Kündigungsschreiben: Muster, Formulierungen, Vorschriften

Mit der Kündigung endet das bisheriges Arbeitsverhältnis. Sie ziehen Konsequenzen und wechseln den Job. Die Bewerbung war also erfolgreich – jetzt müssen Sie nur noch eine Kündigung schreiben. Insbesondere beim Kündigungsschreiben lauern allerdings einige Formfehler und rechtliche Risiken. Werden zum Beispiel Kündigungsfristen und Vorschriften nicht beachtet, kann die Kündigung juristisch unwirksam sein. Wir zeigen Ihnen daher, worauf Sie achten müssen, wie Sie eine Kündigung schreiben (samt Mustertexten und Kündigungsschreiben als PDF) und was Sie vorab noch bedenken sollten…

Kündigungsschreiben: Muster, Formulierungen, Vorschriften

Definition: Kündigung und Kündigungsfristen im Arbeitsrecht

Kündigung Definition: Was das Arbeitsrecht sagtLaut Definition handelt es sich bei der Kündigung um ein „empfangsbedürftiges einseitiges Rechtsgeschäft“, durch die ein regelmäßiges und dauerhaft laufendes Rechtsverhältnis (hier: Arbeitsverhältnis) beendet wird.

Klingt kompliziert, meint aber lediglich, dass durch die Kündigung ein Vertrag (obwohl von beiden Seiten geschlossen) einseitig beendet werden kann. Allerdings muss das Kündigungsschreiben dazu fristgerecht eingereicht werden. Deshalb ist zum Beispiel wichtig, dass eine Kündigung IMMER ein Datum enthält (Wann wurde gekündigt?), besser noch zusätzlich einen Kündigungstermin beziehungsweise ein Enddatum (Wann endet das Vertragsverhältnis?).

Gerade bei der Kündigungsfrist sollten Sie vier mögliche Bedingungen beachten:

  • Gesetzliche Kündigungsfrist: Laut § 622 BGB Abs. 1 kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.
  • Kündigungszeit nach Arbeitsvertrag: Es kann aber auch sein, dass der Arbeitsvertrag eine andere Frist vorgibt – insbesondere bei längerer Betriebszugehörigkeit. In dem gilt diese. Falls Sie vorher aus dem Vertrag wollen: Lesen Sie HIER weiter.
  • Tarifvertrag: Sobald Ihrem Arbeitsvertrag ein Tarifvertrag zugrunde liegt, gelten dessen vorgeschriebene Kündigungsfristen.
  • Probezeit: In der Regel dauert die Probezeit maximal sechs Monate. Innerhalb der Probezeit können beide Seiten – ohne Begründung – mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen kündigen. Siehe auch unser Dossier: Kündigung in der Probezeit

Kündigung schreiben: Formvorschriften für das Kündigungsschreiben

Die wichtigste Regel für das Kündigungsschreiben lautet laut § 623 BGB:

Die Kündigung muss immer schriftlich auf Papier erfolgen und eigenhändig mit vollem Namen unterschrieben werden.

Eine mündliche Kündigung oder eine Kündigung per E-Mail, Fax oder gar per Post-it ist rechtlich nicht bindend.

Die zweite formale Regel:

Die Kündigungsaussage muss eindeutig sein.

Lamentieren und labern sowie der Konjunktiv (zugespitzt: „hiermit würde ich ganz gerne mein Arbeitsverhältnis beenden…“) sind im Kündigungsschreiben tabu. Für den bisherigen Arbeitgeber muss sofort klar sein, dass Sie kündigen – und nichts anderes.

Ein schlichtes „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Datum“ reicht dazu völlig.

Damit Ihr Schreiben rechtswirksam ist, müssen Sie aber leider noch ein paar weitere Punkte beachten. Werden diese juristischen Vorschriften nicht eingehalten, kann das im schlimmsten Fall dazu führen, das der Arbeitgeber die Kündigung nicht akzeptiert und Sie vor das Arbeitsgericht ziehen müssen. Auf der sicheren Seite sind Sie leider nur, wenn Ihre Kündigung formal korrekt ist.

