Krankenschwester: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Obwohl es die Berufsbezeichnung Krankenschwester in dieser Form offiziell nicht mehr gibt, wird sie landläufig noch häufig verwendet. Zwischenzeitlich wurden Absolventinnen im Berufsfeld Krankenpflege als Gesundheits- und Krankenpflegerin bezeichnet. Seit diesem Jahr gibt es eine weitere, neue Berufsbezeichnung: Inzwischen wird der Beruf der Krankenschwester als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann bezeichnet. Nach wie vor üben ihn allerdings vorrangig Frauen aus. Und tragen damit viel Verantwortung. Das Berufsbild hat in den letzten Jahren deutlich an Relevanz zugenommen, da in einer älter werdenden Gesellschaft immer mehr Kranke und Pflegebedürftige zu versorgen sind, obwohl die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen durch Privatisierungen und Einsparungen im Verhältnis deutlich gesunken sind. Welche Voraussetzungen Sie für diesen verantwortungsvollen Job mitbringen müssen, was Sie verdienen können und wie eine Karriere als Krankenschwester aussieht, erfahren Sie hier…

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Krankenschwester: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Krankenschwester?

Die Ausbildung zur Krankenschwester erfolgt in Pflegeschulen, die in der Regel an große Krankenhäuser angegliedert sind, um die praktischen Inhalte schnell und unkompliziert anwenden und üben zu können. Es handelt sich dabei um eine der wenigen schulischen Ausbildungen, die im Gegensatz zu vielen anderen bezahlt wird (Details siehe weiter unten).

Angesichts des Wirrwarrs um die richtige Bezeichnung sei gesagt: Die alten Berufsbezeichnungen sind geschützt und behalten ihre Gültigkeit, das heißt, nur wer eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, darf sich so bezeichnen. Und natürlich sind auch Männer mitgemeint.

Nicht als Krankenschwester oder Gesundheits- und Krankenpflegerin hingegen bezeichnen dürfen sich Pflegekräfte aus der Altenpflege, die keine entsprechende Ausbildung abgeschlossen haben.

Zulassungsvoraussetzung zur Ausbildung ist eine abgeschlossene Schulausbildung, meist mittlere Reife. Wer einen Hauptschulabschluss hat, muss zuvor entweder eine andere (wenigstens zweijährige) Ausbildung absolviert haben oder eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer vorweisen können.

Die Dauer der Ausbildungszeit beträgt drei Jahre in Vollzeit. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit durchzuführen, die dann fünf Jahre dauert.

Während der dreijährigen Ausbildungszeit werden in 2.100 Stunden Theorieunterricht und 2.500 Stunden Praxiserfahrung die wichtigsten Inhalte für die Ausübung der medizinisch-pflegerischen Tätigkeit gelehrt. Diese lassen sich grob in fünf Bereiche unterteilen:

  • Körperpflege
  • Allgemeine Wundversorgung
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Medizinische Grundlagen
  • Prophylaxe und Pflege

Dazu kommen theoretische Inhalte aus Gesundheits-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Diese sehr umfangreiche und straff organisierte Ausbildung verschafft der angehenden Krankenschwester intensives Wissen und Kompetenzen, um in der Krankenpflege mehr als nur eine Hilfskraft sein zu können.

Im praktischen Teil der Ausbildung durchläuft die Krankenschwester alle relevanten Gebiete der medizinischen Betreuung, wie:

  • Chirurgie
  • Innere Medizin
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Ambulanz
  • Gynäkologie
  • Psychiatrie
  • Geriatrie
  • Pädiatrie

In der folgenden Differenzierungsphase entscheidet sich die angehende Krankenschwester für ein Spezialgebiet, in dem sie ihr Wissen vertieft, um dort später arbeiten zu können. Nach insgesamt drei Jahren schließt die Ausbildung dann mit dem Examen ab.

Nicht nur in Kliniken und Hospitälern können angehende Krankenschwestern eine Anstellung finden. Folgende Arbeitgeber kommen für sie ebenfalls in Frage:

  • Facharztpraxen
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Wohn- und Pflegeheime
  • Ambulante soziale Dienste
  • Gesundheitszentren
  • Krankenkassen/Medizinische Dienste
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Berufsbild: Was macht eine Krankenschwester?

