Unentschlossenheit bekämpfen: Ursachen und Tipps
Jeder durchläuft in bestimmten Situationen eine Phase der Unentschlossenheit. Wir können uns einfach nicht festlegen, verschieben die endgültige Entscheidung immer wieder und halten uns möglichst lange alle Alternativen offen. Im Idealfall hält die Unentschlossenheit nur für eine kurze Zeit, bevor sich Entschlossenheit einstellt und Klarheit über die zu wählende Alternative herrscht. Immer wieder wird Unentschlossenheit aber zum Dauerzustand und damit zu einem erheblichen Problem. Sie müssen nicht jede Wahl sofort treffen, oftmals ist es durchaus sinnvoll, sich ein wenig Zeit zu lassen, doch darf dies keine reine Verzögerungstaktik sein. Wir erklären, welche Ursachen hinter der Unentschlossenheit stehen können und was Sie tun können, um diese zu bekämpfen und sich endlich festzulegen...

Was ist Unentschlossenheit?

Unentschlossenheit bekämpfen Definition Ursachen Synonym SprücheStanden Sie schon einmal vor einer Entscheidung, die Sie einfach nicht treffen konnten? Oftmals ist dies etwa die Wahl eines Studiengangs, die vielen Abiturienten schwer fällt oder auch die Entscheidung, welchen Beruf Sie später einmal ergreifen wollen. Dann haben Sie Unentschlossenheit bereits am eigenen Leib erfahren.

Wer unentschlossen ist, weiß nicht, wie es für ihn weiter gehen soll. Auch die synonym verwendeten Begriffe helfen bei einer einfachen Definition: Unschlüssigkeit, Willenlosigkeit oder auch einfach Zögern. Unentschlossenheit zeigt sich vor allem dadurch, dass wir in eine Starre verfallen und gar nichts mehr erledigen. Es geht nicht vor und nicht zurück.

Diese Stimmung kann jeden einzelnen treffen und sogar Teams oder ganze Unternehmen befallen und sollte möglichst schnell gelöst werden. Je länger die Unentschlossenheit dauert, desto größer sind die Probleme, die dadurch verursacht werden. Unentschlossenheit führt zu Untätigkeit. Irgendwann brauchen Sie die Entscheidung gar nicht mehr treffen, weil jemand anders es bereits für Sie getan hat - dann müssen Sie allerdings auch mit den Konsequenzen leben, weil Sie die Wahl aus der Hand gegeben haben.

Zusätzlich verpassen Sie durch unentschlossenes Verhalten viele Chancen. Im obigen Beispiel der Studienwahl ist die Anmeldefrist vielleicht abgelaufen oder alle Studienplätze sind bereits vergeben, bevor Sie sich endlich zu etwas durchringen konnten. Bei einer Kaufentscheidung ist das Angebot bereits abgelaufen und Sie können kein Geld mehr sparen und bei einer Bewerbung ist der angestrebte Posten längst weg.

Kurz gesagt: Unentschlossenheit lohnt sich nicht. Das soll nicht heißen, dass Sie Ihre Entscheidungen überstürzen oder unbedacht treffen sollen, doch dürfen Sie diese nicht immer weiter aufschieben, auch wenn es noch so schwer fällt.

Die Ursachen von Unentschlossenheit

Unentschlossenheit macht sich meist bei den besonders großen Entscheidungen des Lebens breit. Niemand überlegt Tage, Wochen und Monate, ob er sich nun das graue oder blaue T-Shirt kaufen möchte. Deutlich schwieriger ist es da schon, einen Urlaub zu planen. Lange wurde gespart, die Erwartungen sind groß und Sie wollen sich noch lange daran erinnern. Bei Entscheidungen, die das gesamte weitere Leben bestimmen können - sei es nun eine Ausbildung, ein Job, ein Umzug oder die Familienplanung - ist die Unentschlossenheit entsprechend am größten.

Aber welche Ursachen stehen dahinter und warum sind einige Menschen für eine Ewigkeit unentschlossen, während andere scheinbar die Augen schließen, mit dem Finger in eine Richtung zeigen und glücklich mit der eigenen Entscheidung sind?

Eine häufige Ursache von Unentschlossenheit ist ein geringes Selbstbewusstsein. Wer sich selbst nicht zutraut, eine gute und die für sich richtige Entscheidung zu treffen, sucht nach Auswegen, um sich möglichst lange dafür zu drücken. Hinzu kommt, dass nicht jede Entscheidung einfach ist. Auch hierfür braucht es Selbstvertrauen, um sich gegen Hindernisse durchzusetzen. Unentschlossene verharren lieber in der Hoffnung, sich diesen Problemen nicht stellen zu müssen.

Ergänzt wird das fehlende Selbstbewusstsein oftmals durch verschiedene Ängste. So wird befürchtet, eine falsche Entscheidung zu treffen und sich dadurch selbst zu schaden oder unglücklich zu machen. Niemand möchte seine eigenen Entscheidungen rückblickend bereuen und sich vorwerfen müssen Hätte ich damals doch bloß... oder Wie hätte es laufen können, wenn ich nur...

