Betriebsausflug: Fettnäpfchen, Tipps, Ideen

Ein Betriebsausflug sorgt bei Mitarbeitern für zwiespältige Gefühle. Auf der einen Seite ist es eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag, bietet die Gelegenheit, die Kollegen besser kennenzulernen und verbessert den Zusammenhalt im Team. Gleichzeitig ist der Betriebsausflug gefährliches Terrain für Mitarbeiter. Vermintes Gelände, auf dem zahllose Benimm-Fettnäpfchen und Karrierefallen lauern.

Häufig liegt das an der pseudo-familiären Atmosphäre auf Betriebsfeiern, die manchen Mitarbeiter dazu verleitet, sämtliche Scheu und Scham fallen zu lassen. Oder die sonst so gepflegten Manieren weichen im Dunst des alkoholischen Überflusses in dramatischem Maße auf.

Ausweichen lässt sich dem Gefahrenherd aber auch nicht: Die Teilnahme an einem Betriebsausflug wird von Mitarbeitern erwartet. Wer fernbleibt und das hinterher nicht sehr gut begründen kann, macht einen schlechten Eindruck. Wir zeigen, auf welche Fettnäpfchen Sie beim Betriebsausflug achten müssen und geben Ideen, wie Sie den nächsten Betriebsausflug gestalten können…

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Betriebsausflug: Fettnäpfchen, Tipps, Ideen

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Betriebsausflug: Karrierekiller voller Knigge-Fallen

Wer hart arbeitet, darf auch feste feiern. Ein Betriebsausflug oder auch eine Firmenfeier sind wunderbare Gelegenheiten, um dem stressigen Berufsalltag zu entkommen und die Kollegen in anderer Atmosphäre zu erleben.

Doch auch wenn es auf dem Betriebsausflug etwas lockerer zu geht, ist Vorsicht geboten. Tatsächlich sind sowohl betriebsinterne Feiern als auch Betriebsausflüge wie Schaulaufen: Wer benimmt sich – wer daneben?

Überall lauern kleine und größere Fallstricke – bei den Dresscodes genauso, wie beim Smalltalk.

Einige Vorgesetzte schauen bei solchen Events gerne genauer hin. Für sie ist der Betriebsausflug dann auch ein gesellschaftlicher Benimmtest, der Mitarbeiter für Team- oder gar höhere Aufgaben empfiehlt – oder eben auch nicht: So manche Karriere endete dabei in Situationen, die peinlich bis entblößend sind.

Der Maßstab für etwaige Knigge-Formeln variiert zwar von Unternehmen zu Unternehmen, dennoch gibt es ein paar Kernregeln, die auch im legeren Umfeld nicht vergessen und unbedingt einhalten werden sollten, wie etwa: Was der Chef sich raus nimmt, dürfen sich Mitarbeiter noch lange nicht erlauben. Schon gar nicht jene, die neu im Betrieb sind.

Wie also verhält man sich auf solchen offiziellen inoffiziellen Anlässen richtig? Ein kleiner Benimm-Ratgeber…

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Knigge-Tipps für den Betriebsausflug

Ob Betriebsausflug oder Trip ins Grüne – wenn der Chef zur Exkursion lädt, gelten andere Spielregeln als sonst im Betrieb. Es geht lockerer und familiärer zu. Alle rücken ein bisschen mehr zusammen, quatschen miteinander, lernen sich auch abseits des Berufs kennen, erleben einen unbeschwerten Tag und lernen sich besser kennen. Gut so!

Das Zwischenmenschliche ist der eigentliche Hintersinn bei einem Betriebsausflug. Er soll das Team zusammenschweißen.


Ein Betriebsausflug fördert das Teambuilding und stärkt das Wir-Gefühl. Er bringt die Kollegen näher zusammen und sorgt langfristig für ein besseres Betriebsklima.


Auf einem Betriebsausflug können auch vorhandene Missverständnisse oder atmosphärische Störungen ausgeräumt werden. Allerdings gilt das nur für kleinere Streitigkeiten.

Handfeste Konflikte – mit einem Kollegen oder dem Chef – sollten Sie bitte nie auf einem Betriebsausflug klären!

Wichtig ist bei solchen Veranstaltungen eine generell offene und herzliche Attitüde. Bleiben Sie positiv, meckern Sie nicht über Location, Wetter oder Aktivitäten, sondern gehen Sie auf die Kollegen zu, sprechen Sie diese an und geben Sie allen in Ihrer Umgebung das gute Gefühl, einen großartigen Tag zu erleben.

