Teambuilding: 20 Ideen und Übungen für bessere Teams

Vom Teambuilding versprechen sich Unternehmen wahre Wunder: Gute Arbeitsatmosphäre, höhere Produktivität, bessere Ergebnisse und schnelle Fortschritte sind nur einige der Argumente. Das Wir-Gefühl im Team stärkt den Zusammenhalt, verhindert Missverständnisse und Rangeleien. Aber wie funktioniert der Aufbau des Teams? Wir zeigen, worauf es ankommt und geben Ihnen zahlreiche Teambuilding Ideen und Übungen an die Hand…

Teambuilding: 20 Ideen und Übungen für bessere Teams

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Was ist Teambuilding?

Als Teambuilding werden alle Maßnahmen und Aktivitäten bezeichnet, die geeignet sind, um die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb eines Teams zu verbessern und zu stärken. Ziel hinter Teambuilding Ideen und Methoden ist die Bindung zwischen den Mitarbeitern zu stärken. Das soll die Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigern und sich ebenso positiv auf die Leistungen auswirken.

Gleichzeitig wird auch die genaue Zusammenstellung der einzelnen Personen im Team unter dem Begriff Teambuilding zusammengefasst. Diese sollen aufeinander abgestimmt sein, um sich nicht nur gut zu verstehen, sondern vor allem die gesetzten Ziele erreichen zu können.

Unterschied zum Teambonding

Synonym wird manchmal auch von Teambonding gesprochen. Die Ziele sind dabei identisch, die Begriffe können aber differenziert werden. So konzentrieren sich Ideen beim Teambuilding auf das gemeinsame Erreichen von Zielen oder Lösen von Aufgaben. Es geht um positive Erfolgserlebnisse im Team, die zusammenschweißen. Teambonding funktioniert hingegen über gemeinsame Freizeit und Entspannung.

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Die 5 Phasen im Teambuilding

Ein wirkliches Team entsteht nicht an einem Tag. Es braucht einen Prozess, der aus einer Gruppe von Personen ein Team macht. Der US-amerikanische Psychologe Bruce Tuckman hat dazu ein Phasenmodell mit fünf aufeinander folgenden Schritten entwickelt. In Deutschland ist das Modell auch als Teamuhr bekannt. Demnach wächst das Team innerhalb der folgenden Phasen zusammen:

  • Forming (Orientierungsphase)
  • Storming (Konfrontationsphase)
  • Norming (Kooperationsphase)
  • Performing (Wachstumsphase)
  • Adjourning (Auflösungsphase)

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Das bedeutet: Ideen und Übungen für erfolgreiches Teambuilding sollten sich an den verschiedenen Phasen orientieren und darauf abgestimmt sein. Wir erklären, was in den einzelnen Teambuilding-Phasen passiert und welche Maßnahmen sich jeweils eignen, um das Team zu stärken:

1. Forming (Orientierungsphase)

In dieser ersten Teambuilding-Phase kommt das Team zusammen, lernt sich informell kennen. Jeder ist höflich und nett zu den anderen, alle lächeln und tasten sich vorsichtig ab. Dennoch beobachten sich alle untereinander auch sehr genau: Wer kann mit wem? Wer ist kompetent? Noch fehlt das Vertrauen.

Hier geht es in erster Linie darum, dass die Teammitglieder sich kennenlernen und beschnuppern. Gerade zu Beginn sind Namenspiele zu empfehlen. Auch einfache Aufgaben im Team zu lösen, knüpft erste Kontakte.