Kündigungsschreiben Aufbau Inhalt Mustervorlage Beispiel

Beachten Sie daher bitte folgende Formvorschriften:

Checkliste für das Kündigungsschreiben

  1. Briefkopf

    Ihr vollständiger Name inklusive Adresse ist genau wie der Name und die Anschrift Ihres Arbeitgebers ein absolutes Muss in der Kündigung. Orientieren Sie sich dabei am obigen Muster und lesen Sie die Daten immer noch einmal Korrektur, um keine Tippfehler zu machen.

  2. Datum

    Im Kündigungsschreiben müssen Sie gleich zwei Datumsangaben machen: Das Datum des Schreibens oben rechts. Dieses ist entscheidend dafür, ob Sie die Kündigung fristgerecht eingereicht haben oder zu spät. Und das Datum wann das Beschäftigungsverhältnis endet – also den letzten offiziellen Arbeitstag (Beispiel: „…kündige ich zum TT.MM.JJJJ“).

  3. Betreff

    Wie jedes offizielle Dokument benötigt auch das Kündigungsschreiben einen Betreff. Aus Gründen der Klarheit und Eindeutigkeit sollte hier das Wort Kündigung stehen. Das reicht als Überschrift auch. Falls vorhanden, können Sie an dieser Stelle auch Ihre Personalnummer angeben.

    Eine zweite Option ist die Angabe des Datums, an dem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde beziehungsweise zu welchem Datum er enden soll, Beispiel: Kündigung meines Arbeitsvertrages vom 1.3.2018 zum 1.8.2019

  4. Adressat

    Die Kündigung muss sich in der Anrede an die zuständige Person richten, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“. Entweder richten Sie Ihre Kündigung an Ihren Chef oder an die Personalabteilung. Wer in Ihrem Fall zuständig ist, sollten Sie vorher in Erfahrung bringen und sich in Ihrem Schreiben direkt an diese Person wenden.

  5. Unterschrift

    Den Abschluss des Kündigungsschreibens bildet Ihre eigene, handschriftliche Unterschrift. Kein eingefügtes Bild der Unterschrift und auch nicht nur der getippte Name! Die Kündigung MUSS mit Ihrer Orignalunterschrift an den Arbeitgeber übermittelt werden, sonst ist sie womöglich unwirksam.

Achtung: Eine Kündigung ist endgültig. Die mündliche Aussage in Rage „Ich kündige“ ist zwar nicht rechtsbindend. Sobald Sie aber formal korrekt und schriftlich gekündigt haben, lässt sich das nicht mehr zurücknehmen. Ein „versehentlich gekündigt“ gibt es nicht.

Lassen Sie sich in jedem Fall den Empfang der Kündigung bestätigen, wenn Sie diese im Sekretariat oder in der Personalabteilung abgeben. Eine Pflicht zur Empfangsbestätigung gibt es aber nicht. Wer ganz sicher gehen will, kann die Kündigung unter Zeugen (Kollegen, Betriebsrat) überreichen oder als Einschreiben mit Rückschein per Post senden.

TIPP: Bitten Sie in der Kündigung gleich um ein Arbeitszeugnis

Freiwillige Zusatzangaben in der KündigungTheoretisch reichen für ein wirksames Kündigungsschreiben nur wenige Sätze aus (siehe Muster unten). Sie können – wenn Sie möchten – aber noch weitere Angaben machen. Zum Beispiel um ein Arbeitszeugnis bitten. Das spart Ihnen womöglich etwas Zeit, insbesondere wenn Sie sich damit bei einem neuen Arbeitgeber bewerben möchten. Der Arbeitgeber ist gemäß § 630 BGB sogar dazu verpflichtet, Ihnen ein Arbeitszeugnis auszustellen.

Kündigungsschreiben Muster: Download als PDF oder Word-Datei

Falls es Ihnen schwer fällt, eine Kündigung zu schreiben oder Sie noch Probleme mit der Formulierung haben – kein Problem. Im Folgenden finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau, Inhalt samt Musterformulierungen, die Sie sich anschließend gerne auch als kostenloses PDF oder als Word-Datei herunterladen und jederzeit wieder verwenden können.

