Zeitarbeitsvertrag
Ein Zeitarbeitsvertrag gilt als gute Möglichkeit, um aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder eine Anstellung zu finden. Motto: Erst einmal durch einen Zeitarbeitsvertrag einen Fuß in die Tür bekommen, Kontakte knüpfen und mit Leistung plus Motivation überzeugen, um im Anschluss hoffentlich in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. Das kann durchaus funktionieren hat außerdem den Vorteil, dass die Lücken im Lebenslauf nicht zu groß werden. Allerdings kann auch ein Zeitarbeitsvertrag einige Tücken haben. Damit Sie wissen, woran Sie sind, bevor Sie einen Zeitarbeitsvertrag unterschreiben, haben wir eine kleine Checkliste mit den wichtigsten Punkten erstellt, anhand derer Sie den Vertrag prüfen können...

Zeitarbeitsvertrag: Unterschiede zu anderen Arbeitsverträgen

Als Zeitarbeitsvertrag werden allgemein die Arbeitsverträge bezeichnet, die zwischen einem Arbeitnehmer und einer Zeitarbeitsfirma zustande kommen. Dies hat sich so eingebürgert, korrekterweise müssten diese aber eigentlich Leiharbeitsverträge heißen - doch da der Begriff des Zeitarbeitvertrags geläufiger ist, benutzen auch wir ihn.

Zeitarbeit war lange in der Kritik und galt als Ausbeutung der Angestellten. Durch Verbesserungen und Überarbeitungen des Arbeitsüberlassungesetzes haben sich einige Dinge zum Positiven geändert, gänzlich ausschließen lässt es sich allerdings nicht, dass eine Zeitarbeitsfirma hauptsächlich auf den eigenen Profit aus ist und den eigenen Nutzen auf Kosten der Angestellten maximiert.

Auch gibt es einige Unterschiede zwischen einem Zeitarbeitsvertrag und einem klassischen Arbeitsvertrag, den Sie bei einer normalen Festanstellung mit einem Arbeitgeber abschließen:

  • Wechselnde Arbeitsorte. Mit einem Zeitarbeitsvertrag werden Sie nicht nur an einem Arbeitsplatz eingesetzt. Es gibt kein festes Büro und auch keinen einheitlichen Standort, an dem Sie dauerhaft tätig sind. Bei einem Zeitarbeitsvertrag kann sich Ihr Einsatzort regelmäßig ändern.
  • Dauer der Beschäftigung. Die Beschäftigungsverhältnisse bei einem Zeitvertrag sind oftmals nur sehr kurzfristig und können bereits nach einigen Monaten wieder beendet sein.
  • Bezahlung der Zeitarbeit. Grundsätzlich steht dem Angestellten einer Zeitarbeitsfirma genauso viel Gehalt zu, wie einem vergleichbaren Arbeitnehmer in Festanstellung. Dies gilt also dann, wenn Aufgaben, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen sehr ähnlich oder gleich sind. Ist dies nicht der Fall, verdient man mit einem Zeitarbeitsvertrag weniger.

Außerdem müssen Angestellte bei einer Zeitarbeitsfirma sich darauf einstellen, häufig in eine neue Umgebung zu kommen und sich entsprechend auch an andere Kollegen oder Abläufe gewöhnen zu müssen. Das kann mitunter recht schwierig sein, da sich kaum eine Routine einstellen kann und man möglicherweise genau dann einen Arbeitsplatz verlassen muss, wenn man gerade anfängt, sich mit den Kollegen und der Arbeit wohlzufühlen.

Zeitarbeitsvertrag: Checkliste für die drei wichtigsten Punkte

Ein Zeitarbeitsvertrag kann sehr lang und kompliziert sein, da ist es nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Für viele die entscheidende Frage: Was sollte auf jeden Fall in einem Zeitarbeitsvertrag festgehalten werden?

Die grundlegenden Regelungen des Arbeitsverhältnisses müssen auch im Zeitarbeitsvertrag enthalten sein. Darüberhinaus sollten Angestellte bei einem Zeitarbeitsvertrag auf drei wichtige Punkte achten:

  • Überlassungserlaubnis

    Nur wenn eine Überlassungserlaubnis vorliegt, darf ein Unternehmen offiziell überhaupt als Zeitarbeitsfirma auftreten und Angestellte an andere Firmen ausleihen. In der Regel wird zwar im Zeitarbeitsvertrag erwähnt, dass eine solche Überlassungserlaubnis vorliegt, wenn Sie sich noch weiter absichern wollen, sollten Sie sich eine Kopie dieses Dokuments vorlegen lassen. Fehlt die Überlassungserlaubnis, sollten Sie dringend die Finger von der Firma lassen.

  • Tarifvertrag

    Mit einem Zeitarbeitsvertrag steht Ihnen zwar grundsätzlich die gleiche Entlohnung wie einem vergleichbaren Arbeitnehmer zu, einige Tarifverträge können jedoch von dieser Regelung abweichen und so stehen Sie möglicherweise am Ende doch mit weniger Geld da. Nur wenn Sie wissen, welcher Tarifvertrag für Ihr Arbeitsverhältnis gilt, kennen Sie Ihre Rechte. Ansonsten müssen Sie sich mit weniger zufrieden geben.

  • Gleichbehandlung

    Schon im Zeitarbeitsvertrag sollte festgehalten werden, dass Sie die grundsätzlich gleichen Rechte haben wie vergleichbare fest angestellte Mitarbeiter. Das gilt nicht nur für die Bezahlung, sondern beispielsweise auch für Sozialleistungen oder Entgeltfortzahlungen. Auch hier kann jedoch durch den geltenden Tarifvertrag abgewichen werden. Denken Sie außerdem daran, dass Sie diesen Anspruch nur haben, wenn es Sie vergleichbare Qualifikationen mitbringen und auch sonst die Arbeit sehr ähnlich ausfällt.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

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