  • Namenschlagen
    Die Spieler stellen sich im Kreis auf, ein Spieler steht in der Mitte des Kreises. Reihum nennt jeder seinen Namen. Nun fängt ein Spieler an und sagt laut den Namen eines Mitspielers. Dieser muss reagieren und schnell den nächsten Namen sagen. In der Zwischenzeit versucht der Spieler in der Mitte den Spieler, dessen Name aktuell genannt ist, zu berühren. Gelingt ihm das, tauschen diese beiden die Plätze und das Spiel geht weiter.
  • Ballwurfkette
    Die Spieler stehen im Kreis und der Spielleiter bekommt einen Ball. Er nennt den Namen eines Mitspielers und wirft diesem den Ball zu. Dieser nennt einen weiteren Namen und spielt den Ball der zugehörigen Person zu. Dies geschieht, bis jeder den Ball hatte und der Spielleiter wieder an der Reihe ist. Nun wird eine neue Runde gestartet, wobei der Ball in gleicher Reihenfolge durch die Spieler gespielt werden muss. Mit jeder Runde werden neue Bälle hinzugefügt und so die Schwierigkeit erhöht.
  • Fadennetz
    Die Spieler sitzen auf dem Boden. Der Spielleiter hält das Ende eines Wollfadens fest und wirft das Knäuel einem Mitspieler zu. Dies wird fortgeführt, bis ein Netz über alle Spieler gespannt ist. Zusätzlich können die Namen oder Eigenschaften genannt werden, wenn man an der Reihe ist.

2. Storming (Konfrontationsphase)

Die Teammitglieder finden ihre Rolle in der Gruppe – freiwillig oder unfreiwillig. Sie müssen abwägen zwischen ihrer Perspektive, ihren Interessen und denen der Gruppe. Dabei kommt es zu Konflikten und Machtkämpfen. Viele Teams scheitern daran und zerfallen. Hauptverantwortung hat der Gruppenleiter. Er muss Orientierung geben und einen Konsens finden.

In dieser Phase helfen gruppendynamische Spiele und Übungen. Diese sollen den Teambildungsprozess beschleunigen, den Zusammenhalt stärken und dabei helfen, Reibungen zu überwinden.

  • Schwebende Stange
    Die Spieler stellen sich in zwei Reihen gegenüber auf. Jeder hebt einen Arm ungefähr auf Brusthöhe und streckt seinen Zeigefinger aus. Auf die so entstandene Fläche wird ein Besenstiel gelegt. Jeder Spieler muss mit seinem Finger die gesamte Zeit die Stange berühren. Die Aufgabe besteht darin, die Stange auf den Boden abzulegen.
  • Spinnennetz
    Der Spielleiter bereitet mit Hilfe von Seilen oder Bändern ein Spinnennetz, beispielsweise zwischen zwei Bäumen, vor. Dabei müssen die Löcher des Netztes groß genug sein, dass die Spieler hindurch passen. Nun erhält das Team die Aufgabe, alle Mitglieder auf die andere Seite des Netzes zu bringen, ohne das Netz zu berühren. Die Spieler müssen sich also gegenseitig helfen und beispielsweise durch die Löcher heben.
  • Teppich umdrehen
    Die Aufgabe ist leicht erklärt, jedoch deutlich schwieriger in der Umsetzung. Das Team steht auf einem Teppich. Nun muss es diesen umdrehen, ohne dass dabei ein Spieler den Boden berührt. Auch andere Hilfsmittel sind verboten.

3. Norming (Kooperationsphase)

Idealerweise haben inzwischen alle ihre Interessen und Ideen in das gemeinsame Ziel integriert oder sich diesem untergeordnet. Die Gruppe kooperiert auf einer soliden Basis und gibt sich ihre eigenen Regeln. Alle wissen, worum es geht und welchen Anteil sie zum Gelingen beitragen können. Der Teamleiter vermittelt allen das Gefühl an etwas Größerem zu arbeiten – das Selbstwertgefühl des Teams und die Motivation jedes Einzelnen steigen.

Das Team befindet sich bereits auf dem Weg, eine kooperierende Einheit zu werden. Nun können Vertrauensspiele beim Teambuilding helfen, die Bindung zu stärken.

  • Blind führen
    Die Gruppe wird in Paare aufgeteilt, von denen jeweils einer die Augen verbunden bekommt. Nun führt der Sehende den Blinden über das Gelände. Dabei können Schwierigkeiten und Hindernisse eingebaut werden, die überwunden werden müssen.
  • Brot backen
    Die Spieler stehen sich in zwei Reihen gegenüber und halten sich an den Händen. Diese stellen die Bäcker dar. Ein Spieler (das Brot) legt sich nun auf die Hände und wird von den Bäckern leicht in die Luft geworfen. Dabei ist natürlich auf die Sicherheit zu achten.
  • Stehaufmännchen
    Die Spieler stellen sich in einen engen Kreis, ein Spieler in der Mitte. Dieser muss sein Vertrauen beweisen und sich mit geschlossenen Augen in eine Richtung fallen lassen. Die Spieler im Kreis sind dafür verantwortlich den Fallenden sanft(!) zurückzustoßen und in eine andere Richtung zu lenken.

