Was ist Arbeit? Bedeutung, Funktion + Einstellung zur Arbeit

Was ist Arbeit? Gute Frage. Tatsächlich gibt es für den Begriff „Arbeit“ keine eindeutige Definition, sondern viele verschiedene. Die Philosophie sieht darin den Prozess der „schöpferischen Aktivität“ des Menschen; die Betriebswirtschaftslehre eine „plan- und zweckmäßige Tätigkeit“; die Volkswirtschaftslehre eine „Tätigkeit zur Einkommenserzielung“. Unbestritten ist, dass Arbeit einen großen und wichtigen Teil unseres Lebens darstellt. Auch wenn sie anstrengt: Wir verdienen damit unser tägliches Brot; nicht wenige finden darin gar ihre Berufung. Sie kann sogar erfüllend und sinnstiftend sein. Grund genug, der Funktion und Bedeutung der Arbeit in diesem Artikel auf den Grund zu gehen…

Was ist Arbeit? Bedeutung, Funktion + Einstellung zur Arbeit

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Definition: Was ist Arbeit?

Die Wortherkunft ist nicht gänzlich gesichert. Schon im Althochdeutschen ist der Begriff „arabeit“ bekannt. Er wurde bis in die Neuzeit mit „Mühsal“, „Strapaze“ und „Not“ gleichgesetzt. Arbeiten war nichts Schönes, sondern eher ein notwendiges Übel. Sprechen wir heute von „Arbeit“, ist damit in der Regel die berufliche Tätigkeit gemeint. Je nachdem, wie der Job gerade empfunden wird, ist es weiterhin mehr Last als Lust. Diese Definition greift aber letztlich zu kurz. Eine andere Möglichkeit der Annäherung ist, zwischen den verschiedenen Arten der Arbeit zu unterschieden:

Betätigungsform: Körperliche oder geistige Arbeit

Während handwerkliche Tätigkeiten wie die eines Dachdeckers als körperlich eingestuft werden, gelten typische Bürojobs als geistige Arbeit. Allerdings existiert keine strikte Trennung; die Benennung erfolgt lediglich aufgrund eines Schwerpunkts. Würden handwerkliche Tätigkeiten ohne Einsatz geistiger Fähigkeiten ausgeführt, wären die Konsequenzen mitunter fatal, um nicht zu sagen: tödlich.

Hierarchie: Leitende oder ausführende Arbeit

In der Betriebswirtschaft wird auch von dispositiver im Gegensatz zu ausführender Arbeit gesprochen. Dispositive Arbeit geht einher mit Aufgaben wie Planung, Organisation und Kontrolle. Das ist gegeben, wenn ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter anweist, bestimmte Aufgaben zu erledigen. Der Einsatzbereich der ausführenden Arbeit kann überall sein (beispielsweise in der Buchhaltung oder auf dem Lager), Kernelement ist lediglich, dass sie immer weisungsgebunden ist.

Qualifikation: Ungelernte, angelernte und gelernte Arbeit

Man kann Jobs und deren Kategorisierung auch nach dem Ausbildungsgrad vornehmen. Ungelernte Arbeitskräfte üben meist Tätigkeiten als Hilfsarbeiter aus, die häufig körperliche Tätigkeiten bedeuten. Angelernte Arbeitskräfte verfügen zumindest über Grundkenntnisse in ihrem Beruf. Wer seinen Job hingegen erlernt hat, hat eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar ein Studium absolviert.

Steuerrecht: Selbständige oder unselbständige Arbeit

Ähnlich auch bei der Einteilung in bestimmte Arten von Arbeit, wenn das Arbeitsverhältnis in den Fokus rückt: Als Arbeitnehmer sind Sie abhängig beschäftigt. Selbständige hingegen unterliegen keiner Weisungsbefugnis. Hinzu kommt, dass sie steuerlich anders behandelt werden als Arbeitnehmer und in jedem Fall eine Steuererklärung abgeben müssen.

Was gehört zur Arbeit?

Was bei all diesen Arbeitsarten zu kurz kommt: Arbeit wird grundsätzlich als Erwerbsarbeit definiert. Dabei handelt es sich nicht nur bei bezahlter Berufstätigkeit um Arbeit. Auch die Hausarbeit in den eigenen vier Wänden gehört dazu. Wo eine Erklärung schwerfällt, wird gerne versucht, sich der Bedeutung über das Gegenteil zu nähern. So kann Arbeit als Gegenpol zu Freizeit oder Müßiggang interpretiert werden. Daraus resultieren Wortschöpfungen wie Work-Life-Balance.

