Schreiner: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Handwerk hat goldenen Boden. Schreiner – mancherorts auch Tischler genannt – blicken auf eine lange Tradition zurück. Bereits seit dem Spätmittelalter gibt es diese Tätigkeit als eigenständigen Beruf. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieser vielseitige Job zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Gleichgeblieben ist die Beschäftigung mit Holz. Dieses natürliche Material findet in vielen Bereichen vom Möbelstück bis zum Innenausbau Verwendung und trägt zur Spezialisierung von Schreinereien beziehungsweise Tischlereien bei. Als Schreiner verarbeiten Sie aber längst nicht nur Holz. Und durch die Computerisierung brauchen Sie mehr als nur ein „gutes Händchen“, hier ist auch Köpfchen im Umgang mit Spezialsoftware gefragt. Welche Voraussetzungen Sie in diesem Beruf erfüllen müssen, welche Facetten die Tätigkeit hat und welche Karrieremöglichkeiten Sie haben…

Schreiner: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Schreiner?

Offiziell gibt es keine Mindestvoraussetzung für den Zugang zur Ausbildung, de facto stellen Betriebe aber bevorzugt Bewerber mit mittlerer Reife ein, also Realschulabschluss. Beim Schreiner handelt es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, der insgesamt drei Jahre dauert. Er wird als duale Ausbildung absolviert. Das heißt, der praktische Teil Ihrer Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb statt und ein oder zweimal pro Woche besuchen Sie die Berufsschule. Dort werden Ihnen die notwendigen theoretischen Kenntnisse vermittelt, die Sie im Betrieb dann umsetzen. Zu den Ausbildungsinhalten gehören folgende:

  • Arbeits- und Tarifrecht
  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Holzkunde und Holzwerkstoffe
  • Umweltschutz und Holzschutzmaßnahmen
  • Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen
  • Gestaltung und Konstruktion
  • Planung und Vorbereitung von Arbeitsabläufen
  • Einrichtung, Sicherung und Räumung von Arbeitsplätzen
  • Be- und Verarbeitung von Holz, Holzwerk- und sonstigen Werkstoffen
  • Einrichtung, Bedienung und Instandhaltung von Werkzeugen, Geräten, Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen
  • Herstellung und Zusammenbau von Teilen
  • Behandlung und Veredelung von Oberflächen
  • Montage- und Demontagearbeiten
  • Instandhaltung von Erzeugnissen
  • Kundenorientierung und Serviceleistungen
  • Qualitätssichernde Maßnahmen

Wer besonders gute Leistungen im fachlichen und schulischen Bereich erbringt, kann einen Antrag stellen und seine Ausbildungsdauer verkürzen. Nach bestandener Gesellenprüfung ist die Ausbildung offiziell beendet.

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Berufsbild: Was macht ein Schreiner?

Schreiner ist ein durch und durch haptischer Beruf. In diesem Handwerk haben Sie mit allem zu tun, was in irgendeiner Form mit Wohnen und Holz zusammenhängt. Das betrifft auf der einen Seite Möbel, Einbauschränke und Vertäfelungen bis hin zu kompletten Inneneinrichtungen wie etwa Küchen. Hier haben sich einige Betriebe außerdem auf bestimmte Bereiche spezialisiert und bieten vorzugsweise die Erstellung und den Einbau von Wintergärten, Carports, Fenstern, Türen und Treppen und dergleichen mehr an. Aber auch Messeaufbau und Ladeneinrichtungen fallen in Ihren Bereich. Als Schreiner planen und bauen Sie nicht nur alle diese Erzeugnisse, sondern Sie bieten auch die Instandhaltung und Reparatur oder Umgestaltung an. Sie brauchen daher ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen und gute Mathematikkenntnisse – anderenfalls fallen Berechnungen falsch aus und das Ergebnis wird entsprechend krumm und schief.

Bei alledem gilt es immer nah am Kundenwunsch zu bleiben, aber auch die Grenzen des Möglichen zu verdeutlichen. Service- und Kundenorientierung sollten Sie daher groß schreiben. Das Arbeitsumfeld kann je nach Spezialisierung und Auftrag völlig unterschiedlich aussehen – je nachdem, ob Sie in einer Werkstatt oder Fertigungshalle arbeiten, beim Kunden vor Ort etwas ein-/aufbauen oder beispielsweise für ein größeres Projekt auf Montage sind. Auf der Arbeit kann es oft laut und staubig werden. Zu Ihren Arbeitsutensilien gehört einerseits alles, was direkt mit der Verarbeitung und Veredelung von Holz und anderen Materialien notwendig ist, also Sägen, Hobel, Winkelschleifer oder auch Sprühpistolen. Daneben haben Sie es auch mit schweren, stationären sogenannten CNC-Maschinen zu tun, deren Bedienung zum Teil computergesteuert ist. So alt dieser Beruf auch ist: Die Digitalisierung und die Energiewende haben auch hier Einzug gehalten. Geplant wird viel am PC, weshalb Sie Kenntnisse in CAD-Programmen brauchen.

