Fragen vom Chef: Vorsicht Falle!

Dass Chefs ihren Mitarbeitern gerne auch einmal ein paar gemeine und tückische Fragen stellen, ist Ihnen bestimmt aus dem ein oder anderen Vorstellungsgespräch bekannt. Nicht umsonst haben Sie sich wochenlang auf jede Eventualität vorbereitet, haben sich schlagfertige Antworten zurecht gelegt und die gefährlichsten Fallstricke studiert. Die gute Nachricht: Sie haben das Interview gemeistert und den Job erhalten. Die schlechte ist aber, dass es auch im täglichen Berufsleben zu Fragen vom Chef kommen kann, die Sie in die Bredouille bringen können. Wir zeigen Ihnen, bei welchen Fragen eine Falle lauert und wie Sie auch auf schwierige Fragen professionell und elegant antworten…

Fragen vom Chef: Vorsicht Falle!

Unbedachte Antworten schaden der Karriere

Im persönlichen Gespräch unter vier Augen, während eines Meetings im Konferenzraum oder auch in entspannter Atmosphäre an der Kaffeemaschine – Gelegenheiten, um mit dem Chef ins Gespräch zu kommen, gibt es viele. In der Regel meistern Arbeitnehmer diese Situationen ohne Probleme. Ein wenig Smalltalk oder ein kurzer Austausch über das aktuelle Vorgehen bei einem Projekt und schon geht es weiter mit der Arbeit. Nichts wirklich Aufregendes ist passiert.

Aber es geht auch anders: Wird eine unerwartete Frage gestellt oder ein heikles Thema angesprochen, wissen Arbeitnehmer nicht, wie sie sich dem Chef gegenüber verhalten sollen. Natürlich möchte man sich durch eine falsche Antwort keine Steine in den beruflichen Weg legen, doch verlegen zu Boden schauen und nach Worten suchen ist ebenfalls keine passende Alternative.

Doch wo liegt der Unterschied? Welche Fragen vom Chef bringen Arbeitnehmer besonders ins Schwitzen? Ob in böswilliger Absicht oder einfach aus reiner Neugier gestellt, wenn Fragen vom Chef in diese Richtungen gehen, bringt es ihre Gesprächspartner an den Rand der Verzweiflung:

  • Zu privat. Viele Arbeitnehmer fühlen sich unwohl, mit dem Chef über private Angelegenheiten zu sprechen. Das gilt sowohl für die eigene Privatsphäre, als auch für das private Leben des Chefs. In diesem Fall gilt: Ist Ihnen das Thema unangenehm, lassen Sie es den Chef wissen und bitten darum, Ihre Privatsphäre zu respektieren.
  • Zu sarkastisch. Hat er das wirklich so gemeint, wie er es gesagt hat? Sarkasmus vom Chef kann bei Mitarbeitern für große Verunsicherung sorgen. Auch wenn man eigentlich zustimmen möchte, bleibt die Angst, den Chef damit gegen sich aufzubringen. Hier ist Vorsicht geboten!
  • Zu direkt. Bei Gesprächen mit dem Chef wollen Mitarbeiter nichts Falsches sagen. Je direkter die Fragestellung, desto schwieriger wird dieses Vorhaben. Im normalen Gespräch kommen die meisten gut klar, bei Fragen wie Was ist im letzten Projekt schief gelaufen? ist Stress und Angstschweiß nur eine Frage der Zeit.

Bedenken Sie auch, dass Ihr Chef sich auch in Unterhaltungen, die scheinbar nichts mit dem Job zu tun haben, ein Bild von Ihnen macht. Wählen Sie Ihre Worte deshalb auch dann mit Bedacht, wenn Sie dem Chef außerhalb des Büros über den Weg laufen.

Versuchen Sie nicht, dem Chef aus dem Weg zu gehen

Versuchen Sie nicht, dem Chef aus dem Weg zu gehenIst der Chef dafür bekannt, auch mal unangenehme Fragen zu stellen und seinen Mitarbeitern auf den Zahn zu fühlen oder wenn Sie bereits einmal die unschöne Erfahrung machen mussten, mit einer solchen Frage konfrontiert zu werden, kennen Sie wahrscheinlich den Wunsch, von nun an jede weitere Begegnung zu vermeiden, um das Risiko zu minimieren. Die Kaffeeküche wird nur noch betreten, wenn der Chef gerade nicht in Sicht ist und auch sonst wird die Kommunikation auf ein Minimum von Guten Morgen und Schönen Feierabend reduziert.

