Entscheidungstechniken: 12 Methoden, Beispiele und Tipps

Treffen Sie gute Entscheidungen? Leider antworten viele mit Nein und sind unzufrieden mit der eigenen Wahl. Entscheidungstechniken helfen, langfristig besser zu entscheiden. Statt Frust und Bedauern sind Sie glücklich mit Ihrer Entscheidung. Wir stellen Ihnen 12 Entscheidungstechniken im Detail vor und erklären, wie diese funktionieren – zusätzlich haben wir zahlreiche Tipps zu Entscheidungstechniken, mit denen Sie Fallstricken frühzeitig aus dem Weg gehen…

Entscheidungstechniken: 12 Methoden, Beispiele und Tipps

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Wann sind Entscheidungstechniken sinnvoll?

Ein oft genannter für Entscheidungen: Spontan sein und einfach machen. Das ist nicht nur gut gemeint, sondern für viele Situationen hilfreich und absolut notwendig. Allein die Fülle der täglichen Entscheidungen macht es unerlässlich, auf den Bauch und die eigene Intuition zu hören und sich für eine Option zu entscheiden.

Aber wollen Sie so die großen, wichtigen Entscheidungen treffen? Wenn etwas großen Einfluss auf Ihr Leben und die Zukunft haben wird, sollte es nicht zwischen Tür und Angel entschieden werden. Ein neuer Job, ein Haus kaufen, in eine andere Stadt ziehen – wollen Sie sich wirklich ohne weiteres Nachdenken auf das erste Gefühl verlassen?

Genau hier kommen Entscheidungstechniken ins Spiel. Sie reduzieren das Risiko einer schlechten Entscheidung enorm. Durch gezielte Methoden werden eben keine voreiligen und leichtfertigen Entschlüsse gefasst, sondern fundierte Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein nicht bereut werden.

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Übersicht der wichtigsten Entscheidungstechniken

Tatsächlich gibt es zahlreiche Techniken, Methoden und Verfahren, um bessere Entscheidungen zu treffen, schwierige Wahlprozesse zugänglicher zu machen oder schlichtweg die beste Alternative in einer Situation auszusuchen. Aber welche Entscheidungstechnik sollten Sie anwenden? Diese Wahl sollten Sie abhängig von Ihren Erwartungen und der individuellen Situation treffen.

Mit einer vorgefertigten Lösung, in die nur noch die fehlenden Variablen eingesetzt werden, ist es nicht getan. Entscheidungstechniken haben individuelle Vorteile, aber eben auch Haken und Stolpersteine. Sie kommen nicht umhin, die wichtigsten (aber teils widersprüchlichen) Entscheidungstechniken kennenzulernen – und anschließend zu wählen, welche zur jeweils anstehenden Frage passt.

Zweifellos werden sich dabei persönliche Lieblinge herauskristallisieren, andere dienen Ihnen vielleicht nur als Quelle der Inspiration und Sie entwickeln daraus ganz eigene Methoden. Diese 12 Entscheidungstechniken sollten Sie unbedingt kennen:

  1. Pro-Contra-Liste

    Jeder kennt die Pro-Contra-Liste. Der Vollständigkeit halber soll sie an dieser Stelle trotzdem ihren wohlverdienten Platz bekommen, denn auch wenn sie altbekannt ist – sie funktioniert und ist denkbar einfach: Man nehme ein Blatt Papier, ziehe in der Mitte von oben nach unten einen Strich und schreibe links oben „Pro“, rechts „Contra“ darauf. Anschließend notieren Sie alles und begründen kurz, was für beziehungsweise gegen die Entscheidung spricht:

    entscheidungstechnik-pro-contra-liste

    Schon die reine Anzahl der Punkte kann ein Indiz sein, wie Sie sich entscheiden sollten. Eine Gewichtung ist in den meisten Situationen dennoch sinnvoll: Möglicherweise gibt es ein Contra-Argument, das so schwerwiegend ist, dass es auch durch mehrere kleine Pluspunkte nicht aufgewogen werden kann.

