Exklusiv-Effekt: Ausgrenzung macht kreativ

Du bist immer dann am Besten, wenn’s dir eigentlich egal ist. Das sagen nicht nur Die Ärzte. Es könnte sogar mehr dran sein, als die Musiker seinerzeit ahnten. Wie Forscher der Johns Hopkins Universität entdeckten, kann gerade unabhängigen Geistern das Gefühl von sozialer Ausgrenzung oder gar Ablehnung einen besonderen kreativen Kick geben. „Gerade jenen, die sich sowieso eher ausgegrenzt fühlen, gibt der Ausschluss eher eine Art Bestätigung“, sagt Studienleiterin Sharon Kim. So haben sie erst recht, das Gefühl unabhängig und einzigartig zu sein – und das führt bei ihnen zu größerer Kreativität…

Exklusiv-Effekt: Ausgrenzung macht kreativ

Ausgrenzung gibt erst den Kick

Es klingt ein bisschen nach selbsterfüllender Prophezeiung. Vielleicht ist auch ein wenig Selbstschutz dabei, wenn Individualisten ihr Selbstwertgefühl und ihren Stolz vor allem aus dem Grad ihrer sozialen Isolation ableiten.

So bemerkenswert der Effekt auch ist, er hat auch seine Schattenseiten.

Wie Sharon Kim und ihre Kollegen ebenfalls feststellten, beeinträchtigt die Ausgrenzung zugleich auch einige andere kognitive Fähigkeiten (was in der Psychologie allerdings nichts Neues ist).

Aus Sicht der Wissenschaftler hat ihre Studie dennoch ein paar Implikationen für Manager.

Die setzen in der Regel auf Teamgeist und versuchen, möglichst alle in ihre jeweiligen Projektgruppen zu integrieren. Muss aber gar nicht sein und ist vielleicht für manche Kollegen auch nicht zielführend. Womöglich lässt sich die kreative Leistung der Eigenbrötler eher gegenteilig maximieren.

Verkürzt: Lass die Nerds allein und in Ruhe am Schreibtisch brödeln – schon kreieren sie mehr.

Oder anders formuliert: Jeder Mensch hat das Recht, individuell geführt zu werden.

[Bildnachweis: Palto by Shutterstock.com]
7. Februar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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