After-Work-Party: So verhalten Sie sich korrekt

Wer regulär 40 Stunden die Woche arbeiten geht, womöglich noch eine gewisse Zeit für die Heimfahrt einplanen muss, geht später am Abend nicht mehr feiern. Schließlich wird erwartet, dass der Mitarbeiter am nächsten Tag wieder pünktlich und ausgeruht auf der Arbeit erscheint. Partys wurden damit lange Zeit aufs Wochenende verschoben. Bis findige Gastronomen sich sagten: Warum eigentlich nicht die Zeit in der Woche nutzen? Dieser Trend nennt sich After-Work-Party und hält nun schon etliche Jahre an. Was genau unter einer After-Work-Party zu verstehen ist, welche Vorteile sie bietet und wie Sie sich korrekt verhalten…

After-Work-Party: So verhalten Sie sich korrekt

After-Work-Party Definition: Feier nach Dienstschluss

After Work Party Definition Bedeutung Synonym DudenDer Duden beschreibt die After-Work-Party (auch: Afterworkparty) als eine…

am frühen Abend, nach der üblichen Arbeitszeit beginnende, kommerzielle Party.

Synonym ist häufiger auch verkürzt von After Work oder After-Work-Club, After-Business-, After-Job-Party oder After-Work-Treff die Rede. Die Übergänge sind fließend und an den jeweiligen Lokalitäten beziehungsweise dem Sinn und Zweck festzumachen.

Früher wurde etwas neidisch auf Studenten geguckt: Die können auch in der Woche feiern gehen. Das blieb der arbeitenden Bevölkerung verwehrt, wollten die Arbeitnehmer nicht völlig übernächtigt auf der Arbeit erscheinen.

Die meisten Partys fanden erst ab 22 Uhr statt. Der klassische Tag zum Feiern war daher Freitag oder Samstag. Mit dem Aufkommen der After-Work-Partys Anfang der neunziger Jahre änderte sich das. Vorreiter waren Bars und Restaurants in New York, in denen sich die Menschen zum Feierabend trafen.

Von New York schwappte der Trend nach London und schließlich auf den Kontinent. Gerade in den Großstädten, in denen immer mehr Singles leben, gewann diese Idee viele Anhänger. Sie sind die ideale Zielgruppe für Clubs und Lokalitäten jeglicher Art: Keine Verpflichtungen Zuhause, häufig ein erkleckliches Einkommen.

After-Work-Party: Ablauf und Gestaltung je nach Schwerpunkt

Theoretisch kann sich jede zwanglose Veranstaltung nach der Arbeit als After-Work-Party bezeichnen. Denkbar sind After-Work-Partys…

  • im Büro: Hierunter fallen dann beispielsweise Betriebsfeiern, beispielsweise nach erfolgreichem Abschluss eines Projekts.
  • auf der Messe: Dabei handelt es sich um sogenannte Messepartys oder Standpartys nach Messeende. Sie können je nachdem öffentlich zugänglich, in geschlossener oder halb geschlossener Gesellschaft stattfinden. Häufig verbreitet sich die Kenntnis darüber durch Mundpropaganda.
  • in einer öffentlichen Lokalität: Die klassische After-Work-Party findet in einer Diskothek, einem Club, einer Lounge oder einem Restaurant statt.

Wie läuft so eine After-Work-Party nun ab? Nun, da sie bereits zwischen 17 und 18 Uhr beginnen, kann sich der Arbeitnehmer den Weg nach Hause sparen. Es gilt der Dresscode: Come as you are, das Business-Outfit bleibt an.

Damit müssen Sie sich nicht unnötig den Kopf zerbrechen, was Sie anziehen. Einzig und allein dürfen Sie es etwas bequemer nach der Arbeit gestalten, das heißt für Herren: Das Sakko und die Krawatte dürfen abgelegt werden. Damen können statt der Businessbluse ein elegantes Top und High Heels tragen.

Die Gestaltung der After-Work-Party hängt ganz davon ab, wer Gastgeber beziehungsweise Hausherr ist. Handelt es sich gewissermaßen um einen Pflichttermin, bei dem der Chef eine gemeinsame Veranstaltung ausruft?

Oder beschließen Sie und einige Kollegen spontan zu einer von der Lokalität veranstalteten After-Work-Party zu gehen? In vielen Großstädten wie Berlin, Köln, München oder Frankfurt haben sich Clubs auf die feiernden Business People eingestellt.

Die älteste Veranstaltung dieser Art ist der After-Work-Club in Hamburg. Sie richten seit 1999 After-Work-Partys aus. Längst existieren genügend Feiermöglichkeiten auch in kleineren Städten.

After-Work-Sport: Die Alternative zu After-Work-Partys

After-Work-Party Sport gemeinsam fitNicht jeder schätzt die gleiche Musik wie die werten Kollegen, so kommt Abzappeln nach Dienstende nicht für alle infrage. Andererseits: Wer sich bereits acht Stunden den Hintern platt gesessen hat, möchte oft nur eins: endlich Bewegung!

After-Work-Sport greift diesen Wunsch auf – statt mit einem Cocktail oder Bier das frühzeitige Ableben noch zu beschleunigen, trifft man sich zu verschiedenen Fitnessaktivitäten. Die Sportstudios haben sich darauf eingestellt, hier können sich die Kollegen auf dem Laufband auspowern oder beim Zumba ihre Fitness demonstrieren.