Die Wirkung ist enorm: Sie helfen damit nicht nur, Barrieren abzubauen, sondern strahlen auch reichlich Selbstvertrauen sowie Sozialkompetenz aus – beides Eigenschaften, die Sympathiewerte und Karrieren beflügeln.

Allerdings gibt es auch einige Punkte, die Sie auf einem Betriebsausflug unbedingt beachten sollten. Wie Sie sich hier präsentieren, prägt die Wahrnehmung Ihres Chefs für die weitere Zusammenarbeit.

Wir geben Tipps, wie Sie beim Betriebsausflug punkten – und zeigen, was gar nicht geht:

Verhalten beim BetriebsausflugDarauf bitte achten
NetzwerkenNutzen Sie die Gelegenheit Ihr berufliches Netzwerk auszubauen und lernen Sie neue Kollegen kennen. Zeigen Sie Selbstbewusstsein und gehen Sie aktiv auf Kollegen aus anderen Abteilungen zu. Betreiben Sie Smalltalk und erzählen Sie ein paar lustige Anekdoten. Damit bleiben Sie den anderen positiv im Gedächtnis.
EigeninitiativeMaulen über den blöden Ausflug ist ganz leicht. „Nie findet etwas Interessantes statt“ oder „Jedes Jahr machen wir das Gleiche“ sind beliebte Sätze von Nörglern. Statt immer alles blöd zu finden, könnten Sie die Initiative ergreifen und einen neuen Vorschlag einbringen oder sich an der Planung beteiligen. Ihr Engagement wird mit Sicherheit positiv bei Ihrem Chef auffallen.
Duzen Sollte Ihr Chef bei Cocktails und Bier ins Du wechseln, erwarten Sie nicht automatisch, dass es beim Du bleibt. Unhöflich ist es, wenn Sie ihn am nächsten Tag darauf ansprechen oder ihn sogar daran erinnern. Warten Sie die Situation ab und orientieren sich am Verhalten Ihres Chefs.
DresscodeEigentlich gibt es auf solchen Veranstaltungen keinen richtigen Dresscode. Trotzdem sollten Sie diesen Punkt nicht ganz vernachlässigen. Kleiden Sie sich der Aktivität entsprechend. Ist eine Radtour oder eine ähnliche Aktivität geplant, achten Sie auf sportliche und funktionale Kleidung. Für Frauen bedeutet das vor allem festes Schuhwerk und keine Röcke. Eine gute Idee ist es auch, ein paar frische Sachen mitzunehmen, falls Sie ins Schwitzen geraten.
ArbeitEs gibt Menschen, die kennen selbst bei einem Betriebsausflug kein anderes Thema als Arbeit. Beim Essen diskutieren Sie noch über aktuelle Projekte und Kunden. Klar, Arbeit ist das Thema, das Sie und Ihre verbindet. Doch wie wollen Sie Ihre Kollegen kennenlernen, wenn Sie nur über die Arbeit sprechen? Ein Betriebsausflug ist die perfekte Gelegenheit auch die persönliche Seite der Kollegen kennzulernen. Was machen Ihre Kollegen in der Freizeit? Wofür interessieren sie sich?
MaßlosigkeitBei den meisten Betriebsausflügen ist für Essen und Trinken gesorgt. Doch es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie sich wie ein ausgehungertes Raubtier auf die Leckereien stürzen. Wenn Ihr Chef das gesamte Team in ein schickes Restaurant einlädt, sollten Sie nicht zu Hummer und Champagner greifen. Das wirkt gierig. Damit signalisieren Sie den anderen, dass es Ihnen nur ums Essen geht.
LauneViele Arbeitnehmer haben von Anfang an keine Lust auf einen Betriebsausflug. Sie beteiligen sich nicht an Gesprächen, finden alle Aktivitäten blöd und trotten lustlos der Gruppe hinterher. Eine solche Einstellung nervt alle anderen und verdirbt auch Ihren Kollegen die Laune. Selbst wenn Sie nicht unbedingt Lust auf den Ausflug haben, geben Sie dem Tag eine Chance Sie eines Besseren zu belehren.
AbgrenzungAuch im Job gibt es Menschen, mit denen man sich besser versteht als mit anderen. Doch sollten Sie auch auf keinen Fall den ganzen Tag mit Ihrer Lieblingskollegin verbringen, über private Themen sprechen und sich auf diese Weise von der Gruppen absetzen. Öffnen Sie sich neuen Kontakten gegenüber. Geben Sie auch anderen Kollegen die Chance, zu Ihrer kleinen Gruppe dazuzustoßen.
ProblemeMag die Atmosphäre auch noch so familiär sein, ist ein Betriebsausflug nicht der richtige Anlass, um beispielsweise über eine Scheidung oder über eine Krankheit in der Familie zu sprechen. Solche Themen sind echte Stimmungskiller. Ein Betriebsausflug soll in positiver Erinnerung bleiben und Sie möchten doch nicht noch Jahre später von Ihren Kollegen daran erinnert werden, wie Sie heulend im Biergarten saßen.
AlkoholEin absolutes No-Go ist es, sich zu betrinken. Bedenken Sie, dass der Betriebsausflug kein Kneipenabend mit Freunden ist. Ein professionelles Auftreten ist auch beim Betriebsausflug angebracht. Das bedeutet nicht, dass Sie ganz auf Alkohol verzichten müssen. Gegen zwei Bier ist nichts einzuwenden, solange Sie sich nicht daneben benehmen oder Dinge sagen, die Sie später bereuen.
TabuthemenEs gibt bestimmte Themen die nicht auf den Betriebsausflug gehören. Diese bergen Konfliktpotenzial und können die Stimmung in der Gruppe kippen lassen. Brechen Sie keine politische oder religiöse Grundsatzdebatte vom Zaum. Vermeiden Sie auch Themen, die Neid unter den Kollegen auslösen könnten, wie beispielsweise ein Gehaltsvergleich.
LästernEine lockere Atmosphäre, in der viel gelacht und gescherzt wird, kann dazu verleiten, sich über Kollegen oder Vorgesetzte auszulassen. Nach dem Motto: Man ist ja unter sich, berichten Sie Ihren Kollegen, was Sie wirklich von den anderen halten. Riesenfehler! Die Vertrautheit trügt. Auf Umwegen schaffen es solche „ehrlichen Meinungen“ zum Chef. Dieser wird nicht gerade amüsiert sein. Widerstehen Sie auch der Versuchung mitzulästern, falls einer Ihrer Kollegen mit dem Gossip startet.


