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8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun: Übersicht

Menschen kommunizieren unterschiedlich. Der deutsche Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun hat insgesamt 8 Kommunikationsstile identifiziert, wie wir miteinander reden: mal mitteilungsfreudig oder distanziert; mal aggressiv oder selbstlos und helfend. All diese Kommunikationsformen verraten nicht nur viel über die Persönlichkeit unseres Gegenübers – sie erfordern auch einen jeweils anderen Umgang. Wer seine Kommunikation darauf anpassen kann, ist klar im Vorteil. In diesem Ratgeber erhalten Sie eine Übersicht über alle 8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun inklusive Beispiele und Tipps…



8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun: Übersicht

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Definition: Was sind Kommunikationsstile?

Der Begriff Kommunikationsstil beschreibt die Art und Weise, wie Menschen Informationen und Argumente austauschen. Dazu gehört nicht nur, WAS wir sagen, sondern auch WIE wir es sagen und auf welchen Kommunikationskanälen – also zum Beispiel über Sprache und Stimme oder mittels Körpersprache (Gestik, Mimik, Körperhaltung) und Kleidung.

Welche 3 Kommunikationskanäle gibt es?

In der Kommunikationswissenschaft werden vor allem drei Kommunikationskanäle unterschieden:

  1. Verbale Kommunikation
    Zur verbalen Kommunikation gehört nicht nur, was wir verbal (mit dem Mund) sagen, sondern auch was wir schriftlich vermitteln. Verbale Inhalte machen nur rund 7 Prozent der Kommunikation aus.
  2. Paraverbale Kommunikation
    Zur paraverbalen Kommunikation (akustischen Wahrnehmung) gehört, was wir mit unserer Stimme beim Sprechen ausdrücken – Lautstärke, Tonfall, Sprachmelodie, Sprechtempo oder Stimmlage. Paraverbale Inhalte machen 38 Prozent dessen aus, was beim Gesprächspartner ankommt.
  3. Nonverbale Kommunikation
    Den größten Anteil (55 Prozent) hat die nonverbale Kommunikation – Auftreten, Bewegungen, Gestik und Mimik, Statussymbole. Hierüber werden vor allem Gefühle und (unausgesprochene) Gedanken übertragen.
💡 GUT ZU WISSEN: Kommunikationsstile vereinen die Kommunikationsformen und transportieren nach Schulz von Thun Informationen auf vier Ebenen (siehe: 4-Ohren-Modell). Dabei kann es interkulturelle Unterschiede geben: Deutsche kommunizieren zum Beispiel sehr direkt, andere Kulturen bevorzugen einen eher indirekten Kommunikationsstil.



Entscheidend ist: Sobald sich Menschen begegnen, kommunizieren sie. Die Kommunikation lässt sich nicht abschalten. Selbst wenn wir schweigen, reden unsere Körpersprache, Kleidung und unser Habitus weiter. Oder wie der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick schon wusste:

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Kommunikationsstile Schulz von Thun Übersicht Beispiele Nonverbale Kommunikation Körpersprache Gesten Haltung Gesichtsausdruck

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Die 8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun

Jeder Menschen kommuniziert und präsentiert sich auf seine Weise. Die einen sind zurückhaltend und distanziert, andere sind extrem mitteilungsfreudig und wieder andere geradezu aggressiv. Kommunikationsstile beschreiben daher immer auch charakteristische Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen.

Den einen „richtigen“ Kommunikationsstil gibt es nicht. Professionelle Kommunikation – privat oder beruflich – passt sich stets der jeweiligen Situation und dem Gegenüber an. Beispiel: Wer im Meeting präsentiert, sollte selbstbewusst auftreten, während beim Verkaufsgespräch im Vertrieb ein eher empathischer Kommunikationsstil erforderlich ist.

Welche Kommunikationsstile gibt es?

In seiner Praxis als Therapeut hat der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun insgesamt acht Kommunikationsstile ermittelt, die unterschiedliche Verhaltensweisen im Gespräch beschreiben. Welcher davon dominiert, hängt nach Schulz von Thun von der Persönlichkeit ab und welches Kommunikationsverhalten in der Kindheit gelernt und geprägt wurde. Die 8 Kommunikationsstile sind:

  1. Der bedürftig-abhängige Kommunikationsstil
  2. Der helfende Kommunikationsstil
  3. Der selbstlose Kommunikationsstil
  4. Der aggressiv-entwertende Kommunikationsstil
  5. Der sich beweisende Kommunikationsstil
  6. Der bestimmende-kontrollierende Kommunikationsstil
  7. Der sich distanzierende Kommunikationsstil
  8. Der mitteilungsfreudig-dramatisierende Kommunikationsstil

Jeder der Kommunikationsstile hat individuelle Stärken und Schwächen. Welchen Sie später einsetzen, hängt daher vor allem vom jeweiligen Charakter und Kontext – also ob Sie beispielsweise mit Kollegen, Kunden, Führungskräften oder Freunden und Partner sprechen.