Wer lieber an die frische Luft möchte, kann sich nach der Arbeit zum gemeinsamen Joggen oder Walken treffen. Wem das doch zu hektisch ist, hat mit Bowling oder After-Work-Golf die etwas gemächlicheren Alternativen.

Vorteile von After-Work-Partys

Ein ganz wesentlicher Aspekt von After-Work-Partys wurde bereits genannt: Sie finden so früh statt, dass es – theoretisch – dem Arbeitnehmer möglich ist, um Mitternacht wieder Zuhause zu sein und am nächsten Morgen ausgeschlafen zur Arbeit zu erscheinen.

Aber das ist nicht alles:

  • Mitarbeiterbindung

    Es ist aus Arbeitgebersicht der gleiche Vorteil wie auf Betriebsfesten jeglicher Art: After-Work-Partys können das Gemeinsamkeitsgefühl untereinander verstärken und sich positiv auf die Motivation des Arbeitnehmers auswirken.

  • Kreativität

    Wer sich in entspannter Atmosphäre vom Bürostress ablenkt, kommt vielleicht auf neue Ideen für zu lösende Probleme oder erhält durch Kollegen aus anderen Abteilungen interessante Vorschläge. Das wäre im normalen Büroalltag so nicht möglich, weil man sich da nicht über den Weg läuft.

  • Netzwerk

    Eben weil hier häufig auch Kollegen aus anderen Bereichen mitfeiern, bietet sich hier eine gute Gelegenheit zum Netzwerken. Hier lassen sich berufliche und weniger berufliche Themen wesentlich leichter ansprechen und vertiefen als auf dem Büroflur.

Knigge für die After-Work-Party: Das sollten Sie beachten

Bei allen unbestreitbaren Vorteilen für eine After-Work-Party sollten Sie dennoch nicht vergessen, dass es nur eine semi-private Veranstaltung ist: Sie sind mit Kollegen unterwegs, das heißt: Am nächsten Tag begegnen Sie sich wieder.

Damit diese Begegnung nicht unangenehm ausfällt, sollten Sie einige Dinge beachten:

  • Gesprächsstoff

    Es ist eine hervorragende Gelegenheit, auch mal über etwas anderes als Bilanzen zu sprechen. Sie sollten jedoch nach wie vor die Regeln des guten Anstands beachten und nicht über andere lästern.

    Nicht nur, weil Sie so Gerüchte noch befeuern und das je nachdem in Mobbing für eine andere Person enden kann. Es hat für Sie arbeitsrechtliche Konsequenzen: Wer sich rufschädigend verhält, riskiert eine Abmahnung.

    Selbst bei öffentlichen Veranstaltungen und Gesprächen mit Fremden ist Vorsicht geboten: Sie können nie ausschließen, dass jemand aus der gleichen Branche Kontakte in Ihr Unternehmen hat und plötzlich erweist sich eine ursprünglich harmlose Lästerei als Eigentor.

    Auch gilt für eine After-Work-Party, dass Sie schwere und sehr private Themen wie etwa detaillierte Krankheitsgeschichten oder die letzte Trennung meiden sollten. Bleiben Sie lieber bei unverfänglichen Smalltalk-Themen wie dem letzten Urlaub, interessanten Büchern oder Filmen, Essen.


  • Flirten

    Der Alkohol enthemmt und plötzlich sieht die Kollegin aus dem Nachbarbüro noch hübscher als sonst aus. Aber Vorsicht: Was im Englischen etwas obszön mit Never fuck the company oder Don’t shit where you eat formuliert wird, trifft den Nagel auf den Kopf:

    Beziehungen unter Kollegen oder gar zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten sind oftmals nicht erwünscht und meistens nicht komplikationslos. Liebe im Büro wird vor allem dann schwierig, wenn es zu Problemen beziehungsweise Trennungen kommt. Wahren Sie also eine professionelle Distanz.


  • Alkohol

    Natürlich darf auf einer After-Work-Party auch Alkohol getrunken werden. Allerdings gilt ebenso: In Maßen, nicht in Massen! Sie sollten nicht nur Ihre eigene Grenze kennen, sondern ebenso bedenken, dass Sie sich immer noch in einem halb-offiziellen Umfeld bewegen.

    Selbst wenn Sie also locker zwei Flaschen Wodka wegstecken und immer noch gerade stehen könnten: Sie tragen so unfreiwillig zu Gesprächsstoff bei. Besser ist es, nicht mehr zu trinken als dass Sie theoretisch immer noch mit dem Auto fahren könnten.

    Im Zweifelsfall bleiben Sie eben doch besser bei der Apfelschorle. Vorsicht ist auch im Umgang mit Vorgesetzten geboten, die zu tief ins Glas geschaut haben: Die schätzen es nicht unbedingt, wenn Mitarbeiter Zeuge der eigenen Verfehlungen werden.

    Daher sollten Sie rechtzeitig den Heimweg antreten. Ebenfalls zurückhaltend sollten Sie sich bei Duzangeboten verhalten: Duzen Sie Ihren Chef nur, wenn er am nächsten Tag noch davon weiß – ansonsten gilt weiterhin das „Sie“.

[Bildnachweis: ESB Basic by Shutterstock.com]
13. Dezember 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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