    Die Pro-Contra-Liste dient dazu, sich die verschiedenen Argumente bewusst zu machen, sie zu visualisieren und buchstäblich vor Augen zu führen. Oft hat das einen viel stärkeren psychologischen Effekt als das Einschätzen im Kopf. Einziger Nachteil: Je mehr Alternativen zur Verfügung stehen, desto komplexer werden die Listen und desto schwieriger wird die Auswahl.

  2. Benjamin-Franklin-Liste

    Benannt nach dem Gründervater der USA ist die Benjamin-Franklin-Liste sichtbar durch die Pro-Contra-Liste inspiriert. Sie stellt aber nicht Vor- und Nachteile gegenüber, sondern vergleicht allein die Pro-Argumente verschiedener Alternativen. Ein Blatt wird entsprechend der Anzahl an Alternativen in Spalten eingeteilt und diese mit den Vorteilen der jeweiligen Option gefüllt. Die Elemente werden mit einer Schulnote bewertet. Die Werte einer Spalte werden addiert und durch die Zahl der Argumente geteilt – die beste Gesamtnote ist die beste Wahl:

    entscheidungstechnik-benjamin-franklin-liste

    Der Ansatz punktet durch seine Einfachheit, hat aber ein großes Manko: Es werden keine Nachteile betrachtet. So besteht die Gefahr einer eindimensionalen, rosaroten Abbildung. Möglicherweise entscheidende Konsequenzen bleiben unbeachtet. Diese Entscheidungstechnik empfiehlt sich deshalb zur ersten Orientierung, um die Zahl der möglichen Optionen zu verringern und die folgende Entscheidung zu erleichtern.

  3. Entscheidungsbaum

    Entscheidungstechniken kommen nicht nur in Form von Listen daher, sondern gerne auch als Grafik, die den Entscheidungsprozess veranschaulichen. Eine mögliche Darstellungsweise ist der Entscheidungsbaum, der manchem vielleicht aus Sportturnieren bekannt ist, wo dieselbe Methode genutzt wird, um K.o.-Runden zu visualisieren: Es werden je zwei Alternativen verglichen – die Option, die gewinnt, kommt eine Runde weiter – bis ein Sieger feststeht.

    entscheidungstechnik-entscheidungsbaum

    Der Entscheidungsbaum hilft, indem er eine komplexe Anzahl an Alternativen in kleine Wahl-Duelle herunterbricht und das Abwägen zu einer Art spielerischem Wettkampf macht. Die Crux: Entscheidungsbäume funktionieren nur, solange eindeutige Präferenzen existieren und gleichzeitig eine Vielzahl an Optionen zur Wahl stehen. Bei einem „Ja-oder-Nein-Szenario ist er keine Hilfe. Um die einzelnen Duelle zu entscheiden, können andere Entscheidungstechniken (etwa die Pro-Contra-Liste) kombiniert werden.

  4. Entscheidungs-Mindmap

    Zu den grafischen Entscheidungstechniken gehört auch die Mindmap. Sie basiert auf dem gleichen Prinzip wie die bekannte Methode und strukturiert komplexe Zusammenhänge:

    • Das Zentrum ist die Entscheidung, die getroffene werden soll.
    • Von dieser werden die Hauptäste eingezeichnet, wobei jeder eine Alternative darstellt, die an den entsprechenden Ast geschrieben wird.
    • Jeder dieser Äste erhält weitere Verzweigungen, die als Pro und Contra beschriftet werden.
    • Zum Schluss folgt die Bewertung der einzelnen Pfade und Äste und ihrer entsprechend positiven und negativen Argumente.

    Zudem können Symbole, Farben oder dicker gemalte Äste einzelne Punkte verdeutlichen und visualisieren – wie in diesem schematischen Beispiel:

    entscheidungstechnik-entscheidungs-mindmap

    Der größte Vorteil ist die Übersichtlichkeit bei komplexen Wahlen. Es fehlt jedoch an einer Gewichtung der Entscheidungsstränge. Unter den Entscheidungstechniken empfiehlt sich die Mindmap daher als vorgelagerte Entscheidungshilfe. Die resultierenden Ergebnisse werden dann noch einmal genauere Betrachtung unterzogen.

