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Gummiband-Effekt: Zum Wochenende gibt’s Schnupfen

Zum Wochenende kommt regelmäßig der Schnupfen oder eine Erkältung. Gummiband-Effekt heißt das Phänomen in der Fachsprache und hat sogar eine einfache medizinische Erklärung: Mit dem Freitagabend fahren wir nach einer anstrengenden Woche zu rapide herunter und hoffen auf eine Blitzerholung. Riesenfehler…



Gummiband-Effekt: Zum Wochenende gibt's Schnupfen

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Definition: Was ist der Gummiband-Effekt?

Der Gummiband-Effekt beschreibt das häufige Auftreten von Erkältungskrankheiten am Wochenende und erklärt auch die zahlreichen Krankmeldungen am Montag.

Der Grund dafür sind zu hoher Stress unter der Woche und anschließende Blitzentspannung am Samstag und Sonntag. Das Immunsystem mag so etwas gar nicht und kracht danach regelrecht zusammen. Bei den einen kommen Schnupfen und Kopfschmerzen pünktlich am ersten freien Tag. Bei anderen zieht sich der Gummiband-Effekt noch eine Weile und tritt erst am Sonntag oder Montag auf.

Was ist die Ursache für den Gummiband-Effekt?

In schlagartiger Ruhe nach vorheriger Überanstrengung lauert die Krankheit: Den Grund dafür liefert vor allem das Stresshormon Cortisol. Solange wir uns anstrengen und durchhalten müssen, schüttet es unser Körper unentwegt aus. Das stärkt die Abwehrkräfte, und wir halten wacker durch.

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Warum der menschliche Organismus das über einen längeren Zeitraum verträgt, ist medizinisch nicht geklärt. Sicher weiß man aber: Der Hormoncocktail laugt uns aus, schwächt auf Dauer das Immunsystem und lässt es beim ersten Anzeichen einer Entspannungsphase kollabieren. Das Gummiband schnalzt zurück – daher der Name des Effekts.

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Das Stresshormon Cortisol und die Nebenwirkungen

Cortisol ist ein ständiger Begleiter. Unser Körper schüttet das Stresshormon in großen Mengen aus, wenn wir gestresst, entnervt, abgekämpft sind. Cortisol verleiht uns Kraft, macht uns widerstandsfähig, lässt uns Hindernisse überwinden. Doch auf lange Sicht schadet es uns: Wer unentwegt Cortisol ausschüttet, altert im Zeitraffer.

Nachweislich verkürzen sich die Telomere bei Menschen, die dauerhaft hohem Stress ausgesetzt sind. Telomere sind die Enden der Chromosomen und spielen eine wichtige Rolle bei der Zellteilung. Einfach erklärt: Je schneller sie schrumpfen, desto schneller altern wir.

Stress fördert Herz- und Krebserkrankungen

„Stress schadet Menschen auf unterschiedliche Weise: Einige entwickeln Geschwüre, andere bekommen einen Herzanfall oder verlieren ihre Haare“, sagt die Dermatologin Flor A. Mayoral. Und das sind nur Äußerlichkeiten! Auch das Immunsystem leidet darunter erheblich. Langfristig kann die Fähigkeit des Körpers Schaden nehmen, Entzündungen zu bekämpfen.

Zwar werden Entzündungen teilweise durch Cortisol reguliert. Doch wenn wir zu lange und zu viel Cortisol im Blut haben, kann der Körper diese Funktion nicht mehr ausüben. „Entzündungen können dann außer Kontrolle geraten“, sagt der Psychologe Sheldon Cohen von der Carnegie Mellon Universität. Entzündungen gelten aber als Auslöser und Beschleuniger vieler ernsthafter Erkrankungen – zum Beispiel Herzerkrankungen, Asthma, Krebs und sogar Depressionen.

Cortisol abbauen: Was kann ich tun?

Tatsächlich gibt es ein paar einfache Hausmittel, um den Alltagsstress zu senken und so dem Gummiband-Effekt vorzubeugen:

  1. Bilder malen

    Bei einer Studie um Girija Kaimal von der Drexel Universität in Philadelphia kam heraus, dass Malen und Zeichnen am Abend den Cortisol-Spiegel im Blut um bis zu 75 Prozent senken kann. Dazu reicht es schon, sich nur 45 Minuten lang künstlerisch zu betätigen.

  2. Tee trinken

    Auch Tee gilt als wirksamer Stressbekämpfer. Forscher um Andrew Steptoe vom Londoner University College konnten bestätigen: Wer nach einer stressigen Aufgabe Tee trinkt, senkt nicht nur Blutdruck und Herzfrequenz, sondern auch den Cortisol-Level um 47 Prozent.

  3. Meditieren

    Auch Yoga und Meditieren sind erwiesene Stresssenker. Bei Studien um Linda Carlson von der Calgary Universität zeigten die Probanden nach drei Monaten nicht nur dauerhaft niedrigere Cortisol-Werte – auch ihre Telomere hatten sich nicht weiter verkürzt. Meditieren ist also auch eine wirksame Anti-Ageing-Maßnahme.

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Tipps: Was hilft gegen den Gummiband-Effekt?

Neben der schon angesprochenen Prophylaxe per Meditation, Kunst oder Tee gibt es weitere Tipps, um dem Gummiband-Effekt zu entgehen:

  1. Pausen machen

    Machen Sie im Job mehr regelmäßige und kurze Pausen unter der Woche – und nicht erst dann, wenn Sie draußen rosa Elefanten fliegen sehen oder Ihnen drinnen die brennende Giraffe einen Kaffee anbietet. Kurzpausen sorgen dafür, dass sich die Cortisol-Kaskade gar nicht erst aufschaukelt. Außerdem sind sie sinnvoller als lange Pausen, weil der Erholungseffekt in Pausen nicht linear steigt: Sie erholen sich vor allem im ersten Drittel, danach kaum noch.

  2. Rhythmus beibehalten

    Fahren Sie am Freitagabend oder Wochenende nicht gleich runter, sondern behalten Sie den Biorhythmus der Woche bei. Bedeutet: Schlafen Sie nicht bis mittag aus – das bestraft der Körper mit Kopfschmerzen –, sondern schalten Sie allmählich zurück. Frühstücken Sie gesund – mit viel Obst, und sorgen Sie am Samstag noch für leichte Belastung, etwa durch etwas Sport oder Hausarbeit.

Entscheidend beim Gummiband-Effekt ist, dass Sie nicht von 120 auf Null in zehn Sekunden runterschalten und sich so Entspannungs-Peitsche ersparen.


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