Lebensbalance Modell: Die 4 Säulen

Viele Menschen haben heutzutage das Gefühl, sie müssten sich klonen – und das am besten gleich mehrfach – um all den Anforderungen ihres Lebens gerecht werden zu können. Ständig ist man von allen Seiten den unterschiedlichsten Erwartungen ausgesetzt. Der Chef fordert Bestleistungen in kürzester Zeit, Überstunden sind eine Selbstverständlichkeit, gleichzeitig braucht man Zeit für seine Familie, will sich etwas aufbauen, nebenbei noch den Hobbys nachgehen, seine Freunde nicht vernachlässigen und natürlich unsere Ziele und Wünsche verwirklichen. Kaum verwunderlich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Unzufriedenheit breit macht. Das Lebensbalance Modell soll helfen, die wichtigsten Bereiche des Lebens ins Gleichgewicht zu bringen und somit nicht nur für Ausgeglichenheit, sondern auch Glück und Zufriedenheit zu sorgen…

Lebensbalance Modell: Die 4 Säulen

Die 4 Säulen des Lebensbalance Modells

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Das Lebensbalance Modell wurde ursprünglich vom iranischen Psychotherapeuten Nossrat Peseschkian entwickelt. Mit dem Gedanken dahinter können sich viele Menschen – ganz besonders Berufstätige – identifizieren: Es gibt verschiedene Bereiche im Leben, die jeden Menschen prägen und wiederum beeinflussen, wie zufrieden, glücklich oder auch gestresst und anfällig für Druck oder Krankheiten jemand ist.

Nach der Theorie von Peseschkian gibt es dabei vier Säulen, die jeden Menschen ausmachen und seine Lebensbalance ausmachen:

  1. Beruf und Finanzen

    Die Arbeit ist für viele ein großer Teil des Lebens, in den nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Energie und Hoffnung gesteckt wird. Durch die Erwartungen kann die Säule Beruf und Finanzen sehr erfüllend sein, bietet aber auch großes Frustpotenzial.

    Diese Fragen sollten Sie beantworten:

    • Erfüllt meine Arbeit mich?
    • Bin ich über- oder unterfordert?
    • Verdiene ich genug Geld?
    • Habe ich genügend Ausgleich zu meinem Beruf?
  2. Familie und soziale Kontakte

    Familie, Partner, Kinder, Freunde, Bekannte und auch Kollegen bilden das soziale Umfeld eines Menschen und können einen wichtigen Rückhalt sein und Unterstützung bieten. Fehlen hingegen die sozialen Kontakte oder landet man in einem negativen Umfeld, kann es zu Stress oder dem Gefühl der Isolation führen.

    Diese Fragen sollten Sie beantworten:

  3. Gesundheit und Fitness

    Zu dieser Säule der Lebensbalance gehören alle Themen rund um den Körper. Dabei ist die Gesundheit der wichtigste Bereich, doch geht es auch um Ihre Ernährung, die körperliche und geistige Fitness und nicht zuletzt auch die Erholung nach anstrengenden Phasen.

    Diese Fragen sollten Sie beantworten:

    • Wie gut fühlen Sie sich?
    • Treiben Sie regelmäßig Sport?
    • Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
    • Gönnen Sie sich genügend Zeit für sich selbst?
    • Gehen Sie sorgsam mit sich selbst um?
  4. Sinn und Kultur

    Jeder Mensch ist auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben und seinen Handlungen, genauso vertritt jeder Mensch seine eigenen Werte, die seine Persönlichkeit ausmachen. Fehlt aber ein solcher Sinn oder weiß man nicht, worauf man hinarbeitet, drohen Orientierungslosigkeit und Frust.

    Diese Fragen sollten Sie beantworten:

    • Was wollen Sie erreichen?
    • Worauf legen Sie großen Wert?
    • Wie sieht für Sie Selbstverwirklichung aus?
    • Woraus schöpfen Sie Kraft?
    • Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Lebensbalance Modell: Das Gleichgewicht kann sich verändern

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Laut dem Lebensbalance Modell ist ein Mensch mit seinem Leben zufrieden und leidet unter weniger Stress, wenn sich die vier Säulen im Gleichgewicht befinden.

Allerdings gibt es keine festgeschriebenen Regeln, die besagen, wann genau die Lebensbalance eintritt. Es wäre daher falsch einfach davon auszugehen, dass man jeder Säule die gleiche Zeit und die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen muss, um die gewünschte Balance herzustellen. Vielmehr kommt es beim individuellen Gleichgewicht auf die Persönlichkeit, die eigene Situation und auch die eigenen Bedürfnisse an.

Jeder Mensch kann die vier Säulen also anders optimal für sich nutzen. Während manche mehr an die Karriere denken und sich beruflichen Aufstieg erhoffen, liegt der Fokus bei anderen vielleicht eher auf der Familie und den sozialen Aspekten. Solange man seine persönliche Lebensbalance also nicht verliert, ist es durchaus normal, dass die einzelnen Säulen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Schwierig wird es erst, wenn eine der Säulen ganz wegbricht, etwa durch den Verlust des Jobs oder auch eine Krankheit.

Auch ist das Gleichgewicht nicht unumstößlich. Im Laufe des Lebens kann es sich immer wieder entsprechend der aktuellen Situation verändern. Klassischerweise ist daher gerade zu Beginn der Berufstätigkeit die Arbeit ein besonders wichtiger Faktor, wird dann eine Familie gegründet, verschieben sich die Prioritäten und es wird ein größeres Maß an Zeit und Energie im sozialen und familiären Bereich benötigt, um die Lebensbalance zu erhalten.

Wer unzufrieden mit seinem Leben ist, sollte sich daher zunächst fragen: Woher kommt der Frust? Indem Sie sich bewusst machen, was die Unzufriedenheit auslöst und welcher Bereich nicht mehr Ihrer persönlichen Balance entspricht, können Sie gegensteuern und sich auf diesen Bereich konzentrieren.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
30. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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