Arbeitsrecht beim Betriebsausflug

Auch zum Thema Arbeitsrecht gibt es rund um den Betriebsausflug ein paar Aspekte zu beachten. Wir haben zwei häufige Fragen dazu herausgesucht und beantwortet:

Bin ich beim Betriebsausflug versichert?

Wenn Ihnen auf dem Betriebsausflug oder auch bei einer Büro-Party etwas passiert, sind Sie versichert. Es handelt sich bei beiden um eine betriebliche Veranstaltung, bei denen Sie unfallversichert sind. Ob es sich um ein betriebliches Event handelt, wird dabei von Juristen oftmals an der Anwesenheit des Chefs bemessen.

Gehen die Vorgesetzten nach Hause und mit ihnen das Gros der Mitarbeiter, endet der betriebliche Charakter der Veranstaltung und damit auch der Unfallschutz. Wer nach dem offiziellen Ende des Betriebsausflugs, nachdem der Chef gegangen ist, noch bleibt, ist nicht mehr versichert. Dasselbe gilt für den Heimweg: Der ist immer privat. Also bitte aufpassen!


Besteht beim Betriebsausflug Teilnahmepflicht?

Wie eingangs erwähnt, wird in der Regel erwartet, dass Sie teilnehmen. Strenggenommen kann Sie niemand dazu zwingen, an einem Betriebsausflug außerhalb Ihrer Arbeitszeit teilzunehmen. Wie Sie diese gestalten, bleibt Ihnen überlassen und der Chef hat dort kein Weisungsrecht.

Fällt der Betriebsausflug jedoch in die Arbeitszeit, muss der Mitarbeiter stattdessen arbeiten gehen. Aus demselben Grund müssen Arbeitnehmer sich auch gegebenenfalls krankmelden, wenn Sie am Betriebsausflug aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen können.

Wessen Arbeitgeber eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag verlangt, braucht diese auch, wenn der erste Tag der Krankmeldung auf den Betriebsausflug fällt.

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Betriebsausflug: Der richtige Dresscode

Vor einem Betriebsausflug steht die Frage: Was ziehe ich nur an? Sie wollen mit Ihrem Outfit einen guten Eindruck machen – nicht zu förmlich, aber natürlich auch nicht zu leger, wenn alle anderen besser angezogen sind als Sie.

Bei vielen Betriebsausflügen gibt es keinen festgelegten Dresscode. Das macht die Sache nicht einfacher, heißt aber im Klartext: Sie kleiden sich für das geplante Event. Für ein Grillfest oder ein entspanntes Open-Air-Konzert müssen Sie sich nicht in Schale werfen, wer hier in Anzug und Krawatte kommt wirkt schnell overdressed.

