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Exzellenz-Effekt: ABC-Chefs und ihre Mitarbeiter

Es gibt sie überall: Führungskräfte, die einen Zustand verwalten, statt visionär zu führen; Manager, die Meister darin sind, gegen neue und unkonventionelle Projekte sofort Argumente zu finden; Bosse, die Fehler zu inakzeptablen Vergehen erklären – auch die einmaligen –, gleichzeitig aber den Mangel an Kreativität und Selbstständigkeit ihrer Subordinierten beklagen. Kurz: schwache, unsichere, wenn nicht gar inkompetente Manager. Interessanterweise findet man im Umfeld dieser maximal mittelmäßigen Manager nur selten Toptalente. Dahinter steckt der sogenannte Exzellenz-Effekt

Exzellenz-Effekt: ABC-Chefs und ihre Mitarbeiter

A-Leute ziehen A-Leute – B-Leute nur C-Leute

Während wirklich erstklassige Chefs (erstaunlicherweise) immer erstklassige Mitarbeiter um sich scharen, suchen zweitklassige Chefs allenfalls die Nähe zu drittklassigen Mitarbeitern. Eher früher als später wandern wahre Leistungsträger und Talente im zweitklassigen Umfeld ab. Warum den Gurken dort weiterhin in den Sattel helfen?

Es ist das, was wir den Exzellenz-Effekt nennen und der sich – stark verkürzt – auf die Formel reduzieren lässt:

A-Leute ziehen A-Leute, B-Leute nur C-Leute.

Warum ist das so?

Die Erklärung, die uns zahlreiche Führungskräfte in diversen Gesprächen bestätigt haben, basiert letzten Endes auf Eitelkeit, wie sie in jedem noch so harmonischen Betriebsklima existiert und stärker wird, je weiter man nach oben kommt.

Tatsächlich schwingt auf der Chefetage immer auch ein Ringen um die knappen Ressourcen

  • Aufmerksamkeit
  • Status
  • Macht

mit. Wer wirklich exzellent ist, braucht diese Form der Konkurrenz allerdings nicht fürchten. Im Gegenteil: Solche Menschen suchen geradezu die gleichwertige Inspiration, um noch besser zu werden.

Sie schätzen den Austausch, die geistreichen und konstruktiven Reibereien mit ihren ebenbürtigen und ebenfalls brillanten Kollegen und fürchten sich auch nicht vor den eigenen Unzulänglichkeiten.

Eher sehen sie in dem anderen eine Bereicherung, ja vielleicht sogar einen willkommenen Ausgleich für die eigenen Schwächen, statt eines gefährlichen Mitbewerbers.

Für mittelmäßige Manager dagegen stellt sich die Sache jedoch anders dar: Für sie bedeutet jeder erstklassige Kollege eine latente Bedrohung für die eigene Position, den Status und das mühevoll aufgebaute Image.

Dieser Typus sieht vor allem die eigenen Schwächen und ist ständig in Sorge, ein Besserer könnte diese offenbaren oder schlimmer – sie selbst damit ausstechen.

Zieht so ein Mitarbeiter eines Tages an ihnen vorbei, ist es so, als würde er sie indirekt deklassieren. Oder aber – was auch vorkommt – sie verlieren dadurch eine tragende Säule im Team, auf der ihr Erfolg maßgeblich beruht.

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Was ABC-Mitarbeiter über den Arbeitgeber verraten

Leider gibt es tatsächlich solche Führungskräfte, die wie Parasiten ihre Mitarbeiter ausnutzen und deren Leistungen wie die eigenen aussehen lassen, um selbst besser dazustehen.

Deshalb halten solche Bosse die eigenen Leute bewusst klein und tyrannisieren sie. Oder sie umgeben sich von vornherein lieber mit drittklassigen Kollegen und fördern diese auch nicht sonderlich. So bleibt ihr Stuhl sicher. Vorläufig jedenfalls.

Man muss das gar nicht moralisch bewerten, das Ergebnis ist auch so klar. Dafür kann das Wissen um den Exzellenz-Effekt enorm dabei helfen, seinen künftigen Arbeitgeber oder gar Vorgesetzten in spe bei der Auswahl besser einzuschätzen.

Denn natürlich lässt sich die ABC-Formel auch umdrehen, Motto: „Zeige mir deine Freunde, und ich sag dir, wer du bist!“

Statt sich mit den heroischen Leistungen und Erfolgen eines Chefs zu beschäftigen, reicht manchmal schon der Blick auf dessen engste Vertraute und kollegiale Umgebung: Handelt es sich dabei weitgehend um eine talentfreie Runde, sollten Sie für Ihr Licht vorsichtshalber einen Scheffel mitnehmen.

Oder einen anderen Job suchen…

[Bildnachweis: by Shutterstock.com]

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