New Work: Definition, Vorteile, Kritik

Die Zukunft hat die Arbeitswelt erreicht. New Work nennt sich der Trend und die rasante Entwicklung zu einer neuen Berufswelt. Weg von alten Strukturen, hin zu neuen und modernen Arbeitsweisen. New Work sorgt bei Befürwortern für große Begeisterung und viele Unternehmen schließen sich dem Trend an. Doch New Work ist mehr als neue Technik, die das Arbeiten modernisiert und erleichtert. Dahinter steckt ein größeres Konzept, das die Arbeit verändern kann. Wir erklären, was sich hinter dem großen Begriff New Work verbirgt, welche Veränderungen damit einhergehen, aber auch welche Kritik an New Work geäußert wird…

New Work: Definition, Vorteile, Kritik

Definition: Was ist New Work?

New Work Definition Konzept Idee ErklärungUrsprünglich prägte der austro-amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann den Begriff New Work. Er wollte damit einen Gegenentwurf zur vorherrschenden klassischen Form des Kapitalismus entwickeln und wandte sich der New Work, also den neuen Arbeitsformen zu. Da sich die Arbeitswelt wandelt, habe die Menschheit die Chance, sich von der Knechtschaft der Lohnarbeit zu befreien. Die Werte der Neuen Arbeit definierte er als:

  • Selbstständigkeit
  • Freiheit
  • Teilhabe an der Gemeinschaft

Wie richtig Bergmann mit seiner Einschätzung lag, zeigt sich heute in unzähligen Unternehmen. Der Wandel ist weiterhin in vollem Gange und längst in der Gegenwart angekommen. Allerdings wird der Begriff heute deutlich weiter gefasst und New Work ist ein Synonym für innovative Ansätze der Arbeitsgestaltung geworden. So wird New Work oft als Oberbegriff für moderne Veränderungen an Arbeitsplätzen aber auch für eine neue Einstellung in der Arbeitswelt genutzt, die sich mehr auf Mitarbeiter konzentriert und auf deren Bedürfnisse eingeht.

Im Zentrum der ursprünglichen New Work Idee standen schließlich nicht nur Globalisierung und Digitalisierung, sondern vor allem die persönliche Freiheit von Arbeitnehmern. In der New Work haben Menschen die Möglichkeiten, so zu arbeiten, wie sie wollen und nicht, wie ein veraltetes System es ihnen vorschreibt. Oder ein wenig philosophischer: New Work sieht Arbeit als sinnstiftenden Bereich, durch den der Mensch sich verwirklichen kann.

So verändert New Work den Arbeitsalltag

New Work wird oft als Arbeitsweise der Zukunft verstanden, ist aber längst keine Zukunftsmusik mehr. Viele Unternehmen haben sich das Konzept bereits zu Herzen genommen und folgen mit der Unternehmenskultur zunehmend einer New Work Philosophie. Klassischerweise sind junge und moderne Startups die Vorreiter solcher Entwicklungen, doch machen sich die Veränderungen der New Work auch in zahlreichen anderen Unternehmen bemerkbar.

Gemeint ist damit nicht nur die Digitalisierung in nahezu jedem Bereich. Die Veränderungen sind, die New Work mitbringt, sind viel umfangreicher und können die Arbeitsweise vollkommen erneuern:

  • Dezentrales Arbeiten wird ermöglicht

    Die Kollegen sitzen im selben Büro oder gleich nebenan? In der New Work ist räumliche Nähe nicht mehr erforderlich, um gemeinsam produktiv zu sein. Heute nicht mehr wegzudenken, war es vor gar nicht allzu langer Zeit noch kaum vorstellbar. Gerade bei großen Projekten und internationalen Arbeitgebern ist es Normalität geworden, dass Teammitglieder über den gesamten Globus verteilt sind. Auch das Homeoffice wird immer mehr Mitarbeitern ermöglicht, wodurch dezentrales Arbeiten weiter ermöglicht wird.

  • Arbeitsplätze werden neu gedacht

    Wenn die Arbeit mobil, dezentral und ortsunabhängig wird, wozu brauchen Unternehmen dann noch teure Großraumbüros? Arbeitsplätze von Arbeitgebern werden natürlich nicht ganz wegfallen, schon weil diese eine wichtige Anlaufstelle sind und zur Identifikation mit dem Unternehmen dienen, doch verändert sich die Gestaltung in der New Work deutlich.

    Hier wird von New Workspace geredet, der mit traditionellen Büroräumen nicht mehr viel gemeinsam hat. Keine tristen Büros und Arbeitsplätze, stattdessen flexible Bürolandschaften, die verschiedenste Rahmenbedingungen liefern: Telefonboxen für ruhige und ungestörte Gespräche, Ruhezonen für hochkonzentriertes Arbeiten oder offene Bereiche für den gemeinsamen Austausch.

  • Selbstständiges Arbeiten rückt in den Mittelpunkt

    Während in der alten Arbeitsweise klare Hierarchien und Anweisungen die Regel waren, rückt im New Work die Selbstständigkeit und Eigeninitiative von Mitarbeitern in den Fokus. Das Motto lautet: Weg von Standardisierung und strikten Vorgaben, hin zu selbstständigem Handeln und Entscheiden. Das bedeutet auch, dass Mitarbeiter in der New Work mehr Verantwortung übernehmen müssen und nicht nur darauf warten können, Anweisungen auszuführen.

