Selbstbestätigung: Bedeutung, Wirkung + 3 Übungen

Niemand wird gern an eigene Schwächen erinnert. Sollten Sie zu jenen gehören, die Ratschläge dazu bisher eher abgelehnt haben, bringen US-Forscher vielleicht die Lösung: Studien zeigen, dass Selbstbestätigung die Hirnaktivität beeinflusst und dazu beiträgt, Ratschläge offener anzunehmen und tatsächlich umzusetzen. Auch in anderen Bereichen hilft Selbstbestätigung, Ziele zu erreichen und selbstbewusster zu werden…

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Definition: Was bedeutet Selbstbestätigung?

Selbstbestätigung bedeutet, sich des eigenen Wertes, seiner Stärken und Überzeugungen bewusst zu werden und diese innerlich zu bekräftigen. Sie ist eng mit dem Selbstbild sowie dem Selbstbewusstsein verbunden. Wir bestätigen uns selbst, indem wir unsere Fähigkeiten anerkennen, persönliche Erfolge wertschätzen und uns auf das besinnen, was uns wichtig ist.

Bestätigung gibt es natürlich auch von außen. Zum Beispiel im Freundeskreis oder durch die Familie und den Partner. Hier erhalten wir direktes Feedback zu unseren Handlungen und Entscheidungen. Diese stoßen entweder auf Zustimmung, Kritik oder Ablehnung. Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, wo uns Kollegen, Vorgesetzte und Kunden entsprechende Rückmeldungen geben.

Diese Bestätigungen von außen – vor allem die positiven – bestärken uns in unserem Selbstbild und tragen indirekt zur Selbstbestätigung bei, indem sie zum Beispiel Zweifel minimieren. Die eigentliche Selbstbestätigung kommt aber von innen! Wer sich seiner Werte und Fähigkeiten bewusst ist, gewinnt innere Selbstsicherheit und benötigt weniger Zustimmung.

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Selbstbestätigung suchen: Warum brauchen wir Zustimmung?

Hinter der Selbstbestätigung stecken häufig mentale Stärke und eine starke Persönlichkeit. Es gibt aber auch Menschen, die auffällig oft um Zustimmung betteln oder nach Bestätigung suchen. Offenbar wird das oftmals durch offensives Zurschaustellen der eigenen Leistungen, Entscheidungen oder Erfolge. Motto: „Seht her, wie toll ich bin!“ Oder etwas subtiler als Frage getarnt: „Was hältst du von meinem Erfolg?“

Geltungsdrang offenbart geringes Selbstbewusstsein

Keine Frage: Ein solches Betteln um Anerkennung nervt. Es ist billiges und durchschaubares „Fishing for Compliments“. Die Ursache dafür liegt oft in einem geringen Selbstbewusstsein, in starken Minderwertigkeitsgefühlen oder dem Wunsch, dazuzugehören. Die Suche nach Bestätigung gibt dem eigenen Ego einen Schub und vermittelt das Gefühl, besser zu sein, als man denkt.

Die provozierte Bestätigung ist jedoch trügerisch. Tief im Inneren wissen die Betroffenen, dass sie die Zustimmung gezielt herbeigeführt haben. Entsprechend hält die Wirkung oft nicht lange an: Sie suchen erneut Anerkennung, um das negative Selbstbild zu stabilisieren. Im Extrem entwickelt sich daraus ein übersteigerter Geltungsdrang bis hin zur Profilneurose.

Selbstbestätigung: 3 Übungen für mehr Selbstvertrauen

Die größten Aussichten auf Erfolg, um durch Selbstbestätigung das eigene Selbstbild zu festigen und mehr Selbstvertrauen aufzubauen, liegen in regelmäßiger Selbstreflexion. Zwar haben Bestätigungen von außen positive Effekte, doch machen Sie sich damit auch von anderen abhängig. Suchen Sie die Kraft und Energie lieber in sich selbst. Zum Beispiel so:

  • Denken Sie an Ihre Erfolge

    Die vielleicht größte Chance zur Selbstbestätigung ist das Erinnern und Besinnen auf die bisherigen persönlichen Erfolge: Welche Ziele haben Sie schon erreicht? Welche guten Leistungen erbracht? Schreiben Sie drei konkrete Erfolge auf und erinnern Sie sich daran, was Sie selbst dazu beigetragen haben.

  • Suchen Sie sich Mentoren

    Unsicherheiten in Bezug auf das eigene Verhalten lassen sich gut durch Gespräche klären. Suchen Sie sich hierzu einen Mentor oder Coach, dem Sie sich anvertrauen können, und bitten Sie um ehrliche Rückmeldungen. So erfahren Sie, was Sie bereits gut machen und woran Sie persönlich noch arbeiten können.

  • Belohnen Sie sich

    Das klingt erst einmal komisch, hilft aber dabei, die eigenen Leistungen bewusster wahrzunehmen. Wenn etwas geklappt hat, sollten Sie dies nicht als selbstverständlich abtun. Belohnen Sie sich regelmäßig für erreichte Ziele – etwa mit einer kleinen Auszeit oder etwas, das Ihnen Freude macht.

Zur Selbstmotivation hilft auch ein „Denkzettel“ – buchstäblich! Schreiben Sie Ihre Ziele konkret auf und haken Sie diese ab, wenn sie erreicht sind. Auch Motivationssprüche passen auf einen solchen Denkzettel. Eine Anregung dazu finden Sie in diesem kostenlosen PDF, das Sie sich herunterladen, ausdrucken und aufhängen können, wo immer Sie es sehen:

Motivation Spruch Karte Selbstmotivation Beispiel

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Wie funktioniert Selbstbestätigung im Gehirn?

Eine Studie der Universität Pennsylvania zeigt: Wer sich vor unangenehmen Ratschlägen auf seine persönlichen Werte besinnt, verarbeitet diese offener und setzt sie eher um. Die Selbstbestätigung verändert dabei die Aktivität einer Hirnregion, die an der Bewertung persönlich relevanter Informationen beteiligt ist.

Die Forscher konnten auch eine tatsächliche Verhaltensänderung nachweisen: Teilnehmer, die sich zuvor mit ihren wichtigsten Werten beschäftigt hatten, reagierten stärker auf Ratschläge für mehr Bewegung. In den folgenden 4 Wochen reduzierten sie ihre sitzende Zeit stärker als die Vergleichsgruppe. Die Wirkung beschränkte sich damit nicht allein auf eine positivere Einstellung.

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Selbstbestätigung: Bitte nicht zu viel des Guten

Durch Selbstbestätigung das eigene Selbstbewusstsein stärken? Das ist ein positiver Effekt und Vorteil. Es steckt allerdings auch eine Gefahr darin! Wie bei allem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Wer es damit übertreibt und sich immer wieder versichert, auf dem richtigen Weg zu sein, wird womöglich taub und blind für berechtigte Kritik und Risiken. Im Extrem führt übermäßige Selbstbestätigung zur Selbstgefälligkeit und zum sogenannten Ikarus-Effekt.

Die so wichtige, regelmäßige Selbstreflexion findet dann nicht mehr statt. Vielmehr entwickelt sich der Grundgedanke, immer recht zu haben und unfehlbar zu sein. Das ist kein Zeichen mehr von großem Selbstbewusstsein, sondern schlicht zu viel des Guten. Gesunde Selbstbestätigung schließt deshalb die Bereitschaft ein, eigene Fehler anzuerkennen und aus Kritik zu lernen.


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