Fachkraft für Veranstaltungstechnik: Von Beruf Roadie

Roadie – so wird der Beruf umgangssprachlich genannt. Dahinter steckt aber ein seit 1998 anerkannter Lehrberuf, Fachjargon: Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Und das ist ein durchaus abwechslungsreiches Berufsbild, das sich vor allem für Menschen eignet, die nicht nur ein Faible für Konzerte und Veranstaltungen haben, sondern auch gut anpacken können, technisch begabt und teamfähig sowie flexibel sind. Fachkräfte für Veranstaltungstechnik arbeiten heute nicht nur im Backstagebereich von Bands oder Filmemachern und auf den Bühnen dieser Welt. Der weitaus größere Teil findet die gefragte Profession bei Messe- oder Kongressveranstaltern sowie Event- und Veranstaltungsagenturen…

Fachkraft für Veranstaltungstechnik: Von Beruf Roadie

Roadie werden: Die Ausbildung zur Fachkräfte für Veranstaltungstechnik

Die Einstiegshürden für den Beruf sind denkbar niedrig: Den meisten Ausbildungsbetrieben reicht in der Regel ein Realschulabschluss und ein Mindestalter von 18 Jahren (ideal: Führerschein!).

Die Ausbildungsdauer selbst beläuft sich auf drei Jahre. Es wird dabei entweder rein schulisch oder dual in Betrieb und Berufsschule ausgebildet. Die Ausbildung gliedert sich in die beiden Bereiche:

  • Aufbau und Durchführung
  • Aufbau und Organisation

Der erste Teil umfasst die praktischen Aspekte des Jobs, während der zweite sich eher auf die Planung und Konzeption von Events konzentriert. Denn Fachkräfte für Veranstaltungstechnik schrauben längst nicht mehr nur schwere Beleuchtungs- oder Beschallungsanlagen mithilfe von Elektrokettenzügen zusammen. Nach der dreijährigen Ausbildung können Roadies dann auch noch eine Prüfung zum „Meister für Veranstaltungstechnik“ ablegen. Ein möglicher Weg in die Selbstständigkeit.

Der Beruf kann aber auch der Einstieg in eine spätere Qualifizierung zum Elektroniker, Systeminformatiker oder Mechatroniker sein.

Was die Arbeitszeit anbelangt, sollten Roadies in spe aber sowohl zeitlich flexibel als auch mobil sein. Feste und geregelte Arbeitszeiten gibt es in dem Job so gut wie gar nicht. Dafür Schichtdienst, Reisen zu den Veranstaltungsorten und Hochstressphasen, in denen der Zeitdruck enorm sein kann. Also nichts für Menschen mit schwachem Nervenkostüm.

Ein weiteres Manko: Die Vergütung während der Lehrzeit ist nicht allzu üppig:

  • 531 Euro im ersten Lehrjahr
  • 619 Euro im zweiten sowie
  • 707 Euro im dritten Lehrjahr

Die Einstiegsgehälter liegen indes später zwischen 22.000 und 25.000 Euro brutto im Jahr. Meister der Veranstaltungstechnik verdienen bereits zwischen 31.000 und 40.000 Euro per anno.

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Unabdingbar im Beruf: Die Affinität zur Technik

Der Fachberuf ist alles andere als ein Bürojob. Zu den Aufgaben der Veranstaltungstechniker gehören beispielsweise:

  • das Bedienen von Computern als Übertragungs- und Kommunikationstool
  • das Ermitteln und Kalkulieren des Materialbedarfs
  • die Kommunikation mit ausländischen Kunden
  • das Gewährleisten der Sicherheit von Veranstaltungen

Neben körperlicher Kraft ist die Affinität zur Technik für den Beruf jedoch unabdingbar. Schließlich müssen später technischen Geräte und bühnentechnischen Teile zügig auf- und abgebaut, aber auch Mischpulte, Scheinwerfer, Stellwerke, Mikrofone, Verstärker bedient werden.

Was Fachkräfte für Veranstaltungstechnik allerdings auch unbedingt sein müssen: schwindelfrei. Beim Aufbau von Traversen und Bühnenbildern klettern und hängen Roadies schon mal – zwar gesichert an Seilen – in lüftigen Höhen. Ohne Fangnetz darunter. Dass Roadies zudem sorgfältig und gewissenhaft arbeiten müssen, erklärt sich damit ebenfalls.

Weil Veranstaltungsorte fast immer von mehreren Mitarbeitern und Subunternehmen betreut werden, ist Teamfähigkeit ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für Erfolg in dem Beruf.

Roadie – das klingt eben so leicht. Dahinter steckt aber ein durchaus anspruchsvoller technischer Beruf, der – leider – bislang auch eher eine Männerdomäne ist.

[Bildnachweis: Corepics VOF by Shutterstock.com]
5. November 2014 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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