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Kommunikationsstile Übersicht: Beispiele und Merkmale

1. Der bedürftig-abhängige Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Den Kommunikationsstil des Bedürftig-Abhängigen kennzeichnet Hilflosigkeit und chronische Überforderung. Statt Tatendrang zu demonstrieren, bleibt er passiv und hofft darauf, dass andere helfen. Gelingt das nicht, versucht er es mit Jammern oder Komplimenten, wie: „Dir gelingt alles immer viel besser!“ Indem sich der Bedürftig-Abhängige als schwach inszeniert, können sich andere stark und kompetent fühlen.

  • Ursache

    Oft wurden dem Bedürftig-Abhängigen bereits in der Kindheit Grenzen gesetzt, die in Überbehütung oder erlernte Hilflosigkeit geführt haben. Das Selbstvertrauen des Bedürftig-Abhängigen ist daher eher gering. Teilweise haben diese Menschen als Kind kaum Zuwendung erfahren und holen sich diese als Erwachsene nun in der Opferrolle.

  • Stärken und Schwächen

    Vorteil: Wird diesem Typus eine Lösung gezeigt, arbeitet er oder sie zuverlässig und nimmt die Hilfe bereitwillig an. Nachteil: Dieser Kommunikationstyp traut sich selbst wenig bis gar nichts zu. Das erschwert eigenständige Entscheidungen.

  • Umgang

    Wer einen bedürftig-abhängigen Kommunikationsstil pflegt, wird sich mit Menschen umgeben, die einen helfenden oder distanzierenden Stil haben (siehe unten). Diese Kommunikationsstile ergänzen sich. Allerdings wird der Bedürftig-Abhängige dadurch kaum mehr Selbstvertrauen entwickeln. Dazu müssen Sie ihn aus seiner Komfortzone führen und allenfalls Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Erst mit zunehmenden Erfolgserlebnissen wird das Selbstvertrauen steigen.

2. Der helfende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Ein Helfer ist jemand, der gerne Rat gibt und immer einen Lösungsweg kennt und teilt. Dieser Kommunikationstyp strahlt Kompetenz und Souveränität aus. Seine eigene Hilfsbereitschaft macht ihn oder sie gleichzeitig unabhängig von der Hilfe anderer.

  • Ursache

    Der Helfer war in seiner Kindheit häufig auf sich selbst gestellt und hat die Erfahrung gemacht, dass er oder sie alles allein schaffen muss. Gleichzeitig holen sich Menschen mit Helfersyndrom Liebe und Anerkennung über Personen, die wiederholt ihre Hilflosigkeit demonstrieren. Indem sich der Helfer um die Nöte anderer kümmert, kann er seine eigenen Probleme ausblenden.

  • Stärken und Schwächen

    Nicht selten findet man Helfer in sozialen Berufen – als Pflegefachkraft, Arzt oder Streetworker. Sie sind geduldige Zuhörer und sofort da, wenn man sie braucht. Die Kehrseite: Viele können nicht Nein sagen und leiden bald an Überforderung oder psychosomatischen Erkrankungen.

  • Umgang

    Helfer umgeben sich gerne mit bedürftig-abhängigen Menschen. Bedingt durch ihre Persönlichkeiten und Kommunikationsstile geraten beide in einen Kreislauf: Der Helfer sucht sich Hilfesuchende, die deshalb keine Veranlassung haben, etwas an ihrem Verhalten zu ändern – und umgekehrt. Dabei sollte der Helfertyp lernen sich abzugrenzen, um stressbedingten Krankheiten vorzubeugen. Das geht nur, wenn er einsieht, dass auch er mitunter hilfebedürftig ist.