  5. Entscheidungsmatrix

    Zu den rationalen und analytischen Entscheidungstechniken zählt die Entscheidungsmatrix. Alle zur Wahl stehenden Alternativen werden in den Spalten eingetragen. Die Zeilen der Matrix enthalten möglichst alle Kriterien, die bei der Entscheidung von Bedeutung sind. Das können monetäre Aspekte sein, aber auch emotionale oder Abstrakte Stichpunkte.

    entscheidungstechnik-entscheidungsmatrix

    Durch Schulnoten werden die Faktoren bewertet, für die Spalten addiert und die Durchschnittsnote ermittelt. Ein einfacher Rechenprozess, der einen Favoriten ausmacht – zudem sind die Faktoren leichter untereinander vergleichbar. Problematisch kann es sein, wenn ein wichtiges Kriterium vergessen oder Faktoren falsch bewertet wurden. Es bedarf daher größter Sorgfalt bei Auswahl und Begründung.

  6. Consider-all-Facts-Methode

    Vom britische Kognitionswissenschaftler und Schriftsteller Edward de Bono stammen nicht nur Kreativitätstechniken wie die DeBono-Denkhüte. Seine Consider-all-Facts-Methode zählt zu den Entscheidungstechniken und ähnelt der Entscheidungsmatrix. Die Entscheidungsfindung funktioniert dabei mit einer Liste aller relevanten Faktoren – und zwar wirklich aller. Ausnahmslos.

    Daraus kann je nach Komplexität und Tragweiter der Entscheidung eine sehr lange Liste entstehen. Wichtige und unwichtige Faktoren können in der Entscheidungstechnik als Reihenfolge dargestellt werden. Zudem sollte am Rand Platz für Anmerkungen und Bewertungen bleiben. Für eine Entscheidung werden dann die Alternativen anhand der gesammelt Faktoren überprüft und verglichen:

    • Welche Punkte werden erfüllt?
    • Welche Kriterien bleiben offen und wie wichtig sind diese?
    • Wo liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen?

    Wie bei anderen Entscheidungstechniken kann die Unvollständigkeit der Liste aller relevanten Faktoren das Bild verfälschen.

  7. Consider-the-Best-Methode

    Das Gegenteil zur Consider-all-Facts-Methode und wegen ihrer Simplizität manchmal besser geeignet, ist die Consider-the-Best-Methode. Kurz gesagt: Sie fokussieren nur auf dem wichtigsten Entscheidungsfaktor. Welcher das ist, müssen Sie selbst festlegen. Für Kaufentscheidungen beispielsweise der Preis oder die Qualität des Produktes.

    Allerdings kommt diese Entscheidungstechnik schnell an ihre Grenzen, wenn der wichtigste Faktor nicht so leicht aufzumachen ist. Es ist eine starke Vereinfachung der Realität nötig. Auch wird dabei frühzeitig ein Faktor über alle anderen gestellt – möglicherweise basiert die Entscheidung dann auf einer völlig falschen Grundlage. Trotzdem eignet sich die Methode beispielsweise für Alltagsentscheidungen oder um sich bewusst zu machen, was bei einer Wahl die gewichtigste Rolle spielt.

  8. Scheibchen-Methode

    Im Hinterkopf ist bei einer Wahl immer das große Ganze – wir wollen den Überblick behalten. Das kann jedoch ungemein abschreckend wirken. So stehen wir vor einer monströsen Wahl, die panisch macht oder gar in die Flucht schlägt. Wir legen uns dann nicht fest, sondern prokrastinieren bis zur Entscheidungsblockade. Eine Lösung in den Entscheidungstechniken ist die Scheibchen-Methode.