4. Performing (Wachstumsphase)

Nur wenige Teams erreichen diese Phase – wenn es klappt, kommt der Erfolg. Das Teambuilding ist abgeschlossen, nun entsteht echter Mehrwert: Das Team schafft mehr als die Summe seiner Teile oder Mitglieder. Die gesamte Teamenergie fließt in das gemeinsame Projekt, es wächst und gedeiht. Der Teamleiter ist an dieser Stelle kaum noch gefordert und sollte allenfalls schützend eingreifen, wenn sich die Gruppe vor lauter Begeisterung und Ideen zu überhitzen droht.

Das Team ist nun auf einander eingespielt. Um die gute Stimmung zu erhalten, können auflockernde Spiele eingesetzt werden. Auch schwierigere gruppendynamische Spiele sind möglich.

  • Durchzählen
    Das Prinzip ist simpel. Die Spieler sollen von 1 aufwärts zählen, bis die Zahl der anwesenden Teilnehmer erreicht ist. Jeder Spieler darf dabei genau einmal eine Zahl laut nennen. Weitere Absprachen unter den Mitspielern sind nicht erlaubt. Sobald jedoch zwei Spieler gleichzeitig die nächste Zahl rufen, endet die Runde und es muss von vorn begonnen werden.
  • Ja-Nein-Schwarz-Weiß
    Die Gruppe wird in Zweierteams aufgeteilt. Diese werden nun in Moderator und Befragter unterteilt und führen einen Dialog. Der Moderator darf sich frei Fragen ausdenken, die der Befragte grammatikalisch und inhaltlich korrekt beantworten muss. Dieser darf jedoch die Worte ja, nein, schwarz und weiß nicht benutzen.
  • Rüppel Tüppel
    Jeder Spieler erhält eine Nummer. Der Spieler mit der Nummer 1 ist als erster an der Reihe und sagt: „Ich bin Rüppel-Tüppel Nummer 1 mit keinem Tüppel. Rüppel Tüppel Nummer X, wie viele Tüppel hast du? X ist dabei die Nummer des nächstens Spielers. Der Angesprochene muss reagieren und den gleichen Text (mit seiner Nummer) aufsagen. Wer einen Fehler macht, erhält einen Tüppel und muss von nun an sagen: „Ich bin Rüppel-Tüppel Nummer X mit einem Tüppel.“

5. Adjourning

Der letzte Abschnitt ist das Adjourning, die Auflösungsphase. Idealerweise ist dies ein natürlicher Prozess: Das Projekt ist abgeschlossen, die Gruppe hat ihren Job erledigt – hoffentlich auch mit Bravour. Tatsächlich befinden sich einige Gruppen längst in dieser Phase, ohne es zu ahnen. Sie zerfallen noch vor dem Ende des Projekts. Gründe sind auseinandergehende Meinungen, aber auch mangelndes Know How oder Budget.

Für diese letzte Phase gibt es keine konkreten Übungen und Maßnahmen mehr. Das Team befindet sich bereits in Auflösung. Ist die Zusammenarbeit gescheitert, hilft oft nur noch eine Neubesetzung der Gruppenmitglieder.

Weitere beliebte Teambuilding Ideen

Unabhängig von den einzelnen Phasen gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Ideen und Möglichkeiten, um das Teambuilding zu fördern. Beliebt sind Events und Aktivitäten, die gemeinsam im Team durchgeführt werden. Einige Beispiele dafür sind:

  • Schnitzeljagd oder Geocaching
  • Kochkurs
  • Krimi-Dinner
  • Escape-Room
  • Bowling oder Kegeln
  • ArtNight
  • Lasertag oder Paintball
  • Quiz und Rätselabende
  • Seifenkistenrennen

Für viele dieser Teambuilding-Events gibt es Anbieter und Agenturen, die bei der Umsetzung helfen.