3. Der selbstlose Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Der selbstlose Kommunikationsstil hat einige Übereinstimmungen mit dem helfenden Kommunikationsstil. Der Einsatz für andere ist auch hierbei prägend. Allerdings tut das der Selbstlose meist unterwürfig und schwächt den eigenen Anteil am Erfolg stetig ab. Sein Verhalten signalisiert eher, dass er oder sie sich als wert- und bedeutungslos empfindet. Aus Angst vor Ablehnung bürdet sich dieser Typ immer noch die Arbeit anderer auf.

  • Ursache

    Selbstlose haben in ihrer Kindheit oft wenig Wertschätzung erfahren und ihnen wurde vermittelt, dass sie nicht wichtig seien. Das führt dazu, dass sie ständig bemüht sind, anderen zu gefallen und jeden Konflikt zu meiden, sodass sie darüber Anerkennung erfahren.

  • Stärken und Schwächen

    Wie den Helfer zeichnet selbstlose Menschen eine große Hilfsbereitschaft aus. Außerdem sind sie frei von Starallüren. Nachteil: Sie haben Schwierigkeiten sich abzugrenzen und auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu achten.

  • Umgang

    Menschen mit einer altruistischen Grundeinstellung können gut mit bedürftig-abhängigen und aggressiv-entwertenden Kommunikationsstilen. Beide bestätigen durch ihre Art, was der Selbstlose sowieso schon von sich denkt. Wichtig ist für Selbstlose daher, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und ihren Willen mehr zu behauten. Dazu bedarf es einer klaren, verbindlichen Sprache und mehr geistiger Unabhängigkeit von der Wertschätzung anderer.

4. Der aggressiv-entwertende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Der aggressiv-entwertende Kommunikationsstil ist weit verbreitet. Wer so kommuniziert, will sich selbst erhöhen, indem er oder sie andere klein macht. Dazu lässt er seine Gesprächspartner entweder schuldig erscheinen oder hackt auf deren Fehlern und Schwächen herum. Sein Verhalten wird davon bestimmt, dass er zuerst „zuschlägt“ – bevor es jemand anderer bei ihm tun kann.

  • Ursache

    Psychologen vermuten, dass Aggressiv-Entwertende in der Kindheit Gewalt oder Demütigungen erfahren haben und das daraus resultierende Gefühl der Schwäche nun unbedingt vermeiden wollen. Die Opfer werden zu Tätern und erniedrigen jetzt andere, um selbst überlegen zu erscheinen.

  • Stärken und Schwächen

    Mit seinem Kommunikationsverhalten beißt sich dieser Typ durch, keine Frage. Im Austeilen von Kritik ist er groß, Fehler entdeckt er schnell – und er gefällt sich auch in dieser Rolle. Umkehrt: Offene Kritik an sich empfindet er als erneute Kränkung und reagiert darauf massiv aggressiv, was ein sachliches Miteinander erschwert.

  • Umgang

    Hat es der Aggressiv-Entwertende mit einer höher gestellten Person zu tun, kann er seinen Stil anpassen und einen selbstlosen Kommunikationsstil einnehmen (oder schleimen). Um sein Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren, sucht er sich aber gleichzeitig Schwächere. Das Verhalten lässt sich am ehesten mit der Metapher des Fahrradfahrers beschreiben: „Nach oben buckeln, nach unten treten.“ Wichtig für Entwertende ist, Selbstkritik und Taktgefühl anderen gegenüber zu entwickeln. Wirklichen Respekt erlangen sie durch ihre permanente Abwertung nicht.

5. Der sich beweisende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Hinter dem sich beweisenden Kommunikationsstil steckt ebenfalls ein Minderwertigkeitskomplex. Dieser wird aber nicht durch Erniedrigung der Gesprächspartner kompensiert. Vielmehr zeichnet diesen Typus eine klassische Profilneurose aus: Ständig müssen diese Menschen anderen ihren Wert beweisen, indem sie erzählen wie toll sie sind oder sich im Job regelmäßig aufblähen. Die Angst, als Versager dazustehen, treibt sie bis zum Perfektionismus.

  • Ursache

    Das Gefühl, nicht um seiner selbst geliebt zu werden, lässt den Beweisenden großen Ehrgeiz entwickeln. So erlangt er zumindest durch sein Können und seine überdurchschnittlichen Leistungen (oder die Geschichten davon) zu mehr Anerkennung und Liebe.

  • Stärken und Schwächen

    Der Beweisende ist sich seiner Kompetenzen bewusst, bringt auf der Arbeit viel Einsatz und zeichnet sich durch Zuverlässigkeit und aktives Anpacken aus. Leider kommt oft noch Angeberei dazu – und das macht den Kollegen weniger sympathisch. Auch führt das große Engagement dazu, dass unter den Kollegen Konkurrenz und Rivalität entstehen.