Zudem: Für formell korrektes Kündigungsschreibens brauchen Sie kaum Text. Kurz und präzise auf den Punkt gebracht, ist besser als irgendwelche Prosa. Die folgenden Vorlagen können Sie bequem zur sogenannten Arbeitnehmerkündigung nutzen…

Kündigungsschreiben Muster 1 (ausführliche Variante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

TT.MM.JJJJ


Kündigung meines Arbeitsvertrages, Personalnummer: 12345678

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag, den ich mit Ihnen am 01.01.2001 geschlossen habe, unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum TT.MM.JJJJ.

Ich bedanke mich für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich konnte viel in diesem Unternehmen lernen und bin für die stete Unterstützung, die Sie mir entgegengebracht haben, sehr dankbar. Ich bedauere, aus persönlichen Gründen diesen Schritt tun zu müssen und wünsche Ihnen und dem Unternehmen weiterhin von Herzen alles Gute.

Bitte erstellen Sie mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und lassen Sie mir dies – wenn möglich – zusammen mit meinen Arbeitspapieren an die obige Adresse zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)


Kündigungsschreiben Muster 2 (Kurzvariante)


Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Neustadt

Fantasie GmbH
Personalabteilung z.H. Herr Müller
Hauptstraße 2
45678 Musterhausen

TT.MM.JJJJ


Kündigung

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit kündige ich Ihnen meinen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie das Datum, wann der Arbeitsvertrag endet. Überdies bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Für die bisherige Zusammenarbeit bedanke ich mich herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann (handschriftliche Unterschrift)

Beide Muster und Kündigungsschreiben für Arbeitnehmer können Sie sich hier noch gerne kostenlos herunterladen:

Alternative: Aufhebungsvertrag

Alternative AufhebungsvertragAls Alternative zu einer regulären Kündigung bietet auch der sogenannte Aufhebungsvertrag an. Der hat durchaus einige Vorteile für Arbeitnehmer und Azubis – insbesondere wenn Sie noch eine Abfindung verhandeln wollen. Allerdings lauern hierbei ebenfalls einige Fallen, die Sie unbedingt beachten und vermeiden sollten. Darüber klären wir Sie natürlich gerne auf: Hier geht’s zu unserem Dossier zum Aufhebungsvertrag.

Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer

Die oben genannten Beispiele beziehen sich mehrheitlich auf die ordentliche Kündigung. Daneben gibt es aber noch die außerordentliche beziehungsweise fristlose Kündigung – auch durch den Arbeitnehmer.

Sie ist dann möglich, wenn dem Arbeitnehmer aus einem wichtigen Grund nicht zumutbar ist, in dem Unternehmen weiter zu arbeiten.

Ein Arbeitgeber darf bekanntermaßen fristlos kündigen, wenn der Arbeitnehmer ihn beispielsweise bestiehlt oder durch Mobbing, sexuelle Belästigung oder üble Nachrede negativ aufgefallen ist. Gleiches gilt aber auch umgekehrt für Arbeitnehmer: Er darf ebenso eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn sich Folgendes ereignet hat:

  • Die im Arbeitsvertrag vereinbarte Entlohnung bleibt länger aus.
  • Der Arbeitnehmer wird durch den Arbeitgeber bedroht, beleidigt oder gar tätlich angegriffen.
  • Der Arbeitgeber begeht nachweisliche Straftaten oder verlangt kriminelles Vorgehen von seinen Mitarbeitern.

Allerdings: Auch wenn diese Fälle ein trifftiger Grund für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer darstellen – Sie müssen hierbei ebenfalls Fristen beachten. Nach § 626 Absatz 2 BGB ist der Kündigende zum Beispiel verpflichtet, innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Auslösers (also dem „wichtigen Grund“) zu reagieren.

Zudem müssen Sie – auf Verlangen – dem Arbeitgeber den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen. Erst dann gilt auch die außerordentliche Kündigung.

Kündigung bei befristeten Vertrag

Kündigungsschreiben befristeter VertragEin befristeter Arbeitsvertrag sieht für gewöhnlich keine spezielle Kündigung vor, da er von vornherein auf eine bestimmte Dauer begrenzt ist. Üblicherweise endet das Arbeitsverhältnis mit dem Ablauf des Vertrages automatisch.