    Das Problem wird in mehrere kleine Stücke aufgeteilt, um die eigentliche Entscheidung zu vereinfachen und zu erleichtern. Es wird wie bei einer Zwiebel, bei der man Pelle um Pelle entfernt, jeweils eine Scheibe abgeschnitten und einzeln betrachtet, was der anfänglichen Wahl den Schrecken nehmen soll. Keine fundamentale, sondern viele kleine Entscheidungen.

    entscheidungstechnik-scheibchen-methode

    Die Scheibchen-Methode ist prädestiniert für schwerwiegende Entscheidungen, beschleunigt den Auswahlprozess und überwindet Wahlhemmungen. Etwa die Berufswahl: Will ich studieren? Will ich im Büro arbeiten? Will ich direkten Kundenkontakt? Jede Scheibe liefert ein klareres Gesamtbild. Großer Nachteil: Es fehlt eine wirkliche Orientierung für die Beantwortung der Fragen. Es braucht eine Kombination mit anderen Entscheidungstechniken.

  9. Standpunktwechsel

    Wir überlegen, grübeln, analysieren, zermartern uns endlos das Hirn und fühlen uns am Ende doch nur wie Faust in Goethes Klassiker: „Ich bin so klug als wie zuvor…“ Manchmal ist aus der eigenen Perspektive keine Entscheidung möglich. Dann hilft der Standpunktwechsel. Er ermöglicht neue Blickwinkel und Probleme von einer anderen Seite zu sehen. Gerade bei emotional festgefahrenen Situationen sorgt diese Entscheidungstechnik für Klarheit.

    Versuchen Sie sich von der persönlichen Situation frei zu machen und fragen Sie sich: Was würde ich einem Freund raten, der vor derselben Entscheidung steht? So erzwingen Sie einen Perspektivwechsel. Der psychologische Effekt: Bei anderen sehen wir die Dinge meist viel klarer als bei uns selbst. Das Ganze funktioniert aber nur, wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind.

  10. Best-Case-/Worst-Case-Analyse

    Eine Entscheidung ist immer sinnbildlich die Gabelung eines Weges. Der Fokus richtet sich dabei zunächst auf die offensichtlichen Abzweigungen in Form von verschiedenen Alternativen. Die nächste gedankliche Phase bleibt aber oft unbeachtet: Jede der Optionen kann sich auf verschiedene Arten entwickeln – positiv wie negativ. Hier setzt die Best-Case/Worst-Case-Analyse an. Sie vergleicht Szenarien anhand möglicher Verläufe.

    Das Prinzip ist schnell erklärt: Für jede Alternative wird gedanklich ein Best-Case-Szenario und ein Worst-Case-Szenario erstellt. Der Nutzen der Methode liegt dabei in der bewussten Auseinandersetzung und der Betrachtung der möglichen Konsequenzen – und zwar explizit in beide Richtungen.

    entscheidungstechnik-best-case-worst-case-analyse

    Versuchen Sie Wahrscheinlichkeiten für die Szenarien festzulegen. Besteht größeres Risiko, dass eine Option im Desaster endet, wird diese Möglichkeit ausgeschlossen. Ist der schlimmste Fall hingegen sehr unwahrscheinlich und der positive Ausgang zu erwarten, offenbart sich ein möglicher Weg.

  11. Entscheidungsfragen

    Nicht immer müssen aufwändige und komplizierte Entscheidungstechniken sein, um Entscheidungshilfe zu liefern. Es geht auch einfacher und weniger grafisch mit sogenannten Entscheidungsfragen. Diese sollen festgefahrenen Gedanken wieder Mobilität einhauchen und ein Hybrid aus allen Methoden darstellen. Zu diesen Fragen gehören:

    • Bin ich ehrlich zu mir selbst?
      Die objektiv betrachtet beste Entscheidung ist leider nicht immer gleichzeitig auch einfach oder beliebt. Aus einer Sackgasse geht es nur rückwärts wieder hinaus – eine ärgerliche Erkenntnis, die man sich selbst eingestehen muss. Die Wahrheit kann bekanntlich wehtun – ist bei der Entscheidungsfindung aber zwingend notwendig. Sonst landen Sie nach kurzer Zeit wieder am selben Punkt.
    • Habe ich ausreichend Alternativen geprüft?
      Es ist leicht, sich in die erstbeste Möglichkeit zu verlieben und alles andere als falsch abzutun. Kann funktionieren, geht aber in vielen Fällen nach hinten los. Oft entstehen Fehlurteile gerade deshalb, weil nicht genügend Alternativen in Betracht gezogen wurden – und sei es nur die Option, nicht zu wählen. Mit dieser Frage zwingen Sie sich zur Unbequemlichkeit und dazu, über den Tellerrand hinauszublicken.
    • Bin ich mir über die Konsequenzen im Klaren?
      Wahlhemmungen gehen nicht selten auf die Angst vor den möglichen Folgen zurück. Wir drücken uns vor der Entscheidung. Doch sind diese Horrorszenarien überhaupt begründet? Dahinter versteckt sich nicht die Aufforderung zum Tragen einer rosaroten Brille. Vielmehr ist es ein Aufruf zu einer realistischen Einschätzung. Keine unbegründete Ängste schüren, aber auch keine möglichen Fehler maskieren und vertuschen.
    • Was sagt der Bauch? Was sagt der Kopf?
      Will die Entscheidung einfach nicht fallen, kann es helfen, sich nicht nur auf ein einzelnes Körperteil zu verlassen. Der Bauch findet vielleicht ein Argument, das der Kopf noch nicht ans Tageslicht befördern konnte – oder umgekehrt. Sehen Sie sich nicht nur als Kopf- oder Bauchmensch. Das nimmt die Chance auf bessere Entscheidungen. Kein „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“.
  12. Zeitreise-Methode

    Ein Blick in die Zukunft, um nicht nur Lottozahlen, sondern auch die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen zu kontrollieren und in der Gegenwart zu korrigieren – davon hat wohl jeder schon einmal geträumt. Leider ist die Zeitreise wie in „Zurück in die Zukunft“ nicht möglich – bei den Entscheidungstechniken können Sie das Prinzip trotzdem nutzen. Die Zeitreise-Methode sorgt für Distanz zum aktuellen Entscheidungsdilemma. So kann die Situation in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden.

    Suzy Welch, die Frau des Ex-General-Electric-Bosses Jack Welch, hat vor einigen Jahren dazu die 10-10-10-Methode entwickelt, bei der Sie sich lediglich drei Fragen stellen müssen:

    Entscheidung Treffen 10 10 10 Methode

    Klingt trivial. Ist es auch. Jedoch hilft es, den Blick in Richtung Zukunft und auf die langfristigen Auswirkungen der Wahl zu fokussieren. Spielen Sie die Entscheidungstechnik beispielsweise vor einem Jobwechsel durch – bringt die Stelle Sie dahin, wo Sie in zehn Jahren sein wollen? Dazu braucht es ehrliche Selbstreflexion und eine möglichst realistische Einschätzung der Zukunft.

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Entscheidungstechniken auswählen

Nun kennen Sie eine ganze Reihe verschiedener Techniken, Methoden und Kniffen, die alle auf die eine oder andere Art geeignet sind, eine Entscheidung zu treffen, diese zu festigen oder wenigstens die Alternativen einzugrenzen und durch Ausschlussverfahren zu einer Lösung zu kommen. Der Haken: Zwischen all den Alternativen müssen Sie sich – genau – mal wieder entscheiden. Was also tun?

Teilen Sie Ihre Entscheidungen in drei grundlegende Kategorien ein:

  • Kurz- oder langfristig?
    Einige Techniken sind auf Entscheidungen ausgelegt, die sich nachhaltig auf das Leben auswirken. Unter anderen Umständen sind diese jedoch wenig hilfreich oder gar nutzlos.
  • Viele oder wenige Informationen?
    Eine Vielzahl (aber nicht zu viele) an Informationen kann helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen – sie ist Basis einiger Entscheidungstechniken. Wer (zu) wenige Informationen besitzt, muss entweder noch etwas recherchieren oder wählt lieber eine andere Methode.
  • Rational oder emotional?
    Bei manchen Entscheidungen setzt der Verstand einfach aus, bei anderen dominiert er zu sehr. Es kann daher sinnvoll sein, die Methode so auszuwählen, dass unser jeweils unterlegenes Sensorium wieder mehr zu Wort kommt.

