vorkommen: Mehrere Bewerbungen sind plötzlich erfolgreich. Sie haben bereits eine Stelle zugesagt und den Vertrag unterschrieben, dann kommt die Zusage für Ihren eigentlichen Traumjob. Eine Stelle vor Arbeitsantritt zu kündigen ist heikel, da man es sich mit diesem Arbeitgeber für die Zukunft verscherzt.

    Ob es rein rechtlich möglich ist, hängt von entsprechenden Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten, anderenfalls ist eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber möglich.

  3. Der Resturlaub.

    Ihr Urlaubsanspruch bleibt bei einer Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzlich zugesicherten Urlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben. War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub nur anteilig gewährt werden.

Kündigungsschreiben eingereicht: Checkliste für die letzten Arbeitstage

Den meisten Arbeitnehmern bleiben nach der Kündigung noch einige Wochen im Unternehmen. Nutzen Sie die letzten Tage und Wochen vor allem dazu, alle losen Enden in Ordnung zu bringen und Projekte abzuschließen. Ist das nicht möglich – beispielsweise weil das Projekt noch läuft – obliegt Ihnen die Verantwortung für eine saubere und umfassende Übergabe.

Ganz wichtig: Dokumentieren Sie jeden Ihrer Schritte. Auch ohne böse Absicht zu unterstellen, ist es sinnvoll, sich selbst gegen spätere Vorwürfe abzusichern und alle offenen Flanken zu schließen.

Die Liste der möglichen Tätigkeiten ist lang, daher haben wir die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

  • Stellen Sie alle Berichte zu abgeschlossenen Projekten fertig.
  • Fertigen Sie umfassende Übergabeprotokolle an.
  • Übergeben Sie alle Dokumente und lassen Sie sich deren Erhalt bestätigen.
  • Gehen Sie Ihr Archiv durch und vernichten Sie alte und nicht mehr benötigte Unterlagen.
  • Erstellen Sie eine Liste aller Aufgaben und Verpflichtungen, die Sie bisher erfüllt haben.
  • Klären Sie, welche Informationen Ihre Kollegen noch von Ihnen benötigen.
  • Lehnen Sie konsequent alle Last Minute Aufträge und Projekte ab. Sie brauchen die Zeit für Ihren Abschluss.
  • Tauschen Sie sich mit Ihren Nachfolgern in den verschiedenen Projekten aus.
  • Fragen Sie bei Ihrem Chef nach, was er an Zuarbeit und Aufgaben von Ihnen erwartet.
  • Informieren Sie alle wichtigen Kollegen über Ihre Kündigung und Ihren letzten Anwesenheits- oder Arbeitstag.
  • Räumen Sie Ihren Arbeitsplatz auf. Denken Sie daran, Ihre persönlichen Habseligkeiten mit nach Hause zu nehmen. Löschen Sie von Ihrem Arbeitscomputer private Unterlagen, Bilder, Passwörter sowie den Verlauf Ihres Browsers.
  • Erstellen Sie Checklisten mit den anstehenden Arbeiten und haken Sie diese konsequent ab.

Je nach individueller Lage können und sollten Sie diese Aufgaben natürlich ergänzen. Dieses systematische Vorgehen ist aus zwei Gründen wichtig: Erstens stellen Sie damit Ihren Chef zufrieden und erfüllen alle Ihre Aufgaben. Zweitens können Sie so beruhigt gehen und schützen sich gegen spätere Vorwürfe.

FAQ zum Kündigungsschreiben: Antworten auf Leserfragen

Kündigungsschreiben Arbeitgeber Arbeitnehmer Vorlage Kostenlos Fragen Antworten FAQBeim Kündigungsschreiben wollen Sie verständlicherweise alles richtig machen. Niemand möchte durch Fehler bei der Kündigung einen möglichen Übergang zum neuen Arbeitgeber gefährden. Da es eine Menge zu beachten gilt, ist die Unsicherheit groß. Wir haben deshalb die häufigsten Fragen unserer Leser zum Kündigungsschreiben hier noch einmal zusammengefasst und beantwortet…

Wie kündigt man richtig: Zum ersten Tag nach der Beschäftigung oder zum letzten Tag der Beschäftigung? Also zum Beispiel „zum 31.12.18“ oder „zum 1.1.19“?

In der Regel wird die Kündigung zum Monatsende ausgesprochen. Vereinfacht heißt das, dass Sie wie im Beispiel zum 31.12.2018 kündigen. Eine mögliche Formulierung ist dann etwa: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der [Beendigungsdatum/Monatsende].“ Oder: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht. Dieses endet dann mit Ablauf des 31.12.2018.“

Ab wann muss ich die Kündigung aussprechen? Reicht es, wenn ich mit Anfang der Kündigungsfrist kündige oder sollte ich schon vorher (ab Planung der Kündigung) mit meinem Chef reden? Immerhin beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist bloß 4 Wochen/1 Monat, wenn man noch nicht allzu lang dabei ist…

Ein Arbeitnehmer kann jederzeit kündigen. Erst ab dann läuft die Frist. Die Kündigungsfrist ist in der Regel im Arbeitsvertrag festgelegt. Entscheidend ist also, wann du aus dem Vertrag heraus willst. Wenn die Kündigung beschlossene Sache ist, lässt sich jederzeit mit dem Chef darüber reden. Es ist ja sogar nur fair, ihn rechtzeitig einzuweihen.

Kann ein Kündigungsschreiben frühzeitig eingereicht werden und sich erst auf einen späteren tatsächlichen Austrittstermin beziehen, der die Kündigungsfrist überschreitet?