Eine vorzeitige Kündigung ist daher nur möglich, wenn eine entsprechende Kündigungsklausel dies im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag festlegt. Im § 15 Absatz 3 und 4 Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) heißt es dazu:

(3) Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.

(4) Ist das Arbeitsverhältnis für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf Jahre eingegangen, so kann es von dem Arbeitnehmer nach Ablauf von fünf Jahren gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Eine weitere Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse vorzeitig zu beenden, ist die oben schon erwähnte außerordentliche, fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Also bei einer schweren Pflichtverletzung des Arbeitgebers.

Warum überhaupt kündigen? Gute Gründe – schlechte Gründe

Eine Kündigung ist ein finaler Akt. Damit endet Ihre Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber unwiderruflich. Entscprechend sollte dieser Schritt erst nach reiflicher Überlegung erfolgen – zumal Sie die Kündigung womöglich später und bei einem Jobwechsel begründen müssen.

Ihrem Chef oder Arbeitgeber gegenüber sind Sie natürlich keine Rechenschaft schuldig, warum Sie kündigen. Der Grund geht auch die Personalabteilung nichts an. Im Kündigungsschreiben müssen Sie das also mit keiner Silbe erwähnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie nicht trotzdem einen oder mehrere gute Gründe haben sollten.

Damit Sie eine solche Entscheidung nicht überstürzt treffen, können Sie vorab unseren kurzen Selbsttest zur Kündigung absolvieren. Das kostet nur ein paar Minuten und verschafft Ihnen vielleicht ein wenig mehr Klarheit.

Darüber hinaus hilft Ihnen aber auch die folgende Übersicht mit Pro- und Contra-Argumenten

Gute Gründe für eine Kündigung

  • Gesundheit

    Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger. Eine Spur gefährlicher ist es, wenn gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden. Sei es, dass Sie konstant Lärmquellen ausgesetzt sind, Schutzvorrichtungen an scharfkantigen Fließbändern fehlen oder Sie mit gefährlichen Substanzen hantieren müssen, ohne ausreichend unterrichtet zu sein: Der Arbeitsschutz sollte immer ernst genommen werden. Kommt ein Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nach, sollten Sie ihn darauf hinweisen. Ändert sich nichts, sollten Sie Konsequenzen daraus ziehen.

  • Stillstand

    Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn der Job aber keinerlei Herausforderungen bietet, Karriereperspektiven fehlen und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln – intern oder extern.

  • Arbeitszeit

    Zu viele Überstunden sind einer der Hauptgründe für Kündigungen. Klar, manchmal muss man mehr machen als verlangt. Wird das aber die Regel statt die Ausnahme, sollten Sie entweder Ihr Gehalt nachverhandeln oder sich woanders bewerben.

  • Neuorientierung

    Manche Arbeitnehmer haben sich über die Jahre fast schon unbemerkt von ihren eignen Interessen und Stärken entfernt und registrieren irgendwann, dass der gegenwärtige Job nicht mehr für das steht, was ihnen einst wichtig war. Eine berufliche Neuorientierung hilft dabei, den täglichen Frust und die Unzufriedenheit über die gegenwärtige Situation abzuschaffen.

  • Vetternwirtschaft

    Sie racken sich jeden Tag und hören nicht mal ein Danke. Geringschätzung wäre schon so ein Kündigungsgrund. Aber wenn das dann noch mit Vetternwirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.


Schlechte Gründe für eine Kündigung

  • Frust

    Wir haben alle mal einen schlechten Tag. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.

  • Kritik

    Der Chef war mit Ihrer Leistung unzufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion als zur spontanen Kündigung. Erst wenn die Kritik haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Jobwechsel.

  • Chef

    Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt – zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind so wenig perfekt wie wir. Auch Manager kommen und gehen. Also wägen Sie ab, ob der Job oder der Chef unerträglich ist.

Video-TIPP: Achten Sie bei der Kündigung auf eine „Hin-Zu-Motivation“!