  • Umgang

    Begegnen sich Personen, die beide einen „sich beweisenden“ Kommunikationsstil prägen, wird es anstrengend: Jeder versucht den anderen zu übertrumpfen. Zwar stacheln sie gegenseitig ihren Ehrgeiz an, aber das Wettrüsten geht zulasten der Psyche und Gesundheit – hier droht ein Burnout. Wesentlich entspannter könnte das Leben für diese Menschen sein, wenn sie auch mal Fünfe gerade sein lassen, zu ihren Macken und Kanten stehen und so die Zuneigung anderer gewinnen.

6. Der bestimmende-kontrollierende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Der bestimmend-kontrollierende Kommunikationsstil zeichnet sich dadurch aus, dass diese Menschen glauben, ein Monopol auf die Wahrheit und Weisheit zu haben. Sie wissen alles besser und beurteilen allein, was richtig und was falsch ist. Überdies sind sie extrem pedantisch darin, dass Regeln eingehalten werden. Nicht wenige mit diesem Kommunikationsstil gerieren sich im Internet als Stil- und Sprachpolizei oder moralinsaurer Besserwisser und Gutmensch.

  • Ursache

    Hinter dem Kommunikationsstil steckt häufig die Angst vor Kontrollverlust. Die Kindheit dieser Menschen bestand oft aus strengen Regeln und Disziplin. Impulse wie Neugier, Entdeckungslust und Spontanität wurden von den Eltern unterdrückt. Daraus entwickelt sich später ein eigener Antrieb: Um Strafe zu vermeiden, kontrolliert der Bestimmend-Kontrollierende massiv die eigenen Wünsche. Ihre Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung hat aber etwas Zwanghaftes.

  • Stärken und Schwächen

    „Wenn du willst, dass etwas gut wird, musst du es selber machen!“ – Das Motto prägt den Bestimmend-Kontrollierenden. Vorteil: Seine Arbeit ist nahezu perfekt, sein Auftreten bietet anderen eine verlässliche Orientierung, weil alles klaren Regeln folgt. Nachteil: Im Umgang mit ihm bleibt wenig Spielraum für Fantasie und Neues. Der Bestimmend-Kontrollierende ist unflexibel und verhindert nicht nur Chaos (sein Hauptanliegen), sondern auch Kreativität und Innovationen.

  • Umgang

    Bestimmend-Kontrollierende kommen gut mit Bedürftig-Abhängigen und selbstlosen Personen klar. Diese sind dankbar für ihre klaren Aussagen und empfinden Sicherheit, wenn sie mit diesen Menschen zusammenarbeiten. Schwierig wird es bei Kollegen, die einen eigenen Kopf und eigene Vorstellungen haben. Idealerweise entwickelt der Bestimmend-Kontrollierende mehr Mut für Neues und unterbricht so seinen Kontrollzwang. Gelingen kann das, indem er oder sie lernt, dass auch alternative Wege zum Ziel führen.

7. Der sich distanzierende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Menschen, die den distanzierenden Kommunikationsstil anwenden, schaffen einen Abstand zwischen sich und ihre Gesprächspartner – sowohl verbal als auch räumlich. Dieser Typ meidet zum Beispiel zu große Nähe im Gespräch, schätzt einen Eingriff in seine Intimsphäre gar nicht und achtet umso mehr auf die Einhaltung der sogenannten Distanzzonen, etwa durch Barrieren wie den Schreibtisch. Auch im Gespräch bleiben diese Menschen sachlich, rational und distanziert. Emotionen behält dieser Typ für sich, weshalb er oder sie auf andere leicht steif oder arrogant wirken kann.

    Distanzzonen Intimsphäre Privatsphäre Beispiel Bilder Bedeutung Erklärung

  • Ursache

    Nach Schulz von Thun hat der sich Distanzierende in der Kindheit seine Abhängigkeit von den Eltern oft als verletzend und verunsichernd empfunden. Sein Urvertrauen wurde durch negative Erfahrungen erschüttert, sodass er sich nun vor zu großer Nähe und Abhängigkeit schützt.