Der Begriff suggeriert, dass Leben und Arbeit Extrempositionen bilden, die ständig ausgeglichen werden müssten. Motto: Man kann entweder leben oder arbeiten – beides gleichzeitig geht nicht. Das ist natürlich Unfug! Arbeit ist vielmehr ein fester und wichtiger Teil des Lebens, kein Gegensatz dazu.


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Wie hat sich Arbeit entwickelt?

Zieht man die Bibel zurate, so ist die Arbeit Folge des Sündenfalls („Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden…“ 1. Buch Mose 3, 19). Wer zurück in die Menschheitsgeschichte blickt, erkennt Arbeit in der unmittelbaren Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur. Um sein Überleben zu sichern, musste der Mensch jagen und sammeln. Somit waren Jäger und Sammler die ersten Berufe. Mit der Entwicklung von Werkzeugen wurde die Arbeit leichter. Gleichzeitig fand eine gesellschaftliche Differenzierung statt: über Stände, Schichten und (Arbeiter-)Klassen. War in der Antike Arbeit vor allem das, was Unfreie und Sklaven verrichteten, also im Wesentlichen körperliche, handwerkliche Tätigkeit, so wurde sie im Laufe der Zeit immer mehr zu einer erstrebenswerten Bestimmung. Der „Beruf“ war geboren. Und damit ein wichtiger Weg zur Selbstverwirklichung.

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Bedeutung und Funktion von Arbeit

Warum aber arbeiten Menschen überhaupt? Es gibt verschiedene Beweggründe:

Arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern

Ursprünglich aus der Subsistenzarbeit hervorgegangen, bedeutet Arbeit heutzutage weniger, den eigenen Acker zu bestellen, um sich selbst zu versorgen. Vielmehr sind heutige Berufstätigkeiten gigantische Tauschgeschäfte: Die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers im Gegenzug für ein Gehalt. Das eigene Überleben ist natürlich eine sehr hohe Motivation. Aber es wird auch aus anderen Gründen gearbeitet.

Arbeiten, um gottgefällig zu sein

Schon Martin Luther war von der Überzeugung getragen, dass jeder Mensch in Erfüllung seiner Pflicht mit Fleiß seiner Tätigkeit nachgehen möge und erst so gottgefällig handelt. Ebenso sah Erasmus von Rotterdam, der Namensgeber des Erasmusprogramms, in Bildung und Arbeit die „Pflicht“ eines jeden Menschen. Hieraus entwickelte sich die protestantische Arbeitsethik samt Leistungsdenken.

Arbeiten, um Anerkennung zu erhalten

Bestimmte Berufe sind besonders prestigeträchtig, etwa der Beruf des Arztes. Durch öffentliches Ansehen und ein entsprechendes Gehalt ist ein bestimmter Status möglich. Menschen arbeiten aber auch unentgeltlich. Für Anerkennung und Dankbarkeit im Ehrenamt. Ohne ehrenamtliche Engagement sähe es gerade im gesellschaftlich-sozialen Sektor sehr düster aus.

Bewertung von unterschiedlichen Tätigkeiten

Bemerkenswert ist die unterschiedliche Bewertung von geistiger und körperlicher Tätigkeit heutzutage. Kreative, intellektuelle oder allein schon Bürotätigkeit wird häufig höher bewertet als körperliche Beschäftigung. Sprachlich zeichnet sich das in dem Begriff „Banause“ ab. Der bezeichnet einen ungebildeten Menschen und stammt von dem griechischen Wort bánausoi ab. Der wiederum bezeichnete in der Antike einen Handwerker.

Diese Negativbewertung schlägt sich bis heute im Gehalt nieder. Zum Beispiel wenn körperlich anstrengende Berufe wie Krankenschwester oder Fliesenleger schlechter entlohnt werden als beispielsweise Consultants oder Führungskräfte.


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Gelderwerb allein reicht nicht

Gelderwerb zur Sicherung des Lebensunterhaltes reicht als Motivation langfristig nicht. Ist Arbeit lediglich Mittel zum Zweck, stellen sich negative Konsequenzen ein:

Die Gesundheit leidet

Muss man sich jeden Tag zur Arbeit zwingen, geht das nicht lange gut. Die körperliche und psychische Gesundheit leidet unter dem Zustand. Die Reaktionen reichen von Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen über Magen-Darm-Beschwerden bis zu ernsthaften Depressionen. Arbeit kann wörtlich krankmachen.