Vor dem Kündigungsschreiben: Wie Sie den Abschied vorbereiten

Vor dem Kündigungsschreiben: Wie Sie den Abschied vorbereitenBevor Sie das Kündigungsschreiben verfassen und übergeben, sollten Sie sich gründlich vorbereiten. Das gehört zur Vorbereitung einer Kündigung:

  • Informieren Sie sich über die Kündigungsfrist. Lesen Sie sich Ihren Arbeitsvertrag noch einmal durch, damit Sie genau wissen, bis wann Sie eine schriftliche Kündigung einzureichen haben.
  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Chef vor. Nachdem Sie die Kündigung eingereicht haben, wird Ihr Chef das Gespräch suchen. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie in diesem Gespräch eventuell nach Gründen gefragt oder mit Vorwürfen konfrontiert werden. Lassen Sie sich auf keinen Fall provozieren. Waren Sie in Ihrem Job unglücklich und unzufrieden, sollten Sie das dem Vorgesetzten trotzdem nicht auf die Nase binden. Zeitverschwendung – erzeugt nur hitzige Diskussionen und Rechtfertigungsdebatten.
  • Suchen Sie parallel nach anderen Jobangeboten. Optimalerweise kündigen Sie Ihren bestehenden Job erst, wenn Sie eine Alternative haben. Also wenn Ihnen bereits ein anderes Jobangebot vorliegt, das Sie unterschrieben haben. Kündigen Sie vorher, sollten Sie zeitgleich Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren.
  • Sichern Sie sich den Rückhalt im privaten Umfeld. Klären Sie vor Ihrer Kündigung mit den Ihnen nahestehenden Menschen, ob diese den Schritt und die damit verbundenen Konsequenzen mittragen und hinter Ihnen stehen. Im Idealfall werden Sie den moralischen und organisatorischen Rückhalt nie brauchen, in der Praxis vermutlich schon.
  • Dokumentieren Sie Ihre Schritte. Um auf einen Arbeitsrechtsstreit vorbereitet zu sein, legen Sie einen Ordner an, in dem Sie alle Unterlagen sammeln, die für Ihre Kündigung relevant sind. Das Kündigungsschreiben, den Schriftverkehr mit Ihrem Vorgesetzten, aber auch Drohungen oder Unverschämtheiten von Kunden, Kollegen oder sogar Ihrem Chef gehören dazu (sogenannter „Giftordner“).

PS: Eine Checkliste für die letzten Arbeitstage können Sie sich HIER ebenfalls kostenlos als PDF herunterladen.

FAQ zum Kündigungsschreiben: Antworten auf Leserfragen

Beim Kündigungsschreiben wollen Sie verständlicherweise alles richtig machen. Niemand möchte durch Fehler bei der Kündigung einen möglichen Übergang zum neuen Arbeitgeber gefährden. Da es eine Menge zu beachten gilt, ist die Unsicherheit groß.

Wir haben deshalb die häufigsten Fragen unserer Leser zum Kündigungsschreiben hier noch einmal in einer FAQ-Liste zusammengefasst und beantwortet…

Droht mir eine Sperre beim Arbeitslosengeld?

Üblicherweise: Ja.Wer selbst kündigt, unterliegt einer dreimonatigen Sperre des Arbeitslosengeldes I. Ausnahmen sind Fälle, in denen Sie gemobbt wurden oder anderweitigen Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt waren. Allerdings müssen Sie diese ärztlich nachweisen können. Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn Sie aus privaten Gründen in eine andere Stadt ziehen müssen, sei es weil Ihr Partner beispielsweise an einem anderen Ort arbeitet.

Ich habe mehrere Jobzusagen. Kann ich mit dem Kündigungsschreiben auch einen Job kündigen, den ich noch gar nicht angetreten habe?

Gemeint ist also eine sogenannte Kündigung vor Arbeitsantritt. So etwas ist heikel, da man es sich mit diesem Arbeitgeber für die Zukunft definitiv verscherzt. Ob es rechtlich möglich ist, hängt wiederum von entsprechenden Klauseln im Arbeitsvertrag ab: Wenn dort eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird, müssen Sie sich an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten, anderenfalls ist eine gütliche Einigung mit dem Arbeitgeber möglich.

Ich habe das Kündigungsschreiben schon eingereicht. Was passiert jetzt mit meinem Resturlaub?

