Wochenende! Die erholsamsten Tipps

Endlich geschafft, endlich Wochenende! Die Arbeitswoche liegt ist abgehakt, jetzt nur noch die letzten Kleinigkeiten des Tages erledigen und dann ins wohlverdiente Wochenende. starten. Die freie Zeit genießen, nichts tun, abschalten, vielleicht einem Hobby nachgehen. Was der Einzelne am Wochenende bevorzugt, ist so vielschichtig wie Erdsediment. Alles geht. Allerdings gibt es ein paar allgemeine Tipps und Ratschläge, mit denen Sie das Wochenende optimal nutzen. Denn leider ist das Wochenende oft viel weniger erholsam, als es sein sollte. Wir haben Tipps und Möglichkeiten gesammelt, wie Sie aus Ihrem Wochenende das Maximum an Erholung herausholen können…

Wochenende! Die erholsamsten Tipps

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Wochenende: Endlich Zeit zur freien Verfügung

Stress mit den Kollegen, der nervige Chef oder auch die anstrengenden Kunden können vielen Arbeitnehmern werktags ganz schön die Stimmung vermiesen. Hinzu kommt oft die lange Pendelei: Täglich erst zur Arbeit hinfahren, häufig im Stau, dann von 8 bis 18 Uhr im Büro sitzen, anschließend wieder nach Hause pendeln – da bleibt unter der Woche kaum die Gelegenheit, viel anderes zu machen oder zu erledigen.

Für viele ist das Wochenende deshalb in erster Linie: Freizeit. 48 Stunden Zeit, über die Sie frei verfügen können, ohne an den Job zu denken, Deadlines einhalten zu müssen oder von Termin zu Termin zu hetzen. Zwei Tage ganz im Zeichen der Erholung und der entspannten Freizeit.

Wirklich?

Diese Vorstellung vom Wochenende ist zwar verbreitet, doch sieht die Realität meist anders aus. Bereits weit im Voraus ist das Wochenende längst verplant: aufräumen, einkaufen, Auto waschen, Ausflüge machen, Kino oder Konzert besuchen, Essen gehen, lesen, malen, joggen, Freunde und Familie treffen… All das können durchaus gute und sinnvolle Beschäftigungen am Wochenende sein, doch irgendwann wird daraus keine Erholung mehr, sondern Freizeitstress.

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Darum nutzen wir das Wochenende falsch

Wir wollen das Wochenende für die eigene Freizeit nutzen, doch wirklich sinnvoll und erholsam werden die beiden freien Tage trotzdem nur selten gestaltet. Kaum jemand nicht sich die Zeit, um tatsächlich zu entspannen.

Hinter diesem Verhalten stehen zwei Ängste und psychologische Effekte:

  • Angst vor zu wenig Zeit

    Das Wochenende ist kurz, also muss alles in kürzester Zeit geschehen. So denken viele. In wenigen Tagen steht bereits das nächste Wochenende an, das genutzt werden könnte – doch das ist im Moment egal. Stattdessen müssen alle Erledigungen, Termine und Aktivitäten sofort stattfinden. Wir zwingen uns selbst in einen viel zu straffen Zeitplan am Wochenende, der nichts mit Erholung und Entspannung zu tun hat.

  • Angst etwas zu verpassen

    Und was hast du am Wochenende so gemacht? Da möchte jeder von seinen Erlebnissen, tollen Aktivitäten, wunderbaren Erinnerungen und aufregenden Abenteuern berichten. Dahinter steht FOMO – fear of missing out – zu deutsch: Angst, etwas zu verpassen. Wenn alle anderen tolle Dinge machen, müssen wir das auch tun, um nicht außen vor zu bleiben, als langweilig zu gelten oder eben etwas zu verpassen.

Denken Sie also daran: In so ein Wochenende passt eine Menge rein, sie müssen aber nicht alles nachholen und auf einmal erledigen, was Sie sich schon immer vorgenommen haben oder wofür Sie unter der Woche noch keine Zeit hatten.