Da die Stationen in den Krankenhäusern oft unterbesetzt und Notfälle an der Tagesordnung sind, ist der Beruf der Krankenschwester mit viel Engagement und Überstunden verbunden.

Viele Krankenpflegerinnen und -pfleger meistern diesen Spagat mit großem Einsatz und Freude an ihrem Job. Als Krankenschwester ist man daher weit mehr als nur die gute Seele – man ist für Patienten häufig überlebenswichtig. Dieser Beruf ist daher weniger Job, als vielmehr Berufung.

Die ist auch notwendig: Schichtdienste gehen häufig zu Lasten des Privatlebens. Als Krankenschwester verfügen Sie idealerweise über eine robuste gesundheitliche Konstitution. Nicht nur, weil Sie ständig in Kontakt mit kranken Menschen kommen, sondern weil die Arbeit oft wenig rückenschonend und körperlich belastend ist.

Auch sonst wird Ihnen einiges abverlangt: Wer sich vor Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen ekelt, ein übergroßes Schamgefühl bei nackten Patienten empfindet, sollte sich gut überlegen, ob diese Ausbildung für ihn geeignet ist. Hilflose und ans Bett gefesselte Patienten müssen gesäubert und gewaschen, Wunden auch im Intimbereich versorgt werden.

Als Krankenschwester sind Sie das Bindeglied zwischen Arzt und Patient. Sie zeichnen verantwortlich für die Genesung und das körperliche Wohlbefinden der Patienten. Sie überwachen und überprüfen beim Patienten…

  • die Vitalzeichen,
  • die psychische Verfassung,
  • den Schlaf,
  • die Ernährung.

Diese Patientendaten dokumentieren Sie regelmäßig in den entsprechenden Krankenakten. Zudem übernehmen Sie medizinische und pflegerische Aufgaben wie insbesondere:

  • Assistenz von Ärzten bei Visite/Behandlung/Operation
  • Setzen von Spritzen zur Blutentnahme oder Injektion
  • Anlegen und Wechsel von Verbänden
  • Anwenden verschiedener Pflegetechniken
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Anlegen von Infusionen
  • Bedienung intensivmedizinischer Geräte
  • Messung von Werten wie Puls, Blutdruck
  • Wechseln der Bettwäsche
  • Gespräche mit Patienten und Angehörigen

Für all das ist ein hohes Maß an Empathie gefragt: Manche Menschen können sich nicht gut verständigen oder klar ausdrücken, auch tragen Krankheitsgefühl und Aufenthaltsort nicht gerade dazu bei, die Laune zu heben.

Wer als Krankenschwester arbeitet, nimmt das nicht persönlich, sondern bringt Verständnis für die Beschwerden der Patienten und die Sorgen und Nöte der Verwandten auf.

Gehalt: Was verdient eine Krankenschwester?

Anerkennung und Wertschätzung durch die Patienten dürften eine zentrale Motivation vieler Krankenschwestern sein. Zudem erleben sie tagtäglich die Sinnhaftigkeit ihres Handelns, indem sie wahrnehmen, wie ihre Tätigkeit Leben rettet beziehungsweise zum Wohlergehen hilfsbedürftiger Menschen entscheidend beiträgt.

Reich wird man mit diesem Beruf meist nicht, auch wenn sich die Frage nach dem Verdienst einer Krankenschwester schwer pauschal beantworten lässt. Sie hängt von Region, Arbeitgeber, Berufserfahrung und Einsatzgebiet ab. Daher sind die Bandbreite und die Unterschiede im Gehalt hoch.

Es lassen sich einige Durchschnittswerte festhalten. In der Ausbildung bewegen sich die Gehälter ungefähr in folgendem Rahmen:

  • Erstes Ausbildungsjahr circa 950 bis 1.000 Euro brutto pro Monat
  • Zweites Ausbildungsjahr circa 1.050 bis 1.100 Euro brutto pro Monat
  • Drittes Ausbildungsjahr circa 1.150 bis 1.200 Euro brutto pro Monat

Im weiteren Berufsleben ist der Verdienst stark davon abhängig, ob es sich um einen kirchlichen beziehungsweise öffentlichen Arbeitgeber handelt, der nach Tarif bezahlt oder ob es sich um einen privaten Träger handelt.