Ihr Urlaubsanspruch bleibt nach einer Kündigung bestehen. Wird die Kündigung frühestens am 1. Juli wirksam, steht Ihnen der volle gesetzlich zugesicherten Urlaub zu. Hierfür muss das Arbeitsverhältnis jedoch mindestens sechs Monate bestanden haben. War das Arbeitsverhältnis kürzer oder liegt der Kündigungstermin in der ersten Jahreshälfte, muss der Urlaub nur anteilig gewährt werden.

Muss ich den Grund nennen, weshalb ich kündige oder mich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses entschieden habe?

Nein, müssen Sie nicht! Warum Sie kündigen, können Sie im Kündigungsschreiben erwähnen, müssen Sie aber nicht. Vor allem wenn das geschieht, weil Sie den Job, den Chef, die Kollegen satt haben oder endlich fair bezahlt werden, weil Ihr bisheriger Arbeitgeber dies nicht tut, sollten Sie das so nicht sagen. Frust gehört nie in ein Kündigungsschreiben – egal wie unglücklich und unzufrieden Sie bei diesem Arbeitgeber waren.

Wie kündigt man richtig: Zum ersten Tag nach der Beschäftigung oder zum letzten Tag der Beschäftigung? Also zum Beispiel „zum 31.12.18“ oder „zum 1.1.19“?

In der Regel wird die Kündigung zum Monatsende ausgesprochen. Vereinfacht heißt das, dass Sie wie im Beispiel zum 31.12.2018 kündigen. Eine mögliche Formulierung ist dann etwa: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der [Beendigungsdatum/Monatsende].“ Oder: „hiermit kündige ich das bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht. Dieses endet dann mit Ablauf des 31.12.2018.“

Ab wann muss ich die Kündigung aussprechen? Reicht es, wenn ich mit Anfang der Kündigungsfrist kündige oder sollte ich schon vorher (ab Planung der Kündigung) mit meinem Chef reden? Immerhin beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist bloß 4 Wochen/1 Monat, wenn man noch nicht allzu lang dabei ist…

Ein Arbeitnehmer kann jederzeit kündigen. Erst ab dann läuft die Frist. Die Kündigungsfrist ist in der Regel im Arbeitsvertrag festgelegt. Entscheidend ist also, wann du aus dem Vertrag heraus willst. Wenn die Kündigung beschlossene Sache ist, lässt sich jederzeit mit dem Chef darüber reden. Es ist ja sogar nur fair, ihn rechtzeitig einzuweihen.

Kann ein Kündigungsschreiben frühzeitig eingereicht werden und sich erst auf einen späteren tatsächlichen Austrittstermin beziehen, der die Kündigungsfrist überschreitet?

Sie haben die Entscheidung getroffen, den Job zu wechseln und vielleicht war Ihre Jobsuche sogar schon erfolgreich und in vier Monaten beginnt ein neues Arbeitsverhältnis. Ihre Kündigungsfrist beträgt aber nur vier Wochen – müssen Sie nun drei Monate warten, bevor Sie Ihr Kündigungsschreiben einreichen können? Nein, bei der Frist handelt es sich lediglich um eine Mindestangabe. Solange Sie in Ihrem Kündigungsschreiben klar und zweifelsfrei deutlich machen, zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirksam werden soll, können Sie dieses auch vorher einreichen. So können Sie mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist beispielsweise bereits im Februar 2018 das Kündigungsschreiben an das Unternehmen übermitteln und das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31.05 2018 beenden.

Spricht etwas formal dagegen, die Kündigung in der Du-Form anstatt in der Sie-Form zu schreiben? In unserem Unternehmen wird allgemein geduzt – selbst gegenüber der Geschäftsführung.

Da sich mit der Kündigung die (Arbeits-)Beziehung grundsätzlich ändert, erst recht wenn sie einseitig ausgesprochen wird, empfehlen wir immer die neutralere SIE-Form. „Du – ich mach Schluss mit dir“ macht es für den Arbeitgeber auch nicht sympathischer. Kündigung bleibt Kündigung.

Soll ich das Kündigungsschreiben per Post schicken oder persönlich übergeben?

Mehr Stil und Größe hat es, das Kündigungsschreiben persönlich zu überreichen und so die Kündigung auszusprechen. Das gilt vor allem, wenn Sie sich im Guten trennen und keine Probleme mit dem Vorgesetzten bestehen.