Oder frei nach Paracelsus: Die Dosis macht das Gift. Ein paar Vorhaben sind angebracht und Sie können sich darauf freuen. Doch sollten Sie sich keinen Druck machen. Sonst ist das Wochenende alles andere als frei und wird zur puren Anstrengung.

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Wochenende in Zeiten von Corona: Was kann ich tun?

Durch die aktuelle Corona-Krise laufen viele Dinge anders als gewohnt. Betriebe sind vorübergehend geschlossen oder Arbeitnehmer in Kurzarbeit, Kontaktverbote machen soziale Interaktionen schwieriger und auch das Wochenende scheint in dieser Zeit nicht denselben Wert zu haben.

Auf der einen Seite steht das Verständnis, dass die Gesundheit immer im Vordergrund steht und das Ansteckungsrisiko und damit die Infektionszahlen gemindert werden müssen. Auf der anderen Seite drohen Lagerkoller und schlechte Laune, wenn das Gefühl entsteht, auch am Wochenende nur zuhause sitzen zu können.

Umso wichtiger ist es, dass Sie auch in Zeiten von Corona Ihr Wochenende nutzen – natürlich im Rahmen der aktuell erlaubten Aktivitäten. Wir haben dazu einige Tipps und Vorschläge:

  • Gehen Sie in die Sonne

    In den meisten Bundesländern ist ein Spaziergang weiterhin erlaubt, solange Sie sich an den Mindestabstand zu anderen Menschen halten und alleine oder nur zu zweit unterwegs sind. Um die Eindämmung des Coronavirus zu unterstützen, sollten Sie möglichst zuhause bleiben, doch eine halbe Stunde in der Sonne ist erlaubt und kann Ihre Laune am Wochenende deutlich heben.

  • Starten Sie eine Videokonferenz

    Treffen mit Freunden oder Familie sollten zur Zeit nicht stattfinden. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass Sie völlig auf den Kontakt verzichten müssen. Moderne Kommunikationsmittel machen es auf einfachste Weise möglich. Starten Sie eine Videokonferenz, laden Sie Freunde oder Familie ein und schon kann es losgehen. Sie können sich unterhalten, gemeinsam aber auf Entfernung etwas essen oder auch über die digitale Verbindung ein paar Spiele spielen.

  • Lassen Sie es sich zuhause gut gehen

    Wir alle freuen uns auf die Zeit nach Corona, wenn wieder Normalität einkehrt und die Einschränkungen aufhoben werden. Bis dahin sollten Sie versuchen, es sich am Wochenende auch zuhause gut gehen zu lassen. Kochen Sie sich Ihr Lieblingsessen oder bestellen Sie bei Ihrem favorisierten Restaurant. Genießen Sie den Sonnenuntergang auf dem Balkon, kuscheln Sie mit Ihrem Partner auf der Couch bei einem schönen Film – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, um das Wochenende auch zuhause genießen zu können.

Das Wochenende stresst mehr als der Job

Stress mit Kunden, Ärger mit den Kollegen, Arbeiten unter Dauerstrom – der Job kann ganz schön aufreibend sein. Eine Studie der Pennsylvania State Universität kommt jedoch zu dem Ergebnis: Viele Menschen haben daheim wesentlich mehr Stress als im Büro. Am meisten davon betroffen: die Frauen.

Die Forscher nahmen für Ihre Untersuchungen Speichelproben von 122 Berufstätigen – sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden. Dabei richteten sie ihr Augenmerk vor allem auf das Stresshormon Kortisol. Und siehe da: Am Wochenende war davon wesentlich mehr im Blut als unter der Woche.

Wochenende Tipps Stress Erholung Freizeit

Warum das so ist? Die Arbeit, so vermuten die Wissenschaftler, ist in den meisten Fällen klar strukturiert:

  • Wir wissen, was wir dort zu tun haben.
  • Wir kennen unsere Aufgaben, unsere Ansprechpartner.
  • Unsere Projekte sind geplant, organisiert, strukturiert.
  • Wir wissen, dass wir dort unser Einkommen verdienen.