Noch stärker ist oftmals die Angst vor der Meinung anderer. Viele Menschen suchen die Anerkennung anderer und wollen respektiert und geschätzt werden - wobei das eigene Selbstbewusstsein ebenfalls eine Rolle spielt. Eine falsche oder gar dumme Entscheidung könnte diesem Ruf schaden und so entsteht wachsende Unentschlossenheit, um das Risiko zu minimieren.

Auch die jeweilige Entscheidungssituation selbst kann eine Ursache für Unentschlossenheit sein. So sind die meisten Menschen bei emotionalen Entscheidungen weniger unentschlossen. Es wird auf das Gefühl vertraut und eine Entscheidung nach Bauchgefühl getroffen. Je rationaler und durchdachter eine Wahl wird, desto größer wird die Unentschlossenheit. Wir wollen unbedingt alles bedenken, jeden Aspekt verstehen und alles richtig machen. Dies macht es nahezu unmöglich, zu einem Ergebnis zu kommen.

Unentschlossenheit: Sprüche und Zitate

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  • Das Schlimmste in allen Dingen ist die Unentschlossenheit. Napoleon Bonaparte
  • Unentschlossenheit ist für die Seele, was die Folter für den Körper ist. Nicolas Chamfort
  • Entschlossenheit im Unglück ist immer der halbe Weg zur Rettung. Johann Heinrich Pestalozzi
  • Während die Weisen grübeln, erobern die Dummen die Festung. Serbisches Sprichwort
  • Unentschlossenheit scheint mir wenigstens der gewöhnlichste und auffallendste der Fehler unserer Natur zu sein. Michel de Montaigne
  • Wer schnell entschlossen ist, der strauchelt leicht. Sophokles
  • Wer lange bedenkt, der wählt nicht immer das beste. Johann Wolfgang von Goethe
  • Es ist nichts erbärmlicher in der Welt als ein unentschlossener Mensch. Johann Wolfgang von Goethe

So können Sie Ihre Unentschlossenheit bekämpfen

Ein wenig Unentschlossenheit ist nicht sofort negativ. Es gibt Ihnen die Zeit, sich eine wichtige Entscheidung gut zu überlegen, bis Sie sich wirklich sicher sind und voll hinter Ihrer Wahl stehen. Sollten Ihre Unentschlossenheit ein solch gesundes Maß aber überschreiten, müssen Sie etwas dagegen tun, um nicht in endlose Untätigkeit und Entscheidungsunfähigkeit zu verfallen.

Wir haben einige Tipps gesammelt, mit denen Sie Ihre Unentschlossenheit bekämpfen können:

  • Arbeiten Sie an Ihrem Selbstbewusstsein

    Gute Chancen haben Sie, wenn Sie das Problem gleich an der Wurzel packen und direkt an der Ursache ansetzen. Je größer Ihr Selbstbewusstsein, desto leichter wird es Ihnen fallen, Ihre Unentschlossenheit zu überwinden und zu Ihrem persönlich gewählten Weg zu stehen. Sie sind nicht darauf angewiesen, dass andere Ihre Entscheidungen gutheißen oder richtig finden - Sie selbst müssen damit zufrieden sein.


  • Gehen Sie einem Schritt nach dem anderen

    Wenn Sie immer wieder unter Unentschlossenheit leiden, kann es helfen, nicht gleich mit der größten und wichtigsten Entscheidung zu beginnen. Lernen Sie zunächst bei kleineren Entscheidungen, ihr unentschlossenes Verhalten zu überwinden und entwickeln Sie eine Routine darin, sich schneller festzulegen. Dieses Verhalten können Sie dann auf andere Entscheidungen übertragen und Schritt für Schritt entschlossener werden.

    Münze werfen - Trick gegen Unentschlossenheit


  • Suchen Sie nicht nach Perfektion

    Viele Unentschlossene wollen die absolut perfekte Wahl treffen, die nur Vorteile hat und in jedem einzelnen Bereich überlegen ist. Diese Alternative gibt es allerdings fast nie. Sie müssen immer den ein oder anderen Kompromiss eingehen und für sich persönlich abwägen, was Ihnen am wichtigsten ist. Sobald Sie lernen, mit einer Entscheidung zufrieden zu sein, werden Sie auch Ihre Unentschlossenheit überwinden können.


  • Machen Sie einen klaren Entscheidungstermin

    Manchmal hilft eine klare Deadline, um die Unentschlossenheit abzubrechen und sich selbst zu einer Entscheidung zu zwingen.
    Setzen Sie sich einen ganz genauen Termin, bis zu dem Sie sich spätestens entscheiden. Damit Sie sich nicht selbst betrügen und diesen immer wieder aufschieben, sollten Sie Freunde oder Familie mit einbeziehen und diese bitten, dafür zu sorgen, dass Sie sich nicht rausreden.

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