Muss ich den Arbeitgeber im Voraus über eine geplante Kündigung informieren?

Vorab informieren müssen Sie natürlich niemanden. Wenn Sie vorhaben, in einigen Wochen oder Monaten zu kündigen, sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Chef das mitzuteilen. Das Kündigungsschreiben ist ja in der Regel nicht mit dem sofortigen Abschied verbunden, da zunächst die Kündigungsfrist einzuhalten ist. Diese Zeit bleibt dem Unternehmen, um nach dem Erhalt Ihres Kündigungsschreibens nach Ersatz für Sie zu suchen.

Ich habe vor einem Monat einen Vertrag unterschrieben, der zum 15.10. beginnt. Inzwischen habe ich allerdings ein besseres Jobangebot erhalten und möchte die erste Stelle nicht antreten. Kann ich den Vertrag einfach wieder kündigen, ohne den Job je anzutreten? Laut Vertrag habe ich eine Kündigungsfrist von einem Tag. Wörtlich steht dort: „Tritt der Arbeitnehmer die Arbeit nicht an oder löst er das Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund und ohne Einhaltung der Kündigungsfrist, so verpflichtet er sich für jeden Arbeitstag der Kündigungsfrist, den er nicht einhält eine Vertragsstrafe in Höhe eines Tagesverdienstes (Brutto) an den Arbeitgeber zu zahlen, begrenzt auf ein Monatsentgelt. Darüber hinausgehende Schadenersatzansprüche bleiben unberührt.“

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer jederzeit das Recht, den Arbeitsvertrag ordentlich zu kündigen. Also auch vor Antritt der Stelle. Jedoch unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Hier wäre zum Beispiel interessant, ob auch eine Probezeit vereinbart wurde, innerhalb der binnen 2 Wochen gekündigt werden kann. Wenn der Arbeitsvertrag also erst am 15.10 beginnt (und vorausgesetzt, die Kündigungsfrist beträgt tatsächlich nur einen Tag – was ungewöhnlich ist), ließe sich immer noch am 13.10. kündigen. Entscheidend ist dann aber, dass die Kündigung auch am 13.10. beim Arbeitgeber – schriftlich – eingeht.

Ich hab am 1.8. eine Ausbildung im Einzelhandel begonnen. Jetzt bin ich leider schon seit 6 Wochen krankgeschrieben. Dadurch bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob das der richtige Job für mich ist. Ich bin noch in der Probezeit und kann es mir nicht leisten, eine Sperre vom Arbeitsamt zu bekommen. Was kann ich tun?

Wird der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer gekündigt, hat er oder sie die anschließende Arbeitslosigkeit selbst herbei geführt. Damit droht so gut wie immer eine Sperre bei der Arbeitsagentur. Dazu ist es unerheblich, ob in der Probezeit gekündigt wurde oder danach. Wer diese Sperre umgehen will, kann sich also nur kündigen lassen. Der beste Weg ist, direkt mit dem Arbeitgeber zu sprechen, zu sagen, dass der Job nicht passt und die Umstände zu erklären, warum man gerne hätte, dass einem gekündigt wird. Die meisten dürften das verstehen.

Ich habe eine 6-monatige Kündigungsfrist bei einer großen deutschen Versicherung. Ich will aber schon nach einem Monat weg. Was kann passieren, wenn ich kündige und langsam aufhöre in die Arbeit zu kommen oder Homeoffice für paar Monate mache, wo ich nur teilweise erreichbar bin? Also, alles nur Maßnahmen für den Fall dass sie mir einen Aufhebungsvertrag verweigern.

Die Verlockung ist groß eine vorzeitige Kündigung zu provozieren. Doch das ist nie eine gute Idee. Die angesprochenen Maßnahmen begründen eine verhaltensbedingte bis fristlose Kündigung (etwa wegen Arbeitsverweigerung), was dann auch im Arbeitszeugnis Eingang finden kann – und das läuft einem dann ein Arbeitsleben lang nach. Daher: keine gute Idee! Wesentlich besser ist, hier eine gütliche Einigung per Verhandlung zu finden – zur Not mithilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com, Karrierebibel.de]
10. August 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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