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Gehalt: Was verdient ein Schreiner?

Das Gehalt als Schreiner, aber auch die Vergütung während der Ausbildung hängt von diversen Faktoren ab. Dazu zählen einerseits die Branche und das Bundesland, in dem Sie arbeiten. Entscheidend aber auch, ob Ihr Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist – auch der kann von Bundesland zu Bundesland schwanken, aber zumindest ist Ihr Arbeitgeber vertraglich daran gebunden. Da das Mindestlohngesetz bei Ausbildungen eine Ausnahme macht, können Azubis sich nicht auf den Mindestlohn bei ihrer Ausbildungsvergütung berufen. Als beispielhafte Ausbildungsvergütungen gibt die Agentur für Arbeit pro Monat folgende Vergütungen (brutto) an:

➠ 1. Ausbildungsjahr: 560 bis 690 Euro
➠ 2. Ausbildungsjahr: 700 bis 790 Euro
➠ 3. Ausbildungsjahr: 800 bis 922 Euro

Das Einstiegsgehalt eines Ausstellungstischlers liegt bei einer Vollzeittätigkeit monatlich in etwa bei 2.280 Euro brutto und kann auf bis zu 3.200 Euro steigen. Höhere Gehälter sind mit Meistertitel und Selbständigkeit möglich.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Schreiner?

Beschäftigt werden Schreiner bei Möbelherstellern und holzverarbeitenden Betrieben, beispielsweise auch im Bereich Holzspielzeug. Die Berufsaussichten als Schreiner sind gut. Aber wie in jedem Beruf ist auch hier lebenslanges Lernen angesagt. Methoden und Techniken verändern sich, müssen auf dem neusten Stand gehalten werden. Dafür sind Anpassungsweiterbildungen geeignet, die beispielsweise den 3-D-Druck in der Holzverarbeitung vermitteln. Fürs Handwerk kommt klassischerweise als nächstes die Meisterprüfung – in dem Fall zum Tischlermeister – infrage. Ebenso gut können Sie aber diverse Weiterbildungen im technischen oder kaufmännischen Bereich absolvieren. Sie sind dann beispielsweise:

➠ Fertigungsplaner
➠ Fachbauleiter
➠ Kundenberater
➠ Restaurator
➠ Techniker Holztechnik oder Raumplanung

Daneben haben Sie die Option, inhaltlich verwandte Fächer zu studieren und danach beispielsweise als Holzwirt, Ausbilder oder Innenarchitekt zu arbeiten. Beachten Sie dazu auch unsere Stellenangebote auf unserer Schwesterseite Karrieresprung.de:

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Bewerbung als Schreiner: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Als Schreiner brauchen Sie einerseits gute Kenntnisse in den mathematisch naturwissenschaftlichen Fächern. Sie müssen beispielsweise Materialkosten und Bedarf, Flächen- und Körperberechnungen anstellen können. Physik und Chemie brauchen Sie, um die Materialien auswählen und korrekt verarbeiten zu können. Handwerkliches und technisches Verständnis ist im Umgang mit Maschinen und Werkzeugen gefragt. Auf der anderen Seite brauchen Sie ein gutes Augenmaß: Vor allem alte Häuser und Räume haben selten gerade Wände oder Decken, da müssen Sie unter Einhaltung der fachlichen Vorgaben (Maße und Toleranzen) improvisieren. Neben diesen fachlichen Fertigkeiten erfordert die Arbeit als Schreiner vor allem diverse Soft Skills wie Sorgfalt, Teamfähigkeit oder Kreativität. Diese sollten Sie in Ihrer Bewerbung belegen können. Das kann in Ihrem Anschreiben beispielsweise so klingen:

Größte Konzentration, Kreativität und Sorgfalt sind mir selbstverständlich. In meiner Freizeit beschäftige ich mit gerne mit Holz-Modellbau. Da ist Feinmotorik angesagt, weil sonst die zerbrechlichen Teile nicht mehr ineinanderpassen.

Oder:

Einen großen Sinn für Kreativität habe ich bei der Fertigstellung meines Baumhauses bewiesen – es ist gewissermaßen mein Gesellenstück.

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18. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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