Umgekehrt könnte der Eindruck entstehen, dass Sie kein Gespür für solche Situationen hätten. Hier dürfen Sie sich also etwas legerer und casual kleiden.

Geht es hingegen in eine feinere Location, in ein gehobenes Restaurant oder ähnliches, zeigt sich das auch im Dresscode. Überlegen Sie sich vorher deshalb immer, zu welchem Anlass Sie sich anziehen.

Doch selbst wenn der Betriebsausflug ins Abenteuer-Camp oder einen Hochseilgarten geht, gibt es beim Dresscode einige NoGos, die beachtet werden sollten.


Tabus beim Dresscode für einen Betriebsausflug

Auf bauchfreie Tops und zu kurze Miniröcke sollte verzichtet werden.
Allzu bunte Farben und übertriebene Muster wirken selten seriös.
Herrenfüße in Sandalen kommen meist nicht gut an – noch weniger mit Socken.
Jeans-Shorts oder Batik-Hemden zeugen von schlechtem Geschmack.


Falls Sie die Möglichkeit haben, können Sie zudem ein Wechseloutfit mitnehmen. Sollte Ihnen ein Malheur passieren, Sie sich bekleckern oder wenn Sie verschwitzt sind, können Sie so in ein frisches Outfit schlüpfen.

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Betriebsausflug Ideen: Beliebte Optionen für das Team

Im Gegensatz zu früher, wo der Ausflug ins nächstgelegene Freilichtmuseum schon ein Highlight war, haben sich mittlerweile zahlreiche Eventagenturen auf allerhand Betriebsausflüge spezialisiert. Dabei gibt es sowohl actionlastige Veranstaltungen als auch solche, die es etwas ruhiger angehen lassen.

Der Gedanke bei herausfordernden Sportarten wie Klettern ist oft, das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Es werden gemeinsam Herausforderungen gemeistert – ein Gefühl, dass in den Berufsalltag übertragen werden soll.

Wie genau der Betriebsausflug aussieht, sollte letztlich an zwei Fragen ausgemacht werden: Was soll mit dem gemeinsamen Ausflug erreicht werden? Und was passt zu Team? Wir haben einige Beispiele und Ideen für den nächsten Betriebsausflug aufgelistet:

  • Betriebsausflüge mit Action
    Von der Fahrradtour zur Kanutour, GPS-Ralley, Hochseilgarten oder Bogenschießen – der Fantasie sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Allerdings: Manche Sportarten verlangen nicht nur eine stärkere Kondition, sondern auch Schwindelfreiheit und Mut.

    So sind Bungee Jumping und Wildwasser Rafting nur bedingt zur Teilnahme aller Mitarbeiter geeignet – es sei denn, das Team besteht überwiegend aus Mittzwanzigern. Ein beliebtes Ziel für den Betriebsausflug ist auch ein Escape Room.

    Ruhiger hingegen kann man es beim Golfen oder Bogenschießen angehen lassen. Geocaching ist die Schnitzeljagd der Neuzeit – hier werden Zusammenhalt und Action durch das Tüfteln und Lösen von Aufgaben verbunden.
  • Betriebsausflüge mit Bastelei
    Sie haben noch nie ein Floß zusammengebaut? Dann ist Ihre Zeit gekommen. Oder Sie können Ihre Kreativität bei Megapuzzeln und dem Kettenreaktionsspiel unter Beweis stellen.

    Hier gibt es keinerlei Nebenwirkungen wie Seekrankheit oder Schwindel zu befürchten. Allerdings können solche Aktionen neben dem gemeinsamen Erschaffen von etwas Neuem auch Konflikte zu Tage bringen: Vorstellungen, die voneinander abweichen sowie eingefahrene Denkmuster.
  • Betriebsausflüge mit gemeinsamer Zeit
    Und dann gibt es noch die Events, die weder Action, noch Auseinandersetzung mit latenten Konflikten erfordern, sondern einfach nur Gelegenheit bieten, gemeinsame Zeit zu verbringen. Sich auszutauschen, vielleicht auch mit Kollegen ins Gespräch zu kommen, die in der Nachbarabteilung arbeiten.

    Dazu können Ballonfahrten, Grillevents mit Lagerfeuerstimmung, eine Höhlentour oder gar Wellnessaufenthalte gehören. Ebenfalls werden viele kulinarische Events von der Weinprobe über die Käseprobe zum Whisky Tasting angeboten – oder Sie kochen einfach selbst in einem Kochkurs.
[Bildnachweis: Prostock-studio by Shutterstock.com]
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7. Juni 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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