  • Stärken und Schwächen

    Ein Vorteil ist: Mit der sachlich-rationalen Art geht der sich Distanzierende stets analytisch und zielgerichtet vor. Wenn bei anderen die Gefühle hochkochen, behält er noch einen kühlen Kopf. Da er emotional unabhängig ist, kann er gut Nein sagen – ohne ein schlechtes Gewissen. Der Nachteil: Distanzierte Menschen können sich schlecht fallen lassen. Ebenso behindert der zwischenmenschliche Abstand die Entwicklung ihrer Beziehungen.

  • Umgang

    Was im beruflichen Kontext vorteilhaft sein kann, wird im privaten Bereich schwierig. Der sich distanzierende Kommunikationsstil kann braucht sichere Räume, in denen der Sprecher auch mal seine Maske fallen lassen und mehr Persönliches von sich preisgeben kann. Das macht es den Gesprächspartnern leichter, auf sie oder ihn zuzugehen und schützt den Distanzierten wiederum vor Vereinsamung.

8. Der mitteilungsfreudig-dramatisierende Kommunikationsstil

  • Merkmal

    Der Mitteilungsfreudige bildet den Gegenpol zum Distanzierten: Er braucht die Bühne und umgibt sich gerne mit Menschen, die ihm oder ihr zuhören und applaudieren. Dabei handelt es sich allerdings oft um eine Selbstinszenierung. Vom wahren Innenleben erfahren die Zuhörer wenig. Jemand mit mitteilungsfreudig-dramatisierendem Stil hört sich gerne selber reden und nutzt andere häufig als Stichwortgeber oder fällt ihnen ins Wort. Dabei werden die eigenen Erlebnisse meist ausgeschmückt und aufgeplustert.

  • Ursache

    Als Kind wurde dieser Selbstdarsteller meist zu wenig beachtet. Alles, was nicht in irgendeiner Form toll oder herausragend war, weckte keine Aufmerksamkeit. Im Umkehrschluss verhält er sich nun lautstark, um von anderen wahrgenommen zu werden.

  • Stärken und Schwächen

    Von seiner Umgebung wird der Mitteilungsfreudige in der Regel als mitreißend, unterhaltsam und phantasievoll erlebt. Allerdings ist eine Unterhaltung in diesem Kommunikationsstil eher eine Einbahnstraße und mehr Monolog als Dialog. Die Frage „Wie geht es dir eigentlich?“ sollten Sie von diesen Menschen nicht erwarten, da Gespräche mit ihm oder ihr mehrheitlich der Selbstbestätigung dienen.

  • Umgang

    Wer jemanden kennenlernt, der im mitteilungsfreudig-dramatisierenden Kommunikationsstil redet, ist zunächst recht angetan. Solche Persönlichkeiten sind spannend, einfallsreich und können großartige Geschichten erzählen. Die Bewunderung führt aber dazu, dass der Mitteilungsfreudige noch mehr aufdreht – und noch weniger zuhört. Hier hilft nur dem Gesprächspartner zu signalisieren, dass es nicht nur um sie geht und dass andere auch mal zu Wort kommen sollten.

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Kommunikationsstile erkennen – bei Männern und Frauen

Männer und Frauen kommunizieren unterschiedlich. Entsprechend lassen sich auch die 8 Kommunikationsstile nach Schulz von Thun mit gewissen Tendenzen einem bestimmten Geschlecht zuordnen:

♀️ Typisch weibliche Stile sind:

  • Der bedürftig-abhängige Kommunikationsstil
  • Der selbstlose Kommunikationsstil
  • Der mitteilungsfreudig-dramatisierende Kommunikationsstil

♂️ Typisch männliche Stile sind:

  • Der aggressiv-entwertende Kommunikationsstil
  • Der sich beweisende Kommunikationsstil
  • Der distanzierte Kommunikationsstil

Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen vorkommend sind:

  • Der helfende Kommunikationsstil
  • Der bestimmend-kontrollierende Kommunikationsstil

Bei allen Beschreibungen und Kommunikationsstilen nach Schulz von Thun handelt es sich um Prototypen, die in dieser Reinform kaum im Alltag auftreten. Wahrscheinlicher sind Mischformen, die sich im Verlauf eines Gesprächs situationsabhängig verändern können. Das Wissen darüber erleichtert aber die Kommunikation im und hilft Ihnen, Gesprächssituationen besser einzuschätzen und auf Ihr Gegenüber passender zu reagieren.

Das Wichtigste ist dann, das eigene Kommunikationsverhalten zu hinterfragen sowie Verständnis für den jeweils anderen Kommunikationsstil aufzubringen und sich daran anzupassen, aktiv zuzuhören und sich klar auszudrücken.


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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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