  • Work-Life-Balance wird ausgeprägter

    Die Freiheiten von Mitarbeitern sorgen dafür, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben unklarer werden. Dies wird gerne kritisiert, muss aber nicht negativ sein, sondern führt im besten Fall zu einer größeren Work-Life-Balance, in der das Arbeitsleben keine Belastung, sondern ein wichtiger und geschätzter Teil des Lebens ist.

Vorteile von New Work: So profitieren Mitarbeiter

New Work verspricht viel und Unternehmen schreiben es sich auf die Fahnen, um Talente und qualifizierte Mitarbeiter anzulocken. Wer möchte schon zu einem altmodischen Arbeitgeber, wenn als Alternative New Work wartet? Richtig umgesetzt ist New Work jedoch nicht nur Werbung, sondern bringt tatsächlich eine ganze Reihe von Vorteilen für Mitarbeiter:

  • Größere Freiräume und Einflussmöglichkeiten

    New Work ermöglicht genau das, was sich viele Arbeitnehmer wünschen: Mehr Freiräume im Job. Der Chef guckt nicht ständig auf die Finger, sondern lässt Mitarbeitern Entscheidungsfreiräume. So können Arbeitnehmer sich besser entfalten, aber auch gezielt einbringen, eigene Ideen umsetzen, Verantwortung tragen und selbstständige Entscheidungen treffen, um das Unternehmen voranzubringen.

  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

    Der für viele größte Vorteil durch New Work ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf Durch dezentrales Arbeiten wird eine Familienplanung einfacher und gerade berufstätige Eltern können die Möglichkeiten nutzen, um die Arbeitsweise an die Doppelbelastung mit einem Kind anzupassen. So kann die Frage Familie oder Karriere umgangen werden, da beides gleichzeitig ermöglicht wird.

  • Individuell angepasste Arbeitsbedingungen

    Ein immer gleicher Arbeitsplatz? New Work ist da viel flexibler und stellt Mitarbeitern verschiedene Arbeitsbedingungen und Umgebungen zur Verfügung, die individuell zur jeweiligen Aufgabe passen.

  • Offene und transparente Kommunikation

    In der New Work wird nicht in Hierarchien kommuniziert, bei denen der Chef sagt, was gemacht wird und Mitarbeiter entsprechend ausführen. Stattdessen wird eine transparente Kommunikationsstruktur etabliert, die für einen offenen Austausch sorgen soll. Meinungen werden berücksichtigt, Einwände geprüft, Ideen ausgewertet und gegenseitig ergänzt.

  • Stärkere Gemeinschaft im Team

    Selbst wenn dezentral gearbeitet wird und nicht alle gemeinsam im Büro sitzen, kann New Work zu einer stärkeren Gemeinschaft führen und das Zusammenarbeiten verbessern. Dies liegt an der genannten Kommunikation, aber auch daran, dass tatsächlich zusammen gearbeitet wird. Es arbeitet nicht jeder für sich an den eigenen Aufgaben, sondern ein Teamgedanke steht im Vordergrund.

Kritik: Ist New Work wirklich besser?

New Work wird oft als Lösung angepriesen, die all das erneuert, was in der Arbeitswelt schlecht ist. Neu, modern, mit Blick auf Mitarbeiter und deren Zufriedenheit – zusätzlich soll die neue Arbeit auch noch die Produktivität steigern und bessere Leistungen und Ergebnisse hervorbringen. Aber klappt das wirklich und ist New Work tatsächlich besser?

An dieser Frage scheiden sich die Geister, denn neben den Vorteilen gibt es auch Schwierigkeiten und Kritik. Zum einen verlangt New Work eine sehr gute Organisation und Koordination, um die Bedürfnisse aller Mitarbeiter unter einen Hut zu bringen. Wer arbeitet gerade von wo? Wann können alle für ein Meeting zusammengebracht werden? Fehlt es hier an Struktur, Organisation und Absprachen, kann die hochgelobte New Work im Chaos enden.

Ein Kritikpunkt ist zudem die Verschmelzung von Privatleben und Arbeit. Befürworter sehen dies als Vorteil, Kritiker fürchten jedoch, dass es für Mitarbeiter zunehmend schwieriger wird, beide Bereiche zu trennen und wirklich von der Arbeit abzuschalten. Erreichbarkeit rund um die Uhr und kein wirklicher Feierabend können ebenfalls folgen der deutlich größeren Flexibilität in der New Work sein.

Die vielleicht größte Kritik besteht darin, ob New Work Unternehmen wirklich erfolgreicher macht. Mitarbeiter in den Fokus zu rücken, ist auf der einen Seite durchaus sinnvoll und sorgt für Motivation und Zufriedenheit – New Work vergisst dabei aber den Blick auf die Marktsituation und Kunden. Ganz nüchtern ausgedrückt: Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es die Erwartungen von Kunden erfüllt. Gerät dies in Vergessenheit, sind Mitarbeiter dank New Work zwar glücklich, für das Unternehmen sind die Konsequenzen allerdings wenig erfreulich, wenn Umsätze einbrechen und Kunden zur Konkurrenz wechseln.

[Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]
4. April 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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