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Bumerang-Effekt: Warum wir an Halbwahrheiten festhalten

Der Mensch ist nicht nur enorm widerstandsfähig – Meinungen sind es auch. Selbst wenn wir längst wissen, dass eine Information falsch ist, halten wir oft noch daran fest. Mehr noch: Je mehr uns andere davon abbringen wollen, desto größer die Beharrlichkeit. „Bumerang-Effekt“ heißt das Phänomen in der Psychologie und erklärt, warum so viele Diskussionen scheitern – nur eben nicht am gesunden Verstand…



Bumerang-Effekt: Warum wir an Halbwahrheiten festhalten

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Einfach erklärt: Was ist der Bumerang-Effekt?

Der Bumerang-Effekt (auch: Backfire-Effekt oder Scheinwahrheitseffekt) beschreibt laut Definition ein diametrales Phänomen in der Kommunikation: Der Versuch, jemanden zu beeinflussen oder zu überzeugen, bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was erreicht werden sollte (Reaktanz) und erhöht eher noch den Widerstand.

Von Bedeutung ist der Bumerangeffekt in der Werbung und im Marketing genauso wie in der politischen Meinungsbildung. Er erklärt zum Beispiel manche Verschwörungstheorie („Die Mondlandung war eine Inszenierung“) ebenso wie die zahlreichen Corona-Leugner während der Pandemie. Je eindringlicher man versucht, diese Menschen durch vernünftige Argumente und belegbare Fakten zu überzeugen, desto größer wird deren Ablehnung.

Was ist die Ursache für den Bumerang-Effekt?

Als Hauptgrund für den Bumerang-Effekt nennen Wissenschaftler das stark empfundene Gefühl der Einflussnahme. Durch den Überzeugungsversuch fühlen sich die Betroffenen in ihrer Handlungs- und Entscheidungsfreiheit einschränkt und reagieren mit Gegenwehr oder Blockade.

💡 GUT ZU WISSEN: Den Mechanismus hinter dem Bumerang-Effekt macht sich die umgekehrte Psychologie zunutze, indem sie Menschen trotzdem beeinflusst und das Gegenteil von dem fordert, was eigentlich beabsichtigt ist.


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Bumerang-Effekt Beispiele

In der Werbe- und Verkaufspsychologie ist der Bumerang-Effekt gefürchtet. Wird zum Beispiel eine Werbeaussage als übertrieben oder unglaubwürdig empfunden, wird nicht etwa das Kundeninteresse aktiviert, sondern vielmehr deren Ablehnung.

Auch in Familien kommt es häufig zum Bumerang-Effekt. Zum Beispiel wenn Eltern ihre Kinder davon überzeugen wollen, dass deren Freundeskreis nicht gut für sie ist oder Freund oder Freundin nicht zu ihnen passen. In dem Fall binden die Argumente die Kinder erst recht an das toxische Umfeld.

Als wiederum der australische Kognitionspsychologe Stephan Lewandowsky mit dem Bumerang-Effekt experimentierte (Studie, PDF) zeigte er Probanden ein Infoblatt, das mit häufigen Gerüchten über Grippeimpfungen aufräumte. Anschließend wurden die Teilnehmer dazu befragt – Ergebnis: Das Widerlegen der Gerüchte verstärkte diese sogar noch.

Das Prinzip urbaner Legenden

Warum glauben wir Halbwahrheiten so gerne? Auch das hat der Psychologe Stephan Lewandowsky zusammen mit seinem Kollegen Ullrich Ecker untersucht. Resultat: Geistige Faulheit macht uns ideologieanfälliger. Es ist leichter für uns, neue Informationen abzulehnen, als (falsch) Gelerntes auszufiltern. Es ist das Prinzip urbaner Legenden: Sie bauen auf Informationen auf, die in unser Weltbild passen, der Rest klingt nur plausibel und wird regelmäßig wiederholt: Je öfter wir den Nonsens hören, desto weniger unterscheiden wir die Quelle und glauben den Quatsch.


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Was kann ich gegen den Bumerang-Effekt tun?

Den Bumerang-Effekt ganz vermeiden, kann man nie. Erst recht, wenn sich einige Meinungen und Ansichten bereits verfestigt haben. Generellen Weltanschauungen ist mit Gegenargumenten kaum beizukommen. Darauf reagieren die meisten Menschen trotzig oder mit einer Flucht nach vorn.

Trotzdem haben wir ein paar Empfehlungen, wie sich der Bumerang-Effekt abschwächen lässt:

  1. Fakten nennen
    Weil Gerüchte kognitiv attraktiver sind als eine komplizierte Korrektur, konzentrieren Sie sich am besten nur auf die Fakten – nicht die Mythen. Wiederholen Sie auf keinen Fall das Gerücht – nur die Wahrheit.
  2. Lücke füllen
    Sobald man ein Gerücht oder Halbwahrheit ausräumt, entsteht beim Empfänger eine gedankliche Lücke. Um jemanden erfolgreich zu überzeugen, muss die Widerlegung des Mythos diese Lücke füllen.
  3. Aussagen vereinfachen
    Sorgen Sie dafür, dass die neue (richtige) Information so einfach und eingängig wie möglich ist. Verstärken Sie Ihre Aussagen visuell – durch Grafiken oder Bilder. Die prägen sich leichter und besser ein.

Lesetipp: 3 Sätze, mit denen Sie jede Diskussion gewinnen


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