So liegt das Einstiegsgehalt brutto ungefähr bei 2.100 bis 2.300 Euro monatlich. Mit einigen Jahren Berufserfahrung kommt eine Krankenschwester auf rund 2.750 bis 3.000 Euro. Dazu kommen je nach Bereich und Tätigkeit weitere Zuschläge, wie zum Beispiel für:

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Karriere: Chancen und Aussichten als Krankenschwester?

Ausgebildete Krankenschwestern werden bundesweit stark nachgefragt und gesucht. Die Tätigkeit gilt als Mangelberuf. Daher sind die Berufsaussichten glänzend. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist absehbar, dass dieser Bedarf an Arbeitskräften noch zunehmen wird – insbesondere im Bereich von Alterserkrankungen, aber auch der allgemeinen Pflegebedürftigkeit.

Diese Berufschancen verbessern sich naturgemäß noch mehr, je spezialisierter die Krankenschwester in ihren jeweiligen Fachgebiet ist. Dazu bieten sich verschiedene Fachweiterbildungen an wie beispielsweise in den Bereichen:

  • Intensivpflege
  • Dialyse
  • Kinderkrankenpflege
  • Chirurgie
  • Onkologie
  • Anästhesie
  • Schmerztherapie
  • Intensivpflege
  • Psychiatrie
  • Case-Management
  • Stations- und Pflegedienstleitung
  • Hygiene

Diese Fachweiterbildungen orientieren sich nach wie vor stark an der Arbeit am Menschen. Wer seinen Schwerpunkt hingegen verlagern möchte, kann sich zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen weiterbilden. Als solche arbeiten Sie fortan eng mit der Geschäftsführung einerseits und der medizinischen Leitung andererseits zusammen.

Zu Ihren Aufgaben zählen dann mehr Controlling und Budgetierung, aber auch Personaleinsatzplanung, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Marketing. Vorausgesetzt beziehungsweise in der Weiterbildung vermittelt werden Kompetenzen wie Kosten- und Leistungsrechnung, Buchhaltung und Pflegeorganisation. Sie stehen dann mehr auf der betriebswirtschaftlichen Seite eines Krankenhauses oder der jeweiligen Einrichtung, für die Sie tätig sind.

Zudem bieten sich für Krankenschwestern mit Hochschulreife verschiedene Studiengänge wie Pflegewissenschaft, -pädagogik oder -management an. Auch gibt es immer wieder Krankenschwestern, die ihrer Ausbildung noch ein Medizinstudium hinzufügen und im Anschluss als Ärztin arbeiten.

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Bewerbung als Krankenschwester: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Wer als Krankenschwester arbeiten möchte, sollte zunächst ein großes Interesse für den medizinisch-naturwissenschaftlichen Bereich mitbringen. Hilfsbereitschaft und ein positiv-wertschätzendes Menschenbild sind ebenfalls eine Grundvoraussetzung. Darüber hinaus sind folgende Fähigkeiten und Einstellungen von Vorteil:

Außerdem sollte die angehende Krankenschwester keine Scheu vor Körperkontakt im Umgang mit den Patienten haben. Frei von Berührungsängsten zu sein, ist essentiell, um den Beruf überhaupt ausüben zu können.

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Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Gerade wenn es hektisch wird, schaffe ich es, ruhig zu bleiben und den Überblick zu behalten, welche Aufgaben zu erledigen sind.

Es ist mir wichtig, für meine Patienten mehr als nur eine Pflegekraft zu sein, die ihre Aufgaben gemäß den Vorgaben erledigt. Meine Empathie und meine offenes Ohr erlauben es mir, eine einfühlsame Partnerin auf dem Weg der Gesundung zu sein und Verständnis auch für unzufriedene Patienten aufbringen zu können.

[Bildnachweis: Minerva Studio by Shutterstock.com]

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12. Mai 2020 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.



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