Die Zufriedenheit lässt nach

Mindestens acht Stunden pro Tag am Arbeitsplatz in einem Job, der zwar Geld bringt, aber ansonsten nur nervt? Das wirkt sich auch außerhalb des Jobs auf das empfundene Glück aus. Ist die Tätigkeit lediglich Broterwerb – und nichts mehr – nimmt die Zufriedenheit spürbar ab.

Die Motivation geht verloren

Selbst bei großer Disziplin nimmt die Motivation immer weiter ab, wenn Sie Ihrem Job nichts abgewinnen können – außer der Abrechnung am Ende des Monats. Das Ergebnis sind häufigere Fehltage, schlechtere Leistungen und in der Folge ausbleibender Erfolg.

Wichtige Faktoren für die Arbeit

Die Tätigkeit sollte über den rein finanziellen Aspekt hinausreichen, auch wenn dieser in einer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft bedeutend ist. Sie sollten aber nach einer Beschäftigung suchen, die Ihnen beides ermöglicht – Existenzsicherung für Ihren Lebensunterhalt und Ihnen darüber hinaus Erfüllung und Sinn stiftet.

Leidenschaft
➠ Begeisterung
➠ Erfüllung
➠ Kompetenz
Wertschätzung
➠ Innerer Antrieb


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Die falsche Einstellung zur Arbeit

Oft wird Arbeit als reine Belastung gesehen, als lästige Pflicht, der man nachkommen muss, weil es keine Alternative gibt. Was für ein Irrsinn: Nur wenige lieben ihren Job wirklich! Und das, was sie tun, tun sie nur, um es eines Tages nicht mehr tun zu müssen. Die falsche Einstellung zur Arbeit zeigt sich, wenn sofort jeder, der seinen Job liebt, verächtlich als Workaholic bezeichnet wird. Gemeint ist der Narr, der ohne Plackerei nicht leben kann. Der Leistungswillige, der seiner Berufung nacheifert, steht plötzlich auf Augenhöhe mit Alkoholikern und Drogensüchtigen.

Wichtiger wäre, dankbar für die Beschäftigung zu sein und den positiven Einfluss auf das Leben schätzen zu lernen. In einem erfüllenden Beruf vergeht die Zeit wie im Fluge. Wir sind im Flow – in solchen Phasen empfinden wir keine Belastung, sondern eine Freude. Natürlich gibt es auch Jobs, die körperlich anstrengend, gefährlich oder eintönig sind. Aber für alle gilt: Wer seinen Beruf, seinen Dienst nicht liebt, der wird davon weder erfüllt, noch Außergewöhnliches schaffen. In jedem Job, in jedem Beruf gibt es auch anstrengende, stressige und auch nervige Phasen. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir unsere Berufung gefunden haben. Es geht vielmehr um das Gesamtbild, das stimmen muss. Den Inhalt und Sinn der Tätigkeit.

Dabei sollten wir nicht nur schätzen, was anstrengt, sondern erst recht das, was uns (scheinbar) leicht fällt. Hier verbergen sich oft unsere wahren Talente und Leidenschaften. Sehen Sie sich dazu auch unser Video an:

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Ist Arbeit das halbe Leben?

Eine Vollzeitbeschäftigung nimmt rund 40 Stunden pro Woche in Anspruch, anfallende Überstunden noch nicht mitgezählt. So kommen viele Arbeitnehmer eher auf 45 bis 50 Stunden wöchentlich. Mit den steigenden Zahlen von Burnout-Fällen lässt sich nicht bestreiten, dass viel gearbeitet wird. Deshalb gilt trotz auch bei Liebe zur eigenen Arbeit: Die Dosis macht das Gift. Man kann es mit allem übertreiben. Das gilt auch im Job. Immer nur funktionieren, funktioniert eben nicht. Die Mehrheit der Beschäftigten weiß das auch.

Studien und Statistiken haben herausgefunden: Im Vergleich zu anderen Beschäftigungen und Tätigkeiten investieren wir in unsere Arbeit weniger Zeit als manche annehmen. Die meiste Zeit verwenden wir ohnehin nicht im Job, sondern im Schlaf. Es folgen Fernsehen, Gespräche – und erst dann kommt die Arbeit. Das variiert natürlich je nach Einzelfall, macht aber doch Mut, dass nicht die gesamte Zeit dafür aufgebracht wird, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.

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[Bildnachweis: Karierebibel.de]
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6. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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