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Voraussetzungen für gute Teams

Es ist nicht leicht, aus einer Ansammlung von Individuen ein Team zu formen. Damit ein Team im Wortsinn entstehen kann, braucht es bestimmte Voraussetzungen, die für das Teambuilding essenziell sind:

  • Klares Ziel
    Damit alle an einem Strang ziehen, braucht es eine Richtung, ein konkretes Ziel. Was soll gemeinsam erreicht werden? – das muss jedem im Team klar sein. Am besten ist es sogar, wenn die Teammitglieder selbst für dieses Ziel brennen.
  • Richtige Größe
    Das Team muss groß genug sein, um die Aufgabe gemeinsam stemmen zu können, darf jedoch auch nicht zu groß sein, denn dann lässt es sich schlechter führen.
  • Unterschiedliche Persönlichkeiten
    In homogenen Teams gibt es weniger Reibungspunkte, doch es entstehen auch keine neuen Ideen. Nur ganz unterschiedliche Charaktere können sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.
  • Akzeptierte Leitung
    Es braucht eine Person, die die Verantwortung übernimmt, das große Ganze im Blick behält und das Team führt. Doch das kann nur funktionieren, wenn der Teamleiter auch vom gesamten Team als solcher akzeptiert wird.
  • Funktionierende Kommunikation
    Ein leistungsfähiges Team muss ständig in Kontakt miteinander stehen und Informationen austauschen. Die eine Hand muss wissen, was die andere tut.

Teambuilding: Wer gehört in ein funktionierendes Team?

Ein leistungsfähiges und gut funktionierendes Team ist eine heterogene Gruppe an Menschen (siehe: Diversity). Homogenität sorgt zwar für Harmonie, nicht für Leistungen, Kreativität und Erfolg. Trotzdem läuft die Zusammenstellung oft nach anderen Auswahlkriterien:

  • Wer ist mir sympathisch?
  • Wer darf nicht übergangen werden?
  • Wer wird höchstwahrscheinlich zustimmen?
  • Wer ist pflegeleicht im Umgang?

Mit einer solchen Herangehensweise wird der leichte Weg gewählt. Die Entscheidung fällt aber auch gegen das Know-how und die Expertise von Kollegen, die nicht immer einer Meinung sind. Gerade diese unterschiedlichen Ansätze bringen jedoch das beste Ergebnis zustande. Welche Typen jedes Team braucht, erfahren Sie in unserem kostenlosen PDF zum Teambuilding.

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Teambuilding: Warum scheitern auch perfekte Teams?

Ein perfektes Team ist das große Ziel hinter jedem Teambuilding. Leider ist aber eine gute Arbeitsatmosphäre und eine gute Stimmung unter den Mitarbeitern noch keine Garantie für den Erfolg. Auch scheinbar perfekte Teams können scheitern und schlechte Ergebnisse abliefern. Schuld daran sind vor allem diese Ursachen:

  • Das Team arbeitet seit Jahren zusammen
    Eine lange gemeinsame Zeit hat durchaus Vorteile, kann aber zu Stagnation führen. Es fehlt der frische Wind, die neuen Impulse. Viele Teams, die sehr lange zusammen arbeiten, ermüden aneinander.
  • Es werden keine Fehler gemacht
    Viele Teams sind stolz auf eine fehlerfreie Bilanz. Auf der einen Seite wünschenswert, gleichzeitig aber Zeichen für fehlende Entwicklung. Aus Fehlern wird gelernt, es werden bessere Ansätze gefunden und Optimierungen vorgenommen.
  • Alle sind immer einer Meinung
    Keine anstrengenden Diskussionen, keine Kompromisse, kein zurückstecken? Klingt nach perfekter Zusammenarbeit, führt aber zu schlechteren Ergebnissen. Alle finden sich und die eigene Arbeit toll, keiner hinterfragt kritisch oder übernimmt die Gegenposition.
  • Entscheidungen werden zu schnell getroffen
    Schnelligkeit ist nicht immer die beste Wahl. Manchmal braucht es mehr Informationen und die nötige Zeit, um sich alle Optionen zu betrachten. Wenn Teams sich zu schnell festlegen, kann es eine voreilige Entscheidung sein.

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[Bildnachweis: jorgen mcleman by Shutterstock.com]
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26. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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