Sie haben die Entscheidung getroffen, den Job zu wechseln und vielleicht war Ihre Jobsuche sogar schon erfolgreich und in vier Monaten beginnt ein neues Arbeitsverhältnis. Ihre Kündigungsfrist beträgt aber nur vier Wochen – müssen Sie nun drei Monate warten, bevor Sie Ihr Kündigungsschreiben einreichen können? Nein, bei der Frist handelt es sich lediglich um eine Mindestangabe. Solange Sie in Ihrem Kündigungsschreiben klar und zweifelsfrei deutlich machen, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam werden soll, können Sie dieses auch vorher einreichen. So können Sie mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist beispielsweise bereits im Februar 2018 das Kündigungsschreiben an das Unternehmen übermitteln und das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31.05 2018 beenden.

Spricht etwas formal dagegen, die Kündigung in der Du-Form anstatt in der Sie-Form zu schreiben? In unserem Unternehmen wird allgemein geduzt – selbst gegenüber der Geschäftsführung.

Da sich mit der Kündigung die (Arbeits-)Beziehung grundsätzlich ändert, erst recht wenn sie einseitig ausgesprochen wird, empfehlen wir immer die neutralere SIE-Form. „Du – ich mach Schluss mit dir“ macht es für den Arbeitgeber auch nicht sympathischer. Kündigung bleibt Kündigung.

Soll ich das Kündigungsschreiben per Post schicken oder persönlich übergeben?

Mehr Stil und Größe hat es, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen und so die Kündigung auszusprechen. Das gilt vor allem, wenn Sie sich im Guten trennen und keine Probleme mit dem Vorgesetzten bestehen.

Muss ich den Arbeitgeber im Voraus über eine geplante Kündigung informieren?

Vorab informieren müssen Sie natürlich niemanden. Wenn Sie vorhaben, in einigen Wochen oder Monaten zu kündigen, sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Chef das mitzuteilen. Das Kündigungsschreiben ist ja in der Regel nicht mit dem sofortigen Abschied verbunden, da zunächst die Kündigungsfrist einzuhalten ist. Diese Zeit bleibt dem Unternehmen, um nach dem Erhalt Ihres Kündigungsschreibens nach Ersatz für Sie zu suchen.

Ich habe vor einem Monat einen Vertrag unterschrieben, der zum 15.10. beginnt. Inzwischen habe ich allerdings ein besseres Jobangebot erhalten und möchte die erste Stelle nicht antreten. Kann ich den Vertrag einfach wieder kündigen, ohne den Job je anzutreten? Laut Vertrag habe ich eine Kündigungsfrist von einem Tag. Wörtlich steht dort: „Tritt der Arbeitnehmer die Arbeit nicht an oder löst er das Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund und ohne Einhaltung der Kündigungsfrist, so verpflichtet er sich für jeden Arbeitstag der Kündigungsfrist, den er nicht einhält eine Vertragsstrafe in Höhe eines Tagesverdienstes (Brutto) an den Arbeitgeber zu zahlen, begrenzt auf ein Monatsentgelt. Darüber hinausgehende Schadenersatzansprüche bleiben unberührt.“

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer jederzeit das Recht, den Arbeitsvertrag ordentlich zu kündigen. Also auch vor Antritt der Stelle. Jedoch unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Hier wäre zum Beispiel interessant, ob auch eine Probezeit vereinbart wurde, innerhalb der binnen 2 Wochen gekündigt werden kann. Wenn der Arbeitsvertrag also erst am 15.10 beginnt (und vorausgesetzt, die Kündigungsfrist beträgt tatsächlich nur einen Tag – was ungewöhnlich ist), ließe sich immer noch am 13.10. kündigen. Entscheidend ist dann aber, dass die Kündigung auch am 13.10. beim Arbeitgeber – schriftlich – eingeht.

Ich hab am 1.8. eine Ausbildung im Einzelhandel begonnen. Jetzt bin ich leider schon seit 6 Wochen krankgeschrieben. Dadurch bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob das der richtige Job für mich ist. Ich bin noch in der Probezeit und kann es mir nicht leisten, eine Sperre vom Arbeitsamt zu bekommen. Was kann ich tun?

Wird der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer gekündigt, hat er oder sie die anschließende Arbeitslosigkeit selbst herbei geführt. Damit droht so gut wie immer eine Sperre bei der Arbeitsagentur. Dazu ist es unerheblich, ob in der Probezeit gekündigt wurde oder danach. Wer diese Sperre umgehen will, kann sich also nur kündigen lassen. Der beste Weg ist, direkt mit dem Arbeitgeber zu sprechen, zu sagen, dass der Job nicht passt und die Umstände zu erklären, warum man gerne hätte, dass einem gekündigt wird. Die meisten dürften das verstehen.

Ich habe eine 6-monatige Kündigungsfrist bei einer großen deutschen Versicherung. Ich will aber schon nach einem Monat weg. Was kann passieren, wenn ich kündige und langsam aufhöre in die Arbeit zu kommen oder Homeoffice für paar Monate mache, wo ich nur teilweise erreichbar bin? Also, alles nur Maßnahmen für den Fall dass sie mir einen Aufhebungsvertrag verweigern.

Die Verlockung ist groß eine vorzeitige Kündigung zu provozieren. Doch das ist nie eine gute Idee. Die angesprochenen Maßnahmen begründen eine verhaltensbedingte bis fristlose Kündigung (etwa wegen Arbeitsverweigerung), was dann auch im Arbeitszeugnis Eingang finden kann – und das läuft einem dann ein Arbeitsleben lang nach. Daher: keine gute Idee! Wesentlich besser ist, hier eine gütliche Einigung per Verhandlung zu finden – zur Not mithilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com, Karrierebibel.de]
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5. Januar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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