Zuhause sei das anders: Dort gäbe es zwar auch eine Reihe von Aufgaben, aber noch mehr Unplanbares (insbesondere wenn Kinder im Haus sind). Ein Streit mit Kollegen ist schnell ausgeräumt, man kann ihnen zur Not auch aus dem Weg gehen. Konflikten in der Familie entgeht keiner und sie gehen immer unter die Haut.

Dazu kommt der selbstgemachte Stress: Wenn der Job einen schon nicht erfüllt, dann muss es wenigstens die Freizeit sein: eine Superparty hier, sportliche Leistungen dort – es geht immer weniger um Entspannung und immer mehr um neuen Leistungsstress und die ewige Sorge, etwas verpassen zu können. Nicht zuletzt, um anschließend auch auf Facebook zu zeigen, was man – im Vergleich zu den Freunden – für ein tolles Leben hat.

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Tipps: So nutzen Sie das Wochenende richtig

Die freie Zeit am Wochenende verfliegt regelrecht und bevor Sie sich überhaupt erholen konnten, steht der Montag schon wieder vor der Tür? So geht es vielen – umso wichtiger, dass das Wochenende richtig genutzt wird. Auf der einen Seite für die nötige Erholung nach einer anstrengenden Woche, auf der anderen Seite für die Vorhaben und Beschäftigungen, die unter der Woche nicht möglich sind.

Ein erster Tipp, den Sie für Ihr Wochenende beherzigen sollten, lautet deshalb: Klären Sie Ihre Erwartungen. Wenn Sie vom Wochenende enttäuscht sind oder das Gefühl haben, dieses nicht richtig zu nutzen, liegt es vielleicht daran, dass Sie sich auf die falschen Dinge konzentrieren. Brauchen Sie in erster Linie Erholung oder treibt Sie der Wunsch an, die Zeit mit möglichst vielen Aktivitäten zu gestalten?

Das Wochenende ist das, was Sie daraus machen. Natürlich gibt es auch an den freien Tagen Verpflichtungen, doch können Sie durch die Gestaltung dazu beitragen, das für Sie Beste aus dem Wochenende zu machen. Die folgenden Tipps für das Wochenende helfen Ihnen dabei:

  • Planen Sie das Wochenende

    Sie sollen die beiden freien Tage nicht bis auf die letzte Minute durchtakten, doch ist es sinnvoll, sich bereits vorher Gedanken über die Gestaltung zu machen. Was wollen oder müssen Sie erledigen? Wie viel Zeit bleibt tatsächlich zur freien Verfügung und wie wollen Sie diese nutzen? Frühzeitige Absprachen mit dem Partner, der Familie und Freunden ersparen am Wochenende eine Menge kurzfristigen Stress.

  • Setzen Sie Prioritäten

    48 Stunden Wochenende scheinen zunächst recht lang zu sein, doch müssen Sie klare Prioritäten setzen, um die Zeit gut zu nutzen. Besonders wichtig ist für die meisten beispielsweise Zeit mit Familie und Freunden oder die Erholung nach einer anstrengenden Woche – werden keine Prioritäten gesetzt, kommt genau das jedoch zu kurz. Erst wenn Sie sicher sind, dass Sie am Wochenende die wirklich wichtigen Dinge tun können, sollten Sie weiter überlegen.

  • Sortieren Sie Ihre Verpflichtungen

    Am Wochenende muss ich dies erledigen… oder Das muss ich auf jeden Fall am Wochenende machen… Samstags und Sonntags stehen meist einige Verpflichtungen an. Doch ist das wirklich so und sind diese Aufgaben oder Termine tatsächlich so verpflichtend? Vieles lässt sich verschieben oder absagen, damit Sie sich wirklich erholen können.