Dabei gibt es jedoch ein großes Problem: Man läuft dem eigenen Chef zwangsläufig immer wieder über den Weg. Sei es auf dem Büroflur, in der Kantine oder auch nur auf dem Parkplatz. Wer hier jedes Mal panisch das Weite sucht, weckt nur Zweifel und sorgt damit garantiert dafür, dass der Chef aufmerksam wird und vielleicht gleich einen Gesprächstermin ansetzt, um das Thema auf den Tisch zu bringen.

Hinzu kommt, dass der Vorgesetzte kritisch hinterfragen wird, wie es zu Ihrem Verhalten kommt. Vielleicht vermutet er, dass Sie etwas zu verbergen hätten. Dann kommen Sie erst recht in eine Situation, in der Sie sich unangenehmen Fragen gegenübersehen, auf die es deutlich schwieriger ist, eine plausible Antwort zu finden.

Fragen vom Chef: Hier sollten Sie vorsichtig sein

Im Vorstellungsgespräch trifft man immer wieder auf ähnliche Fragen. Mit guter Vorbereitung lassen sich dort die größte Fettnäpfchen und Fallstricke umgehen. Ganz so einfach ist dies für die tägliche Zusammenarbeit im Büro leider nicht. Tückische Fragen vom Chef tauchen plötzlich und unerwartet auf und setzen Arbeitnehmer unter Druck. Damit Sie in einer solchen Situation nicht ins Stottern geraten, haben wir einige Fragen vom Chef gesammelt, hinter denen – beabsichtigt oder auch nicht – eine Falle lauern kann. Wer die Gefahr dahinter erkennt, kann sich hingegen eloquent und professionell verhalten.

  1. Stimmt es, dass Sie sich nach einer neuen Anstellung umsehen?

    Für Mitarbeiter eine sehr unangenehme Frage, schließlich würde man die nächsten beruflichen Schritte lieber nicht mit dem jetzigen Chef besprechen. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Szenarien: Entweder stimmt es nicht und Sie können Ihre Treue zum Unternehmen beteuern und fragen, woher die falschen Informationen stammen. Oder an der Frage ist etwas Wahres dran. In diesem Fall sollten Sie zu Ihrem Vorhaben stehen. Schildern Sie die Situation und erklären Sie, dass Sie ein Angebot prüfen, sich aber noch nicht entschieden haben.

  2. Was denken Sie von mir als Chef?

    Hier schrillen oft alle Alarmglocken. Der Gedanke, dem Chef Kritik an seinen Führungsqualitäten offen ins Gesicht zu sagen, empfinden viele als beruflichen Selbstmord. Sollten Sie trotzdem in diese Situation kommen, gilt vor allem eins: Bleiben Sie konkret. Benennen Sie genaue Beispiele für gutes Verhalten, aber auch für Geschehnisse, in denen Sie sich ein anderes Verhalten gewünscht hätten. Es ist auch empfehlenswert, die Aktionen des Chefs nicht zu bewerten. Vermeiden Sie Sätze wie Es ist schlecht, dass Sie…. Besser ist es zu sagen: Ich hätte mir gewünscht… oder Meiner Meinung nach…. Das klingt weniger anklagend, sondern gibt nur Ihre Ansichten wieder.

  3. Warum haben Sie sich entschieden, es so zu machen?

    Der Vorgesetzte scheint nicht vollkommen einverstanden mit der Art und Weise zu sein, wie Sie eine Aufgabe erledigt haben. Das kommt im Berufsleben immer mal wieder vor und ist eigentlich auch nicht weiter schlimm. Zum Problem werden kann diese Frage allerdings, wenn Sie falsch darauf reagieren. Manche fühlen sich in die Enge gedrängt und angegriffen. Die normale Reaktion: Verteidigung. Professioneller ist es hingegen, Ihr Vorgehen mit fachlichem Wissen zu begründen. Erklären Sie, welche Faktoren Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigt haben und weshalb es aus Ihrer Sicht die beste Wahl war.

  4. Haben Sie die neuesten Gerüchte gehört? Ist da was dran?

    Telefon oder E-Mail mögen manchmal streiken, der Flurfunk funktioniert in den meisten Büros aber immer fehlerfrei. So lautet die Antwort eigentliche Antwort vermutlich Ja, das habe ich mitbekommen. Das behalten Sie aber besser für sich. Es ist ohnehin empfehlenswert, sich nicht am Büroklatsch zu beteiligen. Schon gar nicht in Gegenwart des Vorgesetzten. Erklären Sie daher, dass Sie sich für die Gerüchte nicht interessieren und Ihnen nichts zu Ohren gekommen ist.

[Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]
1. Oktober 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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