Anhand dieser drei Kriterien lässt sich jede Entscheidungssituation genau einordnen und mit einer passenden Technik kombinieren. So wäre beispielsweise die Wahl eines Studiengangs eine rationale Entscheidung vor einem langfristigen Horizont, für die es (mit ein wenig Aufwand) viele Informationen gibt. Anbieten würde sich dafür zum Beispiel ein Entscheidungsbaum oder eine Benjamin-Franklin-Liste, um die große Auswahl zu begrenzen und danach die Zeitreise-Methode, um die Auswahl zu validieren.

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Tipps: Entscheidungstechniken richtig anwenden

Zum Abschluss haben wir einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die Entscheidungstechniken richtig nutzen und zum bestmöglichen Ergebnis kommen:

  1. Suchen Sie mehr Informationen
    Informationen sind der Grundstein jeder fundierten Entscheidung. Oder anders ausgedrückt: Wie sollen Sie eine gute Entscheidung treffen, wenn Sie wichtige Faktoren nicht kennen? Lassen Sie sich nicht zu einer Entscheidung drängen – weder von sich selbst, noch von anderen – bevor Sie dieses Informationsdefizit nicht ausgeglichen haben. Vermutungen, Hoffnungen und Wünsche reichen nicht aus. Wenn Sie Dinge nicht wissen, fangen Sie an zu raten und spätestens hier kann nicht mehr von einer rationalen Entscheidung gesprochen werden, sondern allenfalls von Glücksspiel.
  2. Fragen Sie die richtigen Leute
    Wie kommen Sie an die Informationen? Richtig, entweder Sie recherchieren auf eigene Faust – oder Sie fragen einfach. Hierbei kommt es allerdings darauf an, wen Sie fragen. Wenden Sie sich an jemanden, der sich in dem Bereich auskennt und auch die Informationen bereitstellen kann, nach denen Sie suchen. Jobinformationen bekommen Sie etwa von jemandem, der die Branche kennt oder sogar im anvisierten Unternehmen arbeitet. So sind Ratschläge nicht nur gut gemeint, sondern auch mit Fakten untermauert.
  3. Enttarnen Sie Optionen, die nur ablenken sollen
    Verschiedene Optionen sind grundsätzlich nicht schlecht, werden aber gerne – besonders von Verkäufern – genutzt, um eine bestimmte Entscheidung zu provozieren. Bekannt ist dieses Phänomen als Decoy-Effekt. Die zusätzliche Auswahlmöglichkeit soll Ihnen nicht gefallen, sondern Sie von einer der anderen Optionen überzeugen. Die Ablenkung ist als Wahl so unattraktiv, dass die anderen Optionen viel besser erscheinen. Wenn Sie diese Köder enttarnen, können Sie ohne schlechtes Gewissen das Angebot ausschlagen und sich nach einer Alternative umsehen, die wirklich Ihren Vorstellungen entspricht.
  4. Bedenken Sie, auf was Sie verzichten müssen
    Wenn Ihnen ein Angebot gefällt, ist es leicht, sich darin zu verlieren und alles andere auszublenden. Plötzlich ist es egal, dass Sie für das Auto 5.000 Euro mehr bezahlen müssen, weil Sie nur noch an die Extras denken können. Aber sind Sie sicher, dass Sie auch in ein paar Jahren noch so darüber denken? Um dies zu beantworten, sollten Sie sich vor Augen führen, worauf Sie dafür alles verzichten müssen. Die 5.000 Euro könnten Sie beispielsweise auch nutzen, um über Monate Ihre Miete zu bezahlen, mit der gesamten Familie für mehrere Wochen zu verreisen oder einen großen Teil eines laufenden Kredits zurückzuzahlen. Ist die Option aus dieser Perspektive immer noch so unwiderstehlich?




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