  • Verschieben Sie den Wocheneinkauf

    Ein ungewöhnlicher, aber sehr effektiver Tipp. Einer der größten Stressoren am Wochenende ist der Wochenendeinkauf. Für diesen geht eine Menge freie Zeit drauf, aber vor allem kostet er viele Nerven. Durch volle Gänge quetschen, ans Regal gedrückt werden, ewig an der Kasse anstehen… Stress und Gedränge pur. Schieben Sie den großen Einkauf wenn irgendwie möglich auf einen anderen Tag, beispielsweise nach Feierabend auf dem Weg nach Hause.

  • Behalten Sie Ihren Tagesrhythmus bei

    Es spricht natürlich nichts dagegen, am Wochenende mal ein wenig länger zu schlafen und nicht gleich bei einem frühen Wecker aus dem Bett zu springen. Dennoch sollten Sie Ihren Tagesrhythmus am Wochenende nicht zu sehr durcheinander bringen. Ansonsten kommt am Wochenende nicht die Erholung, sondern die Erkältung. Gummiband-Effekt heißt das im Fachjargon.

  • Pflegen Sie Ihre Hobbys

    Echte Hobbys sind mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Wenn Sie einer Beschäftigung mit Freunde und Leidenschaft nachgehen, schöpfen Sie daraus Kraft und können sich erholen – selbst wenn das Hobby selbst anstrengend ist. So kann Sport am Wochenende ein wichtiger Aspekt sein, auch wenn Sie dabei ins Schwitzen kommen. Zudem steigert es die Zufriedenheit, wenn Sie sich einem Hobby widmen. So sind Sie am Wochenende glücklicher und fühlen sich besser.

  • Schalten Sie wirklich ab

    Bei kaum einem Gerät liegen Fluch und Segen so nahe beieinander, wie bei dem Smartphone. Einerseits eröffnet es uns unzählige Möglichkeiten – auch, um mit anderen in Kontakt zu bleiben. Andererseits bleiben wir damit auch dann in Kontakt, wenn wir es gar nicht wollen – zum Beispiel mit den Chef am Wochenende. Häufig hilft da zur echten Entspannung nur ein radikaler Schritt: Abschalten. Buchstäblich. Und sei es nur für ein paar Stunden. Es ist eine wahre Genugtuung, am Wochenende nicht ständig auf das Handy zu schauen, E-Mails zu kontrollieren, Nachrichten zu beantworten und die Neuigkeiten im Feed abzurufen.

  • Lernen Sie Nein zu sagen

    Hilfsbereitschaft ist gut, doch müssen Sie auch lernen, am Wochenende hin und wieder Nein zu sagen. Dabei brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben und sich auch nicht lang und breit rechtfertigen. Ein kurzes Leider schaffe ich das am Wochenende nicht… reicht völlig aus, um abzulehnen.

    Natürlich können Sie einem Freund mal beim Umzug helfen oder einen Gefallen übernehmen, doch sollten Sie nicht vergessen, dass das Wochenende auch Ihre Zeit ist. Spätestens wenn es für Sie zur Belastung wird und Ihrer Erholung am Wochenende nachhaltig schadet, ist es besser Nein zu sagen und Grenzen zu setzen.

  • Gönnen Sie sich Ruhe

    Zum Schluss noch einmal ein etwas tautologischer Tipp, der aber nicht genug betont werden kann: Nehmen Sie sich am Wochenende bewusst Zeit für sich selbst – in Ruhe, ganz allein oder mit dem Partner. Wer sich bewusst solche Auszeiten zum Relaxen sucht, genießt den Moment in vollen Zügen, kommt auf frische Ideen und gewinnt neue Kraft. Müßiggang und Nichtstun sind eine hohe Kunst, die leider kaum noch gelehrt und gelernt wird.

    Wie genau Sie diese echten Ruhepausen gestalten, können Sie dabei selbst entscheiden. Für die einen ist ein entspanntes Bad mit einem guten Buch die beste Erholung, andere entspannen bei einem Spaziergang im Wald und wieder andere gehen in Yoga oder Meditation auf. Am Ende kommt es darauf an, dass Sie sich wohl fühlen, zur Ruhe kommen und Ihre Energiereserven auffüllen.

[Bildnachweis: Ivanko80 by Shutterstock.com]
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23. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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